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Hallihallo,
zum Jahreswechsel 2021/22 hatte ich noch ein paar freie Tage und wollte diese nicht in Tianjin verbringen. Zum einen hatte ich aus Sanya eine Einladung zu einem Planespotting Event erhalten, zum zweiten waren aufgrund der um diese Jahreszeit vorherrschenden Temperaturen die Auswahl an Destinationen recht beschränkt und zum dritten wollte ich einen Ort für Silvester wo es einigermaßen Feuerwerk gab (außer in Shanghai). Guangzhou schien hierfür als Wiederholungstat geeignet. Xiamen als UNESCO Stadt stand auch noch auf der Liste und sollte mit seiner Lage zwischen Hong Kong und Shanghai nicht allzu kalt sein. Also war das Routing gefunden: TSN-XMN-SYX-CAN-TSN.
Von Tianjin nach Xiamen buchte ich zunächst einen Morgenflug mit Xiamen Airlines. Der wurde jedoch ein paar Tage nach der Buchung wieder gecancelt und ich wurde auf einen acht Stunden späteren Flug umgebucht. Keine Option für mich, da mir so fast ein ganzer Tag flöten geht. Also auch das wieder gecancelt und auf eine morgendliche Air China umgebucht. Nur je näher der Abflug rückte, umso mehr ließ sich wahrnehmen, dass auch dieser Flug an vorausgehenden Tagen immer wieder gecancelt wurde. So bekam ich auch etwa zwei Tage vorher die Info, dass mein Flug ebenfalls gecancelt wurde. Ich vermute wegen Corona war der Demand einfach zu gering. Mein Routing stand auf dem Spiel und als einzige Option auf dem Luftweg wegzukommen war noch Tianjin Airlines. Schnell die Statistik gecheckt und ja, tatsächlich sind sie die letzten Tage immer geflogen. Also gebucht und gehofft.
Mein Rettungsanker, die B-8381 wartet auf mich und ich bin erleichtert als wir endlich airborne sind.
Unten rechts im Bild ist das Gelände der Aviation University zu sehen inklusive Flugzeugfriedhof
banking away
es geht südwärts entlang der chinesischen Küste
nach ca. 2,5 h gehts wieder in den descent
schon im Anflug lässt sich erahnen, dass die Luft nicht so gut ist
und im Gegenlicht über die Stadt in den final. Xiamen ist ähnlich wie Hong Kong: Ein Teil der Stadt befindet sich auf dem Festland und der andere auf einer davorliegenden Insel
nach der Landung düse ich gleich zum Ferry Terminal um für den nächsten Tag Tickets für die Überfahrt nach Gulangyu zu ergattern. Die Insel ist autofrei und hat eine koloniale Altstadt mit einigen Hügeln, Stränden und netter Aussicht. Allerdings stellte ich entgeistert fest, dass man für das Betreten der Insel in den vorhergehenden 48 h drei Covid-Tests nachweisen muss. Grrr. Also kann ich mir das schon mal abschminken und womöglich der schönste und beste Teil dieser Stadt ist mir verwehrt worden. Also muss umgeplant werden.
So fahre ich zunächst etwas mit dem Rad am Wasser entlang, von wo ich einen Hügel entdecke, welcher sich für die abendliche Aussicht eignet.
Das Wetter am nächsten Tag ist sonnig und so will ich einige Arrivals am Vormittag mitnehmen
danach Standortwechsel: Ich ging zu einem in der Nähe befindlichen Möbelmarkt, Kamera im Laden vorgezeigt und mir wurde der Zutritt zur Dachterrasse gewährt. Oben angekommen waren auch einige Locals da. Der Spot ist auch in etlichen Spottingguides erwähnt und wurde mir voher von einem Local ebenfalls empfohlen.
Man hat hier die Arrivals und Line ups im Blick
Homecarrier mit Bobby
Homecarrier mit Dreamliner
und auch einige Bizzer kommen vorbei
Es war nun etwa eine Stunde vergangen, als aufeinmal ein älterer Herr im Hausmeisterlook auftauchte und mir auf chinesisch zu verstehen gab, ich solle hier keine Bilder machen. Per Übersetzer App gab ich ihm zu verstehen, dass man es mir unten im Laden vorhin erlaubt hätte und ich wissen wollte was sein Problem wäre, da ich nichts anderes machen würde, als all die anderen Anwesenden. Es beeindruckte ihm wenig und er begann zu telefonieren. Da ich eh nicht mehr lange bleiben wollte, zog ich es besser vor an dieser Stelle abzubrechen und zu gehen, bevor es Ärger gibt. Daran versuchte er mich allerdings zu hindern und wollte, dass ich oben auf dem Dach warte. Ich dachte mir ein klärendes Gespräch mit dem Herrn unten im Laden, der mir meinen Aufenthalt genehmigt hatte, könnte Abhilfe verschaffen.
Treppabwärts kam mir schon eine wütende Meute entgegen, die mir klarmachte, dass ich nicht in den Laden gehen solle, sondern ganz raus auf die Straße. Herrschaftszeiten, was auch immer hier vor sicht geht, aber mit denen ist gar nicht gut Kirschen essen.
Draußen angekommen allerlei Leute, aber von dem Typ aus dem Möbelladen, welchen ich als meinen einzigen Rettungsanker sah, war weit und breit nichts zu sehen. Erstmal das Kamera-Equipment im Rucksack verschwinden lassen und schon kam ein Drei-Mann-Gespann von halbuniformierter Hilfspolizei mit Stahlhelmen angeflitzt. Ein Zivilist fragte mit gebrochenem Englisch ob ich Australier oder Amerikaner sei. Weder noch, und Deutschland wollte er nicht kennen. Ich gab ihm zu verstehen, dass ich jetzt gehen werde, wie scheinbar erwünscht. Er entgegnete jedoch ich solle warten, aber worauf genau, wollte er nicht sagen. Mir schwahnte Böses.
Kurz darauf kam ein Polizeiwagen an. Der Hausmeistertyp sprach kurz mit den Beamten, mir wurde die Tür aufgehalten, die Bodycam auf mich gerichtet und los ging die Fahrt auf der Rückbank hinter der Glasscheibe. Nach einigen Minuten wurde ich an einer Polizeistation in Empfang genommen und in einen eingemauerten Innenhof gebracht. Dort musste ich auf einem Hocker im Schatten Platz nehmen bei etwa 10 Grad. Gibt durchaus angenehmeres. Es lief von nun an fast nur mit Übersetzer. Man gab mir zu verstehen, ich solle jetzt kooperieren und man würde mein Smartphone durchforsten. Da ich mir keiner Schuld bewusst war und nichts zu verbergen hatte, ließ ich sie gewähren. Ein weiterer Polizist kam aus dem Gebäude stellte einige Fragen, verschwand wieder drinnen, kam kurz darauf wieder mit einer neuen Frage und verschwand wieder. So ging es einige Male hin und her.
Die Fragen drehten sich natürlich darum, wer ich bin und was ich hier mache etc. Ich machte ihnen klar, dass es sich um eine reine Freizeitbeschäftigung handelt.
Dann wollten sie meine originale Work Permit usw. sehen welche sich im Hotel befand. Daraufhin wollte ein Beamter losfahren und diese holen. Ich fragte wie er gedenke es zu tun, da die Papiere schließlich nicht zwischen den Flyern an der Rezeption liegen, sondern eingeschlossen sind und ohne mich niemand Zugriff hat. Es schien ihm einzuleuchten.
Also musste ich mitkommen. Ab auf die Rücksitzbank. und es ging los. Der Fahrstil war schlimmer als in der ersten Fahrstunde. Bei voller Fahrt hat er den Motor abgewürgt, beim Parkieren das selbe Drama. Junge, Junge. Im Hotel angekommen durchsuchten sie mein Zimmer und mit den erforderlichen Dokumenten gings zurück zur Wache. Dort musste ich wieder Platz nehmen und zwei neue Gesichter erschienen. Einer davon trug deutlich sichtbar das Parteiabzeichen. Etwas hilflos drehten sie die Dokumente hin und her und wussten scheinbar nicht so recht damit was anzufangen. Was ist das bloß für eine unprofessionelle Staatsmacht die durch die eigens ausgestellten Dokumente nicht durchblickt ? Dann kamen erneut die Fragen, die ich früher schon beantwortet hatte. Man hoffte wohl, etwaige Widersprüche in meinen Antworten ausmachen zu können, falls ich lügen sollte. Eine ähnliche Vorgensweise hatte ich vor einigen Jahren bei der Immigration in Auckland erdulden müssen. Aber das ist eine andere Geschichte.
Nach wie vor wollten sie nicht die Kamera sehen, es drehte sich alles nur ums Handy. Dort waren zwei Schnappschüsse vom Airport drauf. Langsam dämmerte ihnen wohl, dass ich wirklich nichts zu verbergen hatte und der erste von den mitlerweile fünf Beteiligten, entschuldigte sich bereits für die Unannehmlichkeiten.
Dann riet mir der Zwei -Sterne General, man könne seine Aktivitäten bei der Stadtbehörde quasi anmelden, um solch ein Desaster zu vermeiden. Naja, jetzt ist es eh zu spät und ich werde auch gewiss nie wieder kommen. Er entschuldigte sich dafür, dass sie mir so viel Zeit geraubt haben und wollte noch ein Selfie mit mir machen. Dann nach etwa drei Stunden durfte ich gehen. Für welches vermeintliches Vergehen ich jetzt genau festgehalten wurde, hat man mir nicht gesagt. Man kann also nur mutmaßen.
Ich war bedient, trotz des glimpflichen Ausgangs der Sache. Zumal mir dieser Incident ernsthaft zu denken gab, wie realistisch durchführbar zukünftige Trips und derartige Aktivitäten in Gegenden sind, die noch weniger touristisch erschlossen sind und man als Westmann noch mehr auffallen würde als ohnehin schon.
Der Trip stand von Anfang an scheinbar unter keinem guten Stern. Dafür ist zuviel entgegen der Planung gelaufen.
Am Nachmittag schnappte ich mir ein Rad und genoss das gute Wetter. Die kommenden Tage sollten nämlich regnerisch werden
von diesem Hügel hinter dem Tempel hätte man einen wunderbaren Ausblick auf die City, dieser ist aber wegen Corona nicht zugänglich. So richtig Spaß wie früher macht das Reisen irgendwie nicht mit solchen Einschränkungen
rechts im Bild das Cruiseship Terminal
und noch ein halbwegs vernünftiges sunset bevor die nächste Tage im Regen untergehen
der Mond lässt sich auch blicken
jeweils am Abend der letzten beiden Tage war es trocken, sodass ich mit Stativ bewaffnet loszog
das zum Abschluss soll reichen
früh am nächsten Morgen verlasse ich an Bord der B-5653 mit Xiamen Airlines die triste Gegend und es geht in den sonnigen Süden. Ich spekuliere auf einen 08 approach und sitze dieses mal auf der linken Seite. Nördlich an Sanya Bay und dem Phoenix Airport gehts in den downwind
turning base
die "bekannte" Statue, wohl eher enttäuschend für die Vielgereisten
schön nah an den Hügeln vorbei in den final
das Hinterland erinnert mich jedesmal etwas an Kuba mit den Plantagen und bruchigen Häusern
vom Airport gehts auf die östliche Seite von Sanya in das Haitang Bay Resort. Bis auf die Füße hochzulegen habe ich für die drei Tage nichts weiter geplant.
Zwei Snapshots vom Handy, entschuldigt bitte die Qualität.
Ausblick Richtung Landseite vom Balkon
Der Pool gefiel mir ganz gut, da er höher als der Strand liegt und man optisch auf das Meer hinausschwimmt.
Sunrise
Nun stand ein Hotelwechsel an ins Ramada by Wyndham wo ich beim vorigen Trip schon residierte nach dem Motto "I know what I get". Zumal die Hotelauswahl eh nicht so berauschend umfangreich war. Kurz eingecheckt und zum Wing Cloud Hotel geradelt. Bei dem dortigen Event, welches jährlich stattfindet, waren Spotter aus dem ganzen Land angereist.
Es stand auch das ein oder andere Highlight an, wie zum Beispiel die rote Hainan Airlines
oder eine 77W, die auch eher selten vor Ort ist
das Wetter an diesem 26. Dezember war jedoch leider sehr bewölkt. Dafür war es zwei Tage später umso besser und ich postierte mich im 19. Stock auf dem Tibet Hotel.
Hier entgeht mir kein Movement.
Spring Airlines mit neuer Livery
WestAir mit PAND-AUTO colors
eine frühe Rotation legte diese 787 im Farbkleid der Juneyao Air hin
kurz darauf rollt dieser GX Neo locker aus
nicht optimales Licht, aber dennoch wissen die special colors zu gefallen
ein 330 mit kontrastreichen Backdrop
auch dieser 330 überwindet die Schwerkraft und verabschiedet sich nach Beijing
China United schont die Bremsen und rollt etwas weiter durch
Surprise, surprise! Ein Sikorsky S-92A Helibus. Wusste bis dato nicht, dass China Southern auch Helis in der Flotte hat
auch Chengdu Airlines nutzt etwas mehr runway
Fortsetzung im nächsten Beitrag aufgrund der maximalen Bilderanzahl pro Beitrag
zum Jahreswechsel 2021/22 hatte ich noch ein paar freie Tage und wollte diese nicht in Tianjin verbringen. Zum einen hatte ich aus Sanya eine Einladung zu einem Planespotting Event erhalten, zum zweiten waren aufgrund der um diese Jahreszeit vorherrschenden Temperaturen die Auswahl an Destinationen recht beschränkt und zum dritten wollte ich einen Ort für Silvester wo es einigermaßen Feuerwerk gab (außer in Shanghai). Guangzhou schien hierfür als Wiederholungstat geeignet. Xiamen als UNESCO Stadt stand auch noch auf der Liste und sollte mit seiner Lage zwischen Hong Kong und Shanghai nicht allzu kalt sein. Also war das Routing gefunden: TSN-XMN-SYX-CAN-TSN.
Von Tianjin nach Xiamen buchte ich zunächst einen Morgenflug mit Xiamen Airlines. Der wurde jedoch ein paar Tage nach der Buchung wieder gecancelt und ich wurde auf einen acht Stunden späteren Flug umgebucht. Keine Option für mich, da mir so fast ein ganzer Tag flöten geht. Also auch das wieder gecancelt und auf eine morgendliche Air China umgebucht. Nur je näher der Abflug rückte, umso mehr ließ sich wahrnehmen, dass auch dieser Flug an vorausgehenden Tagen immer wieder gecancelt wurde. So bekam ich auch etwa zwei Tage vorher die Info, dass mein Flug ebenfalls gecancelt wurde. Ich vermute wegen Corona war der Demand einfach zu gering. Mein Routing stand auf dem Spiel und als einzige Option auf dem Luftweg wegzukommen war noch Tianjin Airlines. Schnell die Statistik gecheckt und ja, tatsächlich sind sie die letzten Tage immer geflogen. Also gebucht und gehofft.
Mein Rettungsanker, die B-8381 wartet auf mich und ich bin erleichtert als wir endlich airborne sind.
Unten rechts im Bild ist das Gelände der Aviation University zu sehen inklusive Flugzeugfriedhof
banking away
es geht südwärts entlang der chinesischen Küste
nach ca. 2,5 h gehts wieder in den descent
schon im Anflug lässt sich erahnen, dass die Luft nicht so gut ist
und im Gegenlicht über die Stadt in den final. Xiamen ist ähnlich wie Hong Kong: Ein Teil der Stadt befindet sich auf dem Festland und der andere auf einer davorliegenden Insel
nach der Landung düse ich gleich zum Ferry Terminal um für den nächsten Tag Tickets für die Überfahrt nach Gulangyu zu ergattern. Die Insel ist autofrei und hat eine koloniale Altstadt mit einigen Hügeln, Stränden und netter Aussicht. Allerdings stellte ich entgeistert fest, dass man für das Betreten der Insel in den vorhergehenden 48 h drei Covid-Tests nachweisen muss. Grrr. Also kann ich mir das schon mal abschminken und womöglich der schönste und beste Teil dieser Stadt ist mir verwehrt worden. Also muss umgeplant werden.
So fahre ich zunächst etwas mit dem Rad am Wasser entlang, von wo ich einen Hügel entdecke, welcher sich für die abendliche Aussicht eignet.
Das Wetter am nächsten Tag ist sonnig und so will ich einige Arrivals am Vormittag mitnehmen
danach Standortwechsel: Ich ging zu einem in der Nähe befindlichen Möbelmarkt, Kamera im Laden vorgezeigt und mir wurde der Zutritt zur Dachterrasse gewährt. Oben angekommen waren auch einige Locals da. Der Spot ist auch in etlichen Spottingguides erwähnt und wurde mir voher von einem Local ebenfalls empfohlen.
Man hat hier die Arrivals und Line ups im Blick
Homecarrier mit Bobby
Homecarrier mit Dreamliner
und auch einige Bizzer kommen vorbei
Es war nun etwa eine Stunde vergangen, als aufeinmal ein älterer Herr im Hausmeisterlook auftauchte und mir auf chinesisch zu verstehen gab, ich solle hier keine Bilder machen. Per Übersetzer App gab ich ihm zu verstehen, dass man es mir unten im Laden vorhin erlaubt hätte und ich wissen wollte was sein Problem wäre, da ich nichts anderes machen würde, als all die anderen Anwesenden. Es beeindruckte ihm wenig und er begann zu telefonieren. Da ich eh nicht mehr lange bleiben wollte, zog ich es besser vor an dieser Stelle abzubrechen und zu gehen, bevor es Ärger gibt. Daran versuchte er mich allerdings zu hindern und wollte, dass ich oben auf dem Dach warte. Ich dachte mir ein klärendes Gespräch mit dem Herrn unten im Laden, der mir meinen Aufenthalt genehmigt hatte, könnte Abhilfe verschaffen.
Treppabwärts kam mir schon eine wütende Meute entgegen, die mir klarmachte, dass ich nicht in den Laden gehen solle, sondern ganz raus auf die Straße. Herrschaftszeiten, was auch immer hier vor sicht geht, aber mit denen ist gar nicht gut Kirschen essen.
Draußen angekommen allerlei Leute, aber von dem Typ aus dem Möbelladen, welchen ich als meinen einzigen Rettungsanker sah, war weit und breit nichts zu sehen. Erstmal das Kamera-Equipment im Rucksack verschwinden lassen und schon kam ein Drei-Mann-Gespann von halbuniformierter Hilfspolizei mit Stahlhelmen angeflitzt. Ein Zivilist fragte mit gebrochenem Englisch ob ich Australier oder Amerikaner sei. Weder noch, und Deutschland wollte er nicht kennen. Ich gab ihm zu verstehen, dass ich jetzt gehen werde, wie scheinbar erwünscht. Er entgegnete jedoch ich solle warten, aber worauf genau, wollte er nicht sagen. Mir schwahnte Böses.
Kurz darauf kam ein Polizeiwagen an. Der Hausmeistertyp sprach kurz mit den Beamten, mir wurde die Tür aufgehalten, die Bodycam auf mich gerichtet und los ging die Fahrt auf der Rückbank hinter der Glasscheibe. Nach einigen Minuten wurde ich an einer Polizeistation in Empfang genommen und in einen eingemauerten Innenhof gebracht. Dort musste ich auf einem Hocker im Schatten Platz nehmen bei etwa 10 Grad. Gibt durchaus angenehmeres. Es lief von nun an fast nur mit Übersetzer. Man gab mir zu verstehen, ich solle jetzt kooperieren und man würde mein Smartphone durchforsten. Da ich mir keiner Schuld bewusst war und nichts zu verbergen hatte, ließ ich sie gewähren. Ein weiterer Polizist kam aus dem Gebäude stellte einige Fragen, verschwand wieder drinnen, kam kurz darauf wieder mit einer neuen Frage und verschwand wieder. So ging es einige Male hin und her.
Die Fragen drehten sich natürlich darum, wer ich bin und was ich hier mache etc. Ich machte ihnen klar, dass es sich um eine reine Freizeitbeschäftigung handelt.
Dann wollten sie meine originale Work Permit usw. sehen welche sich im Hotel befand. Daraufhin wollte ein Beamter losfahren und diese holen. Ich fragte wie er gedenke es zu tun, da die Papiere schließlich nicht zwischen den Flyern an der Rezeption liegen, sondern eingeschlossen sind und ohne mich niemand Zugriff hat. Es schien ihm einzuleuchten.
Also musste ich mitkommen. Ab auf die Rücksitzbank. und es ging los. Der Fahrstil war schlimmer als in der ersten Fahrstunde. Bei voller Fahrt hat er den Motor abgewürgt, beim Parkieren das selbe Drama. Junge, Junge. Im Hotel angekommen durchsuchten sie mein Zimmer und mit den erforderlichen Dokumenten gings zurück zur Wache. Dort musste ich wieder Platz nehmen und zwei neue Gesichter erschienen. Einer davon trug deutlich sichtbar das Parteiabzeichen. Etwas hilflos drehten sie die Dokumente hin und her und wussten scheinbar nicht so recht damit was anzufangen. Was ist das bloß für eine unprofessionelle Staatsmacht die durch die eigens ausgestellten Dokumente nicht durchblickt ? Dann kamen erneut die Fragen, die ich früher schon beantwortet hatte. Man hoffte wohl, etwaige Widersprüche in meinen Antworten ausmachen zu können, falls ich lügen sollte. Eine ähnliche Vorgensweise hatte ich vor einigen Jahren bei der Immigration in Auckland erdulden müssen. Aber das ist eine andere Geschichte.
Nach wie vor wollten sie nicht die Kamera sehen, es drehte sich alles nur ums Handy. Dort waren zwei Schnappschüsse vom Airport drauf. Langsam dämmerte ihnen wohl, dass ich wirklich nichts zu verbergen hatte und der erste von den mitlerweile fünf Beteiligten, entschuldigte sich bereits für die Unannehmlichkeiten.
Dann riet mir der Zwei -Sterne General, man könne seine Aktivitäten bei der Stadtbehörde quasi anmelden, um solch ein Desaster zu vermeiden. Naja, jetzt ist es eh zu spät und ich werde auch gewiss nie wieder kommen. Er entschuldigte sich dafür, dass sie mir so viel Zeit geraubt haben und wollte noch ein Selfie mit mir machen. Dann nach etwa drei Stunden durfte ich gehen. Für welches vermeintliches Vergehen ich jetzt genau festgehalten wurde, hat man mir nicht gesagt. Man kann also nur mutmaßen.
Ich war bedient, trotz des glimpflichen Ausgangs der Sache. Zumal mir dieser Incident ernsthaft zu denken gab, wie realistisch durchführbar zukünftige Trips und derartige Aktivitäten in Gegenden sind, die noch weniger touristisch erschlossen sind und man als Westmann noch mehr auffallen würde als ohnehin schon.
Der Trip stand von Anfang an scheinbar unter keinem guten Stern. Dafür ist zuviel entgegen der Planung gelaufen.
Am Nachmittag schnappte ich mir ein Rad und genoss das gute Wetter. Die kommenden Tage sollten nämlich regnerisch werden
von diesem Hügel hinter dem Tempel hätte man einen wunderbaren Ausblick auf die City, dieser ist aber wegen Corona nicht zugänglich. So richtig Spaß wie früher macht das Reisen irgendwie nicht mit solchen Einschränkungen
rechts im Bild das Cruiseship Terminal
und noch ein halbwegs vernünftiges sunset bevor die nächste Tage im Regen untergehen
der Mond lässt sich auch blicken
jeweils am Abend der letzten beiden Tage war es trocken, sodass ich mit Stativ bewaffnet loszog
das zum Abschluss soll reichen
früh am nächsten Morgen verlasse ich an Bord der B-5653 mit Xiamen Airlines die triste Gegend und es geht in den sonnigen Süden. Ich spekuliere auf einen 08 approach und sitze dieses mal auf der linken Seite. Nördlich an Sanya Bay und dem Phoenix Airport gehts in den downwind
turning base
die "bekannte" Statue, wohl eher enttäuschend für die Vielgereisten
schön nah an den Hügeln vorbei in den final
das Hinterland erinnert mich jedesmal etwas an Kuba mit den Plantagen und bruchigen Häusern
vom Airport gehts auf die östliche Seite von Sanya in das Haitang Bay Resort. Bis auf die Füße hochzulegen habe ich für die drei Tage nichts weiter geplant.
Zwei Snapshots vom Handy, entschuldigt bitte die Qualität.
Ausblick Richtung Landseite vom Balkon
Der Pool gefiel mir ganz gut, da er höher als der Strand liegt und man optisch auf das Meer hinausschwimmt.
Sunrise
Nun stand ein Hotelwechsel an ins Ramada by Wyndham wo ich beim vorigen Trip schon residierte nach dem Motto "I know what I get". Zumal die Hotelauswahl eh nicht so berauschend umfangreich war. Kurz eingecheckt und zum Wing Cloud Hotel geradelt. Bei dem dortigen Event, welches jährlich stattfindet, waren Spotter aus dem ganzen Land angereist.
Es stand auch das ein oder andere Highlight an, wie zum Beispiel die rote Hainan Airlines
oder eine 77W, die auch eher selten vor Ort ist
das Wetter an diesem 26. Dezember war jedoch leider sehr bewölkt. Dafür war es zwei Tage später umso besser und ich postierte mich im 19. Stock auf dem Tibet Hotel.
Hier entgeht mir kein Movement.
Spring Airlines mit neuer Livery
WestAir mit PAND-AUTO colors
eine frühe Rotation legte diese 787 im Farbkleid der Juneyao Air hin
kurz darauf rollt dieser GX Neo locker aus
nicht optimales Licht, aber dennoch wissen die special colors zu gefallen
ein 330 mit kontrastreichen Backdrop
auch dieser 330 überwindet die Schwerkraft und verabschiedet sich nach Beijing
China United schont die Bremsen und rollt etwas weiter durch
Surprise, surprise! Ein Sikorsky S-92A Helibus. Wusste bis dato nicht, dass China Southern auch Helis in der Flotte hat
auch Chengdu Airlines nutzt etwas mehr runway
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