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Thema: Mietminderung aufgrund von Bleirohren

  1. #21
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    Prinzipiell kann ich gut nachvollziehen, dass man Geld zurück haben möchte, wenn man für etwas bezahlt hat, das man nicht bekommen hat. Und im Falle von Mietzahlungen geht es ja auch nicht um den Ist-Zustand, sondern um den Zustand während des Mietzeitraums. Vorsatz oder Verweigerung zur Beseitigung nach inkenntnissetzungmüssen dafür auch keine Voraussetzung sein. Wenn festgestellt wird, dass die Wohnfläche nicht dem Wert im Vertrag entspricht, kann der Vermieter ja auch nicht einfach ein paar m2 anbauen und die bisher zu viel kassierte Miete einbehalten.
    Aber deutsches Mietrecht ist ziemlich eigen, ist sicherlich sinnvoller, einen Fachanwalt zur Rate zu ziehen, als auf die geballte Forenexpertise zu setzen

  2. #22
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    Es könnte sein, dass der Anwalt sagen wird, dass sicher gestellt werden muss, dass der Vermieter für zukünftige eventuelle Gesundheitsschäden aufkommen muss. Ein Mediziner und ehrlicher Jurist wird wohl sagen, dass man bei späteren Gesundheitsschäden überwiegend nicht beweisen kann, dass es vom Wasser kam. Ich persönlich würde daher keinesfalls einen jahrelangen Rechtsstreit führen in dem ich immer wieder daran erinnert werde, welcher Schaden im worst case eintreten könnte. Ich würde versuchen, mich mit dem Vermieter auf ein Schmerzensgeld für einen Erholungsurlaub nach dem Schreck zu einigen.
    Leider gibt es auch einige Anwälte, die "geldbeutelorientiert " zu Klagen raten. Ich wünsche dir, dass du an einen gerätst, der Erfahrung mit "Geschädigten" hat und für eine junge Familie eine Lösung sucht, die das Problem nicht noch belastender macht.

  3. #23
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    Also da der Vermieter ja kooperativ ist, würde ich mir schon überlegen, ob ich hier noch ein Faß aufmache.
    Klar hätte er wohl eigentlich etwas wissen können aber macht ja nicht den Eindruck, dass er dass vorsätzlich auf deinem Rücken austragen will oder wollte.
    Und ob es das Verhältnis zwischen Mieter und Vermieter verbessert, wenn man jetzt einen Prozess anfängt, weiß ich nicht bzw. ob man das Risiko eingehen will, muss jeder für sich entscheiden.

  4. #24
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    Gebe euch natürlich vollkommen recht, prozessieren wollen wir auch nicht. In erster Linie geht es um eine Einschätzung der Lage. Nichtsdestotrotz bleibt ein ziemlich blödes Gefühl, da meine Frau während der Schwangerschaft das Wasser jeden Tag getrunken hat und anschließend unserer Sohn eben auch. Ein Umweltmediziner hat uns heute gesagt, dass er es bei uns Erwachsenen für unbedenklich hält, aber wir unseren Sohn definitiv auf eine Schwermetallbelastung testen lassen sollen.
    Der Knaller kam allerdings heute in der Früh: Habe den Handwerker im Haus getroffen, der mir sagte, dass er vom Hausverwalter angeschissen wurde, was ihm einfallen würde, die Mieter verrückt zu machen. Er fragte daraufhin, was er denn hätte tun sollen, die Antwort vom Verwalter: Sagen, dass die Rohre aufgrund von irgendwelchen Gründen ausgetauscht werden müssen, aber die Bleigeschichte auf keinen Fall erwähnen! Hätte der Handwerker nichts gesagt, hätten wir davon nichts mitbekommen und der Verwalter hätte es vertuscht!

  5. #25
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    Zitat Zitat von Sandman78 Beitrag anzeigen
    Der Knaller kam allerdings heute in der Früh: Habe den Handwerker im Haus getroffen, der mir sagte, dass er vom Hausverwalter angeschissen wurde, was ihm einfallen würde, die Mieter verrückt zu machen. Er fragte daraufhin, was er denn hätte tun sollen, die Antwort vom Verwalter: Sagen, dass die Rohre aufgrund von irgendwelchen Gründen ausgetauscht werden müssen, aber die Bleigeschichte auf keinen Fall erwähnen! Hätte der Handwerker nichts gesagt, hätten wir davon nichts mitbekommen und der Verwalter hätte es vertuscht!
    Das bestärkt mich in meinem Verdacht, das sowohl Hauseigentümer als auch Verwalter schon seit längeren das Problem kennen. Es macht schon einen Unterschied, ob ein Hauseigentümer/Verwalter gutgläubig wirklich nichts wusste oder ob er bösgläubig die Sache vertuschen will.
    Sandman78 sagt Danke für diesen Beitrag.

  6. #26
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    Als erstes: Du wirst einen Anwalt brauchen, wenn du ernsthaft größere Geldsummen von deinem Vermieter haben willst. Suche dir einen guten, frage im Bekanntenkreis nach, manchmal kann auch der Steuerberater bei der Suche helfen. Achte auf den Fachanwalt.

    Zur Mietminderung: Je nachdem, wann du eingezogen bist, dürfte ein anfänglicher Mietmangel vorgelegen haben, der dazu führt, dass die Miete gemindert war. Da du dennoch volle Miete gezahlt hast, kannst du die zuviel geforderte Miete zurück verlangen. Das Prblem könnte aber sein, den Mangel zu beweisen: Wenn der Mangel darin liewgt, dass die Grenzwerte überschritten wurden, könntest du in Beweisnot kommen. Ich gehe davon aus, dass du die Probe selber gezogen hast, so dass der Vermieter wahrscheinlich bestreiten wird, dass die Probe richtig gezogen wurde und überhaupt aus deinem Wasserhahn kam. Hier wird dich aber der gute RA besser beraten.

    Zum Schadensersatz: Wenn du dem Vermieter ein Verschulden nachweisen kannst und auch einen (Gesundheits)schaden beim Kind, könntest du bzw dein Kind auch Schadensersatzansprüche haben. Auch hier gilt: Vom RA beraten lassen.

    Eine Erstberatung wird dich ca 220 Euro kosten. Das ist bei den Ansprüchen, die du evtl haben könntest, gut angelegtes Geld. MMn.

  7. #27
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    Da Du wahrscheinlich ja nicht ausziehen willst, wäre IMO der friedliche Weg mit dem Vermieter der günstigste.
    Kontaktiere einen RA, und laß Dich beraten.

    Hoffen wir mal nicht, daß ein Gesundheitsschaden bereits vorliegt beim Kind. Um das Ganze aber aktenkundig zu machen, sollte schon ein Verfahren - wie auch immer - angeregt werden.

  8. #28
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    Wir hatten gestern das Gespräch mit dem Anwalt. Um es kurz zu machen: Ansprüche von unserer Seite bestehen auf jeden Fall.
    Da wir jetzt auch nicht auf Teufel komm raus prozessieren möchten, warten wir erstmal das Ergebnis der ärztlichen Untersuchungen ab. Sollten diese aufzeigen, dass es zu gesundheitlichen Schäden gekommen ist, würden wir weitere Schritte einleiten.
    Zumindest hat uns die Aussage des Umweltmediziners, dass eine gesundheitsschädliche Wirkung erst nach vielen Jahren eintritt, etwas beruhigt. Nun warten wir mal die Ergebnisse ab.

  9. #29
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    Wäre schön, wenn man das mal aktualisieren würde.

    Da ich ja selber auf der Vermieterseite bin, sind Mietminderungen für mich eher ein rotes Tuch und würde ich so mal nie für gut heissen. Aber ich sehe durchaus ein, dass ein Mieter, der dazu noch eine vergleichsweise hohe Miete zahlt, sich geschädigt fühlt, wenn er jahrelang mit Waser aus alten Bleirohren versorgt wurde und so evtl später ernsthafte Krankheiten entstehen. Ohne es zu wissen, gehe ich wohl auch davon aus, dass man spätere Erkrankungen wohl ganz schwer direkt auf die Bleirohre zurück führen kann, wenn es überhaupt möglich ist.

    Wie es wohl weiter und zu ende geht, interessiert mich sehr !
    koelntom und Asia sagen Danke für diesen Beitrag.

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