Das Verbandswesen folgt eigenen Regeln. Wenn der Verbandspräsident des mausarmen Fussballverbandes der Salomonen seinen Verbandsmitgliedern sagt, wir verzichten auf ein paar 10'000 Dollar, weil wir den Infantino nicht unterstützen, wird das dort nicht verstanden. Sein Auftrag ist es, so viel Geld wie möglich für seine Verbandsmitgliedern rauszuholen, alles andere interessiert sie wenig - die WM ist weit weg, sie haben ihre zwei- bis drei Qualispiele und sind auf das Geld der FIFA angewiesen. Dementsprechend wählen zahlreiche Verbände Infantino, weil sie finanziell profitieren und z.B. bei einer 64-WM höhere Chancen haben, sich für die WM zu qualifizieren und Mehreinnahmen zu generieren. Das ganze Verbandswesen beruht darauf, dass der Verband Vorteile für mich als Mitglied herausholt. Das ist ja grundsätzlich auch nicht schlimm, nur nutzt das der Infantino knallhart aus, wie auch schon seine Vorgänger. All die FIFA-Typen, die sich jetzt kritisch melden, haben vorher sehr gerne mitgemacht und sie kamen erst aus der Deckung, als sie fürchten mussten, mit in den Sog gezogen zu werden. Von denen ist nichts zu erwarten.
Infantino wird wiedergewählt werden, weil er den Verbänden jeweils das verspricht, was sie haben wollen (mehr Geld) - ausser die UEFA lässt ihre Muskeln spielen und sagt, wenn er wieder gewählt wird, sind wir raus. Ohne Europa, massiv weniger Werbeeinnahmen, dann kann der Infantino weniger Geld an die Verbände auszahlen und weg ist er.