LH stoniert awardbuchung: Kostenfestsetzungsverfahren

ANZEIGE

justusliebig

Erfahrenes Mitglied
13.10.2016
426
174
FRA
ANZEIGE
Flightright hat für eine befreundete Person geklagt und ein Amtsgericht hat nun zu deren Gunsten entschieden. Zur Situation:

Ich habe ein LM ticket SFO MUC SFO gebucht in C auf LH Metall.
SFO MUC wurde abgeflogen, MUC SFO zwei Tage vor Abflug stoniert. Eine Ersatzbeförderung wurde nicht angboten.
Ich habe daher ein weiteres award ticket für MUC SFO in C erworben.
LH hat diversen Forderungen nach Fluggastverordernung widersprochen.
Das Verfahren hat sich 4 Jahre hingezogen und wurde nun endlich entschieden. Im nächsten Schritt sollen die Kosten festgesetzt werden.

Die Preisfrage ist nun wie die Kosten festgestellt werden. Wie bepreist das Gericht das neue Ticket, dass ich gebucht habe? Wieviel behält Flightright ein?
 

Nitus

Erfahrenes Mitglied
04.04.2013
6.136
31.820
MUC
Flightright hat für eine befreundete Person geklagt und ein Amtsgericht hat nun zu deren Gunsten entschieden. Zur Situation:

Ich habe ein LM ticket SFO MUC SFO gebucht in C auf LH Metall.
SFO MUC wurde abgeflogen, MUC SFO zwei Tage vor Abflug stoniert. Eine Ersatzbeförderung wurde nicht angboten.
Ich habe daher ein weiteres award ticket für MUC SFO in C erworben.
LH hat diversen Forderungen nach Fluggastverordernung widersprochen.
Das Verfahren hat sich 4 Jahre hingezogen und wurde nun endlich entschieden. Im nächsten Schritt sollen die Kosten festgesetzt werden.

Die Preisfrage ist nun wie die Kosten festgestellt werden. Wie bepreist das Gericht das neue Ticket, dass ich gebucht habe? Wieviel behält Flightright ein?

Ich verstehe die Anfrage nicht so ganz. Das Kostenfestsetzungsverfahren ermittelt doch nicht den streitgegenständlichen Schaden sondern die Kosten des Gerichtsverfahrens.

Im Rahmen der Klage muss FlightRight doch bereits einen konkreten Schaden geltend gemacht haben. FlightRight dürfte doch nicht die Zahlung von x LifeMiles eingefordert haben, sondern einen entsprechenden Eurogegenwert.

Du schreibst ferner, dass das Verfahren nun entschieden wurde. Im Rahmen der Entscheidung muss das Gericht doch bereits die Höhe des zu erstattenden Schadens festgelegt haben.

Die Kostenfestsetzung ergibt doch nur, welche Partei welchen Anteil an den Verfahrenskosten tragen muss.

Was FlightRight einbehält, hat man hoffentlich im Vorfeld der Mandatserteilung geklärt und sollte zu dem Zeitpunkt auf deren Webseite sichtbar gewesen sein. Aktuell wären es laut deren Webseite 14% - 28% zzgl. MWSt.
 

justusliebig

Erfahrenes Mitglied
13.10.2016
426
174
FRA
Ich verstehe die Anfrage nicht so ganz. Das Kostenfestsetzungsverfahren ermittelt doch nicht den streitgegenständlichen Schaden sondern die Kosten des Gerichtsverfahrens.

Im Rahmen der Klage muss FlightRight doch bereits einen konkreten Schaden geltend gemacht haben. FlightRight dürfte doch nicht die Zahlung von x LifeMiles eingefordert haben, sondern einen entsprechenden Eurogegenwert.

Du schreibst ferner, dass das Verfahren nun entschieden wurde. Im Rahmen der Entscheidung muss das Gericht doch bereits die Höhe des zu erstattenden Schadens festgelegt haben.

Die Kostenfestsetzung ergibt doch nur, welche Partei welchen Anteil an den Verfahrenskosten tragen muss.

Was FlightRight einbehält, hat man hoffentlich im Vorfeld der Mandatserteilung geklärt und sollte zu dem Zeitpunkt auf deren Webseite sichtbar gewesen sein. Aktuell wären es laut deren Webseite 14% - 28% zzgl. MWSt.
Wenn das geschehen ist, ist es mir nicht bekannt. Ich bin nur als Zeuge aufgetreten. Ich habe keinen Hinweis auf den Streitwert bekommen. Ich dachte das sei Teil des Kostenfestsetzungsverfahrens? Vielleicht irre ich.
 

Nitus

Erfahrenes Mitglied
04.04.2013
6.136
31.820
MUC
Wenn das geschehen ist, ist es mir nicht bekannt. Ich bin nur als Zeuge aufgetreten. Ich habe keinen Hinweis auf den Streitwert bekommen.

Der Streitwert wird i.d.R. zu Beginn des Verfahrens festgelegt.

Typischerweise sind dies die Ticketkosten zzgl. eventueller Verpflegungsansprüche und pauschaler Entschädigungen gem EU261.

In der Klageschrift wird FlightRight sehr sicher einen Eurobetrag für die LMs gefordert haben. Abhängig von der Höhe und deren Argumentation, wird sich die LH bzw. das Gericht dem angeschlossen haben oder eben nicht. Wenn die Klage entschieden ist, sollte mit dem Urteil feststehen, was LH für den Flug zahlen muss.

Allein deshalb hätte ich diesen Fall einem echten Profi wie @kexbox gegeben.

Ich dachte das sei Teil des Kostenfestsetzungsverfahrens? Vielleicht irre ich.

Du irrst:

 
Zuletzt bearbeitet:

chrini1

Erfahrenes Mitglied
26.03.2013
7.880
10.747
HAM
Wenn das geschehen ist, ist es mir nicht bekannt. Ich bin nur als Zeuge aufgetreten. Ich habe keinen Hinweis auf den Streitwert bekommen. Ich dachte das sei Teil des Kostenfestsetzungsverfahrens? Vielleicht irre ich.
Zeugenvernehmung bei einem AG-Verfahren? Ist doch sehr ungewöhnlich in Sachen Fluggastrechten?

Und warum fragt Ihr nicht einfach Flightright?
 
  • Like
Reaktionen: Münsterländer

kexbox

Erfahrenes Mitglied
04.02.2010
6.542
3.714
Düsseldorf
www.drboese.de
Zeugenvernehmung bei einem AG-Verfahren? Ist doch sehr ungewöhnlich in Sachen Fluggastrechten?

Und warum fragt Ihr nicht einfach Flightright?
Das ist fast schon Standard, wenn man zu den Excel-Jongleuren geht. Da werden Abtretungen bestritten und dann dürften die Auftraggeber gerne mal durchs ganze Land tingeln, um als Zeuge auszusagen.

Wundert mich, dass ein Legaltech so ein Verfahren überhaupt angefasst hat, ich trauen denen dafür die Kompetenz eher nicht zu.
 

justusliebig

Erfahrenes Mitglied
13.10.2016
426
174
FRA
Das ist fast schon Standard, wenn man zu den Excel-Jongleuren geht. Da werden Abtretungen bestritten und dann dürften die Auftraggeber gerne mal durchs ganze Land tingeln, um als Zeuge auszusagen.

Wundert mich, dass ein Legaltech so ein Verfahren überhaupt angefasst hat, ich trauen denen dafür die Kompetenz eher nicht zu.
Das AG hatte mich übrigens vor Ort informiert, dass das auch per Videoschalte gegangen wäre. Super Hinweis vom Gericht, hätte auch gerne in die Einladung gepasst
:oops:

Ich habe das ganze Teil FR gegeben, weil es mir damals (Hochphase Corona) ziemlich egal war und die Hürde es dort einzureichen war ziemlich niedrig. Dass es 4 Jahre dauert sich mit sowas simplen zu befassen hatte ich dort nicht erwartet. LH hatte übrigens behauptet, man hätte ja eine eine Ersatzbeförderung angeboten. Spätestens da bin ich dann doch ehrgeizig geworden, weil das unwahr ist. Zum Glück leicht zu widerlegen, weil diese Ertsatzbeförderung vor der cancellation des Fluges gelegen haben soll- unlogisch.
 

espiderman24

Erfahrenes Mitglied
04.06.2015
340
46
Wundert mich, dass ein Legaltech so ein Verfahren überhaupt angefasst hat, ich trauen denen dafür die Kompetenz eher nicht zu.

Ich könnte mir vorstellen, dass Flightright (auftragsgemäß) nur die 600€ Pauschale geltend gemacht, eingeklagt und gewonnen hat. TE würde dann jetzt fälschlich davon ausgehen, im Kostenfestsetzungsverfahren noch die Kosten der Ersatzbeförderung geltend machen zu können. Da sich die Sache nach dem Eröffnungspost bereits vier Jahre hingezogen hat, dürfte dieser Posten mittlerweile verjährt sein.
 

Nitus

Erfahrenes Mitglied
04.04.2013
6.136
31.820
MUC
Ich könnte mir vorstellen, dass Flightright (auftragsgemäß) nur die 600€ Pauschale geltend gemacht, eingeklagt und gewonnen hat. TE würde dann jetzt fälschlich davon ausgehen, im Kostenfestsetzungsverfahren noch die Kosten der Ersatzbeförderung geltend machen zu können. Da sich die Sache nach dem Eröffnungspost bereits vier Jahre hingezogen hat, dürfte dieser Posten mittlerweile verjährt sein.

Das wäre ja so schon blöd. Da sich Flightright aber auch von der ggf. erstrittenen pauschalen Entschädigung 20-30% zzgl. 19% MWSt einverlaibt, steht man dann am Ende mit 400 Euro da.

Der ganze Thread zeigt mir aber, dass man von solchen Legaltechs die Finger lassen sollte. Offenbar operieren die maximal intransparent, denn der TO scheint ja offenbar selbst nicht zu wissen, was Klagegegenstand war.

Bei meinen bisherigen durch @kexbox betreuten Fluggastrechtsfällen als auch bei einem Fall, den eine lokale Anwältin für Mietrecht für mich betreut hatte, wurde ich jederzeit über den aktuellen Stand des Verfahrens auf dem Laufenden gehalten. Von jeglichem Schriftverkehr bekam ich eine Abschrift und musste auch die Klageschrift freigeben, der eindeutig zu entnehmen war, was mein Anwalt als Forderung in meinem Namen erstreiten wollte.
 

kexbox

Erfahrenes Mitglied
04.02.2010
6.542
3.714
Düsseldorf
www.drboese.de
Da sich Flightright aber auch von der ggf. erstrittenen pauschalen Entschädigung 20-30% zzgl. 19% MWSt einverlaibt
Du bist offenbar auf den Laden reingefallen (oder waren die Konditionen damals besser?). In den - in vielen Fällen - erforderlichen Klageverfahren gönnt man sich noch einen ordentlichen Extraschluck aus der Pulle. Ist einfach nur dreist, wie die ihre astronomische Provision verstecken.
 

justusliebig

Erfahrenes Mitglied
13.10.2016
426
174
FRA
Wäre natürlich spannend, wenn @justusliebig uns hier jetzt nicht dumm im Regen stehen lässt!
Ich habe just heute von FR die Antwort erhalten, dass man nur die 600€ für die Verspätung eingefordert hat. Bleibt nach fees noch 336€ übrig. Also komplett dämlich. Irgendwer hat da komplett gepennt und hätte ich von der Klage gewusst, hätte ich das wenigtens korrigieren können. Den Ersatzflug einzufordern wär doch auch in deren Interesse gewesen.
 

offtherecord

Erfahrenes Mitglied
13.11.2009
1.504
458
Justus, war das jetzt für Dich selbst oder für einen Freund?

Und - was ist denn mit denn mit den Meilen passiert? Gab es die für den stornierten Flug zurück? Und wenn ja, war der neu gebuchte Flug teurer - das waren ja auch Meilen, aber von der selben Airline und zum selben Tarif oder teurer?
 

espiderman24

Erfahrenes Mitglied
04.06.2015
340
46
Bittere Erfahrung. Die vermeintlichen „Fluggastrechte“-Portale können halt nur Schema F und keine ganzheitliche Beratung.

Den Ersatzflug einzufordern wär doch auch in deren Interesse gewesen.
Eher nicht. Dafür muss man ja nachdenken und die Legaltech-Komfortzone der maschinengefütterten Textbausteine verlassen.

@justusliebig: Es tut mir leid, dass sich da meine Vermutung als korrekt erwiesen hat. Wenigstens hast Du diese Erfahrung überwiegend „nur“ mit LMs erkauft.
 
Zuletzt bearbeitet:

marcus67

Erfahrenes Mitglied
17.01.2015
4.377
5.341
Ich habe just heute von FR die Antwort erhalten, dass man nur die 600€ für die Verspätung eingefordert hat. Bleibt nach fees noch 336€ übrig. Also komplett dämlich. Irgendwer hat da komplett gepennt und hätte ich von der Klage gewusst, hätte ich das wenigtens korrigieren können. Den Ersatzflug einzufordern wär doch auch in deren Interesse gewesen.
Eigentlich ist doch bekannt, dass diese Portale nur die EU261 Pauschale einklagen aber nicht die Forderungen aus Versorgung, Ersatzbuchung etc.
 

justusliebig

Erfahrenes Mitglied
13.10.2016
426
174
FRA
Bittere Erfahrung. Die vermeintlichen „Fluggastrechte“-Portale können halt nur Schema F und keine ganzheitliche Beratung.


Eher nicht. Dafür muss man ja nachdenken und die Legaltech-Komfortzone der maschinengefütterten Textbausteine verlassen.

@justusliebig: Es tut mir leid, dass sich da meine Vermutung als korrekt erwiesen hat. Wenigstens hast Du diese Erfahrung überwiegend „nur“ mit LMs erkauft.
Passt schon. Die LM habe ich als sign-up bonus für eine Kreditkarte bekommen als ich noch in USA gelebt habe. Was mich schockiert ist dieses Nullsummenspiel. Das ganze Verfahren hat sich weder für FR, LH noch mich gelohnt. Zusätzlich haben wir den Staat mit so einer Lapalie beschäftigt.
 

chrini1

Erfahrenes Mitglied
26.03.2013
7.880
10.747
HAM
Passt schon. Die LM habe ich als sign-up bonus für eine Kreditkarte bekommen als ich noch in USA gelebt habe. Was mich schockiert ist dieses Nullsummenspiel. Das ganze Verfahren hat sich weder für FR, LH noch mich gelohnt. Zusätzlich haben wir den Staat mit so einer Lapalie beschäftigt.

Das ist aber bei vielen der EU261 Fälle so. Das lohnt sich am Ende für die Airlines weil eben viele Personen auf Ihre Rechte verzichten - oder z.B. im Ausland leben und daher eine Klage scheuen.

Alleine die Hürden, wenn ich als Deutscher für einen Flug ATH-SKG ohne DE Bezug in Griechenland versuchen wollte, vor Gericht etwas zu erreichen.
 
  • Like
Reaktionen: longhaulgiant