Auch wenn ich mich jetzt unbeliebt mache, finde ich dies gegenüber den zahlenden Kunden und gegenüber den Zugbegleitern eine Frechheit. Mir ist es soweit egal, wie stark ermäßigt eine Fahrkahrte für einen Flüchtling und dessen Begleiter ist, aber eine Legitimation nur anhand vom Aussehen und vom Hemd - das schürt Unfrieden.
Mein ernst gemeinter Rat an alle Bahnkunden: Steigt ohne Fahrkahrte in den Zug ein. Wenn sich ein Zugbegleiter blicken lässt, bereitwillig und ohne Angabe von Gründen den Bordpreis zahlen (natürlich vorher schlau machen, wie teuer das ist). Wenn die Zustände so arg sind, dass keiner durchkommt, ist es wenigstens eine kleine "Entschädigung". Und illegal ist es auch nicht. Und man kann sich, wenn man einen Fahrschein 1. Klasse oder eine Sitzplatzreservierung hat (und beides nicht einnehmen kann), den Schreibkram sparen und muss nicht auf Kulanz seitens der Bahn hoffen.
Heute gesehen worden: Ein Zug der Bayerischen Oberland Bahn in München Hbf, aus Salzburg ankommend, nach Rauch stinkend und mit harten und flüssigen Exkrementen auf den Polstern (ob vom Windelwechseln oder von einem Erwachsenen - was weiss ich). Sowas habe ich selbst in Syrien - und da bin ich vor 2010 in einigen Planzügen gefahren - nie gesehen. Ich wäre mir verarscht vorgekommen, wenn ich dafür noch bezahlt hätte, und glaubt mir, anderen Bahnkunden geht es auch so...
So, jetzt bin ich der "Bösmensch". Aber mit diesen Zuständen - auch der kompletten ersatzlosen Aufhebung des Bahnverkehrs zwischen Bruck a.d. Leitha und Hegyeshalom (Fernverkehr Wien-Budapest) - machen die Bahnen den Verkehr abseits der "Jubelwinkern" sehr unattraktiv. Hier ist eine Lösung der EU gefordert, genug Kapazitäten auf Straße, Luft und Schiene bereitzustellen. Und in Fahrplanzügen ist dafür zu sorgen, dass jeder einen gültigen Fahrschein hat. Wer den für wieviel Geld ausstellt, ist jetzt nicht das Thema.
Bin ja gespannt, wie meine Fahrt VIE-MUC nächstes Wochenende sein wird. Um die Gemüter zu beruhigen: Fahrschein ist bereits vorhanden.