Verletzung bei Autounfall durch Resort-Angestellten...

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Weltenbummlerin

QE-Sittenpolizei
08.12.2011
3.698
0
FRA/SXF/MUC
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Hallo Ihr Lieben,

ich möchte hier mal die Schwarmintelligenz nutzen, weil ich absolut nicht weiß, wie ich die geschilderten Vorgänge einordnen soll und gegebenenfalls handeln werde/sollte und Ihr da vielleicht ein paar Gedanken und Empfehlungen für mich habt.

Es wird lang, aber anders kann ich es nicht schildern.




Ich hatte für eine Safari in Südafrika eine private Game Lodge gebucht, die zu den Leading Hotels of the World gehört, entsprechend Reputation und Preis, das erwähne ich, weil ich es für den weiteren Verlauf sehr wichtig finde.

Gebucht über einen Drittanbieter war die Reservierung dem Gate-Wächter nicht vorliegend, er konnte/wollte uns nicht reinlassen, erst nach einigem Hin und Her per Telefon und längerer Wartezeit.

Dann wurden wir reingelassen, das Prozedere ist immer, daß das eigene Auto direkt vor Ort geparkt wird und man dann mit einem komplett offenen Geländewagen (keine Überrollbügel) 30 min zur Lodge gefahren wird, wegen der Wege und wilden Tiere darf man das nicht mit dem eigenen Auto tun- ist ab diesem Moment also auf die Umsichtigkeit und das Verantwortungsbewußtsein der Angestellten angewiesen.

Gleichzeitig mit uns kamen andere Gäste an und der uns abholtende Fahrer sagte noch, er würde etwas schneller fahren, um diese dann auch zeitnah abholen zu können- unsere unerwartete Ankunft hatte da einiges durcheinander gebracht.

Er fuhr dann für die Wegbedingungen - Sandpiste, Vegetation, Kurven, Breite und Hubbel - viel zu schnell (65km/h, mein LG wollte gerade was sagen) als uns ein anderer Geländewagen unerwartet entgegenkam, der die anderen Touristen nun holen sollte.

Auf der Sandpiste versuchte der Fahrer eine Bremsung, wir rutschten und das hätte bei dem Tempo sehr wahrscheinlich zu einem Unfall/Umkippen geführt- und so wich er instinktiv massiv nach links in das Gebüsch am Wegrand aus- alles im Bruchteil eines Momentes.

Tja, da saß aber dummerweise ich oben -
und bekam volle Kanne einen (zum Glück nur) ca. 3-4 cm dicken Ast mit kleineren Nebenzweigen und Blätter eines Baumes ins Gesicht, direkt in die Augen-Nasen-Mundpartie.

Wieder zu meinem absoluten Glück hatte ich eine große Sonnenbrille auf und vor allem war es nur ein normaler Baum -
und nicht einer der genauso überall rumstehenden Akazien mit ihren Dornen https://c1.staticflickr.com/5/4015/4422052197_ac82f0d36d_z.jpg?zz=1, (was mir zu dem Zeitpunkt noch gar nicht klar war) - sonst hätten deren Äste mich wohl das Augenlicht gekostet oder mir komplett das Gesicht zerrissen.

Wäre es ein dickerer Ast gewesen - bei der Geschwindigkeit - oder hätte er etwas tiefer gegen den Kehlkopf geschlagen, wäre ich auch nicht mehr hier, um das zu schreiben.

So hatte ich "nur" eine sofort stark blutende Riß-Wunde seitlich tief am Nasenflügel, was ich aber in dem Moment noch nicht wußte, denn alles schmerzte und tropfte und ich konnte die Verletzung ja nicht sehen.

In erster Linie hatte ich in dem Moment zusätzlich Angst, daß der kräftige Schlag einen oder mehrere Zähne beschädigt haben könnte, einen Wurzelbruch mit anschließendem zeitverzögertem Zahnabsterben.

Der Fahrer lehnte sich, als er meinen Schrei hörte und mich bluten sah, erstmal völlig schockiert und entsetzt übers Lenkrad, dann holte er den Erste-Hilfe-Kasten und ich hielt mir für die weitere Fahrt eine Kompresse vors Gesicht.


Endlich in der Lodge angekommen wollte ich erstmal einen Spiegel, mir wurde nur ein erste Hilfe-Kasten angeboten und ich reinigte die Wunde so gut ich konnte, denn natürlich hatte ich auch befürchtet, daß Rindenstückchen oder Dreck noch in der Wunde sein könnten.

Durch meine sonst häufige Art des Reisens und weil ich wirklich unter Schock stand und Schmerzen hatte, kam ich gar nicht auf die Idee, daß in greifbarer Nähe ein Arzt sein könnte.
Das ist deshalb wichtig, weil mir kein Arzt angeboten wurde- dazu später mehr.

Über ein "so sorry" des Fahrers und des Rezeptionisten hinaus kam keine Reaktion.

Die Wunde hörte dann mit der Zeit auf zu bluten und dann setzte neben dem lokalen Schmerz der Wunde ein massives Taubheitsgefühl der ganzen linken Gesichtshälfte ein. Später schwoll es dann an und im Lauf der Tage verfärbte es sich unterm Auge.


Ein weiterer "Angestellter" (so dachten wir, später stellte er sich aber als der Lodge Manager heraus) war genauso "sorry" und der Fahrer versicherte mir, er würde den Vorfall seinem General Manager berichten, worauf ich auch bestand, wegen der Angst, daß Zähne langfristig betroffen sein könnten.

Das Taubheitsgefühl drängte den Schmerz dann mit der Zeit größtenteils zurück und so machten wir 3 Stunden später dann den ersten game drive - mit einem anderen Fahrer.

Im Laufe dieser Fahrten wurde mir erst klar, was für ein Riesenglück ich gehabt habe, daß es nur solch ein Baum und keine der sonst überall stehenden dornigen Akazien war, die - bei der Geschwindigkeit- mein Gesicht zerfetzen, das Auge kosten oder sogar tödlich hätten eindringen können- all das war mir vorher nicht klar gewesen.


Auch am nächsten Tag meldete sich niemand des Managements und ich fühlte mich entsprechend alleingelassen, denn da hätte ich mindestens ein Gespräch erwartet, aber scheinbar interessierte es niemanden.

Am Abend vor Abreise bekam erstmals (scheinbar, denn die Aussage des Fahrers war ja eine andere) der Vorgesetzte der Fahrer, ein Weißer, von dem Vorfall mit und war sichtbar erschüttert und entsetzt.

Er machte sofort Fotos von Verletzung, Schwellungen und Blutergüssen und wollte, als ich ihm sagte, auch ich hätte das dokumentiert, diese Fotos unbedingt haben.

Erst als sie mitbekamen, daß der Head of Drivers Bescheid wußte, haben dann urplötzlich Rezeptionist und Lodge Manager (Schwarze, wie der Fahrer) von sich aus gefragt, ob ich denn vor Abreise einen Arzt konsultieren wolle.

Ich bin aus allen Wolken gefallen, denn daß es diese Möglichkeit scheinbar in greifbarer Nähe gegeben hätte, war mir nicht bekannt gewesen und ich hätte sie direkt nach dem Unfall natürlich gerne in Anspruch genommen, allein, um die Wunde professionell reinigen zu lassen.

Der Arzt wurde nicht angeboten, weil der Unfall dann offiziell geworden wäre-

Es stellte sich heraus, daß alle bis dahin informierten Angestellten den "Unfall" vertuscht hatten und das höhere Management nichts wußte.

Am Abreisetag bat dann der General Manager um ein Gespräch und auch er gab sich erschüttert über die Vorgänge, die ihm nicht bekannt gemacht worden waren.

Im Gespräch sagte er uns, daß die Fahrer höchstens 25 km/h fahren dürfen und es niemals einen Grund geben könne und dürfe, so zu rasen.
Auch, daß mir kein Arzt angeboten wurde, konnte er nicht verstehen und er machte klar, daß der Fahrer zukünftig eine andere Aufgabe bekäme und als Fahrer suspendiert würde, da die Fahrlässigkeit so extrem war, daß sie unsere Gesundheit und Leben gefährdet hat.

Warum ich jetzt diesen Thread eröffnet habe ist die Frage, die mich umtreibt, ob ich die Vorgänge einfach bei Tripadvisor schildere, ob ich versuche, da irgendwie mit "Leading Hotels of the World" in Kontakt zu treten oder was sonst.

Ob ich vorsorglich wegen der (hoffentlich unwahrscheinlichen Gefahr), daß Zähne doch noch betroffen sind, sicherheitshalber eine Anzeige machen müßte (wo? Polizei?, Tourismusbehörde?) oder sogar wegen der absoluten Fahrlässigkeit des Angestellten und vor allem wegen des Vertuschungsversuches von mindestens 3 Angestellten bis hin zum Lodge Manager eine Schmerzensgeld- und damit Schadensersatz-Klage eingereicht werden sollte.

Der General-Manager hat von sich aus die Rechnung um ca. 3 % gekürzt (unter 100€), was natürlich lächerlich ist für das, was da passiert ist, den Schmerz, die Entstellung, die Angst, entgangene Urlaubsfreude, den Frust und die tatsächliche Gefahr, was hätte alles passieren können und die Umstände, wie sich sein Personal verhalten hat und den Unfall gezielt vertuscht hat.



Anfangs, bevor ich all das wußte, wollte ich es einfach auf sich beruhen lassen, weil ja zum Glück kein dauerhafter Schaden entstanden ist, aber gerade wegen des Vertuschungsversuches und der Arzt-Sache bin ich jetzt gleichzeitig auch so sauer und enttäuscht, daß ein so teures Hotel und angebliches Leading Hotel of the Word sich insgesamt so schäbig und unprofessionell verhält, daß ich gerade nicht so recht weiß.


Montag war der Unfall und heute ist der erste Tag, wo die Taubheit der linken Gesichtshälfte wirklich zurückgegangen ist.


Was ich in dem Zusammenhang auch extrem spannend finde und der mich erst recht sauer macht ist ein Passus, den man erst bei Ankunft ausgehändigt bekommt und unterschreiben muß in den Conditions of Residence, und der, wenn ich es richtig verstanden habe, bedeutet, daß das man das Game Reserve auch im Falle von Fährlässigkeit ihrer Angestellten nicht zur Verantwortung ziehen kann.
Ich frage mich natürlich, ob sowas überhaupt rechtens sein kann und ob das alle diese Reservate so machen.

Das kann es doch irgendwie auch nicht sein...



Ist als allgemeine Info vielleicht auch für zukünftige Reisende hier wichtig.



Also, würdet Ihr nun irgendwie handeln? Und wenn, wie?



Danke für Eure Gedanken, ich schaue morgen wieder rein.
 
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alohasteffi

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28.07.2010
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9
München
Bezüglich deiner Zähne: solange die Zähne weder locker sind , noch beim Beißen oder dagegen klopfen weh tun, würde ich mir bezüglich Folgeschäden keine Gedanken machen. Wie sieht es mit deinem Tetanusschutz aus? Gegebenenfalls auffrischen lassen.
LHW ist lediglich ein Zusammenschluss vieler verschiedener Hotels zu Marketingzwecken und keine richtige Hotel-Kette. Wenn du Ansprüche anmelden willst, ist das Hotel dein Ansprechpartner und nicht LHW.
Lass dir trotz allem nicht den Urlaub vermiesen, wünsche dir noch viel Spaß und gute Besserung.
 
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singmeister

Erfahrenes Mitglied
16.08.2011
2.344
2
BSL
Hattest du denn mittlerweile Gelegenheit, einen Arzt zu sehen? Das wäre mir vermutlich wichtig, allein wegen Infektionsrisiko.
 
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ritesa

Erfahrenes Mitglied
14.05.2013
1.319
5
Planet Earth
Nun, Preis und Prestige bedeuten nicht automatisch Professionalität, vor allem nicht in Ländern wie Südafrika.

Ich würde den Vorfall, genau so wie oben geschildert (minus Nennung der Hautfarbe der Angestellten, da das nichts zur Sache tut), sowohl an das Hotel als auch an LHW weiterleiten - in der Hoffnung eine zufriedenstellende Antwort und Entschädigung zu bekommen.

Ob irgendwelche rechtlichen Schritte irgendetwas bringen kann ich nicht beurteilen. Den Weg würde ich wenn dann erst gehen, wenn Folgeschäden oder -kosten absehbar werden oder keine zufriedenstellende Klärung zu erreichen ist.
 
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Flo86

Erfahrenes Mitglied
24.06.2017
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0
VIE
Schlimme Geschichte! Hast du eine Rechtsschutzversicherung? Ich an deiner Stelle würde definitiv eine Polizeiinspektion aufsuchen und den Vorfall zur Anzeige bringen! Dann ist der Vorfall zumindest amtsbekannt. Von der Heimat aus würde ich dann über meine RSV mit den Fotos und Anzeigebestätigung versuchen gegen das Hotel vorzugehen. Ob das was bringt ist halt die Frage!
Ich nehme mittlerweile auf diverse Angestellte null Rücksicht, die sind nämlich Schaß- freundlich und hinterrücks hauen sie dir das sprichwörtliche Messer in den Buckel (wie anscheinend auch bei dir der Fall)....
Nichts desto trotz, gute Besserung jedenfalls und genieße den Urlaub sofern möglich...
 
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Rookie2014

Erfahrenes Mitglied
28.07.2014
810
0
Angepasst:
Nur in der Webansicht und nicht in Tapatalk ist der Beitrag vollständig lesbar, Danke für den Hinweis @ TOSC.

Gute Besserung!
 
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berlinet

Erfahrenes Mitglied
21.07.2015
3.266
2
Ich lese hier zwar sehr viel was hätte sein können wenn der Baum usw. Aber wie schwer ist die Verletzung denn nun konkret? Ist der Schock inzwischen verdaut, sodass Du den tatsächlichen Schaden benennen kannst?
 
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Fare_IT

Erfahrenes Mitglied
06.12.2012
4.486
1
Farewell City
Leider wenig "objektive" Tathergangsbeschreibung - Du hättest vielleicht ersteinmal nüchtern den Unfallhergang und die Folgen berichten sollen, dann Deine Empfindungen und die Rahmenbedingungen.

Sei es drum: Ich wünsche Dir gute Besserung!

Für alles andere empfehle ich:

https://www.dsclaw.co.za/

Simpsons Attorneys | Personal Injury Attorneys | Attorney Services

hier:

No win, no fee services, where applicable – Our goal is to guide you to a positive legal outcome. If we don’t achieve that goal, you won’t pay one penny.
 

janetm

Erfahrenes Mitglied
11.02.2012
3.506
13
FRA, CGN, DUS
Mir ist nicht ganz klar warum du nicht selber nach einem Arzt gefragt hast. Bei jedweder Verletzung ist das doch naheliegend und Telefone um einen zu rufen, wird es bei einem leading hotel doch wohl geben?

Bei deiner Beschriebung sind wirklich gefühlt 75% was hätte passieren können.

Die Preiskürzung ist natürlich ein Witz.

Dir auf jeden Fall weiterhin gute Besserung
 

Asia

Erfahrenes Mitglied
19.08.2017
674
0
Ich wünsche dir gute Besserung. Da nützt dir wohl weniger "Schwarmintelligenz", da das nur jemand beantworten kann, der sich in südafrikanischen Recht auskennt.

Ich habe da keine Ahnung aber einen kleinen Angestellen mit Hungerlohn....unabhängig von der moralischen Frage (die machen das doch für das Hotel) , wird da nicht viel zu holen sein. Das Hotel hat sich mit den 100 € Nachlass echt mies verhalten, aus meiner Sicht. Fehler können ja mal passieren aber 100 € Rabatt bei den Preisen in Südafrika ??? Ich persönlich hätte keine Lust, mich über meine Rechtsschutzversicherung in Südafrika rumzuschlagen und die nächsten 2-8 Jahre an diesen Vorfall erinnert zu werden. Ich würde auf vielen Bewertungsportalen meine schlechte Erfahrung über die Lodge schreiben (paste and copy geht schnell) und mich freuen, dass mir nicht mehr passiert ist.
 
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Wolke7

Erfahrenes Mitglied
30.08.2010
2.877
0
Gute Besserung fuer Dich! Hoffentlich ist nichts Ernsthaftes passiert.

Deine Schilderung scheint eher Unzufriedenheit mit dem Hotelservice bzw. dem Handling zu sein. Offensichtlich hat auch Dein unverletzter Reisepartner nichts unternommen, z.B. nach einem Arzt gefragt oder den ersten Ausflug verschoben. Vom Schreck/Schock abgesehen scheint es doch gar nicht so schlimm zu sein.
Meine Frage ist also: was ist Dein Punkt?
 

Karl Langflug

Erfahrenes Mitglied
22.05.2016
1.079
2
a) Wie andere schon bemerkt haben, ist es schwierig zu erkennen, was denn jetzt genau verletzungstechnisch passiert ist. Von einer leichten Schwellung bis zu einer heftigen Gesichtsverletzung ist alles möglich. Ist das richtig übel oder ging es glimpflich aus? Davon abhängig ist eben die Frage, was denn genau dein Ziel ist, wenn du beispielsweise das Hotel "einklagen" willst.
b) Ich begreife nicht ganz, warum nicht sofort auf einem Arzt bestanden wurde. Man denke nur an die Infektionsgefahr. Da hätte es dann wohl ein Unfallprotokoll gegeben und das Hotel hätte die Kosten übernehmen müssen und alles wäre ins Rollen geraten. Ich meine, wenn du Angst vor Folgeschäden hast (z.B. Zahn), dann ab zum Arzt statt zu einer Safari und das Hotel fährt mich hin. Wurde jetzt ein Arzt aufgeboten? Wenn ja, wie schlimm ist es? Wenn nein, warum um Himmels Willen nein, wenn du Sorgen vor Folgeschäden hast? Das Hotel muss dene eh blechen. Kostet dich nichts, aber es befreit vor den quälenden Gedanken. Oder sind es weniger die körperlichen Schmerzen, sondern mehr das Verarbeiten der Situation, dass dir zu schaffen macht?
c) Der Fahrer war sich wohl bewusst, dass er einen Fehler gemacht hat, der ihn den Job kosten wird. Da hoffte er wohl, dass die Verletzung glimpflich ausgeht und er davonkommt. Rechtfertigt sein Handeln nicht, aber erklärt es.
d) Dieser Passus von "auch bei Fahrlässigkeit kann man das Hotel nicht ..." ist natürlich ein Passus für den Mülleimer. Kann man getrost ignorieren.
e) Für das Verhalten des Managements habe ich kein Verständnis. Gibt mir kein gutes Gefühl. Warum haben die nicht von sich aus einen Arzt vorbeigeschickt? Das Mindeste, was man hier erwarten könnte. Ich meine die Ferien sind hier schon ziemlich zur Sau.

Es ist mir klar, dass man in diesen "live"-Situationen nicht immer das tut und sagt, was man eigentlich tun/ sagen müsste. Ein übles Erlebnis und ich hoffe, dass da gesundheitlich nichts zurückbleibt (das Wichtigste) und du die Ferien wieder geniessen kannst.
 

cockpitvisit

Erfahrenes Mitglied
04.12.2009
3.444
31
FRA
Eine schlimme Geschichte, gute Besserung!

Auch wenn es ein sehr schlimmes Erlebnis für Dich ist, glaube ich, dass das leider ein typisches Verhalten des Personals in so einem Fall ist. Der Mensch ist nun mal so gebaut, dass er sich gerne aus der Verantwortung stiehlt.

Außerdem wurde dein Leiden offensichtlich durch Deine Medizinkenntnisse noch verschlimmert, weil Dir mögliche Folgeschäden zu gut bekannt waren. D. h. Deine seelische Verletzung (und um die geht's ja im ganzen Posting) und die Ängste, die du hattest, waren für die Außenstehenden wahrscheinlich gar nicht erkennbar.

Das Hauptproblem ist, dass Fahrer offenbar eine zu riskante Fahrweise haben. Du hattest einfach das Pech, zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein. Das Management kann - auch in Afrika - Fahrer so einpeitschen, dass sie nur langsam und rücksichtsvoll fahren. Aber dafür muss man das Management über jedes Fehlverhalten der Mitarbeiter gnadenlos informieren, auch wenn es zu keinem Schaden gekommen ist. Will man "nett" zu einem Hotelfahrer sein (er hat ja eine Familie zu ernähren), kann es einem anderen Gast später das Leben kosten.

Ich würde in so einem Fall erstens "name & shame" machen - also die ganze Geschichte mit dem Namen der Unterkunft publik machen. Und falls es Anwälte gibt, die nur im Erfolgsfall Gebühren erheben, die Unterkunft auf Schadenersatz verklagen - einfach als Rache. Denn die Chancen, etwas zu bekommen, dürften eher gering sein.

Alternativ, von der Unterkunft 100% Refund verlangen mit der Drohung, andernfalls die Geschichte publik zu machen. Aber auch das lieber über einen Anwalt machen, denn er dürfte mit lokalen (auch psychologischen) Besonderheiten besser vertraut sein.

Und wenn Du noch vor Ort bist, versuch trotz allem den Urlaub zu genießen - denn längerfristig überwiegen positive Erinnerungen (erst recht so bei so einem positiven Menschen wie Du). In einem Jahr wirst Du über diese Verletzung nur noch lachen.
 

berlinet

Erfahrenes Mitglied
21.07.2015
3.266
2
Hm, so betrachtet gut, dass Visits im Cockpit heutzutage eingeschränkt sind. Wer will schon jemand Rachsüchtigen im Cockpit ...:eek:
 

gabenga

Erfahrenes Mitglied
16.11.2010
1.881
8
STR
Ich wünsche Dir zuerst mal eine gute Besserung. Wegen des weiteren Vorgehens würde ich mir überlegen ob ich das nicht abhake und damit verhindere das die negativen Erlebnisse die, sofern vorhandenen, positiven Erinnerungen an den Aufenthalt überlagern. Wenn keine bleibenden Schäden zu erwarten sind wäre mir persönlich die aufgewendete Zeit für weitere Maßnahmen zu schade.
 

Weltenbummlerin

QE-Sittenpolizei
08.12.2011
3.698
0
FRA/SXF/MUC
Danke zunächst einmal für die Besserungswünsche von einigen von Euch, ich war die letzten Tage offline, daher erst jetzt eine Reaktion.

Sitze jetzt am Flughafen für den Rückflug, melde mich zu den mir gestellten Fragen und Euren Gedanken nach Rückkehr.
 
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cockpitvisit

Erfahrenes Mitglied
04.12.2009
3.444
31
FRA
Ist die letzte Antwort wirklich ernst gemeint ?? Verklagen aus Rache ?? Erpressung ?? Ich glaub ich spinne.....

Wenn man selbst der Geschädigte ist, ist sowas keine Erpressung, sondern die Wiederherstellung der Gerechtigkeit. Denn eine Erpressung liegt nur vor, wenn man vorhat, sich oder einen Dritten zu Unrecht zu bereichern (§ 253 StGB). Benutzung von Drohungen. um eine angemessene Entschädigung zu erreichen, fällt nicht darunter. Eine volle Rückerstattung ist hier auch angebracht, denn die Reise hat ihren Zweck (den Aufenthalt in der Natur zu genießen) ganz offenbar nicht erreicht.

Rache ist eine absolut normale menschliche Reaktion, sie ist in diesem Fall auch angebracht. Die Unterkunft hat sowohl objektiv als auch subjektiv sehr falsch gehandelt, der Reisende ist wütend - eine perfekte Voraussetzung für die Rache. Mir würde eine Rache sicherlich helfen, nach so einem Fall mein seelisches Gleichgewicht wieder zu finden und die hilflose Wut abzubauen. Ob es bei der Threadöffnerin auch so ist, kann ich nicht beurteilen.

Es war ja kein unglücklicher Unfall, sondern ein Ergebnis der groben Fahrlässigkeit, und dann hat jeder in der Unterkunft auch noch versucht das ganze zu vertuschen (Fahrer durch die Nichtmeldung des Unfalls, das Management durch eine skandalös niedrige angebotene Entschädigung).

Ist aber der normale Wahnsinn in diesem Forum, wo Opfer auf der Suche nach Gerechtigkeit plötzlich zu bösen Tätern werden. In Afrika ist ja per Definition immer der Europäer an allem schuld :rolleyes: