Tag 27 - Rückkehr nach Bangkok oder nun Grillen mit +1 und ArFr
Nachdem einerseits bei unserem letzten gemeinsamen Flug von Chiang Mai nach Bangkok wir lange Wartezeiten am Check-in-Schalter und vor allem der Sicherheitskontrolle in Kauf nehmen mussten und andererseits ArFr und ich gerne mit reichlich Puffer unterwegs sind, trafen wir uns bereits gegen 7:30 im Frühstücksrestaurant des Marriott.
Nach ausreichender Stärkung packten wir jeweils unsere Sachen und checkten aus unseren Hotelzimmern aus. Gegen 9 Uhr konnte ich dann zu ArFr in den Mietwagen steigen, mit dem er mich vor dem Marriott abholte.
Entgegen aller Befürchtungen und ArFrs Erfahrungen bei meiner Abholung vom Flughafen 1,5 Wochen zuvor kamen wir ohne Stau durch, sodass wir wenig später den Mietwagen mit Gasohol 91 volltanken ließen.
Nachdem ArFr sich bei meiner Abholung am Flughafen 1,5 Wochen zuvor leicht verfahren hatte und auch ich schon mal bei einer meiner Chiang-Mai-Reisen länger die Mietwagenrückgabe am Flughafen gesucht hatte, hatte ich bereits während der Fahrt mit Google Maps den korrekten Rückgabeort und Weg dorthin recherchiert. So war es fast Punkt 9:30, als wir den Mietwagen, mit dem ArFr deutlich über 2.000 Kilometer zurückgelegt hatte, an einen Hertz-Mitarbeiter übergaben.
Auch wenn es noch fast 3,5 Stunden bis zu unserem Abflug um 13 Uhr nach Bangkok waren, machten wir uns bereits auf zum Check-in-Schalter von AirAsia. Eigentlich bevorzuge ich für innerthailändische Flüge Thai Airways, um die Statusvorteile als *G nutzen und Meilen bei LH oder A3 sammeln zu können. Für einen Rückflug nach Bangkok an diesem Tag waren Flüge mit Thai Airways jedoch ziemlich teuer. AirAsia hingegen bot erfreulich günstige Flüge an. Aufgrund der leider sehr engen Bestuhlung von AirAsia war für mich die kostenpflichtige Vorabbuchung eines Sitzplatzes am Notausgang nicht verhandelbar. Da ich auch noch 20kg Aufgabegepäck für meinen Koffer dazu buchen musste, schien mir das "Value Pack Premium Flex" (Flex-Buchung, freie Sitzplatzwahl inkl. Notausgangsplätze, Versicherung, kostenloses Wasser & warmes Essen, 20kg Aufgabegepäck und Priority-Services beim Check-in, Boarding und Gepäck) die beste Wahl zu sein. Nachdem selbst mit diesem Paket der Flug deutlich günstiger als bei Thai oder Bangkok Airways war, konnte ich auch ArFr davon überzeugen.
So reihten wir uns am Premium-Schalter von AirAsia ein, wo wir nur eine Passagierin vor uns hatten, im Gegensatz zu einer wirklich langen Schlange am regulären Check-in.
Meine gut 2kg Übergepäck (jenseits der 20kg Freigepäck, die ich über das Value-Pack gebucht hatte) fielen der Mitarbeiterin entweder nicht auf, wurden toleriert oder vielleicht sogar mit den 6kg nicht genutzten Freigepäck von ArFr verrechnet, obwohl er eigentlich auf einer getrennten Buchung unterwegs war.
Froh, dass wir bereits so früh unser Aufgabegepäck abgeben konnten, begaben wir uns zur Sicherheitskontrolle, die wir diesmal ohne längere Wartezeit betreten und passieren konnten. So erreichten wir über drei Stunden vor Abflug die sehr kleine und enge Coral Lounge (Zugang über Amex PriorityPass) am Ende des Abflugbereiches für Inlandsflüge, wo es bei unserem Eintreffen noch angenehm leer war und wir so bequeme Plätze einehmen konnten.
Das Speisenangebot war hier kein Highlight, aber waren wir auch noch vom vielfältigen Frühstücksbüffet des Marriotts satt.
Eine Stunde später wurde es deutlich voller, wenngleich zahlreiche potenzielle Gäste, die sich am Empfang anstellten, entweder nach Inspizieren der Lounge durch sie oder nach Überprüfen deren Zugangsberechtigung durch die Mitarbeiterin wieder nach draußen begaben. Ein offenbar indischer Gast fiel uns auf, da er sich immer und immer wieder am Büffet bediente. Dazu versuchte er, Waffeln zu toasten, was ihm überraschenderweise gelang, da er zuvor glücklicherweise die Frischhaltefolie, in die diese eingewickelt waren, entfernt hatte und mit einer Zange die angebrannten Exemplare aus dem Toaster bekam. Es war aber schon sehr überraschend, wie viele Scheiben billigsten Industrietoasts er vertilgen konnte.
Ich hingegen entdeckte irgendwann ein dezentes Schild, das erklärte, dass man sich auch warme Gerichte bestellen könnte. Ich bestellte mir die Bandnudeln, die mir nach einiger Wartezeit als relativ traurige und geschmacklose Portion überreicht wurden.
Nachdem wir über 2,5 Stunden in der Lounge überstanden hatten, begaben wir uns pünktlich zur angegebenen Boardingzeit zum Gate, auch wenn unser Flugzeug gerade erst aus Bangkok gelandet war.
Tatsächlich sollte das Boarding dennoch nahezu pünktlich starten. Als Priority-Boarding-Gruppe konnten wir somit kurz nach unserem Eintreffen direkt nach einem Mönch das Boardinggate durchschreiten. Wir sollten der gelben Linie folgen.
In diesem Zwischengang sollten wir dann noch warten. Dabei konnten wir beobachten, wie am Nachbargate ebenfalls geboardet wurde.
Tatsächlich waren ja auch die Passagiere aus Bangkok noch gar nicht komplett aus unserer Maschine ausgestiegen.
Sieben Minuten später konnten wir dann aber tatsächlich bereits unsere Plätze in der hinteren Notausgangsreihe einnehmen.
Ich hatte erfreulicherweise den Fensterplatz gebucht.
Fast pünktlich ging es los. Ca. zwanzig Minuten nach dem Take-Off erhielten wir unser vorbestelltes Essen. Als Maximierer hatte ich bereits bei der Buchung das teuerste Gericht als kostenloses Essen im Rahmen des Value-Packs gewählt. Beim Erhalt meines Essens fragte ich mich, warum ich das getan hatte, denn das gewählte südthailändische gelbe Curry ist normalerweise nicht nur sehr scharf sondern bietet auch eher ziemlich strenge Aromen. Ich schaute etwas neidisch auf das mit Thai-Basilikum gebratene Hackfleisch, das ArFr gewählt hatte, versuchte mich aber mit meiner Wahl anzufreunden.
Wohlwollend stellte ich fest, dass Seafood hier nur aus Seebarschstücken und einer Garnele bestand und mir vor allem Tintenfisch oder gar Krebsfleisch erspart blieb, wobei das wohl auch für ein Flugzeugessen einer Billigairline zu teuer gewesen wäre.
Das Curry war zwar scharf und bot die erwarteten fermentierten strengen Aromen, war aber insbesondere zusammen mit dem Reis und dem Omelette durchaus gut essbar. Ein ganz bisschen gewöhne ich mich ja auch so langsam an diese strengen Geschmäcker.
Obwohl wir über Ang Thong zwei Warteschleifen gedreht hatten, landeten wir nahezu pünktlich gegen 14:15 am Flughafen Don Mueang in Bangkok.
Wie schon bei meiner allerersten Thailandreise war ich weiterhin fasziniert, dass sich hier zwischen den Landebahnen ein Golfplatz befand.
Die Ankunft erfolgte leider nicht an einer Fluggastbrücke, sodass trotz der ganz leichten Verspätung nun auch noch eine Busfahrt notwendig wurde.
Nachdem wir unser Aufgabegepäck vom Gepäckband genommen hatten, schlug ich ArFr vor, zur Abflugebene zu gehen, um dort ein Taxi zu nehmen, das dort Gäste abgeladen hätte. Somit könnte man sich die 50 THB "Service"-Gebühr und die Taxiwarteschlange sparen. Zu meiner Überraschung hatte sich aber etwas geändert, denn Taxen durften offenbar gar nicht mehr die Vorfahrt vor dem Abflugbereich nutzen, denn bogen wirklich alle Taxen vorher ab. Anscheinend hatte der Flughafen der von mir verfolgten Praxis einen Riegel vorgeschoben.
So begaben wir uns zurück zur Ankunftsebene und riefen uns ein "Grab". Dies sollte angeblich noch 20 Minuten bis zu unserer Abholung benötigen. Dazu waren die Menschenmengen im "Grab"-Abholbereich latent unangenehm.
Die Wartezeit wurde nicht weniger und offenbar schien sich unser Fahrer kaum zu bewegen, sodass die Wartezeit in Summe auf über 30 Minuten anstieg. Glücklicherweise hatte die App sich jedoch verschätzt, denn kam diese augenscheinlich mit den verschiedenen Ebenen, auf denen hier Autos unterwegs sein konnten, durcheinander. Nach ca. einer Viertelstunde Wartezeit saßen wir somit im bequemen Wagen. Der Fahrer fragte auf thailändisch, ob er die Mautstraße nutzen sollte, was ich bejahte. Merkwürdigerweise fuhr er dennoch den Großteil der Strecke unterhalb der Mautstraße auf öffentlichen Wegen. Da der Verkehr gut floss, sollte mir dies recht sein.
Nachdem unser Fahrer die Mautstraße dann doch noch ein Stück nutzen sollte, trafen wir eine knappe Stunde nach Verlassen des Flughafengebäudes am W Hotel ein. ArFr machte sich von dort auf den kurzen Fußweg zu dem von ihm gebuchten Hotel. Ich hingegen begab mich zur Rezeption des W.
+1 war bereits Stunden zuvor aus seiner Heimatstadt Ubon Ratchathani mit Thai Airways nach Bangkok geflogen und hatte unser Zimmer bereits beziehen können, nachdem ich im Chat in der Bonvoy-App seinen Namen bestätigt hatte. Ich erhielt nun meine Zimmerkarte und machte mich auf zum Zimmer in der 25. Etage.
Den Fahrstuhl teilte ich mir mit einer Hotelangestellten sowie einem männlichen Gast, dessen Herkunft ich aus dem Nahen Osten vermutete. Nachdem die Mitarbeiterin auf der Etage mit den Konferenzräumen ausgestiegen war, meinte der Herr zu mir, dass dies doch ein Ladyboy gewesen sei. Ich stutzte, denn wirkte die Mitarbeiterin auf mich so gar nicht wie ein Ladyboy, wenngleich mir dies ohnehin egal gewesen wäre. Dazu fand ich es arg befremdlich, dass ein Fremder so etwas mir gegenüber thematisierte. Ich versuchte möglichst gleichgültig zu klingen, als ich sagte, dass es in Bangkok durchaus viele Ladyboys gäbe. Er erwiderte, dass man da sehr aufpassen müsste. Ich überlegte kurz, ob ich ihm sagen sollte, dass seine Hotelwahl mit dem W in Silom auf einen absoluten Hotspot der LGBTIQ-Community gefallen war, und dass er dazu paranoid schien, eine in meinen Augen sehr unauffällige Hotelmitarbeiterin für einen Ladyboy zu halten. Ich entschied mich jedoch dafür, einfach nur leicht betreten zu lächeln. Glücklicherweise stieg er dann auch kurz darauf aus.
Wenig später betrat ich den "Deluxe Room", in welchem +1 schon viel Gepäck verstaut hatte, und der tatsächlich etwas größer wirkte als die durchschnittliche Besenkammer des W.
Ich prüfte die Aussicht.
Man konnte dazu auf den Pool des Hotels blicken.
In der Ferne erkannte ich dann auch den Chao Phraya Fluss.
Dazu fiel mir die BTS der Silom-Linie auf, die direkt vor dem Hotel verkehrte und deren Kurvenfahrt leider mit ziemlich viel Lärm einherging, welchen man auch sehr deutlich auf dem Zimmer hören konnte.
Zum gemeinsamen Abendessen mit +1 und ArFr hatte ich mal wieder
ein Grillrestaurant vorgeschlagen, das bei Google Maps erstaunlich gut bewertet war und eine halbe Stunde zu Fuß entfernt lag. Beide waren einverstanden, sodass wir den Fußweg auf uns nahmen, mit dem wir interessanterweise aus der sehr internationalen Gegend rund um das W relativ schnell in authentisches und rein thailändisches Bangkok wechselten.
Das Grillen in dem Restaurant erfolgte leider nicht auf Kohlen sondern elektrisch. Dafür war die Qualität vom Fleisch in Ordnung und sowohl der Nachschub an Fleisch als auch an Bier lief gut.
Satt ließen wir den Abend noch in einer einfachen Bar unter Thailändern ausklingen und merkten uns, dass man mit bereits etwas Fußweg gen Süden von Silom aus den Touristenmassen entkommen und ins authentische Bangkok eintauchen konnte.
Als u.a. ein Roti-Händler auftauchte, bestellte ArFr eine Portion, die wir uns teilten.
Gegen 23:30 nahmen wir dann ein Taxi zurück zu unseren Hotels. Zu dieser Uhrzeit wurde wie selbstverständlich nach Taxameter gefahren.
Am W verabschiedeten wir uns dann von ArFr, der sich wieder auf den kurzen Fußweg zu seinem Hotel begab.