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Reisebericht USA Ostküste

Fohle

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Hallo zusammen,

nachdem ich vorab viele Fragen zur geplanten US Ostküstentour stellte, wurde ich dort schon gebeten, später dann auch die Reise zusammen zu fassen,

Das mache ich dann.

Vorab zum Fliegen:

* Lufthansa hin alles überpünktlich, Gepäck vorhanden, gutes Essen > finde ich tatsächlich besser als in den arabischen Airlines
* Lufthansa zurück kam der Flieger zwei Stunden zu spät. Daher ging der Flieger zurück erst 105min später, also statt 23:55 um 1:40 Uhr, aber war dann auch egal. Essen bisschen schwächer, aber sonst hat auch da alles geklappt

SIM Karte:

* letztlich AT&T gewählt.
  • Mein Xiaomi hatte ich zwar eingeschaltet, aber Roaming deaktiviert. Daher konnte ich immer mal wieder schauen, in welches Netz es sich einwählt.
    • Gerade wenn ich auf dem IPhone 11 mit dem AT&T Tarif keinen Empfang hatte, schaute ich auf dem Xiaomi hat
    • Zumindest was die Bereiche Boston Umgebung und Pallisades States Park bei New Jersey kann ich sagen
      • Einige Male hatte T-Mobile Empfang während dies AT&T nicht hatte
      • Wenn T-Mobile kein Netz fand, dann war dies bei AT&T auch nicht der Fall
    • Fazit: man kann durchaus wohl wirklich T-Mobile als gleichwertig zu AT&T einschätzen. Das sagten mir auch Einheimische vor Ort
Nun zur Reise als solche:

Reisebericht Boston und Umgebung

Mein stärkster Tag führte mich nach Gloucester, Rockport und zum Halibut Point State Park. Das gute Wetter, die Küstenlandschaft und der Sonnenuntergang ergaben zusammen einen nahezu perfekten Ausflug. Ebenfalls hervorragend waren der intensive Freedom-Trail-Tag mit Old State House, Old South Meeting House, Bunker Hill und USS Constitution sowie die geführte Tour durch Lexington und Concord. Dort waren neben den historischen Schauplätzen vor allem der Guide, die Wissensvermittlung und die herbstliche Landschaft überzeugend. Die JFK Presidential Library passte ebenfalls genau zu meinen Interessen.

Salem war ein guter Einstieg, blieb insgesamt aber etwas hinter meinen Erwartungen. Besonders positiv waren das House of the Seven Gables und die Führung. Das Witch House fand ich für den Eintritt dagegen eher dürftig, und statt der breiter angelegten Abendtour hätte ich rückblickend lieber eine Tour mit stärkerem Fokus auf die Hexenprozesse von 1692 gewählt. Auch das Peabody Essex Museum überzeugte mich nur teilweise.

Spectacle Island war ein angenehmer und günstiger Ausflug, für mich aber kein Muss. Die anschließende Freedom-Trail-Tour wertete den Tag deutlich auf. Weniger überzeugt haben mich das MIT Museum, das mir zu klein und abstrakt war, sowie das Arnold Arboretum, da die erhoffte Herbstfärbung weitgehend ausblieb. Blue Hills war eine schöne Wanderung, bot mir gegenüber Mount Auburn Cemetery mit dem Washington Tower aber zu wenig zusätzlichen Mehrwert.

Mein Gesamtfazit: Boston war eine sehr lohnende Etappe mit einer gelungenen Mischung aus Geschichte, Küste, Natur und Sport. Besonders wichtig war die flexible Wetterplanung. Einige Standardempfehlungen waren für meinen Geschmack überbewertet, die starken Tage waren dafür wirklich ausgezeichnet.

Reisebericht New York und Umgebung

Insgesamt war die Woche abwechslungsreich, allerdings mit deutlich größeren Höhen und Tiefen als zuvor in Boston.

Einige ursprünglich hoch priorisierte Punkte blieben hinter meinen Erwartungen. The Cloisters fiel wegen der Einlassbedingungen leider komplett aus, Queens fand ich abseits der Unisphere und des beeindruckenden Stadtmodells im Queens Museum eher ernüchternd. Auch das Museum of the City of New York traf meinen persönlichen Geschmack weniger als erwartet. Interessanterweise merkte ich zudem, dass klassisches Viertel-Hopping durch SoHo, Tribeca und ähnliche Gegenden nicht wirklich meins ist. Zu viele Menschen, ständig Navigation und für mich zu wenig konkreter Mehrwert.

Dafür gab es einige sehr positive Überraschungen. Sleepy Hollow wurde mit dem großartigen Friedhof, Philipsburg Manor, einer guten Friedhofsführung und dem abendlichen Great Jack O'Lantern Blaze zu einem meiner stärksten Ausflugstage. Auch Green-Wood Cemetery gefiel mir sehr gut. Überraschend stark fand ich außerdem die Street Art in Bushwick, wo ich deutlich länger geblieben bin als geplant.

Besonders froh bin ich über spontane Planänderungen. Als mir der Rundgang durch verschiedene Manhattan-Viertel zu viel wurde, fuhr ich stattdessen nach Jamaica Bay und Rockaway Beach. Der Kontrast zwischen hektischem Manhattan und Natur, Strand und der anschließenden Fährfahrt zurück war großartig. Ebenfalls schöne Erinnerungen bleiben die Sonnenuntergänge am Hamilton Park und Hunters Point South Park sowie der Spaziergang über die George Washington Bridge.

Auch sportlich war einiges dabei: NHL bei den New Jersey Devils, NBA bei den Brooklyn Nets und völlig ungeplant sogar ein NFL-Abstecher nach Philadelphia. Gerade diese Mischung machte die Woche besonders.

Fazit: New York war diesmal weniger konstant als Boston, aber gerade die spontanen Änderungen führten teilweise zu den besten Erlebnissen. Meine wichtigste Erkenntnis: Ich brauche in einer Großstadt eher konkrete Ziele als einfach nur Viertel zum Herumlaufen. Natur, Aussichtspunkte, besondere historische Orte und Aktivitäten funktionieren für mich deutlich besser.

Reisebericht Philadelphia, Baltimore & Washington

Nach New York ging es für mich noch einmal nach Philadelphia und Baltimore und anschließend für mehrere Tage nach Washington. Philadelphia war diesmal eher ein solider Zwischenstopp. Das Mütter Museum fand ich interessant, für Eintritt und Umfang aber etwas teuer. Auch Independence Hall war sehenswert, hat mich als europäischen Besucher aber nicht ganz so stark beeindruckt, wie es manche Empfehlungen erwarten ließen. Mein spontaner erster Philadelphia-Besuch mit Rocky und dem Eagles-Spiel war für mich das deutlich stärkere Erlebnis.

Baltimore war vor allem wegen des Ravens-Spiels einen Besuch wert. Bei bestem Wetter konnte ich vorher noch den Inner Harbor und die Aussicht vom Federal Hill mitnehmen. Das NFL-Erlebnis war gut, kam atmosphärisch für mich aber nicht ganz an das Eagles-Spiel heran.

Washington war dagegen einer der stärksten Abschnitte der gesamten Reise. Besonders begeistert haben mich Mount Vernon, wo ich unerwartet fast fünf Stunden verbrachte, das National Air and Space Museum und das National Archives Museum. Letzteres war eine echte Überraschung: Statt des geplanten kurzen Besuchs blieb ich fast drei Stunden. Auch die Führung durch das Capitol und die Library of Congress waren lohnenswert, wobei mir die Sicherheitsvorkehrungen im Kongress teilweise deutlich übertrieben vorkamen.

Sehr gut gefallen haben mir außerdem die National Portrait Gallery, der fast leere Old Post Office Clock Tower und der Sonnenuntergang am Tidal Basin mit Blick auf das Jefferson Memorial. Das Washington Monument habe ich aufgrund der unterschiedlichen Wetterbedingungen sogar zweimal besucht, was sich fotografisch tatsächlich gelohnt hat. Weniger überzeugt haben mich Alexandria und National Harbor. Auch das National Museum of African American History and Culture traf meinen persönlichen Geschmack überraschend wenig, während das Udvar-Hazy Center mit Space Shuttle Discovery und Concorde ein sehr guter Abschluss war. Besonders wertvoll war dort wieder eine Führung, die den Flugzeugen historischen Kontext gab.

Mein Fazit: Washington hat meinen Geschmack wahrscheinlich am stärksten getroffen. Originalobjekte, authentische historische Orte und gute Führungen funktionieren bei mir deutlich besser als abstrakte Kunst oder sehr breit angelegte Kulturmuseen. Gerade Mount Vernon, National Archives sowie die beiden Air-and-Space-Museen würde ich jederzeit weiterempfehlen.
 
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