Sind 800 Millionen OK?

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Ed Size

Erfahrenes Mitglied
16.03.2009
9.630
197
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Was glaubst Ihr/ glaubst woher die 800 mio kommen???

Dann sollte man zu allererst Firmen verbieten die Milliarden mit Geldgeschäften verdienen. Und da wäre ich sofort bei dir. Mir ging es in allererste Linie darum. das jemand ein Honorar in solcher Höhe bekommen kann (im übrigen werden die Insolvenzverwalter der Lehmann Brothers in den USA oder UK ähnlich gut bezahlt), und das es gemessen an den Massstäben für seinen Job OK ist-

Schlimmer finde ich in diesem Zusammenhang eher Insolvenzverwalter die eine Mittelständische GmbH abwickeln, 25.000€ Masse generieren, sich davon 10.000€ einstecken, und dann die Gläubiger mit 5% - 10% abspeisen (gerne auch die ex Mitarbeiter).

Bezgl. der 80%, wenn das die Quote ist bekommt jeder Gläubiger die gleiche Quote, egal ob Rentner oder Hedgefond.
 

Weltenbummler42

Erfahrenes Mitglied
08.06.2010
3.747
1.135
noch TXL
Dann sollte man zu allererst Firmen verbieten die Milliarden mit Geldgeschäften verdienen. Und da wäre ich sofort bei dir. Mir ging es in allererste Linie darum. das jemand ein Honorar in solcher Höhe bekommen kann (im übrigen werden die Insolvenzverwalter der Lehmann Brothers in den USA oder UK ähnlich gut bezahlt), und das es gemessen an den Massstäben für seinen Job OK ist-

Schlimmer finde ich in diesem Zusammenhang eher Insolvenzverwalter die eine Mittelständische GmbH abwickeln, 25.000€ Masse generieren, sich davon 10.000€ einstecken, und dann die Gläubiger mit 5% - 10% abspeisen (gerne auch die ex Mitarbeiter).

Bezgl. der 80%, wenn das die Quote ist bekommt jeder Gläubiger die gleiche Quote, egal ob Rentner oder Hedgefond.

Trotzdem denke ich, das eher der kleine Mann auf der strecke geblieben ist - und jeden Fall der Verlierer ist.
Die Großinvestoren mögen vielleicht auch verloren haben, aber sie hatten vielleicht mehr Zeit ihre Schäfchen ins Trockene zu bringen.
Ein Großinvestor wird nie der Verlierer sein, und wenn dann spring der Staat ein -
auch die Bundesregierung hat deutsche Banken gestützt -
Mehr oder weniger spiegelt es doch den Sinn dieses Wirtschaftssystems wieder -
und das ist ganz trocken und ohne Weltanschau-
ung betrachtet.

WB


Gruß Weltenbummler
 
Zuletzt bearbeitet:

GoldenEye

Erfahrenes Mitglied
30.06.2012
13.188
534
Trotzdem denke ich, das eher der kleine Mann auf der strecke geblieben ist - und jeden Fall der Verlierer ist.

Warum? Weil es in Dein vorgefasstes Weltbild passt?

Ein Großinvestor wird nie der Verlierer sein, und wenn dann spring der Staat ein -

Hat er ja bei Lehman selbst auch gemacht... :rolleyes:

auch die Bundesregierung hat deutsche Banken gestützt -

Ja, unter anderem um die Spargelder des von Dir beweinten "kleinen Mannes" zu retten. Die Eigentümer der Banken hatten nämlich nichts von dieser Stützung.
 
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GoldenEye

Erfahrenes Mitglied
30.06.2012
13.188
534
Dann sollte man zu allererst Firmen verbieten die Milliarden mit Geldgeschäften verdienen. Und da wäre ich sofort bei dir...

Eine solche unfundierte Plattitüde hätte ich von Dir nicht erwartet.
Gerade Dir sollte bekannt sein, daß unser Wohlstand unter anderem auch darauf basiert, daß Unternehmer Financiers finden, die bereit sind, Risiken einzugehen, und das nur funktioniert, wenn man für diese Risiken im Erfolgsfall auch entlohnt wird.

Das macht sich immer so schön in den Schlagzeilen, wenn jemand seine Erst-Investition in Facebook verzehntausendfacht. Aber gerade im Bereich Risiko-Kapital enden 3 oder 4 oder sogar 5 von 10 Startup-Finanzierungen mit Totalverlust. Das übersieht man dann gerne geflissentlich.
 
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wonderknabe

Erfahrenes Mitglied
15.07.2010
266
4
Wohnen: CGN, Fliegen: DUS
Ich finde nein.

Wenn ich einer Investmentbank ein Mandat für einen Börsengang erteile, muss ich je nach Volumen auch 5% des Emissionserlöses zahlen. Wird das Volumen jedoch größer, kann ich auch das Honorar verhandeln bis hinunter zu 1,5 bis 2%. Die zu leistende Arbeit der Bank wird durch das höhere Volumen nämlich nicht zwangsläufig mehr dadurch. Sicherlich kann man das nicht 1:1 auf ein Insolvenzverfahren wie bei Lehman übertragen und sicherlich hat der Insolvenzverwalter in einem solchen Fall auch einen wesentlich höheren Personalapparat von dem Honorar zu bezahlen als bei einer kleineren Insolvenz, doch bevor ich die 800 Mio. pauschal als angemessen bezeichnen würde, müsste der Insolvenzverwalter seine kalkulierten Kosten etwas transparenter machen.

Mein Eindruck ist jedoch, dass hier nur eine überschaubare Anzahl von Vermögenswerten das große Volumen ausmacht und der Arbeitsaufwand daher nicht proportional dazu ansteigt. Wenn das Insolvenzrecht das Honorar jedoch ermöglicht, kann man dem Insolvenzverwalter schlecht einen Vorwurf machen. Dann bedarf es einer politischen Entscheidung, das Recht so zu ändern, dass Auswüchse dieser Art nicht mehr möglich sind.

Die Vergütung berechnet sich ja (im wesentlichen) nach folgenden Regelsätzen der InsVV (InsVV - Einzelnorm). Diese Regelsätze berücksichtigen ja bereits den nicht proportional steigenden Arbeitsaufwand und sind von daher regressiv (von einem quasi unendlich hohen Satz bei sehr geringer Masse bis hin zu 0,5% bei einer unendlich großen Masse).
 

wonderknabe

Erfahrenes Mitglied
15.07.2010
266
4
Wohnen: CGN, Fliegen: DUS
5% für die Abwicklung sind an sich OK, die Frage ist vielmehr, ob wirklich der bestmögliche Kandidat gewählt wurde und alle gleich qualifizierte Kandidaten gleiche Chancen auf den Job hatten. Wie wird eigentlich entschieden, wer genau zum Insolvenzverwalter wird? Muss diese Stelle nicht ausgeschrieben werden?

Wenn nämlich alleine die behördliche Willkür bestimmt hat, wer genau den Job und damit auch 800 Millionen bekommt, ist es alles andere als gut.

:D:D:D Ausgeschrieben, schön wär's...
Grundsätzlich darf der Insolvenzrichter (sprich also der Amtsrichter) jede geeignete Person nach seinem Gusto bestimmen. Regelmäßig gibt es hierzu bei Gericht einen Pool von vorausgewählten Insolvenzverwaltern (wobei dies nach einer Entscheidung des BVerfG so auch nicht mehr unbedingt zulässig ist - siehe 1 BvR 135/00, 1 BvR 1086/01).

Mit dem im März in Kraft getretenen ESUG kann sich der Gläubigerausschuss ggf. auch selbst für einen Insolvenzverwalter entscheiden. Diese Entscheidung ist dann für das Insolvenzgericht bindend.
 

Ed Size

Erfahrenes Mitglied
16.03.2009
9.630
197
Eine solche unfundierte Plattitüde hätte ich von Dir nicht erwartet.
Gerade Dir sollte bekannt sein, daß unser Wohlstand unter anderem auch darauf basiert, daß Unternehmer Financiers finden, die bereit sind, Risiken einzugehen, und das nur funktioniert, wenn man für diese Risiken im Erfolgsfall auch entlohnt wird.

Ich habe in jeden Bereich etwas gegen zu große Unternehmen, diese sind einfach in der Lage ein System derart unter Druck zu setzen das man es fast schon Erpressung nennen könnte. Und es führt in der Regel zu recht einförmigen Produkten. Zudem verlieren zu große Unternehmen den Bezug zu ihren Kunden und ihrem Produkt.

Wenn aber dann einzelnen Unternehmen Geldgeschäfte im zweistelligen Milliarden Bereich machen kann es gefährlich, gar bedrohlich werden. Wie erinnern uns was die Pleite der Lehmann Brothers ausgelöst hat.

Das Risiken entlohnt werden müssen und sollen ist doch klar, und das darf auch gerne in Dimensionen geschehen, die der "kleine Mann" nicht mehr versteht.

Aber wenn du von der Finanzierung von "(Internet) Start Ups" redest, gerade dort wird doch derart viel Blödsinn gemacht das man sich nur an den Kopf fassen kann.

Wenn diese Milliarden in "reale" Unternehmen fliessen würden, würde man wahrscheinlich mehr verdienen. Aber das ist nicht mein Job, und auch nicht mein Geld - somit mir auch recht egal.
 

GoldenEye

Erfahrenes Mitglied
30.06.2012
13.188
534
Das kingt schon etwas besser als im Posting davor.
Der erste Punkt ist die "too-big-to-fail vs. too-big-to-exist" Diskussion. Da gebe ich Dir völlig Recht, hierfür gibt es zum einen Institutionen wie die Mißbrauchsaufsicht des Kartellamtes, zum anderen neuerdings erhöhte Kapitalanforderungen, "living will" etc. für sogenannte systemisch relevante Banken. Zum anderen kann man auch selbst als Kunde dem entgegenwirken, ich kaufe eigentlich - sofern möglich - ganz gern bei der Nummer 2 oder 3, weil auch ich Vielfalt und Wettbewerb wichtig finde und oft den Eindruck habe, daß der Herausforderer innovativer ist und sich mehr anstrengt als der Platzhirsch (also AB statt LH?? :eek::confused: ) .
Das Risiken entlohnt werden müssen und sollen ist doch klar, und das darf auch gerne in Dimensionen geschehen, die der "kleine Mann" nicht mehr versteht.
Ich glaube, das ist nicht jedem klar, insofern ist es schon problematisch und irreführend, wenn ein Statement wie das obige einfach so ohne Erläuterung im Raum steht.

Beim letzten Punkt gebe ich Dir wiederum Recht. Auch ich finde nicht, daß z.B. Facebook "God's gift to mankind" ist. Aber die Gründung und der Aufbau von Unternehmen ist nun einmal ein Prozeß von "Versuch und Irrtum", und es ist der Preis, den wir bezahlen, damit etwas Neues entstehen kann. Who am I to judge? Wenn wir erst damit anfangen, eine übergeordnete Institution darüber entscheiden zu lassen, welche Finanzierungen sinnvoll sind und welche nicht, dann sind wir schnell in der "DDR 2.0". Und auch in diese Richtung gibt es leider genug Unheil, siehe nur die gigantische Fehl-Allokation von Kapital beim "Aufbau Ost" oder jetzt bei der "Energie-Wende".
 

Weltenbummler42

Erfahrenes Mitglied
08.06.2010
3.747
1.135
noch TXL
Ja, unter anderem um die Spargelder des von Dir beweinten "kleinen Mannes" zu retten. Die Eigentümer der Banken hatten nämlich nichts von dieser Stützung.

Jetzt wollen wir doch mal doch Klartext reden, bei den Großinvestoren usw. handelt es sich sehr oft oder besser gesagt i.d.R. um die sogenannten Hedgefonds oder um es bildhaft auszudrücken mit den Worten von Franz Müntefering: "Heuschrecken". Und diesen Hedgefonds oder auch Heuschrecken interssiert nur das eine - das ist ihr Maximalgewinn.
Und diese 800 Mio müssen von woher kommen - wo ich die älteren Menschen vor der Bank in Hamburg demonstrieren gesehen habe, ist davon auszugehen - das vor allen Dingen auch der kleine Mann unter der Finanzkrise gelitten hat. Wir wissen nicht wie viele in Deutschland,Europa und Amerika mit diesem Crash ihr ein leben lang hart ersparrtes Geld mit einem mal verloren haben - in Amrika auch viel ihr Dach über den Kopf.
Wie gesagt in dem ganzen Schlamassel gab es gerade bei alten Leuten auch viele Fälle von Falschberatung, wo die Bankmitarbeiter - auch auf ihre eigene - Provision auswaren. Wie gesagt Magazinsendungen haben in einer Fülle von Fällen berichtet - das sollte man nicht vergessen.

Leider gibt es keine aktuelle Zahlen, wieviel kleine betroffene Leute es in Deutschlanf/Europa/Amerika sind - Aber es sind sicher nicht wenige die alles verloren haben - auch wenn das in manch anderes Weltbild nicht passt ...
Deshalb ist verbietet es sich oder es gernzt an Perversität der Finanzbranche, wenn man auf der einen Seite diese enorm hohen Honorarsummen (800 Mio) hat und auf der anderen Seite ..... denke abertausende Fällen in in Europa und Amerika die ihr hart esrpartes verloren haben, oder vor dem nichts stehen.

Und jetzt schlagt auf mich los ;-)

WB
 
Zuletzt bearbeitet:

Weltenbummler42

Erfahrenes Mitglied
08.06.2010
3.747
1.135
noch TXL
Gerade Dir sollte bekannt sein, daß unser Wohlstand unter anderem auch darauf basiert, daß Unternehmer Financiers finden, die bereit sind, Risiken einzugehen, und das nur funktioniert, wenn man für diese Risiken im Erfolgsfall auch entlohnt wird.

Das macht sich immer so schön in den Schlagzeilen, wenn jemand seine Erst-Investition in Facebook verzehntausendfacht. Aber gerade im Bereich Risiko-Kapital enden 3 oder 4 oder sogar 5 von 10 Startup-Finanzierungen mit Totalverlust. Das übersieht man dann gerne geflissentlich.


Welche Finaciers meinst Du hier wohl? Wenn es um Risiko - Kapital geht, kann es sich ja nur um die Hedgefonds handeln.
Für das Risiko ihren Maximalgewinn tun sie alles, die einfachst Form ist erstmal Personal abzubauen.
Und deshalb überträgt der Hedgefond auch das Risiko auf für Rücken und vor allen Dingen auf den Arbeitnehmer-
er trägt dann das Risiko - denn nach dem der hedgeFond den Landen gekauft und Filetstücke verkauft -
verliert der kleine Mann womöglich seinen Job.
Wenn unser Wohlstand auf das gefährliche Risiko von Hedge Fonds basiert - dann spiegelt sich das auch in unserer hohen
Arbeitslosenstatistik wieder. Und ehrlich gesagt kann ich sehr gut auf diese art von Wohlstand verzichten.

Gruß Weltenbummler
 
Zuletzt bearbeitet:

Chamaelion

Erfahrenes Mitglied
23.06.2009
1.589
5
ZRH
Meiner Meinung nach sind es eher die komplizierten Finanzprodukte. Voller Fachwörter und anderem die kaum einer versteht. Die meisten Leute haben Spar- und Anlageprodukte in ihrem Portfolio, die für sie absolut ungeeignet sind. Das Problem ist einfach die Gier. Gier des verkaufenden Bankers, aber auch die Gier des Anlegers. Sein Kollege hat mit irgendwas spekuliert und 25% letztes Jahr gemacht und das Geld des Anlegers lag auf einem Sparbuch für 2,5% Zinsen. Jetzt will er auch mindestens 10% ROI, also müssen spekulativer Produkte her. Der Banker freut sich über seine Provision und der Anleger über seine 10%, bis der Absturz kommt.

Meine eigene Meinung sieht so aus. Jedes Produkt, das sich mehr als eine täglich verfügbare Sparanlage verzinst, hat ein Risiko, eine eingeschränkte Flexibilität oder andere "Gefahren". Natürlich gibt es auch Lockangebote für Neukunden, aber die lassen wir mal außen vor. Jetzt ist es meine Aufgabe, denn es ist mein Geld, darüber nachzudenken, ob es mir das Risiko wert ist oder nicht. Verstehe ich die ganze Anlagenform nicht, lasse ich sie mir erklären und wenn ich nicht zufrieden bin, dann Finger weg.

Wirklich schlimm finde ich Falschberatung, wenn Sparen die nur absolute Sicherheit wollen, irgendein "Scheiß" verkauft wird. Hier hoffe ich, dass juristisch hart durchgegriffen wird und meiner Meinung nach sollte die Bank zu vollem Schadensersatz verpflichtet werden und als Strafe nicht nur das Investment zurück bezahlen, sondern auch die als sicher versprochenen Zinsen obendrauf.

Grüße
 

GoldenEye

Erfahrenes Mitglied
30.06.2012
13.188
534
Jetzt wollen wir doch mal doch Klartest reden,

Oh je, das scheint mir in der Tat ein "Klartest" zu sein, nämlich einer, der Deine ganze Unwissenheit zu Tage bringt. Da werden munter Begriffe durcheinander geworfen, pauschalisiert, falsche Schlüsse gezogen und nicht vorhandene Zusammenhänge hergestellt. Da fragt man sich, ob man darauf überhaupt eingehen soll und kann?
Also, ohne Anspruch an Vollständigkeit:
1) Ich weiß nicht, ob Du Dich schon jemals damit befasst hast, was eine Insolvenz ist? Wenn ein Unternehmen "Pleite" ist, dann wird ein Insolvenz-Verwalter bestellt, der den Auftrag hat, das, was von dem Unternehmen übrig ist, zu verwerten, und den Erlös dieser Verwertung den Gläubigern zu Gute kommen zu lassen (also Lieferanten, Kunden, und Leuten, die dem Unternehmen Geld geliehen haben). Dies erfolgt nach gleichen und gesetzlich festgelegten Regeln, und nicht nach "Lust und Laune" und auch nicht durch irgendwelche "Tricks". Selbstverständlich ist das viel Arbeit, und selbstverständlich muß der Insolvenz-Verwalter dafür auch bezahlt werden. Wie hoch diese Bezahlung sein darf, darüber wird hier diskutiert, allerdings ist dies vom Gesetzgeber festgelegt. Man kann also höchstens darüber diskutieren, ob man die Gesetze ändern möchte (was man machen kann, wenn man die entsprechenden parlamentarischen Mehrheiten dafür gewinnen kann). Ob dann noch jemand bereit sein wird, die Arbeit als Insolvenzverwalter auf sich zu nehmen, ist eine andere Frage.
2) Wie soeben deutlich geworden sein sollte, handelt es sich bei diesen 800 Mio. nicht um Gelder, die irgendjemandem mit irgendwelchen "Tricks" weggenommen wurde, sondern es handelt sich um Teilen aus der verbliebenen Substanz des Unternehmens, die im vorliegenden Fall höher als erwartet war.
3) Diese 800 Mio. sind nicht "enorm", sondern man hat sie im Verhältnis zum Gesamt-Volumen der Insolvenz zu sehen.
4) Gerade im Fall "Lehman" sind durchaus eine ganze Reihe von "Klein-Sparern" auch ohne Rechtsanspruch im Wege der Kulanz vollständig entschädigt worden.
5) Sicherlich gibt es den einen oder anderen Bericht über Falsch-Beratung, man sollte sich aber vor Augen halten, daß die Medien aus naheliegenden Gründen die extremen Fälle berichten, und auch diese noch Sensations-Heischend gerne einseitig darstellen und aufbauschen.
6) Wir alle schütteln den Kopf über die Amerikaner, wenn einer Gas und Bremse verwechselt und dann den Hersteller verklagt, oder versucht, eine Katze in der Mikrowelle zu trocknen, und dann dafür die Schuld bei anderen sucht. Aber wenn jemand seine gesamten Lebensersparnisse in einer einzigen Aktie anlegt, oder jemand kein Geld und kein Einkommen hat und auf Kredit eine Bruchbude in Florida kauft, dann sollen die pösen, pösen Banken daran Schuld sein oder womöglich gar "das System"? Lächerlich!
7) Hedgefonds, Private Equity, Venture Capital sind völlig verschiedene Dinge, die nicht einmal vergleichbaren Kategorien entspringen. Ich erspare mir hier Erläuterungen, da das den Rahmen sprengen würde, aber vielleicht machst Du Dich erst einmal schlau, bevor Du Werturteile abgibst?
8) Ja, Hedgefonds interessieren sich für Gewinn, genauso, wie Klein-Anleger, die ihr Geld zur isländischen Kaupthing-Bank getragen haben, weil es da ja so schön viel Zinsen gibt. Das einzige, worin sich Hedgefonds in dieser Hinsicht unterscheiden, ist, daß sie nicht auf den Rathaus-Platz zum Demonstrieren gehen, wenn sie eine Situation falsch eingeschätzt haben.
9) Hedgefonds sind weder irgendwelche Lebewesen "from Outer Space", noch irgendwelche nimmersatten Einzelpersonen. Investoren in Hedgefonds sind (gemeinnützige) Stiftungen, Pensionskassen, Lebensversicherungen und andere. Also am Ende des Tages Leute wie Du und ich. Leute, die genauso auf eine Rückzahlung und angemessene Verzinsung ihres eingezahlten Kapitals angewiesen sind, wie Deine "Klein-Sparer", oftmals sind es sogar genau die selben Personen-"Gruppen". Was glaubst Du denn, woher das Geld kommt, das Dir Deine Lebensversicherung nach 30 Jahren auszahlt? Haben die einen Geld-Baum im Keller, den die zweimal die Woche gießen? Oder wird das Geld investiert und muß Ertrag erwirtschaften?
 
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Ed Size

Erfahrenes Mitglied
16.03.2009
9.630
197
Und diese 800 Mio müssen von woher kommen - wo ich die älteren Menschen vor der Bank in Hamburg demonstrieren gesehen habe, ist davon auszugehen - das vor allen Dingen auch der kleine Mann unter der Finanzkrise gelitten hat.

Die Lehman Brothers haben Insolvenz angemeldet, waren also pleite und konnten ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen. Damit das noch vorhandene Vermögen (die Masse) gleichmässig unter den Gläubigern verteilt wird, setzt das Gericht einen Insolvenzverwalter ein. Dieser schaut das er das noch vorhandene Vermögen bestmöglich verwertet. Als die Lehman Brothers Insolvenz angemeldet haben, hatten sie noch ein Vermögen von ein paar hundert Millionen Euro. Jetzt hat der Insolvenzverwalter aus den Anlagen das max. herausgeholt und siehe da es sind über 15 Mrd. Euro zum verteilen da. Der gute Mann hat also irgendwie ca. 14,5 Mrd. Euro generiert (wie macht man das bloss).

Jetzt bekommt er ein Honorar, dies ist genauso festgelegt wie Honorare für Anwälte oder Steuerberater - somit hat der Insolvenzverwalter nur bedingt Einfluss auf sein Honorar. In der Regel dürfte das Honorar des Insolvenzverwalters im Vergleich zur Masse um ein vielfaches höher sein als in diesem Fall. Daher - und nur daher - halte ich das Honorar eben für gerechtfertigt.
 

Weltenbummler42

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08.06.2010
3.747
1.135
noch TXL
9) Hedgefonds sind weder irgendwelche Lebewesen "from Outer Space", noch irgendwelche nimmersatten Einzelpersonen. Investoren in Hedgefonds sind (gemeinnützige) Stiftungen, Pensionskassen, Lebensversicherungen und andere. Also am Ende des Tages Leute wie Du und ich. Leute, die genauso auf eine Rückzahlung und angemessene Verzinsung ihres eingezahlten Kapitals angewiesen sind, wie Deine "Klein-Sparer", oftmals sind es sogar genau die selben Personen-"Gruppen". Was glaubst Du denn, woher das Geld kommt, das Dir Deine Lebensversicherung nach 30 Jahren auszahlt? Haben die einen Geld-Baum im Keller, den die zweimal die Woche gießen? Oder wird das Geld investiert und muß Ertrag erwirtschaften?

Zugegeben, ich stecke da nicht so tief drinn in der Finanzmaterie - das habe ich auch nie behauptet - wollte ich so auch nicht von mir vermittelt sehen.
Denke man kann die ganze Sache unter verschiedenen Gesichtspunkten sehen, und ich sehe diese Sache aus der Sicht des kleinen Mannes.
Auch wenn sich unsere Ansichten total diametral entgegengesetzt sind, die Wahrheit wird irgendwo dazwischen liegen, wo - das muß jeder User für sich entscheiden....

Aber Deine Um- bzw Beschreibung für die Hedgefonds - als u.a. auch als gemeinnützige Stüftung , sozusagen als soziale Wohltätigkeitsorganisation - macht sie mir schon fast sympathisch.;) ... . - Mit dieser Umschreibung hättest Du meine Oma auch überzeugt ein Los von denen zu kaufen...
Aber die andere Seite Medaille wird schön verschwiegen, wieviel - ja auch volkswirtschaftlicher Schaden - durch Spekulation durch Hedgefonds entstanden sind, wieviel Firmen wurden in die Pleite getrieben (davon leben die hedgefonds ja wohl auch) und wieviel zigtausende Entlassungen es dabei gab. Das schlimme für mich ist, das man auch an der Pleite verdienen kann - und das sehr gut - aber irgendeiner muß doch die zeche zahlen..

... aber ich habe jetzt gelernt, 1.) jetzt es gibt keine Verlierer und 2..)die hedgefonds sind wohltätig :rolleyes:

Denke wir können us alle unsere Argumente so legen wie wir wollen, sie auch " schön" reden - aber das ändert an der Welt nichts - aber hat nicht jede Medaille auch 2 Seiten....?
Hedgefonds sind meiner Meinung nach, eine schlimme Ausgeburt des Finanzsystems, sie haben sich inzwischen verselbständigt und sie können durch ihre Spekulationen nicht nur Firmen sondern auch ganze Staaten in die Pleite treiben ...

Weltenbummler
 
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GoldenEye

Erfahrenes Mitglied
30.06.2012
13.188
534
Ich habe nicht gesagt, daß Hedgefonds wohltätige Stiftungen sind, sondern daß Hedgefonds nicht aus dem luftleeren Raum entstehen, sondern dadurch, daß jemand in diese Fonds investiert. Und diese Investoren sind eben u.a. Stiftungen, Pensionskassen und (Lebens-)Versicherungen, eben Institutionen, die Geld langfristig anlegen wollen/müssen.
Die meisten Hedgefonds haben mit Pleiten überhaupt nichts zu tun, sondern investieren in große, liquide Aktien und Renten an der Börse. Und sie sind allein schon deswegen nicht in der Lage, irgendjemanden in die Pleite zu treiben, weil sie verglichen mit anderen Akteuren an der Börse trotz ihrer Milliardenbeträge nur ein kleiner Marktteilnehmer sind (deutlich weniger als 2% des weltweiten Anlage-Volumens).
 

Weltenbummler42

Erfahrenes Mitglied
08.06.2010
3.747
1.135
noch TXL
Die meisten Hedgefonds haben mit Pleiten überhaupt nichts zu tun, sondern investieren in große, liquide Aktien und Renten an der Börse. Und sie sind allein schon deswegen nicht in der Lage, irgendjemanden in die Pleite zu treiben, weil sie verglichen mit anderen Akteuren an der Börse trotz ihrer Milliardenbeträge nur ein kleiner Marktteilnehmer sind (deutlich weniger als 2% des weltweiten Anlage-Volumens).

nach Deiner Aussage sind die Hedgefonds die guten...

vielleicht kann jemand mal diesen aktuellen Verweise /Links von Spiegel online reinstellen:



Zitat:

Prognose für 2013 Hunderttausende Jobs durch Pleiten bedroht
SPIEGEL ONLINE - 29.11.2012
Experten sehen im kommenden Jahr 350.000 Jobs in Deutschland durch Firmenpleiten bedroht. Vor allem kleinen Betrieben wie Kurierdiensten, Abbruchunternehmen und Kneipen droht demnach die Zahlungsunfähigkeit. mehr... [ Forum ]




Prognose für 2013: Hunderttausende Jobs durch Pleiten bedroht
SPIEGEL ONLINE - 29.11.2012
Experten sehen im kommenden Jahr 350.000 Jobs in Deutschland durch Firmenpleiten bedroht. Vor allem kleinen Betrieben wie Kurierdiensten, Abbruchunternehmen und Kneipen droht demnach die Zahlungsunfähigkeit. mehr...




Insolvenzverwalter: Zoff um Rekordhonorar für Lehman-Abwickler
SPIEGEL ONLINE - 23.11.2012
Bis zu 800 Millionen Euro - so viel Geld soll Insolvenzverwalter Michael Frege für die Abwicklung der deutschen Lehman-Brothers-Tochter erhalten. Das üppige Honorar sorgt für Empörung, die Linkspartei kritisiert die Summe als absurd. Doch Experten verteidigen die Rechnung. mehr...


Lehman: Insolvenzverwalter verteidigt Mega-Honorar
SPIEGEL ONLINE - 22.11.2012
Bis zu 800 Millionen Euro Honorar soll der Insolvenzverwalter der deutschen Lehman-Tochter bekommen. US-Hedgefonds nutzen die Summe, um Druck auf die Kanzlei aufzubauen. Hintergrund ist, dass die Firmen einen größeren Anteil der Insolvenzmasse haben wollen. mehr...




Insolvenz der Frankfurter Rundschau: Das Blatt hat sich gewendet
SPIEGEL ONLINE - 13.11.2012
Das Zeitungssterben erreicht Deutschland, der Umbruch in der Medienbranche fordert wohl bald sein erstes prominentes Opfer: Die "Frankfurter Rundschau" steht vor dem Aus. Das Blatt blickt auf ruhmreiche Tage zurück. Doch die jüngere Geschichte liest sich wie die Chronik eines angekündigten Todes. mehr...

(Zitatende)
 

GoldenEye

Erfahrenes Mitglied
30.06.2012
13.188
534
Wer ist für Dich Feuermelder und wer Brandstifter?

Und was sind die Hedgefonds dabei?

Wir sprachen von der "Pleite ganzer Staaten", richtig? In diesem Fall sind die Brandstifter die Politiker, die diese Schuldenberge auftürmten, eine Ausgaben-Orgie nach der anderen inszenierten (und immer noch inszenieren) und das Geld wie ein betrunkener Matrose hinaushauen, als ob es kein Morgen gäbe.
Die Feuermelder sind in diesem Fall in der Tat die Hedgefonds, die - wie in der Fabel von "Des Kaiser's neue Kleider" - als erste riefen, daß der Kaiser nackt sei. Ihnen folgten dann Anleger wie Lebensversicherungen oder Pensionskassen, die z.B. in südeuropäische Anleihen investiert waren, und deren treuhänderische Pflicht im Sinne des ihnen anvertrauten Geldes es war, solche Anleihen zu verkaufen, nachdem bekannt wurde, daß die Rückzahlung zunehmend zweifelhafter wurde.

Und bevor jetzt das Märchen kommt, die Staaten hätten deshalb so viele Schulden, weil sie "die Banken" retten mußten: Welche Banken hat denn Griechenland retten müssen? Keine! Aber die Bonität von Großbritannien, das in der Tat Banken retten mußte, wird nicht angezweifelt. Das Argument zieht also nicht.
 

Ed Size

Erfahrenes Mitglied
16.03.2009
9.630
197
Wir sprachen von der "Pleite ganzer Staaten", richtig? In diesem Fall sind die Brandstifter die Politiker, die diese Schuldenberge auftürmten, eine Ausgaben-Orgie nach der anderen inszenierten (und immer noch inszenieren) und das Geld wie ein betrunkener Matrose hinaushauen, als ob es kein Morgen gäbe.

Das trifft den Kern besser als vieles was in der Debatte sonst so gesagt wird. Interessant ist ja auch das sich in dieser Debatte vor allem Politiker lautstark äussern.
 

Weltenbummler42

Erfahrenes Mitglied
08.06.2010
3.747
1.135
noch TXL
Hier mal wieder was aktuelles zum Thema, hier Spiegel Online aber andere FAZ und Handelsblatt berichten auch..

Athen - Die Euro-Länder scheinen entschlossen, Griechenland in der Währungsion zu halten: Mit dieser Begründung hat die Rating-Agentur Standard & Poor's gerade die Kreditwürdigkeit des Landes um sechs Stufen angehoben. Auf die europäische Solidarität setzte auch der US-Investor Dan Loeb - und machte damit einen fetten Gewinn. Laut einem Bericht der "Financial Times" ("FT") nahm Loebs Hedgefond Third Point durch den Schuldenrückkauf der griechischen Regierung rund 500 Millionen Dollar ein.

Griechenland hatte Anfang Dezember Staatsanleihen im Nennwert von 30 Milliarden Euro zurückgekauft. Der Durchschnittspreis lag bei knapp 34 Cent pro Euro Nennwert. Laut "FT" verkaufte Third Point dabei den Großteil einer Position griechischer Staatsanleihen über rund eine Milliarde Dollar, die das Unternehmen zuvor für nur 17 Cent pro Euro gekauft hatte.

Hedgefonds hatten zurecht darauf gesetzt, dass die Anleihen nach Bekanntgabe des Schuldenrückkaufs wieder steigen würden. Das sei ein absoluter "No Brainer", also ein äußerst simples Geschäft, sagte Hans Humes, Chef des Hedgefonds Greylock Capital Ende November. Damit der Deal gelang, musste Griechenland zahlungsfähig bleiben - was zwischenzeitlich als zweifelhaft galt.

Third Point soll noch eine beträchtliche Anzahl griechischer Anleihen behalten haben, weil das Unternehmen auf einen weiteren Kursanstieg setzt. Ein Sprecher des Hedgefonds wollte den Bericht nicht kommentieren.

Hedgefonds-Chef Loeb ist eine schillernde Figur. Immer wieder hat er Managern in offenen Briefen Fehler vorgeworfen. Einer dieser Briefe brachte die Affäre um den früheren Yahoo -Chef Scott Thompson ins Rollen, der sich mit einem falschen Titel geschmückt hatte und deshalb schließlich zurücktreten musste.

dab
.

Also lieber Steuerzahlen, das geld für die Griechenlandhilfe ist nicht weg - nur in der anderen Tasche.
Oder wie heißt es so schön (Banken-) Gewinne werden privatsiert - aber wenn sie sich verzocken -
dann soll der Steuerzahler die Banken wieder retten...

Weltenbummler
 
Zuletzt bearbeitet:

Ed Size

Erfahrenes Mitglied
16.03.2009
9.630
197
Hier mal wieder was aktuelles zum Thema, hier Spiegel Online aber andere FAZ und Handelsblatt berichten auch..
Also lieber Steuerzahlen, das geld für die Griechenlandhilfe ist nicht weg - nur in der anderen Tasche.
Oder wie heißt es so schön (Banken-) Gewinne werden privatsiert - aber wenn sie sich verzocken -
dann sollö der Steuerzahler die Banken wieder retten...

Weltenbummler


Sorry Weltenbummler,

das ist nicht das Thema.

Aber egal, habe auch auf SPON gelesen das ein Hedgefonds gerade 500Millionen USD mit griechischen Staatsanleihen verdient hat.

Und das finde ich z.B. alles andere als OK. Wir könnten unsere Staatshilfen auch direkt an diese Fonds überweisen. Aber Hedgefonds sind keine Banken.
 
Y

YuropFlyer

Guest
Füttert die Griechen nur weiter durch.. sobald die Italiener dann mal wieder (nichtmal die Amis sind so dämlich, nach 2x Bush Junior haben sie es gemerkt :D ) den Bunga Bunga Berlu gewählt haben, sorgt der schon dafür das das Projekt "Gross-Euro" endgültig abgewrackt wird.

Europa - oder besser gesagt: Dieses Europa, also diese EU, ist am Ende, und wird, so meine Voraussage, spätestens Ende der 20er Jahre nicht mehr bestehen. Man kann sich aktuell noch irgendwie durchwursteln, aber die Probleme werden von Jahr zu Jahr grösser, nicht kleiner..

Hyperinflation/Geldentwertung à Gogo wird kommen. Nicht nur in der EU, die Japaner mit ihrem neuen Ultra-Rechtsaussen-Geschichtsleugner-Präsi haben ja schon angedeutet, die Bank von Japan wieder komplett ihrer Eigenständigkeit zu berauben und auf Teufel komm raus Geld zu drucken, die Amis schieben einen immer grösseren Schuldenberg vor sich her, und selbst Deutschlands Schulden wachsen - TROTZ guter Konjunktur UND Mini-Zinsen (Normalerweise bedeutet gute Konjunktur=höhere Zinsen) ... meint irgend jemand eigentlich ernsthaft, das es irgendwann mal NICHT knallen wird?
 
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