Ramadan in Kairo
von am 01.11.2010 um 15:41 (1197 Hits)
Es herrscht eine super Stimmung. Endlich ist die Sonne untergegangen. Zur Erleichterung des täglichen Lebens, während des Ramadan hat man die Zeit extra um eine Stunde verschoben. So bleibt auch am Morgen noch genug Zeit um noch etwas zu essen und zu trinken. Überall in den Gassen werden Bänke, Stühle und Tisch aufgebaut. Die Männer stehen an den Restaurants und Imbissstuben Schlange um allerlei Gerichte zu kaufen. Überall sammelt man sich um gemeinsam zu essen. Für einige Minuten legt sich die Hektik der Stadt und man sitzt zusammen. Wir laufen ohne richtiges Ziel einfach drauf los. Abseits der Touristenströme sind wir unterwegs und dort die einzigen Europäer.
Wir laufen durch Gassen, die von Marktständen gesäumt sind. Überall kann man kleine Köstlichkeiten kaufen. Das Gewusel der vergangenen Stunden kommt nun fast vollends zum erliegen. Überall sitzt man nun an den provisorischen Tischen und Stühlen, die nicht selten aus Kisten und Brettern bestehen. Erstaunlich festlich aussehende Tafeln werden zusammen werden mit den einfachsten Mitteln zusammen gebaut. Jeder bekommt einen Becher und eine Teller. Auf großen Platten tragen die Gastgeber allerlei arabische Köstlichkeiten auf.
Nicht nur einmal lädt man uns in Moscheen oder zum Essen ein. Unterwegs an den Straßenständen kaufen wir, oft ohne zu wissen was, drauf los und setzen uns schlussendlich dazu. Wir verstehen kaum ein Wort, englisch spricht man hier kaum. Trotzdem gelingt es uns eine rudimentäre Unterhaltung zu „führen“. Herkunft, Familienstand, Hungergefühl und wie es uns gefalle wird abgefragt.
Es ist schier erstaunlich. Für die ersten 30 Minuten nach Sonnenuntergang scheint die Stadt zum erliegen gekommen zu sein. Nach ca. 30 Minuten verwandelt sich dann die relative Ruhe wieder in das typische Chaos und durcheinander. Nachdem sich auch unsere Tafeln aufgelöst hat und jeder versucht schnell nach Hause und ins Bett zukommen, spazieren wir durch das nächtliche Kairo zurück über den Nil in Richtung Hotel.
Für weniger als 3 Euro haben wir soviel Essen gekauft und geschenkt bekommen wie wir beide nicht verdrücken können. Auf dem Weg treffen wir eine Frau, die mit ihren Kindern auf einer Nilbrücke bettelt. Noch immer haben wir reichlich Essen in unseren Tüten. Wir geben ihr unseren Proviant da wir einfach nicht mehr essen können. Ein junger Ägypter beobachtet das ganze und raunt im Vorbeigehen: „truely you got the spirit of ramadan“.









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