Und jetzt backe ich dann nochmal Spekulatius.
In einem Druckwasserreaktor fahren die Steuerstäbe von oben herab zwischen die Brennstäbe. Bei einer Schnellabschaltung dient sogar die Schwerkraft hilfreich.
Bei Siedewasserreaktoren werden die Steuerstäbe von unten, entweder durch eletrische Anlagen, oder bei einer Schellabschlatung, auch durch hydraulische Syteme zwischen die Brennstäbe gefahren. Man arbeitet sozusagen gegen die Schwerkraft an.
Was, wenn durch das Beben dieses hydraulische System in Mitleidenschaft gezogen wurde. Strom gab es ja auch nicht. Steuerstäbe von Anfang an nicht eingefahren wurden. Jeder Vertraute bereits zur Stunde 0 absehen konnte was passieren wird. Die Mär mit dem Kühlwasser nur zum Zeitgewinn dienen sollte?
Deswegen spreche ich auch gerne von strukturellen (systematischen) Problemen.![]()
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Thema: [11MAR2011] Schweres Erdbeben in Japan
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14.03.2011, 04:47 #481Erfahrenes Mitglied
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ANZEIGEOb im Keller untergebracht oder nicht. "Normal" sollte man den Reaktor mit externen Mittel fahren können, welche kurzfristig mobil an den Ort des Geschehens verbracht werden. Zur Not sogar über Luftverbringung.
Den Leitstandteams, die zu Beginn eines Ereignissen den Reaktor fuhren, ist eh nicht zu trauen. Hier ist davon auszugehen, dass sie durch späteres Handeln früher gemachte Fehler vertuschen möchten.
Der Betreiber ansich sollte der Entscheidungsverantwortung umgehend entbunden werden. Ggf. nur noch beratend an der Seite stehen.
Nicht ohne Grund gibt es sogar für das Fahren eines Reaktors simulatoren, und sogar eine Art Führerschein für Kernphysiker.
Leider spreche ich hier nicht von japanischen Verhältnissen
Geändert von Huey (14.03.2011 um 05:02 Uhr)
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14.03.2011, 04:58 #482Erfahrenes Mitglied
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14.03.2011, 04:59 #483
Normal hätte genau das funktioniert, aber für den Anschluß der eingeflogenen Generatoren braucht man einen Zugang zum Kellerraum, welcher geflutet ist

Das ist natürlich ein Konstruktionsfehler und ist wahrscheinlich in den meisten ähnlichen Kraftwerken vorhanden, man wird da einiges ändern müssen.
Was kann das Team bitte dafür, dass während ihrer Schicht zu einem Erdbeben und dann einem Tsunami gekommen ist??Den Leitstandteams, die zu Beginn eines Ereignissen den Reaktor fuhren, ist eh nicht zu trauen. Hier ist davon auszugehen, dass sie durch späteres Handeln früher gemachte Fehler vertuschen möchten.
Einverstanden.Der Betreiber ansich sollte der Entscheidungsverantwortung umgehend entbunden werden. Ggf. nur noch Beratend an der Seite stehen.
Gibt's in Japan bestimmt auch.Nicht ohne grund gibt es sogar für das Fahren eines Reaktors simulatoren, und sogar eine Art Führerschein für Kernphysiker.Tolle Angebote ex-BCN

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14.03.2011, 05:00 #484
Die sozialgeograhische Vulnerabilitätsforschung beschäftigt sich mit diesem Thema, oft im Zusammenhang mit der mehrdimensionalen Anfälligkeit von Megacities bei hazards und natural disasters. Was jetzt in Japan passiert übertrifft jeden theoretischen Rahmen. Deshalb ist es in der Tat interessant, dass Du weiter oben bereits von der "Realität" von Notfallplänen sprichst.

Wer sich mal etwas mit der dt. Risikopolitik und deren Grundlagen beschäftigen möchte, empfehle ich die Einteilung in Risikotypen des WBGU ( WBGU: Hauptgutachten 1998 Risiken ). Verständliche Zsf. ab Seite 65 ff. Nebenbei: unangebracht finde ich immer den Vergleich von Volkswirtschaften und deren Energieverbrauch und -bereitstellung (Japan 130Mio/E vs. NZ 4.5Mio/E etc.; dazu empfehle ich auch mal den Anteil an der Atomenergienutzung im weltweiten Ländervergleich zu ermitteln).Dr. Bockwurst wird es sein.
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14.03.2011, 05:03 #485
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14.03.2011, 05:05 #486
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14.03.2011, 05:11 #487Erfahrenes Mitglied
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Du fliegst keine Generatoren ein. Du fliegst für diesen Fall ggf. Hochleistungspumpen ein, wenn diese nicht sogar in unmittelbarer Nähe bereits eingelagert sind, das erspart sogar das Fliegen. Das gesamte eingesetzte Equipment ist nach deren Einsatz übrigens hochgradig radioaktiv kontaminiert. Das erkläre dann mal den Beobachtern, dass du nach deren Einsatz aber die anderen Reaktoren weiter betreiben willst, als wäre nichts gewesen. Ist ja schließlich alles nicht so schlimm.
Geändert von Huey (14.03.2011 um 05:20 Uhr)
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14.03.2011, 05:18 #488
den aktuellen, bekannten Stand der Ereignisse gibts hier:
http://http://www.spiegel.de/panoram...750629,00.html
Gruss, Dude
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14.03.2011, 05:19 #489Erfahrenes Mitglied
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Muss sie ebend nicht unbedingt. Es reicht schon, wenn vereinzelnd Steuerstäbe nicht wie gewollt eingefahren sind. Dort haben sich dann an einzelnen Zellen Hotspots gebildet. Von diesen aus hat dann die Kernschmelze eingesetzt. Darum wird ja auch erst von keiner, dann von einer Partiellen , und nun nicht klarem Umfang der Kernschmelze berichtet. Rüttel mal an einer komplexen mechanischen Einrichtung kräftig, und hoffe, dass sie auch weiterhin problemlos funktioniert. Mein Ansatz (zugegeben, es nicht nicht nur meiner, ich bin teilweise ein Plagiator ohne Angabe des Urhebers, da so gewünscht) ist so fundamental, dass sämtliche Blöcke umgehend abgeschaltet werden müssten.
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14.03.2011, 05:21 #490
Die fest installierten Generatoren haben alle versagt. Ich weiss nicht, ob man sie mit Hochleistungspumpen wieder auf Trab bringen konnte.
Nur wenn die Reaktorhülle platzt, was hoffentlich nicht passieren wird.Das gesamte eingesetzte Equipment ist nach deren Einsatz übrigens hochgradid radioaktiv kontaminiert.Tolle Angebote ex-BCN

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14.03.2011, 05:28 #491
Ja, das ist möglich, auch wenn in diesem konkreten Fall unwahrscheinlich (es machen ja ausgerechnet die Reaktorkerne Probleme, wo die Kühlung ausgefallen ist). Deshalb gibt's noch weitere Sicherheitsebenen, um eine Kernschmelze abzufangen. Das hat in TMI funktioniert und klappt hoffentlich auch hier.
Das habe ich längst erkanntMein Ansatz ... ist so fundamental, dass sämtliche Blöcke umgehend abgeschaltet werden müssten.
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14.03.2011, 05:43 #492Erfahrenes Mitglied
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Der Ansatz ist so nicht richtig. Du würdest gar nicht versuchen Generatoren wieder auf Trab zu bringen. Du vergiftest den Reaktor und versuchst durch eine möglichst unabhängige, von der vorhandenen stationären Infrastruktur, aufgebauten temporären Infrastruktur, diesen zu kontrollieren.
Der Reaktor wäre dann aber für eine spätere Nutzung verloren. Deswegen gehe ich ja auch weiterhin davon aus, dass es im dortigen Handeln nicht nur darum ging, primär eine Kernschmelze zu verhindern, sondern im Hintergrund auch immer die Überlegung gegenwärtig war, den Reaktor aber für eine spätere Nutzung nicht zu vergiften.
Daher auch mein Misstrauen dem dortigen Handeln gegenüber.
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14.03.2011, 05:52 #493
Die Wärmeentwicklung ist unabhängig davon, ob man den Reaktor mit Steuerstäben stoppt oder mit Borsäure vergiftet. Sie entsteht einfach weil bei der Kettenreaktion entstandene kurzlebige Isotope in den Brennstäben einige Zeit lang weiter zerfallen und Hitze entwickeln, auch wenn die Kettenreaktion selbst gestoppt ist. Diesen Zerfall kann man grundsätzlich nicht stoppen. Anfänglich sind das ein paar Prozent von der vollen Reaktorleistung, und mit dem Zerfall sinkt die Hitzeentwicklung rapide.
Also braucht man auch bei einem vergifteten Reaktor eine Kühlung. Dafür braucht man Strom um die Kühlpumpen zu betreiben. Und da das Stromnetz wohl zerstört ist, braucht man irgendwelche Generatoren vor Ort.
Außerden hätte der erste Block in zwei Wochen sowieso stillgelegt werden müssen. Es ist schwer vorzustellen dass dessen Erhaltung im arbeitsfähigen Zustand dem Betreiber so wichtig wäre. Ich spare mir jetzt mal die Analogie mit einem Pilotenfehler in einem Flugzeug.Tolle Angebote ex-BCN

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14.03.2011, 05:55 #494
Habe gerade diesen alten Blog-Eintrag von Cringely gefunden, der aus meiner Sicht nicht uninteressante Hintergrundinformationen zu TMI liefert. Man kann sich leicht vorstellen, dass es in Japan ähnliche Strukturen geben mag. I, Cringely
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14.03.2011, 05:59 #495
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14.03.2011, 05:59 #496
Ich wuerde vorschlagen wollen, die Expertendiskussion zum Betrieb und Havarieren von Reaktoren auszulagern und sich eher auf die Ereignisse in Japan zu konzentrieren. Geschwafel von Hobby-AKWlern, die meinen, auch zu jedem technischen Detail Ihren Senf dazu geben zu muessen und die Weisheit mit Loeffeln gefressen zu haben, gibts schon zur Genuege in anderen Foren. Nichts fuer ungut...
Dude
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14.03.2011, 06:00 #497
...
Ich wuerde vorschlagen wollen, die Expertendiskussion zum Betrieb und Havarieren von Reaktoren auszulagern und sich eher auf die Ereignisse in Japan zu konzentrieren. Geschwafel von Hobby-AKWlern, die meinen, auch zu jedem technischen Detail Ihren Senf dazu geben zu muessen und die Weisheit mit Loeffeln gefressen zu haben, gibts schon zur Genuege in anderen Foren. Nichts fuer ungut...
Dude
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14.03.2011, 06:01 #498
Ich habe gerade an mehrere Redaktionen eine Email geschreiben, mit der Bitte einen Spendenaufruf für Japan zu kommunizieren.
Wer es auch blamabel findet, dass kaum oder gar nicht dazu aufgerufen wird, kann sich ja auch an die Reaktionen wenden:
Kontakt - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten
ARD.de - Kontakt
Kontakt zum ZDF - ZDF.de
Umso mehr man dem Nachdruck verleiht, desto erfolgreicher.
Lieben Dank
Geändert von krypta (14.03.2011 um 10:15 Uhr)
If less is more I prefer nothing!
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14.03.2011, 06:21 #499
Die Welt hält den Atem an, die GDL Züge .
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14.03.2011, 06:52 #500
+++*Japan-Liveticker +++: Neue Explosion erschüttert Kraftwerk Fukushima - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Panorama[5.23 Uhr] Der US-Flugzeugträger " Ronald Reagan" passierte auf seinem Weg in das japanische Katastrophengebiet eine radioaktive Wolke aus den beschädigten Kraftwerken an der Ostküste des Landes. Dies berichtet die "New York Times". Die Crew sei binnen einer Stunde der Strahlendosis eines ganzen Monats ausgesetzt gewesen, so das Blatt weiter.


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).Es beschrieb mir mal ein Mitarbeiter so. "Der zivilisierte Mensch dreht am Wasserhahn und (er)wartet (das)bis dort Wasser herauskommt. Er kommt gar nicht auf die Idee andere Wasserquellen aufzusuchen, eher verdurstet er. Ein Mensch, der nie die Verwendung eines Wasserhahns erlrnte, macht sich unmittelbar auf die Suche nach einer Trinkwasserquelle mit augenscheinlich trinkbarem Wasser. Er verlässt sich sich auf Urinstinkte." Da ist schon etwas wahres dran.
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