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Thema: LH stellt bei Nichteinhaltung der Couponreihenfolge nachträglich Differenz in Rechnung

  1. #2541
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    Zitat Zitat von Airsicknessbag Beitrag anzeigen
    Klar, wenn offene Rechtsfragen bestehen. Das ist hier nicht der Fall.
    Ups, ich dachte in diesem Thread geht es um eine "offene Rechtsfrage", die nun ein Amtsrichter beantwortet hat?
    Mir schien das hier wie eine juristische Diskussion. (Und die findet um "offene Rechtsfragen" statt)


    Zitat Zitat von Airsicknessbag Beitrag anzeigen
    Ja gut, auf der Basis koennen wir die Diskussion einstellen. Es gibt nie Rechtssicherheit, jeder Richter ist unabhaengig, und BGH-Urteile haben keine Gesetzeskraft. Voellig richtig. Ich lege mich dann mal wieder hin.
    Warum auf einmal so dünnhäutig? Es gibt nie Rechtssicherheit? Natürlich gibt es die. Ich hatte Dir erläutert, was Juristen unter "Rechtssicherheit" verstehen. Ein Urteil des BGH z.B.
    Aber eben auf keinen Fall ein Urteil eines Amtsrichters, wie es nun hier vorliegt.

    Das mußt Du als juristischer Laie selbstverständlich nicht wissen. Aber warum reagierst Du so aggressiv ("ich lege mich dann mal wieder hin")?

  2. #2542
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    Zitat Zitat von cockpitvisit Beitrag anzeigen
    Die bisherige Praxis von LH ist anders - LH vermeidet es Richter zu fragen, sonder nutzt Zivilprozesse nur zur Einschüchterung. Auch diesmal wollte LH die Klage beim Amtsgericht zurückziehen, was am Widerstand der Gegenseite gescheitert ist. Nur deshalb ist es überhaupt zu einem Urteil gekommen.
    Um ehrlich zu sein: ich hab das nicht von Anfang an verfolgt. Aber wenn ich es richtig verstehe, hat gerade LH den Richter gefragt, also das Einschüchterungsszenario auf- und dann wieder abgebaut.
    Ich gehe davon aus, daß LH das erneut irgendwo versuchen oder seine AGB ändern wird. Da lege ich mich in meiner Prognose fest*


    *Anders als der "Rechtsanwalt des Beklagten", der gleichzeitig erklärt (laut BILD), es bestehe nun Rechtssicherheit für alle Passagiere, und andererseits hier, daß für alle Passagiere gerade keine Rechtssicherheit besteht.

  3. #2543
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    Das ist doch die Taktik eines jeden Großkonzerns. Erst versuchen einzuschüchtern, wenn das nicht klappt und man merkt, dass man verliert, versuchen einen Vergleich zu suchen, damit ja niemand davon erfährt und es zu einem Urteil kommt. Ganz ehrlich, ich empfinde jede Menge Schadenfreude, dass LH mal schön eins auf die Nase bekommen hat.
    Ich bin etwas erstaunt, dass die vielen LH Jünger hier so ruhig sind, sonst sind es doch die ersten, die immer wüten wie ein Stier, wenn man ihrem geliebten Kranich zu Nahe kommt.
    cockpitvisit und Hoteltraum sagen Danke für diesen Beitrag.

  4. #2544
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    Zuerst einmal danke für die Durchführung und Mitnahme auf diese rechtliche Reise.

    Auch wenn hier viele Kommentare für mich als juristischer Laie sehr schwer zu deuten waren, fand ich es sehr interessant.

    Kann bitte jemand sagen, für welche der Parteien welche (ungefähren) Kosten zu tragen sind.
    peter42 und haraldw sagen Danke für diesen Beitrag.

  5. #2545
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    Zitat Zitat von cockpitvisit Beitrag anzeigen
    Frage: wenn ich mich richtig erinnere, hat LH bereits vor dem Amtsgericht versucht, die Klage unmittelbar vor dem Prozess zurückzunehmen und durfte nicht, weil der Beklagte nicht zugestimmt hat. Warum ging das bei der Berufung, sind die Regeln da anders? Oder habt ihr der Rücknahme der Berufung zugestimmt? (was man auch gut verstehen kann)
    Ich erlaube mir mal, die Frage zu beantworten.

    Die Rücknahme einer Klage ist nur ohne Zustimmung der Gegenseite bis zum Beginn der mündlichen Verhandlung möglich, danach nur noch mit Zustimmung (§ 269 Abs. 1 ZPO). Daneben besteht grundsätzlich noch die Möglichkeit eines Verzichts (§ 306 ZPO), der jedoch nur in der mündlichen Verhandlung erklärt werden kann und in praxi im Grunde nicht vorkommt. Das wäre hier (in 1. Instanz) nicht mehr möglich gewesen, weil die mündliche Verhandlung bereits stattgefunden hat und Termin zur Verkündung einer Entscheidung anberaumt war. Der Versuch der LH über die Klagerücknahme war im Hinblick auf die geringen Erfolgsaussichten klug, die Reaktion der Gegenseite (Nichtzustimmung) indes noch klüger.

    Die Berufung kann ohne Zustimmung jederzeit, auch in der mündlichen Verhandlung, zurückgenommen werden. Ob die Regelung so sinnvoll ist, lasse ich mal offen. Wir hatten jedenfalls schon Fälle, in denen wir gerne die Berufung entschieden hätten, weil die erste Instanz ein nicht vollstreckungsfähiges Urteil produziert hat, der Berufungskläger dies aber dann erkannt und die Berufung sodann prozesstaktisch zurückgenommen hat. Damals haben wir überlegt, § 269 Abs. 1 ZPO analog anzuwenden, jedoch liegen die Voraussetzungen dafür unserer Ansicht nach nicht vor (ich will das jetzt nicht vertiefen, wer Interesse hat, kann nachfragen). Das erstinstanzliche Urteil ist für den obsiegenden Kläger dann mit nicht vollstreckungsfähigem Inhalt rechtskräftig geworden .

    Lange Rede, kurzer Sinn: Das war hier leider nicht mehr zu verhindern. Wobei auch zweierlei zu bedenken gilt:
    1. Wenn das LG Berlin die erstinstanzliche Entscheidung für richtig gehalten hätte, warum sind sie dann nicht nach § 522 Abs. 2 ZPO verfahren? Das hätte m.E. wesentlich näher gelegen. (Vllt. kann kexbox dazu noch etwas ausführen, sofern er will und darf?)
    2. Ich bin mir gar nicht so sicher, ob der BGH im Falle einer zugelassenen Revision das nicht mal wieder zugunsten von LH "repariert" hätte mit irgend einer schiefen Begründung. Die bisherigen Entscheidungen zu ähnlichen (wenn auch nicht komplett vergleichbaren) Konstellationen waren ja bislang eher Airline-freundlich...

    In der Sache bin ich der Auffassung, dass die erstinstanzliche Entscheidung im Ergebnis richtig ist, in der Begründung m.E. aber auch "schief". Ich bin mit dem Kläger der Ansicht, dass bereits die Nachberechnung als solche nicht möglich ist; das Transparenzgebot wäre bei mir nur noch Hilfserwägung gewesen.

    Noch kurz ein paar Worte zur Bindungswirkung:
    Ein Urteil des BGH schafft in praxi meiner Erfahrung nach Ruhe - oftmals auch in ähnlich gelagerten Sachverhalten, da man oft zwischen den Zeilen auch Hinweise für leicht abweichende Konstellationen findet. Im Grunde ziehen sich sämtliche Gerichte dann darauf zurück, den BGH zu zitieren und sich die Entscheidung leicht zu machen. Eine vergleichbare Wirkung gibt es bei AG- und LG-Urteilen eher nicht. Da geht es hoch und runter und kreuz und quer, ein AG- oder LG-Richter ist im Regelfall nicht bereit, sich von einem anderen Richter in gleicher Position präjudizieren zu lassen. Nur wenn er im Ergebnis gleicher Ansicht ist, kann er sich in den Gründen ein wenig Arbeit sparen.

    Ich könnte mir gut vorstellen, dass da nochmal ein Vorstoß bei einem anderen Gericht kommt, das als airlinefreundlich bekannt ist (die Anwälte von LH sollten das ja wissen...). Das Problem dann wird aber sein, dass die Konstellation vllt. nicht mehr ganz so klar ist wie hier mit dem gebuchten Anschlussflug bei derselben Airline. Wie auch immer, ich glaube für meinen Teil, das letzte Wort ist hier noch nicht gesprochen...


    edit: Nachtrag:

    @DUSfred: Der Kläger hat keine Kosten. Er muss nichts nachzahlen und bekommt die Kosten des Rechtsstreits komplett ersetzt (sofern kexbox nach RVG abgerechnet hat, wovon ich einfach mal ausgehe). Die für LH entstehenden Kosten kannst du in einem Online-Prozesskostenrechner ermitteln; den Streitwert sollte man anhand des Bild-Beitrags in etwa errechnen können: Differenz zwischen Fiktivpreis und Flugpreis, also 2.112 € - 657 € = 1.455 € (falls die Bild nicht mal wieder Unsinn schreibt). Etwa geltend gemachte Zinsen und Anwaltskosten sind Nebenforderungen und werden nicht in den Streitwert eingerechnet.

    Meine Güte, ist der Beitrag wieder riesig geworden. Aber das Thema finde ich wirklich spannend
    Geändert von emhazett (03.10.2019 um 08:24 Uhr)
    Flying Lawyer, Rambuster, peter42 und 24 Andere sagen Danke für diesen Beitrag.
    Menschen, die etablierte Denkweisen in Frage stellen, machen erstaunliche Entdeckungen.
    Denke selbst, sonst denken andere für dich.

  6. #2546
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    Zitat Zitat von SleepOverGreenland Beitrag anzeigen
    Es ist bei LH zumindest unter kritischer Beobachtung und ihnen ein Dorn im Auge, wie ich vor einigen Wochen bei einer LH Veranstaltung gehört habe.
    Nur was verbessert sich für LH, wenn ich das letzte Segment abfliege?

    Der Denkfehler ist, dass andere Märkte exklusiv für bestimmte Menschengruppen sind. In der EU ist das schonmal nicht möglich und auch sonst in einer globalisierten Welt eine merkwürdige Denkweise für einen global Player.
    Wenn LH mehr Tickets ex MXP, CDG, OSL etc verkauft, ist das Ziel doch eigentlich erreicht?
    peter42 sagt Danke für diesen Beitrag.

  7. #2547
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    Der Denkfehler (oder vllt. ist es ja sogar richtig, um das zu beurteilen, fehlen mir spezifische BWL-Kenntnisse) dürfte sein, dass man denkt, der Kunde, der eigentlich Zielgruppe eines anderen Marktes ist, würde, wenn er keine Ausweichoptionen hat, den höheren Preis "seines" Marktes bezahlen. Ich denke, das ist falsch, denn dieser Kunde würde anderenfalls einfach mit einer anderen Airline fliegen und LHs Platz würde leer bleiben.

    Aber ich muss auch einfach sagen, um das zu beurteilen, fehlen mir einfach die Kenntnisse. LH wird schon fähige Leute haben, die sich was dabei denken.
    Hoffentlich sind es nicht dieselben, die als Tiger starten (und einen Rechtsstreit anzetteln) und dann als Bettvorleger enden, wenn sie merken, dass sie sich wohl vergaloppiert haben.

    Schade, dass es keinen 522-Beschluss gab, den hätte man wenigstens in der einschlägigen Fachpresse publizieren können; das wäre fast so gut gewesen wie ein Urteil (oder sagen wir: jedenfalls besser als gar nichts).
    kexbox sagt Danke für diesen Beitrag.
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  8. #2548
    Erfahrenes Mitglied Avatar von Airsicknessbag
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    Zitat Zitat von Couponschneider Beitrag anzeigen
    Ups, ich dachte in diesem Thread geht es um eine "offene Rechtsfrage", die nun ein Amtsrichter beantwortet hat?
    Das kommt auf Deine Definition an. Eigentlich ging es darum, ob die Klaegerin das Gericht (die Gerichte) dazu wuerde bringen koennen, entgegen der BGH-Rechtsprechung zu entscheiden bzw., wenn es erneut bis zum BGH gegangen waere, diesen zu einer Aenderung seiner Ansicht zu bewegen. Wenn das eine "offene Rechtsfrage ist", meinetwegen.


    Zitat Zitat von Couponschneider Beitrag anzeigen
    Mir schien das hier wie eine juristische Diskussion.
    Ach. ich dachte, hier seien nur "Hobbyanwaelte" unterwegs. Jetzt doch wieder Fachdiskussionen? Was denn nun?


    Zitat Zitat von Couponschneider Beitrag anzeigen
    Aber warum reagierst Du so aggressiv ("ich lege mich dann mal wieder hin")?
    "Sich wieder Hinlegen" ist aggressiv? Na dann. Ich habe Dir doch rechtgegeben: Rechtssicherheit im mathematisch-naturwissenschaftlichen Sinne gibt es nie. Der BGH kann immer den Adenauer machen und sein Geschwaetz von gestern ueber den Haufen werfen.


    Zitat Zitat von Couponschneider Beitrag anzeigen
    Das mußt Du als juristischer Laie selbstverständlich nicht wissen.
    Dann ist es ja gut, dass Du die versammelte Laienschar (ich sehe in diesem Thread Rechtsanwaelte, Richter und Verwaltungsjuristen aus den unterschiedlichsten Fachgebieten; aber das musst Du als Forumneuling selbstverstaendlich nicht wissen) erleuchtest.

  9. #2549
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    Zitat Zitat von Airsicknessbag Beitrag anzeigen
    Das kommt auf Deine Definition an. Eigentlich ging es darum, ob die Klaegerin das Gericht (die Gerichte) dazu wuerde bringen koennen, entgegen der BGH-Rechtsprechung zu entscheiden bzw., wenn es erneut bis zum BGH gegangen waere, diesen zu einer Aenderung seiner Ansicht zu bewegen. Wenn das eine "offene Rechtsfrage ist", meinetwegen.
    Das ist nicht richtig. Der BGH hat die hier virulente Konstellation noch nicht entschieden. Die bislang existenten Entscheidungen betreffen sämtlich andere Sachverhalte. Das AG Mitte hat die bisherige Rechtsprechung des BGH ausdrücklich in Bezug genommen und sieht sich auch selbst nicht in Abweichung zu der Rechtsprechung.

    Wenn es hierzu eine passende obergerichtliche Entscheidung gegeben hätte, warum hätte LH dann einknicken sollen? Nein, die Frage ist in dieser Form tatsächlich noch offen. Das AG Mitte ist m.E. das erste Gericht, das diese konkrete Frage entschieden hat.


    und nochmals edit:

    Ich musste grade schmunzeln wegen der obigen Aussage (irgendwo weiter vorne im Thread), der arme Richter oder Referendar, der das fein votiert hat...

    Also einen Referendar kannst du erfahrungsgemäß in der Berufungskammer nichts votieren lassen, da kommt in über 90 % der Fälle ein netter Versuch raus, aber auch nicht mehr. Das liegt aber auch nicht an den Referendaren, sondern mehr daran, dass Berufungen im Examen ein Schattendasein fristen (im 1. wie im 2.) und daher dort i.d.R. nur extrem rudimentäre Kenntnisse vorhanden sind und die Zeit in der Zivilstration auch einfach nicht ausreicht, sich da fit zu machen.
    Geändert von emhazett (03.10.2019 um 09:41 Uhr)
    kexbox sagt Danke für diesen Beitrag.
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  10. #2550
    Erfahrenes Mitglied Avatar von Airsicknessbag
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    Genau diese Diskussion haben wir bereits vor knapp drei Jahren sowie vor gut einem Jahr gefuehrt.

    Ich warte immer noch auf jemanden, der mich von der Unrichtigkeit meiner damals getaetigten Aussagen ueberzeugt

  11. #2551
    Erfahrenes Mitglied Avatar von kexbox
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    Zitat Zitat von emhazett Beitrag anzeigen
    1. Wenn das LG Berlin die erstinstanzliche Entscheidung für richtig gehalten hätte, warum sind sie dann nicht nach § 522 Abs. 2 ZPO verfahren? Das hätte m.E. wesentlich näher gelegen. (Vllt. kann kexbox dazu noch etwas ausführen, sofern er will und darf?)
    Ich sehe hier gleich zwei Voraussetzungen des § 522 Abs. 2 ZPO nicht, wenn auch ich mir das natürlich gewünscht hätte.


    • Einerseits LH hat ja durchaus Argumente vorgebracht, sie meinten ja insbesondere die (vielleicht nur aus Versehen sprachlich sehr restriktiven) Aussagen des BGH zum Cross-Ticketing extrapolieren zu können
    • zudem dürften jeden Tag tausende von Passagieren nicht den von ihnen gebuchten Anschlussflug (aus welchen Gründen auch immer, das umfasst die Klausel alles!) wahrnehmen, sodass ich hier auch eine grundsätzliche Bedeutung sehe. Diese Thema betrifft potentiell (!) mehr Menschen, als die Frage, ob Schönheitsreparaturen einem starren Fristenplan unterliegen dürfen ;-)


    Bereits die Präsidentin des AG Mitte (die früher am KG arbeitete) war der Ansicht, dass diese Sache BGH-Potential hat.
    suraso sagt Danke für diesen Beitrag.

  12. #2552
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    Ok, Argument 2 ist klar. Wenn das LG beabsichtigt hat, die Revision zuzulassen, ist der Weg über die mV der richtige und insoweit auch zwingend. Ich glaube, es wäre hier aber durchaus auch Raum dafür gewesen, die Revision nicht zuzulassen, wenn zugunsten des Verbrauchers (Klägers) entschieden wird. Die Geschichte mit dem Transparenzgebot ist höchstrichterlich (sogar durch den EuGH) eigentlich ausgetragen. Der Zulassung hätte es aus Rechtsgründen (Art. 101 Abs. 1 S. 2 GG - mögliche Abweichung von Rechtsprechung des EuGH) m.E. nur dann zwingend bedurft, wenn die Kammer der Berufung stattgegeben hätte (dann wäre ohnehin eine mV erforderlich gewesen). Aber gut klar, kann man - insb. mit dem Hinweis auf die sicherlich sprachlich nicht gerade eindeutige BGH-Entscheidung - sicher auch anders sehen. Wiederum andererseits, wenn jedes Mal die Berufung zugelassen würde, wenn eine BGH-Entscheidung noch Raum für Auslegungen lässt, dann müsste eigentlich alles "hochgeschickt" werden. Und die "grundsätzliche Bedeutung", naja naja... Hier im Forum sicherlich, aber in der Rechtswirklichkeit? Wie oft gab es schon Streitigkeiten vor Gericht wegen vorsätzlich ausgelassenen letzten Segmenten, in denen der entsprechende Vorsatz schon bei Buchung bestand - das war ja hier ein Kernargument der LH, an dem es in vergleichbaren Konstellationen eher fehlen dürfte? Der Zulassungsgrund wird ja tatsächlich doch eher eng ausgelegt. Also wie gesagt, man hätte es sicher so machen können. Was der wahre Grund ist, wissen wir wohl alle nicht.

    Argument 1, naja in Berufung geht man eigentlich immer mit irgendwelchen Argumenten. Das liegt in der Natur der Sache

    Aber nochmal, freut mich, dass Ihr das so gut durchgefochten habt, das Ergebnis ist richtig und es ist erfreulich, dass die jeweiligen Inhalte hier im Forum geteilt wurden.

    @Airsicknessbag: Um auch nochmal darauf einzugehen. Ich hatte seinerzeit die Entscheidungen mal nachgelesen und sie so verstanden, dass der hier verhandelte Fall so noch nicht entschieden war. Eine Formulierung am Rande könnte man zwar tatsächlich im Sinne von LH so auslegen, wie Du es tust, aber ich habe starke Zweifel, dass der BGH damit die vorliegende Konstellation tragend entscheiden wollte. Ich habe übrigens auch Zweifel an einem wirklich gewollten obiter dictum (dann hätte man das deutlicher gemacht); die Formulierung halte ich einfach für dem Kontext geschuldet und sprachlich verunglückt.
    Geändert von emhazett (03.10.2019 um 10:42 Uhr)
    kexbox sagt Danke für diesen Beitrag.
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  13. #2553
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    Zitat Zitat von Couponschneider Beitrag anzeigen
    Das mußt Du als juristischer Laie selbstverständlich nicht wissen.


    Gehen Sie zurück über los und ziehen kein Geld ein.
    Terminal90 sagt Danke für diesen Beitrag.

  14. #2554
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    Zitat Zitat von emhazett Beitrag anzeigen
    Der Denkfehler (oder vllt. ist es ja sogar richtig, um das zu beurteilen, fehlen mir spezifische BWL-Kenntnisse) dürfte sein, dass man denkt, der Kunde, der eigentlich Zielgruppe eines anderen Marktes ist, würde, wenn er keine Ausweichoptionen hat, den höheren Preis "seines" Marktes bezahlen. Ich denke, das ist falsch, denn dieser Kunde würde anderenfalls einfach mit einer anderen Airline fliegen und LHs Platz würde leer bleiben.
    Zitat Zitat von wideroe Beitrag anzeigen
    Ist das so? Oder nehmen nicht ebenso viele Smartbucher auch vergleichbar attraktive Angebote anderer Airlines in den jeweiligen Märkte wahr? Denn der Reiz dieser Märkte ist ja nicht, dass nur Lufthansa billiger ist, sondern das Preisniveau insgesamt niedriger ist.
    Solche Rechnungen funktionieren halt dann nicht mehr wenn die Preise vergleichsweise absurd billiger sind, dass sich selbst Anreise (mit günstigen Billigflieger oder Bus und Sparticket bei der Bahn) und gegebenenfalls sogar Übernachtung vor Ort noch locker rechnen. Für diejenigen die zum Spaß fliegen oder die ausreichend Zeit und Muse haben und dann auch noch die zusätzlichen Meilen und evtl. Loungezugänge zum Maximieren nutzen ist das ja alles eher ein Plus.

    Das sind die Erbsenzähler und Entscheider die meinen, dass auch neun Frauen in einem Monat ein Kind gebären können. Die Gier nach mehr Profit und die Angst das Profit entgeht benebelt den Geist so, dass sie die Realität einfach nicht mehr verstehen (wollen). Die logischen marktwirtschaftlichen Zusammenhänge will man so mit schwachsinnigen rechtlichen Winkelzüge aushebeln. In diesem Fall ist das bei den Zitronenquetschern gründlich in die Hose gegangen weil sich ein Kunde eben nicht durch ihre Anwaltsarmee einschüchtern hat lassen und sich gewehrt hat. Damit ist dieses bedrohliche Burgmauer von LH wie ein Kartenhaus zusammengefallen. Ein Dankeschön dafür dass ihr die Energie und Ausdauer hattet euch zu wehren!
    Rambuster, hippo72, blizzman und 7 Andere sagen Danke für diesen Beitrag.
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  15. #2555
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    Zitat Zitat von emhazett Beitrag anzeigen

    2. Ich bin mir gar nicht so sicher, ob der BGH im Falle einer zugelassenen Revision das nicht mal wieder zugunsten von LH "repariert" hätte mit irgend einer schiefen Begründung. Die bisherigen Entscheidungen zu ähnlichen (wenn auch nicht komplett vergleichbaren) Konstellationen waren ja bislang eher Airline-freundlich...
    Welche Urteile des BGH meinst du denn? So weit ich mich erinnere, waren die meisten dieser Urteile eher im Sinne des Verbrauchers. Ich habe da sehr starke Zweifel, dass LH beim BGH durchgekommen wäre.

  16. #2556
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    Und selbst wenn LH gewonnen hätte, zweifele ich, dass sie damit viel erreicht hätten. Außer, dass diejenigen, die das buchen, halt gezwungener Maßen auch das letzte Segment abfliegen.

    Denn wer den Umweg auf dem Hinweg in Kauf nimmt, würde das größtenteils doch auch auf dem Rückweg tun. Und wem es um eine schnelle, effiziente Verbindung geht, der fliegt gleich mit einer (ab DE) günstigeren Airline oder zahlt den Preis ab DE.

    Wenn die Anzahl an Paxen, die solche Umwege buchen, irgendwann zu groß wird / diese Tarife mehr von Deutschen als von „Einheimischen“ genutzt werden / sie die Flieger auch mit teureren Preisen bzw. ab teureren Abflugorten vollbekommen, werden sie halt die Preise entsprechend ändern.
    mpm und SkyIsTheLimit sagen Danke für diesen Beitrag.

  17. #2557
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    Glückwunsch und Danke
    kexbox und mpm sagen Danke für diesen Beitrag.

  18. #2558
    Erfahrenes Mitglied Avatar von pimpcoltd
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    Währenddessen bei den fröhlichen Nachbarn: https://www.reisbizz.nl/nieuws/categ...air-france-klm

    Ich kenne das Urteil (noch) nicht, aber das klingt sehr nach "Auch das erste Segment darf ausgelassen werden."
    Hoteltraum sagt Danke für diesen Beitrag.

  19. #2559
    Erfahrenes Mitglied Avatar von kexbox
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    Für diese Entscheidung hatte der BGH keine ..er

  20. #2560
    Erfahrenes Mitglied Avatar von bNNddd?!
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    Es bleibt einfach nur die Frage wie man mit der Gepäcksituation umgeht. Bei Weigerung des shortcheckens am Zielflughafen ganz klar sagen man fliegt nicht mit dürfte doch nahe 100% funktionieren?

    Dazu noch S&G zurückverlangen und LH dreht vermutlich völlig am Rad...

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