Chinese domestic trips: XMN/SYX (Part 6)

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UniformSierra1

Erfahrenes Mitglied
06.02.2022
350
3.603
HAM
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Hallihallo,

zum Jahreswechsel 2021/22 hatte ich noch ein paar freie Tage und wollte diese nicht in Tianjin verbringen. Zum einen hatte ich aus Sanya eine Einladung zu einem Planespotting Event erhalten, zum zweiten waren aufgrund der um diese Jahreszeit vorherrschenden Temperaturen die Auswahl an Destinationen recht beschränkt und zum dritten wollte ich einen Ort für Silvester wo es einigermaßen Feuerwerk gab (außer in Shanghai). Guangzhou schien hierfür als Wiederholungstat geeignet. Xiamen als UNESCO Stadt stand auch noch auf der Liste und sollte mit seiner Lage zwischen Hong Kong und Shanghai nicht allzu kalt sein. Also war das Routing gefunden: TSN-XMN-SYX-CAN-TSN.
Von Tianjin nach Xiamen buchte ich zunächst einen Morgenflug mit Xiamen Airlines. Der wurde jedoch ein paar Tage nach der Buchung wieder gecancelt und ich wurde auf einen acht Stunden späteren Flug umgebucht. Keine Option für mich, da mir so fast ein ganzer Tag flöten geht. Also auch das wieder gecancelt und auf eine morgendliche Air China umgebucht. Nur je näher der Abflug rückte, umso mehr ließ sich wahrnehmen, dass auch dieser Flug an vorausgehenden Tagen immer wieder gecancelt wurde. So bekam ich auch etwa zwei Tage vorher die Info, dass mein Flug ebenfalls gecancelt wurde. Ich vermute wegen Corona war der Demand einfach zu gering. Mein Routing stand auf dem Spiel und als einzige Option auf dem Luftweg wegzukommen war noch Tianjin Airlines. Schnell die Statistik gecheckt und ja, tatsächlich sind sie die letzten Tage immer geflogen. Also gebucht und gehofft.

Mein Rettungsanker, die B-8381 wartet auf mich und ich bin erleichtert als wir endlich airborne sind.
Unten rechts im Bild ist das Gelände der Aviation University zu sehen inklusive Flugzeugfriedhof
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banking away
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es geht südwärts entlang der chinesischen Küste
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nach ca. 2,5 h gehts wieder in den descent
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schon im Anflug lässt sich erahnen, dass die Luft nicht so gut ist
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und im Gegenlicht über die Stadt in den final. Xiamen ist ähnlich wie Hong Kong: Ein Teil der Stadt befindet sich auf dem Festland und der andere auf einer davorliegenden Insel
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nach der Landung düse ich gleich zum Ferry Terminal um für den nächsten Tag Tickets für die Überfahrt nach Gulangyu zu ergattern. Die Insel ist autofrei und hat eine koloniale Altstadt mit einigen Hügeln, Stränden und netter Aussicht. Allerdings stellte ich entgeistert fest, dass man für das Betreten der Insel in den vorhergehenden 48 h drei Covid-Tests nachweisen muss. Grrr. Also kann ich mir das schon mal abschminken und womöglich der schönste und beste Teil dieser Stadt ist mir verwehrt worden. Also muss umgeplant werden.
So fahre ich zunächst etwas mit dem Rad am Wasser entlang, von wo ich einen Hügel entdecke, welcher sich für die abendliche Aussicht eignet.
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017.jpg

Das Wetter am nächsten Tag ist sonnig und so will ich einige Arrivals am Vormittag mitnehmen
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danach Standortwechsel: Ich ging zu einem in der Nähe befindlichen Möbelmarkt, Kamera im Laden vorgezeigt und mir wurde der Zutritt zur Dachterrasse gewährt. Oben angekommen waren auch einige Locals da. Der Spot ist auch in etlichen Spottingguides erwähnt und wurde mir voher von einem Local ebenfalls empfohlen.
Man hat hier die Arrivals und Line ups im Blick
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Homecarrier mit Bobby
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Homecarrier mit Dreamliner
012.jpg

und auch einige Bizzer kommen vorbei
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Es war nun etwa eine Stunde vergangen, als aufeinmal ein älterer Herr im Hausmeisterlook auftauchte und mir auf chinesisch zu verstehen gab, ich solle hier keine Bilder machen. Per Übersetzer App gab ich ihm zu verstehen, dass man es mir unten im Laden vorhin erlaubt hätte und ich wissen wollte was sein Problem wäre, da ich nichts anderes machen würde, als all die anderen Anwesenden. Es beeindruckte ihm wenig und er begann zu telefonieren. Da ich eh nicht mehr lange bleiben wollte, zog ich es besser vor an dieser Stelle abzubrechen und zu gehen, bevor es Ärger gibt. Daran versuchte er mich allerdings zu hindern und wollte, dass ich oben auf dem Dach warte. Ich dachte mir ein klärendes Gespräch mit dem Herrn unten im Laden, der mir meinen Aufenthalt genehmigt hatte, könnte Abhilfe verschaffen.
Treppabwärts kam mir schon eine wütende Meute entgegen, die mir klarmachte, dass ich nicht in den Laden gehen solle, sondern ganz raus auf die Straße. Herrschaftszeiten, was auch immer hier vor sicht geht, aber mit denen ist gar nicht gut Kirschen essen.
Draußen angekommen allerlei Leute, aber von dem Typ aus dem Möbelladen, welchen ich als meinen einzigen Rettungsanker sah, war weit und breit nichts zu sehen. Erstmal das Kamera-Equipment im Rucksack verschwinden lassen und schon kam ein Drei-Mann-Gespann von halbuniformierter Hilfspolizei mit Stahlhelmen angeflitzt. Ein Zivilist fragte mit gebrochenem Englisch ob ich Australier oder Amerikaner sei. Weder noch, und Deutschland wollte er nicht kennen. Ich gab ihm zu verstehen, dass ich jetzt gehen werde, wie scheinbar erwünscht. Er entgegnete jedoch ich solle warten, aber worauf genau, wollte er nicht sagen. Mir schwahnte Böses.
Kurz darauf kam ein Polizeiwagen an. Der Hausmeistertyp sprach kurz mit den Beamten, mir wurde die Tür aufgehalten, die Bodycam auf mich gerichtet und los ging die Fahrt auf der Rückbank hinter der Glasscheibe. Nach einigen Minuten wurde ich an einer Polizeistation in Empfang genommen und in einen eingemauerten Innenhof gebracht. Dort musste ich auf einem Hocker im Schatten Platz nehmen bei etwa 10 Grad. Gibt durchaus angenehmeres. Es lief von nun an fast nur mit Übersetzer. Man gab mir zu verstehen, ich solle jetzt kooperieren und man würde mein Smartphone durchforsten. Da ich mir keiner Schuld bewusst war und nichts zu verbergen hatte, ließ ich sie gewähren. Ein weiterer Polizist kam aus dem Gebäude stellte einige Fragen, verschwand wieder drinnen, kam kurz darauf wieder mit einer neuen Frage und verschwand wieder. So ging es einige Male hin und her.
Die Fragen drehten sich natürlich darum, wer ich bin und was ich hier mache etc. Ich machte ihnen klar, dass es sich um eine reine Freizeitbeschäftigung handelt.
Dann wollten sie meine originale Work Permit usw. sehen welche sich im Hotel befand. Daraufhin wollte ein Beamter losfahren und diese holen. Ich fragte wie er gedenke es zu tun, da die Papiere schließlich nicht zwischen den Flyern an der Rezeption liegen, sondern eingeschlossen sind und ohne mich niemand Zugriff hat. Es schien ihm einzuleuchten.
Also musste ich mitkommen. Ab auf die Rücksitzbank. und es ging los. Der Fahrstil war schlimmer als in der ersten Fahrstunde. Bei voller Fahrt hat er den Motor abgewürgt, beim Parkieren das selbe Drama. Junge, Junge. Im Hotel angekommen durchsuchten sie mein Zimmer und mit den erforderlichen Dokumenten gings zurück zur Wache. Dort musste ich wieder Platz nehmen und zwei neue Gesichter erschienen. Einer davon trug deutlich sichtbar das Parteiabzeichen. Etwas hilflos drehten sie die Dokumente hin und her und wussten scheinbar nicht so recht damit was anzufangen. Was ist das bloß für eine unprofessionelle Staatsmacht die durch die eigens ausgestellten Dokumente nicht durchblickt ? Dann kamen erneut die Fragen, die ich früher schon beantwortet hatte. Man hoffte wohl, etwaige Widersprüche in meinen Antworten ausmachen zu können, falls ich lügen sollte. Eine ähnliche Vorgensweise hatte ich vor einigen Jahren bei der Immigration in Auckland erdulden müssen. Aber das ist eine andere Geschichte.
Nach wie vor wollten sie nicht die Kamera sehen, es drehte sich alles nur ums Handy. Dort waren zwei Schnappschüsse vom Airport drauf. Langsam dämmerte ihnen wohl, dass ich wirklich nichts zu verbergen hatte und der erste von den mitlerweile fünf Beteiligten, entschuldigte sich bereits für die Unannehmlichkeiten.
Dann riet mir der Zwei -Sterne General, man könne seine Aktivitäten bei der Stadtbehörde quasi anmelden, um solch ein Desaster zu vermeiden. Naja, jetzt ist es eh zu spät und ich werde auch gewiss nie wieder kommen. Er entschuldigte sich dafür, dass sie mir so viel Zeit geraubt haben und wollte noch ein Selfie mit mir machen. Dann nach etwa drei Stunden durfte ich gehen. Für welches vermeintliches Vergehen ich jetzt genau festgehalten wurde, hat man mir nicht gesagt. Man kann also nur mutmaßen.
Ich war bedient, trotz des glimpflichen Ausgangs der Sache. Zumal mir dieser Incident ernsthaft zu denken gab, wie realistisch durchführbar zukünftige Trips und derartige Aktivitäten in Gegenden sind, die noch weniger touristisch erschlossen sind und man als Westmann noch mehr auffallen würde als ohnehin schon.
Der Trip stand von Anfang an scheinbar unter keinem guten Stern. Dafür ist zuviel entgegen der Planung gelaufen.

Am Nachmittag schnappte ich mir ein Rad und genoss das gute Wetter. Die kommenden Tage sollten nämlich regnerisch werden
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von diesem Hügel hinter dem Tempel hätte man einen wunderbaren Ausblick auf die City, dieser ist aber wegen Corona nicht zugänglich. So richtig Spaß wie früher macht das Reisen irgendwie nicht mit solchen Einschränkungen
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rechts im Bild das Cruiseship Terminal
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und noch ein halbwegs vernünftiges sunset bevor die nächste Tage im Regen untergehen
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der Mond lässt sich auch blicken
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jeweils am Abend der letzten beiden Tage war es trocken, sodass ich mit Stativ bewaffnet loszog
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das zum Abschluss soll reichen
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früh am nächsten Morgen verlasse ich an Bord der B-5653 mit Xiamen Airlines die triste Gegend und es geht in den sonnigen Süden. Ich spekuliere auf einen 08 approach und sitze dieses mal auf der linken Seite. Nördlich an Sanya Bay und dem Phoenix Airport gehts in den downwind
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turning base
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die "bekannte" Statue, wohl eher enttäuschend für die Vielgereisten
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schön nah an den Hügeln vorbei in den final
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das Hinterland erinnert mich jedesmal etwas an Kuba mit den Plantagen und bruchigen Häusern
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vom Airport gehts auf die östliche Seite von Sanya in das Haitang Bay Resort. Bis auf die Füße hochzulegen habe ich für die drei Tage nichts weiter geplant.

Zwei Snapshots vom Handy, entschuldigt bitte die Qualität.

Ausblick Richtung Landseite vom Balkon
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Der Pool gefiel mir ganz gut, da er höher als der Strand liegt und man optisch auf das Meer hinausschwimmt.

Sunrise
IMG_20211223_071213.jpg

Nun stand ein Hotelwechsel an ins Ramada by Wyndham wo ich beim vorigen Trip schon residierte nach dem Motto "I know what I get". Zumal die Hotelauswahl eh nicht so berauschend umfangreich war. Kurz eingecheckt und zum Wing Cloud Hotel geradelt. Bei dem dortigen Event, welches jährlich stattfindet, waren Spotter aus dem ganzen Land angereist.
Es stand auch das ein oder andere Highlight an, wie zum Beispiel die rote Hainan Airlines
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oder eine 77W, die auch eher selten vor Ort ist
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das Wetter an diesem 26. Dezember war jedoch leider sehr bewölkt. Dafür war es zwei Tage später umso besser und ich postierte mich im 19. Stock auf dem Tibet Hotel.
Hier entgeht mir kein Movement.

Spring Airlines mit neuer Livery
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WestAir mit PAND-AUTO colors
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eine frühe Rotation legte diese 787 im Farbkleid der Juneyao Air hin
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kurz darauf rollt dieser GX Neo locker aus
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nicht optimales Licht, aber dennoch wissen die special colors zu gefallen
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ein 330 mit kontrastreichen Backdrop
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auch dieser 330 überwindet die Schwerkraft und verabschiedet sich nach Beijing
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China United schont die Bremsen und rollt etwas weiter durch
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Surprise, surprise! Ein Sikorsky S-92A Helibus. Wusste bis dato nicht, dass China Southern auch Helis in der Flotte hat
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auch Chengdu Airlines nutzt etwas mehr runway
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Fortsetzung im nächsten Beitrag aufgrund der maximalen Bilderanzahl pro Beitrag
 
Zuletzt bearbeitet:

UniformSierra1

Erfahrenes Mitglied
06.02.2022
350
3.603
HAM
Fortsetzung

eine gern gesehene 77W aus Peking
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da wo die Air China gerade hergekommen ist, wird diese Capital Airlines in etwa vier Stunden eintrudeln
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ein bunter und kurzer 330 aus Chengdu
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da das Licht nun unbrauchbar wurde, wechsel ich kurz vor Sonnenuntergang in den Anflug
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Da sich in Tainjin mittlerweile die Ereignisse überschlagen haben und die Covid-Fälle scheinbar durch die Decke gingen und man ab dem 01. Januar nur mit Test einreisen kann, muss ich den Rest des Trips überdenken. Ursprünglich sollte es morgens am 30. Dezember nach Guangzhou gehen und von da aus am 02. Januar zurück nach TSN. Allerdings ist direkt am Airport in CAN eine Kleinstadt, welche als Risc Area deklariert war. Je nachdem wie genau also das GPS ist, könnte es sein, dass es am Ende im Healthcode angezeigt wird, dass man direkt in diesem Gebiet war, obwohl man mit der Ankunft am Airport sich lediglich am Rand des Risikogebiets befunden hat. Zum anderen müsste ich vor Ort Zeit und Gelegenheit finden vor dem Abflug nach TSN einen Test zu machen. Und zu guter Letzt wurden auch immer mehr Flüge von CAN nach TSN gecancelt. Einige besserinformierte Chinesen rieten mir ebenfalls schnellstmöglich nach Tianjin zurückzukehren. Lange Rede, kurzer Sinn: das Risiko dort hängen zu bleiben war mir zu hoch. Also die letzten beiden Legs plus Hotel storniert und lastminte auf Okay Airways umgebucht um so nonstop von SYX nach TSN flüchten zu können.
Bei der Buchung war eine 73E geplant, welche ich tatsächlich noch nie geflogen habe. Ein schwacher Trost immerhin diese nun loggen zu können. Beim morgendlichen Blick auf FR24 stellte ich aber fest, dass leider nur eine 738 (B-1267) auf dem Weg war und es gab auch nur einen Gangplatz für mich, aber seis drum. Hauptsache erstmal wieder zurück an der Basis.
Kurz darauf wurde über Tianjin der Lockdown verhängt. Hier und auch in anderen Teilen des Landes gibt es immer wieder Ausbrüche und aktuell sieht es nicht gut aus. Die Situation ist instabil und eine wirkliches Ende dieser Null-Covid-Politik ist nicht in Sicht.
Die Reiseplanung liegt somit aktuell erstmal auf Standby. Abwarten und hoffen lautet die Devise dieser Tage.

Hoffe dennoch, es hat soweit gefallen!
 

YoHo66

Erfahrenes Mitglied
08.02.2020
251
458
München
Hallihallo,

zum Jahreswechsel 2021/22 hatte ich noch ein paar freie Tage und wollte diese nicht in Tianjin verbringen. Zum einen hatte ich aus Sanya eine Einladung zu einem Planespotting Event erhalten, zum zweiten waren aufgrund der um diese Jahreszeit vorherrschenden Temperaturen die Auswahl an Destinationen recht beschränkt und zum dritten wollte ich einen Ort für Silvester wo es einigermaßen Feuerwerk gab (außer in Shanghai). Guangzhou schien hierfür als Wiederholungstat geeignet. Xiamen als UNESCO Stadt stand auch noch auf der Liste und sollte mit seiner Lage zwischen Hong Kong und Shanghai nicht allzu kalt sein. Also war das Routing gefunden: TSN-XMN-SYX-CAN-TSN.
Von Tianjin nach Xiamen buchte ich zunächst einen Morgenflug mit Xiamen Airlines. Der wurde jedoch ein paar Tage nach der Buchung wieder gecancelt und ich wurde auf einen acht Stunden späteren Flug umgebucht. Keine Option für mich, da mir so fast ein ganzer Tag flöten geht. Also auch das wieder gecancelt und auf eine morgendliche Air China umgebucht. Nur je näher der Abflug rückte, umso mehr ließ sich wahrnehmen, dass auch dieser Flug an vorausgehenden Tagen immer wieder gecancelt wurde. So bekam ich auch etwa zwei Tage vorher die Info, dass mein Flug ebenfalls gecancelt wurde. Ich vermute wegen Corona war der Demand einfach zu gering. Mein Routing stand auf dem Spiel und als einzige Option auf dem Luftweg wegzukommen war noch Tianjin Airlines. Schnell die Statistik gecheckt und ja, tatsächlich sind sie die letzten Tage immer geflogen. Also gebucht und gehofft.

Mein Rettungsanker, die B-8381 wartet auf mich und ich bin erleichtert als wir endlich airborne sind.
Unten rechts im Bild ist das Gelände der Aviation University zu sehen inklusive Flugzeugfriedhof
Anhang anzeigen 173969

banking away
Anhang anzeigen 173970

es geht südwärts entlang der chinesischen Küste
Anhang anzeigen 173971

nach ca. 2,5 h gehts wieder in den descent
Anhang anzeigen 173972

schon im Anflug lässt sich erahnen, dass die Luft nicht so gut ist
Anhang anzeigen 173973

und im Gegenlicht über die Stadt in den final. Xiamen ist ähnlich wie Hong Kong: Ein Teil der Stadt befindet sich auf dem Festland und der andere auf einer davorliegenden Insel
Anhang anzeigen 173974

nach der Landung düse ich gleich zum Ferry Terminal um für den nächsten Tag Tickets für die Überfahrt nach Gulangyu zu ergattern. Die Insel ist autofrei und hat eine koloniale Altstadt mit einigen Hügeln, Stränden und netter Aussicht. Allerdings stellte ich entgeistert fest, dass man für das Betreten der Insel in den vorhergehenden 48 h drei Covid-Tests nachweisen muss. Grrr. Also kann ich mir das schon mal abschminken und womöglich der schönste und beste Teil dieser Stadt ist mir verwehrt worden. Also muss umgeplant werden.
So fahre ich zunächst etwas mit dem Rad am Wasser entlang, von wo ich einen Hügel entdecke, welcher sich für die abendliche Aussicht eignet.
Anhang anzeigen 173975

Anhang anzeigen 173976

Das Wetter am nächsten Tag ist sonnig und so will ich einige Arrivals am Vormittag mitnehmen
Anhang anzeigen 173977

danach Standortwechsel: Ich ging zu einem in der Nähe befindlichen Möbelmarkt, Kamera im Laden vorgezeigt und mir wurde der Zutritt zur Dachterrasse gewährt. Oben angekommen waren auch einige Locals da. Der Spot ist auch in etlichen Spottingguides erwähnt und wurde mir voher von einem Local ebenfalls empfohlen.
Man hat hier die Arrivals und Line ups im Blick
Anhang anzeigen 173978

Homecarrier mit Bobby
Anhang anzeigen 173979

Homecarrier mit Dreamliner
Anhang anzeigen 173980

und auch einige Bizzer kommen vorbei
Anhang anzeigen 173981

Es war nun etwa eine Stunde vergangen, als aufeinmal ein älterer Herr im Hausmeisterlook auftauchte und mir auf chinesisch zu verstehen gab, ich solle hier keine Bilder machen. Per Übersetzer App gab ich ihm zu verstehen, dass man es mir unten im Laden vorhin erlaubt hätte und ich wissen wollte was sein Problem wäre, da ich nichts anderes machen würde, als all die anderen Anwesenden. Es beeindruckte ihm wenig und er begann zu telefonieren. Da ich eh nicht mehr lange bleiben wollte, zog ich es besser vor an dieser Stelle abzubrechen und zu gehen, bevor es Ärger gibt. Daran versuchte er mich allerdings zu hindern und wollte, dass ich oben auf dem Dach warte. Ich dachte mir ein klärendes Gespräch mit dem Herrn unten im Laden, der mir meinen Aufenthalt genehmigt hatte, könnte Abhilfe verschaffen.
Treppabwärts kam mir schon eine wütende Meute entgegen, die mir klarmachte, dass ich nicht in den Laden gehen solle, sondern ganz raus auf die Straße. Herrschaftszeiten, was auch immer hier vor sicht geht, aber mit denen ist gar nicht gut Kirschen essen.
Draußen angekommen allerlei Leute, aber von dem Typ aus dem Möbelladen, welchen ich als meinen einzigen Rettungsanker sah, war weit und breit nichts zu sehen. Erstmal das Kamera-Equipment im Rucksack verschwinden lassen und schon kam ein Drei-Mann-Gespann von halbuniformierter Hilfspolizei mit Stahlhelmen angeflitzt. Ein Zivilist fragte mit gebrochenem Englisch ob ich Australier oder Amerikaner sei. Weder noch, und Deutschland wollte er nicht kennen. Ich gab ihm zu verstehen, dass ich jetzt gehen werde, wie scheinbar erwünscht. Er entgegnete jedoch ich solle warten, aber worauf genau, wollte er nicht sagen. Mir schwahnte Böses.
Kurz darauf kam ein Polizeiwagen an. Der Hausmeistertyp sprach kurz mit den Beamten, mir wurde die Tür aufgehalten, die Bodycam auf mich gerichtet und los ging die Fahrt auf der Rückbank hinter der Glasscheibe. Nach einigen Minuten wurde ich an einer Polizeistation in Empfang genommen und in einen eingemauerten Innenhof gebracht. Dort musste ich auf einem Hocker im Schatten Platz nehmen bei etwa 10 Grad. Gibt durchaus angenehmeres. Es lief von nun an fast nur mit Übersetzer. Man gab mir zu verstehen, ich solle jetzt kooperieren und man würde mein Smartphone durchforsten. Da ich mir keiner Schuld bewusst war und nichts zu verbergen hatte, ließ ich sie gewähren. Ein weiterer Polizist kam aus dem Gebäude stellte einige Fragen, verschwand wieder drinnen, kam kurz darauf wieder mit einer neuen Frage und verschwand wieder. So ging es einige Male hin und her.
Die Fragen drehten sich natürlich darum, wer ich bin und was ich hier mache etc. Ich machte ihnen klar, dass es sich um eine reine Freizeitbeschäftigung handelt.
Dann wollten sie meine originale Work Permit usw. sehen welche sich im Hotel befand. Daraufhin wollte ein Beamter losfahren und diese holen. Ich fragte wie er gedenke es zu tun, da die Papiere schließlich nicht zwischen den Flyern an der Rezeption liegen, sondern eingeschlossen sind und ohne mich niemand Zugriff hat. Es schien ihm einzuleuchten.
Also musste ich mitkommen. Ab auf die Rücksitzbank. und es ging los. Der Fahrstil war schlimmer als in der ersten Fahrstunde. Bei voller Fahrt hat er den Motor abgewürgt, beim Parkieren das selbe Drama. Junge, Junge. Im Hotel angekommen durchsuchten sie mein Zimmer und mit den erforderlichen Dokumenten gings zurück zur Wache. Dort musste ich wieder Platz nehmen und zwei neue Gesichter erschienen. Einer davon trug deutlich sichtbar das Parteiabzeichen. Etwas hilflos drehten sie die Dokumente hin und her und wussten scheinbar nicht so recht damit was anzufangen. Was ist das bloß für eine unprofessionelle Staatsmacht die durch die eigens ausgestellten Dokumente nicht durchblickt ? Dann kamen erneut die Fragen, die ich früher schon beantwortet hatte. Man hoffte wohl, etwaige Widersprüche in meinen Antworten ausmachen zu können, falls ich lügen sollte. Eine ähnliche Vorgensweise hatte ich vor einigen Jahren bei der Immigration in Auckland erdulden müssen. Aber das ist eine andere Geschichte.
Nach wie vor wollten sie nicht die Kamera sehen, es drehte sich alles nur ums Handy. Dort waren zwei Schnappschüsse vom Airport drauf. Langsam dämmerte ihnen wohl, dass ich wirklich nichts zu verbergen hatte und der erste von den mitlerweile fünf Beteiligten, entschuldigte sich bereits für die Unannehmlichkeiten.
Dann riet mir der Zwei -Sterne General, man könne seine Aktivitäten bei der Stadtbehörde quasi anmelden, um solch ein Desaster zu vermeiden. Naja, jetzt ist es eh zu spät und ich werde auch gewiss nie wieder kommen. Er entschuldigte sich dafür, dass sie mir so viel Zeit geraubt haben und wollte noch ein Selfie mit mir machen. Dann nach etwa drei Stunden durfte ich gehen. Für welches vermeintliches Vergehen ich jetzt genau festgehalten wurde, hat man mir nicht gesagt. Man kann also nur mutmaßen.
Ich war bedient, trotz des glimpflichen Ausgangs der Sache. Zumal mir dieser Incident ernsthaft zu denken gab, wie realistisch durchführbar zukünftige Trips und derartige Aktivitäten in Gegenden sind, die noch weniger touristisch erschlossen sind und man als Westmann noch mehr auffallen würde als ohnehin schon.
Der Trip stand von Anfang an scheinbar unter keinem guten Stern. Dafür ist zuviel entgegen der Planung gelaufen.

Am Nachmittag schnappte ich mir ein Rad und genoss das gute Wetter. Die kommenden Tage sollten nämlich regnerisch werden
Anhang anzeigen 173982

Anhang anzeigen 173983

von diesem Hügel hinter dem Tempel hätte man einen wunderbaren Ausblick auf die City, dieser ist aber wegen Corona nicht zugänglich. So richtig Spaß wie früher macht das Reisen irgendwie nicht mit solchen Einschränkungen
Anhang anzeigen 173984

rechts im Bild das Cruiseship Terminal
Anhang anzeigen 173985

und noch ein halbwegs vernünftiges sunset bevor die nächste Tage im Regen untergehen
Anhang anzeigen 173986

der Mond lässt sich auch blicken
Anhang anzeigen 173987

jeweils am Abend der letzten beiden Tage war es trocken, sodass ich mit Stativ bewaffnet loszog
Anhang anzeigen 173988

das zum Abschluss soll reichen
Anhang anzeigen 173989

früh am nächsten Morgen verlasse ich an Bord der B-5653 mit Xiamen Airlines die triste Gegend und es geht in den sonnigen Süden. Ich spekuliere auf einen 08 approach und sitze dieses mal auf der linken Seite. Nördlich an Sanya Bay und dem Phoenix Airport gehts in den downwind
Anhang anzeigen 173990

turning base
Anhang anzeigen 173991

die "bekannte" Statue, wohl eher enttäuschend für die Vielgereisten
Anhang anzeigen 173992

schön nah an den Hügeln vorbei in den final
Anhang anzeigen 173993

das Hinterland erinnert mich jedesmal etwas an Kuba mit den Plantagen und bruchigen Häusern
Anhang anzeigen 173994

vom Airport gehts auf die östliche Seite von Sanya in das Haitang Bay Resort. Bis auf die Füße hochzulegen habe ich für die drei Tage nichts weiter geplant.

Zwei Snapshots vom Handy, entschuldigt bitte die Qualität.

Ausblick Richtung Landseite vom Balkon
Anhang anzeigen 173995

Der Pool gefiel mir ganz gut, da er höher als der Strand liegt und man optisch auf das Meer hinausschwimmt.

Sunrise
Anhang anzeigen 173996

Nun stand ein Hotelwechsel an ins Ramada by Wyndham wo ich beim vorigen Trip schon residierte nach dem Motto "I know what I get". Zumal die Hotelauswahl eh nicht so berauschend umfangreich war. Kurz eingecheckt und zum Wing Cloud Hotel geradelt. Bei dem dortigen Event, welches jährlich stattfindet, waren Spotter aus dem ganzen Land angereist.
Es stand auch das ein oder andere Highlight an, wie zum Beispiel die rote Hainan Airlines
Anhang anzeigen 173997

oder eine 77W, die auch eher selten vor Ort ist
Anhang anzeigen 173998

das Wetter an diesem 26. Dezember war jedoch leider sehr bewölkt. Dafür war es zwei Tage später umso besser und ich postierte mich im 19. Stock auf dem Tibet Hotel.
Hier entgeht mir kein Movement.

Spring Airlines mit neuer Livery
Anhang anzeigen 173999

WestAir mit PAND-AUTO colors
Anhang anzeigen 174000

eine frühe Rotation legte diese 787 im Farbkleid der Juneyao Air hin
Anhang anzeigen 174001

kurz darauf rollt dieser GX Neo locker aus
Anhang anzeigen 174002

nicht optimales Licht, aber dennoch wissen die special colors zu gefallen
Anhang anzeigen 174003

ein 330 mit kontrastreichen Backdrop
Anhang anzeigen 174004

auch dieser 330 überwindet die Schwerkraft und verabschiedet sich nach Beijing
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China United schont die Bremsen und rollt etwas weiter durch
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Surprise, surprise! Ein Sikorsky S-92A Helibus. Wusste bis dato nicht, dass China Southern auch Helis in der Flotte hat
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auch Chengdu Airlines nutzt etwas mehr runway
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Mein Gott bist du entspannt (y)o_O
 

flyglobal

Erfahrenes Mitglied
25.12.2009
5.617
521
Danke für die tollen Reports.
Ich bewundere deine Ruhe. Man kann ja nur vermuten was die Beamten dort suchten, aber ich höre (aus der Ferne von alten Bekannten in China - ich bin ja beruflich nicht mehr aktiv), dass sie mehr Angst haben etwas falsch zu machen und dann vom Staat gemaßregelt werden sollte ihnen was verdächtiges durch die Lappen gehen. Deshalb wollen sie wohl alles doppelt absichern und sind eher übergenau.

Bezüglich Mobile/ Smartphones sind frühere Kollegen die noch in China sind dazu übergegengen für jeden privaten Trip ein komplett cleanes 'trippspezifisches' Smartphone mitzuführen mit eigener E-Mail Adresse und Kommunikation die wirklich jeder neugierige Staatslauscher bedenkenlos abhören kann. Da geht es dann nur um zweifellos interessante Landschaften, tolle Gebäude und wirklich alles was man gut findet. Mit Kritik und gemecker hält man sich zurück. Die kollegen wissen in der Regel was man saagn kann und was nicht. Soweit meine Information aus der Ferne.

Die Zeit der guten Verdienste mit Expat Assignments und Engegements in China schrumpft beständig. Die goldenen Zeiten sind wohl vorbei.
Zumindest die US Unternehmen arbeiten jetzt schon daran langfristig ihr Business (schmerzhaft) ohne China auszurichten.
Bei den Deutschen dauert es vielleicht länger. Die werden dann wieder überrascht.
 

meilenfreund

Erfahrenes Mitglied
10.03.2009
7.005
6.131
Ich bewundere deine Ruhe. Man kann ja nur vermuten was die Beamten dort suchten, aber ich höre (aus der Ferne von alten Bekannten in China - ich bin ja beruflich nicht mehr aktiv), dass sie mehr Angst haben etwas falsch zu machen und dann vom Staat gemaßregelt werden sollte ihnen was verdächtiges durch die Lappen gehen. Deshalb wollen sie wohl alles doppelt absichern und sind eher übergenau.

Ich kann das (Ruhe bewahren) aus eigenem Erleben nur bestätigen. Situation: Ich komme zur Weiterreise von PEK nach KUL über SIN abends am Flughafen an. Zum Glück sehr frühzeitig. Die Vorfreude auf PEK-SIN mit SQ (und SIN-KUL mit ET) in C war groß. War ein One-Way-Award zur weitgehenden Abräumung meines Kontos bei M&M für IIRC 30.000 Meilen und ca. 20 EUR S&G. Bei der Ausreise in PEK gab es dann ein Problem: Bitte mal dort drüben Platz nehmen! *bäm* Einreise war per 144-h-TWOV erfolgt, aber Overstay ausgeschlossen. War erst gedanklich im Panikmodus, habe mich dann aber irgendwie gedanklich heruntergeregelt, dass es abzuwarten gilt, was mir vorgeworfen wird. Nach einer gefühlten Ewigkeit erschien ein Grenzbeamter, der mich fragte, wo ich übernachtet hätte. Das war ein Moment der Erleichterung. Ich habe ihm dann einen Ausdruck der Buchungsbestätigung, die Hotelrechnung und den Kreditkartenbeleg übergeben - und nach Anschauen und Fotokopieren war alles geritzt. Es reichte dann auch noch für die Lounge. Als ich diese verlassen habe, war die Gin-Flasche deutlich leerer als vorher.

Meine Vermutung ist, dass bei der Einreise das Hotel nicht oder nicht korrekt erfasst wurde. Beim Check-in im Hotel war mir auch dies aufgefallen: Mitarbeiterin #1 an der Rezeption hatte meinen Reisepass an Mitarbeiterin #2 übergeben, die ihn eingescannt hat. Das konnte ich beobachten, da Mitarbeiterin #2 an einem PC hantiert hat und auf dem Monitor irgendwann auch die Seite aus dem Reisepass mit meinem Foto zu sehen war. Als Mitarbeiterin #2 den Reisepass dann wieder an Mitarbeiterin #1 übergeben wollte, hatte ich aus der Situation heraus subjektiv den Eindruck, dass sie ihr irgendwas sagen wollte, es dann aber doch nicht getan hat.
 

UniformSierra1

Erfahrenes Mitglied
06.02.2022
350
3.603
HAM
Ganz schön aufregend da !

Aber wie immer toller Bericht / Fotos. Bitte weiter....
Danke, sobald sich die Lage hier vor Ort bessert, geht es natürlich wieder auf Tour.

Mein Gott bist du entspannt (y)o_O
In der Ruhe liegt ja bekanntlich die Kraft.;)

Danke für die tollen Reports.
Ich bewundere deine Ruhe. Man kann ja nur vermuten was die Beamten dort suchten, aber ich höre (aus der Ferne von alten Bekannten in China - ich bin ja beruflich nicht mehr aktiv), dass sie mehr Angst haben etwas falsch zu machen und dann vom Staat gemaßregelt werden sollte ihnen was verdächtiges durch die Lappen gehen. Deshalb wollen sie wohl alles doppelt absichern und sind eher übergenau.

Bezüglich Mobile/ Smartphones sind frühere Kollegen die noch in China sind dazu übergegengen für jeden privaten Trip ein komplett cleanes 'trippspezifisches' Smartphone mitzuführen mit eigener E-Mail Adresse und Kommunikation die wirklich jeder neugierige Staatslauscher bedenkenlos abhören kann. Da geht es dann nur um zweifellos interessante Landschaften, tolle Gebäude und wirklich alles was man gut findet. Mit Kritik und gemecker hält man sich zurück. Die kollegen wissen in der Regel was man saagn kann und was nicht. Soweit meine Information aus der Ferne.

Die Zeit der guten Verdienste mit Expat Assignments und Engegements in China schrumpft beständig. Die goldenen Zeiten sind wohl vorbei.
Zumindest die US Unternehmen arbeiten jetzt schon daran langfristig ihr Business (schmerzhaft) ohne China auszurichten.
Bei den Deutschen dauert es vielleicht länger. Die werden dann wieder überrascht.
Das ist gewiss nachvollziehbar, dass sie so kleinlich genau sind, wenn man andernfalls Maßregelungen zu erwarten hat. Es ist auch immer wieder zu lesen, dass Bürgermeister, Bezirksvorsteher etc. eiskalt ihrer Poste enthoben werden, wenn die Corona-Lage in ihrem Zuständigkeitsbereich aus dem Ruder läuft- da kennt die Partei wohl kein Pardon.
Ich bin hier vor Ort auch mit drei Smartphones ausgestattet: Eines für reine Firmenangelegenheiten, welches zu dem Zeitpunkt zum Glück im Safe lag, und zwei für private Zwecke. Das man natürlich aufpassen muss, was man auf dem Handy hat bzw. was man auch gegenüber anderen kommuniziert und denjenigen ggf. auch noch damit gefährdet, wurde uns im Vorwege ausreichend eingetrichtert.
Das die goldenen Zeiten vorbei sind, stimmt wohl. Die Zahl der Expats geht stetig zurück und immer mehr Positionen werden mit eigenen Landsleuten besetzt.

Ich kann das (Ruhe bewahren) aus eigenem Erleben nur bestätigen. Situation: Ich komme zur Weiterreise von PEK nach KUL über SIN abends am Flughafen an. Zum Glück sehr frühzeitig. Die Vorfreude auf PEK-SIN mit SQ (und SIN-KUL mit ET) in C war groß. War ein One-Way-Award zur weitgehenden Abräumung meines Kontos bei M&M für IIRC 30.000 Meilen und ca. 20 EUR S&G. Bei der Ausreise in PEK gab es dann ein Problem: Bitte mal dort drüben Platz nehmen! *bäm* Einreise war per 144-h-TWOV erfolgt, aber Overstay ausgeschlossen. War erst gedanklich im Panikmodus, habe mich dann aber irgendwie gedanklich heruntergeregelt, dass es abzuwarten gilt, was mir vorgeworfen wird. Nach einer gefühlten Ewigkeit erschien ein Grenzbeamter, der mich fragte, wo ich übernachtet hätte. Das war ein Moment der Erleichterung. Ich habe ihm dann einen Ausdruck der Buchungsbestätigung, die Hotelrechnung und den Kreditkartenbeleg übergeben - und nach Anschauen und Fotokopieren war alles geritzt. Es reichte dann auch noch für die Lounge. Als ich diese verlassen habe, war die Gin-Flasche deutlich leerer als vorher.

Meine Vermutung ist, dass bei der Einreise das Hotel nicht oder nicht korrekt erfasst wurde. Beim Check-in im Hotel war mir auch dies aufgefallen: Mitarbeiterin #1 an der Rezeption hatte meinen Reisepass an Mitarbeiterin #2 übergeben, die ihn eingescannt hat. Das konnte ich beobachten, da Mitarbeiterin #2 an einem PC hantiert hat und auf dem Monitor irgendwann auch die Seite aus dem Reisepass mit meinem Foto zu sehen war. Als Mitarbeiterin #2 den Reisepass dann wieder an Mitarbeiterin #1 übergeben wollte, hatte ich aus der Situation heraus subjektiv den Eindruck, dass sie ihr irgendwas sagen wollte, es dann aber doch nicht getan hat.

Solange man nur kurzzeitig festgehalten wird und nicht für eine Nacht oder länger in einer Zelle/ Erdloch verschwindet, kann man es als "Erlebnis/Erfahrungszuwachs" verbuchen. Andernfalls hört der Spaß schnell auf.
 

mucaari

Erfahrenes Mitglied
10.01.2016
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HKG
Krasse Geschichte und tolle Bilder!
Aber Geschichten wie diese sind ein Grund, warum ich immer wenn ich in China bin etwas unruhig bin. Letztlich ist es ganz ganz schwer von aussen zu verstehen, welche Situationen einen in Gefahr bringen koennen. Klar geht es meistens gut aus, aber sollte irgendein Missverstaendnis vorkommen, ist man dann vielleicht doch ploetzlich einige Zeit unbegruendet in einer Zelle.

Ich hatte zB mal einen Fall: Ausreise aus Hangzhou, vor einem Flug Hangzhou - Hongkong. Beim Einchecken alles in Ordnung gewesen, dann ploetzlich bei der Ausreise ist dann der Beamte einfach mit meinem Pass verschwunden fuer ein paar Minuten. Kam mit irgendwelchen anderen Offiziellen zurueck. Problem war wohl: In meinem Namen ist ein Umlaut, Maschinenlesbar halt eben dann mit "OE" statt mit "Ö". Obwohl der Maschinenkode im Pass das natuerlich so beinhaltet, und es damit ein leichtes waere, zu erkennen dass das Ticket tatsaechlich auf mich ausgestellt ist. Scheint da also offenbar mangelhafte Kompetenz der Offiziellen zu sein. Man wollte mir wohl Dokumentenfaelschung oder aehnliches vorwerfen. Meine Freundin, die Mandarin spricht hat es dann nach 10min Diskussion geschafft die Wogen zu glaetten.

Haette ohne sie vielleicht auch anders ausgehen koennen. Respekt, dass du dir diese latente Rechtsunsicherheit dauerhaft zutraust! Insbesondere, da wie du ja schreibst, sie vielleicht angehalten sind, uebervorsichtig zu sein, irgendwelche Quoten erfuellen muessen oder was auch immer. Da ist man als Auslaender irgendwie immer eine Zielscheibe fuer solche Spielchen.
 

IL62M

Erfahrenes Mitglied
13.01.2022
475
2.436
Ein weiterer sehr schöner Bericht.

Kann die Situation mit der Polizei gut nachvollziehen. In meiner „Frühphase“ hat es mich auch ein paarmal erwischt. Harare und Moskau Domodedovo waren deiner Erfahrung nicht unähnlich. Wobei die schlimmste Folter in Domodedovo war über das ganze Vorfeld an all den geparkten TU154 mit wunderbaren Licht vorbei zur Polizei Baracke geführt zu werden. Wollte auf dem Rückweg schon fast fragen ob ich jetzt nicht ein paar Photos machen kann, nachdem wir ja genung Zeit damit verbracht hatten zu klaeren, dass ich ungefährlich bin. Habe es dann aber doch lieber gelassen :ROFLMAO:

Die Smartphone Problematik ist in China aber natürlich nochmal was anderes, War mir so nicht bewusst.
 
Zuletzt bearbeitet:

UniformSierra1

Erfahrenes Mitglied
06.02.2022
350
3.603
HAM
Krasse Geschichte und tolle Bilder!
Aber Geschichten wie diese sind ein Grund, warum ich immer wenn ich in China bin etwas unruhig bin. Letztlich ist es ganz ganz schwer von aussen zu verstehen, welche Situationen einen in Gefahr bringen koennen. Klar geht es meistens gut aus, aber sollte irgendein Missverstaendnis vorkommen, ist man dann vielleicht doch ploetzlich einige Zeit unbegruendet in einer Zelle.

Ich hatte zB mal einen Fall: Ausreise aus Hangzhou, vor einem Flug Hangzhou - Hongkong. Beim Einchecken alles in Ordnung gewesen, dann ploetzlich bei der Ausreise ist dann der Beamte einfach mit meinem Pass verschwunden fuer ein paar Minuten. Kam mit irgendwelchen anderen Offiziellen zurueck. Problem war wohl: In meinem Namen ist ein Umlaut, Maschinenlesbar halt eben dann mit "OE" statt mit "Ö". Obwohl der Maschinenkode im Pass das natuerlich so beinhaltet, und es damit ein leichtes waere, zu erkennen dass das Ticket tatsaechlich auf mich ausgestellt ist. Scheint da also offenbar mangelhafte Kompetenz der Offiziellen zu sein. Man wollte mir wohl Dokumentenfaelschung oder aehnliches vorwerfen. Meine Freundin, die Mandarin spricht hat es dann nach 10min Diskussion geschafft die Wogen zu glaetten.

Haette ohne sie vielleicht auch anders ausgehen koennen. Respekt, dass du dir diese latente Rechtsunsicherheit dauerhaft zutraust! Insbesondere, da wie du ja schreibst, sie vielleicht angehalten sind, uebervorsichtig zu sein, irgendwelche Quoten erfuellen muessen oder was auch immer. Da ist man als Auslaender irgendwie immer eine Zielscheibe fuer solche Spielchen.

Danke dir.

Das mit dem Pass kenne ich auch, da ich ein "Ü" im Namen habe. Bisher gab es auf jedem Inlandsflug deswegen immer die selben Probleme. Bin dazu übergegangen gleich zu Beginn der Kontrolle daraufhinzuweisen, dass sie den Namen im maschinenlesbaren Teil nutzen sollen um ihn mit dem Namen auf dem Ticket zu vergleichen. Klappt meist ganz gut. Ansonsten noch per Translator App erklären, das "Ü" und "UE" das selbe bedeuten.
 

plotz

Erfahrenes Mitglied
26.05.2015
1.106
324
Falls es hilft: die Pinyin Umschrift kennt das gleiche Symptom, in der Umschrift für Handy und PC wird ein als Ü gesprochener Laut mit V (gibt es so nicht im pinyin) geschrieben. Die Brücke haben wir immer zur Illustration bei Kontrollen benutzt. Allerdings waren auch alle immer nett zu uns und wir sprachen Als Gruppe passabel Chinesisch.
 
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