Altdeutsche Schrift

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Ann555

Reguläres Mitglied
16.05.2018
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Waiblingen, STR
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Hallo zusammen,
Meine Oma ist letzten Monat gestorben. Nun sind wir dabei in ihrem Haus den Papierkram durchzuschauen.
Dabei haben wir von meinem Uropa den Wehrpass vom 2. Weltkrieg gefunden.
Das Bild zeigt die Seite von den Verwundungen und Krankheiten während des Krieges an.
Kann von euch jemand entziffern, was das rot eingekreiste Wort bedeutet? 20210329_190206.jpeg
 
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Ann555

Reguläres Mitglied
16.05.2018
63
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Waiblingen, STR
Vielen Dank für eure Antworten.
Ein paar Sachen konnte ich in dem Pass entziffern.
Auch sehr interessant, mein Uropa war in Ostfrankreich und kam dann von dort nach Griechenland und dann weiter in die Ukraine und Russland. Bis er dann im Januar 1945 in Budapest durch eine Splittergranate gestorben ist.
 

YankeeZulu1

Erfahrenes Mitglied
09.07.2020
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es hei0t "Malariaverdacht", eindeutig! Aber ist diese Schrift wirklich "Altdeutsch"? Was ich sehe, entspricht weitgehend schon der Lateinischen (üblichen) Schrift, nur das "M" und das "r" sind an die Altdeutsche Schrift angelehnt.
Mit "vollem Altdeutsch" wär´s nicht sooo leicht, und gar mit zum Beispiel Sütterlin wäre es schon schwierig.
 
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FlugFanatiker

Erfahrenes Mitglied
18.11.2018
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Ich finde es sehr lobenswert, dass du diese alten Dokumente aufbewahrst und dich damit beschäftigst. Nicht selten hört man ja leider, dass die Nachfahren nach Todesfällen "solchen alten Plunder" einfach entsorgen, weil sie ihn nur als Müll oder überflüssigen Ballast ansehen, was ich überhaupt nicht nachvollziehen kann.
 

Chiller3333

Erfahrenes Mitglied
26.11.2017
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FRA, JFK
Sieht der "vereinfachten Ausgangsschrift" die ich in der Grundschule gelernt habe ueberraschend aehnlich :p
Auch wenn's schon x-mal gesagt worden ist, definitiv Malariaverdacht ;)
Finde es auch toll, dass du das alles durchgehst.
Kenne doch einige der Kriegsgeschichten meiner Gross- und Urgrosseltern.
Ohne Aufschriebe etc liegt es an uns das muendliche Erbe weiterzugeben und sicherzustellen, dass es nicht nochmal so weit kommt.
 

berlinet

Erfahrenes Mitglied
21.07.2015
5.406
3.119
Ich finde es sehr lobenswert, dass du diese alten Dokumente aufbewahrst und dich damit beschäftigst. Nicht selten hört man ja leider, dass die Nachfahren nach Todesfällen "solchen alten Plunder" einfach entsorgen, weil sie ihn nur als Müll oder überflüssigen Ballast ansehen, was ich überhaupt nicht nachvollziehen kann.
Man sollte nicht übersehen, dass es emotional auch sehr belastend sein kann, das alles durchzugehen. Vielleicht mehr bei den Eltern als bei den Großeltern, aber es kann schon sehr viel Ballast sein, den man da durchgeht. Nicht überflüssiger Ballast, aber ich verstehe auch jeden, der sagt, er kann oder möchte das nicht.
 

juliuscaesar

Megaposter
12.06.2014
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21.987
FRA
mein Uropa war in Ostfrankreich und kam dann von dort nach Griechenland und dann weiter in die Ukraine und Russland. Bis er dann im Januar 1945 in Budapest durch eine Splittergranate gestorben ist.

Dann hat er das volle Programm an eigenem und verursachtem Leid mitgemacht.. :(
 

JFI

Erfahrenes Mitglied
04.05.2017
2.333
359
emv.smart-upstart.de
Ist weder Sütterlin noch eine gebrochene Schriftart (Fraktur) - als "altdeutsche Schrift" würde ich das Beispiel daher nicht bezeichnen.
 

kingair9

Megaposter
18.03.2009
22.378
772
Unter TABUM und in BNJ
Man sollte nicht übersehen, dass es emotional auch sehr belastend sein kann, das alles durchzugehen. Vielleicht mehr bei den Eltern als bei den Großeltern, aber es kann schon sehr viel Ballast sein, den man da durchgeht. Nicht überflüssiger Ballast, aber ich verstehe auch jeden, der sagt, er kann oder möchte das nicht.
Ich bin Anfang der 90er etwas länger bei der Marine gewesen und im Rahmen einer AAG (Ausbildung in ausländischen Gewässern) sind wir unter anderem dort gewesen, wo mein Opa 1940 mit seinem Zerstörer einen unangekündigten, unerwünschten und am Ende hochgradig erfolglosen Besuch durchgeführt hat. Selbst das Wrack, in dem er gestorben ist, war teilweise noch zu sehen.
 
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deecee

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11.12.2018
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HAM, LBC
Es gibt in diesem Sinn keine "altdeutsche" Schrift, sondern lediglich alte deutsche Schriften wie "Sütterlin" oder "Volks-"/"Normalschrift" (im Gegensatz zur aktuellen lateinischen Schrift).
 

internaut

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05.04.2010
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1.009
Und historisch auch interessant, dass die Nazis die alten deutschen Schriften 1941 verboten haben. Daher sicherlich auch auf offiziellen Dokumenten wie Wehrpässen nur lateinisch. In Skandinavien hat man teilweise noch länger an alten gothischen Schriften festgehalten.
 
Zuletzt bearbeitet:

Albatros

Aktives Mitglied
10.05.2020
155
26
VIE, NCE, SDJ
Noch einmal: Es gibt keine "altdeutsche" Schrift, sondern lediglich verschiedene Typen der Frakturschrift! Die Entscheidung im Nationalsozialismus diese abzuschaffen war daher völlig richtig. Die damit einhergehende Vereinfachung der Grammatikregeln und verbesserten Lesbarkeit der Druckschrift waren damals durchaus sinnvolle Errungenschaften. Das ändert sich auch nicht durch die Tatsache, daß diese Entscheidung unter anderem auch politisch motiviert war und als solche zum Teil historisch falsch begründet wurde. :rolleyes:
 

Airsicknessbag

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11.01.2010
22.392
17.622
Staatliche Archive sind ja eine tolle Einrichtung: Die horten nicht einfach nur die alten Akten der Verwaltung als Staubfänger, sondern sind auch Kulturinstitutionen und Lernorte. Entsprechend bieten viele Schreib- und Lesekurse für alte Handschriften an, oft in Kooperation mit einer VHS.

Falls also weiteres Interesse besteht, solche alten Briefe etc. zu entziffern, lohnt es sich, mal beim nächstgelegenen Stadt-/Staats-/Landesarchiv anzufragen, ob ein entsprechendes Angebot existiert. Schnelle Google-Suche nach handschriften lesekurs fördert bereits einige Treffer zutage.

Ich habe übrigens in der dritten Klasse (äh, also das war Ende der 80er, nicht falsch verstehen ;)) zusätzlich Kurrentschrift gelernt. Unsere (alte) Klassenlehrerin machte sich einen Spaß daraus, sie denjenigen, die das außerhalb des Lehrplans wollten, beizubringen. Das brachte zwei Vorteile: In dem Schuljahr eine 2 in Schrift (sonst hatte ich immer eine 3 wegen Sauklaue), und meine Großeltern haben sich gefreut, weil sie fortan jede Geburtstags- und Urlaubskarte in Kurrent bekamen.

800px-Deutsche_Kurrentschrift.svg.png
 
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YankeeZulu1

Erfahrenes Mitglied
09.07.2020
598
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Staatliche Archive sind ja eine tolle Einrichtung: Die horten nicht einfach nur die alten Akten der Verwaltung als Staubfänger, sondern sind auch Kulturinstitutionen und Lernorte. Entsprechend bieten viele Schreib- und Lesekurse für alte Handschriften an, oft in Kooperation mit einer VHS.

Falls also weiteres Interesse besteht, solche alten Briefe etc. zu entziffern, lohnt es sich, mal beim nächstgelegenen Stadt-/Staats-/Landesarchiv anzufragen, ob ein entsprechendes Angebot existiert. Schnelle Google-Suche nach handschriften lesekurs fördert bereits einige Treffer zutage.

Ich habe übrigens in der dritten Klasse (äh, also das war Ende der 80er, nicht falsch verstehen ;)) zusätzlich Kurrentschrift gelernt. Unsere (alte) Klassenlehrerin machte sich einen Spaß daraus, sie denjenigen, die das außerhalb des Lehrplans wollten, beizubringen. Das brachte zwei Vorteile: In dem Schuljahr eine 2 in Schrift (sonst hatte ich immer eine 3 wegen Sauklaue), und meine Großeltern haben sich gefreut, weil sie fortan jede Geburtstags- und Urlaubskarte in Kurrent bekamen.

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Danke. Ich kenne die Schrift noch von meiner Oma (war Jahrgang 1898), die konnte sie noch schreiben, meine Mutter konnte sie jedenfalls lesen, schreiben weiß ich nicht mehr, und ich kann mit etwas Glück zusammenhängende Sätze und teils auch einzelne Worte "entziffern". In der Schule war davon nicht zu hören oder zu lesen (Grundschule in den "Fünfzigern" - ja, ich bin ein alter Knabe, zumindest lt. Geburtsurkunde)
Schade, daß so etwas immer mehr in Vergessenheit gerät. Mit dem richtigen "Schreibwerkzeug" war das eine große Hilfe zu einer schönen Schrift.
 

Sciurus

Erfahrenes Mitglied
22.04.2012
1.732
363
ZRH
Und historisch auch interessant, dass die Nazis die alten deutschen Schriften 1941 verboten haben. Daher sicherlich auch auf offiziellen Dokumenten wie Wehrpässen nur lateinisch. In Skandinavien hat man teilweise noch länger an alten gothischen Schriften festgehalten.
Interessant und wusste ich nicht. Aber war ‚Mein Kampf‘ nicht auch in der alten deitschen Schrift geschrieben oder gab es da dann Neuauflagen?

Musste mal eine Arbeit im historischen Bereich schreiben und dann viele Bücher in der alten Schrift durchlesen. Mit der Zeit kam dann etwas Übung.