Lass doch mal nach Thailand - Klar, ich bin nur kurz noch in Neuseeland für ein Bier

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GRU

Reguläres Mitglied
21.09.2014
51
29
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Ich finde es ist eine genial verrückte Idee. Freue mich auf die Berichte und wünsche dir ganz viel Vergnügen.
 

Lohausen

Erfahrenes Mitglied
29.07.2010
1.200
765
BER
Ich bin gestern aus NPL zurückgekommen und hatte mir zu Beginn die gleiche "Was soll ich da machen?"-Frage gestellt und auch mit dem Gedanken gespielt, Ozeanien abzuklappern und Neuseeland nur als Ausgangspunkt zu nutzen. Parallel hatte ich auf Flugplanänderungen gehofft, die es mir erlauben würden, NPL zu streichen und nur nach AKL zu fliegen.

Kam alles nicht so und ich bin eine Woche ab/bis NPL über die Nordinsel getingelt. Trotz super schlechten Wetters für diese Jahreszeit hätte es auch gerne länger sein können. Und wieder einmal hat sich gezeigt, dass ein mileage run alleine nett ist, wenn man sich aber auf das Ziel einlässt und nicht auf Biegen und Brechen sofort wieder zurück will/muss, dann kann es sogar noch richtig gut werden. Kurzum: schönen Urlaub gehabt, Upgrade-Voucher verbraten und Allegris F gestestet, entspannte Stopover in PVG gut genutzt und das alles für einen sehr schmalen Taler.

Insofern: Ich habe zwar keine Not in Sachen Meilen, Punkten und QP, (der Lifetime SEN ist in unmittelbarer Griffweite), aber ja, ich würde es zum gleichen Preis auch nochmal machen. Reisen bildet und jede Reise schafft neue Eindrücke. Für mich ist so eine wilde Reise wie die von aLeXx_ um Längen nachvollziehbarer als die wiederholten DT auf Chickenwings nach Dubai. Viel Spaß dabei!
 

Weltenbummler42

Erfahrenes Mitglied
08.06.2010
3.796
1.436
noch TXL
Ich bin gestern aus NPL zurückgekommen und hatte mir zu Beginn die gleiche "Was soll ich da machen?"-Frage gestellt und auch mit dem Gedanken gespielt, Ozeanien abzuklappern und Neuseeland nur als Ausgangspunkt zu nutzen. Parallel hatte ich auf Flugplanänderungen gehofft, die es mir erlauben würden, NPL zu streichen und nur nach AKL zu fliegen.

Kam alles nicht so und ich bin eine Woche ab/bis NPL über die Nordinsel getingelt. Trotz super schlechten Wetters für diese Jahreszeit hätte es auch gerne länger sein können. Und wieder einmal hat sich gezeigt, dass ein mileage run alleine nett ist, wenn man sich aber auf das Ziel einlässt und nicht auf Biegen und Brechen sofort wieder zurück will/muss, dann kann es sogar noch richtig gut werden. Kurzum: schönen Urlaub gehabt, Upgrade-Voucher verbraten und Allegris F gestestet, entspannte Stopover in PVG gut genutzt und das alles für einen sehr schmalen Taler.

Insofern: Ich habe zwar keine Not in Sachen Meilen, Punkten und QP, (der Lifetime SEN ist in unmittelbarer Griffweite), aber ja, ich würde es zum gleichen Preis auch nochmal machen. Reisen bildet und jede Reise schafft neue Eindrücke. Für mich ist so eine wilde Reise wie die von aLeXx_ um Längen nachvollziehbarer als die wiederholten DT auf Chickenwings nach Dubai. Viel Spaß dabei!
Gab es da eigentlich eine Mindestaufenthaltsdauer in NPL?
Da habe ich ja wirklich mal wieder gepennt wo dieser Tarif rauskam. Aber ich denke er war weder erstatt noch umbuchbar, oder?
 

Lohausen

Erfahrenes Mitglied
29.07.2010
1.200
765
BER
Gab es da eigentlich eine Mindestaufenthaltsdauer in NPL?
Da habe ich ja wirklich mal wieder gepennt wo dieser Tarif rauskam. Aber ich denke er war weder erstatt noch umbuchbar, oder?
Die alten Screenshots aus dem Ursprungsfaden deuten auf 250 EUR Umbuchung + Tarifdifferenz hin im Basic-Tarif. Mindestaufenthalt habe ich nicht in Erinnerung, da müsste man nochmal in den Tarif reinschauen.

Fun fact: Technisch zumindest is ein DT in NPL machbar. Der Zugang vom Vorfeld zum Terminal erfolgt durch eine Tür Ankunft und direkt daneben liegt die Tür für den Abflug. Da bei Flügen mit Flugzeugen mit weniger als 90 Sitzplätzen (NPL hat nur ATR72 und Dash 8-Q3800) keine Sicherheitskontrolle notwendig ist, steigt man also aus, betritt das Terminal und steigt sofort wieder ein.
 
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on_tour

Erfahrenes Mitglied
01.08.2010
8.833
1.504
Gab es da eigentlich eine Mindestaufenthaltsdauer in NPL?
Da habe ich ja wirklich mal wieder gepennt wo dieser Tarif rauskam. Aber ich denke er war weder erstatt noch umbuchbar, oder?
umbuchbar gegen 250 Euro, aber Realität durch zig. Stornierungen und Umbuchungen recht flexibel. Mein Companion hatte es sich zwei Wochen vor Abflug anders überlegt, Storno war eher eine technische Herausforderung für den OS-Agent
 
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aLeXx_

Erfahrenes Mitglied
04.01.2014
342
1.109
HAM
Bevor es Freitag losgeht stehen noch die letzten organisatorischen Dinge an. Genervt von den wechselnden Schichten habe ich heute bereits nach einem langen Tag auf der Arbeit meine Sachen gepackt. Natürlich ist das avisierte Gewicht von 7kg in einem Handgepäckstück utopisch und die Vorgaben der Airasia nicht ansatzweise zu halten. Der Niederlage ins Auge sehend habe ich mich entschlossen einen kleinen Rucksack zusätzlich zu füllen und hoffe den allsehenden Augen der Gepäckkontrolleure zu entgehen. Der geneigte Maximierer muss sich jedoch keine Sorgen machen: Es bleibt genug Platz für jeglichen Krimskrams, der einem in der höchsten Reiseklasse angeboten wird.

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Da einer meiner besten Freunde (also nicht er sondern seine bessere Hälfte) spontan entschloss frühzeitig ein Kind zu gebären entstand kurzfristig eine komplett neue Herausforderung. Die Hoffnung, dass seine Frau noch im Krankenhaus weilt, wenn ich meinen nächtlichen Zwischenstop in München mache habe ich inzwischen aufgegeben. Somit fällt leider das obligatorische Kindsbier ins Wasser und eine Alternative musste her. Aus einem Flug in der höchsten Reiseklasse des Kranichs im letzten Jahr hatte ich noch eine Flasche Laurent-Perrier Alexandra aus dem Jahre 2004 im Regal stehen... Wenn nicht jetzt, wann denn sonst war mein klarer Gedanke dazu. Gedacht, getan und einen mit Handtüchern gepolsterten Karton später war die Flasche als Aufgabegepäck getarnt. Wehe der Junge hat keine Zeit für mich, dann wird das eine lustige Veranstaltung im Airportnahen Premier Inn... Die Qualität der Verpackung löste bei meiner +1 schallendes Gelächter aus und erinnert stark an einen Gegenstand, den man auf einem kambodschanischen Überlandbus findet als an einen guten Tropfen. Tarnung ist halt alles!

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Geschafft vom Tag begebe ich mich jetzt in die Horizontale, muss aber vorher noch zwei Fragen an die Schwarmintelligenz loswerden:
1. Gibt es den Mantelservice noch in der FCL A in ZRH ? Hatte vor meinen Mantel auf dem Hinweg dort abzugeben.
2. Am Abflugtag fliege ich MUC-SOF-MUC-ZRH-SIN (MUC-SOF auf sep. C Ticket als Zubringer). Darf ich mit meiner Bordkarte MUC-ZRH schon in die FCL am Morgen oder muss ich erst das Leg SOF-MUC abfliegen?
 
Zuletzt bearbeitet:

on_tour

Erfahrenes Mitglied
01.08.2010
8.833
1.504
...

2. Am Abflugtag fliege ich MUC-SOF-MUC-ZRH-SIN (MUC-SOF auf sep. C Ticket als Zubringer). Darf ich mit meiner Bordkarte MUC-ZRH schon in die FCL am Morgen oder muss ich erst das Leg SOF-MUC abfliegen?
why not, BP MUC-ZRH solltest Du ja haben und ist doch eigentlich nur ein Besuch, kurz durch SOF unterbrochen
 
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aLeXx_

Erfahrenes Mitglied
04.01.2014
342
1.109
HAM
Erinnert mich an die Auslegeordnung im Militär. Vorbildlich, ich ziehe meinen Hut.

Mein innerer Monk in mir kann das leider nicht anders, obwohl ich nie gedient habe.

Einen Karton Lavazza in einem kambodschanischen Überlandbus..... =; =; =; (y)(y)(y)

Der Karton wird noch mit Folie eingewickelt um wirklich sicher zu gehen, dass er den Flug überlebt. Dann passt er auch stilistisch nach Kambodscha.

Innerlich habe ich mich bereits schon in den Urlaub verabschiedet und gehe nur noch widerwillig zur Nachtschicht. 24 Hours style laufen in meinem Kopf schon die letzten 24 Stunden Arbeitszeit rückwärts (wie passend), bis ich endlich den Stift fallen und meinen Koffer greifen kann.

Nach einem netten Telefonat mit der LH First Hotline wurde mir inzwischen versichert, dass es weiterhin einen Mantelservice in der FCL A in Zürich gibt. Hier muss man allerdings nach Ankunft landside gehen und man kann vor der Lounge in A (Rolltreppe hoch und dort am Empfang) den Mantel abgeben. Auf dem Rückweg wird es sportlich bei 60 min connection time den Mantel zu bekommen, aber ich habe da einfach mal Vertrauen.

Mit den letzten to-dos, Hotel in Thailand zu buchen und einen Nachmittag in Auckland zu planen verabschiede ich mich jetzt zum Dienst. Falls jemand gute Ratschläge zu einem Nachmittag/Abend in Auckland hat freu ich mich natürlich um Unterstützung!

P.S. Falls jemand am Samstag auf der LX176 sitzt kann er oder sie mir eine PN schreiben und ich würde ihn/sie eventuell mit in die F Lounge nehmen. Muss mich mit dem Gedanken noch anfreunden. Vorzug würde ich einem Paar ohne Status geben, was in Y/Y+ sitzt und noch nie in der F Lounge war. Sonst würde ich losen, wenn sich mehrere Personen melden.
 

aLeXx_

Erfahrenes Mitglied
04.01.2014
342
1.109
HAM
Wir schreiben Tag T-1. Geschafft von den letzten Nächten startet der Tag nach kurzen 2,5 Stunden Schlaf mit einer Runde Physiotherapie. Ich wäre im „knackigen“ Alter angekommen schallt es mir süffisant entgegen, als ich versuche so zu tun, als wäre mit meinem Knie und der Schulter alles in Ordnung. Nach 20 Minuten Quälerei (ich versteh nicht, wie die dafür bezahlt werden) geht es ein letztes Mal nach Hause, um die verbliebenen Sachen in meinen Rucksack zu packen. Von meiner Idee, diese Reise mit Handgepäck zu bestreiten bin ich inzwischen nicht mehr überzeugt, ergebe mich jedoch jetzt dem Schicksal.

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Nach dem Streik diese Woche verläuft die anschließende Bahnfahrt zum Flughafen Hamburg pünktlich und ohne besondere Vorkommnisse. Eine gut gelaunte Mitarbeiterin am FIRST (ich habe gelernt, dass man das groß schreiben muss) Schalter fragt mich allerdings sehr süffisant, was für ein schönes Geschenk ich ihr mitgebracht habe. Entweder wurde ich verraten oder die Dame hat einen guten Riecher, was edle Tropfen angeht. Obwohl ich von meinem Vorhaben und dem Inhalt des Paketes berichte, bleibt mir der Fragile Aufkleber verwehrt. Angeblich wurde es auf vielfachen Kundenwusch aus dem Programm in Hamburg genommen. Mit wehmütigem Blick beobachte ich also, wie mein Paket am Sperrgepäckschalter sich in Richtung Katakomben verabschieden und hoffe auf ein gutes Ende der Geschichte.

+1 hat es sich natürlich nicht nehmen lassen mich zum Flughanfen zu begleiten und unterhielt mich im Anschluss an der langen Schlange der Prio-Sicherheitskontrolle mit der immer gleichen Frage: Regt dich das nicht auf, dass du hier jetzt so lange anstehen musst?.. Soll sie machen denke ich mir, dafür lässt sie mir den Schrott schließlich durchgehen!

Die Zeit in der leider SEN Lounge nutze ich für ein Telefonat mit der Hotline. Spontan ist noch ein Platz auf dem SQ Flug nach AKL in der F verfügbar, den ich mir gerne mit Meilen oder Vouchern sichern würde. Das Einlösen scheitert jedoch mehrfach an einem Systemfehler. An beiden Seiten der Leitung herrscht Ratlosigkeit, vielleicht hat hier ja noch jemand einen Vorschlag wie dieses Problem zu lösen ist. Im Anschluss verlaufen Boarding und der Flug nach München relativ ereignislos.

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Leicht nervös nehme ich das Objekt der Begierde an Band 16 entgegen und stolziere in Richtung Ausgang. Das Zucken der Zöllner ließ kurzfristig böses vermuten, jedoch konnte ich ohne ein ausführliches Gespräch und Auspacken meines Paketes den Weg in Richtung Pick-Up Point fortsetzen. Eine kurze Autofahrt später konnte ich auch endlich den Inhalt inspizieren. Sah gut aus, war schön kalt und wurde natürlich sofort verwertet.

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Nach 4 Gläsern, einer gewechselten Windel und reichlich Baby bestaunen neigte sich der Abend schneller als gedacht dem Ende zu und es ging an den Rückweg zum Flughafen. Der Schwabe in mir verweigerte trotz Pegel das Taxi und so spazierte ich zur nächsten Tram Station an der Paradiesstraße. Nach einem Umstieg am Isartor in die S8 und am Flughafen in den 512er Bus leuchtete mir das Premier Inn Zeichen den Weg zu meinem Wohlverdienten Bett.

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Pegasos

Erfahrenes Mitglied
01.02.2017
1.177
1.349
Alpen
Coole Socken hat dein Kumpel. Schöne Reise und viel Spaß ich freue mich auf den Bericht
 

aLeXx_

Erfahrenes Mitglied
04.01.2014
342
1.109
HAM
T–0! Steigen Sie ein, schnallen Sie sich an – ab geht die wilde Fahrt!

Nach einer erneut zu kurzen Nacht schreit mich der Wecker kurz nach sieben an… Viel zu gut gelaunt, der Kollege! Bräuchte ich mein Mobiltelefon nicht noch in den nächsten Tagen, hätte ich es am liebsten mit Schwung aus dem Fenster befördert. Eine kurze Dusche und der Gedanke an ein Frühstück in der FIRST (ja, man schreibt es noch immer groß) Lounge später fand ich mich frierend an der Bushaltestelle wieder. Zwanzig Minuten in der Kälte und die anschließende Busfahrt erden dann (zumindest ein bisschen), bevor der dekadente Teil der Reise beginnt.

Am Check-in-Schalter herrschte kurzfristig Aufruhr, als ich mein Vorhaben schilderte und versuchte, einzuchecken. So etwas Bescheuertes hatten die dort wohl auch schon lange nicht mehr gehört. Die bemühte Kollegin konnte meine Buchung für die Langstrecke erst im dritten Anlauf finden und überreichte mir schließlich leicht sprachlos einen Stapel Bordkarten. Bewaffnet mit meiner Eintrittskarte in die heiligen Hallen des Kranichs machte ich mich gut gelaunt auf den Weg zur FCL.

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Der erste Versuch, Zutritt zu erlangen, scheiterte unter den skeptischen Blicken des Loungedrachens kläglich am Scanner. Die Bordkarte für MUC–ZRH wurde nicht akzeptiert, da ich SOF–MUC noch nicht abgeflogen hatte. Nachdem ich mein Anliegen erneut geschildert hatte und ein entsetztes „Bitte WAS haben Sie vor?!?“ erntete, wurde ich schließlich mit bemitleidenden Blicken eingelassen.

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Zum Frühstück gab es neben reichlich Vitamin C und 40 mg Pantoprazol ein klassisches Eggs Benedict, um meinen leichten Kater zu bekämpfen. Mein Zustand schien auch dem Loungepersonal aufgefallen zu sein, denn zu meinem Cappuccino bekam ich einen Gruß von der Bar – in Form eines Banane-Vanille-Detox-Shots. Na toll, dachte ich mir, schön vor dem ersten Glas schon unangenehm aufgefallen. Auf einen zweiten Gang verzichtete ich – dem Maximierergedanken folgend. Die Mahlzeiten und alkoholischen Getränke müssen schließlich gut abgestimmt werden, damit ich nicht auf halbem Weg die weiße Fahne schwenken muss.

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Wie bereits in den letzten Posts beschrieben, wollte ich meinen Mantel eigentlich in Zürich abgeben. Am Eingang der Lounge fiel mir jedoch eine Tür mit dem Schild „Garderobe“ auf. Fragen kostet nichts, und nach einem kurzen Gespräch mit der Loungechefin durfte ich meinen Mantel am Empfang abgeben.
Einen Kaffee später war meine Zeit auch schon um, und das Boarding für LH 1702 war in vollem Gange. Auf dem Weg zur Startbahn begegnete uns noch dieser Kollege:

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Der Flug nach Sofia war dank der motivierten Crew sehr angenehm und mit 1:20 h kürzer als gedacht. In freudiger Erwartung auf mein Mittagessen in München verzichtete ich auf die angebotene kalte Mahlzeit und blieb bei einer Cola. In Sofia angekommen, ging es für mich schnurstracks in die Aspire Lounge im Untergeschoss.

Beim Deboarding hörte ich einen Mitflieger aus der ersten Reihe, wie er der Crew ein fröhliches „Bis gleich!“ zurief. Sehr gut, dachte ich mir, noch ein weiterer Verrückter – und suchte aus Neugier in der Lounge das Gespräch. Statt eines Leidensgenossen, der ebenfalls nach Auckland unterwegs war, lernte ich einen begeisterten Vielflieger kennen. Die folgenden dreißig Minuten füllten wir mit einer intensiven Diskussion über die aktuellen Bordprodukte der Lufthansa Group, die Sinnhaftigkeit von Eurowings-Rückflügen in die Wüste und Anekdoten gegenseitiger Reiseeskapaden.

Das Gespräch nahm ein abruptes Ende, als einer von uns auf sein Handy sah und wir merkten, dass das Boarding bereits seit vollen fünfzehn Minuten im Gange war. Mit leicht blasserer Gesichtsfarbe hetzten wir die Rolltreppe zum Gate hinauf, um unseren bereits auf uns wartenden A320 zu besteigen. Da wäre die Reise fast schon vorbei gewesen, bevor sie überhaupt begonnen hatte. Gott sei Dank waren auf unserem Flug drei Passagiere mit einem „Direct Return“ – was mich darin bestätigte, dass ich anscheinend doch kein behandlungswürdiges Problem habe! Als erstes Leg meiner Odyssee konnte ich nun auch ein Glas Winzersekt natürlich nicht ausschlagen. Zum Wohl!

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aLeXx_

Erfahrenes Mitglied
04.01.2014
342
1.109
HAM
Wir schreiben Stunde 45, seitdem ich meine Haustür hinter mir zugezogen habe.

Mein Flug aus Sofia kommt am Satelliten an K13 an, perfekt für einen kurzen Abstecher in meine Lieblingslounge! Obwohl mein Anschluss mit einer CRJ stattfindet, teilt mir die Loungechefin mit, dass es sich lediglich um das Walkinggate bei G81 handelt und ich leider nicht in den Genuss eines Limousinentransfers kommen werde. Nagut, man kann halt auch nicht immer gewinnen. Mit inzwischen reichlich Appetit suche ich mir einen schönen Platz am Fenster.

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Aktuell gibt es eine orientalische Karte, von der mich allerdings nur der Hibiskuschampagner anspricht. In Kombination mit einer Hummersuppe und dem obligatorischen Schnitzel fühle ich mich pudelwohl und überlege, womit ich mir die nächsten beiden Stunden vertreiben kann.

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Die Quietscheente neben mir sehe ich als Zeichen, die Badewanne der Lounge ausführlich zu testen. Nach einem ausführlichen Bad und einer Runde Nachtisch ist die Zeit auch schon um und ich mache mich auf den Weg in Richtung G-Gates.

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Um ja nicht zu früh zum Boarding zu erscheinen, gab es noch den obligatorischen Wegchampagner in der Lounge G, wer kennt ihn nicht.

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Am Gate geht das Boarding mit 15 Minuten Verzögerung los und wir stapfen zu unserem Gefährt. Die 35 Minuten Flug habe ich verschlafen, mich aber sehr über die Schokoladentafel auf meinem Handy neben mir gefreut. Der Ausstieg in Zürich auf der Außenposition über die kleine Treppe erschien mir (nein ich hatte noch keinen sitzen, oder?) sehr wackelig. Bevor ich mich umdrehen und der älteren Dame hinter mir eine Warnung aussprechen konnte stürzte diese leider schon auf das Vorfeld.

Mit Hilfe des Bodenpersonals konnten wir die Dame, leider mit gebrochenem Unterschenkel, in ein warmes Auto setzen, bis der Krankenwagen eintraf. Die Dame war zwar nicht auf einer solch extravaganten Route wie ich, dafür allerdings in derselben Reiseklasse unterwegs und mehr über ihren Flug als das Bein besorgt. Mit leicht geknickter Stimmung, dass ich nicht früher etwas gesagt hatte, stieg ich in den Bus zum Terminal und war nach wenigen Minuten in der FCL A. Das nächste. Shuttle würde sich in 6 Minuten auf den Weg machen, ob das ein Problem für mich wäre. Überhaupt nicht! Mit Wegchampagner kenne ich mich ja aus!

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Auf den Besuch in der E Lounge habe ich mich tatsächlich schon gefreut, das Tatar ist für mich immer ein Highlight. Obwohl ich meinen Appetit für den Flieger sparen wollte, überzeugte mich die nette Bedienung noch die Ravioli und ein paar Pralinen zu probieren. Was tut man nicht alles für einen Bericht… Fazit: Beides sehr gut! Nach einem kurzen Spaziergang über die Terrasse (ohne Champagner, ich bitte um Entschuldigung) und einer Schilderung des erlebten an meine +1 begab ich mich zum Gate E35 für die nächste Etappe meiner Reise.

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Die Crew auf dem heutigen Flug war sehr freundlich und hatte sichtbar Spaß an der Arbeit! Free flow Schampus, schon vor Takeoff! Genau SO! haben ich und mein treuer Begleiter uns diese Veranstaltung vorgestellt.

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Zu essen gab es heute neben dem obligatorischen Balik Lachs eine Kürbissuppe, ein Zanderfilet und die Käseplatte. Als Begleitung kann ich den Chateau Lynch-Bages 2017 empfehlen, wirklich ausgezeichnet. Gefüttert und leicht einen sitzend bekam ich im Anschluss mein Bett gemacht und schaute meinen Film zu Ende.

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Nach etwa 6 Stunden erholsamen Schlaf wachte ich zum ersten Mal auf und entschied mich gleich wachzubleiben, damit ich auf dem nächsten Flug noch einige Stunden Schlaf sammeln kann. Jegliche Planung diesbezüglich, die ich mir vor der Reise gemacht habe, hatte ich inzwischen über Bord geworfen.

Ein entspanntes Frühstück und etwa 30 Minuten Holding vor Singapur später schwebten wir am Marina Bay Sands vorbei und hatten pünktlichen Touchdown auf 02L.

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Mit betreten der Fluggastbrücke endete auch das First (ich schreibe es nicht mehr groß) Erlebnis. Die nette Dame vom Empfangservice zeigte nur nach rechts zum Transit und ich war auf mich alleine gestellt. Den Weg zur SQ Lounge in Terminal 3 nutzte ich, um mich an die neue Realität anzupassen.
 

aLeXx_

Erfahrenes Mitglied
04.01.2014
342
1.109
HAM
T+3

Wir befinden am dritten Tag meiner Reise, als ich die Rolltreppe zur SQ-Lounge im Terminal 3 betrete. Die Installation an der Wand finde ich jedes Mal wieder ansprechend.

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Die Lounge selbst war leider, wie zu dieser Zeit üblich, überfüllt. Nach zwei Runden und einigen bösen Blicken von Gästen, die ihren freien Nachbarplatz verteidigen wollten, endete ich an der Bar mit einem frisch gezapften Lager in der Hand. Life is good. Kulinarisch begab ich mich auf eine kurze Reise durch das Buffet und trug meinen stolzen Fang von 4 Stückchen Gurkensushi zurück zu meinem Platz. Inzwischen fühlte sich der Fußboden an wie auf einem Schiff. Ob Jetlag, der Alkohol oder ein Konstruktionsfehler schuld waren kann ich leider nicht genau sagen.

Gestärkt stürzte ich mich zurück in den Trubel des Terminals auf der Suche nach einer Möglichkeit mein zweites Handgepäckstück loszuwerden. Versteckt hinter Lululemon verbarg sich ein Office von Smartecarte. Den Service hatte ich schon mehrfach genutzt, wenn ich einen Tag in Singapur ohne nerviges Geschleppe verbringen wollte, das Airside office kannte ich jedoch noch nicht. Erleichtert um 22 SG$ und ein Gepäckstück ging es zurück in die Lounge, wo ich die letzten Minuten für diesen Bericht und ein weiteres Bier nutzte.

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Über das Gate A5 bestieg ich den A380 nach Neuseeland. Dieses Flugzeug hat für mich immer noch etwas Besonderes auf Grund seiner schieren Größe. Egal ob Emirates, SQ oder LH, im Oberdeck fühlt es sich schon am Boden einfach anders an. Eine Besonderheit bei SQ sind die ersten Reihen der drei Businessclass Kabinen. Hier gibt es in der Mitte die Möglichkeit ein Doppelbett zu bauen und am Fenster einen leicht vergrößerten Fußraum im Vergleich zu den restlichen Sitzen. Diese können im Voraus nur für PPS Club Mitglieder reserviert werden. 96 Stunden vor Abflug (local time) können jedoch alle auf diese Sitze zugreifen. Da ein Sitzplatzwechsel zwischen 96 und 48 Stunden vor Abflug nicht per Website oder App möglich ist müsst ihr hier den Chat von SQ bitten euch umzusetzen. Bei mir klappte dies problemlos und ich bekam 11K angeboten.

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Wie üblich teilten (er passt auf und ich teile mit mir selbst) mein kleiner Reisebegleiter und ich uns einen Champagner vor Abflug.

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Per book-the-cook habe ich mir den Lobster Thermidor reserviert, kann ich uneingeschränkt jedem empfehlen!

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Inzwischen habe ich das Gefühl zwei Kilo zugenommen zu haben, das wird eine Qual, wenn ich nach Hause komme… 4 Stunden Schlaf und eine Platzrunde über Auckland später heißt es schon Kia ora!

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Der nette Zöllner interessierte sich offensichtlich nicht für meine Geschichte, darum habe ich sie ihm erspart. Interessanter fand er meine hölzerne Reisebegleitung. Nach kurzer Diskussion durfte aber auch er unbehelligt mit mir einreisen. Zurückgelassen hätte ich ihn auch auf keinen Fall. Nicht nehmen lassen habe ich mir auch nicht, kurz zu quengeln, weil ich keinen Stempel in meinen Pass bei Einreise über die E-Gates bekommen habe. Der neuseeländischen Gastfreundschaft sei Dank ließ sich auch das Problem am Schalter hinter den Gates lösen.

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25 Minuten nach Touchdown saß ich bereits im Skydrive Bus in Richtung Innenstadt. Für alle interessierte: Der Bus lässt sich entweder beim Fahrer oder online buchen/bezahlen und fährt jede halbe Stunde direkt vom Airport in die Innenstadt und retour. Meinem kleinen Reisebegleiter gefiel die Fahrt und Aussicht aus dem Bus mindestens genau so gut wie mir. Bevor es jemand sagt: Ja ich weiß, die coolen Kids sitzen immer hinten im Bus!

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Danke an den Busfahrer, es ging reibungslos und zügig! Entlassen von meinem Kutscher taperte ich durch die Aucklander Innenstadt auf der Suche nach einem kühlen Getränk und Fernseher, um den restlichen Superbowl zu schauen. Im Hafen wurde ich fündig und bekam einen der letzten Plätze in Dr Rudis Brauerei! Ich habe mal nicht gefragt, ob der Besitzer einen richtigen Doktor besitzt, nachher stellt er mir noch dieselbe Frage. Was auch immer er so beruflich macht, das Bier war auf jeden Fall kalt und lecker! 30 Punkte später war klar, dass die richtige Mannschaft gewonnen hat, und ich setzte meinen Weg in Richtung Hafen fort.

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Vorbei an einem Outdoorfreibad ging es in Richtung Wynyard Quarter und zum Silo Park. Bei der Hitze habe ich wirklich kurz überlegt einen kurzen Sprung hineinzuwagen, aber meine Badehose hatte sich entschieden mit meinem Gepäck in Singapur zu bleiben. Als Abkühlung gab es dafür ein leckeres Gelato und einen Iced coffee.

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Die nächsten zwei Stunden verbrachte ich mit einem Spaziergang zur Universität und dem angrenzenden Albert Park. Damit meine +1 auch weiterhin „Aha…..“ zu meinen Eskapaden sagt schrieb ich vorbildlich die erste Postkarte des Urlaubs, während ich mich unter einem Baum im Schatten ausruhte.

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Der geneigte Leser wird inzwischen bemerken: Es wird erschreckend wenig getrunken bei dieser Veranstaltung! Kein Problem, für dieses Forum opfere ich mich gerne und suchte einen schönen Ort für das nächste Kaltgetränk. In einer kleinen Seitengasse stieß ich auf die "My bar“, was soll ich sagen… Wird auf jeden Fall meine Bar, wenn ich nochmal in Auckland bin. Ein nettes Gespräch mit dem Barkeeper später hatte ich schon ein eiskaltes Hazy IPA in der Hand. Etwas fruchtig, aber insgesamt eine sehr gute Empfehlung!

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Den Rest des Tages bringe ich gleich auf Papier, wenn ich mich genug über meinen defekten Sitz geärgert habe.
 

shauri

Erfahrenes Mitglied
11.05.2014
1.924
11.942
zwischenreisenundwahnsinn.blogspot.com
Es ist ein wirkliches Vergnügen mitzureisen.
Vielen Dank dafür und vor allem für den Umgang mit der deutschen Sprache. 💐
Dem schließe ich mich an.
abboniert in der Hoffnung auf Anregungen für Neuseeland, nach kurzer Enttäuschung über die Kürze des Aufenthalts eher aus Sensationslust mitgelesen und inzwischen fühle ich mich wirklich gut von Deinem Schreibstil unterhalten.
 
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Reaktionen: mb85

aLeXx_

Erfahrenes Mitglied
04.01.2014
342
1.109
HAM
Zum Sonnenuntergang hatte ich mir vorgenommen nochmal an den Hafen zu laufen. Der Fußboden und ich waren inzwischen schon wieder Freunde und ich konnte mich mit selbstbewusstem Schritt auf den Weg machen. Die goldene Stunde entspannte ich auf einer Bank am Ende der Marina und genoss den Ausblick auf die zahlreichen Yachten vor mir.

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Den Bus hatte ich, typisch deutsch, schon im Voraus gebucht. Jetzt brauchte ich nur noch etwas, um die nächsten zwei Stunden zu überbrücken. Wie die Mücke zum Licht folge ich schnurstracks der Leuchtreklame am Horizont die verkündete, dass es dort Beer & Burger gäbe.

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Einen Angus Cheeseburger später war meine Zeit in dieser wirklich wunderschönen Stadt leider abgelaufen und ich stand erneut vor meinem XL-Gefährt. Gott sei Dank muss ich nicht fahren. Apropos Fahrer, vom dem war weit und breit nichts zu sehen. Etwa 30 Sekunden vor der geplanten Abfahrt nährte sich ein unscheinbarer Herr mit einer Pizzahut Schachtel und 1 Liter Colaflasche. Joa, ein hoch auf unseren Busfahrer dachte ich mir nur, als er den Wagen aufschloss.

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Wie auch bei mir schien das Äußere zu trügen und wir waren 30 Minuten später sicher am Flughafen Auckland angekommen. Lange nicht gesehen dachte ich mir nur, als ich zum SQ Check-in ging. Als ich meinen Reisepass gegen eine Bordkarte tauschen wollte fing zu meiner Überraschung der Kollege das Telefonieren an und verschwand kurz darauf in eine unbekannte Himmelsrichtung. Reisende soll man ja nicht aufhalten dachte ich mir, aber ohne Reisepass wäre schon echt unschön. Gesucht, gefunden kam er mit seiner Supervisorin zurück, die mir erklärte, dass mein IFE nicht verfügbar sei und ich stattdessen auf einen anderen Sitz wechseln sollte.

Das Angebot der letzte Businessclass Reihe vor den Babybasinett lehnte ich dankend ab und stellte mich mental auf eine innerliche Selbstbeschäftigung mit mir ein. Die Aussicht 10 Stunden mit meinen Stimmen alleine zu sein jagte mir dann doch mehr Angst ein als gedacht, weshalb ich aus der NZ-Lounge am Check-in anrief, um mir einen anderen Sitz geben zu lassen. Ein Gast hatte anscheinend seinen Mittelsitz gegen das Fenster in der letzten Reihe getauscht (viel Spaß da hinten) und so schlug ich, ohne zu zögern bei 11D zu.

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Das Boarding verzögerte sich leider ein wenig, machte aber nichts. Dafür gibt es ja die Mitreisenden, die freiwillig als Entertainment zur Verfügung stehen. Beflügelt durch das Business auf der Bordkarte und mit einer Selbstverständlichkeit, die sogar mich sprachlos macht, versuchten diverse Leute frühzeitig einzusteigen. Das eigentliche Boarding hatte dann etwas von Mediamarkt im Schlussverkauf morgens um halb 9… Egal, wir kommen alle gleichzeitig an.

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An meinem Sitz angekommen musste ich feststellen, dass mein eigentlicher Sitz von einem Piloten reserviert war und das IFE problemlos funktionierte. Wäre ich in die letzte Reihe verfrachtet worden hätte ich ihm das so nicht durchgehen lassen. Zufrieden mit meiner Beinfreiheit und dem direkt angebotenen Champagner ließen ich und mein Reisecompanion die Sache jedoch auf sich beruhen.

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Zwei Gläser Sauvignon Blanc, ein paar leckere Lammrippchen und einen Kuchen später klappte ich meinen Sitz um und schlief innerhalb von 30 Sekunden ein. Mein Rücken meldete sich nach 4 Tagen in Flugzeugbetten nach etwas 5 Stunden Schlaf und fragte mich wörtlich ob ich jetzt vollkommen behindert sei! Recht hat er ja denke ich mir. Wird Zeit, dass ich in Thailand ankomme und mich 2 Stunden massieren lasse…

Als ich diesen Reisebericht angefangen habe, war ich mir schon ziemlich sicher, dass es anstrengend und leicht bescheuert sein wird. Aktuell bin ich jedoch in der Phase angekommen, wo ich mir ernsthaft die Frage stelle, warum ich Geld hierfür bezahlt habe! Fluchend über meine Dummheit bestelle ich mir einen Tee und vergehe mich an meinem Frühstück.

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Da mich der Pilot um meinen Platz beraubt hat kann ich euch leider kein vernünftiges Foto vom Anflug am beleuchtenden Marina Bay Sands vorbei anbieten.

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Zurück in der Lounge in Singapur ziehe ich mich in eine Ecke zurück und fühle mich nach einer ausgiebigen Dusche wieder wie ein halber Mensch. Mein eigentlicher Plan war die 8 Stunden Layover in Singapur für einen kleinen Ausflug in die Stadt zu nutzen. Kannste vergessen sag ich mir, ich will eine Massage und ein richtiges Bett. Also ab zum Schalter und lasset das Betteln beginnen. Die nette Dame in der Lounge verweigert mir zuerst eine Umbuchung auf einen früheren Flug nach Bangkok. Nachdem ich daraufhin allerdings meine Geschichte zum Besten gebe und einen Labradorblick aufsetze, habe ich innerhalb von 60 Sekunden eine neu Bordkarte in der Hand. So geht quengeln also, wieder was gelernt fürs Leben. Wenn das nur bei meiner +1 genauso gut funktionieren würde…

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Die Frage mit wo kann ich gerade noch beantworten, beim wann scheitere ich allerdings inzwischen und ergebe mich einfach meinem Schicksal. Mein kleiner Reisebegleiter schaut ebenfalls schon nicht mehr geradeaus, Zeit endlich mal anzukommen…

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aLeXx_

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T+84h Touchdown oder auch: Snitches get stitches

Ungläubig über das, was ich in den letzten 84 Stunden getan und erlebt habe, höre ich ein: Welcome to Bangkok International Airport. Dies ist eine jener Geschichten, die ich meinen Kindern, genauso wie meine Erlebnisse während meines Austauschjahres in einem Redneckstate, irgendwann auf meinem Sterbebett erzählen werde, um ihren urteilenden Blicken zu entgehen.

Ich würde gern behaupten, dass der Flug ereignislos verlaufen ist, muss aber zu meiner Schande gestehen, dass ich enttarnt wurde. Als ich meinen Rücken mit knackenden Geräuschen vom Sitz in eine aufrechte Position drücken ließ, vernahm ich aus dem Augenwinkel eine Bewegung. Meine Angst, in die Augen von medizinischem Personal zu blicken, das meinen Geisteszustand beurteilen möchte, war Gott sei Dank unbegründet. „Mach voll“, wollte ich schon reflexartig zum gut gelaunten Purser sagen, als er mich mit einem freundlichen „Hello, Mr. Alexander“ ansprach, brach jedoch mitten im Satz ab, als ich die große Karte und die Tüte in seiner Hand sah. Bevor er sein Anliegen schildern konnte, war ich mir sicher, dass ich zum Eigenschutz Hausverbot bekommen würde, oder mir eine Urkunde als König der Idioten verliehen wird.

Meine Eskapaden der letzten vier Tage waren offenbar auch an den Mitarbeitenden von Singapore Airlines nicht vorbeigegangen, die sich wahrscheinlich sicher waren, dass es einen Computerfehler gegeben haben müsse, als sie mein Ticket sahen. Long story short: Irgendwer hat mich verpetzt, und die Crew wollte sich bei mir dafür bedanken, dass ich mehr im Flieger sitze als sie selbst und meinte, sie würden sich freuen, wenn ich bald wieder mit ihnen fliegen würde. Wenn ihr wüsstet …

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Um mein Vorhaben adäquat zu würdigen, wurde der Merchandiseschrank geleert und mir in einer blauen Tüte überreicht. Die Frage, wo denn der Alkohol sei, verkniff ich mir, ich wollte ja nicht noch unangenehmer auffallen. Mit leicht rotem Kopf und peinlich berührt bedankte ich mich artig und hoffte inständig, dass meine Mitreisenden nichts mitbekommen hatten.

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Entlassen aus dem Business/First-Class Himmel stapfte ich zielstrebig zur thailändischen Immigration. Morgens um zehn Uhr war die Schlange Gott sei Dank nur kurz, und ich konnte bereits 35 Minuten nach Ankunft in mein Grab Richtung Innenstadt steigen.

Mein Hotel hatte ich kurzfristig vor Abflug in der Lounge gebucht. Bookingbewertung über 8, Lage mitten in der Stadt und ein saftiger Rabatt: Das ließ mein Schwabenherz höherschlagen! Leider hatte ich nicht zu genau hingeschaut. Einige Mitleser werden den Unterton einordnen können. Angekommen in der Sukhumvit 33, schaute ich mich mit großen Augen um. Die Mischung aus Chinese New Year Klientel und einem Nuru-Massagesalon (ich musste auch erst googeln, was das ist) nach dem anderen erinnerte mich stark an die Davidstraße, nur dass es hell war und ich keinen sitzen hatte. Das war gelogen. Also, es war hell …

Kurzer Blick ins Zimmer neben dem Treppenhaus: Muss reichen. Der anschließende Versuch, meiner +1 zu erklären, wo sich meine Absteige befindet und was zum Teufel ich hier NICHT suche, endete mit einem, ihr könnt es euch denken: „Aha …“ History repeats itself, dachte ich mir, und war mir sicher, dass sie das vollkommen in Ordnung findet.

Mit einer Mischung aus Jetlag und Dauerkater machte ich mich also auf den Weg zum nächstgelegenen Massagesalon. Dachte ich zumindest … Zwei Runden um den Block später fand ich in einer kleinen Gasse einen sehr netten Salon, in dem die Damen keine 20 waren und genug Kleidung trugen, um das Ganze zu Hause rechtfertigen zu können.

Nach dem zweiten Mal über den Rücken streichen fragte mich die nette ältere Dame direkt: „What you done?“ – Wenn du wüsstest, dachte ich nur. Sie akzeptierte die Herausforderung, verschwand kurz und kam mit einem „Aiaiai“ und einer Dose Tiger Balm zurück. 60 Minuten später fühlte ich mich wie eine ausgedrückte Luftpolsterfolie, konnte aber endlich wieder aufrecht laufen.

Den anschließenden Nachmittag verbrachte ich mit einem Powernap, bevor ich mich am Abend mit einem Pad Thai stärkte. Was danach folgte würde ich mir einem Begriff beschreiben: Würdelos!

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aLeXx_

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T – One night in Bangkok

Mit der Absolution meiner +1 in Form eines „Aha….“ bewaffnet machte ich mich, frisch gestärkt an die Erkundung des thailändischen Nachtlebens. Auf Grund meiner körperlichen Verfassung und meines von 84 Stunden im Flieger gebrochenen Egos entschied ich mich gegen eine Tuk-Tuk Fahrt in ein Backpackerviertel und spazierte durch die Gassen. Mein kleiner Begleiter musste für diese Veranstaltung leider zu Hause bleiben.

Google Maps verriet mir, dass etwa 500 Meter von meinem Hotel die berüchtigte Soi Cowboy sein sollte. Als guter Hamburger dachte ich mir nur: Kennste sowas, kannst mit umgehen. Falsch gedacht. Leicht schockiert vom Altersdurchschnitt der Herren und der Differenz zu den im Arm liegenden Frauen lief ich also die Straße hinab. Lasst es mich euch sagen: Es wurde einfach nicht besser… 3 Minuten später kam ich also am Ende der Straße an und musste kurz überlegen, wo ich im Leben falsch abgebogen bin, dass ich hier geendet bin. Kurzer Blick zurück auf die letzten 4 Tage – Frage beantwortet.

Mein einziger Trost war, dass ich offensichtlich zu jung und gutaussehend bin, um von den zahlreichen Damen angesprochen zu werden. Mit der Erkenntnis gesegnet entschloss ich mich spontan in der letzten Bar der Straße ein kühles Bier zu bestellen und mir von einem Tisch aus dem Treiben auf der Straße zuzusehen. Beruflich hasse ich diese Gaffer, hier war es aber wirklich wie bei einem Verkehrsunfall. Man konnte einfach nicht wegschauen. Während ich mir die teils hilflosen, aber auch erfolgreichen Konversationsversuche um mich herum audiovisuell gönnte schlichen sich jedoch zwei Damen von der Seiter her an. Ganz schön sneaky dachte ich mir, als ich sie mit einem taktischen Blick auf meinen Bildschirmhintergrund (zeigt meine Miss Aha…) und einem „waiting for somebody“ erfolgreich abwimmelte. Der artige Deutsche und Schwabe in mir bestand darauf, das Bier auszutrinken, weshalb ich mir die Veranstaltung noch weitere 10 Minuten gönnte.

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Mit einem innerlichen: „Ich kann sagen ich war mal da“ ging es zurück in meine nicht wesentlich bessere Straße. Dort angekommen ließ ich mir spontan noch einmal die Füße massieren. So viel Bewegung waren sie einfach nicht mehr gewohnt.

Mit einer Vorfreude, die ich zuletzt als Kind an Weihnachten verspürt hatte, kam ich in meinem Hotel an und ließ mich in mein Bett fallen. Immer noch auf der Suche nach dem WANN wachte ich vor meinem Wecker um kurz nach 5 Uhr auf. Dann wollen wir mal dachte ich mir nur und stieg eine kurze Dusche später erneut in ein Grab zurück zum Airport.

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Beitrag automatisch zusammengeführt:

T – Ich liebe andere Mitreisende. NICHT!

Am Flughafen Bangkok vollzog ich den sozialen Abstieg zum normalen Volke und musste mich mit online-check-in und Donutstand statt einem Herzlich Willkommen und wir bringen sie zur Lounge zufriedengeben. Eingeschüchtert von der neuen Realität und aus Angst, vor allen anwesenden auf Grund meines absurd übergewichtigen Handgepäcks von den Gate Agents geächtet zu werden, versteckte ich mich bis kurz vor Boarding in einer der letzten Reihen. Im Nachhinein war die Angst unbegründet, Bangkok Airways ist anscheinend doch kein AirAsia/Ryanair verschnitt und ich betrat unbehelligt mein Fluggefährt in Richtung Trat.

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An Bord war ich wie in Thailand üblich der einzige Deutsche – NICHT. Umgeben von einer, es tut mir schrecklich leid!, RTL II Familie war mir relativ schnell klar, dass es lange 45 Minuten werden würden. Man wurde ich nicht enttäuscht!

Ich möchte diese Chance nutzen euch Kevin vorzustellen. 4 Jahre, etwa 20 kg Kampfgewicht und eine Selbstverständlichkeit, dass ihm der Flieger gehört, wie ich sie nicht mal in der First (aus Demut vor diesem kleinen Kampfzwerg schreibe ich das klein) an den Tag lege. Kevin war der Meinung, unterstützt von seiner Oma und geistig nicht anwesenden Eltern, dass ihm der Laden gehört und er sitzen darf, wo er will. Jeglicher Widerstand wurde durch sirenenartiges Schreien, Treten gegen die Sitze und Schlagen gegen die Scheibe erfolgreich gebrochen. Stolz über seinen Punktsieg suchte er nach dreifachem Wechsel des Platzes den Stuhl vor mir als seinen Thron aus. Wenn er wüsste, dass hinter ihm der von globetrotter gekrönte König der Idioten sitzt.

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Nach 15 Minuten Flugzeit hatte ich die kurzfristige Hoffnung, doch noch an meinem Vortrag arbeiten zu können, bis ihm einer der Mitreisenden einen Wetwipe in die Hand drückte. Die nächsten 20 Minuten verbrachte der kleine als selbsternannter Facility Manager und putzte Wand, Sonnenblende und Fenster seines Thrones. Prinzipiell war ich ein großer Freund dieser Beschäftigungstherapie, bis das Ausschütteln des nassen Lappens begann. Das an die Eltern gerichtete „lass ihn doch machen“, seiner neben mir sitzenden Oma, quittierte ich mit einem „Aha….“ – Jetzt weiß ich warum meine +1 das so regelmäßig zu mir sagt. Die kurze Erklärung auf gebrochenem Englisch, dass er ja ein Kind sei quittierte ich erneut mit einem „Aha….“

Die letzten Minuten unterband ich meinen Reflex, den Sitz vor mir umzuklappen und verließ nach Landung fluchtartig das Flugzeug. Gott sei Dank muss ich die nicht wiedersehen dachte ich mir nur, bevor die gesammelte Familie in Mannschaftsstärke von 8 Personen die Ladefläche meines Sammeltaxis bestieg. Haste scheiße am Schuh…

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