Klimawandel sorgt für mehr Flugturbulenzen

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01.06.2018
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Klimawandel sorgt für mehr Flugturbulenzen
Diese Turbulenzen haben im Untersuchungszeitraum von 1979 bis 2020 zugenommen. Besonders stark war der Anstieg in den mittleren Breiten und hier besonders über den USA sowie dem Nordatlantik. Die Gesamtdauer schwerer Turbulenzen über dem Nordatlantik stieg laut der Studie um 55 Prozent. Mittlere Turbulenzen traten um 37 Prozent, leichte um 17 Prozent länger auf. Es sind aber auch andere Regionen betroffen, etwa Routen über Europa.
Das hätte natürlich erhebliche Konsequenzen, insbesondere könnte es die A321XLR Routen beschränken, wenn Reserve für das Umfliegen von Turbulenzgebieten eingeplant werden müssen.
Es würde auch anspruchsvoll in Bezug auf ältere Flugzeugmodelle werden, wenn wir die Festigkeitsforderungen in Böen verschärfen müssten. Die aktuellen sind ja das Ergebnis einer mehrjährigen Flugversuchskampagne mit der ersten Generation viermotoriger Propellerflugzeuge rund um den zweiten Weltkrieg. Da sind Jahrelang hunderte Flugzeuge im Passagierbetrieb mit "Recordern" ausgerüstet im Linienbetrieb geflogen, und daraus hat man mit statistischen Tools die heutigen Vorschriften errechnet. Vermutlich müsste man nochmal so eine Kampagne fliegen, heute natürlich mit signifikant besserer (und bereits vorhandener) Hardware. Aber vermutlich haben alle Angst vor dem, was dabei herauskommen könnte...
 
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flyer09

Erfahrenes Mitglied
04.11.2009
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Wobei man fairerweise dazu sagen muss, dass es "gefühlt" (auf meinen bisherigen 850 Flügen) schon deutlich rumpeliger in Europa als noch vor 10 Jahren wurde. Früher war es (zumindest auf meinen Flügen) über Zentral/Südeuropa bei klarem Wetter im Sommer ohne Wolkenbildung fast immer ruhig, mittlerweile vergeht fast kein Flug, wo es mal kurzzeitig etwas unruhiger wird und die Seatbelt-Zeichen eingeschaltet werden.
 

Vollzeiturlauber

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27.11.2012
11.218
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Nord Europa
NBO-FRA März 1978 in der B747 wurde Fahrstuhl gefahren.
FRA-JNB März 1989 oder 1990. Es war auf dem Flug kein Service möglich.


Wobei man fairerweise dazu sagen muss, dass es "gefühlt" (auf meinen bisherigen 3000 Flügen) schon deutlich weniger rumpelt als noch vor 30 oder 40 Jahren.
Ich führe diese z.T. auch auf die neueren/größeren Flugzeuge zurück.

und die Seatbelt-Zeichen eingeschaltet werden.

Das ist Vorschrift! Bei Lufthansa 100% der Flugzeit. (Vollkasomentalität)
 

berlinet

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21.07.2015
5.348
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Wow, 3 Flüge in 12 Jahren, wenn das keine statistische Aussagekraft hat, weiß ich auch nicht. Wie gut, dass wir uns nicht auf die gefühlte Häufigkeit von Passagieren verlassen müssen.
 
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SleepOverGreenland

Megaposter
09.03.2009
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FRA/QKL
>>>"und die Seatbelt-Zeichen eingeschaltet werden."<<<


Das ist Vorschrift! Bei Lufthansa 100% der Flugzeit. (Vollkasomentalität)
Das ist nicht richtig. Auch bei Lufthansa werden die Anschnallzeichen an- und ausgeschaltet. Richtig ist, dass es wie auch bei vielen anderen Airlines die Ansage gibt dass man verpflichtet ist sich anzuschnallen immer wenn man sich auf dem Sitz befindet.

Die Anschnallzeichen regeln somit weiterhin, wenn ausgeschaltet ist es erlaubt iaufzustehen und sich im Flieger zu bewegen.
 

Volume

Erfahrenes Mitglied
01.06.2018
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Wobei man fairerweise dazu sagen muss, dass es "gefühlt" (auf meinen bisherigen 3000 Flügen) schon deutlich weniger rumpelt als noch vor 30 oder 40 Jahren.
Ich führe diese z.T. auch auf die neueren/größeren Flugzeuge zurück.
Ich eher auf die viel bessere Wetterüberwachung und Übertragung von Wetterinformationen, und besserem Wetterradar an Bord (Doppler-Radar).
Aber das basiert eben auf dem Zusammenspiel aus Wetterinformation und Routenplanung, man muss genug Reserven haben, Turbulenzgebiete zu umfliegen.

Und in der Hinsicht tut sich was, neues Fluggerät kommt auf den Markt das erstens kleiner und leichter ist (damit per Definition empfindlicher auf Turbulenzen reagiert), und knapper in Bezug auf Reichweite operiert werden wird, man wird mit diesen Mustern ausreizen was legal geht, auf Kosten von Spielraum zur kurzfristigen Routenplanung.

Das ist Vorschrift! Bei Lufthansa 100% der Flugzeit. (Vollkasomentalität)
Das ist auch so ein pauschales "bäh-Wort".
Es geht hier nicht um tatsächlichen Schutz für den Fall das etwas schiefgeht, es geht darum in dem Fall zwar den Schaden, aber nicht die Verantwortung dafür zu haben. Es geht eben nicht darum jemanden zu haben, der in dem Fall zahlt, sondern darum in dem Fall nicht zahlen zu müssen.
Denn wie wir alle wissen, verlangt die Blase nun mal bei den meisten Passagieren nach Leerung, trotzdem einfach 100% der Zeit das Fasten Seat Belts Licht anzulassen heisst, wenn etwas passiert ist zu 100% der Kunde Schuld, ohne jeglichen finanziellen Schutz vor den Folgen. Das ist das Gegenteil von Vollkasko, das ist Floriansprinzip. Wie ein Unternehmensberater sagen würde Discharge of Reliability, oder wie die Kiddies sagen würden: Pech, du Opfer.
 

Japandi

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06.04.2014
1.511
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BRN
Beobachtungen von zwei Flügen in letzter Zeit:

Transatlantik Eastbound. Wetterkarten zeigen ein ausgedehntes Gebiet mit Mid Turbulence bis FL390, das wir nach ca. 2 Stunden Flugzeit durchqueren müssen. Kapitän macht schon entsprechende Ansage und der Service beeilt sich. Mit der B787 geht es aber ziemlich bald nach Abflug hoch auf FL400 - und über dem Gebiet ist die Luft ruhig (Flugzeit etwas länger dafür).

Inlandsflug Japan. Auf FL300-390 sehr unruhiger Jetstream und nettes "Fahrstuhlfahren". Der halb leere A350 steigt aber mühelos weiter auf FL410 - dort ist es wieder ruhig.

Beide Flüge wären mit älteren Mustern oder Narrowbodies nie so weit hoch gekommen sondern direkt durch die Turbulenzen und entsprechend unangenehm für Pax und potentiell gefährlich für Crew. Aber dank neuen Flugzeugen und den heutigen besseren Vorhersagen konnte das umgangen werden.

Inwiefern das die steigende Anzahl Turbulenzen ausgleicht, vermag ich nicht zu beurteilen - vermutlich nicht mal annähernd. Aber immerhin gibt es da neue Möglichkeiten.
 
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Tiusz

Erfahrenes Mitglied
13.05.2019
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Das Thema ist ja nicht neu und bereitet schon länger Kopfzerbrechen. Weil es nun im VFT diskutiert wird, ist es eine Sau? Man kann auch einfach die Hände von den Augen und die Finger aus den Ohren nehmen.
haben denn 0,75 grad ( bis 2020 laut statista )so große Auswirkungen auf die Windbewegungen ?
 

MANAL

Erfahrenes Mitglied
29.05.2010
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Dahoam
Wobei man fairerweise dazu sagen muss, dass es "gefühlt" (auf meinen bisherigen 850 Flügen) schon deutlich rumpeliger in Europa als noch vor 10 Jahren wurde. Früher war es (zumindest auf meinen Flügen) über Zentral/Südeuropa bei klarem Wetter im Sommer ohne Wolkenbildung fast immer ruhig, mittlerweile vergeht fast kein Flug, wo es mal kurzzeitig etwas unruhiger wird und die Seatbelt-Zeichen eingeschaltet werden.

Zumindest für die Ostalpen kann dein Gefühl bestätigt werden. Hier wird eine Zunahme an Gewitter und Blitze bestätigt was natürlich mit den höheren Temperaturen und der Thermik die über den Bergen schneller zu Gewitter führen kann verursacht wird.
Blitzaktivität in 40 Jahren verdoppelt

In den hohen Lagen der Ostalpen hat sich die Anzahl der detektierten Blitze im Verlauf der letzten 40 Jahre verdoppelt. Wie ein Forscherteam der Universität Innsbruck herausfand, liegen die Ursachen dafür in den Folgen der Klimakrise.
 

MANAL

Erfahrenes Mitglied
29.05.2010
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Dahoam
Wenn wir schon über Unwetter und Turbulenzen reden, morgen wird auch wieder so ein Unwettertag über Deutschland und den Nachbarländern.
Langanhaltender Starkregen im Norden und schwere Gewitter und Unwetter im restlichen Teil des Landes. Mit Verspätungen, Flughafenschließungen und Flugausfällen ist zu rechnen. Wer unterwegs ist sollte vielleicht mit Chaos rechnen und sich evtl. für eine ungeplante Übernachtung oder Umwegen und Verspätungen vorbereiten.

Hier ein Vorhersage und die Warnungen vom Meteorologen Kai Zorn: