Maluku, Banda-Inseln, Westpapua

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Hene

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27.03.2013
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BER
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Im kommenden Jahr wahrscheinlich im hiesigen Frühsommer planen die +1 und ein befreundetes Pärchen eine ausgedehnte Reise (3-4 Wochen) in dem o.g. Teil Indonesiens mit u.u. einem mehrtägigen Stopover in Jakarta. Wir sind nicht wirklich tauchend unterwegs, surfen ist da zumindest für unsere Freunde was. Gibt es dennoch (vor allem landseitige) Tipps die der eine oder andere hat? Vulkanbesteigungen, Tierbeobachtungen und reichlich gutes Essen sind im Focus. Fortbewegen würden wir uns auch vor Ort per Fähre. Unterbringungshinweise jenseits von Kettenhotels sind auch willkommen. Vielen Dank schon mal.
 
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v10

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02.08.2016
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Maluku, mit seiner Hauptinsel Ambon, ist relativ gut zu erreichen. Von Jakarta kommt man da in etwa 4 Std ganz gut hin. Die meisten Touristen in der Gegend sind Taucher und vieles der Infrastruktur und Resorts ist auch darauf eingerichtet. Hotels sind meist mit einer Tauchbasis verbunden, bieten aber auch andere Aktivitäten an. Ich würde das aber im Vorfeld abklären.
Vulkane hat es in der Gegend ja bekanntlich genug.
Wir waren auf Ambon und Saparua, allerdings zum Tauchen. Landgänge mit Märkten und lokaler Kultur dürften meist möglich sein, aber Vulkanbesteigungen oder Wildtierbeobachtung würde ich mich nach geeigneten Guides umsehen bzw über die Unterkünfte versuchen zu organisieren. Ceram dürfte dahingehend einiges zu bieten haben.
West-Papua ist halt ein Mekka für Ornithologen mit den ganzen Paradiesvögeln. Hier gilt noch viel mehr im Vorfeld die Hausuafgaben zu machen, da die Dichte an Unterkünften eher spärlich ist und fast alles auf Taucherei eingerichtet ist. Aber mit vernünftigen Guides könnt ihr bestimmt einiges erleben. Fast jedes Resort bietet Vogeltouren an, oder Ausflüge zu schönen Aussichtsspots.
Die südlichen Banda Inseln sind touristisch praktisch nicht erschlossen und oft kommt man in Homestays unter.
Überall um die Bandasee kann man noch Überbleibsel der Entdecker/kolonialherren finden, wie alte Festungen oder Kirchen usw. Macht definitiv Spaß diese Ecke der Welt.

Ach ja, eure Reisezeit könnte zumindest für W-P mit dem Monsun kollidieren. Ab Juni/Juli ist dort mit heftigen Regenfällen zu rechnen und viele der Resorts machen zwischen Juli und Aug/Sep auch zu.
 
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Hene

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Maluku, mit seiner Hauptinsel Ambon, ist relativ gut zu erreichen. Von Jakarta kommt man da in etwa 4 Std ganz gut hin. Die meisten Touristen in der Gegend sind Taucher und vieles der Infrastruktur und Resorts ist auch darauf eingerichtet. Hotels sind meist mit einer Tauchbasis verbunden, bieten aber auch andere Aktivitäten an. Ich würde das aber im Vorfeld abklären.
Vulkane hat es in der Gegend ja bekanntlich genug.
Wir waren auf Ambon und Saparua, allerdings zum Tauchen. Landgänge mit Märkten und lokaler Kultur dürften meist möglich sein, aber Vulkanbesteigungen oder Wildtierbeobachtung würde ich mich nach geeigneten Guides umsehen bzw über die Unterkünfte versuchen zu organisieren. Ceram dürfte dahingehend einiges zu bieten haben.
West-Papua ist halt ein Mekka für Ornithologen mit den ganzen Paradiesvögeln. Hier gilt noch viel mehr im Vorfeld die Hausuafgaben zu machen, da die Dichte an Unterkünften eher spärlich ist und fast alles auf Taucherei eingerichtet ist. Aber mit vernünftigen Guides könnt ihr bestimmt einiges erleben. Fast jedes Resort bietet Vogeltouren an, oder Ausflüge zu schönen Aussichtsspots.
Die südlichen Banda Inseln sind touristisch praktisch nicht erschlossen und oft kommt man in Homestays unter.
Überall um die Bandasee kann man noch Überbleibsel der Entdecker/kolonialherren finden, wie alte Festungen oder Kirchen usw. Macht definitiv Spaß diese Ecke der Welt.

Ach ja, eure Reisezeit könnte zumindest für W-P mit dem Monsun kollidieren. Ab Juni/Juli ist dort mit heftigen Regenfällen zu rechnen und viele der Resorts machen zwischen Juli und Aug/Sep auch zu.
Danke für die reichlichen Tipps! Sehe Deine Nachricht leider jetzt erst. Geplant habe ich nun (stattdessen) zwei Tage auf Ternate koloniales Erbe erkunden, drei Tage auf Halmahera (mit Vulkanbesteigung, wenn das Wetter einigermaßen Ok ist), dann noch 6 Tage einsamer Strand/Dschungeltouren im Hinterland auf Morotai. Unser Schnorchelzeug nehmen wir natürlich mit.
 

v10

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Danke für die reichlichen Tipps! Sehe Deine Nachricht leider jetzt erst. Geplant habe ich nun (stattdessen) zwei Tage auf Ternate koloniales Erbe erkunden, drei Tage auf Halmahera (mit Vulkanbesteigung, wenn das Wetter einigermaßen Ok ist), dann noch 6 Tage einsamer Strand/Dschungeltouren im Hinterland auf Morotai. Unser Schnorchelzeug nehmen wir natürlich mit.
Ja, das hört sich sehr gut an. Viel Spaß. Wann fahrt ihr?
 
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Hene

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27.03.2013
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Es geht leider nur Ende Juli/Anfang August, was es wohl recht nass werden lässt. Andererseits, ganze Tage durchschiffen wird es hoffentlich nicht und es gibt ja auch kaum was Netteres als auf der Veranda zu sitzen und einem tropischen Regenguss zuzusehen.
 

Hene

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27.03.2013
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Hol meinen eigenen Thread mal wieder hoch: War irgendjemand mal im Baliem Valley/Westpapua von Jayapura aus? Das sieht mir sehr interessant aus auch selbstorganisiert ohne Guide zum Wandern durch die kleinen Dörfer der Gegend.

Biak sieht auch sehr gut aus für abgelegenen Inselurlaub.
 
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globetrotter11

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07.10.2015
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Hol meinen eigenen Thread mal wieder hoch: War irgendjemand mal im Baliem Valley/Westpapua von Jayapura aus? Das sieht mir sehr interessant aus auch selbstorganisiert ohne Guide zum Wandern durch die kleinen Dörfer der Gegend.

Biak sieht auch sehr gut aus für abgelegenen Inselurlaub.

Wir waren in den 80ern des letzten Jahrhunderts im Baliem Valley.

Damals war der Flug nach Wamena nur mit einer Permit des Indonesischen Innenministeriums möglich. Voraussetzung: Gebuchtes Package mit autorisiertem Guide.

Gründe für diese Beschränkungen waren Stammeskriege der Dani und der schwelende Grenz-Konflikt mit Papua-NG...

Um das Ganze einfach zu machen, hatten wir über Garuda ein Package gebucht, Garuda hat sich um die Einholung der Permit gekümmert. Gebucht hatte ich das Package über die GA Niederlassung in SIN.... Wir waren 5 Tage im Baliem Valley. Jeden Tag musste uns unser Guide, unter Angabe der besuchten Dörfer, bei der lokalen Polizei abmelden und nach der Rückkehr wieder anmelden. Viele Stempel in der Permit...

Ich weiss nicht wie es heute mit den Genehmigungen aussieht.

Der Flug von Bali aus war ein echter Milk-Run. Ganz früh am Morgen von DPS nach Makkasar. Dann, mit einer Crew, die schon aus CKG kam weiter von UPG nach AMQ, BIK, TIM nach DJJ. Landung DJJ kurz vor Sonnenuntergang, offenes Cockpit, viel Spass mit der Crew.... Und das nach einem 12 Stunden Flugtag...

Am nächsten Morgen per Propeller-Sichtflug (u.a. Dakota) DJJ nach WMX.

Auf dem Rückflug (gleiches Routing) hatte ich einen ca. 2 m langen, von den Dani geschnitzten Einbaum mit 3 Menschenfiguren unter dem Arm. Sowohl auf dem Hüpferflug bis Bali und dann zurück nach D überhaupt kein Problem. Alle Crews waren begeistert, dass wir bei den "very primitive people" waren... Hat für immer einen Ehrenplatz im Wohnzimmer...

Von Ambon nach Biak war der Blick auf die Inselwelt noch beeindruckender, als auf die Malediven...
 
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Hene

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27.03.2013
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Danke für die Eindrücke aus den 1980ern!!! Das klingt wie etwas, was man niemals vergisst (und gern auch 40 Jahre später auf privaten Dia-Vorträgen zeigt). Der Einbaum ist bestimmt ein echter Hingucker!

Anno 2025 scheint das alles deutlich einfacher zu sein: Wobei bei der Reise oben im Jahr 2019 sind wir von OTI via TTE, MDC, BPN und SUB an einem Tag nach DPS geflogen (am frühen Morgen davor auf der Überfahrt von Pulau Rau nach Morotai fast schiffsbrüchig geworden bei schwerem Seegang), einzige Verbindung an dem Tag. Heutzutage gibt es Direktflüge nach DJJ auf mehreren Airlines ex CGK, einige machen allerdings einen Stopp in Makassar. WMX wird ebenfalls von min. drei Anbietern täglich mehrmals angeflogen. Ich frage mich daher schon, wieviel touristisches Tohuwabohu da jetzt herrscht im Baliem Valley. Da dort aber ja mehr als 200k lokale Bevölkerung leben und Flüge fast der einzige Kontakt zur Aussenwelt darstellen, nehme ich an, die relativ günstigen Flüge werden vor allem von Einheimischen frequentiert.

Das Permit für Westpapua gibts angeblich bei Anreise in DJJ am Flughafen, aber wohl auch in WMX oder an Polizeistationen im Baliem Valley kostenlos. Guides kann man vor Ort problemlos organisieren, aber auch einfach selbst 3-4 Tage über die Pfade der Einheimischen von Dorf zu Dorf gehen. Dazu braucht man basic Bahasa-Kenntnisse und eine hohe Süsskartoffeltoleranz. Überlege, ob ich ein Zelt mitnehme, aber bei nächtlichen Regengüssen vielleicht einfach praktischer, am nächsten morgen kein nasses Zelt tragen zu müssen und stattdessen bei den Einheimischen unterzukommen. Viele Dörfer haben wohl Gasthütten.

Biak danach zum Ausspannen ist auch eine schöne Option. Oder Pulau Yapen. Beide inzwischen von min. zwei Airlines, darunter Lion Air, täglich angeflogen. Da könnte ich mir vorstellen, dass nun nach der Pandemie einiges an indonesischem Tourismus herrscht.
 
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globetrotter11

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07.10.2015
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Zum Thema Zelt: Man sollte nicht vergessen, dass man sich im Tal auf 1.600 m üNN befindet, die Nächte werden empfindlich kalt.

Wir haben in einer Touristenhütte bei Jiwika geschlafen. Oder besser gesagt, versucht zu schlafen. Die Hütte war aus Palmblättern mit jeweils einer Öffnung für Tür und Fenster. Aber ohne Tür und Fenster. Zu jeder Tages- und Nachtzeit standen neugierige Dani vor den Öffnungen, um die exotischen Besucher zu beobachten.

Das Ideale Gastgeschenk, ohne die man nicht wirklich willkommen war, waren Kretek-Zigaretten. Stangenweise. Als zweite Währung. Für die Männer, die den ganzen Tag ums Feuer saßen und Kriegspläne ausheckten.

Bargeld, das haben wir dort auch gelernt, nur in Scheinen. Münzen passen nicht in die Penisköcher und klappern beim Gehen....

Bahasa sprach damals Niemand. Daher war Verständigung nur über ortskundige Guides möglich.

Grundregel damals war: Niemals unangemeldet und ohne Einladung in einen Ort gehen. Kanibalismus war gerade von der Regierung verboten worden. Und man sollte besser nicht zufälliger Zeuge einer verbotenen Handlung werden....
 
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Hene

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Zum Thema Zelt: Man sollte nicht vergessen, dass man sich im Tal auf 1.600 m üNN befindet, die Nächte werden empfindlich kalt.
Ah, da bin ich immer recht gut vorbereitet. Campe auch gelegentlich des Winters hier im Tienschan, aber auch an so ungastlichen Orten wie Kamtschatka, Langtang, in den Anden auf 4k m Höhe usw.

Deine Reiseerinnerungen klingen toll. Gibts das auch als Buch zum Lesen? Wenn ja, hätte ich grosses Interesse!
 
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globetrotter11

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Danke für die Eindrücke aus den 1980ern!!! Das klingt wie etwas, was man niemals vergisst (und gern auch 40 Jahre später auf privaten Dia-Vorträgen zeigt). Der Einbaum ist bestimmt ein echter Hingucker!
Ja, ich glaube schon!

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globetrotter11

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07.10.2015
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WMX wird ebenfalls von min. drei Anbietern täglich mehrmals angeflogen. Ich frage mich daher schon, wieviel touristisches Tohuwabohu da jetzt herrscht im Baliem Valley. Da dort aber ja mehr als 200k lokale Bevölkerung leben und Flüge fast der einzige Kontakt zur Aussenwelt darstellen, nehme ich an, die relativ günstigen Flüge werden vor allem von Einheimischen frequentiert.

Bei unserem Besuch war, ausser uns, nur eine Ehepaar aus den USA im Baliem Valley.

Ich würde zu einem Guide raten. Die haben Kontakte zu den Tribes und wissen, wo es interessant ist. Für uns und das Paar aus den USA hatte unser Guide einen Besuch in einem Dorf arrangiert. Wir kletterten mittels vorhandener Leitern über die Palisaden und standen in einem leeren Dorf. Ausgestorben.

Plötzlich kamen die Männer in voller Kriegsbemalung und mit Lanzen und Speere schwingend aus einer verdeckten Ecke auf uns zugelaufen und haben sich fast in Rage getanzt. Wir sind immer weiter zurück, bis wir direkt an den Palisaden standen. Einige der Herren mussten zurückgehalten werden, sie hätten sich wohl bald vergessen...

Zur Belohnung für unsere "Tapferkeit" wurden wir anschliessend zum gemeinsamen Essen eingeladen. Schwein und Taro aus dem Erdofen. (Süsskartoffeln gab es damals dort noch nicht). Aus dem Dachfirst des Männerhauses wurde die hockende Mumie des alten Häuptlings heruntergeholt und bekam am Feuer einen Ehrenplatz. Ich durfte zwischen dem "alten" und dem aktuellen Häuptling beim Essen sitzen.

Unsere Frauen wurden zwar für ein Foto zwischen den Männern geduldet, sollten sich dann aber zu den anderen Frauen zurückziehen.

Solche Erlebnisse wird man als Individualreisender garantiert nicht haben....
 
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Ich würde zu einem Guide raten. Die haben Kontakte zu den Tribes und wissen, wo es interessant ist. Für uns und das Paar aus den USA hatte unser Guide einen Besuch in einem Dorf arrangiert. Wir kletterten mittels vorhandener Leitern über die Palisaden und standen in einem leeren Dorf. Ausgestorben.

Plötzlich kamen die Männer in voller Kriegsbemalung und mit Lanzen und Speere schwingend aus einer verdeckten Ecke auf uns zugelaufen und haben sich fast in Rage getanzt. Wir sind immer weiter zurück, bis wir direkt an den Palisaden standen. Einige der Herren mussten zurückgehalten werden, sie hätten sich wohl bald vergessen...
Ehrlich gesagt, glaub ich, dass es auch im Baliem Valley inzwischen nur noch 23% so abenteuerlich ist, wie in den 1980er Jahren und die Guides da jetzt außer "arrangiertem Abenteuer" auch nichts mehr aus dem Hut zaubern können. Aber es geht mir auch weniger um fotogene Folklore als um das Eintauchen in eine andere Welt. Denn das ist es dort ja mithin immernoch.
Beitrag automatisch zusammengeführt:

Solche Erlebnisse wird man als Individualreisender garantiert nicht haben....
Wie geschrieben, da wird sich in den letzten 40 Jahren auch einiges getan haben. Nach dem, was ich so bei renommierten Anbietern im Programm herauslese, tragen dort nur noch ältere Männer "Stammeskleidung", und die meisten von denen auch noch nur noch fürs Touristenfoto. Da lege ich jetzt keinen großen Wert drauf. Mir genügt die Alltagsexotik...
 
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