Besonderer Flug zum besonderen Ereignis - Boston Marathon & 10 Tage Ostküste

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Jackson0815

Erfahrenes Mitglied
11.02.2023
573
1.018
Teil 1.1 Vorbereitung und Hinflug

Streng genommen begann die Vorbereitung auf die Reise schon vor knapp einem Jahr. Ich konnte mir einen langersehnten Startplatz für den Boston Marathon 2026 sichern. Da im Juni 2025 unsere Tochter zur Welt kam, wollte ich die Reise entsprechend akribisch vorbereiten.

Da unser Konto mit ca. 400.000 Meilen gut gefüllt war, entschieden wir uns recht früh dazu, einen Teil davon (~210k Meilen) für den Flug nach Boston einzulösen. Wir wollten entspannt in C reisen. Beim Check der Verfügbarkeiten trauten wir unseren Augen kaum:
Für den 17.04. wurde uns der Erstflug der nagelneuen Kabine im LH A380 angezeigt – wie genial ist das denn? Also unverzüglich gebucht, Bassinet reserviert – es war angerichtet.

Eine Woche vor Abflug ging dann das große Zittern los: Ein Streik jagte den nächsten. Zwei Tage vor Abflug dann die Gewissheit: Unser Flug wurde annulliert. Ganz großes Kino!
Bei der Hotline gab es absolut kein Durchkommen. Also die App bemüht – und was soll ich sagen – es wurden uns tatsächlich sehr zumutbare Alternativen vorgeschlagen.
Aus ursprünglich MUC-BOS im LH A380 wurde nun MUC-ZRH-BOS im Swiss A350 (Langstrecke).

Für München hatten wir bereits einen Parkplatz reserviert. Da der Zubringer nun aber schon um 09:00 Uhr ging, hieß es für uns deutlich früher los! Also unsere +0,5 um 04:00 Uhr morgens ins Auto gepackt und auf den Weg nach MUC gemacht.
Die erste positive Überraschung gab es direkt im Parkhaus. Wir hatten bei Parken & Fliegen reserviert (12 Tage ~ 70 €). Das Parkhaus ist modern, bietet eine saubere Lobby und ordentliche sanitäre Anlagen:
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Nach der Kofferabgabe dann direkt zur Lounge. Da wir noch nie C geflogen sind waren wir gespannt und waren auch hier positiv überrascht. Freundliches Personal, einfaches aber gutes Frühstuck und überschaubare Auslastung:
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Für unsere Tochter gab’s dann auch direkt ein erstes kleines Geschenk:
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Nach kurzweiligen 2h Aufenthalt ging es dann in Zubringerflug nach ZRH. Die Crew war die Freundlichste und Aufmerksamste, die ich bisher erlebt habe. Es war somit ein wunderbar angenehmer „Hüpfer“ nach Zürich. Zumal ich nicht auf dem Schirm hatte, dass in der C der mittlere Sitz frei bleibt. So hatten wir für 0,5 einen eignen Platz in unserer Dreierreihe.
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Dann gab’s auch schon eine neue kleine Aufmerksamkeit der Crew:
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…und noch eine:
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Wir hatten in der Lounge schon ausgiebig gefrühstückt weshalb der kleine Snack uns super ausreichte:
Ein Croissant und ein Art Brombeeren-Birchermüsli und ein Glas O-Saft. Für uns absolut in Ordnung:
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Weiter geht’s dann mit der Langstrecke in Teil 1.2.!

Ps. Kein Plan ob das so das richtige/gewünschte Format hier ist. Wenn’s nicht passt oder langweilig ist gerne sagen.
 
Zuletzt bearbeitet:

LINDRS

Erfahrenes Mitglied
03.04.2013
1.894
2.462
DRS
Danke für den Bericht! Endlich mal wieder ein bisschen "Realität", nämlich der Moment, wenn man das erste Mal diese andere Welt der Business Class mit all ihren Annehmlichkeiten betritt und begeistert ist. Gern würde ich dieses Gefühl mal wieder erleben bzw. würde das auch so manch anderem Insassen hier ganz guttun.

Weiter so :)
 

Loungepotato

Erfahrenes Mitglied
02.12.2016
5.406
7.995
Ps. Kein Plan ob das so das richtige/gewünschte Format hier ist. Wenn’s nicht passt oder langweilig ist gerne sagen.
Ich finde es schön so, erinnert mich an die ersten Reisen mit dem ersten +0,1 (da war das erste Kind, wie bei euch, noch lange nicht 0,5 ;))

Geniesst die Zeit in Neuengland und als kleine Familie, ab dem zweiten Kind ist das nicht mehr ganz so entspannt ...
 
  • Love
Reaktionen: Jackson0815

Jackson0815

Erfahrenes Mitglied
11.02.2023
573
1.018
Teil 1.2 Langstrecke

Nach dem äußerst angenehmen Hüpfer aus MUC ging es in ZRH direkt in die Swiss Business Lounge. Die Lounge ist an sich recht schick und großzügig, war aber - vermutlich auch aufgrund der Unregelmäßigkeiten durch den LH-Streik - ordentlich überfüllt. Nach etwa 30 Minuten leerte es sich merklich und wir konnten uns einen Tisch mit direktem Blick auf die Start/Landebahn sichern. Das obligatorische Zürcher Geschnetzelte war solide. Ein dickes Lob an die Crew vor Ort: Der Koch hat uns völlig unkompliziert den mitgebrachten Babybrei für unsere +0,5 in der Küche erwärmt und stilvoll serviert – top Service!

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Das eigentliche Highlight der Lounge ist aber mit Sicherheit die riesige Dachterrasse. Der Ausblick ist gigantisch und die Zeit vergeht im wahrsten Sinne der Wortes wie im Flug:
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Auf Grund der turbulenten Phase vor dem Flug konnte ich mich hier das erste Mal nun so richtig mit dem neuen Langstreckenflug beschäftigten. Zum LH Flug im A380 hatten wir uns sehr ausgiebig informiert. Beinahe täglich Videos/Reviews auf YouTube geschaut. Swiss hatte ich dabei so garnicht auf dem Schirm.
Nach kurzer Recherche war uns dann klar, dass dieser Flug ja eigentlich noch ein großes Highlight für uns werden sollte.
Wir werden unseren ersten „C-Flug“ in der Sonderlackierung der Swiss-A350 in de Kabine senses erleben - wie geil ist das denn? Unsere Vorfreude wurde immer größer.
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Als endlich das Boarding anstand wurde uns allerdings leider mitgeteilt, dass das reservierte Bassinet bei der Umbuchung nicht übernommen wurde. Zudem sei die Private-Suite, die für das Bassinet vorgesehen ist, bereits belegt.
Generell konnten wir aber jede Sitzkategorie kostenneutral wählen.
So fiel unsere Wahl auf zwei Sitze in der Mitte - 1x Standardsitz und 1x extra Legroom

Wir durften als Familie in Gruppe 1 zum Boarden.
Dann war es endlich soweit - das erste Mal in einer C-Kabine: IMG_3381.jpeg
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Wie waren natürlich total aus dem Häuschen. Nach unzähligen Langstreckenflügen in der Holzklasse war das für uns der absolute Knaller. Endlich mal Platz die Füße auszustrecken und einige Dinge verstauen zu können.
Nach dem Welcome-Drink ging’s dann auch endlich in die Luft.
Ich konnte mir es nicht nehmen lassen und musste direkt, nachdem die Anschnallzeichen wegbekommen wurden, den Sitz flachstellen. Nun mögen die Vielflieger hier wohl schmunzeln, aber für mich/uns war das ein unbeschreibliches Gefühl, das erste Mal in einem Flugzeug mal flach und bequem liegen zu können:
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Dann ging auch schon der Service los, der sich auf dem Flug extrem lange zog. Korrigiert mich gerne, aber so lange dauert das doch im Normalfall nicht oder?!
Start: 14:05 Uhr
Beginn Service (Vorspeise): 15:40 Uhr
Hauptgang: 16:30 Uhr
Dessert: 17:20 Uhr

Die Crew war freundlich, aber wirkte etwas überfordert. Ich konnte auch heraushören, dass sie alle wohl neu auf Senses waren und die Abläufe noch nicht ganz passten.

Für uns war das allerdings vollkommen fein. So war 0,5 schon ständig abgelenkt da ständig was passierte ;)

Das Essen war auf jeden Fall sehr schmackhaft:
Vorspeise Artischocken mit Büffelmozarella (und Babybrei 😉):
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Anschliessend kalte Tomatensuppe

Hauptgang: Heilbutt mit Barbecue-Glasur, Petersilienrahmsauce, Kartoffelstock mit Safran, Karotte, rote Peperoni und Meeresspargel

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Käseplatte, anschließend als Dessert Zitronencremetörtchen:
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Der restliche Flug verlief weiter sehr angenehm. Etwas Film geschaut und dann endlich den Sitz in die waagerechte gebracht und etwas geschlafen:
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Auch hier gab’s wieder einige kleine Aufmerksamkeiten für unsere 0,5 - zwei Spielzeuge und nochmals ein Kuscheltier.

Knapp 2h vor der Landung gab es dann nochmals eine Mahlzeit. (Süßkartoffelsalat mit Hühnchen):
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Und dann war’s nach 8h und 15min soweit Tochdown in Boston.

Ein kleines Fazit:
Für uns Drei war das eine super Erfahrung. Die Langstrecke als junge Familie in der C war einfach total angenehm, auch wenn man vielleicht mit 0,5 nicht aller Vorzüge voll Auskosten keine konnte so hatte ich bspw. noch nicht einmal meine AirPods mit dem In-Flight Entertainment gekoppelt.

Dass man ausreichend Platz hat und die Beine ausstrecken kann war für uns ein echtes Highlight. Das Essen war in Summe gut bis sehr gut, das Personal super freundlich.
Was man optimieren könnte:
-Internet ging nicht
-Service dauerte etwas lang
-Amenity Kit etwas dürftig
-Bassinet bei Flugänderung automatisch übernehmen oder zumindest benachrichtigen
-Nüsse o.ä. zum Welcomedrink servieren

Uns hat es auf jeden Fall bestärkt, weiterhin Meilen zu sammeln.

Weiter geht’s dann bald mit Teil 2: Aufenthalt in Boston.

Bis dann.
 
Zuletzt bearbeitet:

Loungepotato

Erfahrenes Mitglied
02.12.2016
5.406
7.995
Wir durften als Familie in Gruppe 1 zum Boarden.
Vielen Dank für den Report!

Wie der Vorposten schon sagte: Es ist schwer zurück in das hintere Ende des Busses, auch wenn mal keine Meilen auf dem Konto sind, also spart schon mal ;)

Kurzer Hinweis zum Zitat: Zum Ärger mancher HONs und F-Flieger hier (mich explizit nicht eingeschlossen), dürft ihr mit einem Kind in eurem Alter sogar vor Group 1 einsteigen, weil das klar in PRE fällt. Ihr könnt entspannt an der F/HON Schlange am Gate vorbeigehen und grinsen 😆
 

Loungepotato

Erfahrenes Mitglied
02.12.2016
5.406
7.995
Glaub die kleine wäre für das basinett eh schon zu groß gewesen. Würde schauen ob ihr am Rückflug wo Platz find wo die kleine nen eigenen Sitz zumindest zum schlafen hat. Hatten wir schon Einige Male
Im Prinzip schon, nur will man indem Alter ja noch beim Kind sein und bei Allegris/Senses ist das gar nicht so einfach.
 

Loungepotato

Erfahrenes Mitglied
02.12.2016
5.406
7.995
Sowas ärgert einen? Das Leben ist doch viel zu kurz für so einen Quatsch.
Es gibt tatsächlich Gruppe 1 Leute, die sich Ärgern, dass Familien vor Ihnen dürfen, obwohl sie doch soooo wichtig sind. Mich hat das immer amüsiert, als unsere Kinder noch klein waren. ;)

Es gab hier im Forum auch erbitterte Diskussionen, ob Kinder in die C oder F dürfen, weil sie da doch den Schlaf der vielzahlenden Super-Vielflieger stören könnten. Aber das sollte dich nicht kümmern, genießt einfach die gute Zeit und die wenigen Vorzüge, die man mit Kindern hat.
 

Jackson0815

Erfahrenes Mitglied
11.02.2023
573
1.018
Teil 2.1: Die ersten Tage in Boston

Nach einem sehr angenehmen Langstreckenflug mit Swiss kamen wir pünktlich in Boston an. Unser Gepäck war ebenfalls zügig verfügbar und wir machten uns auf den Weg zur Einreisekontrolle. Die Schlange dort war erheblich, die geschätzte Wartezeit wohl bei ~zwei Stunden. Unsere Tochter hatte mittlerweile lautstark den Dienst quittiert und wollte zügig ins Hotel bzw. ins Bettchen. Glücklicherweise hatte ich die Einreise mittels MPC-App vorbereitet, sodass wir nur wenige Minuten warten mussten.

Mit der Anreise vom Flughafen zum Hotel hatte ich mich im Vorfeld bereits beschäftigt. Bei unseren letzten Reisen (noch ohne +0,5) war das natürlich super easy: In den nächsten Bus oder die U-Bahn gesetzt und „go for it“. Mit nun insgesamt zwei großen Reisekoffern, drei Handgepäckkoffern, zwei Rucksäcken und dem Kinderwagen war mir das zu umständlich. Ich hatte also im Voraus für knapp 80 € einen Privatfahrer gebucht, der uns direkt am Flughafen mit einem XXL-SUV abgeholt hat – das war es mir einfach wert. Der Fahrer war super drauf und hat uns direkt noch einiges über Boston erzählt:
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Unser Hotel liegt in South Boston. Das Zimmer ist mit 27 qm ganz ordentlich.
Ausblick vom Babybett passt auch:
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Ich mag es einfach, wenn man den Kontinent wechselt – es sieht alles etwas anders aus und funktioniert teils auch anders. So zum Beispiel bei den LKWseine komplett andere Formsprache:
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Dann ging es am späten Abend noch kurz zum Supermarkt (Empfehlung: https://maps.app.goo.gl/yTS2AFp2ZyU4RwtS7?g_st=ic) um die Ecke, um einen ersten Grundstock zu kaufen. Auf dem Rückweg haben wir noch zwei schlechte Pizzen mitgenommen und das war es dann auch schon mit Tag 1.


Tag 2

Ab Tag 2 begann das eigentliche Highlight. Wir sind früh aufgestanden, wurden von einem erstaunlich annehmbaren Frühstücksbuffet positiv überrascht und anschließend ging es direkt zur Boston Marathon Expo (Sportmesse), um meine Startnummer abzuholen.

Ein kurzer Ausflug für Laufinteressierte:
Ich habe 2016 mit dem Laufen begonnen. Mein Arbeitgeber hatte zu einem Charity-Lauf aufgerufen und ich hatte mich entschieden, mal mitzumachen. Somit habe ich mit dem Training und einer knapp 3,5 km langen Laufstrecke begonnen. Das hat mir irgendwie so viel Spaß gemacht und der Reiz war riesig, einfach mal eine Stunde am Stück laufen zu können. Im Herbst 2016 bin ich dann direkt meinen ersten Halbmarathon in München gelaufen. Beim Zieleinlauf war ich so kaputt, dass es mir einfach nicht in den Kopf ging, wie man die gleiche Strecke noch einmal zurücklaufen soll, um einen ganzen Marathon zu finishen.

Somit war die Idee „Marathon“ geboren, die ich dann 2017 in Berlin in 4:00:10 h umsetzen konnte. Anschließend habe ich überlegt, wie es weitergeht. Na klar, wer Marathon laufen kann, kann dies auch in New York machen. :)
Nach NYC habe ich mehr oder weniger durch Zufall erfahren, dass es diese World Marathon Major-Serie gibt. Sprich: die sechs größten Marathons der Welt, die man in beliebiger Reihenfolge absolvieren kann und am Ende gibt’s ne riesige Medallie. Und so hatte es sich dann in den letzten Jahren eingependelt – ein Jahreslaufumfang von ca. 2.500km, sonntags immer ein privater Halbmarathon im Wald und alle ein bis zwei Jahre ein Highlight mit einem Marathon und dem damit verbundenen Urlaub:
• 2017/2018/2019: Berlin
• 2021: London
• 2022: New York City
• 2023: Chicago
• 2024: Tokyo


Der Weg in die Innenstadt ging problemlos mit der T (Subway). Einzig die nicht immer verfügbaren Aufzüge sind mit einem Kinderwagen etwas herausfordernd, aber machbar. Die Sport-Expo im Boston Government Center war bereits gut gefüllt. Ich habe zügig meine Startnummer abgeholt und anschließend noch ein halbes Vermögen am Adidas-Stand für Merch liegen lassen:
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Danach sind wir die legendäre Boylston Street entlanggelaufen und haben uns den Zielbereich des Marathons angeschaut. Das Memorial für die Anschläge erinnert an einen dunklen Tag im Jahr 2013, ist aber dennoch sehr präsent:
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Anschließend haben wir die Stadt noch zu Fuß erkundet. Der erste Eindruck ist sehr positiv: Die Menschen sind super nett, im Vergleich zu NYC ist die Stadt sehr sauber und auch der normale US-Großstadtlärm hält sich meines Erachtens sehr in Grenzen. Am Abend haben wir die Aussicht vom Boston Observation Deck genossen und den Tag in einem gemütlichen mexikanischen Restaurant ausklingen lassen:
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Tag 3
Diesen Tag haben wir gezielt ruhig angehen lassen. Den Vormittag haben wir mit Spielen im Hotelzimmer verbracht. Am Nachmittag gab es eine schöne, aber recht unspektakuläre Hafenrundfahrt:
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Anschließend ging es für einen Snack zum Quincy Market und zum Spazierengehen in den Park. Danach waren wir bei einem sehr gut bewerteten Italiener, um Kohlenhydrate zu tanken. Das Essen war leider nur eine 2/5 bei einer sehr ambitionierten Preisgestaltung. Sowas kann ich ja leiden - ich mag „You get what you pay for“, aber hier hat das mal so gar nicht gepasst. Aber gut, die Kohlenhydrate waren getankt und der Chef hatte sich zwar wenig um das Essen, dafür aber herzlich um unsere Tochter gekümmert.
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Dann ging es auch zeitnah heim - am nächsten Morgen war der große Tag.


Bis bald!
 
Zuletzt bearbeitet:

xprt

Erfahrenes Mitglied
17.03.2019
263
335
Teil 2.1: Die ersten Tage in Boston

Nach einem sehr angenehmen Langstreckenflug mit Swiss kamen wir pünktlich in Boston an. Unser Gepäck war ebenfalls zügig verfügbar und wir machten uns auf den Weg zur Einreisekontrolle. Die Schlange dort war erheblich, die geschätzte Wartezeit wohl bei ~zwei Stunden. Unsere Tochter hatte mittlerweile lautstark den Dienst quittiert und wollte zügig ins Hotel bzw. ins Bettchen. Glücklicherweise hatte ich die Einreise mittels MPC-App vorbereitet, sodass wir nur wenige Minuten warten mussten.

Mit der Anreise vom Flughafen zum Hotel hatte ich mich im Vorfeld bereits beschäftigt. Bei unseren letzten Reisen (noch ohne +0,5) war das natürlich super easy: In den nächsten Bus oder die U-Bahn gesetzt und „go for it“. Mit nun insgesamt zwei großen Reisekoffern, drei Handgepäckkoffern, zwei Rucksäcken und dem Kinderwagen war mir das zu umständlich. Ich hatte also im Voraus für knapp 80 € einen Privatfahrer gebucht, der uns direkt am Flughafen mit einem XXL-SUV abgeholt hat – das war es mir einfach wert. Der Fahrer war super drauf und hat uns direkt noch einiges über Boston erzählt:
Anhang anzeigen 335951


Unser Hotel liegt in South Boston. Das Zimmer ist mit 27 qm ganz ordentlich.
Ausblick vom Babybett passt auch:
Anhang anzeigen 335931

Ich mag es einfach, wenn man den Kontinent wechselt – es sieht alles etwas anders aus und funktioniert teils auch anders. So zum Beispiel bei den LKWseine komplett andere Formsprache:
Anhang anzeigen 335932

Dann ging es am späten Abend noch kurz zum Supermarkt (Empfehlung: https://maps.app.goo.gl/yTS2AFp2ZyU4RwtS7?g_st=ic) um die Ecke, um einen ersten Grundstock zu kaufen. Auf dem Rückweg haben wir noch zwei schlechte Pizzen mitgenommen und das war es dann auch schon mit Tag 1.


Tag 2

Ab Tag 2 begann das eigentliche Highlight. Wir sind früh aufgestanden, wurden von einem erstaunlich annehmbaren Frühstücksbuffet positiv überrascht und anschließend ging es direkt zur Boston Marathon Expo (Sportmesse), um meine Startnummer abzuholen.

Ein kurzer Ausflug für Laufinteressierte:
Ich habe 2016 mit dem Laufen begonnen. Mein Arbeitgeber hatte zu einem Charity-Lauf aufgerufen und ich hatte mich entschieden, mal mitzumachen. Somit habe ich mit dem Training und einer knapp 3,5 km langen Laufstrecke begonnen. Das hat mir irgendwie so viel Spaß gemacht und der Reiz war riesig, einfach mal eine Stunde am Stück laufen zu können. Im Herbst 2016 bin ich dann direkt meinen ersten Halbmarathon in München gelaufen. Beim Zieleinlauf war ich so kaputt, dass es mir einfach nicht in den Kopf ging, wie man die gleiche Strecke noch einmal zurücklaufen soll, um einen ganzen Marathon zu finishen.

Somit war die Idee „Marathon“ geboren, die ich dann 2017 in Berlin in 4:00:10 h umsetzen konnte. Anschließend habe ich überlegt, wie es weitergeht. Na klar, wer Marathon laufen kann, kann dies auch in New York machen. :)
Nach NYC habe ich mehr oder weniger durch Zufall erfahren, dass es diese World Marathon Major-Serie gibt. Sprich: die sechs größten Marathons der Welt, die man in beliebiger Reihenfolge absolvieren kann und am Ende gibt’s ne riesige Medallie. Und so hatte es sich dann in den letzten Jahren eingependelt – ein Jahreslaufumfang von ca. 2.500km, sonntags immer ein privater Halbmarathon im Wald und alle ein bis zwei Jahre ein Highlight mit einem Marathon und dem damit verbundenen Urlaub:
• 2017/2018/2019: Berlin
• 2021: London
• 2022: New York City
• 2023: Chicago
• 2024: Tokyo
• ... und nun also der Bo



Der Weg in die Innenstadt ging problemlos mit der T (Subway). Einzig die nicht immer verfügbaren Aufzüge sind mit einem Kinderwagen etwas herausfordernd, aber machbar. Die Sport-Expo im Boston Government Center war bereits gut gefüllt. Ich habe zügig meine Startnummer abgeholt und anschließend noch ein halbes Vermögen am Adidas-Stand für Merch liegen lassen:
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Danach sind wir die legendäre Boylston Street entlanggelaufen und haben uns den Zielbereich des Marathons angeschaut. Das Memorial für die Anschläge erinnert an einen dunklen Tag im Jahr 2013, ist aber dennoch sehr präsent:
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Anhang anzeigen 335939


Anschließend haben wir die Stadt noch zu Fuß erkundet. Der erste Eindruck ist sehr positiv: Die Menschen sind super nett, im Vergleich zu NYC ist die Stadt sehr sauber und auch der normale US-Großstadtlärm hält sich meines Erachtens sehr in Grenzen. Am Abend haben wir die Aussicht vom Boston Observation Deck genossen und den Tag in einem gemütlichen mexikanischen Restaurant ausklingen lassen:
Anhang anzeigen 335940
Anhang anzeigen 335941
Anhang anzeigen 335942


Tag 3
Diesen Tag haben wir gezielt ruhig angehen lassen. Den Vormittag haben wir mit Spielen im Hotelzimmer verbracht. Am Nachmittag gab es eine schöne, aber recht unspektakuläre Hafenrundfahrt:
Anhang anzeigen 335944
Anhang anzeigen 335945

Anschließend ging es für einen Snack zum Quincy Market und zum Spazierengehen in den Park. Danach waren wir bei einem sehr gut bewerteten Italiener, um Kohlenhydrate zu tanken. Das Essen war leider nur eine 2/5 bei einer sehr ambitionierten Preisgestaltung. Sowas kann ich ja leiden - ich mag „You get what you pay for“, aber hier hat das mal so gar nicht gepasst. Aber gut, die Kohlenhydrate waren getankt und der Chef hatte sich zwar wenig um das Essen, dafür aber herzlich um unsere Tochter gekümmert.
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Dann ging es auch zeitnah heim - am nächsten Morgen war der große Tag.


Bis bald!

Samuel Adams hat Downtown einen netten Taproom - wenn ihr eh Richtung Wasser lauft, lohnt auf jeden Fall der Stop aufn Lager :)
 

Jackson0815

Erfahrenes Mitglied
11.02.2023
573
1.018
Teil 2.2 Boston Marathon

Nun stand endlich der große Tag an.

Nachdem es am Vorabend stürmisch, sau kalt und regnerisch war wurde ich mit einem kalten sonnigen Morgen überrascht.

Nach dem obligatorischen kohlenhydratreichen Frühstück ging es dann mit der U-Bahn Richtung Boston Public Garden. Hier hatten sich bereits tausende Läufer versammelt und warteten auf die Abfahrt mit dem Bus:
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Im Gegensatz zu anderen Städtemarathons ist der Lauf in Boston kein klassischer Rundkurs. Man wird mit den Schulbussen 42km aus der Stadt rausgefahren. Hierfür standen ~700(!) Busse bereit.
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Nach knapp 1,5h warten war ich dann endlich an der Reihe und konnte in den Bus steigen. Unter dem Jubel der Passanten an den Straßen ging es über den Highway zum legendären Startort des Marathons - Hopkinton.
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Nach 1,5h erneuten warten war es dann soweit und ich überquerte die legändere Startlinie. Da ich auf Grund des Nachwuchs mich nur bedingt auf den Marathon vorbereiten konnte und den Lauf genießen wollte entschied ich mich bereits am Vortag, den Lauf "gemütlich" mit Ziel unter 4h anzugehen.

Ich lief also mit einer Pace 5:35 min/km los und genoss die Stimmung an der Strecke:
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Die Amis sind halt einfach Sport und Event begeistert und eine Vielzahl der Anwohner sind an der Strecke und feuern die Läufer an:
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Bei ~KM20 folgte dann ein richtiges Highlight, welches man auch schon aus ~1km Entfernung lautstark hören konnte. Der "scream-Tunnel" vom Wellesley-College. Es handelt sich um ein reines Frauen-College - die Mädels machen richtig Stimmung „Free Kisses“ gibt’s hier für alle Läufer - sofern man mag ;)
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Beim Durchlaufen der Halbmarathonmarke bei km21,1 höre ich immer in mich rein.
Status: Puls bei 123, keine Beschwerden, etwas zu locker angegangen also Tempo etwas erhöhen und weiter genießen:
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Ab Kilometer 32-37, bei dem bekanntlich der Marathon erst beginnt, kamen dann im Stadteile "Newton" die 4 Hills.
Natürlich gibt es Angenehmeres -zumal die Beine schon recht müde sind - dennoch konnte ich zumindest die ersten 3 Anstiege ohne nennenswerten Temepoverlust durchlaufen. Der letzte Anstieg war dann der berüchtigte Heartbreak-Hill. Der zieht dann einem schon noch gut Energie aus den Beinen:
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Jedem Boston-Marathoner ist allerdings bekannt, dass danach der schöne(re) Teil kommt:) Es geht etwas bergab und die Stimmung erreicht dann Höhe Boston-College einen erneueten Höhepunkt:
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Vielerorts wird man dann auch an einen schwarzen Tag des Boston-Marathons erinnert, welcher immernoch sehr präsent ist:
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„Boston Strong“ entstand unmittelbar nach dem Bombenattentat im Zielbereich (2013). Was als Ausdruck von Trotz und Zusammenhalt begann, entwickelte sich zu einer weltweiten Bewegung. Es symbolisiert die Weigerung der Stadt, sich durch Angst unterkriegen zu lassen.

Bei Interesse:

Für mich ging es dann um eine letzte Abbiegung in die legendäre Boylston Street:
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Die letzten 400m waren dann sehr emotional für mich. Vorallem, weil sich meine +1 und +0,5 zu Absperrung „vorkämpfen“ konnten und wir noch uns kurz in den Arm nehmen und ein kurzes Selfie machen konnten.
Letztendlich wurde mir aber da auch erst so richtig bewusst, welchen Umfang ich da in den letzten Jahren abgespult hatte.

Und so war es dann endlich soweit, nach
einem Trainingsaufwand von:
  • 2017-2026
  • 20.267km
  • 312.657Höhenmeter
  • 37 Paar Schuhe
  • 0(!) Verletzungen
  • 323 Halbmarathons (jeden Sonntag früh)
  • 9 Marathons
war es dann endlich soweit. Ich durchlief die Ziellinie vom Boston Marathon in 3:4x h und war somit World Marathon Majors 6-Star Finisher: IMG_4021.jpeg IMG_3567.jpeg
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Das legändere Masskotchen „Spike“ gabs fürs Töchterchen:
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Wir haben uns nach dem Finish in der Family-Meeting-Area wieder getroffen und mit der Bahn zum Hotel gefahren. Nach einer ausgiebigen Dusche sind wir dann am späten Nachmittag nochmals los und haben uns Haward angeschaut. Da hab ich aber leider keine Bilder gemacht. Den Abend haben wir dann gemütlich im Hotel mit reichlich Shake&Shack Burger ausklingen lassen.

Ps.
Sorry, dieser Abschnitt war nun sehr Marathon lastig. Im nächsten Teil dann der gemütliche Part vom Urlaub.
 
Zuletzt bearbeitet:

Bacchus

Aktives Mitglied
10.04.2018
107
43
Nun stand endlich der große Tag an.

Nachdem es am Vorabend stürmisch, sau kalt und regnerisch war wurde ich mit einem kalten sonnigen Morgen überrascht.

Nach dem obligatorischen kohlenhydratreichen Frühstück ging es dann mit der U-Bahn Richtung Boston Public Garden. Hier hatten sich bereits tausende Läufer versammelt und warteten auf die Abfahrt mit dem Bus:
Anhang anzeigen 337300

Im Gegensatz zu anderen Städtemarathons ist der Lauf in Boston kein klassischer Rundkurs. Man wird mit den Schulbussen 42km aus der Stadt rausgefahren. Hierfür standen ~700(!) Busse bereit.
Anhang anzeigen 337335

Nach knapp 1,5h warten war ich dann endlich an der Reihe und konnte in den Bus steigen. Unter dem Jubel der Passanten an den Straßen ging es über den Highway zum legendären Startort des Marathons - Hopkinton.
Anhang anzeigen 337408
Nach 1,5h erneuten warten war es dann soweit und ich überquerte die legändere Startlinie. Da ich auf Grund des Nachwuchs mich nur bedingt auf den Marathon vorbereiten konnte und den Lauf genießen wollte entschied ich mich bereits am Vortag, den Lauf "gemütlich" mit Ziel unter 4h anzugehen.

Ich lief also mit einer Pace 5:35 min/km los und genoss die Stimmung an der Strecke:
Anhang anzeigen 337381

Die Amis sind halt einfach Sport und Event begeistert und eine Vielzahl der Anwohner sind an der Strecke und feuern die Läufer an:
Anhang anzeigen 337382
Anhang anzeigen 337383
Anhang anzeigen 337384
Anhang anzeigen 337395

Bei ~KM20 folgte dann ein richtiges Highlight, welches man auch schon aus ~1km Entfernung lautstark hören konnte. Der "scream-Tunnel" vom Wellesley-College. Es handelt sich um ein reines Frauen-College - die Mädels machen richtig Stimmung „Free Kisses“ gibt’s hier für alle Läufer - sofern man mag ;)
Anhang anzeigen 337391
Anhang anzeigen 337392

Beim Durchlaufen der Halbmarathonmarke bei km21,1 höre ich immer in mich rein.
Status: Puls bei 123, keine Beschwerden, etwas zu locker angegangen also Tempo etwas erhöhen und weiter genießen:
Anhang anzeigen 337393

Ab Kilometer 32-37, bei dem bekanntlich der Marathon erst beginnt, kamen dann im Stadteile "Newton" die 4 Hills.
Natürlich gibt es Angenehmeres -zumal die Beine schon recht müde sind - dennoch konnte ich zumindest die ersten 3 Anstiege ohne nennenswerten Temepoverlust durchlaufen. Der letzte Anstieg war dann der berüchtigte Heartbreak-Hill. Der zieht dann einem schon noch gut Energie aus den Beinen:
Anhang anzeigen 337394

Jedem Boston-Marathoner ist allerdings bekannt, dass danach der schöne(re) Teil kommt:) Es geht etwas bergab und die Stimmung erreicht dann Höhe Boston-College einen erneueten Höhepunkt:
Anhang anzeigen 337396
Anhang anzeigen 337397

Vielerorts wird man dann auch an einen schwarzen Tag des Boston-Marathons erinnert, welcher immernoch sehr präsent ist:
Anhang anzeigen 337398
„Boston Strong“ entstand unmittelbar nach dem Bombenattentat im Zielbereich (2013). Was als Ausdruck von Trotz und Zusammenhalt begann, entwickelte sich zu einer weltweiten Bewegung. Es symbolisiert die Weigerung der Stadt, sich durch Angst unterkriegen zu lassen.

Bei Interesse:

Für mich ging es dann um eine letzte Abbiegung in die legendäre Boylston Street:
Anhang anzeigen 337399

Die letzten 400m waren dann sehr emotional für mich. Vorallem, weil sich meine +1 und +0,5 zu Absperrung „vorkämpfen“ konnten und wir noch uns kurz in den Arm nehmen und ein kurzes Selfie machen konnten.
Letztendlich wurde mir aber da auch erst so richtig bewusst, welchen Umfang ich da in den letzten Jahren abgespult hatte.

Und so war es dann endlich soweit, nach
einem Trainingsaufwand von:
2017-2026
20.267km
312.657Höhenmeter
37 Paar Schuhe
0(!) Verletzungen
323 Halbmarathons (jeden Sonntag früh)
und
9 Marathons
war es dann endlich soweit. Ich durchlief die Ziellinie vom Boston Marathon in 3:4x h und war somit World Marathon Majors 6-Star Finisher: Anhang anzeigen 337400 Anhang anzeigen 337401
Anhang anzeigen 337404

Das legändere Masskotchen „Spike“ gabs fürs Töchterchen:
Anhang anzeigen 337402
Anhang anzeigen 337403

Wir haben uns nach dem Finish in der Family-Meeting-Area wieder getroffen und mit der Bahn zum Hotel gefahren. Nach einer ausgiebigen Dusche sind wir dann am späten Nachmittag nochmals los und haben uns Haward angeschaut. Da hab ich aber leider keine Bilder gemacht. Den Abend haben wir dann gemütlich im Hotel mit reichlich Shake&Shack Burger ausklingen lassen.

Ps.
Sorry, dieser Abschnitt war nun sehr Marathon lastig. Im nächsten Teil dann der gemütliche Part vom Urlaub.
Jedem Läufer dem es beim Lesen dieses Textes nicht emotionalisiert und kribbelt, kann nicht geholfen werden 👏

Herzlichen Glückwunsch! 🏅
 

xprt

Erfahrenes Mitglied
17.03.2019
263
335
Nun stand endlich der große Tag an.

Nachdem es am Vorabend stürmisch, sau kalt und regnerisch war wurde ich mit einem kalten sonnigen Morgen überrascht.

Nach dem obligatorischen kohlenhydratreichen Frühstück ging es dann mit der U-Bahn Richtung Boston Public Garden. Hier hatten sich bereits tausende Läufer versammelt und warteten auf die Abfahrt mit dem Bus:
Anhang anzeigen 337300

Im Gegensatz zu anderen Städtemarathons ist der Lauf in Boston kein klassischer Rundkurs. Man wird mit den Schulbussen 42km aus der Stadt rausgefahren. Hierfür standen ~700(!) Busse bereit.
Anhang anzeigen 337335

Nach knapp 1,5h warten war ich dann endlich an der Reihe und konnte in den Bus steigen. Unter dem Jubel der Passanten an den Straßen ging es über den Highway zum legendären Startort des Marathons - Hopkinton.
Anhang anzeigen 337408
Nach 1,5h erneuten warten war es dann soweit und ich überquerte die legändere Startlinie. Da ich auf Grund des Nachwuchs mich nur bedingt auf den Marathon vorbereiten konnte und den Lauf genießen wollte entschied ich mich bereits am Vortag, den Lauf "gemütlich" mit Ziel unter 4h anzugehen.

Ich lief also mit einer Pace 5:35 min/km los und genoss die Stimmung an der Strecke:
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Die Amis sind halt einfach Sport und Event begeistert und eine Vielzahl der Anwohner sind an der Strecke und feuern die Läufer an:
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Bei ~KM20 folgte dann ein richtiges Highlight, welches man auch schon aus ~1km Entfernung lautstark hören konnte. Der "scream-Tunnel" vom Wellesley-College. Es handelt sich um ein reines Frauen-College - die Mädels machen richtig Stimmung „Free Kisses“ gibt’s hier für alle Läufer - sofern man mag ;)
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Anhang anzeigen 337392

Beim Durchlaufen der Halbmarathonmarke bei km21,1 höre ich immer in mich rein.
Status: Puls bei 123, keine Beschwerden, etwas zu locker angegangen also Tempo etwas erhöhen und weiter genießen:
Anhang anzeigen 337393

Ab Kilometer 32-37, bei dem bekanntlich der Marathon erst beginnt, kamen dann im Stadteile "Newton" die 4 Hills.
Natürlich gibt es Angenehmeres -zumal die Beine schon recht müde sind - dennoch konnte ich zumindest die ersten 3 Anstiege ohne nennenswerten Temepoverlust durchlaufen. Der letzte Anstieg war dann der berüchtigte Heartbreak-Hill. Der zieht dann einem schon noch gut Energie aus den Beinen:
Anhang anzeigen 337394

Jedem Boston-Marathoner ist allerdings bekannt, dass danach der schöne(re) Teil kommt:) Es geht etwas bergab und die Stimmung erreicht dann Höhe Boston-College einen erneueten Höhepunkt:
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Vielerorts wird man dann auch an einen schwarzen Tag des Boston-Marathons erinnert, welcher immernoch sehr präsent ist:
Anhang anzeigen 337398
„Boston Strong“ entstand unmittelbar nach dem Bombenattentat im Zielbereich (2013). Was als Ausdruck von Trotz und Zusammenhalt begann, entwickelte sich zu einer weltweiten Bewegung. Es symbolisiert die Weigerung der Stadt, sich durch Angst unterkriegen zu lassen.

Bei Interesse:

Für mich ging es dann um eine letzte Abbiegung in die legendäre Boylston Street:
Anhang anzeigen 337399

Die letzten 400m waren dann sehr emotional für mich. Vorallem, weil sich meine +1 und +0,5 zu Absperrung „vorkämpfen“ konnten und wir noch uns kurz in den Arm nehmen und ein kurzes Selfie machen konnten.
Letztendlich wurde mir aber da auch erst so richtig bewusst, welchen Umfang ich da in den letzten Jahren abgespult hatte.

Und so war es dann endlich soweit, nach
einem Trainingsaufwand von:
2017-2026
20.267km
312.657Höhenmeter
37 Paar Schuhe
0(!) Verletzungen
323 Halbmarathons (jeden Sonntag früh)
und
9 Marathons
war es dann endlich soweit. Ich durchlief die Ziellinie vom Boston Marathon in 3:4x h und war somit World Marathon Majors 6-Star Finisher: Anhang anzeigen 337400 Anhang anzeigen 337401
Anhang anzeigen 337404

Das legändere Masskotchen „Spike“ gabs fürs Töchterchen:
Anhang anzeigen 337402
Anhang anzeigen 337403

Wir haben uns nach dem Finish in der Family-Meeting-Area wieder getroffen und mit der Bahn zum Hotel gefahren. Nach einer ausgiebigen Dusche sind wir dann am späten Nachmittag nochmals los und haben uns Haward angeschaut. Da hab ich aber leider keine Bilder gemacht. Den Abend haben wir dann gemütlich im Hotel mit reichlich Shake&Shack Burger ausklingen lassen.

Ps.
Sorry, dieser Abschnitt war nun sehr Marathon lastig. Im nächsten Teil dann der gemütliche Part vom Urlaub.

Glückwunsch zur Teilnahme und viel Spaß in Boston... Und 0.5 staubt weiterhin gut ab
 
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Reaktionen: Jackson0815

flynue

Erfahrenes Mitglied
26.01.2012
1.324
930
NUE
Herzlichen Glückwunsch, Respekt für die Leistung und danke für‘s Mitnehmen und die tollen Fotos.
Wie hast du dir den Startplatz „gesichert“? Qualifiziert?

Bei mir steht nach NYC im letzten Jahr dieses Jahr Berlin an. Danach kommt +0,5, daher wird es noch etwas dauern bis zu den 6 Sternen. :giggle: