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    Standard Flughafen DUS: 400 Jobs am Flughafen vor dem Aus

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    400 Jobs am Flughafen vor dem Aus
    VON THORSTEN BREITKOPF UND THOMAS REISENER - zuletzt aktualisiert: 12.11.2011 - 02:30

    Düsseldorf (RP). Die Bodenabfertigung des Düsseldorfer Flughafens ist zu teuer. Deshalb wechselt nach der Lufthansa jetzt auch Air Berlin zum Wettbewerber aviapartner. Jetzt wackelt bei der Flughafen-Tochter "Ground Handling GmbH" jeder zweite Job. Auch die Lufthansa will noch mehr sparen.

    Der massive Kostendruck der Fluggesellschaften fordert erste Opfer am Düsseldorfer Flughafen. Weil die für die Bodenabfertigung zuständige Tochtergesellschaft des Flughafens zu teuer ist, soll die Zahl der noch 800 Abfertiger-Jobs deutlich sinken. "Wir gehen von betriebsbedingten Kündigungen aus", sagte gestern ein Flughafen-Sprecher. Wieviele Jobs genau gestrichen werden, ist noch unklar. Peter Büddicker, der für die Gewerkschaft Verdi im Flughafen-Aufsichtsrat sitzt, sagte: "Bis zu 400 Jobs werden abgebaut.".

    Der Markt für Bodenverkehrsdienste an Flughäfen, wozu die Be- und Entlandung von Flugzeugen, Flugzeug-Enteisungen und Bus-Transfers zwischen Terminal und Flugzeug gehören, wurde in Deutschland 1999 liberalisiert. Seither herrscht in diesem Bereich ein massiver Wettbewerb. Neben der "Ground Handling GmbH" (FDGHG), die zu 100 Prozent dem Flughafen gehört und von Mitarbeitern mit vergleichsweise gut dotierten Altverträgen geprägt ist, hat sich in Düsseldorf seither auch die wesentlich kostengünstigere Brüsseler Firma "aviapartner" etabliert. Mit wachsendem Erfolg: Die Lufthansa, neben Air Berlin die zweite große Airline am Düsseldorfer Flughafen, ist bereits komplett zu "aviapartner" gewechselt, wie ein Lufthansa-Sprecher gestern bestätigte.

    Anlass für den Beschlossenen Personalabbau bei der FDGHG ist, dass nun auch Air Berlin einen Komplett-Wechsel zu "aviapartner" angekündigt hat. "Die kürzlich erfolgte Kündigung des Abfertigungsvertrages durch den Großkunden Air Berlin zu Ende 2013 hat die Situation der FDGHG weiter verschlechtert", sagte der Flughafensprecher. Air Berlin steht für die Hälfte des gesamten Auftragsvolumens der FDGHG. Die Qualität der Tochter sei zwar sehr gut, aber ihre Kostenstruktur "nicht konkurrenzfähig". Nach Angaben des Flughafens hat die FDGHG im vergangenen Jahr bei einem Umsatz von 66 Millionen Euro einen Verlust von 5,3 Millionen Euro erwirtschaftet, im laufenden Jahr wird sich der Verlust voraussichtlich auf rund zehn Millionen verdoppeln. Der Flughafen ringt schon länger mit seiner Abfertigungs-Tochter: "Verschiedene Maßnahmen mit dem Ziel der Kostenreduktion und Flexibilisierung, darunter auch zahlreiche Angebote an den Gemeinschaftsbetriebsrat, haben nicht den notwendigen Erfolg gebracht", deutete FDGHG-Aufsichtsratschef Thomas Schnalke das schwierige Verhandlungsklima an.

    Flughafen-Chef Christoph Blume sagte: "Wir werden unserer Verantwortung für unsere Mitarbeiter nachkommen und den mittelfristig notwendigen Personalabbau sozialverträglich gestalten."

    Der erwartete Wirtschaftseinbruch und der von den Billigfliegern ausgelöste Verdrängungswettbewerb zwingt auch die Lufthansa zu drastischen Maßnahmen. So will Europas größte Fluglinie in Berlin ab dem kommenden Jahr Leiharbeiter als Stewards und Stewardessen einsetzen, wie ein Sprecher unserer Zeitung bestätigte. Wie es bei der Lufthansa heißt, soll das Modell im Erfolgsfall auch auf Düsseldorf ausgeweitet werden. Das Einstiegsgehalt für Lufthansa-Kabinenpersonal liegt bei etwa 1750 Euro, in der Spitze können Flugbegleiter auch über 4000 Euro verdienen.

    Ein weiteres Indiz für den Spardruck der Airlines ist die wachsende Zahl der Ticket-Automaten an den Flughäfen, die Druck auf die Arbeitsplätze im Checkin-Bereich ausüben: Wer sein Flugticket daheim am Computer oder am Flughafen selbst ausdruckt, braucht die freundlichen Mitarbeiter am Schlater kaum noch. "Die Ticket-Automatisierungsquote der Lufthansa liegt inzwischen bei 20 bis 30 Prozent", sagte der Sprecher. Dass es in diesem Bereich noch nicht zu Personalabbau gekommen sei, liege am Wachstum der Airline. "Weniger Checkin-Mitarbeiter können dank Ticket-Automaten jetzt mehr Passagiere abfertigen", erklärte der Sprecher.

    An der FDGHG will der Flughafen Düsseldorf aber langfristig festhalten. "Ziel der kommenden Monate ist es nun, der FDGHD, wenn auch als kleinerem Unternehmen, eine Zukunftschance zu geben", so Schnalke.

    Quelle: RP


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    Dann können die 400 Betroffenen ja direkt bei Aviapartner anheuern. Die Abfindung tröstet dann ein wenig über die zukuenftig niedrigeren Löhne.
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