Über Spitzbergen via Faröer nach Island

ANZEIGE

DUSZRH

Erfahrenes Mitglied
04.11.2018
2.275
1.725
ANZEIGE
Prolog:
Wir schreiben den 2. April 2023, spontan bietet sich die Gelegenheit die letzten zwei Aprilwochen freizunehmen. Toll! Doch wohin so spontan? Beruflich auch noch sehr eingespannt. Da kommt das Gedächtnis zur Hilfe: Im Mai '20 war doch Spitzbergen geplant! (und auch schon einiges an Aktivitäten ausgekundschaftet) Aber 2 Wochen? Etwas lang.

Naja, auf dem Weg gibt es ja genug Ziele.

Zeitgleich fragte ich im Freundeskreis etwas herum: Zeit? Lust auf den Norden?

Rückmeldung eines meiner besten Freunde: 1 Woche Zeit, ungern Norwegen, aber wie wäre es mit Island?

Ja warum nicht? Nur wie komme ich von Spitzbergen nach Island? Ohne allzu grosse Umwege?

Nach Kosultation von Flightradar (welche Strecken geflogen werden) stand folgender Plan:

map.gif
(copyright gcmap.com)

Los geht es am 14.4. abends mit LX1218 (um 20:50), ZRH-OSL.
Am 15.4. mit SK4496 um 16 Uhr OSL-LYR.
Am 18.4. mit SK4425 LYR-TOS,
Am 20.4. mit WF627 TOS-BGO, 23h in Bergen, am 21.4. WF290 BGO-FAE
Am 24.4. mit RC401 FAE-KEF
Am 30.4. mit SK4788 KEF-OSL
Am 1.5. mit SK1465, LX1277 OSL-CPH-ZRH (gab keinen non stop Abendflug).

So die vorläufige Planung. Aus persönlichen Gründen kam noch eine grössere Planänderung hinzu, dazu aber später mehr. Auch sollte es im Juni noch ein zweites Mal nach Island gehen.
 

Tesla

Erfahrenes Mitglied
13.12.2016
263
651
AKL
Sehr cool, ich bin dabei. War Ende März selbst auf den Färöer-Inseln und fliege Ende kommende Woche nach Island. Spitzbergen hatte ich als Alternative zu Färöer im Blick, da ich aber alles sehr kurzfristig geplant hatte, waren alle passenden Unterkünfte - gibt ja nicht viele dort - schon weg. Dann lasse ich mich jetzt durch deinen Bericht inspirieren!
 
  • Like
Reaktionen: DUSZRH

DUSZRH

Erfahrenes Mitglied
04.11.2018
2.275
1.725
5 Neue Flughafen Codes und 2 neue Airlines für die Buchhaltung. Und eine gut optimierte Reiseroute (Flugzeit vs Reisezeit). Letzteres sollte sich jedoch ändern. Am Ostersonntag verstarb nicht ganz unerwartet meine 91-jährige Grossmutter.

Nach etwas hin und her, entschied ich mich für einen "Reiseunterbruch" um für die Beerdigung am 19.4. in Hildesheim zu sein (eine sehr berufstätigenfreundliche Wahl, wo ein Grossteil der Familie Reisezeiten von 3-6h oneway hat) und buchte, als der Termin am 11.4. feststand zusätzlich:

map2.gif

Am 18.4. mit SK4425 LYR-TOS-OSL
Am 19.4. mit LH865 OSL-FRA (ankommend 8:45), "zurück" 21:20 mit LH876 FRA-BGO,
Am 20.4. weiter mit WF622, ab 7:50, BGO-TOS.

Interessanterweise war der "Hinweg" in C ca. 70€ günstiger als in Y. So bezahlte ich ca. 430€ an LH, um praktisch 2 Tage im Flugzeug verbringen zu dürfen. Zur Auswahl stand auf dem Rückweg auch OSL statt BGO (nur tax difference), bezüglich Unregelmässigkeiten war mir der Weg via BGO aber lieber. Am 12.4. reiste ich abends aus dem "Homeoffice" in den Bündnerbergen nach Zürich. So näherte sich in grossen Schritten der

14. April:

Der Arbeitstag zog sich doch etwas in die Länge, so dass ich erst um 18:20 das Büro verliess. Nun aber fix. Kurz nach Hause, fertig packen und los. Dies schaffte ich in unter einer Stunde, so dass ich doch 1h vor Abflug am F Schalter der Swiss vorstellig werden konnte.

Nun stellte sich die erste Herausforderung: Ich flog zum ersten Mal mit einem Lawinenrucksack (und wollte daher eigentlich zeitiger am Check In sein). Nach etwas Unwissenheit/Diskussionen (unter Rückfrage beim Supervisor) war jedoch alles in Ordnung und das Gepäck 20 min später unterwegs (leider nur bis OSL),

Nun gab es noch einen kurzen Snack in der SEN Lounge A, währenddessen ich das Radisson Blu am OSL buchte, um möglichst kurze Wege zu haben. Dann rief auch schon das Boarding.

Wir erreichten pünktlich OSL, landeten bei starkem Schneefall. Die Gepäckausgabe zog sich etwas hin, so dass ich gegen 23:30 im Zimmer war, nochmals kurz den Arbeitsrechner anschmiss und dann gegen 1:30 in den wohlverdienten Schlaf fiel.
 

DUSZRH

Erfahrenes Mitglied
04.11.2018
2.275
1.725
Samstag, 15. April:

Dank Wecker erschien ich rechtzeitig zum Frühstück. Dieses gestaltete sich als guter Durchschnitt. Wohlgenährt checkte ich aus und bugsierte mein Handgepäck in den Luggage Room. Anschließend querte ich die Straße zum Terminal und begab mich zum Check In. Zwar sollte mein Flieger erst nachmittags, um 16 Uhr, gehen, jedoch lebt es sich "gepäcklos" einfach einfacher.

Nun war es schon deutlich nach 10, effektiv verblieben also 4,5h. Also nichts wie auf nach Oslo!

Nun folgte ich der Ausschilderung zum Flughafenbahnhof, öffnete die magischen Tore zum Bahnhof per Kreditkarte und fand mich nun auf dem recht leeren Bahnsteig wieder, während gegenüber Vollbetrieb herrschte. Der Grund war schnell klar: Dort fuhr der nur unwesentlich langsamere Regio, der nur die Hälfte kostete und auch eher abfuhr. Naja nun hatte ich bereits bezahlt und wartete drum die zusätzlichen 10 min, um dann 6 min schneller am Nationaltheater auszusteigen. Die Station erreichten wir pünktlich um 11:16!

Kurz darauf stand ich dann schon vor dem skandinavisch schlichten königlichen Schloss:

Photo-2023-04-15-11-25-12_8255.jpg

Das Wetter war nicht gerade einladend! Etwas wärmer als am Flughafen, wo noch ein bisschen feuchter Schnee lag, aber die Nässe + Nieselregen machte wenig Freude.
Einmal zur Reiterstatue hoch, ging es nun weiter Richtung Aker Brygge.

Wetterbedingt gab es dort erstmal einen "Aufwärmstopp" in der dortigen Filiale der "Kaffeebrennerei", einer lokalen Kette. Anschließend wanderte ich weiter durchs moderne Viertel:

Photo-2023-04-15-12-18-09_8257.jpg

Wetter blieb durchwachsen. Naja, das Leben ist kein Wunschkonzert und so ging es weiter zur Akershus Festung, von dort ein Blick zurück:

Photo-2023-04-15-12-47-35_8266.jpg

Und ein Bild vor Ort:

Photo-2023-04-15-12-49-07_8269.jpg

Auf der Suche nach einem Toilettenstop, fand ich eben diese und eine kleine nette Ausstellung im Besucherzentrum. Weiter ging es zur Oper:

Photo-2023-04-15-13-03-02_8273.jpg

Und auf deren Dach:

Photo-2023-04-15-13-17-55_8279-2.jpg

Nett hier, mittlerweile sogar trocken!

Vorbei am Munch Museum, welches ich mir für den Rückweg aufhob:

Photo-2023-04-15-13-26-07_8286.jpg

nach Sörenga. Auf dem Weg betrachtete ich interessiert die ganzen Fluss- äh Meersaunen, die Oslo anbot. Coole Sache!

Nun rief sowohl der Hunger als auch die Zeit. Ich fand mit Pink Fish eine recht gute, schnelle Fischfastfoodvariante. So konnte ich mich bereits 20 min später wieder auf den Weg zum Hauptbahnhof machen. Mittlerweile schon 14:05 bequemte ich mich nun zum Hauptbahnhof, nahm den Regio um 14:24, der mich nur 23 min später am Flughafen ablieferte. "Hintenrum" war ich ruckzuck am Hotel (Handgepäck) und 20 min später in der SAS Lounge hinterm Zoll.

Als der Flieger zum Einsteigen aufgerufen wurde, begab ich mich zur Passkontrolle. Dort scheiterte mir unerklärlicherweise die automatische, so dass ich die persönliche in Anspruch nahm. Ging aber ratzfatz und dann saß ich auch schon im (sehr leeren) Flieger. Da ich mir den Notausgang ausgesucht hatte, musste nun nur noch für die andere Seite eine Person gefunden werden. Bei vielleicht 40 Personen an Bord, gar nicht so einfach.

Nun ging es los und die Vorfreude steigerte sich. Im Gegensatz zu Oslo war heute für Longyearbyen gutes Wetter angekündigt.
 

shauri

Erfahrenes Mitglied
11.05.2014
1.890
11.503
zwischenreisenundwahnsinn.blogspot.com
Norden im Winter, da bin ich sofort dabei. Wieso reist du mit Lawinenrucksack? Klingt nach spannenden Plänen.
Auch wenn es nicht ganz unerwartet war und schon eine Weile her ist, dennoch mein Beileid zum Tod deiner Großmutter.
 
Zuletzt bearbeitet:

DUSZRH

Erfahrenes Mitglied
04.11.2018
2.275
1.725
Norden im Winter, da bin ich sofort dabei. Wieso reist du mit Lawinenrucksack? Klingt nach spannenden Plänen.
Auch wenn es nicht ganz unerwartet war und schon eine Weile her ist, dennoch mein Beileid zum Tod deiner Großmutter.
Habe auf Spitzbergen eine Skitour gemacht. Bei Sicherheitsmaterial präferiere ich eigenes Equipment. (Wartung, Umgang, Erfahrung mit dem Material)

Habe also auch LVS, Schaufel, Sonde mit. Die sind aber beim Transport nicht herausfordernd. Bei meinem “Rucksack” übrigens auch nicht. Der speichert die Energie mit einem Superkondensator und ist daher nicht anmeldepflichtig und darf mit Begleitschreiben einfach so ins Gepäck.
 

DUSZRH

Erfahrenes Mitglied
04.11.2018
2.275
1.725
Fortsetzung:

Nun ging es 3h geradewegs nach Norden! Zwar zog es sich im Laufe des Tages auf Spitzbergen etwas zu, doch im Landeanflug war das Wetter noch nur leicht bewölkt! So zeigten sich spektakuläre Aussichten. (Das meiste leider nur als Video, da muss ich noch Aufnahmen rausziehen):

Photo-2023-04-15-18-35-05_8318.jpg

Auch nach er Landung zeigte sich Spitzbergen von seinen schönen Seiten:


Photo-2023-04-15-18-51-19_8331.jpg

Nach der Landung und der Gepäckausgabe im öffentlichen Bereich, stehen abgestimmt zum Flugplan öffentliche Busse bereit. Diese fahren aufgeteilt alle Hotels an. Für mich ging es in den vorderen Bus, da die erste Nacht in die Coal Miners Cabins verbracht wurde. Ursprünglich hatte ich sie für alle 3 Nächte gebucht. Dann aber kalte Füße bekommen, da sie etwas außerhalb liegt und man eventuell nicht "einfach" ins Zentrum käme. Dies war aber kein Problem, ist ein Spaziergang von vielleicht 20 min.

Im Ankunfts/Check-In Bereich war es sehr voll, da am gleichen Tag ein Langlaufwettbewerb stattgefunden hatte. Ich verzog mich darum schnell nach draußen und wartete auf die Abfahrt des Busses.

Photo-2023-04-15-19-11-00_8334-2.jpg

Das obligatorische Foto vom Parkplatz.

Nachschub im Anflug (Foto aus dem Bus):

Photo-2023-04-15-19-25-44_8339.jpg

Nach Ankunft in der Unterkunft versorgte ich mich mit einer warmen Mahlzeit, die mit 400 NOK zu Buche schlug. Ich machte mich kurz frisch und marschierte dann Richtung Zentrum los. Dort fand ich eine sehr gut gefüllte Bar/Kneipe vor. Nach 2 Kostproben der lokalen Bierversorgung machte ich mich wieder auf den Rückweg und setzte im Hotel in den Bar/Lobbybereich, ich genoss noch den Anbruch meiner ersten Polarnacht und las noch ein wenig.

Um 23:10 ging es dann Richtung Bett ins Nachbargebäude:


Photo-2023-04-15-23-10-25_8354.jpg

Nun aber "zeitig" ins Bett, auch wenn es draußen nicht dunkel wird, denn für morgen stand eine Schneemobiltour an die Ostküste an:

Photo-2023-04-16-16-56-48_8419.jpg
 
Zuletzt bearbeitet:

DUSZRH

Erfahrenes Mitglied
04.11.2018
2.275
1.725
Sonntag, 16. April:

Ich verbrachte die Nacht in einem erholsamen Schlaf, nur einmal erwachte ich kurz gegen 4:50 Uhr. Der Blick durch die Gardinen sagte schon "Wieder richtig hell":

Photo-2023-04-16-04-59-16_8356.jpg

Laut Wetterapp war nämlich Sonnenuntergang gegen 23 Uhr, Sonnenaufgang bereits um 1:30. Richtig dunkel wurde es also nicht. Die Abdunkelung in den Hotels funktionierte jeweils hingegen top.

Der Wecker klingelte um 7 Uhr. Nach einmal "snoozen" ging es unter die Dusche auf dem Flur. Ich packte kurz zusammen, nahm das Gepäck mit in den Vorraum und begab mich zum Frühstück. Dies war eher einfach, aber sättigend.

Um 8 Uhr war ich bereit zur Abholung und ein paar Minuten später saß ich schon im Minivan. Da die Coal Miner Cabins am Ende des Ortes liegen wird man als Erstes eingesammelt. Nachdem an 2 weiteren Stopps 5 weitere Personen zugestiegen waren, waren wir vollzählig und wir fuhren zur Hütte des Veranstalters, wo das Briefing und die Einkleidung stattfand. Dazu noch einmal die Karte:

Photo-2023-04-16-16-56-48_8419.jpg

Auf dem Programm stand die Fahrt an die Ostküste. Luftlinie beträgt die Entfernung 85km, so dass die angeschriebenen 200km für Hin- und Rückweg zutreffend sein können. Die Strecke führt bis zum Ende des Adventfjords, an dem Longyearbyen liegt, weiter durch das Adventtal ("Adventdalen"), über einen "Pass" gelangt man in das weite und breite Sassental ("Sassendalen").

Am Ende des Tales ging es dann über die Moräne auf den Gletscher und wir folgten einem GPS Track bis an die Küste, und dort ging es dann aufs Packeis. Aber dazu ein paar Bilder:

Photo-2023-04-16-09-31-06_8361.jpg

9:30 Uhr, es geht los. Ja ok wir sind schon etwas gefahren, sind aber noch im Adventtal. Marschgeschwindigkeit fahren wir übrigens 50-60 km/h. Wir sind einer 6er Gruppe (+ Guide) auf 4 (+1) Schneemobilen. Eine Madame traut sich nicht selbst zu fahren, und einer wurde kurz vorher das Portmonee (incl. Führerschein) gestohlen und es gab rechtzeitig keinen Ersatz. (Norwegerin beruflich als Austausch in London). Die Gruppengröße ist noch angenehm und nach 15-20min habe ich mich auch eingegroovt. Fahre das erste mal so ein Gerät.

12 Uhr: Es geht aufs Packeis. Dort mit etwas Abstand zur "Eiswand", die beiden Gletscher kalben in der (Pack-)Eisfreien Zeit direkt ins Meer, halten wir Mittagspause. Es gibt Tütengerichte die mit heißen Wasser aus der Thermoskanne erhitzt werden. Schmeckt wie Flugzeugessen.

Photo-2023-04-16-12-06-39_8368.jpg

Auch wenn die Touren als "Chance" vermarktet werden, Eisbären zu sehen, so sei das doch laut Guide eher ungewöhnlich, er taxiert das auf 3-5% Chance. Denn diese sind tendenziell auf Robbenjagd auf dem Packeis unterwegs. Gerne auch mal 20-50km von Land entfernt. Auch lockt die Robbe, die wir in einiger Entfernung erspähen und die fleißig ihr Loch eisfrei hält keinen Eisbären an.

So müssen wir immerhin nicht unsere Mahlzeit teilen und werden noch einen letzten Blick auf die imposante Eiswand:

Photo-2023-04-16-12-53-47_8376.jpg

Wir machen uns auf den leicht veränderten Rückweg. Dort halten wir an ein paar "Eisbergen", die die Moräne ausspuckt. Dabei einsteht dieses tolle Foto:

Photo-2023-04-16-14-23-35_8392.jpg

Die Nachmittagssonne lässt sich erblicken. "Eisberge" sehen dann so aus:

Photo-2023-04-16-14-25-11_8397.jpg

Ein weiterer Stopp steht bei einem tiefgefrorenen Wasserfall an:

Photo-2023-04-16-15-22-18_8410.jpg

Einmal drum herum gelaufen: "Fließen tut hier nichts". Gegen 16:30 sind wir wieder zurück am Ortseingang in Longyearbyen. Wir tanken die Fahrzeuge auf, die nur noch ein Viertel gefüllt waren und gegen 17:45-18:00 bin ich zurück in den Coal Miners Cabins. Hier gibt es für mich einen Snack, äh Kaffee (gratis) und Kuchen. Um 19 Uhr mache ich mich auf den 15-minütigen Weg ins neue Hotel, "Polfareren":

Photo-2023-04-16-19-53-26_8426.jpg

Ich kaufe nebenan im überraschend gut sortierten Supermarkt ein paar Snacks für die morgige Skitour und schmeiße meinen Laptop an, um noch ein paar berufliche Dinge zu erledigen. Die Zeit vergeht wie im Fluge und es ist schnell 2h später, 21:35. Hunger habe ich zwar noch keinen, es ist auch noch sehr hell, aber ich habe Angst, dass die Küche schließen könnte. So mache ich mich auf den Weg ins Restaurant. Die Befürchtung bewahrheitet sich.

Naja ich bin pragmatisch und nehme die beiden am meisten sättigen Nachspeisen. Eine davon ist eine deftige Käseauswahl. Hungrig war ich sowieso eigentlich nicht.

So neigt sich ein zweiter ereignisreicher Tag auf Spitzbergen dem Ende entgegen (also laut Uhr, dunkel wird es ja nicht wirklich ;) ). Nach einem kurzen Abendspaziergang geht es wieder aufs Zimmer und ins Bett.
 

DUSZRH

Erfahrenes Mitglied
04.11.2018
2.275
1.725
Montag, 17. April:

Zeitig klingelt der Wecker. Das Wetter ist heute sehr durchwachsen. Perfektes Timing für eine Skitour, oder auch nicht. Trotz allem soll es heute auf den Trollsteinen gehen, so etwas wie der Hausberg von Longyearbyen. Mit 850 Höhenmetern schon eine eher sportliche Angelegenheit.

Vor dem Frühstück überprüfe ich noch einmal kurz die Ausrüstung. Nachdem dies erledigt ist, genieße ich in Skikleidung das Frühstück, mit einem Blick zur Tür (da nicht immer ganz klar ist, wann man abgeholt wird.)

Um ca. 8:40 Uhr ist es soweit, ich bin Nr. 2 im Bunde und wir holen noch eine dritte Person ab, so dass wir um 9 Uhr im Büro eintreffen. Für mich gibt es noch ein paar Ski, ohne fährt sich so schlecht, während die anderen Beiden voll ausgestattet angereist sind (einmal Schweden, einmal Australien).

Nun wird Proviant verteilt, die gleiche Sorte Tütenessen wie gestern. Glücklicherweise gibt es aller Art Variationen. Zusätzlich gibt es eine Thermoskanne, yay :D

Gefühlt doppelt so schwer beladen geht es nach einem kurzen Sicherheitsbriefing (wir lernen, dass Spitzbergen sehr niederschlagsarm ist und sich daher das Lawinenrisiko sehr in Grenzen hält) los zum Ortsausgang, also praktisch zur Coal Miners Lodge (50m weiter als diese). Folgend die Route (pi mal Daumen) kurz eingezeichnet. Blau der Aufstieg, Rot die Abfahrt.

Capture.JPG

Quelle Google Maps.

Wir folgen dem Longyear talaufwärts und nehmen dann den südlichen Abzweig, Richtung Larsbreengletscher. Durch die Moräne geht es auf den Gletscher. Beim Übergang tut sich unser Splitboarder etwas schwer, denn der schlechtere Kantenhalt macht sich bemerkbar. Über den Gletscher geht es zur nördlichen Flanke zum Grat. Hier komme ich ordentlich außer Puste, denn es wird recht steil. Ca. 50m unter dem Gipfel richten wir unser Skidepot ein. Nun geht es zu Fuß bis zum Gipfel.

Photo-2023-04-17-13-25-07_0002.jpg

Wie man sieht hält sich das Wetter sehr in Grenzen. Es stürmt ordentlich. Über den Grat erreichen wir den Gipfel mit der ikonischen Felsformation. Der Plan im Windschatten dieser die Mittagspause einzulegen wird in Anbetracht des Wetters verworfen. Stattdessen nehmen wir die Höhle eines Gletscherbaches ins Visier. Nach dem kurzen Abstieg zum Skidepot machen wir uns an die erste Abfahrt. Die Nordflanke weist ein ordentliches Gefälle auf, es gab 5-7cm Neuschnee, was möchte man mehr :love:.

Nach 2-3 min erreichen wir den Eingang zur Höhle. Nun kommt sogar die Sonne heraus.

Photo-2023-04-17-13-58-37_8433-2.jpg

Statt die Sonne zu genießen, verkriechen wir uns jedoch im Gletscher.

Video-2023-04-17-14-42-54_8434-2.jpg

Video-2023-04-17-14-42-54_8434-3.jpg

Die Höhle entsteht durch einen Gletscherbach, der Schmelzwasser abführt. Im Winter gefriert dieser jedoch. Im Spätsommer markieren die Bergführer mögliche Zugänge und Buddeln dann im Winter bei ausreichender Schneedecke einen Zugang. Wir steuern eine Lichtung ca. 200m tief im Gletscher an und genießen unser mitgebrachtes Essen. Anschließend geht es auf die zweite Hälfte der Abfahrt. Diese ist weniger erheiternd, da der Schnee doch recht harsch ist. So erreichen wir wieder Longyearbyen.


Photo-2023-04-17-15-09-48_8437-2.jpg

Blick zurück vom Ortseingang. Wir kamen aus dem linken Seitental.

Nun geht es direkt zurück ins Hotel. Nach einer heißen Dusche vertreibe ich mir den Nachmittag bei Kaffee und Kuchen. Auch schaffe ich es diesmal rechtzeitig zum Abendessen, wo ich gefragt werde, ob ich es nicht doch einmal mit einer Hauptspeise versuchen wolle. Auf den Vorschlag gehe ich ein. So geht ein weiterer ereignisreicher Tag zu Ende.
 

DUSZRH

Erfahrenes Mitglied
04.11.2018
2.275
1.725
Dienstag, 18. April:

Für heute gab es keine großen Pläne. Der Bus zum Flughafen sollte bereits um 12 Uhr starten (Am Ortseingang). Mein Hotel "Polfareren" erreichte er um 12:30 effektiv. Da ich den Ort bereits gesehen hatte, Touren ob der Abflugzeit nicht möglich waren, schlief ich aus, nahm gegen 10 Uhr das Frühstück ein, packte meine sieben Sachen (vielleicht auch ein bisschen mehr). Im Anschluss telefonierte ich SAS und entschied mich, den nutzlos gewordenen ursprünglichen Flug, auf Ende Februar umzubuchen. Vor Ort wurde mir mehrfach berichtet, wie magisch die Zeit um den Monatswechsel Feb/Mär sein soll, wenn zeitgleich Sonnenaufgang/Untergang stattfinden.

Leider war für mein "kompliziertes" Routing kein OCI möglich. So checkte ich nun am Flughafen ein. Dort wurde ich gefragt, ob ich nicht direkt bis TOS durchlabeln möchte (also LYR-(TOS)-OSL-FRA-BGO-TOS). Dies erschien mir ein wenig Riskant und so ließ ich nur bis OSL labeln. Ich wurde jedoch direkt für alle Segmente eingecheckt. Dazu gab es die in Skandinavien eher kontraproduktiven Priority Sticker :-D

Nun machte ich mich auf den Weg durch die SiKo und besorgte mir im Kiosk/Café etwas zu essen. Wenig überraschend hatte der Flieger nämlich wieder eine Stunde Verspätung in TOS gesammelt, wie alle Wochen zuvor.... Das Warum wurde beim Zwischenstopp klar.

Jedoch wurde erst einmal geboardet. Zu Fuß ging es zum Flugzeug und es war mittlerweile sehr windig geworden. Ich bewies Standfestigkeit und so fand ich sehr schnell meinen Sitzplatz auf 3F. Zu meiner Freude stellte ich fest, dass der Mittelsitz auch groß und kräftig besetzt war und der Sitzabstand im vorderen Teil des A320N auch wirklich mies ist.

Der Flug, ausgebucht, war folglich das komplette Gegenteil des Hinfluges. Jedoch eröffnete das Wetter ein paar schöne Perspektiven beim Start:

Photo-2023-04-18-15-21-33_8467.jpg

Blick ins Longyear Tal:

Photo-2023-04-18-15-21-43_8469-2.jpg

So ging es nun nach TOS, welches wir 1h verspätet erreichten. Wir kamen am "Zelt" an, dass für die Internationalen Abflüge als Provisorium diente. Die Einreise erfolgte halbwegs zügig, das Gepäck kam tröpfelweise. Meines war natürlich eines der letzten. Vielleicht noch 15-20 Personen nach mir. Nun ging es durch den Zoll und dann wartete die nächste tolle Überraschung: Es gab 2 Spuren bei der SiKo. Die erste für das aufgegebene Gepäck, welches im Anschluss dann per Wagen Richtung Flugzeug ging, die andere für Handgepäck + Personen. Also eigentlich nur eine. Wenn jetzt 180 Personen zeitgleich dadurch wollen, dauert das natürlich eine ganze Weile. Einige hatten auch wirklich viel (expeditionsmäßig) Aufgabegepäck dabei.

90 min später war auch das geschafft. Ich versorgte mich am Kiosk noch mit einem Tee und wollte diesen am Gate genießen, jedoch wurde ich zum zügigen Boarding gedrängt. Wir seien ja schon so spät dran. Wenn jedoch noch 20 Leute an der SiKo stehen, bringt das zügige Boarding eher weniger viel. So durfte ich noch 10-15 extra Minuten meinen engen Sitzplatz genießen, bis es dann hieß Doors closed. Wir erreichten OSL schließlich mit über 2h Verspätung und es hagelte Misconnects ohne Ende. Aber nicht für mich, denn für mich ging es erst auf dem Morgenflug nach FRA.

So nahm ich um 21:20 mein Gepäck in Empfang, ging eine Etage nach oben und machte den Bag drop an der Maschine für den nächsten Tag und mich auf in das Radisson Red.

Aufgrund der fortgeschrittenen Uhrzeit und des frühen Weiterflugs, verzichtete ich auf kulinarische Aktivitäten. Ich "skypete" noch mit dem Freund, der mit nach Island kam und wir fixierten für dort die Hotels :).

Das Radisson Red gefiel mir noch etwas besser, als das "blu". Sind aber ein paar Meter mehr zu laufen.
 
Zuletzt bearbeitet:

DUSZRH

Erfahrenes Mitglied
04.11.2018
2.275
1.725
Mittwoch, 19. April:

Um 5:30 klingelte bereits der Wecker. Immer eine Freude so früh auf den Beinen zu sein. 5min blieb ich noch liegen, dann bequemte ich mich unter die Dusche. Um 5:45 war ich bereits nach erfolgtem Check-out unterwegs zum Flughafen. Das war auch angebracht, gegeben der Abflugszeit von 6:30. Um 5:59 erreichte ich das Gate und wartete noch kurz auf das Boarding. (Über-)pünktlich ging es los nach Frankfurt.

Dabei wusste Lufthansa kulinarisch zu überraschen:

Photo-2023-04-19-07-07-22_8481.jpg

Yummy.

Auf meinen Hinweis, dokumentierte der Purser das fotografisch und gab an, das intern weiterzureichen.

So erreichten wir überpünktlich FRA und per üblicher Busfahrt auch das Terminal sogar vor der geplanten Ankunftszeit. Da ich das eingecheckte Gepäck noch nicht per AirTag sah, und meiner Erfahrungen mit der Gepäckausgabe in FRA, stattete ich erst einmal der SEN Lounge einen Besuch ab. Nach einem kurzen Frühstück machte ich mich 20 min später auf den Weg zur Gepäckausgabe.

Dort begrüßte mich der Fraport mit der Anzeige, dass das Gepäck doch noch weitere 30 min brauchen solle. Immer eine Freude über deutsche Flughäfen zu reisen :)

In 40 min sollte der Zug zum Hbf gehen, um den Anschluss Richtung Niedersachsen zu bekommen (nur alle 2h). So klärte ich weitere Optionen ab (Leihwagen, etc.).

Erfreulicherweise kam dann das Gepäck dann doch schon nach 10 weiteren min. Kurz umgepackt, Dinge die in DE bleiben konnten in den Rucksack des Airbags gepackt und ab zum Check In. Dort zum besetzten Schalter, um short labeln zu lassen, damit das Gepäck in BGO bleiben konnte. Dies schaffte die Dame am F Checkin jedoch nicht. Mir fiel jedoch ein, dass man das Gepäck eh abholen muss, um es durch den Zoll zu bringen. Also kein Problem.

Pünktlich (ok, evtl +1-2min) ging es mit der S Bahn zum Hbf. Da ich eine frühere nehmen konnte, blieb noch kurz Zeit sich mit einem dritten Frühstück zu versorgen.

Da der ICE sich entschloss mitten im nirgendwo nochmals 10min auf freier Strecke zu pausieren, erreichte ich Hildesheim nur leicht verspätet um kurz vor 1.


Dafür hielt die Bahn auf der Rückfahrt mehr Überraschungen bereit. Den Zug, kommend aus Berlin, verfolgte ich seit Abfahrt. Bis Braunschweig lief alles gut, jedoch dann Reparturen am Zug. So ging es in Hildesheim statt um 17:21, erst 30 min später los. Bei planmäßiger Ankunft um 20:03 Frankfurt Hbf und Abflug 21:20 FRA-BGO wusste ich, das wird sportlich!

Wir erreichten Frankfurt Hbf um 20:23. Bei der Frage ICE 4 Gleise weiter, verspätet auf 20:26 oder S Bahn (pünktlich) 20:32, setzte ich auf den ICE. Um 20:30 setzten wir uns in Bewegung und erreichten FRA Fernbahnhof um 20:41.

Nach einer leistungssportverdächtigen Leistung konnte ich um 20:50 vermelden: "Geboardet"!

Per Bus ging es auf eine Außenposition und pünktlich nach Bergen (23:20). Nach 10 min kam das Gepäck und um 23:43 ging es müde (doch recht langer Tag) per Straßenbahn ins Moxy Bergen. Doch eine ganze Ecke, jedoch hatte ich dieses schon Prepaid für die ursprünglich geplante 2. Nacht gebucht.

So war es bereits 00:40, als ich dort ein riesiges Eckzimmer mit tollem Blick bekam, das etwas spärlich eingerichtet war (obwohl doppelt so groß wie die anderen Zimmer, keine zusätzliche Möbel).
 

DUSZRH

Erfahrenes Mitglied
04.11.2018
2.275
1.725
Donnerstag, 20. April:

Nach einer viel zu kurzen Nacht, ging es bereits um 6:15 Uhr wieder los zum Flughafen. Denn um 7:50 Uhr stand der Flug nach TOS an. 1h Später war ich bereits durch die SiKo und fand neben dem Gate noch die Möglichkeit für ein kleines Frühstück. Die E290 von wideroe stand schon bereit und so wurde pünktlich um 7:30 Uhr geboardet. Das ging sehr flott, denn der Flug war nur zu ca 30% belegt.

Als jedoch kurz darauf die Technik im Flugzeug vorbeischaute, sah ich die Chancen schwinden und um 8:20 Uhr waren wir dann CANX. Die Fluggäste wurden auf die nächsten beiden Flüge aufgeteilt, für mich gab es den Flug 3:10h später. Ich setzte mich wieder in das Café neben dem Gate und harrte der Dinge. Nachdem die Schlange am Gate zur Umbuchung weg war, stellte ich mich an um zu schauen, was möglich wäre. Durch den späteren Flug war der Aufenthalt in Tromsö arg kurz geworden.

Nach einem netten Gespräch mit dem Gate Agent, rief sie im Back Office an und erreichte, dass das erste Segment für den Flug TOS-BGO-FAE aus der Buchung genommen wurde. Damit nichts schief geht checkte sie mich auch direkt für den Flug nach Faröer am nächsten Tag ein und die Boardkarte aus. Folglich blieb ich in Bergen und fuhr nun in die Stadt:

Mein erstes Ziel war Bryggen. Dort fand ich ein nettes Café und setzte mich in die Sonne. Denn das Wetter spielte mir heute sehr gut:

Photo-2023-04-20-11-22-51_8499.jpg

Nachdem ich auf Spitzbergen gelernt hatte, Bergen sei die regenreichste Stadt Europas, war ich natürlich positiv überrascht. Ich schlenderte erst durch Bryggen, am Dom vorbei, auf die andere Seite der Bucht ins Zentrum. Fand ein nettes Restaurant zum Mittag und so verging der Tag etwas ungeplant in Bergen.

Am frühen Nachmittag ging es zurück ins Hotel und ich plante schnell ein wenig die Tage auf den Faröern. Mietwagen, und was man denn so alles dort anstellen könnte. Zum Abendessen fand ich ein nettes Restaurant in der Nähe des Hotels. Auch der Sonnenuntergang konnte sich sehen lassen:

Photo-2023-04-20-21-04-59_8508.jpg

Freitag, 21. April:

Nach den vergangenen sehr kurzen Nächten freute ich mich auf eine etwas längere Nachtruhe. So schlief ich aus, nahm gerade noch so das Frühstück mit und lief anschließend durch den Nygardsparken Richtung Zentrum. Nach einem kurzen Lunch ging es zurück ins Hotel, ich hatte noch ein Meeting. Danach packte ich schnell und es ging mal wieder zum Flughafen. Nach dem Bag Drop begab ich mich zu meinem bereits wohlbekannten Café im Gatebereich.

Der Flug war wenig ereignisreich, außer, dass mein Fenster schon beim Start beschlagen war, so dass ich nur eingeschränkt etwas erkennen konnte. Denn überraschenderweise war das Wetter für den heutigen Tag genauso sensationell, wie in Bergen und der Anflug auf FAE hätte sicher schöne Perspektiven in Petto gehabt.

Photo-2023-04-21-19-12-47_8523.jpg


Photo-2023-04-21-19-23-34_8525.jpg

So gab es das erste klare Bild erst bei Ankunft. Der Rest des Fliegers plünderte bei Ankunft erst einmal den Duty Free Bereich. Ich ließ mich davon nicht anstecken und wartete auf mein Gepäck. Danach ging es ins Nachbargebäude zum Verleih. Dort überließ mir Avis einen Suzuki Ignis. Mit 4 Rädern ausgestattet ging es nun Richtung Torshavn.

Photo-2023-04-21-19-57-52_8528-2.jpg

Blick auf den Sorvagsvatn, der See neben dem Flughafen. Wetter war traumhaft.

Danach gab es einen kurzen Stopp bei Bonus (Supermarkt), um Getränke und Snacks zu besorgen. Kurz darauf fuhr ich bei einem Food Truck vorbei. Da der Weg nach Torshavn noch weit und es auch schon nach 19 Uhr (1 Stunde zurück im Vergleich zu MESZ) wendete ich und steuerte eben diesen an.

Nun suchte ich mir einen schönen Platz zum Essen und machte die paar Meter bis zur Bucht.

Photo-2023-04-21-20-46-14_8536.jpg

Gut gestärkt ging es weiter Richtung Torshavn.

Photo-2023-04-21-21-13-11_0010.jpg

Gut 2h später erreichte ich Torshavn. Nachdem ich eingecheckt hatte lief ich zu Fuß ins Zentrum. Blick auf den Hafen:

Photo-2023-04-21-22-51-14_8546.jpg

Torshavn bei Nacht:

Photo-2023-04-21-23-47-00_8547.jpg

Ich fand noch ein Café/Bar und nahm dort noch ein Heißgetränk zu mir. Dann ging es zurück aufs Zimmer.
 

DUSZRH

Erfahrenes Mitglied
04.11.2018
2.275
1.725
Samstag, 22. April:

Diese Nacht war nun etwas länger. So war ich um 9 Uhr auf den Beinen. Nach einer heißen Dusche verzehrte ich ein paar Snacks, die ich am Abend zuvor auf dem Weg zum Hafen in einem Supermarkt erstanden hatte. Ich checkte aus, und fuhr nun zu ebendiesem mit dem Auto. Ich fand einen Parkplatz und ging zu einem ausgedehnteren Frühstück ins Kaffeehaus. Das Wetter war heute sehr durchwachsen.

Um nicht zu sagen bescheiden ;)

Der Plan für heute Vormittag war bis auf Vidoy zu fahren. Dies ist die nordöstlichste Insel, die ohne Fähre zu erreichen ist. Als erstes ging es durch den neuen Unterseetunnel mit Kreisverkehr, der Torshavn mit Eysturoy verbindet und damit eine direktere Verbindung bietet, als über die Brücke im Norden der Inseln.

Da das Wetter immer noch sehr bescheiden war entschied ich mich bereits in Klaksvik für den nächsten Kaffeestop. Währenddessen buchte ich eine Unterkunft für die nächste Nacht (in Runavik) und fuhr dann weiter Richtung Vidoy/Vidareidi. Hier hatte ich überlegt die Wanderung auf den Enniberg in Angriff zu nehmen. Ob des Wetters (die Bergspitzen waren angezuckert) und des Windes (man musste kämpfen um vorwärts zu kommen), lies ich es sein und lief nur durch die angelegten Wege um den Dorfweihers.

IMG_8567.jpg

IMG_8572.jpg

Als bald machte ich mich auf den Rückweg. Dabei entstand dieses Bild:



IMG_8573.jpg

In Klaksvik stoppte ich im Bonus und machte einen kleinen Einkauf und ging dann nebenan ins Selbstbedienungsrestaurant, welches sehr gut besucht war und machte mich bei Fish and Chips an die restliche Tagesplanung. Wetterbedingt machte es wenig Sinn sich außerhalb geschlossener Türen aufzuhalten, da man fast umgeweht werden würde.

Nun ging es wieder durch den Tunnel zurück nach Eysturoy. Dort hielt ich in Nordragot und lief die Promenade ab. Sehr cool ist das Gebäude der Stadt äh Inselverwaltung. Dieses überspannt in Brückenform einen Bach und hat ein Grasdach. Sehr modern:
IMG_8576-3.jpg

Blick zurück vom begehbaren Dach:

IMG_8578.jpg

Nun fuhr ich zurück nach Runavik und machte den Selfcheckin. Anschließend folgte eine kurze ca. einstündige Pause bei etwas Tee im Hotel. Dabei konsultierte ich den im Hotel ausliegenden Gratisführer. Nachdem ich im Vorfeld der Reise keinen vernünftigen Reiseführer fand war ich doch positiv überrascht, ob des Umfangs.

Besser informiert ging es nun auf die als Scenic Route markierte Strecke nach Elduvik, im Norden von Eysturoy. Eine sehr malerische/abenteuerhafte Strecke. Blick von Elduvik auf Funningur:

IMG_8586.jpg

10min später:

IMG_8594.jpg

Wetter änderte sich fortwährend...

In Elduvik zeigte sich ein paar Sekunden lang sogar der blaue Himmel:

IMG_8591.jpg

Nun ging es weiter nach Funningur und Gjogv.


IMG_8603.jpg

Blick auf Gjogv und nachfolgend Pass zurück nach Funningur:

IMG_8608.jpg

Da mir die Restaurants in Runavik nicht zusagten, ging es zurück nach Gota zum Abendessen ins Restaurant Brimborg. Dort gab es ein leckeres wohlverdientes Abendmahl und um 22:30 ging es dann zurück ins Hotel.
 
Zuletzt bearbeitet:

DUSZRH

Erfahrenes Mitglied
04.11.2018
2.275
1.725
Auch wenn die letzten Monate zeitlich recht knapp waren, so habe ich den Bericht nicht vergessen ;)

Sonntag, 23. April 2023:

Der letzte volle Tag auf den Faröern brach an. Ich aß eine Kleinigkeit am Frühstücksbuffet, welches ich als äußerst sparsam in Erinnerung behielt und machte mich gegen 10 Uhr auf den Weg in Richtung Æðuvík, an der Südspitze von Eysturoy.

Kurz hinter dem Ortsausgang lag der Toftir See, den ich mir für den Rückweg aufhob. Wettermäßig war es weiterhin sehr durchwachsen (Temperaturen knapp positiv, feucht und windig).

IMG_8617.jpg

Kurz vor dem Ortseingang von Æðuvík hielt ich an dieser malerischen Bank setzte mich für ein paar Minuten und genoss den Ausblick. Auch der Blick zurück war nicht schlecht:

IMG_8619.jpg

Landschaftlich gefiel es mir sehr sehr gut, aber ansonsten gab es nicht allzu viel zu sehen. Dafür wurde ich aufmerksam beobachtet:

IMG_8620.jpg

Für den Rückweg nahm ich die Strecke über Nes, die mit zwei kleineren Seen etwas Abwechslung bot. Auch der Blick auf die schneebedeckten Gipfel wusste zu gefallen.

IMG_8621.jpg

Anschließend fuhr ich zum Troftir See und lief den Wanderweg um den See herum:

IMG_8625.jpg

Und wurde von folgendem Herrn begrüßt:

IMG_8629.jpg

Kurz darauf begann es zu schneien. Yippie:

IMG_8634.jpg

Bestes Aprilwetter eben ;)

Egal, muss man durch. Ich fuhr zurück nach Runavik, tankte einmal voll und nahm nach dem sehr dürftigen Frühstück einen Mittagssnack ein. Nachdem der Pass zwischen Gjogv und Eidi gestern wetterbedingt gesperrt war, war nun Eidi, ganz im Norden von Eysturoy das Ziel.

Auf dem Weg begeisterte mich dieses einsam, idyllisch gelegene farbenfrohe Haus:

IMG_8644.jpg

Am Kreisverkehr vor der Brücke nach Streymoy, versprach ein Schild gute Küche in Rosi's Cafe. Da sich die kulinarischen Möglichkeiten doch sehr in Grenzen hielten, stoppte ich dort auf dem Weg zurück von Eidi, musste jedoch feststellen, dass es erst am frühen Abend wieder öffnete. So fuhr ich erstmal weiter in Richtung Saksun.

Als erstes ging es über die besagte Brücke:

IMG_8649.jpg

Diese bietet die Möglichkeit mautfrei zwischen Eysteroy und Streymoy zu wechseln. Die Tunnelmaut ist nämlich für Touristen (mit Leihwagen) sehr heftig und man darf auch nicht die Rabattkarte lösen, die sich nach 4-5 Tunneldurchfahrten schon rentiert. Das war der Punkt, wo man sich doch etwas abgezockt fühlte.


Naja auf zu schöneren Perspektiven (die Kirche von Saksun):

IMG_8657.jpg

Ich lief etwas über die Musuemsfarm mit ihren ortstypischen Hütten und machte mich anschließend auf den Weg zurück ins Cafe.

IMG_8656.jpg

Gut gestärkt ging es nun Richtung Vagar (die Flughafeninsel ;) ).

Erster Programmpunkt dort: Die Wanderung entlang des Sorvagsvatn. Das Wetter aber leider nicht so berauschend, wie am Ankunftstag...

IMG_8673.jpg

Blick über den See auf den Atlantik.

IMG_8683-2.jpg

Auch die Steilküste wusste zu gefallen.

Nach dem Checkin in Midvagur war es zwar bereits früher Abend, aber hier im Norden bleibt es ja lange hell. So blieb noch Zeit bis nach Gasadalur zu fahren.

IMG_8688.jpg

Der Weg war gesäumt von vielen kleinen Inseln, die mir zu gefallen wussten. Das Ziel war aber der Wasserfall:

IMG_8692-2.jpg

Und nochmals ohne Zoom:

IMG_8696-2.jpg


Wusste auf jeden Fall zu gefallen.

Auf dem Rückweg stoppte in in Sorvagur für ein spätes Abendessen. Da morgen schon um 10 Uhr der Flug nach KEF anstand hiess es langsam den Inseln Abschied zusagen.
 
Zuletzt bearbeitet: