Aus familiären Gründen musste ich im Januar 2020 nach Sydney.
Es gab nicht allzu viel "Freizeit" für mich, weil mein Onkel dort im Rollstuhl sitzt und versorgt werden muss. Bei diversen Treffen musste darauf Rücksicht genommen werden und es gab viele Dinge zu besprechen, wo man leider merkt, wie kostbar das Gut "Zeit" ist: einerseits gehen die Jahre rasend um, andererseits sind einige Tage, in denen man sich viel vornimmt, auch wie im Augenblick vorbei.

Da man von Berlin ja aufgrund Lufthansa Blockade fast nirgendwo mehr hinkommt, ist mir Qatar Airways sehr genehm, bei fast allen anderen Verbindungen müsste ich ja mindestens zweimal umsteigen, um nach Sydney zu kommen. Hier hingegen ist Sydney nicht weiter weg, als von anderen europäischen Locations, denn es stehen an
TXL - DOH (ca. 6 hrs)
DOH - SYD (ca. 14 hrs)
Hier meine QSuite beim Boarding in Berlin-Tegel, abends um 22:00 begann der erste Flug nach Doha.
Die QSuite war auf allen vier Flügen identisch und um es vorneweg zu nehmen: sie ist toll. Für mich die beste Business Class ever.



Nach rund zwei Stunden Aufenthalt in Doha ging es am frühen Vormittag weiter. Um dem Jetlag halbwegs vorzubeugen, war es für mich gut, trotz hellem Tag erst einmal ein paar Stunden zu pennen. Als ich aufwachte, waren wir über dem indischen Ozean, irgendwo weit südlich Thailands, und die Sonne schickte sich an, unterzugehen. Sehr empfehlenswert der Cranberry Juice und Lime Juice.



In vertauschter Reihenfolge nahm ich nun (Bordzeit: abend) das arabische Frühstück (siehe Bild) ein, es standen noch rund vier bis fünf Stunden Nachtflug an und als der Morgen dämmerte (über Australien ist ja Sommer) gönnte ich mir das Abendessen. Australien Jetlag (mit Sommerzeit momentan +10 Stunden) hat schon immer was...





Ankunft in Sydney war um 6:00 früh.
Für Photos musste ich daher eher in die "Tagesrandzeiten" ausweichen; auch wenn man schon den ganzen Tag unterwegs war (was bei Schwüle und div. Bahnfahrten durchaus anstrengend war), abends noch einmal ein Spaziergang, oder (wie im Falle des Observatoriums) auch mal ganz früh raus. Jetlag und Flugreisen von 33 Stunden machen das alles nicht leichter und man merkt, dass man das nicht mehr so mit links wegsteckt, wie mit 20.


Alle Photos mit dem S9, hatte keine Lust, eine Kamera mitzunehmen... Das Bildrauschen sei entschuldigt.
Die Royal Botanic Gardens liegen mitten in der Stadt, hier in der abendlichen Sonne. Sehr empfehlenswert!



Bangaroo Reserve, ein neuer Park auf der Nordwestseite der Innenstadt. Es war stark bewölkt, etwas über 20°C, aber sehr unangenehm schwül.



Das angesprochene Observatorium liegt auf einem Hügel mitten in der Stadt. Gerne hätte ich die zugehörige Wetterstation besucht, aber dieses Bild entstand morgens gegen 6:30, und tagsüber (da ist die Station für einige Stunden für die Öffentlichkeit zugänglich) hatte ich keine Zeit.



Was bringt die Südhalbkugel der Erde? Einerseits fließt das Wasser im Waschbecken exakt andersherum ab, und zum anderen zeigt sich der momentan abnehmende Mond wie ein zunehmender. Obwohl er morgens hoch am Himmel steht, erinnert er an den nachmittäglichen Mond in Europa. Und die Sonne läuft permanent gegen den Uhrzeigersinn, eine sehr hoch im Nordwesten stehende Sonne irritiert manchmal schon etwas.


Ein weiterer Spaziergang nach Bangaroo. Der "Fjord" mit seinen vielen Verzweigungen ist ein typischer Anblick der Stadt. Und mit den vielen Inseln und Hügeln hat Sydney durchaus etwas von Oslo, die Vegetation ist freilich anders. Bis aufs hohe Meer fährt man ein ganzes Stückchen mit dem Schiff... Bei über 20°C früh morgens muss der Taupunkt sehr hoch gelegen haben, denn z.T. waren die Pflanzen feucht, obwohl es kein Regen gegeben hatte.



Kurzer Schnappschuss früh um sechs aus dem Zug auf das weltberühmte Opernhaus.



Die neue Lightrail: jahrelang wurde gebaut und jetzt hat man eine Linie, die wenige Kilometer zurücklegt, dafür rund 20 Minuten braucht, und in der pro Fahrt (Takt: alle fünf bis zehn Minuten) wohl 50 Leute sitzen. Ob es dafür wirklich geholfen hat, dafür die zuvor dicht befahrene George Street für Individualverkehr zu schließen... keine Ahnung. Jetzt ist die Straße für Fußgänger nicht wirklich gewonnen, denn auf der Bahntrasse "verweilen" ist ja nicht allzu gut. Auf jeden Fall hat die Lightrail mir den Tag gut geholfen, denn inzwischen hat Dauerregen (zeitweise auch heftiger) eingesetzt, der einen Großteil des vergangenen Wochenendes einnahm.



Die Oper wurde millionenfach aufgenommen, aber ich habe mal aus dem Inneren herausgeschaut. Blaue Stunde gegen kurz nach 20:00 im Südsommer.



Nach 15 Stunden Rückflug von Sydney hatte ich einen kurzen Erholungsstop in Doha von Mitternacht bis nachmittag. Früh gab es Nebel, am Vormittag dann schnell brüllende Januarsonne und blauer Himmel. Noch zweieinhalb Jahre bis zur Fußball WM im Dezember hier, dann werden die Hotelpreise in den Zenit steigen. Noch ist Doha aber "halbwegs" ein Geheimtipp und nicht ganz so "Disneyland" wie Dubai in den verfeindeten Arabischen Emiraten.



Nachmittags dann noch einmal sechs Stunden Rückflug nach TXL.
Hoffe, die Bilder gefallen.