Hat von Euch gestern jmd. auf ZDF (ziemlich spät) die Reportage über die Gebaren von Amazon gesehen ? Interessant aber nicht verwunderlich. Nichts anderes hätte ich erwartet. An deren Stelle würde ich es auch so machen. Die Bestläufer dann als Eigenmarke AMAZON BASIC einzustellen.
Letzte Woche habe ich einen Artikel im WJ gelesen dass Amazon nun ins Lebensmittelgeschäft einsteigt. Zumindest US. Ausgesuchte Produkte aus den Top 100 Verkäufe die nun als Amazon Basic laufen. Unter den top ten findet sich nun Amazon basic Pasta...Wen hätte es gewundert.
Jeder der über AMAZON kauft fördert die "Umstrukturierung" des Einzelhandels zugunsten Amazon und nimmt dabei in Kauf dass die Auswahl und Vielfalt, gerade hinsichtlich Geschmack (Lebensmittel) und Funktionen (Technik) auf der Strecke bleibt.
Jeder der über AMAZON verkauft, trägt dazu bei sich in paar Monaten im direkten Wettbewerb zu Amazon zu sehen den er nicht gewinnen kann. hat der Beitrag gestern gut aufgezeigt. Zumal gerade bei Technik und anderen Markenprodukten der großen Hersteller alles standardisiert ist. Spezifikationen sind bekannt, auch bei Barilla Pasta ist es bekannt wie dieser schmeckt also kann nur der "gute" Preis zählen.
Ich selbst kaufe bei Amazon kaum noch. Evtl. 1x im Jahr, wenn überhaupt. Bücher kaufe ich lieber im EH zumal ich dort lange stöbern kann um dann das richtige Buch zu kaufen was mich interessiert.
Technik wie Waschmaschine, Kühlschrank ganz klar bester Preis im Internet. Warum ? Weil ich techn. versiert bin und techn. Hintergrund habe. Leider, leider ist es so dass "einige" Fachhändler kaum Ahnung haben wenn ich sie mit Fragen besuche und wenn es dann aber passt, tlws. 30% teurer als Internet. Bei einem Kühlschrank locker mal 150€. Dat macht keinen Sinn wenn wie meinen am UVP zu beharren. - Ja, ich verstehe auch dass sie Miete zahlen müssen, Personal etc. aber oft ist der FH nicht in der A-Lage-Fußgängerzone was den Aufpreis gerechtfertigt.
Die Läden haben ein ganz anderes, strukturelles Problem. Als Inhaber eines einzigen Ladens kann man rechnerisch heute nicht mehr überleben. Wer es nicht schafft eine offline-Filialkette aufzubauen hat verloren. Die Marge liegt je nach Hersteller im Technik Bereich zw. 15-50% (Also auch um die 100% Aufpreis wenn ich den VK der Hersteller betrachte. Da muss schon einiges verkauft werden um zu überleben und um die Ladenmiete zu zahlen. 1 Laden reicht nicht aus mit der eigenen Arbeitskraft.
Früher in den 70 ja, deswegen so meine Beobachtungen, sterben gerade viele Läden die in den 70, 80 aufgemacht haben. Habt ihr mal die Läden angeschaut ? Oft ältere Eigentümer, kaum renoviert, nicht die interessanten Sachen drinnen da leider Technik schnell ist. Design der Läden oft erschreckend altbacken. Da fühl ich mich nicht wohl. Die haben noch das Glück dass sie Eigentümer der Immobilie sind und daher noch überleben können. Wenn Mieter dann einziehen weil die Alteigentümer zugemacht oder verkauft haben, dann bleiben die nicht lange drin. Sieht man schnell dass oft wieder neue Mieter gesucht werden. Die Mieten fressen das vorhaben auf.
Erlebnis der frühen Jugend was mich geprägt hatte gerade bei Technik so zu agieren: Kauf eines PC. Ab um Blöd markt. Der Verkäufer dort damals war wirklich einer der Null Ahnung hatte aber mich Schwachsinn erzählt hatte und mir immer nur ein bestimmte Modell verkaufen wollte.
Das was ich mir rausgesucht hatte wäre nicht so toll, kleiner Hersteller mit schlechten Komponenten und vieles weitere. Dumm nur, dass es damals ein Hersteller war der gar nicht so klein war und gute Reputationen hatte.
Der / die Blöd Verkäufer können ruhig andere für blöd halten. Leider erlebe ich es immer wieder wie man in diesen Roten und blauen Märkten veräppelt... wird. Lustig war es immer wenn ich mit +1 in solch einem Markt war, was sehr selten ist da diese Aufgabe allein mir unterstellt ist. Die wird echt für mega blond verkauft ! - Hat sich mehrmals darüber geärgert und betritt diese Läden überhaupt nicht mehr. Ich krieg sie in die Blöd Märkte nicht mehr rein. Geht nicht. (Ich finds ja spannend dort obwohl dort selten was kaufe wenn es sich nicht vermeiden läßt)
Zusammenfassend : Ja, das Internetshopping bietet Möglichkeiten. Vorsicht jedoch vor den Großen wie Amazon. Das wird nicht gut ausgehen für die Vielfalt und Auswahl.
Der Einzel-und Fachhandel ist definitiv im Umbruch aber einige EH/FH haben von vornherein keine Chancen. Darunter fällt alles was standardisiert ist. Leider auch weil der Service - siehe Beispiel Schuhe - tlws nicht funktioniert. Wenn der Laden via Handelsvertreter kauft hat er schon verloren. 1 Zwischenglied mehr in der Stufe wo auch jemand verdienen möchte und dann noch der persönliche Geschmack im Sortiment des Vertreters welches möglicherweise nicht den Geschmack der Kunden trift.
Tesla macht es richtig und immer mehr Herstellter gehen den gleichen Weg : Eigener offlineshop & onlineshop. Der offlineshop wird in der Zukunft nur noch als Showroom dienen, gerade für Technik um Emotionen und Bedürfnisse zu wecken und um dann online zu bestellen. Diesen Weg will auch Media Markt gehen und hat Testmärkte dafür aufgemacht.
In Asien ist man ebenfalls weiter. In der Metro in Korea, Japan die Wände mit virtuellen Produkten wie im Laden. Scannen, bestellen und zuhause wartet dann schon das paket. Off & Online verknüpft. In Taiwan haben Hersteller wie Nike oder Procter & Gamble virtuelle offline Buden grpss wie Bushaltestellen. Dort gehe ich rein, scanne die Infos oder bestelle dort gleich.
Eins steht fest. Hier in Deutschland ist man erst am Anfang. Da ist man in Asien weiter.
Junge bin ich abgeschweift.....sorry.