Die Swissair war am Ende, weil die Schlaumeier von McKinsey (lies: Berater) ihre Copy-And-Paste-Strategy gruendlich verbockt haben.
Vielen Dank fuer eine weitere Steilvorlage und einen weiteren Post mit gesundem Halbwissen.
McK. ja nicht dumm, zudem handlich es sich um Unternehmensberater, die selten, vor allem in der Management & Strategieberatung, dann ihre Empfehlungen auch ausfuehren. Dafuer ist das Management der Unternehmungen zustaendig
Hier uebersiehst du leider das entscheidende Detail.
Die Hunter Strategie war ganz deutlich mit finanziellen Limits versehen ( wohl aufgrund der schon damals eher schwierigen Cash Flows bei SR ) IIRC, lagen die irgendwo bei 200-250 Mio.
Leider hat die SR ein vielfaches fuer die Uebernahmen ausgegeben…., was so nicht Bestandteil der Strategie war.
Die Strategie an sich, die isolierte Schweiz zu verlassen und auf den europ. Binnenmarkt zu setzen, zudem auch in fuer die Schweiz wichtigen Kernmaerkten wie Frankreich, Benelux, D und Italien zu suchen und kaufen war auch valide.
Zumal McK auch die einsetzende Konsolidierung richtig eingeschaetzt hat.
Der Rolls-Royce der Luefte ist also wie Rolls Royce eher an den hohen Kosten und fehlenden Kunden zerbrochen.
Ohne Hunter haette man Cash laenger konservieren koennen und wohl noch laenger ueberlebt, aber der Flugbetrieb an sich war ja schon lange defizitaer, andere Teile wie Technics und Catering sicherlich nicht, aber auch hier warne ich wieder vor den Transferpreisen.
So oder so waere man ohne wirklich grossen Heimatmarkt eher isoliert gewesen.
Spekulationen ob eine Miniswissair mit Saab 340&2000 Feed und AEJ und BBJ bzw. A 310 Langstrecken ( also Reduktion auf den primaer originaeren Schweizverkehr ) funktioniert haette, kann ich aktuell nicht absehen…, tendenziell eher nicht.
Analog zu Rolls Royce geht es nicht alleine. Unter dem Dach einer grossen Mutter geht es schon, die Skaleneffekte und das Cross-Sharing sprechen fuer sich. Teile von VW bei Bentley,Teile von BMW bei RR, Infratstruktur der Hansa fuer die Swissair.
Die heutige SWISS ist die Tochter, die der Mutter vormacht wie es geht: besserer Service, hoeherer Sitzladefaktor, bessere Yield.
Die heutige Swiss ist Teil einer Mehrmarkenstrategie der Hansa und soll wohl hier als Boutique Premium Airline herhalten.
Analog zu Audi im VW Konzern oberhalb der eigentliche Hauptmarke oder Esprit Selection ueber Esprit und gewissen Labels ueber dem Hauptlabel wie bei Boss oder Ralph Lauren bietet Swiss im Rahmen hoeherer Preise mehr Service.
Audi nutzt auch VW Platformen, nimmt ein bisserl mehr Chrom und Leder und charged 10,15,20% mehr fuer einen Q5 im Vergleich zum Tiguan.
Esprit Selection hat oft eigene, kleinere Outlets, bietet also auch mehr Design, Service zu hoeheren Preisen.
Die bespoke Division bei der Hansa gibt es ja nicht mehr, ironischerweise werden mit diesen Labels u.a. bei Zegna oder auch Lauren ordentliche Renditen erzielt…, zumal ja auch Netjets wuppt.
Preisvergleiche bei Airlines gestalten sich generell als schwierig, akzeptierte Methoden sind Heimatmarkt oder Heimatmarkt in Relation zur PPP.