Das Problem aus meiner Sicht, dass man offenbar nur mehr darauf hofft, dass irgendetwas schief geht, damit man Kompensation verlangen kann. Man versucht ja offenbar bei zu Früh gelandete Flieger ("hätte eine halbe Stunde länger auf der Rutsche liegen können"), Direktflug statt Umsteigeverbindung, schlechteres Equipment, unfreundliche FB oder was auch immer krampfhaft eine Möglichkeit zu finden, einen Grund für eine Entschädigung zu erhalten. Damit wird auch klar, dass selbst bei berechtigtem Ärger bzw. einem wirklich kompensationspflichtigen Versagen die Airlines auf stur schalten. Und ihre MAs anweisen, einmal zu allem "nein" zu sagen.
Dazu ein Beispiel. Flug mit LX von TXL > ZRH. Typische Abfertigung. SiKo extrem langsam, eigentlich sollten wir schon längst boarden.Irgendwann wird so halbleise gesagt "los gehts" und alle stürmen los. Ganz vorne in der Schlange eine Dame, die von sich behauptet SEN zu sein. Regt sich fürchterlich auf, dass es keine Priobording gab. Und verhandelt - an Stelle einzusteigen - mit den Gate Agents, dass sie jetzt gerne entweder ein Upgrade in die C bekommt oder 15.000 Meilen, weil ihr ein verbrieftes Recht nicht gewährt wurde. Im Flieger geht es weiter (sitzt eine Reihe von mir entfernt). Dort verlangt sie einen freien Mittelsitz. Flieger bis auf einen Platz gefüllt. Stänkert jede FB an, sie hätte ein Recht darauf. Verlangt wieder Meilenkompensation. Verlangt ein Beschwerdeformular. Möchte aufs Klo in der Business gehen. Das sei ihr Recht. Kurz vor Landung - Flug würde 15 zu spät landen - sie will Kompensation. FB soll Verspätung bestätigen. Oder der Pilot.
Sprich die kaspert rum, versucht umbedingt einen Grund für Meilengeschenke zu finden, nervt die MA - die dann einfach nur mehr auf "nein" schalten und sich denken, soll sich mein Chef mit solchen Menschen rumschlagen!