Schneewände und Sonnenbrand - Japan

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dunni

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09.01.2015
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Nach langem Mitlesen versuche ich mich auch mal an einem Reisebericht.

Worum geht es?

Mich hat es wieder nach Japan verschlagen, dieses Mal für 3 Wochen, direkt im Anschluss an die Golden Week.
Die grobe Reiseroute sieht ungefähr so aus:

- Ca. eine Woche rund um Toyama und Kanazawa (inkl. Tateyama-Kurobe Alpine Route)
- Ein paar Tage rund um Shizuoka/Izu/Yokohama
- den Rest, etwas mehr als eine Woche nördlich von Tokio, mit Saitama, Nikko, Futaba, Choshi.
 

dunni

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Anreisetag

Gebucht hatte ich über British Airways als Codeshare, durchgeführt von Japan Airlines, von Frankfurt nach Tokio-Narita, in Business Class.
Das war meine erste Codeshare-Buchung, und obwohl ich vorher wusste, dass einige Sachen da nicht wie gewohnt funktionieren (Sitzreservierungen, Online-Checkin), wurde ich doch etwas unruhig, als auch die Checkin-Automaten in Frankfurt meinen Reisepass nicht zu meiner Buchung zuordnen konnten. Mein Plan war eigentlich, etwas früher einzuchecken und ein bisschen das Terminal 2 zu erkunden, bevor es geschlossen wird (war mein erster Abflug von dort, sonst immer Terminal 1).
Am Schalter war der Checkin aber problemlos möglich.

Mit den ersten zwei Umzugswellen wurde im Terminal 2 auch schon einiges geschlossen, bspw. ist schon die gesamte Sicherheitskontrolle für D5-D8 abgebaut und die Gates nicht mehr in Betrieb. Auch in der Sakura-Lounge hat man gemerkt, dass das Stündchen schlägt. Bspw. haben die japanischen Toiletten schon nicht mehr funktioniert (bei der einen hat die Fernebedienung komplett gefehlt, bei der anderen die Batterien leer).

Abflug war an Gate D1, die dezentrale Security an D1-D4 zügig und mit den neuen Scannern ausgestattet, sodass nichts ausgepackt werden musste.
Boarding hat pünktlich um 19.40 Uhr begonnen und war nach 20 Minuten abgeschlossen. Schaffen nicht alle Airlines.

Sitz

Die "alte" SkySuite von JAL hat durchaus einige Vorzüge, insbesondere ist durch die Sitzanordnung der Fußbereich sehr großzügig, sodass ich in der Liegeposition nirgends das Gefühl hatte, seitlich irgendwo anzustoßen. Mit 1,82m war da bei Kopf und Fuß auch noch ein bisschen Platz, aber bei mehr als 1,87 könnte es hier und da knapp werden.
Da gibt es andere Business-Sitze, die dann an der Schulter oder Hüfte etwas enger sind, insbesondere wenn man nicht gerade der schlankste ist (so wie ich halt).
Entertainment ist etwas in die Jahre gekommen (bzw. der Flieger an sich war 9 Jahre alt, das hat man schon gemerkt), aber im Großen und Ganzen war es eine sehr positive Erfahrung.

Ankunft in Tokio

Die Einreise war problemlos, mit ca. 20 Minuten Wartezeit auch recht erträglich. Danach im 7Eleven erstmal die Führerscheinübersetzung ausgedruckt und das Ticket für den Keisei Skyliner geholt. Mangels iPhone habe ich mir dieses Mal auch eine reguläre Suica geholt und entsprechend aufgeladen.
Hotel habe ich in der Nähe der Ueno Station gebucht, die ja Endstation für den Skyliner ist.

Zur Führerscheinübersetzung noch ein paar Infos: Mit dem deutschen Führerschein reicht der zusätzliche Internationale Führerschein für Japan nicht aus, es ist eine japanische Übersetzung notwendig. In Deutschland kann man die nur über den ADAC München beziehen, der dafür ca. 70 Euro verlangt, und es ist notwendig entweder persönlich nach München zu fahren oder den Führerschein per Post dorthin zu schicken.
Eine Alternative ist die Übersetzung direkt über den JAF (https://english.jaf.or.jp/driving-in-japan/drive-in-japan/about-dltas). Dafür ist jedoch ein VPN notwendig, da die Registrierungsseite außerhalb Japans gesperrt ist.
Ich habe die Daten am 3. Mai hochgeladen, und bereits am 7. Mai den Druckcode erhalten, trotz Feiertage der Golden Week.
Mit dem Code kann man dann in 7eleven, Lawson oder FamilyMart an den dortigen Druckern die Übersetzung ausdrucken.
Bei JAF direkt kostet die Übersetzung 6000 Yen, also momentan ca. 33 Euro.

Hier noch drei Bilder aus dem Flugzeug:


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Morgen gehts dann weiter mit ein bisschen Sightseeing rund um Ueno, und am Nachmittag die Fahrt von Shinjuku nach Omachi.
 

Buckyball

Erfahrenes Mitglied
07.09.2017
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NYC/EDI
Mit 1,82m war da bei Kopf und Fuß auch noch ein bisschen Platz, aber bei mehr als 1,87 könnte es hier und da knapp werden.

Hatte mit 188 cm keine Probleme, fand auch sehr angenehm die zusaetzlich Matratze die man sich bei Bedarf nehmen konnte.
 

dunni

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09.01.2015
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Ja, die Matratze war auch sehr gut. Ich hab tatsächlich auch mehr und besser als gedacht geschlafen.
 

dunni

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Tag 2 in Tokio

Für den Vormittag hatte ich mir eine kleine Route gebastelt, mit der ich 3 "ungewöhnliche" Verkehrsmittel abhaken konnte:
- die vermutlich kürzeste Bahnlinie in Tokio, oder vllt. auch Japan (Tobu Daishi Line, Länge ca. 900 Meter, Fahrzeit 2 Minuten)
- der Nippori Toneri Liner, eine automatische Bahn ähnlich der Skyline in Frankfurt
- die Toden Arakawa Linie, eine von zwei verbliebenen Straßenbahnlinien in Tokio

Unterwegs war noch ein Abstecher zum Nishiarai Daishi Tempel, sowie ein Spaziergang durch die dort umliegenden Wohngebiete drin.

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Am Nachmittag stand dann die Fahrt von Shinjuku nach Shinano-Omachi, über Matsumoto an.
Begrüßt wurde ich in Omachi von einen ausgewachsenen Gewittersturm, der dann auch für einen kurzzeitigen Stromausfall gesorgt hat (zum Glück ein paar Minuten, nachdem ich aus dem Aufzug ausgestiegen bin).

Übernachtet habe ich hier im Route Inn, direkt gegenüber vom Bahnhof.

Tag 3 Alpen Route

Die Tateyama Kurobe Alpen Route erstreckt sich von Ogizawa bis Tateyama, mit Anschlüssen von Shinano-Omachi bzw. Nagano per Bus nach Ogizawa, sowie Bahn von Tateyama nach Toyama.
Ich habe mich für Ogizawa als Startpunkt entschieden, weil es einerseits natürlich mit meiner Reiserichtung gepasst hat, aber dort auch der Andrang wesentlich geringer ist als von Toyama/Tateyama aus, weil von dort alle Reisegruppen starten.

Über das Hotel konnte ich meinen großen Rucksack per Transport nach Toyama verschicken, sodass ich hier etwas Entlastung für den Tag hatte.

Zunächst ging es per lokalem Linienbus nach Ogizawa, von dort dann mit einem elektrischen Bus durch einen Tunnel bis zum Kurobe-Staudamm. Der See hat durchaus noch Reserven für das kommende Schmelzwasser, ab Ende Juni gibt es dann wohl auch regelmäßiges Ablassen des Wassers, was wohl auch spektakulär aussehen soll.

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Nach einem Fußweg über den Damm ging es mit der ersten Standseilbahn nach Kurobedaira, wo man dann in eine Luftseilbahn umsteigt.

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Von Daikanbo führt der zweite Abschnitt mit E-Bussen nach Murodo, dem eigentlichen Hauptziel der Alpenroute.

Die Snow Wall ist in diesem Jahr 11 Meter an der höchsten Stelle hoch. Etwas unterdurchschnittlich, aber dennoch beeindruckend. Auch einige Freerider bzw. Tourengeher waren auf den umliegenden Berghängen unterwegs.

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Erst hier war der Besucherandrang trotz Wochentag merklich erhöht, bei den vorigen Zwischenstops gab es keine Probleme mit Warteschlangen o.ä. (wobei ich hier auch das Glück hatte, jeweils die ersten Fahrten zu erwischen).
Der Abstieg von Murodo erfolgt dann zunächst mit einem Bus und dann nochmal mit einer Standseilbahn nach Tateyama.
In der Nähe des Bahnhofes gibt es ein interessantes Museum über die dortige Gegend, vulkanische Aktivität und Entstehung der dortigen Gebirgslandschaft.

Da ich zeitlich wesentlich besser durchkam als geplant, konnte ich ab Tateyama Station sogar noch einen Abstecher zum Shomyo-Wasserfall einbauen, der größte Wasserfall Japans.

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In Toyama habe ich mich im JAL City Toyama eingemietet, ein zentrales Hotel mit einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis.
Für einen guten Überblick über Toyama kann man im Rathaus bzw. der Stadtverwaltung auf ein Observationdeck fahren (kostenlos) und den Ausblick über die Stadt genießen.

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