Sakura in Japan 2026

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HighKai

Erfahrenes Mitglied
04.08.2020
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Vorwort & Disclaimer

Eigentlich hatte ich lediglich das Bedürfnis mit Euch im Unterforum „Wie ist das Wetter bei euch“, einige Fotos von der diesjährigen Kirschblüten zu zeigen.

Dies hier soll nicht als klassischen Reisebericht verstanden werden, sondern eher als ein Experiment meine Erinnerungen und Gedanken über Japan, gepaart mit meiner Visite im 2026, zu verbinden.

Schließlich hat @handballplayer3 bereits tolle Eindrücke und Fotos vor einigen Tagen gepostet.

Ich hingegen weiß noch nicht, wohin diese virtuelle Reise führen wird. Ob sie sich entwickelt, verliert oder irgendwo leise ausläuft. Seht es mir also nach, wenn der Faden zwischendurch reißt - oder die Geschichte einfach dort endet, wo sie es gerade möchte.

Ich fotografiere nicht mein Essen und überhaupt, genieße ich meist den Moment, anstatt zu versuchen, alles digital festzuhalten :)

Kleine Zeitreise

Drehen wir die Uhr um fast zwei Jahrzehnte zurück. Es ist Kirschblütenzeit, Frühjahr 2006.

Flug: LH710. Fluggerät: 747, die „Königin der Lüfte“. Damals, weitaus prägender, als heute.

Diese Kombination wurde sogar mein Passwort zu meinem E-Mail Postfach: LH710747.

Wer damals Business Class flog, erinnert sich mit einem Schmunzeln (und vielleicht leichtem Rücken) an die Sitze: Es war die Ära der berühmten „Rutsche“. Man schlief nicht horizontal, sondern in einer sanften Neigung, immer im leichten Kampf gegen die Schwerkraft.
Das waren Zeiten..

Rückblickend war 2006 kein gewöhnliches Jahr. Die Weltwirtschaft lief auf Hochtouren, und die Reisebranche hatte den Schock von 9/11 endgültig hinter sich gelassen.
Lufthansa eilte von Rekord zu Rekord:

[…]Lufthansa Group, as projected in last month's earnings preview, posted record net income of €803 million ($1.05 billion) for 2006, a 77.3% increase over net income of €453 million in 2005, on a 9.9% lift in revenue to €19.85 billion, its highest-ever annual total

Der Handel mit China boomte, und das Fliegen verlor langsam seinen exklusiven Nimbus; es wurde massentauglich.
Doch während wir in Europa (eher West- und Nordeuropa) noch stolz auf unsere Nokias blickten, war uns Japan technologisch bereits Jahre voraus (ich meine, die konnten bei 7eleven sogar mit dem Klapphandy bezahlen)

Dort dominierten Klapphandys von Sharp, Panasonic und Toshiba - Vorboten einer digitalen Mobilität, von der wir im Westen erst noch träumten. Dann kam Apple und der Rest ist Geschichte.

Present

Mein letztes Tokyo-Abenteuer liegt nun auch schon wieder fast ein Jahrzehnt zurück - datiert auf 2015. Heute, 10,5 Jahre und drei vollgestempelte Reisepässe später, schließt sich der Kreis. Mein Japan-Abenteuer wiederholt sich.

Japan und seine Kultur haben mich schon immer fasziniert. Diese einzigartige Mischung aus eiserner Disziplin und tiefer Kultiviertheit; diese Erdung, die jedoch untrennbar mit dem Kollektiv verbunden ist (ikigai) - so die Theorie.

Aktuell vertiefe ich mich zum zweiten Mal in das Buch „Ikigai“. Es ist erstaunlich zu sehen, wie sehr die Japaner dieser Ideologie verschrieben sind - der Suche nach dem, was es wert ist, morgens aufzustehen. Ein Leben, das der eigenen Passion und Mission gewidmet ist.

Obwohl Japan einen der stärksten Reisepässe der Welt besitzt, besitzen nur etwa 18 % der Japaner überhaupt einen.
Warum die Welt in der Ferne suchen, wenn man seine Bestimmung bereits im Inneren - oder in der Perfektion des Heimischen - gefunden hat?


Die Vergänglichkeit der Blüte

Nichts symbolisiert diese Lebensphilosophie so vollkommen wie die Kirschblüte). Sie ist das ultimative Sinnbild für Mono no aware – das Bewusstsein über die Vergänglichkeit der Dinge. Die Schönheit der Blüte liegt nicht in ihrer Dauer, sondern in ihrer Flüchtigkeit.


Vielleicht ist das die wichtigste Lektion meiner Zeitreise: Das Leben ist vergänglich- daher gehe deiner Passion nach und erkunde Japan erneut.

Vergangen ist wieder einmal viel zu viel Zeit während ich das tippe. 00:35 local time. Heute muss ich früher raus- Richtung Mt. Fuji.

Zum Abschluss: meine Reiseroute:

EW: DUS- OTP (1 Nacht im Hilton Garden Inn
TK: OTP-IST-PVG in J
NH: PVG-NRT (1 Nacht Mercure Haneda & weiter im Farmont Hotel)
Fuji/Kyoto/Osaka/Nara
JL: ITAMI-HND (weitere Nächte im Fairmont)
NH: NRT-PVG
TK: PVG-IST-OTP

Gute Nacht aus Tokyo
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HighKai

Erfahrenes Mitglied
04.08.2020
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Abflug vom und aus DUS

Ich hatte zwar vor nach Japan zu reisen, jedoch hatten mich die Biz-Fares davor noch abgehalten, mein Ticket im Voraus zu buchen. Die Airlines riefen ca. EUR6-7k pro Kopf, auf.

So pokerte ich und wartete auf gute Deals nach Ostasien, um von dort aus nach Japan zu hüpfen.
Und was soll ich sagen? Den Mutigen gehört die Welt. Ca. 4 Monate vor geplanter Reise, zog TK ein Business fare für EUR1400 von OTP nach PVG aus dem Hut (den Deal teilte ich mit euch).

Man kann von der politischen Lage in der Türkei, oder den Politikern halten, was man mag.
I.d.R. bekomme ich auf fast allen Flugzeugen ein solides Produkt, sehr gutes Essen und dies im Vergleich zu relativ gutem Kurs.
Solange die politische Lage sogar den Transitpassagieren nicht zwingt, seine elektronischen Geräte zu entsperren und bei einer Verweigerung sogar Haftstrafen drogen, bin ich fein damit (wie neulich das Gesetz in HK verabschiedet worden ist)
Ich könnte hier ebenfalls einige Erinnerungen über das „alte“ HK verfassen, ich belasse es, sonst drifte ich zu sehr ab.

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Meine Reise begann am Flughafen Düsseldorf. Mit EW9792 sollte es nach Bukarest (OTP) gehen.

Vor dem Abflug traf ich einen guten Bekannten, der in der Terminalleitung am DUS arbeitet.

Wir kamen ins Gespräch über die Airlines, die früher regelmäßig von DUS aus starteten - United, Singapore Airlines, Cathay Pacific, ANA und Air China mischte hier mal mit.

„Der ANA-Flug war damals eigentlich recht gut gebucht“, meinte er beiläufig.
Moment mal, dachte ich. Ich hatte doch einmal die KI gefragt, warum ANA Düsseldorf nicht mehr anfliegt. Laut Perplexity hieß es damals:
Der Kerngrund ist wirtschaftlich: Die Direktstrecke Tokio–Düsseldorf bringt für ANA aktuell zu wenig profitablen Verkehr


Das sei das offizielle Statement, meinte er.

Inoffiziell war der damalige Stationsleiter von ANA allerdings alles andere als zufrieden mit den Bedingungen im Terminal gewesen.

„unwürdig“ und „vergleichbar mit einem Busbahnhof“ bezeichnete er DUS.

Laut dem Bekannten, sollen auch Vertreter von QR bei einem Rundgang durch den Terminal, ähnliche Bemerkungen geäußert haben.

Heute hingegen kann sich die Lufthansa über mangelnde Auslastung nicht beklagen: Der Flug LH73 nach Frankfurt war bis auf den letzten Platz ausgebucht.

IMG_2824.jpeg Mein EW Flieger flog mit einer Verspätung von einer Stunde ab, wo die Kabine absolut dreckig vorgefunden wurde. Ich war froh, dass der Flug vorbei war. Absolut nichts zu berichten.

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Als wir in OTP landeten, war ich ehrlich gesagt positiv überrascht.
Ich hatte eher eine etwas heruntergekommene Anlage erwartet und war schon darauf eingestellt, mich einfach über einen unversehrten Koffer und halbwegs saubere Einrichtungen zu freuen.
Doch der Flughafen wird derzeit modernisiert und was soll ich sagen: es präsentiert sich heute erstaunlich zeitgemäß und ansprechend.


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Da unser TK-Flug am frühen Morgen startete, entschieden wir uns, die Nacht zuvor im Hilton Garden Inn direkt am Flughafen zu verbringennur etwa fünf Gehminuten vom Terminal entfernt.

Das Hotel ist sauber und zweckmäßig, ohne viel Schnickschnack. Es gibt ein Restaurant mit moderaten Preisen, das Essen war solide nichts Besonderes, aber auch kein Grund zur Klage.

Gleiches gilt für das Zimmer: funktional, ordentlich und ruhig. Als Diamond-Mitglied gab es allerdings keine Extras oder kleine Aufmerksamkeit im Zimmer.

Insgesamt ein praktisches Flughafenhotel ohne besondere Höhepunkte, aber absolut in Ordnung für eine Nacht vor dem Flug.


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Am nächsten Morgen checkten wir aus und gingen zum CI Schalter, wo wir unser *A Anschlussflug auf zwei seperaten Tickets angesprochen haben, mit der Bitte dies bis nach NRT durchzutaggen.

Er meinte zuerst, dass er das eingegeben hat, den Flug nach NRT angeklickt hätte, jedoch der bagguage tag nur bis PVG ausdrucken würde.
Tatsächlich bat er mich, mir das persönlich anzusehen und zeigte mir am Monitor, wie er NRT auswählt, jedoch nur bis PVG getaggt wird.

Liegt es evvtl. daran, dass China dies nicht erlaubt?

Nachdem wir eingecheckt sind, statten wir einen Besuch in der Lounge, ab.
Die Lounge war nur vor wenige Tagen wiedereröffnet. Sie ist klein. Nicht mehr als ein Wartebereich. Es gab nicht mal Kaffee (lediglich Nespresso-Kapseln).

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Wir sind in Fujikyu Highland angekommen.
Ich schliesse diesen Kapitel hier vorerst ab und werde mit dem OTP-IST & Lounge Eindrücken weiterberichten.