Dresscode im Job - weniger optische Abwechslung im Berufsalltag ?

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ckruetze

Erfahrenes Mitglied
09.07.2009
638
0
EDXK
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Das würde ich es erwarten, aber doch nicht in der "Alten Welt"!

Und ich hätte noch 3 Beispiele:

Royal Opera London:
Das Ticket kostet rund 200,- €, Sie im "Kleinen Schwarzen", Er in Trecking-Hose!
(Londoner sind tolerant! Ich kenne Opernhäuser, da wäre er draußen geblieben.)
Ich muß es endlich mal versuchen im Anzug in die Oper zu gehen. Woran liegt es das Opern im Anzug viel besser sind? Hat man durch einen Anzug eine bessere Akustik? Muß ja schließlich einen Grund geben warum so viele Leute darauf wert legen.

Kleiner mittelständischer Betrieb in Süddeutschland:
Die "Empfangsdame", Mitte 20, attraktive Erscheinung, im durchsichtigen Top mit Blümchen-BH (oder Bikini-Oberteil?)
(Ich war dann noch 3 mal dort, das Outfit war zwar nie mehr so "aufreizend", nur es spottete jedes mal eigentlich jeder Beschreibung.)
Dazu kann ich nichts sagen, kommt drauf an wie die anderen Mitarbeiter in dem Betrieb angezogen sind bzw ob es einen Dresscode gibt.

Noch kleinerer Betrieb, diesmal in NRW:
Termin beim IT-Leiter, der uns in T-Shirt, abgerissenen Jeans und Turnschuhen empfing.
(Irgendwie fühlt man sich da nicht wirklich ernst genommen. Es kam, völlig überraschend, auch zu keinem Abschluss.) )
Bei mir hättest du da auch schlechte Karten wenn es um einen Abschluss geht, wobei meine Jeans aktuell nicht abgerissen ist und auch keine Löcher hat.


Grundsätzlich handhabe ich das so, wenn ich mit Kunden Kontakt habe dann ziehe ich mich so an wie es die Kunden erwarten würden, egal wie dämlich das ist, aber der Kunde ist König und wenn er mich im Anzug sehen will dann bitte.

Ansonsten trage ich eigentlich immer eine Jeans (im Sommer auch mal eine kurze Hose) dazu meistens ein T-Shirt oder gelegentlich ein Hemd. Für termine bei denen mir jemand etwas verkaufen will ziehe ich mir ganz sicher keinen Anzug an. Wenn es dem Verkäufer nicht passt, dann suche ich mir halt einen anderen.

Die einzigen Ausnahmen sind für mich Termine in London, schlicht aus dem Grund weil man in einige Gebäude mit Jeans und T-Shirt nicht rein kommt.
 

flyglobal

Erfahrenes Mitglied
25.12.2009
5.617
521
Apropo Dresscode:
Während meines Assignments in Korea:

Normalerweise waren unsere Engineering Damen im grau normalen Alltagskleidung - Typ eher unscheinbarer ungeschminkter Durchschnitt. Darüber gerne getragen die Company Einheitsjacke. Kein dresscode hat existiert.

Dann - ich komme nichtsahnend von einer Dienstreise aus Brasilien zurück kratze mich am Kopf: was ist denn hier passiert?
Der Graue Anblick komplett gewandelt durch und durch:
1) Gut Akzentuiertes Makeup - keinesfalls ordinär
2) Eher Rock statt Hose und ca. 10-15 cm kürzer - keinesfalls zu kurz, aber kurz
3) Push up einiger Körperteile und offenere Präsentation - dezent aber gewölbt wo sonst keine wölbung war
4) Keine company jacken
5) Offene Haare

Meine erste Frage war: gibt es hier jetzt einen Dresscode? Antwort: Nein, finde den Grund selbst raus.
Dauerte ca. 3 h als sich die Türen des Haupkonferenzraums öffneten.

Besuch eines Testteams (4 Personen) aus unserem Australischen Entwicklungscenter.
Typ und Aussehen: Baywatch Rettungsschwimmer am Barrier Reef.
Man konne deutlich erkennen wie eher Arbeit angedient als verzögert wurde.

Wir hatten für ca. 1 Woche während des Besuchs einen ungeschriebenen Dresscode. Durchaus nett anzusehen.
Dann nach ca 3 Wochen hat sich dann der 'vor Besuch des Australischen Teams' Zustand wieder eingependelt.

Bis heute gibt es keinen solchen und 'leider' hat das Team uns nicht wieder besucht.

Soviel zum ungeschriebenen Dresscode.

Gruß

Flyglobal
.
Aha -
 

peter42

Moderator
Teammitglied
09.03.2009
13.380
1.244
Und was den IT-Chef angeht, so (vielleicht bin ich etwas "altmodisch") finde ich, hat das etwas mit gegenseitigem Respekt zu tun.
Ich habe jede Menge Kunden, bei denen ich nicht in "Berateruniform" (Anzug, Hemd, Krawatte) auftauche.
Nur für den sogenannten "Erstkontakt" werde ich nie etwas anderes anziehen.
Wenn mir dann aber jemand gegenüber tritt, der bereits optisch deutlich unter den im Unternehmen sonst üblichen liegt, so ist das für mich eine deutliche Aussage der Geringschätzung. Ich habe nichts gegen Jeans, T-Shirt und Turnschuhe, nur ich habe schon Penner auf der Strasse gesehen, die deutlich vorteilhafter gekleidet waren, als dieser Herr.
Aber das mag nun auch an mir und meinen Kollegen liegen, dass wir dieses Auftreten eigentlich nicht einmal als unpassend, sondern viel mehr als unverschämt angesehen haben.

Ist eine in der Technik übliche Kleidung - daher finde ich es absolut OK. BTW. die Götter im PS bei SUN laufen auch so rum, obwohl sie Consultants sind. Also ja war es Eure persönliche Erwartungshaltung, die enttäuscht wurde, nicht mehr und nicht weniger. Ihr wolltet was verkaufen, daher fände ich es als eher Kunde unverschämt, wenn ihr meint, dass der Kunde sich rausputzen muss.

Meine Erfahrung ist gerade im IT-Bereich so, dass Outfit und Wissen oft reziprok korreliert.
 
Zuletzt bearbeitet:
D

Der Graue Herr

Guest
Wenn jemand die "optische Abwechlung" gekonnt beherrschen würde, wäre ich dankbar. In 99% der Fälle tun man besser daran, den Leuten die Bekleidung vorzuschreiben.
 

fly4free

Erfahrenes Mitglied
18.02.2010
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64
CH-AG
Ich (auch so'n IT-Chaot) durfte in früherer Zeit in einem Dresscode-fixierten Unternehmen als IT-Chef in der erweiterten Geschäftsleitung amten und bin dort bis zur Präsentation eines Witzes beim Geschäftsführer wegen meiner (intern) etwas legeren Kleidung mehrmals deutlich angeeckt.

Die neuen Rekruten werden eingekleidet.
Für einen kleinen Dicken wird nichts passendes gefunden. Alles kneift und klemmt.
Brüllt der Spieß: "Mann, wie sehen Sie denn aus?"
"Was denn," sagt der Rekrut, "braucht ihr nen Killer oder nen Dressman?"

Danach wurde nie mehr ein Wort über meine Kleidung verloren.
 

shop-and-go

Erfahrenes Mitglied
09.03.2009
557
75
zwischen BSL/SXB/FKB
Ganz klasse ist ja Seite 39, die richtige Dosierung von Deodorant und Parfum. Also bei UBS habe ich wenigstens das Gefühl, das mein Geld stilvoll verzockt wird!
 

epericolososporgersi

Erfahrenes Mitglied
09.03.2009
2.047
40
Ich muß es endlich mal versuchen im Anzug in die Oper zu gehen. Woran liegt es das Opern im Anzug viel besser sind? Hat man durch einen Anzug eine bessere Akustik? Muß ja schließlich einen Grund geben warum so viele Leute darauf wert legen.

Das ist im Ergebnis gar nicht so daneben.
Der Anzug und das Abendkleid in der Oper bewirken bei vielen Menschen, dass sie das Gefühl haben, bei etwas "Besonderem" dabei zu sein. Der Abend beginnt dann schon bei Umziehen und das steigert die Vorfreuden.

Wie gesagt, nicht bei allen, aber bei vielen Menschen.

Und wenn man sich auf etwas besonders freut, dann nimmt man es meist auch positiver wahr.

Nicht alle, aber viele Menschen.


Ein ähnliches Prinzip findet sich beim Trinken von Wein. Der 1966 er Romanée - Conti schmeckt deutlich besser, wenn man vorher das Etikett gesehen hat.


EDIT: Mein besonderes Highlight sind oft Handwerker, die sich normalerweise in ihren Arbeitsklamotten richtig wohl fühlen, aber ausnahmsweise einmal einen Anzug oder meist eher einen Sakko und eine viel zu kurz gebundene Krawatte tragen müssen. Die fühlen sich erkennbar unwohl. Vielleicht ein Grund dafür, wenn sie sich auch in Opern unwohl fühlen.
 
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