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Thema: Estland: wo freier Internetzugang ein Grundrecht ist

  1. #1
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    Standard Estland: wo freier Internetzugang ein Grundrecht ist

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    Flugplan (Reisezeitraum Januar 2020)
    LH355 – BRE-FRA
    LH882 – FRA-TLL
    LH885 – TLL-FRA
    LH352 – FRA-BRE


    Maps generated by the Great Circle Mapper (Great Circle Mapper) - copyright © Karl L. Swartz.


    Zum Hintergrund der Reise: Ein Bekannter von mir ist vor über sechs Jahren der Liebe und Arbeit wegen nach Tartu, der zweitgrößten Stadt Estlands, gezogen. Seitdem stand ein gemeinsames Treffen in dem nördlichsten der drei baltischen Staaten auf dem Plan – Anfang Januar hatten wir dann endlich ein passendes Wochenende gefunden und ich buchte die entsprechenden Flüge.

    Der Wecker am Samstag klingelte um 6 Uhr – eine unangenehme Zeit außerhalb der Arbeitswoche. Ich sprang schnell unter die Dusche, frühstückte noch eine Kleinigkeit und nahm dann den Bus zum Oldenburger Hauptbahnhof. Der IC 2035, mit dem es nach Bremen ging, wartete bereits auf seine Fahrgäste - pünktlich um 7:35 Uhr setzte sich der Zug in Bewegung. In Bremen angekommen, nutzte ich noch die verbliebende Zeit bis zur nächsten STR 6 und kaufte ein paar Hygieneartikel im Rossmann. Mit der eben erwähnten Straßenbahn ging es anschließend innerhalb einer Viertelstunde zum Bremer Flughafen.



    Am LH Check-in stand niemand an, nach nur zwei Minuten hatte ich meine beiden Bordkarten in der Hand.



    In der LH Business Lounge frühstückte ich noch etwas ausgiebiger als vorhin in der Wohnung. Währenddessen wurde LH2109 nach MUC enteist.



    Das Boarding der E190 verlief zügig, mit nur wenigen Minuten Verspätung hob D-AECF ab.

    Bordverpflegung auf einem 45 Minuten Hüpfer in Y



    In Frankfurt erfolgte die Landung auf der Landebahn Nordwest. Aufgrund Nebels wurden die Flugbewegungen stark heruntergefahren, was sich wiederum negativ auf unsere Fahrt über den Flughafen auswirkte… Fast 20 Minuten, also knapp die Hälfte der eigentlichen Flugzeit, verbrachten wir rollend, bevor wir via Bus deboarded wurden.



    Der Abflug von LH882 nach Tallinn war für Gate 13 angesetzt. Praktisch, dass die Lounge direkt gegenüber bei Gate A12 liegt. Ich maximierte noch ein frühes Mittagessen, las im mitgebrachten Buch und zottelte gemächlich los, nachdem das Boarding ausgerufen wurde.

    Ich nahm meinen Sitzplatz ein, setzte die NC Kopfhörer auf, las weiter im Buch, entschied mich gegen das LH Leerdammer Sandwich und zwei Stunden später waren wir dann auch schon da – Tallinn.

    Auf das Aufgabegepäck musste ich etwa 15 Minuten warten. Eine Ausnahme, wie mir mein Bekannter später mehrmals mitteilte. Der Bus nach Tartu, für den ich im Vorfeld Hin- und Rückfahrt zu je 15 EUR gebucht hatte, fuhr erst in 40 Minuten, also alles OK.

    Ich nahm im beheizten Warteraum Platz und las weiter im Buch.



    Der Bus kam pünktlich, mein reservierter Einzelsitzplatz (1-2 Aufteilung) im hinteren Bereich des Reisebusses, die sogenannte Lounge, bot viel Platz, ein IFE und einen großzügigen Recline.

    Nach weiteren 2,5 Stunden kam ich endlich in Tartu an, wo ich bereits von meinem Bekannten und seinem 3-jährigen Sohn in Empfang genommen wurde.

    Mittlerweile war es halb neun durch (Estland liegt UTC+2) und wir wollten nur noch schnell etwas Essen gehen. In der angrenzenden Mall befindet sich das „BabyBack Ribs & BBQ“ Restaurant im amerikanischen Stil.

    Wir bestellten Burger, der Sohn meines Bekannten konnte in der angrenzenden Spielecke mit gleichaltrigen Kindern spielen und wir uns unterhalten.



    Wir planten noch etwas den nächsten Tag durch und dann ging jeder in sein Nachtquartier. Direkt neben dem Busbahnhof liegt das von mir für zwei Nächte gebuchte „Hotel Dorpat“. Ich bekam ein renoviertes Zimmer im dritten Stock.



    Das Badezimmer nannte ich liebevoll „das Smaragdzimmer“…



    Was mir gut gefiel: das Badezimmer ist komplett (!) mit Fußbodenheizung ausgestattet – also auch im Bereich der Dusche. Das kannte ich so noch nicht.

    Das Frühstück im Hotel





    Wir hatten am Abend vorher abgemacht, uns um 10 Uhr vor dem Hotel zu treffen. Also stand ich pünktlich um kurz vor 10 Uhr in der Lobby des Hotels und wartete auf die beiden. Im Empfangsbereich ein ZAZ-965A aus dem Jahr 1965. 22kW aus 887cm³ bei 665kg Leergewicht.



    Nach kurzer Wartezeit trafen die beiden am Hotel ein und wir begonnen unsere Tour durch Tartu.

    ‚Skulptuur Siga‘ (Siga = Schwein) vor der ‚Tartu Market Hall‘



    Die Markthalle von innen - sehr schön, hell, geräumig. Und auch am Sonntag geöffnet.



    Da wir ein Kind dabeihatten, mussten wir an so gut wie jedem Spielplatz anhalten…



    ‘Father and Son’ Skulptur in der Fußgängerzone



    Die Skulptur soll die Bindung zwischen den unterschiedlichen Generationen ausdrücken.

    Skulptur ‚Oscar Wilde und Eduard Vilde’ vor dem Café Wilde.



    Sternwarte Dorpat



    ‚Tartu Inglisild‘ (Tartuer Engelsbrücke, erbaut zwischen 1814 und 1816)



    Eine Legende besagt, dass man die Brücke mit angehaltener Luft überqueren muss, damit ein Wunsch in Erfüllung geht.

    ‚Tartu Cathedral‘



    Das Kind musste auch etwas bespaßt werden…



    Nach dieser kleinen Tour nahmen wir ein Bolt, eine Alternative zu Uber und Co., und fuhren ein paar Kilometer bis zur Wohnung von meinem Bekannten, wo seine Frau und seine nicht ganz 1 Jahr alte Tochter auf uns warteten. Wir unterhielten uns, tranken Tee, wärmten uns wieder auf. Wir sattelten dann noch einmal das Auto und mir wurde die nicht fußläufig erreichbare Umgebung etwas gezeigt.

    Das umgedrehte Haus



    Da wir ohne Kinder unterwegs waren, ersparten wir uns den Eintritt i.H.v. 7,50 EUR pro Person.

  2. #2
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    Das Estnische Nationalmuseum



    Das Gebäude befindet sich auf dem Gelände des 1996 stillgelegten Militärflughafen Raadi und stellt eine Verlängerung der Start- und Landebahn dar.

    Direkt neben dem Museum steht noch eine alte Ruine einer ehemaligen Vodka-Brennerei.



    Die Ruine ist teilweise restauriert und dient im Sommer als Location für Konzerte.

    Leider saß uns die Zeit etwas im Nacken und wir mussten bereits nach kurzer Zeit wieder aufbrechen. Zurück an der Wohnung wurden die Kinder für das kalte Wetter angezogen und wir gingen zu fünft in Richtung Bushaltestelle.

    Auf dem Weg dorthin fotografierte ich noch dieses, von Robotern erstellte, Graffiti an einer Häuserwand.



    Im Kulturzentraum ‚Aparaaditehas‘, einem ehemaligen Industriekomplex, welches jetzt mit diversen Restaurants, Clubs, Shops und einem Museum lockt, nahmen wir ein spätes Mittag ein.

    Ich entschied mich für Ramen.



    Lecker und genau das richtige für das kalte, regnerische Wetter.

    Für später kauften wir noch ‚Vastlakukkel‘, eine estnische Spezialität zur Fastenzeit.



    Wir entschieden uns gegen den Bus und liefen, bei jetzt trockenem Wetter, die paar Kilometer zur Wohnung zu Fuß.

    Streetart an einer Häuserecke







    Ein Stillleben vor der Universitätsbibliothek; ich nenne es „Toter Fisch vor seinem Zuhause“



    Vor dem Rathaus, eine aus Eis geschnitzte Ratte, die auf das bevorstehende Jahr der Ratte (chin. Horoskop) hinweist.



    Ebenfalls vor dem Rathaus: die küssenden Studenten



    Die Legende besagt, dass einst zwei verliebte Studenten durch die Altstadt zogen und es plötzlich zu regnen anfing. Daraufhin spannte der Mann seinen Regenschirm auf und beide küssten sich. Die Frau wünschte sich zur gleichen Zeit, dass alles so bleiben möge wie es gerade ist. Daraufhin wurde das Paar von einem blauen Blitz getroffen und sie wurden zu Stein.

    Eine Bierstube darf nirgends fehlen…



    Das im Jahr 1793 erbaute ‚Schiefe Haus von Tartu‘



    Mittlerweile war es 16 Uhr durch und es wurde langsam dunkel. Wieder zurück in der Wohnung, gab es Tee und den mitgebrachten Kuchen. Wir brachen nach einiger Zeit wieder auf, ließen Frau und Kinder zurück und fuhren mit einem Bolt in eine nahegelegene Mall. Dort angekommen steuerten wir ‚RCSnail‘ an. Dahinter versteckt sich das Hobbyprojekt eines ehemaligen Skype Mitarbeiters: man steuert kleine RC Autos über eine Strecke und wird dank Kamera, welche auf den Autos befestigt ist, sozusagen ins Cockpit gehievt.




    Die Kameraqualität ließ etwas zu wünschen übrig, aber mein Bekannter sagte mir, dass gerade eine v2 in der Mache sei mit weniger Bildstörungen. Definitiv eine spaßige Angelegenheit!

    Wir organisierten wieder ein Bolt und ließen uns auf die andere Flussseite fahren.

    Die Teufelsbrücke von Tartu



    Kleine Anekdote: einmal im Jahr duellieren sich männliche und weibliche Studenten der Tartu Universität im Wettsingen, indem die Frauen auf der weiter oben erwähnten Engelsbrücke stehen und die Männer auf der hier genannten Teufelsbrücke und dann mit vollem Kehleneinsatz zeigen was sie können. Die Brücken liegen ca. 125m Luftlinie voneinander entfernt.

    Für ein paar Bier kehrten wir noch in den ‚Püssirohukelder Ltd.‘, oder ‚Gunpowder Cellar of Tartu‘ ein. Ein sehr uriges Gewölbe mit leckerem Bier!



    Die Uhr zeigte 21:30 Uhr, es wurde langsam Zeit den Abend ausklingen zu lassen. Wir liefen das Stück zurück in die Stadt noch zusammen, dann trennten sich unsere Wege.

    Mein Hotel im abendlichen Gurkenlicht-Himmel.



    Mein Bekannter klärte mich am Folgetag auf: in der Nähe von Tartu gibt es viele Gewächshäuser, die 24x7 beleuchtet werden. Dadurch wird der Himmel über Tartu in dieses gelblich-grüne-Licht eingetaucht. Sieht schön aus, von Lichtverschmutzung hat aber anscheinend noch keiner was gehört… Oder es interessiert keinen.

    Der Wecker am nächsten Morgen klingelte um 6:30 Uhr. Kurz frisch gemacht, runter ans Buffet, um 7:45 Uhr war ich ausgecheckt und traf meinen Bekannten am Busbahnhof. Es ging wieder zurück nach Tallinn, wir hatten uns für den Express Bus um 8 Uhr entschieden (Ankunft TLL Airport 10:22 Uhr).

    Ich nahm wieder auf meinem Einzelsitzplatz im Lounge-Bereich des Busses Platz, mein Bekannter konnte kurzfristig nur noch einen Sitzplatz im vorderen Teil (2-2 Aufteilung) des Reisebusses bekommen.

    Die 2er Sitze im 1-2 Bereich der Lounge



    Bei der Abfahrt war es noch dunkel. Ende Januar geht die Sonne erst gegen 8:30 Uhr auf und bereits um 16:30 Uhr wieder unter. Interessanter Fakt: Fußgänger müssen bei schlechter Sicht und während der Dunkelheit Reflektoren (Katzenaugen) oder eine Lichtquelle tragen, damit sie besser sichtbar für Autofahrer sind!

    Die Fahrt verbrachte ich mit Lesen und ein wenig dösen. Pünktlich kamen wir am Flughafen Tallinn an, nahmen mein Gepäck entgegen und marschierten die knapp 400m zum von mir für eine Nacht gebuchten ‚Hotel Ülemiste‘. Trotz offizieller Check-in Zeit von 14 Uhr konnte ich mein Zimmer schon beziehen - ich stellte jedoch nur das Gepäck ab und schon ging es wieder runter in die Lobby. Mein Bekannter bestellte ein Bolt, welches sich nur Sekunden später als ein bereits vor dem Hotel wartendes Taxi herausstellte.

  3. #3
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    Erster Punkt der Sightseeing Tour: ‚Tallinna Lauluväljak‘



    Das Gelände des ‚Tallinnn Song Festival Grounds‘ ist riesig und wird, neben Konzerten (Michael Jackson 1997, Tina Turner 2000, Elton John 2013, Rammstein 2017, Guns N‘ Roses 2018) auch für das alle fünf Jahre stattfindende ‚Üldlaulupidu‘ genutzt. Bei dem Liederfest, wie es auf Deutsch heißt, treten bis zu 35.000 Sänger vor über 150.000 Zuhörern auf. Mir wurde erklärt, dass viele im Ausland lebende Esten dieses Fest zum Anlass nehmen, wieder in die Heimat zu reisen um dort mit Freunden und Familie zu singen.



    Insgesamt bietet der ‚Lauluväljak‘ Platz für bis zu 500.000 Personen, also für knapp 1/3 aller Esten. Holy smokes…

    Im Winter ist dort übrigens eine Beförderungsanlage für Schlitten / Reifen aufgebaut. Mangels Schnee war aber nichts los…

    Am Finnischen Meerbusen angekommen, ging es für uns zu Fuß in Richtung Stadt.



    Das ‚Russalka‘ Denkmal, welches an den Untergang des russischen Marineschiffs Rusalka erinnert (1893).



    ‚Uus Vahimaja‘ im nahegelegenen ‚Kadrioru Park‘



    Das Wappentier des Rottermann Viertels, ein ehemaliges Industrieviertel mit vielen alten Fabrikhallen.



    Vor 10 Jahren wurde angefangen, diese alten Gebäude zu renovieren und jetzt befinden sich viele Restaurants, Cafés oder auch Büros in den Industriebauten. Das ganze Viertel versprüht sehr viel Charme und bietet viele Shoppingmöglichkeiten.



    Zum Mittag entschieden wir uns für Flammkuchen. Das Restaurant ‚Flamm‘ wird von einem Deutschen betrieben und bietet verschiedene Flammkuchen im Preisspektrum 8-12 EUR.

    Neben Flammkuchen bestellten wir auch zwei Flaschen ‚NÄKK‘, ein „Passion fruit witbier“ einer estnischen Craftbierbrauerei (Kolk).



    Nach kurzer Wartezeit kamen dann auch die drei bestellten Flammkuchen – sehr lecker und preislich echt in Ordnung!



    Das Restaurant befindet sich in einem ehemaligen Getreidespeicher und ist wirklich urig.

    Im Anschluss an das Mahl, erkundeten wir noch etwas die nähere Umgebung. Es gab noch nicht restaurierte Gebäude zu sehen …



    … jedoch auch bereits restaurierte.



    In diesem Fall lagen sich beide direkt gegenüber.



    Vor einem Schlachter



    Der Rathausplatz (‚Tallinna raekoda‘)



    Eine der vielen Gassen mit der Nikolaikirche im Hintergrund



    Das Haus des deutschen Botschafters in Estland



    Auf der gegenüberliegenden Seite befindet sich das ‚Parliament of Estonia‘



    Und zwischen beiden Gebäuden die ‚Aleksander Nevski katedraal‘



    Wieder eine der Gassen der Altstadt



    Die vorhin bereits erwähnte Nikolaikirche, dieses Mal mit einer im Winter aufgebauten Schlittschuheisfläche im Vordergrund



    Teile des ‚Harju Gate‘, eines der wichtigsten Tore der mittelalterlichen Stadtmauer



    Das Unabhängigkeitsdenkmal auf dem Freiheitsplatz



    Das Denkmal besteht u.a. aus Glasscheiben, die von innen heraus angeleuchtet werden. Leider war es noch nicht dunkel genug.

    Wir tranken noch einen Kaffee, dann musste mein Bekannter leider zurück nach Tartu. Er rief sich ein Bolt und ließ sich zum Busbahnhof fahren, von wo aus er mit einem der halbstündig verkehrenden Busse wieder zurück zu seiner Familie fuhr.

    Anschließend erkundete ich Tartu noch etwas allein.

    Die Parkplatzschranken der Nationaloper



    Ich lief noch etwas ohne wirklichen Plan durch die Stadt, suchte mir dann einen interessanten Spot über Google raus, installierte die Bolt App und ließ mich die knapp 4km zum Ziel fahren: Patarei Sea Fortress Prison



    Leider hatte ich nicht gesehen, dass das Museum bis 01. Mai 2020 geschlossen ist. Ich schoss noch ein paar Fotos durch die Gittertore und lief einmal um den Komplex herum.







    Zu dem Ort selbst: 1840 nach zwölfjähriger Bauzeit als Festung erbaut (Estland gehörte noch zu Russland), wurde dann während des estnischen Unabhängigkeitskrieges (1918-1920) zum ersten Mal als Gefängnis genutzt, ab 1941 war es dann ein Arbeits- und Konzentrationslager der Nazis, danach Sowjet-Gefängnis und nach 1991 noch elf Jahre eine estnische Haftanstalt.

    Schade, ich hätte das Gebäude gerne besichtigt. Muss ich halt noch einmal nach Tallinn fliegen…

  4. #4
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    Ganz in der Nähe liegt das Schifffahrtsmuseum, und dem gegenüber diese Ruine.



    Vor dem Museum steht noch ein Nachbau des ersten estnischen Uboots von 1854.



    Da es in der Ecke nichts mehr zu entdecken gab, ging ich wieder zurück in die Stadt.

    Ein Foto der ‚Dicke Margarethe‘, ein ehemaliger Wehrturm (Bj. 1510) der alten Stadtbefestigung.



    Paging HON/UA



    Die Mauerstraße, wo gerade die letzten Händler ihre Stände abbauten



    Die Dämmerung hatte bereits eingesetzt. Ich kaufte noch schnell ein paar Postkarten und Briefmarken, bestellte mir dann ein Bolt und wartete. Während ich wartete, konnte ich noch ein paar Fotos der ‚Viru Väravad‘ (Lehmpforte) machen.




    Von dem Fahrer ließ ich mich an der ‚T1 Mall of Tallinn‘ absetzen. Ich wollte noch ein paar Souveniers (u.a. Vana Tallinn, einen estnischen Likör) einkaufen und allgemein stöbere gerne durch unbekannte Malls.



    Auf dem Dach der Mall befindet sich ein Riesenrad, hier leider nicht beleuchtet.



    Mit diversen Vana Tallinn Produkten (Likör, Schokolade, …) im Rucksack, ging ich die knapp 1km zurück zum Hotel.

    Das Zimmer etwas altbaksch, aber sauber und ruhig.




    Obwohl die Flammkuchen sättigend waren, brauchte ich noch einen kleinen Abendsnack. In den letzten Tagen sah ich viele Filialen von ‚Hesburger‘, eine finnische Burgerkette, die in Finnland mehr Restaurants besitzt als McDonald‘s.

    Da mein Bekannter und auch seine Frau (gebürtige Estin) auf Nachfrage nach einem typischen estnischen Imbiss nichts antworteten, entschied ich für mich, dass Hesburger „etwas typisch estnisches“ ist.

    Die nächste Filiale war knapp 900m entfernt, also fußläufig zu erreichen. Und so bestellte ich meinen ersten ‚Hesburger‘ (der Burger heißt genau wie die Kette).



    Anschließend zurück ins Hotel, noch etwas gelesen, Internet, den Abend ausklingen lassen.

    Der Wecker am nächsten Tag klingelte zu früh, 5 Uhr. Nach einer kurzen Katzenwäsche und Kontrolle des Zimmers, ob ich nichts vergessen hatte, checkte ich um 5:20 Uhr aus und begab mich zum Flughafen. Am Check-in war nichts los und so hatte ich nur wenige Minuten nach Betreten des Flughafens meine zwei Bordkarten in der Hand.



    Für *A Silber aka FTL gibt es leider keine Lounge am TLL, und so suchte ich mir einen bequemen Sitzplatz direkt am Gate und wartete auf das Boarding. Den knapp 2h langen Flug im A320neo (D-AINJ) verschlief ich und wachte erst im Landeanflug auf FRA wieder auf. In FRA angekommen, besuchte ich noch die Lounge bei A12 und nahm ein schnelles Frühstück zu mir. Das Boarding von LH352 fand von A05 via Bus statt.

    Bordverpflegung FRA-BRE im A319 (D-AILC)



    Deboarding in BRE über einen Finger



    Das Gepäck kam nach nur wenigen Minuten Wartezeit, via App kaufte ich mir ein ÖPNV Ticket nach Hause, nahm die gerade eingetroffene STR 6 zum Hauptbahnhof und von dort den IC zurück nach Oldenburg. Mit dem Bus legte ich die letzten Kilometer zurück und traf gegen Mittag in meiner Wohnung ein.

  5. #5
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    in Stillleben vor der Universitätsbibliothek; ich nenne es „Toter Fisch vor seinem Zuhause“
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    Der Reisebericht natürlich auch....
    Biohazard sagt Danke für diesen Beitrag.

  6. #6
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    Danke für den tollen Bericht!
    Ich war im Juli 19 in Tallin, war schön noch mal ein paar Orte wiederzusehen.
    Tallin hat mir persönlich gut gefallen, bis auf die Tatsache das es im Sommer (zu) extrem überlaufen war.
    Von daher war der Januar als Reisezeit wohl nicht die schlechteste Wahl.
    Biohazard sagt Danke für diesen Beitrag.

  7. #7
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    Zitat Zitat von Reyhan Beitrag anzeigen
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    Der Reisebericht natürlich auch....
    Danke!

    Zitat Zitat von Alias10 Beitrag anzeigen
    Danke für den tollen Bericht!
    Ich war im Juli 19 in Tallin, war schön noch mal ein paar Orte wiederzusehen.
    Tallin hat mir persönlich gut gefallen, bis auf die Tatsache das es im Sommer (zu) extrem überlaufen war.
    Von daher war der Januar als Reisezeit wohl nicht die schlechteste Wahl.
    Danke! Überlaufen war es zum Glück nicht, aber das Wetter hätte ruhig ein wenig schöner sein können. Also weniger bewölkter Himmel, etwas mehr Sonne, dafür dann aber auch gerne etwas tiefere Temperaturen und Schnee. Aber man kann leider nicht alles haben...

  8. #8
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    Danke gerne gelesen. War im letzten Jahr in Tallin, nettes freundliches Land.

    PS Digital etwas weiter als D sind m E viele Länder.
    Biohazard sagt Danke für diesen Beitrag.

  9. #9
    Erfahrenes Mitglied Avatar von Biohazard
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    Zitat Zitat von concordeuser Beitrag anzeigen
    Danke gerne gelesen. War im letzten Jahr in Tallin, nettes freundliches Land.

    PS Digital etwas weiter als D sind m E viele Länder.
    Danke!

    Ja, Estland ist digital weiter als Deutschland, aber ich sehe auch nicht alles positiv. Wer digital ist, muss (leider) mit Angriffen rechnen, siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Intern...f_Estland_2007

  10. #10
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    Zitat Zitat von Biohazard Beitrag anzeigen
    Danke!

    .... aber ich sehe auch nicht alles positiv. Wer digital ist, muss (leider) mit Angriffen rechnen, siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Intern...f_Estland_2007
    Kein Widerspruch, ausserdem steigt in der digitalen Welt das Überwachungsrisiko
    Biohazard sagt Danke für diesen Beitrag.

  11. #11
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    Zitat Zitat von Reyhan Beitrag anzeigen
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    Der Reisebericht natürlich auch....
    Vielen Dank für den Reisebericht! Estland ist auf der Liste...."Muß ich in diesem Leben garantiert noch hin!"

    Eine Frage in die Runde -> Wäre Estland etwas für den Ruhestand?
    Zinni und Biohazard sagen Danke für diesen Beitrag.

  12. #12
    Erfahrenes Mitglied Avatar von Hauptmann Fuchs
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    Zitat Zitat von Biohazard Beitrag anzeigen
    Mein Bekannter klärte mich am Folgetag auf: in der Nähe von Tartu gibt es viele Gewächshäuser, die 24x7 beleuchtet werden. Dadurch wird der Himmel über Tartu in dieses gelblich-grüne-Licht eingetaucht. Sieht schön aus, von Lichtverschmutzung hat aber anscheinend noch keiner was gehört… Oder es interessiert keinen.
    Ist aber immer so, auch im Westland in den Niederlanden z.B. Das Problem ist dass man nachts zwar lieber isoliert aber tagsüber soviel Sonne wie möglich gefangen werden muss. Eine Konstruktion zum verdunkeln musste also her, und bei Weltmarktpreisen und Marktdruck von den Einkäufer gibt es kein Marge, irgendetwas zu machen.

    Tartu fand ich so ziemlich am AdW, ich war im Juni (2019) auch dort, wir waren im Hotel Lydia. Ich bin dann mit dem Zug gefahren , und empfand es als sehr Komfortabel da die Züge auf russischer Breite fahren (1m52 versus 1m43 in Westeuropa) - vielleicht waren aber auch einfach die Wagons besser als bei uns
    Biohazard sagt Danke für diesen Beitrag.

  13. #13
    Erfahrenes Mitglied Avatar von Biohazard
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    Zitat Zitat von mainz2013 Beitrag anzeigen
    Vielen Dank für den Reisebericht! Estland ist auf der Liste...."Muß ich in diesem Leben garantiert noch hin!"
    Danke!

    Zitat Zitat von Hauptmann Fuchs Beitrag anzeigen
    Ist aber immer so, auch im Westland in den Niederlanden z.B. Das Problem ist dass man nachts zwar lieber isoliert aber tagsüber soviel Sonne wie möglich gefangen werden muss. Eine Konstruktion zum verdunkeln musste also her, und bei Weltmarktpreisen und Marktdruck von den Einkäufer gibt es kein Marge, irgendetwas zu machen.
    Interessant, das war mir so nicht bewusst. Leuchtet der Himmel im Westland auch so?

    Zitat Zitat von Hauptmann Fuchs Beitrag anzeigen
    Tartu fand ich so ziemlich am AdW, ich war im Juni (2019) auch dort, wir waren im Hotel Lydia. Ich bin dann mit dem Zug gefahren , und empfand es als sehr Komfortabel da die Züge auf russischer Breite fahren (1m52 versus 1m43 in Westeuropa) - vielleicht waren aber auch einfach die Wagons besser als bei uns
    Mir hat Tartu ganz gut gefallen. Viel mehr bietet die Stadt jedoch nicht, also ein Tag Sightseeing reicht vollkommen aus.

  14. #14
    Erfahrenes Mitglied Avatar von Hauptmann Fuchs
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    Zitat Zitat von Biohazard Beitrag anzeigen
    Interessant, das war mir so nicht bewusst. Leuchtet der Himmel im Westland auch so?
    Ja, obwohl man daran arbeitet dass es weniger wird und es im Randstad sowieso nicht sehr dunkel ist.

    Aber schau mal auf die Karte, da erkennt man die Gewächshausgartenbaucluster um Medemblik, Emmeloord, Südost-Drenthe und Venlo sehr deutlich.

    Zitat Zitat von Biohazard Beitrag anzeigen
    Mir hat Tartu ganz gut gefallen. Viel mehr bietet die Stadt jedoch nicht, also ein Tag Sightseeing reicht vollkommen aus.
    Ich war für die Arbeit da, aber so sonderlich angetan waren wir alle nicht - wenn der Wind im Winter mal aus dem Osten kommt, dann wird's wirklich unheimlich sein. Wenigstens die Tagung, das Hotel und das Essen war in Ordnung

  15. #15
    Erfahrenes Mitglied Avatar von Biohazard
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    Zitat Zitat von Hauptmann Fuchs Beitrag anzeigen
    Ja, obwohl man daran arbeitet dass es weniger wird und es im Randstad sowieso nicht sehr dunkel ist.

    Aber schau mal auf die Karte, da erkennt man die Gewächshausgartenbaucluster um Medemblik, Emmeloord, Südost-Drenthe und Venlo sehr deutlich.
    Krass, insbesondere wenn man den "Difference 25 years" Schalter betätigt.

  16. #16
    Erfahrenes Mitglied Avatar von Hauptmann Fuchs
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    Zitat Zitat von Biohazard Beitrag anzeigen
    Krass, insbesondere wenn man den "Difference 25 years" Schalter betätigt.
    Ja, aber vor 25 Jahren war es also noch schlimmer - schau mal in der Provinz Groningen wieviel Gas dort noch abgefackelt wurde.

  17. #17
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    Schöner TR, vielen Dank. Ich war 2017 selbst ein Tag in Tallinn und fand die Stadt sehr sehenswert.

    Sportliches Frühstück auf der Rückweise, bei nur 45 min Umsteigezeit in FRA .
    Biohazard sagt Danke für diesen Beitrag.

  18. #18

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