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Thema: Asien reloaded - oder 'unser Lieblingskontinent'

  1. #721
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    79/1. Tag; 18.04.2016; Kanazawa

    Von Kanazawa hatten wir, trotz der Infos in Wikipedia und TA, eigentlich keine Vorstellung, also auch keine Erwartungshaltung.

    Nach der ersten Nacht ins unserem Miniaturzimmer mit zugegebenermaßen schönem Bad und einer Dusche, die auch als Hochdruckreiniger durchgegen könnte, sowie gutem Ausblick in Richtung Burg


    ging es hinunter zum Frühstück. Das Hotel scheint sehr gut ausgelastet zu sein, da man selbst das Café und Teppanyaki-Bereich als Sitzplatzgelegenheiten nutzt.


    Wir hatten jedoch Glück, bekamen einen ‚normalen’ Tisch im Restaurantbereich.

    Die Auswahl an europäischen Speisen ist eher im Bereich homöopathisch anzusiedeln, Toast, Brötchen, Cerealien, Rühreier, Bacon, Kartoffeln und Früchte (Melone & Ananas). So entschlossen wir uns auch unser Frühstück auf ‚japanisch’ umzustellen und die sehr gute Auswahl zu genießen.


    Nicht nur die Vielfalt der Speisen überzeugte – das Ganze war auch noch saulecker!

    Gegen 10 Uhr ging es los zur Sightseeingtour, so gut wie möglich eingepackt, denn zusätzlich zu den gerade 15 Grad wehte uns ein eisiger Wind ins Gesicht.

    Zuerst ging es westlich des Hotels in eine Region mit Kanälen,


    alten Häusern


    und wieder Kanälen,


    welche vor langer Zeit zur Bewässerung angelegt wurden. Sehr hübsch, alles in sehr gutem Zustand.

    Wieder zurück in östliche Richtung, vorbei an einem Museum


    (in welchem ein sehr steriles Paul Bocuse Restaurant untergebracht ist) in das Highlight der Stadt, dem Kenroku-en-Park, angeblich einer der drei schönsten Japans.

    Ticket gekauft


    und hinein in den Park, etwas herumgelaufen und die Schönheit genossen.






    Es ist bemerkenswert wie der Park gepflegt wird. So konnten wir Damen beim Rechen der Wege beobachten, Männer beim Fegen der Bäche.


    Weiter durch den Park,




    wo man auch gut erkennen konnte wie man die Äste der Bäume dazu bringt in die richtige Richtung zu wachsen, um den ‚perfekten Baum’ zu erhalten.


    Unsere Runde durch den Park war beendet, wir liefen mit einem heißen Kaffee aus dem Automaten bewaffnet zum Eingang der gegen 2001 wiedererrichteten Burg, welche man über eine Brücke durch ein erhaltenes Tor erreicht.


    Beim Eintreten waren wir positiv überrascht – der Eintritt war kostenlos! Schon lag vor uns die Burganlage


    und ein Tor,


    von welchem aus man einen guten Blick über die Zinnen der Anlage und den Burggraben hatte.


    An der Vorderseite der Burg entlang


    in den kleinen Garten der Anlage, wo wir noch ein paar Kirschblüten zu sehen bekamen.
    trichter, Wimbai, simesime und 22 Andere sagen Danke für diesen Beitrag.

  2. #722
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    79/2. Tag; 18.04.2016; Kanazawa

    Genug von Park und Burg, wieder hinunter in die Stadt, wo wir eher zufällig über den ‚Osaki Shrine’ stolperten.


    Hier war die parkähnliche Anlage nicht so gepflegt wie man es von Japan so kennt,


    was der Schönheit allerdings keinen Abbruch tat. Kurz den Schrein begutachtet




    und durch das wunderschöne Tor


    wieder hinaus zur Straße, auf der Suche nach der nächsten Bushaltestelle der ‚Kanazawa-Loop-Line’.

    Diese Buslinie gibt es in doppelter Ausführung, einmal im Uhrzeigersinn, einmal gegen den Uhrzeigersinn, 200 Yen pro Fahrt oder per Tagesticket. Wie in Japan üblich sind die Busse sehr sauber, die Sitze bequem. Auch die Anzeige ist sehr hilfreich,


    weis man doch jederzeit wo man sich gerade befindet (rot), welches die nächste Haltestelle ist (orange).

    Wir fuhren bis zur Haltestelle 11, liefen dann ein paar Meter in den ‚Higashi Geisha District’, einer Region mit vielen hölzernen Geisha-Häusern aus der Edo-Periode (ab dem 17. Jahrhundert).


    Natürlich sind die ehemaligen Geisha-Häuser heute sehr touristische Teehäuser oder Souvenirläden, entweder für Tee, Schmuck, Blattgold (eine Spezilität Kanazawas) oder Essstäbchen.

    Zurück in Richtung Innenstadt. Interessant ist, dass in Japan nichts ‚abhandenzukommen’ scheint, Garagen mit Fahrrädern, Waschmaschinen, Gartengeräten stehen einfach offen, Dekoelemente stehen einfach auf der Straße bzw. auf einem Briefkasten.


    Besonders interessant fand ich einen Taxifahrer, welcher vor einer öffentlichen Toilette stoppte, aus seinem laufenden Auto ausstieg, dies nicht mal verriegelte und sich in das Toilettenhäuschen begab. Ich stand staunend neben dem Auto – kein Mensch nahm von einem laufenden, offenstehenden Auto Notiz.

    V. ist dagegen von den japanischen öffentlichen Toiletten begeistert, meist extrem sauber und in einer Ausstattung wie wir sie in Europa nicht kennen. Selbst öffentliche Toiletten sind meist mit ‚Sitzheizung’ ausgestattet,


    verfügen über ein Spraysystem und sogar wählbaren Geräuschen zum Übertönen der eigenen ‚Töne’. Nein bei öffentlichen Dingen wie Gehwegen, Toiletten etc. wird in Japan nicht gespart.

    Über den Fluss erreichten wir nach einem kurzen Spaziergang den ‚Omicho-Markt’, den Fressmarkt Kanazawas.


    Hier findet man alles was der Gaumen begehrt, vorwiegend jedoch Meeresprodukte.


    Wir legten einen Stopp ein,




    bestellten je Person eine Auster und eine rohe Krevette mit deren Rogen.


    Mit US$ 20 natürlich nicht gerade ein Sonderangebot – aber extrem köstlich.

    Kurz ins Hotel, etwas in unserer Besenkammer ausgeruht, bevor es weiter für ein leckeres Dessert ging. Der Shop lag unweit des Hotels,


    bietet ‚Melon-Pan Ice-Cream’ an. Hierbei handelt es sich um ein süßes, sehr fluffiges Brötchen, welches aufgewärmt, aufgeschnitten und mit Eiscreme gefüllt wird.


    Wow, das war ein Erlebnis, so was von lecker!

    Noch etwas Geld gewechselt uns zurück ins Hotel.

    Am Abend wollten wir das empfohlene Restaurant ‚Sushi Ippei’ unweit des Hotels ausprobieren. Nach einiger Suche mussten wir feststellen, dass dieses geschlossen hatte. Glücklicherweise hatten wir uns vom Hotel in der selben Gegend ein Ramen-Restaurant empfehlen lassen, liefen dorthin.


    Der Laden gefiel uns schon von der Optik,


    auch dass Knoblauch und andere Kleinigkeiten auf dem Tisch standen


    entsprach unseren Vorstellungen von ‚Ramen’.

    Vorneweg bestellten wir gebratene Gyoza (japanische Pelmeni)


    und etwas Reis, getoppt mit Schweinefleisch und Fischrogen,


    bevor unsere Ramen-Suppen eintrafen, einmal ‚klassisch’,


    einmal ‚modern’ (pikant).


    Noch 3 Zehen Knoblauch hineingepresst und gegessen.

    Das ganze Essen war sehr lecker, Ramen so wie wir ihn kennen – geschmackvoll, füllend.

    Nachdem wir die Rechnung i.H.v. knapp US$ 30 gezahlt hatten ging es wieder zurück ins Hotel, Koffer packen.
    trichter, simesime, Timberwolf und 31 Andere sagen Danke für diesen Beitrag.

  3. #723
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    Danke für das Fortführen des Reports! Sport scheint jedoch momentan kürzer zu kommen? Gibt es in Odessa wieder ein Diätprogramm?

  4. #724
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    Zitat Zitat von unn4m3d Beitrag anzeigen
    Sport scheint jedoch momentan kürzer zu kommen? Gibt es in Odessa wieder ein Diätprogramm?
    Das kann man laut sagen, dass dies momentan zu kurz kommt. Aber in Japan ist dies etwas schwierig, im WESTIN Kyoto waren die Geräte vorsintflutlich, in den anderen Hotels erst gar kein Gym vorhanden. Aber das wird sich auch wieder ändern )))

  5. #725
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    gleich wirst Du wieder gefragt, was Pelmeni sind.

    In Tokyo wirst Du je nach Hotel sicherlich eher ein gutes Gym vorfinden, als in den anderen Städten.
    HON/UA sagt Danke für diesen Beitrag.

  6. #726
    Erfahrenes Mitglied Avatar von ningyo
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    menno, jetzt hab ich Appetit auf - nein, nicht Ramen - Pelmeni! (Gibts in Ffm meines Wissens nicht)

    Eigentlich bin ich ganz anders...

  7. #727
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    Zitat Zitat von ningyo Beitrag anzeigen
    menno, jetzt hab ich Appetit auf - nein, nicht Ramen - Pelmeni! (Gibts in Ffm meines Wissens nicht)
    Das hatte mir mal ein bekannter empfohlen. War aber nie da. Pilmeni von Mama schmecken immer noch am besten

    DEJAVU RESTAURANT - Speisekarte
    ningyo sagt Danke für diesen Beitrag.

  8. #728
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    80. Tag; 19.04.2016; Kanazawa – Takayama

    Ab heute sollte unsere Tour mit dem Mietwagen über die japanischen Alpen beginnen – nach unserer Meinung erlebt man ein Land nicht im Bus oder Zug, sondern viel besser per Mietwagen, so dass man anhalten, so lange bleiben kann wie man möchte.

    Um 8 erschienen wir bereits zum letzten Frühstück im Trusty Kanazawa wo wir uns wieder am japanischen Buffet labten. Im Anschluss die Koffer an der Rezeption abgegeben und mit dem Loop-Bus die drei Stationen zum Bahnhof gefahren.

    Als Verleiher standen bei Buchung drei Firmen zur Auswahl: Toyota Car Rental, Nissan Car Rental (die Teuersten) und Hertz. Toyota und Hertz gaben sich im Preis nichts, weshalb ich mich in der Hoffnung auf einen Upgrade wegen President-Circle-Karte für eine Reservierung bei Hertz entschied.

    Mietwagen in Japan sind nicht gerade günstig, auch wegen dem Aufschlag für die Einwegmiete. Es werden alle möglichen Fahrzeuge angeboten, von diesen komischen Boxen auf Rädern über Mittelklassewagen bis zur Oberklasse. Ich entschied mich für die zweithöchste Kategorie, einen Toyota Mark X,


    was ungefähr einem 5er BMW entspricht und über einen 6-Zylinder-Motor verfügt (wir wollen über die Berge, da brauche ich keinen Wagen, der bei Anstrengung wie eine Kreissäge klingt).

    Zu unserer Überraschung gab es allerdings kein Hertz-Büro, denn Hertz arbeitet in Japan mit Toyota Car Rental zusammen.


    Der Anmietprozess erfolgte recht zügig, Führerschein-Übersetzung kontrolliert, Kopien von Übersetzung, Führerschein und Pass gemacht sowie Mietvertrag unterschrieben. Die Versicherung lehnte ich ab, ist ja in der M&M AMEX enthalten. Die freudige Überraschung kam nun: hätte ich direkt bei Toyota gebucht, hätte ich den vollen Preis gezahlt – bei Hertz wurden mir von der online-bestätigten Rate 15% Rabatt abgezogen, immerhin US$ 90.

    Das Navi wurde von einem Mitarbeiter auf Englisch umgestellt und wir versuchten gemeinsam unser Hotel in Kanazawa einzugeben, mittels Namen, Adresse und Telefonnummer – wobei alle drei Versuche fehlschlugen. Also Navi abgeschaltet und stattdessen Google-Maps verwendet.

    So fuhren wir vom Hof in Richtung Hotel, luden dort unsere Koffer ein. Da wir so gepackt hatten, dass wir die nächsten zwei Nächte unsere großen Koffer nicht benötigen, wurden diese in den Kofferraum gestopft. Und, welch Überraschung, diese passten sogar problemlos hinein (bei der S-Klasse in China funktionierte dies nicht).

    So ging es nun los mit unserer eigentlichen Tour. Wir verließen Kanazawa recht zügig und kamen eine bergige Gegend, völlig anders als das was wir bisher von Japan gesehen hatten. Die Straßen wurden enger, deren Zustand schlechter, es war alles plötzlich weniger High-Tech, wies mehr Charme auf.


    Langsam ging es in die Berge, der erste Schnee war oben zu sehen. Noch ein letzter Blick zurück ins Tal


    Und weiter Richtung Ainokura, dem Zweitkleinstenl (20 Gassho-Style Häuser mit Dächern im 60 Grad-Winkel) und Neuesten (ca. 200 Jahre) der UNESCO Bergdörfer.


    Da es sich hier nicht um das größte Dorf handelt ist es natürlich etwas weniger touristisch – obwohl hier auch zwei Busse auf dem Parkplatz standen.

    Wir zahlten US$ 5 fürs Parken, liefen ins Dorf und schauten uns um.




    Wir hatten erwartet eine Geisterstadt anzutreffen, sozusagen nur für Touristen – aber in allen drei Dörfern wohnen noch ‚normale’ Menschen, gehen regulären Jobs nach (ja, es gibt auch Restaurants und Souvenirläden).

    Interessant war auch das installierte Brandschutzsystem:


    Nach 45 Minuten waren wir durch, stiegen wieder ins Auto und fuhren weiter durch die Berge


    nach Suganuma,


    dem Kleinsten (9 Gassho-Häuser) der UNESCO Dörfer.

    Auto geparkt (wieder ca. US$ 5)


    und nach unten ins Dorf gelaufen (man kann auch den kostenlosen Aufzug nehmen). Dieses Dörfchen war wirklich hübsch, kaum Touristen (aber natürlich mit Restaurant und Souvenirladen).




    Die Gärten waren wirklich nett angelegt, wir genossen den Rundgang sehr.




    Leider fing es etwas an zu regnen so dass wir den Lift nach oben nahmen, uns wieder ins Auto setzten und in Richtung der Hauptattraktion, Shirakawago, zu fahren.

    Nun kommt man von der Nebenstraße auf die gebührenpflichtige ‚Autobahn’,


    eigentlich mehr eine Bundesstraße, welche durch unzählige Tunnel führt. Kurz vor Shirakawago abgebogen, knapp US$ 6 Autobahngebühr bezahlt und zum Parkplatz des Gassho-Dorfes gefahren (500 Yen).

    Und dieses Dorf war dann auch eine ganz andere Nummer, Dutzende von Autobussen, sehr viele PKW’s und auf dem Weg massig ausländische Touristen (die meisten aus asiatischen Ländern).

    Über eine Hängebrücke


    ins Dorf, Stau vor lauter Menschen, sehr ernüchternd nach den anderen beiden. Hier war alles viel touristischer, auch wenn es noch normale Dorfbewohner zu geben scheint.

    So liefen wir durchs Dorf, versuchten Fotos von den Häusern und Gärten trotz der vielen Besucher zu machen.






    Ja, eigentlich wäre dieses Dorf das hübscheste, auch wegen dem Panorama der umliegenden schneebedeckten Berge – aber der extrem touristische Aspekt, die gut ausgebauten Wege und Straßen nehmen ihm einfach den Charme.

    Langsam waren wir auch hungrig – aber Essen in diesem Touristendorf kam für uns nicht in Frage. Also zum Auto und hinaus aus der Stadt, in Richtung Schnellstraße.

    Die Region Takayama ist für ihre Soba-Nudeln bekannt, und so wollten wir natürlich genau diese auch essen. Tripadvisor zeigte ein Soba-Restaurant abseits der Hauptstraße, mit Reviews ausschließlich auf japanisch. Hingefahren,


    Auto abgestellt und hinein in diese wunderschöne Lokalität.


    Selbstverständlich sprach niemand Englisch – doch es gab eine Speisekarte mit englischen Untertiteln. Wir bestellten zwei Portionen kalte, hausgemachte Soba-Nudeln und eine Portion Tempura von Wildgemüse. V. war nicht sonderlich begeistert von einem Lunch bestehend aus kalten Nudeln.

    Was dann aber kam war überaus überzeugend, selbst für V.


    Die Soba-Nudeln waren hervorragend, das Tempura (normalerweise mögen wir kein Tempura) sehr geschmacksintensiv und kaum fettig. Dazu noch der heiße Buchweizentee – ein perfektes, relativ leichtes Mittagessen. Umgerechnet US$ 30 bezahlt und wieder ins Auto gesetzt und die Navigation zu unserer Unterkunft für die heutige Nacht gestartet.

    Zurück auf die kostenpflichtige Schnellstraße, welche ein Tempolimit von 70 km/h hatte. Obwohl ich meist 90 km/h fuhr war ich der langsamste auf der Straße, zog eine Kolonne hinter mir her, inkl. Kleinlastern. Die Strecke war auch landschaftlich nicht berauschend, denn von den nächsten 27 Kilometern befanden wir uns mindestens 25.5 in Tunneln, der längste 10.07 Kilometer lang.

    Von der Schnellstraße abgebogen, ca. US$ 12 Gebühren bezahlt und weiter auf einer regulären Straße, wieder durch unzählige Tunnel nach Takayama. Unsere Unterkunft, der Raykon ‚Oyado Koto no Yume’ war schnell gefunden und wir parkten unser zu langes Auto neben zwei Schachteln auf Rädern.

    Durch den hübsch gemachten Vorgarten ins sehr japanisch Innere,


    wo wir herzlich begrüßt wurden.

    Schuhe Ausgezogen, Schlappen bekommen, zur Registrierung Platz genommen und einen Willkommenstee sowie Süßspeise erhalten.


    Nachdem wir unsere Abendgarderobe gewählt hatten ging es hinauf in unser Zimmer im japanischen Stil,


    mit eigenem Badezimmer und WC.

    Alles nett gemacht, bis ins Detail.


    Während V. nach unten in den öffentlichen Onsen ging ruhte ich mich etwas aus – ich stehe nicht darauf in heißem Wasser gegart zu werden.

    Zum Abendmahl – der späteste Termin ist um 19 Uhr – kleideten wir uns in die geliehene Tracht,


    gar nicht so übel.

    Der Speisesaal befindet sich im 2. Stock,


    uns wurde ein Tisch zugewiesen, auf welchem bereits die Vorspeisen auf einer Platte im Stil der Gassho-Häuser


    stand.

    Nachdem das Dach abgenommen wurde


    machten wir uns darüber her, Tofu, eingelegtes Berggemüse, Sushi etc. Auch geeistes rohes Gemüse mit einem Dip gab es zur Auswahl. Einige der Gerichte waren okay, andere, wie z.B. das Tofu und das Sushi, waren für unseren Gaumen nicht essbar.

    Schon kam etwas Sashimi,


    sehr dick geschnitten – aber von ordentlicher Qualität, im Nachhinein das Beste des Mahls.

    Im Anschluss mal wieder Lachs, gegrillt,


    zu trocken, zu fettig, zu viel – nichts für uns.

    Auch das Hauptgericht, Hida-Rindfleisch


    zum Selbstgrillen, sicher teuer und von guter Qualität, war einfach nicht unser Ding. Nicht dass es schlecht geschmeckt hätte – aber es hatte einen extrem hohen Fettanteil von bestimmt 60%. Nach dem ersten Bissen wusste ich ‚besser nicht – sonst wird mir schlecht’. So gab es das Gemüse vom Grill – damit wir heute Nacht schlafen können.

    Wir wurden gefragt welches ‚Gedämpfte Gericht’ wir noch wünschten – lehnten dankend ab. Nur vom Dessert-Buffet (Kuchen, Gelee – nicht der Rede bzw. des Fotos wert) nahmen wir noch etwas mit aufs Zimmer, wo bei unserer Rückkehr das Bett bereits gemacht war.


    Wir haben noch 3 Nächte mit inkludiertem Abendessen. Drückt uns die Daumen, dass es besser wird, uns nicht so im Magen liegt wie das Essen am heutigen Tage.
    trichter, waveland, Peruaner und 45 Andere sagen Danke für diesen Beitrag.

  9. #729
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    81. Tag; 20.04.2016; Takayama - Matsumoto

    Da der späteste Termin für das Frühstück bereits um 8 Uhr war, hieß es bereits um 7 aufstehen. Das Frühstück wurde wieder im Speisesaal serviert, wir entschieden in normaler Kleidung zu erscheinen statt im Kimono.

    Wir hatten uns für das japanische Frühstück entschieden (die Fotos des Rundaugen-Frühstücks sahen nicht toll aus).


    Einige der Gerichte waren sehr lecker, vor allem das am Tisch selbst gebratene Rindfleisch mit Pilzen in Miso und die Suppe.


    Auch der Reis mit dem eingelegten Berggemüse war gut – andere Dinge waren dafür nicht nach unserem Geschmack. Was mir persönlich bei einem solchen japanischen Frühstück fehlt ist irgendetwas Süßes.

    Im Anschluss die Koffer aus dem Zimmer geholt, ausgecheckt und losgefahren, um 09:30 waren wir schon unterwegs.

    Fahren in Japan ist sehr entspannend und entschleunigend, man muss schon aufpassen am Steuer nicht einzuschlafen. Zwar überschreiten die Japaner das Tempolimit meist um über 50% - doch 60 km/h ist noch immer eine sehr langweilige Angelegenheit, selbst kurze Distanzen wie die zu unserem ersten Tagesstopp (60 Kilometer) ziehen sich.

    Um kurz vor 11 erreichten wir bei bestem Wetter den Parkplatz der ‚Shinhotaka’ Seilbahn, welche uns auf ca. 2'100 Meter bringen sollte, um uns einen tollen Ausblick über die Japanischen Alpen zu bescheren.

    Hinein in die Talstation


    und ca. US$ 55 für zwei Return-Tickets bezahlt.


    Nach kurzem Warten ging es hinauf zur Zwischenstation (welche man, wie wir später sahen, auch mit dem Auto erreichen kann) auf ca. 1'300 Metern Höhe.

    Hier verlässt man das Gebäude, läuft ca. 100 Meter zur Talstation der größeren, zweistöckigen Seilbahn.


    Wir entschieden uns für das Obergeschoss, welches um 11 Uhr noch nicht besonders voll wurde (unten war es fast ganz leer).

    V. hatte etwas Panik – denn dies war ihre erste Seilbahnfahrt.


    Die Aussicht war allerdings wirklich grandios, vor allem bei einem solchen Kaiserwetter.

    Oben angekommen erwarteten uns 1 Grad plus, was sich aber wegen des Sonnenscheins und der Windstille kaum kälter als im windigen Tal anfühlte. So gingen wir aufs Dach der Bergstation, wo sich eine Aussichtsterrasse mit atemberaubendem Ausblick befindet.






    Wieder hinunter und hinaus in den Schnee.

    Nach 10 Minuten Rundgang hatten wir allerdings genug, erwischten die Seilbahn zur Talstation um 11:45.

    An der Zwischenstation wieder Seilbahnen gewechselt, hinunter zum Auto.

    So fuhren wir in Richtung Osten,


    wieder über eine gebührenpflichtige Straße mit vielen langen Tunneln, durch wunderschöne Täler mit reißenden Bergflüssen, über Staudämme


    und sahen sogar ein paar Affen, welche aber Angst vor Menschen hatten, gleich verschwanden als wir auf den Schotterparkplatz fuhren.

    Vor Matsumoto erreichten wir eine Autobahn, fuhren nach Azumoni,


    wo sich die ‚Daio Wasabi Farm’, angeblich die Größte Japans befindet.

    Okay, es war interessant zu sehen, dass Wasabi so ganz anders wächst als normaler Rettich, nämlich in fließendem, sehr klarem Bergwasser – aber wir hatten uns mehr erwartet, nämlich zu sehen wie Wasabi verarbeitet wird. So liefen wir etwas durch die hübschen ‚Felder’,




    besorgten uns ein Wasabi-Eis (ca. US$ 3.50).


    Naja, das Eis war nicht der Brüller, zu süß, zu wenig Wasabi-Geschmack und –schärfe.

    Gerne hätten wir uns frischen Wasabi


    und eine dazugehörige Reibe mit Haifischhaut


    gekauft – aber der Wasabi wird leider nicht bis nach Hause halten.

    Die letzte Tagesetappe führte uns zu unserer Unterkunft für die Nacht, dem Hotel ‚Tamanoyu’


    nördlich der Innenstadt von Matsumoto.

    Hier wurden wir wieder freundlich bereits auf der Straße begrüßt, unsere Koffer in Empfang genommen und unser Auto geparkt.

    Vorbei an der Rezeption


    in die Lobby,


    wo uns während der Registrierung ein leckerer Buchweizentee und eine Süßigkeit mit roten Bohnen serviert wurde.


    Hinauf in unser Zimmer im japanischem Stil mit eigenem Badezimmer und WC,


    etwas ‚traditioneller’ als in Takayama. Dafür ist es im Zimmer wärmer, was aber auch an der generellen Temperatur in Matsumoto liegen kann.

    Wieder erhielten wir verschiedene Schlappen, Hausbekleidung und Handtücher für den Onsen (40 Minuten im privaten Open-Air-Onsen sind im Zimmerpreis inklusive).

    Speziell bin ich ein Fan der japanischen Socken geworden.


    Diese könnte man doch sicher erfolgreich in Deutschland vertreiben, statt Sandalen mit Socken wären so auch Flip-Flops im Winter tragbar.

    Eigentlich war das Abendessen wieder im Zimmerpreis inklusive – aber nach der gestrigen Erfahrung und der Kenntnis der Matsumoto-Spezialitäten hatte ich dieses herausrechnen lassen.

    So ging es am Abend per Auto in die Innenstadt, die Spezialitäten Matsumotos genießen, Soba-Nudeln und Basashi (Sashimi vom Pferdefleisch).

    Uns wurde das Restaurant ‚Miyota’ empfohlen, machten eine Reservierung und fuhren hin. Auto direkt gegenüber auf einem gebührenpflichtigen Parkplatz abgestellt und hinübergelaufen.

    Das Restaurant war gut besucht, es roch hervorragend und das Innere war auch hübsch gemacht.


    Eine der Bedienungen sprach Englisch und half uns bei der Speisenauswahl. So gab es rohen, salzigen Tintenfisch und geröstetes Miso,


    das oben erwähnte Pferde-Sashimi,


    für V. eine Suppe von Pilzen und Wildgemüse mit Soba-Nudeln,


    sowie für mich den Klassiker, kalte Soba-Nudeln und Tempura.


    Das geröstete Miso war sehr, sehr salzig, ebenso die Tintenfische, welche aber einen sehr leckeren Geschmack hatten. Auch das Pferdefleisch konnte überzeugen, gerade weil es im Vergleich zum Hida-Rindfleisch wunderbar fettarm war.

    Die Soba-Nudeln waren einwandfrei, wobei uns beiden unsere jeweilige Speise besser schmeckte. Aber Soba-Nudeln muss man schon mögen, Buchweizen ist heute nicht mehr jedermanns Sache.

    Die Rechnung kam auf vergleichsweise günstige US$ 40, wir gingen hinüber zum Auto. Und nun begann das große Rätsel: wie bezahlen wenn der Automat nur Japanisch kann?

    Es handelte sich um ein automatisches System, bei welchem eine Klappe unter dem Auto hochgefahren wird, so dass man ohne zu bezahlen nicht wegfahren kann. Nach einigen Versuchen schafften wir es die richtigen Knöpfe zu drücken, Geld einzuwerfen und somit die Klappe hinunterfahren zu lassen.

    Auf dem Rückweg machten wir einen kleinen Schlenker, um an der Burg von Matsumoto vorbeizukommen. Wow, gerade nachts ein Wahnsinnsanblick. Da es sich hier um die ‚schwarze Burg’ handelt, setzt sich diese mit ihren weißen Dachsimsen sehr schön vor dem Nachthimmel ab.


    Aber auch die restliche Burganlage mit dem direkt davorliegenden befüllten Burggraben hat bei Nacht seinen speziellen Reiz.


    Im Anschluss wieder ins Hotel zurück wo sich V. noch in den Onsen begab.
    trichter, Wimbai, simesime und 36 Andere sagen Danke für diesen Beitrag.

  10. #730
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    rohes Pferdefleisch, Respekt! Wobei es auch richtig lecker aussieht, viel besser als gelegentlich mal ein Tartare, das schon einen Graustich hat.

    @ningyo: im Frankfurter Raum haben die meisten Rewe Märkte im Tiefkühler Pelmeni von Dovgan, diese würde ich allerdings nicht (nochmal) kaufen, sie bestehen fast nur aus Teig. Es gibt aber verschiedene russische Geschäfte, ich gehe zu dem in der (ansonsten völlig verranzten) Zoopassage, der hat verschiedene. Lecker sind die kleinen mit Hammelfleisch. Einfach tiefgefroren in kochendes leicht gesalzenes Wasser werfen, kurz warten, bis sie oben schwimmen, abschöpfen, halbe Kelle von der Brühe und einen ordentlichen Klecks saure Sahne drüber und fertig.
    HON/UA und chris2908 sagen Danke für diesen Beitrag.

  11. #731
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    82. Tag; 21.04.2016; Matsumoto – Hakone

    Heute sollte unsere Alpen-Tour ihren Abschluss finden, weshalb wir etwas über 200 Kilometer gen Osten zurücklegen und den Mietwagen zurückgeben mussten.

    Das Frühstück im Hotel wählten wir zum spätest möglichen Zeitpunkt, um 08:30. Diesmal gab es keine Auswahl zwischen japanisch und europäisch – also waren wir gespannt was uns erwartet.

    Als wir im Restaurant eintrafen wurden wir zu unserem Tisch geführt, auf welchem schon einige Speisen aufgebaut waren, andere hinzugefügt wurden.


    Interessant war der ‚Steamed-Onsen-Dish’ in einem zweistöckigen Behälter,


    in welchem unten Onsen-Wasser (hoffentlich frisch) auf ein Papierpäckchen gegossen wurde. Das Wasser fing fast augenblicklich an zu kochen und der heiße Dampf stieg durch die obere Etage, in welchem das Essen untergebracht war, nach oben. Uns wurde gesagt, dass wir 5 Minuten warten, dann essen sollten.

    Auch der Rest des Frühstücks schmeckte uns besser als am Vortag, zudem konnte man von einem Buffet noch eingelegtes japanisches Gemüse, Blaubeerjoghurt, Croissants (okay), Butter und Marmelade (sehr gut) nehmen.

    Wir wundern uns jedoch immer, dass wir nach einem japanischen Frühstück nicht richtig gesättigt sind. Dies liegt aber wohl daran, dass man zwar unglaublich viele Tellerchen auf dem Tisch stehen hat, das Gesamtvolumen der Speisen jedoch sehr übersichtlich ist.

    Um 09:30 saßen wir auch schon wieder in unserem Reisbrenner, der meine Meinung über japanische Autos grundlegend geändert hat – und dies nicht zum Positiven. Dieser Mark X fühlt sich irgendwie an, als ob man in ein Deutsches Auto der 90er zurückversetzt wurde. Zum einen ein extrem schwacher 6-Zylinder-Motor und eine sehr träge schaltende Automatik (am Anfang habe ich gedacht das wäre eine Spezialausführung für Mietwagen, mit 4-Zylinder-Motor). Zudem nichts mit ‚Vollausstattung’, selbst Tempomat und eine USB-Schnittstelle fehlen. Lustig war das Scheibenwischerintervallsystem, welches wohl noch mit einem Relais funktioniert, das jedesmal ‚Klick’ macht, wie bei meinem 2er Golf in den 90ern.

    Aber weiter mit dem 81. Tag. Wir fuhren zum Schloss, wollten es uns nur kurz von außen bei Tageslicht anschauen. Zu geizig US$ 5 für einen Parkplatz auszugeben parkten wir bei 7-Eleven direkt am Schlosseingang, kauften etwas zu trinken und gingen kurz in den Park, machten ein paar Fotos.




    Schon waren wir unterwegs in Richtung Autobahn, welche uns nach Südosten bringen sollte. Wieder Tempolimit, 80 km/h. Ich fuhr 90, dachte dies wäre okay. War es aber nicht, denn jeder LKW, jeder Bus musste an mir vorbei, ich war die Schnecke der japanischen Autobahn. Zudem ist diese Geschwindigkeit auf einer ordentlichen, geraden Strecke sehr einschläfernd, mir fielen fast die Augen zu. Ich entschloss mich an einer Raststätte anzuhalten, machte für 30 Minuten die Augen zu und bewunderte anschließend noch die Anzahl der Getränke- und Sonstigenautomaten.


    Auf der restlichen Strecke folgte ich einfach den ganzen Japanern, welche irgendwo zwischen 120 und 140 fahren, Ausnahmen auch deutlich schneller. Der Vorteil wenn man sich an Japaner hält ist, dass diese Radarwarner haben, zuverlässig vor jeder Radarkontrolle herunterbremsen.

    Nach 100 Kilometern verließen wir die Autobahn, mussten US$ 30 berappen. V. war geschockt, konnte sich gar nicht mehr abregen.

    Weiter ging es über kurvige Landstraßen zum Kawaguchi-See, wo sich die Kachikachi-Seilbahn befindet, welche, wie der Name schon besagt, einen auf den Berg KachiKachi bringt, von wo aus man einen tollen Ausblick auf den Mount Fuji hat – bei gutem Wetter. Leider war uns der Wettergott heute nicht hold, Regen, die Wolken hingen tief. Somit wurde die Seilbahnfahrt gestrichen, wir fuhren weiter in Richtung Hakone, mussten nochmals US$ 10 Straßenbenutzungsgebühr entrichten.

    Da V. der Magen knurrte, Zeit und Lust für ein ausgiebiges Mittagessen fehlten, entschieden wir uns einen japanischen McDonalds aufzusuchen, der erste Junk-Food seit über einem Jahr.

    Die Auswahl bei McD in Japan ist nicht berauschend,


    keine Chicken McNuggets, keine Salate, keine Wraps. Somit wurde es ein Double-Cheeseburger-Menü für V., ein Quarter-Pounder für mich – dazu noch ein Hokaido-Milk-Pie und ein Macha-Eis, muss man ja probieren.


    Meine Herrn, was für ein Müll! Ich kann nicht verstehen wie ich so etwas früher in mich hineinstopfen konnte. Nach zweimal Abbeißen entschloss ich mich mein Essen dem zu überlassen für den es gemacht ist – dem Mülleimer.

    Weiter über die Berge nach Hakone, zu unserem Hotel, dem Manatei Resort in Gora. Kurz das Gepäck ausgeladen und weiter nach Odawara zum Hauptbahnhof, der nächsten Abgabestelle für Hertz/Toyota. Noch kurz vollgetankt (okay, recht sparsam war der Mark X mit 8 Litern auf 100 km), Auto abgegeben und zum Ostausgang des Bahnhofs, wo sich das relativ kleine Busterminal befindet.

    In der Hotelrezeption hatte man mir einen Zettel gegeben, welche Linien wir von welcher Plattform nehmen können, also alles ganz einfach.

    Nach 40 Minuten Busfahrt


    standen wir US$ 15 ärmer wieder vor dem Hotel,




    wurden in unser Zimmer (europäischer Stil)




    mit Aussicht auf den verregneten Wald und Berge


    geleitet.

    Was ich bei japanischen Hotels nochmals positiv hervorheben möchte ist, dass diese fast alle irgendwo Getränkeautomaten für Heiß- und Kaltgetränke stehen haben, zu normalen Preisen. Man ist also nicht gezwungen abwegige Preise der Mini-Bar hinzunehmen oder noch, womöglich im Regen, zum nächsten 7-Eleven laufen zu müssen.

    Da es noch immer in Strömen regnete entschlossen wir uns im Zimmer zu bleiben, uns etwas bis zum Abendessen auszuruhen.

    Da das Abendessen im Übernachtungspreis enthalten ist (es gibt keine Rate ohne Halbpension) ging es hinunter in den 3. Stock (die Lobby liegt im 5.), wo uns ein sehr hübsch gemachtes, typisch japanisches Restaurant erwartete.

    Nach der Erfahrung von Vorgestern waren wir gespannt was uns erwartete – aber schon das Restaurant an sich machte einen besseren Eindruck.

    Zimmernummer genannt und zu unserem vorbereiteten Tisch in einem Separee geführt worden,


    wo uns die Speisekarte überreicht wurde.


    Das Sashimi war lecker


    – nur der Thunfisch war nicht nach meinem persönlichen Geschmack, zu mager.

    Schon kam eine Suppe mit einem Gries-Fischklößchen,


    sehr zart im Geschmack, wirklich köstlich.

    Das erste Hauptgericht stand ja bereits beim Eintreffen in der Mitte des Tisches, extrem fetter Schweinebauch,


    dazu Salat und Gemüse mit Miso-Dip, das zweite, der Fischgang, wurde nun serviert:


    Der Fisch, ich nehme an ein ‚Black Cod’, war extrem lecker.

    Nun gab es noch etwas zur Sättigung, Reis mit Frühlingsshrimps, dazu eingelegtes Gemüse (das Zwiebelchen war der Hammer, knackig, leicht süß) und eine Pilzsuppe.


    Als Abrundung des Dinners kam eine Dessertvariation,


    darunter ein Orangen-Reispudding (nicht so wie wir ihn kennen mit Reisstückchen), auch ‚net schlecht’, wie der Schwabe sagt.

    Wir waren nach diesem Abendessen sehr erleichtert, wir dachten schon wir würden nun zwei Abende Essen wie in Takayama vorgesetzt bekommen. Nein, dieses Essen wurde unseren Ansprüchen an japanisches Essen gerecht, wir können in freudiger Erwartung auch Morgen wieder hier essen.

    V. geht nun noch in den Onsen, ich lasse den Garvorgang mal wieder aus.

    Mein persönlicher Tipp zu Japan: mietet Euch ein Auto, fahrt auf eigene Faust durch die Gegend – aber bloß nicht große Strecken zwischen Großstädten, welche man auch mit dem Zug zurücklegen kann. Autobahnfahren in Japan ist die Hölle, so was von langweilig (und teuer). Aber Orte zu sehen, welche man mit der Bahn nicht oder nur mühsam erreicht, sozusagen das eigentliche Japan, anhalten zu können wo man gerade möchte – das ist einfach klasse.
    Geändert von HON/UA (25.04.2016 um 00:01 Uhr)
    trichter, Wimbai, simesime und 32 Andere sagen Danke für diesen Beitrag.

  12. #732
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    Ihr wart aber jetzt nicht wirklich bei McDoof?!
    HON/UA, marcccus und pepone100 sagen Danke für diesen Beitrag.
    Lass das mal den Papa machen

  13. #733
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    Ich liebe japanische Uebersetzungen:

    "Soup of Soup of Japanese clear soup"
    HON/UA, mutzo86 und thomasN sagen Danke für diesen Beitrag.

  14. #734
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    Zitat Zitat von InsideMUC Beitrag anzeigen
    Ihr wart aber jetzt nicht wirklich bei McDoof?!
    Naja, wenn man es als Restaurant in HON/UAs Reisebericht schafft, dann ist man doch fast schon im Gastro-Olymp, oder?
    HON/UA sagt Danke für diesen Beitrag.

  15. #735
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    Lieber HON/UA, auch von mir erst einmal ein Dankeschön für die tollen Tripreports. Freue mich jeden Tag aufs Neue darüber.
    Solltest du deine täglichen Workouts momentan vermissen, kann ich dir freeletics absolut ans Herz legen. Basiert auf HIT, kann überall gemacht werden und du bist nach 30 Minuten wirklich platt. Vielleicht ist das ja eine Alternative für dich/euch wenn kein Gym vorhanden ist. Ich selber habe damit innerhalb von Wochen super Resultate im Bezug auf KFA, Ausdauer und Kraft erzielt.
    Viele Grüße flieger11986
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  16. #736
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    Empfehle immer wieder das Thera-band zu 3 Oiro 90 und nach 30 Minuten braucht man noch noch nicht mal platt zu sein sondern fühlt sich lediglich wohl . Die Handhabung ist allerdings völllig stressfrei und deswegen weitgehend unbeliebt .
    MacGyver und HON/UA sagen Danke für diesen Beitrag.

  17. #737
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    83. Tag; 22.04.2016; Hakone

    Da die Wettervorhersage für den heutigen Tag nur für den Vormittag sonniges Wetter vorhersagte und wir den Mt. Fuji sehen wollten, entschlossen wir uns für ein Frühstück zum frühestmöglichen Zeitpunkt, um 8 Uhr. Da ich eh schon um kurz nach 5


    wegen des laut rauschenden Bachs wach war, kein Problem.

    Das Frühstück war wieder ‚Japanese only’, ohne Auswahlmöglichkeit. Im Gegensatz zu den vorherigen beiden Morgen stand bei unserer Ankunft noch nichts außer heißen Tüchern auf dem Tisch. Erst nach einiger Zeit wurde uns ein Tablett mit einer Überraschungsbox gebracht:


    Wir packten aus und fanden folgendes vor:






    Sieht wieder nach viel aus, war aber dann doch recht wenig – dafür aber bisher das beste Raykon-Frühstück, bis auf zwei undefinierbare Happen war alles sehr lecker. Ich verstehe nur nicht wieso Japaner morgens diesen furztrockenen Lachs mögen, den wir überall vorfinden.

    Um 9 standen wir bereits abmarschbereit an der Rezeption, gaben noch schnell unsere Koffer zur Versendung nach Tokyo auf.

    Das Hotel-Shuttle brachte uns zur nächsten Station,


    wo wir einen Hakone-Free-Pass für zwei Tage erwarben.


    Der Pass mit der kürzesten Gültigkeit (2 Tage) liegt bei knapp US$ 40, lohnt sich aber auch wenn man nur einen Tag in Hakone ist und am nächsten Tag noch mit dem Bus zur Shinkansen-Station fahren muss.

    Wir nahmen die H-Linie hinunter zum Lake Ashi. Der Bus war bei unserem Einsteigen schon extrem gut gefüllt, es wurde sehr kuschelig. Gegenüber des Piers stiegen wir aus,


    liefen wie die meisten unserer Mitfahrer hinüber zur Fährablegestelle, warteten auf dem Pier mit Blick auf die umliegenden Berge.


    Und schon kam es angerauscht, ein unglaublich geschmackloses Touri-Piratenschiff.


    Die Asiaten waren beim Anblick des Schiffs völlig aus dem Häuschen, versuchten sich vor dem Schiff in Pose zu werfen, um ein Selfie mit Kutter zu ergattern.

    Solange die Selfie-Aktion noch in vollem Gange war, enterten wir schnell das Schiff, um einen guten Platz auf dem offenen Oberdeck auf der richtigen Seite zu erwischen.

    Schon legten wir ab, drehten und fuhren Richtung Nord-Westen, so dass sehr schnell der schneebedeckte Mt. Fuji hinter den umliegenden Bergen zum Vorschein kam.


    Es wurde gedrückt, gestoßen und geschrien – jeder wollte ‚sein Bild’ ergattern. Besonders unangenehm fielen heute seltsamerweise nicht die Chinesen sondern eine Gruppe Koreaner auf – welche sich über das Oberdeck schreiend unterhielten. Als mir ein Herr direkt ins Ohr schrie wurde es mir zu bunt und ich stauchte ihn ordentlich zusammen. Jetzt weis die Gruppe wer lauter schreien kann, Koreaner oder Deutsche. Danach war erstmal Ruhe.

    Außer den zwei Minuten mit Blick auf den Mt. Fuji ist die Bootsfahrt ereignislos, um nicht zu sagen langweilig.


    Wer wirklich gute Fotos vom Mt. Fuji will fährt von Tokyo zur Fujisan Station, wie unsere polnischen Freunde – dann erhält man so ein Foto:


    Vom Bootsanleger machten wir einen kurzen Spaziergang am See entlang,


    auch nicht besonders spannend. Dafür hörten wir lauten Donner, dachten schon ein Gewitter zöge auf. Wie wir aber später erfuhren war dies keineswegs Donner, dies waren laute Explosionen im vulkanischen Gebiet.


    Das Problem war, dass das Owakudani Valley, ein vulkanisch aktives Tal mit heißen Schwefelquellen und dazu gleich die Hakone Seilbahn wegen starker vulkanischer Aktivitäten gesperrt war.


    Damit fielen gleich zwei Sightseeing-Höhepunkte aus, das Tal an sich und der Blick auf den Mt. Fuji aus der Seilbahn. Aber letzterer war um 11 Uhr sowieso schon nicht mehr vorhanden, denn – wie die Wettervorhersage besagte – es waren bereits zahlreiche Wolken in Richtung Mt. Fuji aufgezogen.

    Somit nahmen wir den ‚Ersatzbus’ zur Station


    der Zahnradbahn,


    Fuhren mit dieser hinunter nach Gora.


    Dort bestiegen wir die S-Linie in Richtung Lalique-Museum. Aber so ein japanisches Frühstück um 8 Uhr morgens hält nicht ewig vor – wir hatten leichte Hungergefühle. Und was erspähte ich in Tripadvisor unweit der Haltestelle? Dies hier:


    Nach 1.5 Wochen japanischer Küche war es Zeit für etwas ‚handfestes’. Wir gingen hinein und bewunderten die Auswahl an hausgemachten Würsten!


    Wir bestellten zwei Portionen, für V. die große,


    für mich die kleine Ausführung.


    Das Gebotene war einwandfrei, hätte auch in Deutschland kaum besser sein können, meinen Respekt für den Metzger. Inklusive einem Tee blieben wir knapp unter US$ 20 – auch nicht wesentlich teurer als der Müll bei McDonalds.

    Das Lalique-Museum haben wir uns dann irgendwie gespart, auch weil es sich immer mehr zuzog. So nahmen wir die T- und H-Linie zurück zum Hotel, um uns etwas von der ganzen Busfahrerei zu erholen.

    Mein Fazit zu Hakone: dies ist der erste Punkt, den ich in Japan einer Reiseplanung streichen würde. Will man Mt. Fuji sehen fährt man von Tokyo nach Fujisan und dann per Seilbahn auf den Berg. Hakone bietet außer touristischen Angeboten recht wenig, außer eben viele Touristen.

    Für das Abendessen hatten wir auch heute wieder den späteren der beiden Termine gewählt, um 19:30 (früherer Termin bereits um 18 Uhr).

    Wir bekamen wieder eines dieser sehr hübschen japanischen privaten Zimmerchen zugewiesen, die Speisekarte lag bereit.


    Auf dem Tisch standen bereits unsere Vorspeisen


    und der Topf für das Shabu-Shabu.

    Die kleinen Vorspeisen waren nicht nur hübsch anzusehen, sie waren zudem auch exzellent im Geschmack.

    Als zweiter Gang wurde eine Suppe serviert, von der Haifischflosse.


    Man kann zu diesem Gericht stehen wie man will, zugegebenermaßen war es aber vorzüglich im Geschmack, das Fleisch der Flosse sehr zart, alles leicht ‚pfeffrig’ im Grundton, ganz anders als die geschmacklose, glibbrige Ausführung, welche ich schon einige Male in China hatte.

    Nun kam ein Sashimi vom Barsch,


    mit einem kleinen Salat und einer Scheibe Gurke in Herzform


    (wird extra so gezüchtet). Auch eine kleine gelbe Blüte lag bei – nicht als Garnierung sondern da deren Blätter abgezupft und als Würze der Sojasauce beigegeben werden.

    Noch während wir das Sashimi genossen wurde das Shabu-Shabu aufgetischt,


    eine Platte mit dünn geschnittenem Wagyu Rindfleisch (Kuroge, die in Japan populärste Art), eine mit allerlei Gemüse sowie Schälchen mit der obligatorischen Sesamsauce.

    Als das Wasser heiß war, wurden die Pilze zugegeben, wir aufgefordert 5 Minuten zu warten bis die Pilze gar seien – dann könnten wir loslegen.

    Wir hielten uns genau an die Vorgabe, garten im Anschluss das restliche Gemüse in Etappen immer eine Minute, zogen das Fleisch mit den langen Kochstäbchen immer nur sehr kurz durchs Wasser.


    Noch während wir mit dem Shabu-Shabu beschäftig waren, wurde uns der nächste Gang beigestellt,


    gedämpfte Sojamilch mit einem Stückchen Aal und vor allem Seeigel (ihr wisst wie sehr ich Seeigel liebe). Dieses Gericht war außergewöhnlich, die Kombination aus zarter, leicht fester Sojamilch mit dem eher starken Geschmack des Seeigels und des Aals, schwer zu übertreffen.

    Als wir langsam mit unserem Shabu-Shabu dem Ende näherten, wurde uns das Hauptgericht aufgetragen, eine Portion Udon-Nudeln


    mit einem Schälchen Sauce.

    Die vorgekochten Nudeln zogen wir durchs Shabu-Shabu-Wasser, um diese zu erhitzen, geben sie dann in das Schälchen mit Sauce und Gewürz, schlürften diese daraus.

    Ich hatte schon so einige Udon-Nudeln, in Japan und Korea – aber diese waren geschmacklich bei Weitem die Besten.

    Wir waren pappsatt als noch ein kleines Dessert, eine winzige Portion von sehr intensivem Macha-Eis mit einem Stück eisgekühlte, extrem saftige Wassermelone serviert wurde.


    Völlig gesättigt verzogen wir uns auf unser Zimmer, mussten uns von den Strapazen des Essens erholen.
    Geändert von HON/UA (25.04.2016 um 21:53 Uhr)
    trichter, Wimbai, simesime und 31 Andere sagen Danke für diesen Beitrag.

  18. #738
    Erfahrenes Mitglied
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    Seh ich das richtig?
    Ihr seid fast 3 Monate in Asien unterwegs und genau am Rückreisetag betrifft euch der Streik?
    Das ist mal Pech
    HON/UA, Bavariair und mainz2013 sagen Danke für diesen Beitrag.

  19. #739
    Erfahrenes Mitglied Avatar von no_way_codeshares
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    Wie lange dauert eigentlich das Hochladen der tollen Photos für einen Day-Report?
    Bei mir hat es jetzt fast 15 Minuten gedauert, bis die ganze Seite aufgebaut war, aber das kann auch an der Entfernung liegen (JAL Sakura, Haneda).
    Viel Glück am Do.!
    HON/UA sagt Danke für diesen Beitrag.

  20. #740
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    Zitat Zitat von no_way_codeshares Beitrag anzeigen
    Wie lange dauert eigentlich das Hochladen der tollen Photos für einen Day-Report?
    Kommt ganz darauf an wie das Internet ist. In Varanasi gerne 2 Stunden, in Japan max. 5 Minuten.
    no_way_codeshares sagt Danke für diesen Beitrag.

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