Entschuldigung eines Umweltschützers

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lucutus4711

Erfahrenes Mitglied
29.06.2009
262
0
LON
Durchaus interessant, fuer einen Wissenschaftler aber IMHO zu populistisch geschrieben, ausserdem bin ich der Meinung man sollte versuchen die Ursache der Probleme zu bekaempfen, nicht die Symptome... .
 

SalParadise

Reguläres Mitglied
20.12.2011
65
2
Durchaus interessant, fuer einen Wissenschaftler aber IMHO zu populistisch geschrieben, ausserdem bin ich der Meinung man sollte versuchen die Ursache der Probleme zu bekaempfen, nicht die Symptome... .

Was sind denn deiner Meinung nach die Ursachen des "Problems"? Es geht dem Autor ja darum, wie man eine wachsende Anzahl von Menschen mit wachsenden Ansprüchen mit ausreichend Nahrungsmitteln versorgen könnte, ohne die Anbauflächen wesentlich zu vergrößern. (Und die Erkenntnis, dass "Gentechnik" nicht großartig was anderes ist, als Züchtung.)
 

mith

Aktives Mitglied
08.03.2011
145
0
Das ursächliche Problem sind doch Massentierhaltung und Monokulturen. Dahinter steht dann auch noch der Billig-Wahn und Fleischwahn der Verbraucher. Billigwahn hängt ja auch damit zusammen, dass die Marktpreise für Grundnahrungsmittel weltweit inzwischen ziemlich identisch sind, aber das Einkommen bei weitem nicht gerecht verteilt.
Gentek wird das Problem sicherlich nicht lösen. Wieviel Gentech-Mais ist letzten Sommer in den USA verdorrt - haha, angeblich trockenresistent...
Der Autor ist doch halt alt geworden und wird vermutlich inzwischen genauso von Monsanto und co bezahlt wie ein Großteil der US-amerikanischen (und britischen) Bio/Agrarforschungsinstitute. In UK wurden Forscher entlassen, weil sie kritische Forschungsergebnisse gegen Gentek veröffentlicht haben.
 
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fred8a

Erfahrenes Mitglied
30.03.2010
1.156
11
STR
Wieviel Gentech-Mais ist letzten Sommer in den USA verdorrt - haha, angeblich trockenresistent...

bin zwar kein Experte aber ich glaube Du hast nur bedingt Recht.

"Die Firmen Monsanto und BASF haben gemeinsam eine erste trockentolerante gentechnisch veränderte Maissorte mit dem Markennamen DroughtGard entwickelt, deren Markteinführung für 2013 geplant ist. "

Demnach dürfte es sich von den dir zitierten Sorte um eine Vorserie gehandelt haben und das Ergebniss ist somit noch nicht repräsentativ.
 

cockpitvisit

Erfahrenes Mitglied
04.12.2009
5.452
3.689
FRA
Ist zwar alles richtig geschrieben im Artikel, aber letzendlich ist die Gen-Branche selber schuld an der fehlenden Akzeptanz der Gentechnik. Denn es wird praktisch nichts in das Konsumentenvertrauen investiert.

Gibt es ein BASF Aerobatic Team? Gibt es ein Monsanto Music Festival? Gibt es alkoholische In-Getränke von DuPont? Von Syngenta gesponserte Kinderspielplätze in Einkaufszentren? Gibt es Spielzeuge und TV-Shows, die Gentechnik erklären? Nix da, und dabei gibt es gerade in der Lebensmittelbranche unzählige Vermarktungsmöglichkeiten. So braucht man sich nicht zu wundern, dass Gentechnik-Gegner das Propaganda-Schlachtfeld beherrschen, denn die Hersteller haben es freiwillig geräumt.

Dazu kommt, dass viele Menschen die Gentechnik aus religiösen Gründen ablehnen. Man macht sich hier gerne über Kreationisten in den USA lustig, dabei ist die grundsätzliche Ablehnung der Gentechnik eine sehr verwandte Verhaltensweise. Angebliche "Gefahren" dienen nur als Vorwand, genau wie die Religions- und Meinungsfreiheit bei Kreationisten. D.h. die "normale" Haltung eines Menschen zur Gentechnik ist eine ablehnende, und es ist der Job der Hersteller, für die breite Akzeptanz dieser Technologien zu sorgen.

Ich bin selber für die Gentechnik, aber wenn mich jemand fragt, welche Vorteile die Gentechnik im Lebensmittelbereich mir persönlich bringt, müsste ich ehrlich antworten: gar keine. Ich habe auch so genug zu essen, und die Gentechnik macht meine Lebensmittel weder leckerer noch günstiger, denn die Lebensmittelpreise werden durch die marktfeindliche Politik absichtlich zu hoch gehalten. Warum soll ich etwas unterstützen, was nur Bauern zugute kommt?

Es fehlt auch eine "Killeranwendung" für die Gentechnik. Wie wäre es mit einem genmanipulierten extrem harten Gras als Belag für Gehwege, damit diese auch bei Schnee und Glatteis rutschfest sind und man sie nicht freischaufeln muss?
 
F

feb

Guest
Oh je.

1. Im Frühstadium des Widerstands gegen Gentechnik war der Autor wohl als "grüner Spinner" angesehen. Mittlerweile hat sich dieser Widerstand wissenschaftlich etabliert und wird heute jedenfalls in Europa von einer nahmhaften Mehrheit in Wissenschaft, Politik und Bevölkerung getragen. Jetzt aber wechselt der Autor seine Wäsche... äh, seine Ansicht. Warum? Siehe Zif. 2.

2. Mit folgender Begebenheit erläutert der Autor seinen Meinungswechsel:

"Was mich wirklich beunruhigte, waren einige der Kommentare unter meinem letzten „Guardian“-Artikel gegen Grüne Gentechnik. Besonders ein Kritiker, der meinte: Sie sind also gegen Grüne Gentechnik, weil sie von großen Firmen vermarktet wird. Sind sie auch gegen das Rad, weil es von großen Automobilunternehmen vermarktet wird?"

Heiland, mit solch einer Argumentation kann ich in keiner Debatte meine Töchter (21 und 17 J.) auch nur zum Lächeln bringen.

3. Gentechnik steigert nicht die Produktivität der Landwirtschaft, sondern erhöht nur die Abhängigkeit der Produzierenden (Landwirte etc) von den Patentinhabern (z.B. Monsanto).
 
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SleepOverGreenland

Megaposter
09.03.2009
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FRA/QKL
(...) denn die Lebensmittelpreise werden durch die marktfeindliche Politik absichtlich zu hoch gehalten. Warum soll ich etwas unterstützen, was nur Bauern zugute kommt?
Das glaub ich jetzt nicht. Die glaubst wirklich, dass Lebensmittelpreise hoch sind? In Deutschland? :eek:

Never, in keinem Land der Welt wird so wenig bezahlt, im Verhältnis zum Einkommen. Die Folge ist bekannt, in kaum einem Land mit vergleichbaren Standards ist die Qualität der Lebensmittel so schlecht, wie hier. :censored:
 
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GoldenEye

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30.06.2012
13.188
534
Billigwahn hängt ja auch damit zusammen, dass die Marktpreise für Grundnahrungsmittel weltweit inzwischen ziemlich identisch sind, aber das Einkommen bei weitem nicht gerecht verteilt. .

"gerecht"? Nach welchem Maßstab?

"Marktpreise für Grundnahrungsmittel" muß man differenziert sehen: Der sprichwörtliche Sack Reis mag das selbe kosten, aber ob ich ihn in einem indischen Dorf kaufe, oder im Münchner Supermarkt um die Ecke, fein abgepackt, wo der Reis selbst nur einen Bruchteil des Preises ausmacht, und ich vor allem Transport, Lagerhaltung, Verteilung, Warenpräsentation, Verkaufspersonal (und zwar zu deutschen Lohnniveaus, nicht zu indischen) und vor allem lokale Steuern und Abgaben zahlen muß, macht schon einen Unterschied, und zwar einen erheblichen.
 
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Triple3

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19.03.2009
2.483
1
FRA
Never, in keinem Land der Welt wird so wenig bezahlt, im Verhältnis zum Einkommen. Die Folge ist bekannt, in kaum einem Land mit vergleichbaren Standards ist die Qualität der Lebensmittel so schlecht, wie hier. :censored:
Nur bedeuten höhere Preise nicht automatisch bessere Qualität und niedrige Preise nicht schlechte Qualität.

In D sind nur wenige Leute eben bereit, für gutes Essen viel Geld auszugeben (damit meine ich jetzt nicht den Ökofraß). In Frankreich oder auch Finnland ist das sehr anders.
 

Frequent_Sailor

Erfahrenes Mitglied
23.02.2011
2.735
3
HAM
Nur bedeuten höhere Preise nicht automatisch bessere Qualität und niedrige Preise nicht schlechte Qualität.

In D sind nur wenige Leute eben bereit, für gutes Essen viel Geld auszugeben (damit meine ich jetzt nicht den Ökofraß). In Frankreich oder auch Finnland ist das sehr anders.

Was nix kostet ist auch Nix! :stop:
 

cockpitvisit

Erfahrenes Mitglied
04.12.2009
5.452
3.689
FRA
Mittlerweile hat sich dieser Widerstand wissenschaftlich etabliert
Wissenschaftlich??? Es gibt kaum Studien, die die Gefahr von genmanipulierten Lebensmitteln belegen, ausser der allgemeinen Angstmacherei. Natürlich haben auch Wissenschaftler eine private Meinung zur Gentechnik, aber ist sie wissenschaftlich belegt?

Oder hast Du Links zu konkreten Studien? Würde mich interessieren, vielleicht ändere ich ja meine Meinung.

Das glaub ich jetzt nicht. Die glaubst wirklich, dass Lebensmittelpreise hoch sind? In Deutschland? :eek:
Ich beschwere mich nicht über die Preise, aber eine weitere Absenkung der Lebensmittelpreise dank der Gentechnik wäre natürlich ein Vorteil. Nur werden die Preise durch die Agrarpolitik künstlich hoch gehalten, deshalb bekommen wir nie Rinderfilet zum Preis von Putenbrust, selbst wenn die Gentechnik das ermöglicht hätte.

Es zählen absolute Preise, nicht die Relation zum Einkommen. Sonst würde eine höhere Produktivität im Lande ja keinen Sinn machen, wenn alle weiterhin deselben Anteil des Einkommens fürs Essen, Autos, Immobilien, Medizin, Altersvorsorge etc. bezahlen würde. Qualitativ wird das Essen ja auch nicht besser.
 
F

feb

Guest
Wissenschaftlich??? Es gibt kaum Studien, die die Gefahr von genmanipulierten Lebensmitteln belegen, ausser der allgemeinen Angstmacherei. Natürlich haben auch Wissenschaftler eine private Meinung zur Gentechnik, aber ist sie wissenschaftlich belegt?

Oder hast Du Links zu konkreten Studien? Würde mich interessieren, vielleicht ändere ich ja meine Meinung.
Boa. Eine schwierige Nuss. Denn seehr viele der erreichbaren Quellen sind per se nicht ergebnisoffen. Eine Monsanto- Studie kann man ebensowenig der Meinungsbildung zugrundelegen wie den Artikel einer ökologischen Partei.

Meine Quellen (ich bin kein Naturwissenschaftler) sind notwendigerweise Blätter wie die SZ, FAZ, Zeit, SPIEGEL. Freilich, alles weitgehend nichts, was man als wissenschaftliche Quelle ansehen kann.

Vielleich hier eine (amtliche?) Fundstelle: Gentechnik Risiken.

Dort finde ich ganz am Ende ein Resümee: "Unsere Vorhersagemöglichkeiten werden begrenzt bleiben, ebenso wie unsere Fähigkeit zu angemessen vollständigen Analysen."

Auf die Fliegerei übertragen hieße das für mich: Wir haben noch zu erforschen, ob das neue Flugzeug sicher landet, aber wir sind guten Mutes und starten daher heute schon mal (mit der der ganzen Weltbevölkerung als unfreiwilligen Paxen).
 
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cockpitvisit

Erfahrenes Mitglied
04.12.2009
5.452
3.689
FRA
Auf die Fliegerei übertragen hieße das für mich: Wir haben noch zu erforschen, ob das neue Flugzeug sicher landet, aber wir sind guten Mutes und starten daher heute schon mal

Eher so: "Wir können noch nicht komplett ausschließen, dass von der Fliegerei nicht beherrschbare Risiken für die ganze Menschheit ausgehen. Deshalb können wir für Gebrüder Wright leider keine Startgenehmigung erteilen! Stattdessen müssen erst alle Risiken studiert, sozial- und umweltpolitische Aspekte analysiert und alternative Technologien in Betracht gezogen werden, eher man zu einem von einer breiten Bevölkerungsmehrheit mitgetragenen Konsens über einen möglichen Testbetrieb der Luftfahrttechnik kommen kann."

Und erst recht so, wenn man gewusst hätte, wie viele Menschen ihr Leben bei Luftkriegen verlieren würden!

Was für ein Glück, dass die Luftfahrt bereits im 20. Jahrhundert entwickelt wurde, in der heutigen Zeit wäre ein solcher technologischer Vorsprung gar nicht möglich gewesen.
 
F

feb

Guest
Eher so: "Wir können noch nicht komplett ausschließen, dass von der Fliegerei nicht beherrschbare Risiken für die ganze Menschheit ausgehen. Deshalb können wir für Gebrüder Wright leider keine Startgenehmigung erteilen! Stattdessen müssen erst alle Risiken studiert, sozial- und umweltpolitische Aspekte analysiert und alternative Technologien in Betracht gezogen werden, eher man zu einem von einer breiten Bevölkerungsmehrheit mitgetragenen Konsens über einen möglichen Testbetrieb der Luftfahrttechnik kommen kann."

Und erst recht so, wenn man gewusst hätte, wie viele Menschen ihr Leben bei Luftkriegen verlieren würden!

Was für ein Glück, dass die Luftfahrt bereits im 20. Jahrhundert entwickelt wurde, in der heutigen Zeit wäre ein solcher technologischer Vorsprung gar nicht möglich gewesen.

Das trifft nicht zu.

Bei neuen Fluggeräten nimmt man auch heute noch in Kauf, dass eine kleine Handvoll Menschen (=Testpiloten= Gebrüder Wright) ein deutlich höheres Risiko als der Otto Normalflieger auf sich nimmt. Das ist kalkulierbar und vor allem wird kein Mensch gezwungen, Testpilot zu spielen.

Unerklärlich ist dagegen, weshalb die gesamte Menschheit in Sachen Gentechnologie den unfreiwilligen Testpiloten spielen soll.
 

cockpitvisit

Erfahrenes Mitglied
04.12.2009
5.452
3.689
FRA
Bei neuen Fluggeräten nimmt man auch heute noch in Kauf, dass eine kleine Handvoll Menschen (=Testpiloten= Gebrüder Wright) ein deutlich höheres Risiko als der Otto Normalflieger auf sich nimmt. Das ist kalkulierbar und vor allem wird kein Mensch gezwungen, Testpilot zu spielen.
Die indirekten Folgen der Fliegerei sind aber nicht kalkulierbar, z.B. Luftkriege. Im 2. Weltkrieg sind z.B. Millionen von Zivilisten durch Flugbombenangriffe gestorben, die nie im Leben selbst geflogen sind. Das waren auch unfreiwillige "Testpassagiere" der Gebrüder Wright.

Bei Mobilfunk/Internet besteht z.B. auch die Gefahr, dass diese Entwicklungen durch den von Menschen nicht mehr beherrschbaren Informationsfluss die Gesellschaft evtl. völlig aus dem Gleichgewicht bringen und so unsere Zivilisation zerstören.

Und so war es bei jeder neuen Technologie seit der Entwicklung des Schiesspulvers - die Menschheit spielt immer den unfreiwilligen Testpiloten. Bisher ist man recht gut damit gefahren. Ich sehe hier keine Besonderheit bei der Gentechnik.

Zudem ich bei der Gentechnik generell kein akutes Risiko sehe - jede Sekunde werden Millionen von Genen durch kosmische Strahlung geändert, und die Welt existiert immer noch.
 
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