Da ausser Publikationen (und Drittmitteln) aber eigentlich nichts mehr zählt, hat dies auch dazu beigetragen dass ich irgendwie den Glauben an das System verloren habe und mir was anderes gesucht habe...
Genau, Anzahl der Publikationen und eingeworbene Drittmittel. Das sind die Kriterien, nach denen die Jobvergabe auch laeuft. Man blaest seine Publikationsliste kunstlich auf, indem man z.B. einfach nur Objekte charakterisiert mit 10 verschiedenen Methoden. Die Anzahl stimmt, dann kommen die Drittmittel. Wer viel hat, dem wird noch mehr gegeben. Dass die Publikationen eher durchschnittlich sind, muss irgendwie verloren gegangen sein.
Wer nicht mitspielt, fliegt. Aber was will man auch anderes erwarten: Zeitvertraege reichen von 3-6 Monaten bis zu 2 Jahren. Wenn etwas schief geht, war es das mit der Publikation. Oder was will man bitte in 6 Monaten schaffen, wenn man sich auch neu einarbeiten muss?
Es geht auch noch in die andere Richtung. Der Reviewer blockt Paper, weil diese Paper seinen Ergebnissen widersprechen wuerden, experimentell gezeigt.
Das schlimmste an diesem System ist aber, dass man auf den CV schaut, dann wird gezaehlt, wieviele Erstautorenschaften oder Drittmittel man bekommen hat.
Es wird nicht mehr geschaut, was die Person selbst kann. Und ja, viele Leute koennen kein Linux, Umgang mit dem PC reicht gerade mal dazu, Word und Excel zu bedienen.
Ich habe vor kurzem eine Publikation gesehen, da wurde im Prinzip Textbuchwissen als neue Errungenschaft verkauft. Ich habe dieses Experiment schon vor knapp 8 Jahren durchgeführt, fand es aber nicht wert, es zu veröffentlichen.