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WiCo

Erfahrenes Mitglied
05.01.2014
1.989
586
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Das schadet der Glaubwürdigkeit, wenn da "ideologisch" oder vielleicht irgendwie gut gemeint vorsortiert und am Inhalt manipuliert wird. Man kann es melden und trotzdem sachlich halten.
Nicht nur der konkreten Glaubwürdigkeit, sondern auch der Glaubwürdigkeit bei anderen Meldungen, weil man nie sicher sein kann, was man dort wieder kreativ ergänzt oder weggelassen hat, um einen akzeptablen Schein zu erhalten.
Umgekehrt fühlen sich die Medien dringend verpflichtet, alle möglichen anderen Herkünfte zu nennen, auch wenn sie nichts zum Sachverhalt beitragen. Ganz beliebt ist "dem rechten Spektrum nahe" oder "Verschwörungstheoretiker" o.ä.
 

Airsicknessbag

Erfahrenes Mitglied
11.01.2010
17.745
5.640
Pressekodex des Presserats meinte:
Richtlinie 12.1 – Berichterstattung über Straftaten
In der Berichterstattung über Straftaten ist darauf zu achten, dass die Erwähnung der
Zugehörigkeit der Verdächtigen oder Täter zu ethnischen, religiösen oder anderen
Minderheiten nicht zu einer diskriminierenden Verallgemeinerung individuellen
Fehlverhaltens führt. Die Zugehörigkeit soll in der Regel nicht erwähnt werden, es sei
denn, es besteht ein begründetes öffentliches Interesse. Besonders ist zu beachten,
dass die Erwähnung Vorurteile gegenüber Minderheiten schüren könnte.

Weitere ausführliche Kommentierung hier:

Ob die Herkunft des Täters relevant ist (-> religiös motivierter Terrorismus) oder nicht (-> Geisteskrankheit), werden die Ermittlungen zeigen. Bis dahin sollte sich die Berichterstattung zurückhalten.
 
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longhaulgiant

Erfahrenes Mitglied
22.02.2015
7.102
4.720

Luftikus

Erfahrenes Mitglied
08.01.2010
18.204
3.641
irdisch
Ich finde die Herkunft des Täters hier durchaus relevant und habe die bei N-TV ganz neutral nachlesen können. Da wurde auch nichts verallgemeinert. Eher weckt das Verschweigen oder Verschleiern (Silvester-Krawalle in Berlin gegen Feuerwehr und Polizei) Argwohn und schürt Ressentiments. Man zwingt die Leute damit auch zur Information in irgendwelche dubiosen Ecken und Kanäle.
 

hiob

Erfahrenes Mitglied
22.08.2011
1.069
430
Ein unabhängiger ÖR ist eine wichtige Säule für dle Demokratie. lol.
So herum find ich das ja sogar OK. Klar willst du als Sprecher aka PR-Chef (Propagandaposten) nen Vollprofi (mit Kontakten), der dir am Besten noch wohlgesonnen ist. Und es gibt nichts gegen die Rekrutierung mMn einzuwenden.

ANDERSRUM wär es sehr kritisch. Wenn du deinen Sprecher im ÖR, egal wofür verantwortlich, platzierst. Das wäre dann Vetternwirtschaft und potentielle Manipulation.
 

Airsicknessbag

Erfahrenes Mitglied
11.01.2010
17.745
5.640
Da steht nichts davon, dass eine einmalige Nennung im Artikel gegen den Kodex verstoßen würde. Einmal im Text würde vollkommen reichen.

Die Information wird entgegen dem Kodex auch schon mit einmaliger Nennung veröffentlicht.

Ich finde die Herkunft des Täters hier durchaus relevant

Warum?

habe die bei N-TV ganz neutral nachlesen können. Da wurde auch nichts verallgemeinert.

Es geht nicht darum, dass die Berichterstattung selber verallgemeinert und diskriminiert, sondern dass aufgrund der an sich neutralen Information Dritte verallgemeinern und diskriminieren.

Eher weckt das Verschweigen oder Verschleiern (Silvester-Krawalle in Berlin gegen Feuerwehr und Polizei) Argwohn und schürt Ressentiments.

Da wurde doch nichts verschwiegen. Es wird rauf und runter diskutiert, dass die Täter migrantische junge Männer sind. Was im übrigen völlig im EInklang mit dem Pressekodex ist: "Der Zusammenhang zwischen Form oder Häufigkeit einer Straftat und der Gruppenzugehörigkeit von Tätern oder Verdächtigen selbst ist Gegenstand
der Berichterstattung." Warum begehen migrantische junge Männer in Großstadtghettos aus Gruppen heraus schwere Straftaten gegen Repräsentanten des Staates? Das ist der Casus Knaxus, und genau das wird auch (medial) thematisiert.
 
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Luftikus

Erfahrenes Mitglied
08.01.2010
18.204
3.641
irdisch
Die Zahl wurde mehrfach korrigiert. Die "Deutschen" hatten durchaus öfter noch andere Hintergründe. Man kann sich so einem Thema stellen oder es in irgendwelche Radikalsphären abdriften lassen. Die Leute diskutieren sowieso darüber. Dann bitte besser korrekt informiert als falsch oder mit Mutmaßungen. Alles andere wäre eine Entmündigung. Ich erinnere mich auch noch gut an das Geeiere nach den Kölner Silvester-Krawallen.
 
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Airsicknessbag

Erfahrenes Mitglied
11.01.2010
17.745
5.640

alex09

Erfahrenes Mitglied
09.12.2010
1.102
557
Als die Rentnergang mit Rollatoren den Umsturz plante, haben unsere unabhängigen Medien sofort mit Bild und Klarnamen berichtet (mit Brennpunkt).
Jep, so sieht es aus.

Und um es auf den Punkt zu bringen: die Herkunft des Täters ist IMO relevant, weil es so aussieht, als gäbe es ein Problem mit Messerattacken bei einem Teil der hierhergekommen Flüchtlingen.

Im Übrigen sehr amüsant: die Polizei konnte noch keine Erkenntnisse zu Herkunft oder Namen des Täters sagen, aber bereits kurz nach der Tat hieß es in der FAZ, es gäbe Hinweise auf geistige Verwirrtheit :D Also eln unglücklicher Einzelfall wie immer?

Und, on topic, dass sich der ÖR hier so einspannen lässt und die Bild(!) Teile der Wahrheit berichtet, ist eine Schande IMO.
 

Strolf

Erfahrenes Mitglied
27.03.2020
2.581
1.996
In der NDR live Berichterstattung mit Interviews vor Ort wurde schon sehr früh mehrfach die Herkunft des Täters vom Reporter mit „staatenloser Palästinenser“ genannt. Also bitte nicht pauschal gegen den NDR wettern!
 
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Airsicknessbag

Erfahrenes Mitglied
11.01.2010
17.745
5.640
Als die Rentnergang mit Rollatoren den Umsturz plante, haben unsere unabhängigen Medien sofort mit Bild und Klarnamen berichtet (mit Brennpunkt). Weil die Gefahr von rechts kam, war das mit dem Pressekodex vereinbar?

Whataboutism. Und nein, sondern weil Bundestagsabgeordnete a.D., Richter, Bundeswehrsoldaten und verarmte Landadelige keine diskriminierungsgefährdeten Minderheiten sind. Und Klarnamen gab es nur bei Personen der Zeitgeschichte.

Und um es auf den Punkt zu bringen: die Herkunft des Täters ist IMO relevant, weil es so aussieht, als gäbe es ein Problem mit Messerattacken bei einem Teil der hierhergekommen Flüchtlingen.

QED. Die Nennung der Ethnie (hier: noch nicht einmal Herkunft, Staatsangehörigkeit, Aufenthaltsdauer oder Einreisegrund) führt zu dem Reflex "Flüchtlinge böse, alles Messermänner".

Im Übrigen sehr amüsant: die Polizei konnte noch keine Erkenntnisse zu Herkunft oder Namen des Täters sagen, aber bereits kurz nach der Tat hieß es in der FAZ, es gäbe Hinweise auf geistige Verwirrtheit :D

Ist doch logisch. Geistige Verwirrtheit ist ad hoc vor Ort ersichtlich. Der Rest (Name, Herkunft, Staatsangehörigkeit etc.) muss recherchiert werden. Bei den oft unklaren Verhältnissen bei diesen Personen kann das auch mal dauern. So auch hier, wo die Angabe der Staatsangehörigkeit zwischendurch wechselte. Umso wichtiger, sich mit voreiliger Berichterstattung zurückzuhalten.

Also ein unglücklicher Einzelfall wie immer?

Natürlich, alles sind Einzelfälle. Um festzustellen, ob es eine Häufung von Einzelfällen bzw. ein gewisses Tat-/Tätermuster gibt, muss aber erst feststehen, um was für eine Tat es sich handelt. Religiöser Terrorist oder ausgetickter psychisch Kranker.

Unabhängig davon könnte man sich schon mal etwas verstärkt überlegen, wie man Menschen, die warum auch immer (traumatische Erfahrungen im Krieg in der Heimat und/oder während der Flucht) psychisch erkrankt sind, zum einen effektiv behandelt und zum anderen die Bevölkerung vor ihnen schützt.
 
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oliver2002

Indernett Flyertalker
09.03.2009
7.262
1.869
48
MUC
www.oliver2002.com
Da wir 2022 eine ähnliche Anzahl Flüchtlinge aus der Ukraine empfangen haben wie 2015/16 aus Syrien et al wird es interessant wie die Berichterstattung der ÖRR & Springermedien sich entwickeln wird. Diese sind ähnlich durch Krieg und Flucht traumatisiert ...
 
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Flying Lawyer

Erfahrenes Mitglied
09.03.2009
5.145
986
Diese sind ähnlich durch Krieg und Flucht traumatisiert ...
An der generellen Traumatisierung durch Krieg und Flucht habe ich ein wenig meine Zweifel. Ich bin in der Betreuung ukrainischer Menschen tätig und die Mehrzahl der bei uns ankommenden Ukrainer kommt gerade nicht aus der Ostukraine, sondern aus dem Westen oder dem Raum Kiew und kam per Auto, Zug oder Flugzeug. Ich hätte auch noch nicht vom langen Flüchtlingstrecks wie auf der Balkanroute gehört. Es sind oft genug gut ausgebildete, mehrsprachige Menschen, die auch nicht arm sind, sondern eine Chance ergreifen. Sehr viele Frauen und Kinder, denn viele Männer sind beim Militär oder dürften nicht ausreisen, aber auch zahlreiche junge Männer, die hier ein neues Leben anfangen. Und wir können sie alle dringend brauchen.
 

alex09

Erfahrenes Mitglied
09.12.2010
1.102
557
Zudem ist deren Kultur wesentlich näher an unserer. Wir haben hier nicht wenige studierende ukrain. Frauen z.B.
 

longhaulgiant

Erfahrenes Mitglied
22.02.2015
7.102
4.720
"Die Gruppenzugehörigkeit wird als bloßes Stilmittel benutzt."
Gummikriterium. Dadurch geringer zu gewichten wenn andere harte Kriterien zutreffen.
Noch unklar. Bei einem psychisch Kranken, der geistig umnachtet ein Tötungsdelikt begeht, wohl nicht.
Es ist und bleibt ein schwerer Straftatbestand selbst wenn sich herausstellen sollte, dass verminderte oder vollständige Schuldunfähigkeit beim Täter vorliegt.

Umgekehrt wird von den gleichen Medien übrigens sofort die Zugehörigkeit als Deutscher genannt wenn der Täter einen deutschen Pass hat, wobei auch dann nichts darüber gesagt ist wie lange diese Person bereits in Deutschland lebt. Aber man erweckt damit in Verbindung mit der Auslassung bei den anderen Fällen den Anschein als möchte man bewusst herausheben, dass es diesmal eben jemand der eigenen Ethnie war. Wie sinnvoll das dann ist kann sich jeder selbst beantworten. Ich finde die Aussage, eine Mehrheit stehe nicht in der Gefahr diskriminiert zu werden, ebenfalls zweifelhaft.

Im Übrigen lässt sich bspw. in der jährlichen Kriminalstatistik nachlesen, dass Migranten bei bestimmten Straftaten stark überrepräsentiert sind. Das ist ein Fakt. Das weiß auch die Bevölkerung und interpretiert die Auslassung dann als bewusstes Verschweigen. Man fördert dadurch selbst das Misstrauen in die eigene Zunft - und will es noch nicht einmal merken. Diskriminierung bekämpft man aus meiner Sicht nicht durch Auslassungen.
 
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toom

Erfahrenes Mitglied
12.07.2013
1.398
610
Unabhängig davon könnte man sich schon mal etwas verstärkt überlegen, wie man Menschen, die warum auch immer (traumatische Erfahrungen im Krieg in der Heimat und/oder während der Flucht) psychisch erkrankt sind, zum einen effektiv behandelt und zum anderen die Bevölkerung vor ihnen schützt.
Oder warum es in Deutschland sein muss.
 
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LH88

Erfahrenes Mitglied
08.09.2014
10.956
3.918
Im Übrigen lässt sich bspw. in der jährlichen Kriminalstatistik nachlesen, dass Migranten bei bestimmten Straftaten stark überrepräsentiert sind. Das ist ein Fakt. Das weiß auch die Bevölkerung und interpretiert die Auslassung dann als bewusstes Verschweigen. Man fördert dadurch selbst das Misstrauen in die eigene Zunft - und will es noch nicht einmal merken. Diskriminierung bekämpft man aus meiner Sicht nicht durch Auslassungen.
Klar weiss das die Bevölkerung ABER nur ein Bruchteil der Bevölkerung wird mit den Straftaten konfrontiert, hat trotzdem eine Meinung dazu.

Wenn ich auf dem Land erzähle das mein Büro in Berlin Neukölln liegt, fragt man mich fast ob ich eine Schusssichere Weste tragen muss, die Realität sieht aber ganz anders aus, auch auf der Hermanstrasse oder Sonnenallee. Gefährlich ist da gar nix, bzw. für mich ist mindestens genauso gefährlich wie der Besuch eines Volksfestes in Sachsen-Anhalt oder Thüringen, und auch in der Eifel möchte ich nicht unbedingt in der nächstbesten Dorfkneipe landen.
 

Airsicknessbag

Erfahrenes Mitglied
11.01.2010
17.745
5.640
lässt sich bspw. in der jährlichen Kriminalstatistik nachlesen, dass Migranten bei bestimmten Straftaten stark überrepräsentiert sind. Das ist ein Fakt.

Ja, aber nicht, weil sie Migranten sind. Sondern weil sie abgehängt, perspektivlos, wirtschaftlich erfolglos, jung, männlich und nicht in Halt gebende Familienstrukturen eingebettet sind. Mit ähnlichen demografischen Faktoren ist die Delinquenz bei (autochthonen) Deutschen nicht niedriger. Insofern ist das Faktum der erhöhten "Ausländerkriminalität" zwar korrekt, aber unvollständig. Die Vollständigkeit durch Einordnung der Kausalfaktoren gehört aber zu einer ausgewogenen Berichterstattung dazu.
 

hiob

Erfahrenes Mitglied
22.08.2011
1.069
430
Da finde ich meine Kriterien/Dimensionen fast weniger grenzwertig pseudowissenschaftlich.

Zumal die erhobenen "Daten" und deren "Anwendbarkeit" restriktiv scheinen. ("principal cultural differences in doing business and managing in the selected country")

Desweiteren sind genau zu Syrien, Irak und Afghanistan keine Daten verfügbar.

"Kultur" ist halt schwer abzugrenzen. Und ganz sicher nicht homogen in einem Land, unter den Geschlechtern, in unterschiedlichen Altersgruppen und grundsätzlich von Mensch zu Mensch.

Hipster-Leonie (22) in Hamburg lebt bestimmt nicht die gleiche "Kultur", wie Edmund (69) im Klingenbrunner Wald. Oder vielleicht doch?
 
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