On-Board Kurier

ANZEIGE

global2011

Erfahrenes Mitglied
04.06.2011
1.648
1.359
800€ im Monat? Euer Ernst?

Die übliche Vergütung sind 250-300 € pro Reisetag (wohlgemerkt bei den guten OBC-Brokern). Kost und Logis sind damit bereits abgegolten.

Die genannten Einnahmen von bis zu 8.000 €/Monat sind illusorisch und würden bedeuten, dass man quasi jeden Tag unterwegs wäre.

Wie schon im Beitrag gesagt wurde, machen die meisten OBC den Job nebenberuflich/studiumbegleitend oder sehen die Kurier-Tätigkeit als eine von mehreren Einnahmequellen als Selbstständiger an.
 

Toter-Greifvogel

Erfahrenes Mitglied
25.04.2024
3.391
3.804
Die übliche Vergütung sind 250-300 € pro Reisetag (wohlgemerkt bei den guten OBC-Brokern). Kost und Logis sind damit bereits abgegolten.

Die genannten Einnahmen von bis zu 8.000 €/Monat sind illusorisch und würden bedeuten, dass man quasi jeden Tag unterwegs wäre.

Wie schon im Beitrag gesagt wurde, machen die meisten OBC den Job nebenberuflich/studiumbegleitend oder sehen die Kurier-Tätigkeit als eine von mehreren Einnahmequellen als Selbstständiger an.
Ich halte das Modell ehrlich gesagt für ziemlich wackelig.

Wenn der Broker Auftrag, Flug, Zeiten, Ablauf und Vergütung vorgibt und der Kurier die Leistung persönlich erbringen muss, ist die Scheinselbstständigkeit doch praktisch vorprogrammiert.

Gerade im Kurierbereich ist das kein neues Thema. Nur weil man einen Auftrag ablehnen kann und auf Rechnung arbeitet, ist man noch lange nicht wirklich selbstständig.

Und wenn das rechtlich als Beschäftigung eingestuft wird, ist die schöne Rechnung mit 250–300 € pro Reisetag ganz schnell Makulatur.

Wahrscheinlich machen das Leute aus reiner "Reisegeilheit" oder wie soll ichs nennen?🤷‍♂️
 

FlugFanatiker

Erfahrenes Mitglied
18.11.2018
1.160
924
Die übliche Vergütung sind 250-300 € pro Reisetag (wohlgemerkt bei den guten OBC-Brokern).

Das kann ich so nicht bestätigen, und ich mache das schon seit etlichen Jahren für diverse Broker. Die "übliche Vergütung" in der Branche liegt darunter, und selbst bei dem Broker, der die von dir erwähnten 300,- je Reisetag zahlt, ist dort noch nicht das Hotel dabei, sprich: muss vom OBC aus jenen 300,- € selbst bezahlt werden.

Ok, das hattest du ja selbst geschrieben ("Kost und Logis sind damit bereits abgegolten").

Üblich sind 150 bis 200 € je Reisetag in die Taschen des Kuriers. Ausnahmen mit höherer Vergütung mag es geben. Neulich war ein Broker sogar so dreist, mir 150 € für einen 2 (!)-Tages-Auftrag anzubieten. Thanks, but no thanks.
 

Langstreckenpendler

Erfahrenes Mitglied
28.12.2021
1.638
2.220
Ich halte das Modell ehrlich gesagt für ziemlich wackelig.

Wenn der Broker Auftrag, Flug, Zeiten, Ablauf und Vergütung vorgibt und der Kurier die Leistung persönlich erbringen muss, ist die Scheinselbstständigkeit doch praktisch vorprogrammiert.

Gerade im Kurierbereich ist das kein neues Thema. Nur weil man einen Auftrag ablehnen kann und auf Rechnung arbeitet, ist man noch lange nicht wirklich selbstständig.

Und wenn das rechtlich als Beschäftigung eingestuft wird, ist die schöne Rechnung mit 250–300 € pro Reisetag ganz schnell Makulatur.
Das ist ja nur die rein deutsche Sicht.

Ich möchte ehrlich gesagt nicht wissen, welche Einreisevisa und ggf. Konzessionen man braucht, um in fremden Ländern tatsächlich legal Zustellungen vorzunehmen und eben nicht an einen lokalen Zusteller zu übergeben (und diesen ggf. zu begleiten).
Ich bin mir sicher, dass ein Zusteller nicht zu touristischen Zwecken dort ist oder zu einer Messe/Besprechung/Geschäftsanbahnung (Business).
Bleibt also im allgemeinen nur Länder, wo der Passinhaber Visa-exempt ist und mit lockerer Verauslagung von ein paar 1000 Euro für Flüge, Zoll und sonstwas.

Und die Nummer für einen Job, wo Dir das Finanzamt nach Abzug von Übernachtung/Verpflegungsmehraufwendungen/Geldwechselgebühren etc. vermutlich fehlende Gewinnerzielungsabsicht unterstellen kann.

Nur mal so: wenn ich in ein Land dafür einen Pauschalsatz angeben soll, dann sind das Minimum 71 Euro für Verpfegungsmehraufwand und pauschaliertes Hotel (Kosovo und Laos), dazu kommen pauschalierte 10%-20% Nebenkosten (Telefon, Internet etc.), 20% Wechselkursrisiko für Fremdwährung) plus mindestens 15%, meist 27% Handling Charge auf die Zwischensumme, was ein wenig Risiko (15%) und Gewinn (die 27%) abdecken soll. Dafür habe ich noch keinen Handschlag gearbeitet.

Am Beispiel 71 Euro (Laos, niedrigster Satz) ca.
71,00 Euro
14,20 Euro Nebenkosten
17,04 Euro Wechselkursrisiko
27,60 Euro Risiko + Gewinn
129,84 Euro netto zzgl. Mwst. (Mwst. nur wenn Auftraggeber in Deutschland)

Da hast Du im Grunde - mit etwas Sicherheitspuffer nur Geld gewechselt.

Vom Rest arbeitest Du dann (Reisezeit = Ruhezeit lt. Arbeitszeitgesetz, aber vergütungspflichtig), es gilt zumindest Mindestlohn. Nun darf man gerne das"Business" einordnen...
 
  • Like
Reaktionen: mf_2

Luftikus

Megaposter
08.01.2010
28.314
14.069
irdisch
Ich war vor langer Zeit mal studentischer Praktikant bei einer Airline und musste einen wichtigen Vertrag zu einer anderen Airline bringen. Direkt zu deren Chefbüro. Dafür flog ich da hin und gleich wieder zurück. War natürlich super. Business Class und der Flug wartete sogar noch kurz auf mich. Der Finger wurde wieder rangemacht. War natürlich ein kleiner Auftritt.
 

rapaLLa

Aktives Mitglied
06.01.2017
147
92
Meines Erachtens ist es höchst irrationales Suchtverhalten (und ich nehme mich da gar nicht aus). Anders lässt es sich nicht erklären.
Es ist halt Spaß. Hier wurde ja schon sehr oft gesagt: Man macht das nicht wegen Geld. Da könnte man eben besser Zeitungen verteilen gehen.

Was es für mich attraktiv macht, ist die Tatsache, dass ich meinem zentraleren Remote-Job währenddessen nachgehen kann, und die verfügbare Zeit dadurch dreifach nutzen: OBC, währenddessen Job A, und im Feierabend öfter mal was anderes sehen als HAM oder MUC. Dadurch geht sich das sehr vernünftig aus.
 

Luftikus

Megaposter
08.01.2010
28.314
14.069
irdisch
Ich kenne eine Dame bei den Berliner Museen, die muss öfter Museumsgut zu Ausstellungen weltweit begleiten (und weitere Arbeiten). Manchmal sind es Sachen, die im Frachtraum fliegen, manchmal fliegt sie in Frachtern als Kurier mit. Den eigentlichen Transport und die Verpackung machen Spezialspeditionen, mit eigenen LKW und Lagern. Da fährt sie aber jeweils auch mit.
 

Piw

Erfahrenes Mitglied
15.10.2015
1.719
3.957
FRA
Bei näherer Betrachtung seiner in Zypern registrierten Company drängt sich auch der Verdacht auf, dass er die (womöglich leere?) Tasche nicht ganz ohne Hintergedanken nach Mexiko bugsiert hat, wo er ohne weitere Erläuterung den Ausklang mit zwei Kollegen, so ein Zufall, genießen konnte.

Die Zwei sind ja auch die mexikanischen Mitarbeiter von OBC1, auf der Website schön mit Fotos zu sehen. Die Ärztin ist tatsächlich eine, aber auch die Schwester von einem der Mitarbeiter. Klar, das Paket war leer, die ganze Sendung fingiert. Aber das ist grundsätzlich so, die anderen Reportagen zum Thema waren ja auch geskriptet. Vor allem die Nummer mit der Falkenblutkonserve ist schon grotesk komisch. Da hat man diesmal nicht ganz so dick aufgetragen.

Bei einer realen Sendung wird sich ja auch kein Kunde gerne wieder entdecken. Automobilzulieferer XY streicht Tausende von Stellen hierzulande, karrt dann aber eine Kiste Schrauben für ein, zwei Monatsgehälter ans andere Ende der Welt, weil seine so fein outgesourcte supply chain gerade zusammengebrochen ist. PR die man nicht mal für Umme will.

CGN wurde genommen, weil man dort eine Drehgenehmigung für die Siko bekommen hat. Sonst wird so eine Sendung eh nach FRA oder AMS gekarrt und von dort nonstop geflogen.

Die 8k als Durschnittsverdienst sind natürlich Bullshit. Jonathan wird zwar als aktiver Kurier deutlich mehr verdient haben und jetzt als Broker sowieso, für 99% der OBC, die keine Direktkunden haben und ausschließlich für Broker arbeiten sind solche Summen aber illusorisch. OBC1 zahlt ja selbst nur 200€ pro Tag offiziell. Wie viele Tage hat gleich nochmal ein Monat?! Aber da das Ganze im Rahmen von „Galileo Gehaltscheck“ stattfand, bestand ProSieben hier auf einer Zahl. Und da ist es nicht gerade profitsteigernd, wenn potentielle Neukunden direkt mal mitbekommen wie wenig tatsächlich die Kuriere bekommen.
 

global2011

Erfahrenes Mitglied
04.06.2011
1.648
1.359
Klar war der Transport von vorne bis hinten fingiert. Er hätte ja sonst gegen seine eigenen Statuten verstoßen (die bei allen Brokern etwa ähnlich lautend sind):

Courier is obliged to maintain strict confidentiality regarding any information that it is entrusted or becoming known in connection with the provision of Services. Confidential information may only be utilized in relation to the Services and must not, under no circumstances, be disclosed to any third party.
[...]
Courier may not publish any information, pictures or others in relation to the details of the Individual Order (e..g., goods, brand names or logos, pick-up, route, delivery place etc.) on any social media platform or any other freely accessible portals.
 

FlugFanatiker

Erfahrenes Mitglied
18.11.2018
1.160
924
Bei näherer Betrachtung seiner in Zypern registrierten Company drängt sich auch der Verdacht auf

Mir drängt sich dabei der Versuch einer nennen wir es mal vorsichtig "kreativen Steuergestaltung" auf. Das muss es nicht sein, wenn man es richtig strukturiert, einiges beachtet, und vor allem wenn die Zypern-Company tatsächlich vor Ort Substanz hat. Lediglich eine Briefkastenfirma auf Zypern zu unterhalten, genügt jedenfalls nicht.
 

paarlman

Erfahrenes Mitglied
10.07.2009
2.274
1.293
LSAS
Mir drängt sich dabei der Versuch einer nennen wir es mal vorsichtig "kreativen Steuergestaltung" auf. Das muss es nicht sein, wenn man es richtig strukturiert, einiges beachtet, und vor allem wenn die Zypern-Company tatsächlich vor Ort Substanz hat. Lediglich eine Briefkastenfirma auf Zypern zu unterhalten, genügt jedenfalls nicht.
Wenn man sich die Seite anschaut und das, was für eine initiale Registrierung als Interessent:in an persönlichen Daten verlangt wird (u.a. Reisepasskopie), dann wird für mich der Datenschutz zum relevanten Thema ....
 
  • Love
Reaktionen: SeltenFliegerHH

FlugFanatiker

Erfahrenes Mitglied
18.11.2018
1.160
924
wie ist das eig, wenn man als kurier eine lieferung beschädigt, welche ja recht teuer sind.

Dann haftet man wohl dafür, siehe unten.

Normalerweise ist alles ordentlich versichert.

Das betrifft jedoch nur, falls ich richtig liege, das Verhältnis zwischen Broker und dessen Auftraggeber. Vermutlich ist die Sendung zwar für den Broker bis zur Ablieferung gegen Verlust oder Beschädigung versichert, inklusive der dies verursachenden Sub-Unternehmer (also auch des OBC), deren sich der Broker für den Transport bedient.

Das Problem für den OBC ist allerdings § 86 VVG (oder ähnliche Klauseln im Versicherungsvertag zwischen Broker und Versicherer). Danach ersetzt der Versicherer zwar den durch Dritte (= den OBC) verursachten Schaden; gleichzeitig kommt es jedoch zu einer Forderungsabtretung an den Versicherer.

Um es am Beispiel zu verdeutlichen:

Broker (B) bekommt von seinem Auftraggeber (A) den Auftrag 5 Pakete ins Ausland zu transportieren. Die Sendung ist durch den Versicherer (V) versichert. Der B bedient sich nun eines OBC (O) zur Durchführung des Transports.

Der O, der vom Zielflughafen die Sendung noch per Taxi zum 20 km davon entfernten Ablieferort befördern muss, bekam den Auftrag um 0:15 und musste noch in der Nacht direkt los, um die Sendung abzuholen, und musste gleich den ersten Zubringerflug um 6:00 Uhr nehmen. Entsprechend fand er keinen Schlaf, und das gilt auch für den anschließenden Langstreckenflug, den er wach verbrachte.

Am Zielort ist unser O nun so gerädert und unkonzentriert, dass er eines der 5 Pakete im Taxi vergisst.

Die Situation ist nun die:

Der V ersetzt dem B und damit letzlich dem A zwar den Schaden, während der B gegen den O einen Schadensersatzanspruch hat. Dieser bzw. die entsprechende Forderung geht jedoch auf den V über, weshalb der O vom V bald einen netten Brief erhält, ihm 9.000 € zu erstatten (denn so hoch war der Wert des Pakets) ..

Wenn ich da richtig liege, macht es die übliche geringe OBC-Vergütung nur noch obszöner, da der OBC letztlich auch diese Risiken alleine trägt, ohne dass diese in die Vergütung eingepreist sind.
 
Zuletzt bearbeitet:

Piw

Erfahrenes Mitglied
15.10.2015
1.719
3.957
FRA
Mir drängt sich dabei der Versuch einer nennen wir es mal vorsichtig "kreativen Steuergestaltung" auf. Das muss es nicht sein, wenn man es richtig strukturiert, einiges beachtet, und vor allem wenn die Zypern-Company tatsächlich vor Ort Substanz hat. Lediglich eine Briefkastenfirma auf Zypern zu unterhalten, genügt jedenfalls nicht.

Ich weiß nicht warum manche immer online Gerüchte streuen müssen. Da steht nicht nur ein Briefkasten, sondern er hat auch tatsächlich seinen Wohnsitz dort. Bietet ja auch immer in diversen OBC Communities an, Kurieren die Insel zu zeigen, wenn sich denn mal einer nach LCA verläuft.
 
  • Like
Reaktionen: tnbt und juliuscaesar

FlugFanatiker

Erfahrenes Mitglied
18.11.2018
1.160
924
Ich weiß nicht warum manche immer online Gerüchte streuen müssen. Da steht nicht nur ein Briefkasten, sondern er hat auch tatsächlich seinen Wohnsitz dort.

Entscheidend ist, dass er von dort auch tatsächlich seine Zypern-Ltd. operativ betreibt, diese also Substanz hat, und dass er in Deutschland keine Schlüsselgewalt mehr über eine / seine Wohnung mehr hat (um der unbeschränkten Steuerpflicht in Deutschland zu entkommen).

Ich war skeptisch aufgrund der angegebenen Zypern-Adresse, die für mich nach Briefkastenfirma roch. Dazu muss man wissen, dass es auf Zypern eine lange Tradition von Briefkastenfirmen gibt, bei der lokale Gründungsanwälte teils Hunderte solcher (Schein)Firmen auf eine derartige Anschrift in einem Business-Center registrieren.

Das, kombiniert mit der Angabe einer US- sowie deutschen Telefonnummer, brachte mich auf die Mutmaßung, dass möglicherweise die Zypern-Firma operativ gar nicht aktiv ist. Aber du hast natürlich Recht: ich weiß nichts über die tatsächliche Situation, und nehme daher diese Spekulation hiermit zurück.
 
  • Like
Reaktionen: tnbt und juliuscaesar
10.02.2012
6.562
4.243
wobei man natuerlich bei einer deutschen Festnetzrufnummer wiederum dort auch zwingend eine Betriebsstelle betreiben muss. Ansonsten darf die Rufnummer dort nicht zugeteilt werden. Falls Ihnen also jemand aergern mag und bei der BNetzA anschwaertzt, ist die Rufnummer schneller weg, als er Oh-Beh-Ceh sagen kann...
 

rapaLLa

Aktives Mitglied
06.01.2017
147
92
Da dir die Frage, die hier schon sehr oft beantwortet wurde, sehr wichtig zu sein scheint, beantworte ich sie dir gerne nochmals. Die Antwort ist: vermutlich niemand. Die Annahme, dass Menschen das wegen des Geldes machen, ist falsch.

Jeder Mensch hat andere Hobbys und wenn dazu noch n Euro raus springt ist es doch okay. Es gibt sogar Leute, die zahlen dafür Eintritt, anderen Samstags nachmittags dabei zuzugucken einem Ball hinterher zu rennen. Das halte ich beispielsweise für Grotresk. Wenn’s anderen gefällt - super.

Das ewig negative framing „man muss ja dumm sein das für die peanuts zu machen“ ist wirklich langweilig und zeugt von einem wirklich sehr kurzen eigenen Horizont.