Richtig. Auch dein vermeintlich sicherer nine2five-Job in Wanne-Eickel bei der Firma, bei der du seit 20 Jahren beschäftigt bist, kann morgen weg sein, weil die Firma pleite geht und plötzlich kann sie Dir schnell einen höheren 4 stelligen Betrag an Gehalt schulden. Am besten gar nicht erst arbeiten gehen!
Nicht alles, was stinkt, ist ein Vergleich. Der Arbeiter, dessen nice2five-Arbeitgeber pleite geht, bekommt sein Gehalt notfalls vom Arbeitsamt (Insolvenzgeld). Und wenn ihm noch Reisespesen zustehen, sind das (m.W., ich nix Anwalt) bevorrechtigte Forderungen.
Der Subunternehmer mit Gewerbeschein darf sich mit seiner Forderung dagegen hinten anstellen.
Also ein Arschloch-Kunde streitet sich mit einem Arschloch-Arbeitgeber und stellt einen unbeteiligten AN als Arschloch hin?
Ich weiss nicht, wo und warum Du die ganzen Arschlöcher ausgegraben hast, auch von einem unbeteiligten AN war nie die Rede.
Der Kurier versaut den Auftrag. Vielleicht ist er selbst schuld, vielleicht kann er auch unmittelbar gar nix dafür, jedenfalls irgendwas geht schief. Der Kunde ist stinksauer und zahlt nicht (weil aus seiner Sicht der Auftrag nicht erbracht wurde), vielleicht droht er auch Schadensersatzforderungen an. Das macht ihn noch nicht zum Arschloch.
Und jetzt kommt der Unterschied: Wäre der Kurier ein angestellter Mitarbeiter der OBC-Firma, dann kann er sich einen Anschiss abholen, vielleicht (wenn er richtig Mist gebaut hat) kann sein Arbeitgeber auch versuchen, ihn haftbar zu machen. Aber dass er seine Reisekosten erstmal nicht erstattet bekommt, davor braucht er keine Angst haben. Der Kurier ist aber kein Mitarbeiter, er ist selbständiger Subunternehmer. Das heißt er schreibt eine Rechnung. Und sollte es Stress geben (was ich keinem wünsche), ist seine Ausgangslage deutlich schlechter als die des Mitarbeiters.
Ihr versucht alle so ein Bild zu malen, als ob man als OBC jeden Monat Tausende von Euro auslegen müsste. Das ist Bullshit.
Ein OBC ist, wenns gut läuft permanent auf Achse und dementsprechend schnell kommt er ans Ende seines Verfügungsrahmens im Monat - außer er überweist die erstattete Kohle sofort wieder aufs KK-Konto.
Und ob es das wert ist... jemand, der zB innerhalb von ein paar Stunden ein Spenderorgan braucht, wird sehr froh sein, dass es Menschen gibt, die das Risiko eingehen im Sumpf unseriöser OBC-Firmen zu versinken.
das Argument lasse ich durchgehen, solange die OBC-Firma eine gGmbH o.ä. ist. Die mir bekannten OBC-Firmen sind aber gewinnorientierte Unternehmen.
Ich hab gar nichts gegen OBC-Firmen. Und ich würde vielleicht den Job auch aus Spaß am Reisen machen, wenn ich es mir zeitlich leisten könnte. Aber lass den Charme des Reisens mal weg. Dann bleibt ein Job, der eher schlecht bezahlt ist. Bei dem der Arbeitende ggf. mit Beträgen in Vorleistung gehen muss, die in einer ungesunden Relation zur Bezahlung stehen. Und das vertraglich auch noch "mit Gewerbeschein" (d.h. im Notfall schön risikofrei für den Arbeitgeber, vom Thema Scheinselbständigkeit ganz zu schweigen).
Also, hier ist schon für weniger das Wort "unseriös" ausgesprochen worden
