Frauenbaseball und Frauenbasketball Seite an Seite mit den Männerligen auf ESPN o.ä. gezeigt. Die Akzeptanz (sprich Zuschauerzahlen) ist da auch nicht ohne.
Frauenbaseball gibt es nicht. Das was du meinst ist Softball. Der Ball ist größer, es wird von unten gepitcht und die Bases liegen enger beieinander. Deshalb ist Softball genauso attraktiv wie Baseball.
Aus den gleichen Gründen ist der Unterschied zwischen den Geschlechtern beim Basketball und Handball nicht so groß wie bei Fußball: Das Feld ist kleiner, d.h. die Schnelligkeits- und Kraftkomponente wirkt sich optisch nicht so stark aus. Ich wills an folgendem Beispiel verdeutlichen:
Fußball: Stell' dir einen flachen Längspass vor, in den ein Spieler hinein sprintet. Das sieht bei den Frauen aus wie Zeitlupe, weil man so einen Spielzug aus der Bundesliga anders im Kopf abgespeichert hat. Oder ein 25 Meter Distanzschuss aufs Tor. Das sieht bei den Männern aus wie ein Strich, bei den Frauen kannst du die Parabel deutlich erkennen.
Handball/Basketball: Die Lauf- und Passwege sind kürzer. Deshalb fällt das langsamere Spiel der Frauen nicht so auf wie beim Fußball. Die Spieler sind bis zur nächsten Aktion kürzer unterwegs und die Bälle weniger lang in der Luft. Ein Wurf auf den Korb ist i.d.R. sowieso eine Parabel; deswegen ist es (fast) kein Unterschied, ob ein Mann oder eine Frau auf den Korb wirft. Bei einem Tempogegenstoß oder beim Torschuss sieht man im Handball allerdings wieder eklatante Unterschiede. Aber selbst da ist der Unterschied nicht so stark wie beim Fußball, weil die Distanz zum Tor viel kleiner ist.
Als die Frauen angefangen haben, Fußball zu spielen, haben sie den Fehler gemacht, die Maße der Männer zu übernehmen. Schon ein kleineres Spielfeld würde z.B. reichen, den Frauenfußball um ein Vielfaches attraktiver machen. Das Beispiel Baseball/Softball zeigt wie es geht. Es gibt noch viele andere Beispiele, wo ein und dieselbe Sportart die athletischen Unterschiede durch geänderte Rahmenbedingen ausgleicht (z.B. Volleyball tieferes Netz, Kugelstoßen leichtere Kugel, usw.).
Das Problem am Frauenfußball ist, dass die Regeln von Fußballern gemacht werden. Was jeder Sportwissenschaftler schon vor vierzig Jahren wusste, das z.B. Kinder keine kleinen Erwachsenen sind und deshalb anders trainieren und spielen müssen, wurde seitens der Verbandsfunktionäre lange Zeit ignoriert. Es ist gar nicht so lange her, da haben D-Jugendliche noch übers Großfeld mit normalen Toren gespielt. Ein Witz, aber Fußballer sind eben Fußballer und leben z.T. in ihrer eigenen Welt.
Das ist Deine Betrachtungsweise. Das werden wohl auch viele genauso sehen wie Du. Aber es gibt nun mal auch andere Meinungen hierzu, die diese Sportarten anders beurteilen.
Solange die Frauen meinen, es den Männern gleichtun zu müssen, indem sie auf das gleiche Spielfeld, mit gleichem Spielgerät, gleicher Spielerzahl und gleichen Regeln gegeneinander antreten, wird die Zahl derer, die das anderes beurteilen, nicht viel größer werden. Die Zuschauerzahlen sind ja unbestechlich. Ein Ticket für ein WM-Spiel der Frauen kostet 10 EUR, bei den Männern 100 EUR. Die Spiele einer Männer-WM sind alle ausverkauft, bei den Frauen kannst du dich außer bei den Endspielen ganz beruhigt an der Tageskasse anstellen. Warum ist das so? Du kannst die Attraktivität von Frauenfußball nicht herbei reden; die Masse geht halt nicht hin, weil sie's nicht attraktiv findet. Ich kenne Fußballerinnen, die selbst nicht hingehen (und 20km entfernt vom Stadion wohnen), weil sie sagen: "Ach nö, zuschauen ist langweilig. Ich gehe lieber zu 'nem Bundesligaspiel der Männer."
Das Leben ist Geschmackssache. Niemand wird gezwungen das anzuschauen.
Man könnte glatt meinen, diese Aussage sei von einem Fußballer. Wenn mein Produkt nicht nachgefragt wird (und das ist nun mal Fakt), muss ich doch mein Produkt hinterfragen und darf nicht dem Konsumenten die Wahl überlassen, ob er lieber mein Produkt oder das meines Nachbarn kauft. Wenn ich so denke, brauche ich mich nicht zu wundern, dass alles bleibt wie es ist. Schade eigentlich, denn Frauen, die Fußball spielen, hätten in meinen Augen die gleiche Aufmerksamkeit verdient, wie Frauen, die andere Sportarten betreiben. Aber wenn die Frauen die Schuld für die mangelnde Attraktivität bei chauvinistischen Ignoranten suchen, statt bei ihrem eigenen Spiel, werden auch in 20 Jahren nicht mehr Zuschauer kommen als heute.
Die Verbandsfunktionäre, die wirklich etwas gegen Frauenfußball haben und in die Kamera sagen, wie toll sie doch Frauenfußball finden und es so schade ist, dass die Leistung der Frauen nicht gebührend gewürdigt wird, aber insgeheim nur darüber lachen, sind die Gewinner dieses unsinnigen Streits, weil die Frauen diesen Quatsch, den diese Typen von sich geben, auch noch glauben. Also liebe Frauen: Passt einfach mal die Regeln eures Spiels auch an eure körperlichen Gegebenheiten an, wenn ihr wollt, dass euer Spiel attraktiver wird. Solange ihr aber nach den Regeln der Männer spielt, braucht ihr euch nicht zu wundern, dass sich die breite Masse lieber das Original anschaut.