Das erste Mal im Linksverkehr (Malta)

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cockpitvisit

Erfahrenes Mitglied
04.12.2009
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FRA
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Samstag

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Der Samstag begann mit dem inkludierten Hotelfrühstück im Rooftop-Restaurant. Es gab Eierspeisen auf Bestellung und frischen O-Saft zum Selberpressen, aber nicht alles war frisch - die Melone war überreif, der Joghurt hat auch komisch geschmeckt. Von der Dachterrasse gab's eine tolle Aussicht aufs Meer.

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Bis ca. 14 Uhr war Badewetter vorhergesagt, mit Sonne und +21°C Lufttemperatur. Ich bin auf der linken Straßenseite zur Paradise Bay gefahren, dort soll der beste Strand auf der Insel sein. Malta soll eine schöne Landschaft haben, aber um Ablenkungen und Fahrfehler zu minimieren, habe ich beim Fahren nur auf die Straße geschaut :(

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Paradise Bay

In Paradise Bay soll es Strandliegen und weitere Annehmlichkeiten geben, aber wohl nicht im Dezember. Zum Glück hatte ich ein spartanisches Badetuch dabei. Ich habe gut 2 Stunden am Strand verbracht, habe auch zum ersten Mal im Dezember im Mittelmeer gebadet. Das Wasser war gefühlt 21 Grad warm und sehr klar, bei Sonnenschein passt es. Dann kamen Wolken, und zusammen mit dem Sonnenschein verschwand auch die Badelaune.

Ich habe das Hypogäum angerufen, Tickets für 16:00 waren noch zu haben. Ich hatte ca. 30 Minuten extra Zeit, bin entlang dem Marfa Ridge bis zur Kapelle am nördlichen Ende gefahren. Landschaftlich soll Marfa Ridge sehr schön sein, nur wenn man Ablenkungen vermeidet und vollkonzentriert auf die Straße schaut, um links zu fahren, bekommt man nur wenig davon mit :(

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Dann ging's zum Hypogäum, mit einem kurzen Zwischenhalt am Strand Ghadira Bay. Hier wurde ich beim Einparken von hinten angehupt - verstehe nicht warum, habe ich vor dem Einparken in die sehr schmale linke Fahrspur wechseln sollen, die wie ein Radweg aussieht?

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Ghadira Bay

Kurz vor dem Hypogäum gab's einen gefährlichen Fahrfehler.

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Ich kam aus einer Nebenstraße, wollte links in die Hauptstraße einbiegen. Und wohin schaut man in Deutschland, wenn man aus einer Nebenstraße auf eine Hauptstraße kommt? Nach links! Also habe ich nach links geschaut statt nach rechts :( Mir war dabei voll bewusst dass ich selbst genau in die Fahrspur links abbiege, in der ich von links kommende Fahrzeuge erwarte, aber irgendwie habe ich den Widerspruch nicht erkannt. Links war eine Hauswand, also habe ich mich sehr vorsichtig nach vorne vorgetastet - und plötzlich gesehen, wie nicht mal einen Meter vor mir jemand mit Tempo 50 meinen Weg von rechts nach Links querte. Das war knapp :(

Nach dem Parken habe ich das Hypogäum besucht. Mit 50€ ist es eine teure Attraktion, und ich war der einzige Besucher auf dieser Tour. Fotos sind nicht erlaubt und man muss das Handy vor der Tour in ein Schließfach legen, ich habe da mein Zweithandy abgelegt :D Die Anlage ist sehr beeindruckend, unter der Erde ins Gestein gemeißelte megalithische Tempel-Architektur. Soll eine Grabstätte mit 7000 Skeletten gewesen sein, die Skelette wurden inzwischen entfernt. Wer wie ich total auf unterirdische Geheimnisse, Bunker und Katakomben steht, für den ist das ein Top-Ziel. Ich frage mich aber, ob der "Normaltourist" für 50€ genug Gegenwert bekommt... Als meine Tour zu Ende war, waren plötzlich viele Menschen im Eingangsbereich - Tickets im Internet waren ja ausverkauft. Krass, sowas zu sehen nachdem man der einzige Besucher auf der vorherigen Tour war :D

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Das Hypogäum liegt in der "Stadt" Paola. Mit Städten scheint es auf Malta wie im Ruhrgebiet zu sein - wo eine Stadt endet, beginnt gleich die nächste. Ich bin noch gut eine Stunde lang spazierengegangen und habe die mehrfarbige Weihnachts-Illumination bewundert, habe dann bei einem günstigen Chinesen Peking-Ente und Fried Rice gegessen. Und schon ging's zurück zum Hotel.

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Habe noch einen Spaziergang durch die Siedlung St. Paul's Bay unternommen, habe eine etwas belebtere Gegend mit einigen offenen Cafés gefunden, aber insgesamt war dort tote Hose.

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Fazit vom Samstag:
Blech/Personenschäden: 0/0
Fahrfehler: 1

(Fortsetzung folgt)
 

PollyEsther

Erfahrenes Mitglied
17.08.2024
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Als bekennendes Sparbrötchen liebe ich es aber, billig zu reisen. Und manchmal sehe ich so ein billiges Reisedeal, dass meine ganze Vernunft aus dem Fenster fliegt. So erging es mir, als ich im Dezember 2024 einen Ausflug vom Freitag bis Sonntag nach Malta mit Lufthansa Surprise für 117€ gebucht habe, dazu 2 Nächte im 4* Best Western Premier Malta für 50€/Nacht inkl. Frühstück, Tiefgarage und Minibar, und einen Mietwagen bei Hertz für 18€. Millionen rechtsfahrende Urlauber sind in Ländern mit Linksverkehr mit dem Mietwagen gefahren und haben überlebt, darunter bestimmt einige noch schlechtere Autofahrer als ich. Also müsste es auch bei mir klappen, dachte ich. Dennoch: vor keiner Reise hatte ich so viel Angst wie vor dieser.

Als Vorbereitung auf das gefährliche Abenteuer habe ich ein paar Internet-Artikel zum Thema Linksverkehr gelesen. Aha, man fährt links, aber bei der Vorfahrt gilt immer noch, rechts vor links. Kreisverkehre sollen besonders verwirrend sein.

Ich glaube, die Chance auf einen Maltaflug bei LH Surprise ist echt gering. Im Surprise-Strang haben die Leute (glaube ich) nicht davon berichtet und wenn ich das angeklickt habe, habe ich immer etwas anderes bekommen.

Es liest sich auf jeden Fall so, als dass man da durchaus auch im Winter eine schöne Zeit haben kann.
 
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cockpitvisit

Erfahrenes Mitglied
04.12.2009
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Ich glaube, die Chance auf einen Maltaflug bei LH Surprise ist echt gering. Im Surprise-Strang haben die Leute (glaube ich) nicht davon berichtet und wenn ich das angeklickt habe, habe ich immer etwas anderes bekommen.
Ich habe davon berichtet :) Ich hatte insgesamt zwei Malta-Flüge mit LH Surprise, einmal im April 2023 und einmal eben im Dezember 2024. Ab und zu ist Malta zu haben, aber nicht oft.

Seit dem o. g. Beitrag sind bei mir noch OPO, ALC, WAW, OLB per LH Surprise dazugekommen, sowie erneute Buchungen nach PMI, TLS, MLA.

Ich glaube, die einzigen LH Surprise Ziele, die ex-FRA nie zu haben sind, sind die Kanaren, FNC, KEF und IBZ. Sonst habe ich schon ziemlich alles mindestens einmal als verfügbar gesehen, oder gar selbst gebucht.
 

PollyEsther

Erfahrenes Mitglied
17.08.2024
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Ich habe davon berichtet :) Ich hatte insgesamt zwei Malta-Flüge mit LH Surprise, einmal im April 2023 und einmal eben im Dezember 2024. Ab und zu ist Malta zu haben, aber nicht oft.

Seit dem o. g. Beitrag sind bei mir noch OPO, ALC, WAW, OLB per LH Surprise dazugekommen, sowie erneute Buchungen nach PMI, TLS, MLA.

Ich glaube, die einzigen LH Surprise Ziele, die ex-FRA nie zu haben sind, sind die Kanaren, FNC, KEF und IBZ. Sonst habe ich schon ziemlich alles mindestens einmal als verfügbar gesehen, oder gar selbst gebucht.

Ah, cool, dann hab ich das in dem Strang übersehen oder mich nicht erinnert.
 

cockpitvisit

Erfahrenes Mitglied
04.12.2009
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Sonntag

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Der Morgen war verregnet. Auf der Dachterrasse sang eine beinahe an Begeisterung erstickende Stimme aus dem Lautsprecher "It's the Most Wonderful Time of the Year" :rolleyes:

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Nach dem Checkout ging's erst zum Aussichtspunkt "Top of the World".

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Anschließend ging's nach Rabat, um die vielen Katakomben dort zu besuchen.

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Blick auf die Stadtbefestigung von Mdina auf dem Weg nach Rabat

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Beim Einparken werde ich langsam besser :)

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Rabat ist eine beschauliche Stadt mit viel alter Bausubstanz, nur der Platz an der Kathedrale strahlt Pracht aus.

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Zuerst ging's in die kleinen Katakomben unter der St.-Cataldus-Kirche.

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Dann habe ich St.-Paul-Katakomben besucht. Oberirdisch ist es ein kleiner Park mit vielen Treppen nach unten, über die man in die einzelnen Katakomben gelangt. All das waren Begräbnisstätten. Sehr beeindruckend.

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Igitt!!!

Danach habe ich Domus Romana besucht. Es ist ein Museum, in dem ein paar Bodenmosaiken und Artefakte aus der ausgegrabenen römischen Villa nebenan ausgestellt sind. Es war nett, und eine gute Abwechslung von den Katakomben.

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Mir blieben noch 30 Minuten Zeit, also bin ich zu Fuß ins angrenzende Städtchen Mdina gegangen. Es gibt dort eine starke Befestigungsanlage rund um die Stadt, die Gassen sind noch enger als in Rabat, von der Stadtmauer öffnet sich ein Panorama auf Malta.

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Der Eingang nach Mdina

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Blick von der Stadtmauer von Mdina

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Weihnachtsmarkt in Rabat. Leuchtende blaue Schmetterlinge als Weihnachtsbeleuchtung.

Und schon war es Zeit, zum Auto zu gehen und zum Flughafen zu fahren, wo ich ganz stolz das total unbeschädigte Auto zurückgegeben habe.

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Benzinpreise auf Malta.

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Geschafft =;


Valletta habe ich diesmal nicht besucht, da ich dort bereits bei einer früheren Reise war.

Der Flughafen MLA hat eine nette Lounge mit einer Außenterrasse und einem guten Essensangebot (es gibt Gegrilltes!). Allerdings waren die Möbel auf der Außenterrasse punktuell mit Vogelkot verunreinigt - die Küchencrew macht in der Lounge eine bessere Arbeit als die Putzkolonne.

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Blick auf Mdina (Mitte vorne) und Rabat (Mitte hinten)

Fazit vom Sonntag:
Blech/Personenschäden: 0/0
Fahrfehler: 0

Ich mache mir aber keine Illusionen - eines Tages weiche ich im Linksverkehr nach rechts aus, und das entgegenkommende Fahrzeug nach links :( Keine Ahnung, wie man die gefährliche Rechtsfahrgewohnheit wieder loswird...

Nach furchtbaren Fahrfehlern am Anfang habe ich mich darauf fokussiert, alle Situationen zu meiden, in denen man instinktiv fährt, denn genau da passieren Fehler. Stets bewusst lenken, sich durch nichts ablenken lassen, keine Musik hören, beim Fahren nicht die Landschaft bewundern, und vor allem jegliche Stresssituationen durch sehr vorausschauendes Fahren vermeiden. Das hat im Großen und Ganzen funktioniert. Der Fahrspaß war gleich Null - Autofahren war einfach ein Mittel, um flexibel und kostengünstig von A nach B zu gelangen. Ich habe keine Erinnerungen an eventuell schöne Straßen oder Ausblicke von unterwegs - meine ganze Konzentration galt dem möglichst fehlerfreien Autofahren. Und wenn ich wieder in einem Land mit Linksverkehr ein Auto lenke, wird der Fahrspaß wieder bei Null liegen und die Angst mitfahren.

Aus meiner Sicht bietet Malta einen guten Einstieg ins Linksfahren. Der Verkehr ist nicht so schlimm, die Verkehrsführung verursacht keinen zusätzlichen Stress (Navi ist aber Pflicht). Andererseits sind die Entfernungen so gering, dass man nicht müde wird und wirklich jeden Kilometer bewusst fahren kann.

Danke fürs Lesen. Ich hoffe, mein Bericht wird einige zu Recht ermutigen, mal im Linksverkehr zu fahren, und einige zu Recht davon abhalten :)
 
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on_tour

Erfahrenes Mitglied
01.08.2010
8.894
1.574
Danke für Deinen unterhaltsamen Bericht, weckt viele Erinnerungen.

Unter Anderem an einen Sprachkurs vor einem drittel Jahrhundert.
Meine Englisch-Lehrerin erklärte: "Auf dem Kontinent fährt man Rechts, in GB fährt man Links und in Malta fährt man, wo der Schatten auf der Strasse ist!"
 

Inlandsvägen

Erfahrenes Mitglied
10.02.2010
5.220
3.503
Rheingau-Taunus-Kreis
So ein Road Trip in Malta hat wirklich was und jetzt stelle ich fest, dass es da noch einiges zu sehen gibt. Ich war drei Tage da und hab auch noch Gozo und Valletta mitgenommen ;). Nach Gozo darf man den Mietwagen auch mitnehmen!
 
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europetrav

Erfahrenes Mitglied
10.04.2012
869
659
Berlin
Vielen Dank für den schönen Bericht. Die PP Lounge in Malta habe ich auch als eine der besseren/besten in Erinnerung, aufgrund der guten Lage einschließlich Terrasse. Ich bin nur doch überrascht wieviel Probleme hier einige mit dem Linksfahren haben. Ich hatte meinen Einstieg ins Linksfahren 2014 in Johannesburg (mit einem sehr alten VW mit Schaltgetriebe) und ja, das Schalten mit Links war schon etwas gewöhnungsbedürftig, aber Fahrfehler sind mir da nicht unterlaufen. Vielleicht ist es aber auch gerade der umfassende Verkehr, der es einem einfacher macht, da man sich an allen anderen Fahrzeugen orientieren kann. Dagegen kann es auf einer einsamen Landstrasse schneller passieren, dass man sich auf der falschen Seite nach dem Abbiegen wiederfindet. Witzigerweise stand ich am Anfang aber regelmäßig auf der falschen Seite des Autos, wenn ich einsteigen wollte :D
 
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fvpfn1

Erfahrenes Mitglied
06.02.2016
1.183
691
Aus meiner Sicht bietet Malta einen guten Einstieg ins Linksfahren. Der Verkehr ist nicht so schlimm, die Verkehrsführung verursacht keinen zusätzlichen Stress (Navi ist aber Pflicht). Andererseits sind die Entfernungen so gering, dass man nicht müde wird und wirklich jeden Kilometer bewusst fahren kann.
Danke für den schönen Bericht! Und Achtung, die Gefahr lauert zu Hause - da wird rechts gefahren ;)
 

littleowl

Reguläres Mitglied
21.04.2013
56
17
BWE
Vielen Dank für den interessanten Bericht.

Mein "richtiges" (bisher nur innerhalb des Kruger National Parks in Südafrika) Linksfahrdebut steht in 4 Wochen in Darwin/Australien an. Insofern waren auch die ersten Linksfahrerfahrungen spannend...
 
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AlexFly

Reguläres Mitglied
07.08.2020
71
10
Ich war 4 Wochen auf Malta im April. 2 Wochen Bildungsurlaub -2 Wochen Workation und hatte mir ein Rad geliehen. Mindestens genau so herausfordernd wie mit dem Auto.
 

cockpitvisit

Erfahrenes Mitglied
04.12.2009
5.645
4.130
FRA
Die Kombi "Neue Regeln" + "Neues Fahrzeug" finde ich problematischer ...
Das sehe ich nicht so. Das alte Auto begünstigt alte Gewohnheiten aus dem Rechtsverkehr. Im "neuen" Auto war jeder Blick in den nun links positionierten Rückspiegel eine nützliche Erinnerung, dass ich hier im Linksverkehr bin.

Und noch was: meine Erlebnisse auf Malta haben meine Einstellung zur Nutzung der Hupe verändert. Früher habe ich die Hupe nur genutzt um andere zu warnen (also praktisch nie). Dass etwa ein bedrängter Fahrer lange beleidigt hupt, hielt ich für eine unnötige nervige Geräuschkulisse.

Nach Malta sehe ich aber, dass langes Hupen NACH einer abgewendeten Gefahrensituation sehr wichtig ist. Denn sonst würde jemand, der einem anderen die Vorfahrt genommen hat, seinen Fehler gar nicht bemerken und immer wieder machen bis es kracht...
 

red_travels

Reisender
16.09.2016
30.670
22.740
www.red-travels.com
Die Kombi "Neue Regeln" + "Neues Fahrzeug" finde ich problematischer ...

mit Automatik ist doch eh alles einfacher auf der falschen Seite.... mit dem eigenen Auto im Linksverkehr ist es allein schon mit der falschen Sitzposition doof.

dass langes Hupen NACH einer abgewendeten Gefahrensituation sehr wichtig ist.

wobei das auch wiederum als Nötigung verstanden werden kann. Es sollten alle etwas vorausschauender Fahren...
 

cockpitvisit

Erfahrenes Mitglied
04.12.2009
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Fortsetzung. Das zweite Mal im Linksverkehr

14 Monate sind vergangen. Ich wollte wieder billig in die Wärme, und es sind wieder zwei Tage Malta über Lufthansa Surprise geworden.

Samstag

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Ich habe wieder einen Mietwagen reserviert, einfach weil es billiger war als ein Uber zum Hotel und ein Uber zurück zum Flughafen. Nach den Erlebnissen der ersten Reise ging ich davon aus, dass ich den Weg schaffe (auch wenn ohne Spaß).

Ich habe wieder die kleinste Kategorie mit Automatik reserviert, diesmal bei AVIS. Im Unterschied zu Hertz gab’s hier keine versuchte Abzocke mit zusätzlichen Versicherungspaketen. Dafür hatte das Auto ganze 52 erfasste Vorschäden!

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Gepäck verstaut, ins Auto eingestiegen, Handy mit einer mitgebrachten Saughalterung fixiert, das gebuchte Vivaldi Hotel in St. Julian’s als Ziel in Google Maps eingegeben. Nun bin ich vorsichtig losgefahren. Habe dabei die gleichen Regeln befolgt, wie bei der vorherigen Malta-Reise:
  • Ablenkungen minimieren, nicht während der Fahrt fotografieren
  • Vorausschauend fahren, immer wissen, in welche Spur ich beim nächsten Abbiegen muss
  • Auf vierspurigen Straßen immer in der linken Spur fahren.
Nach 25 Minuten war ich vor dem Hotel. Ich war, milde gesagt, verblüfft. Während ich bei der vorherigen Reise von der ersten bis zur letzten Fahrminute mit mir kämpfen musste, kam mir diesmal das Linksfahren wie die normalste Sache auf der Welt vor. Ich hatte während der Fahrt überhaupt keinen Stress oder Unsicherheit :)

Gleichzeitig hatte ich plötzlich Probleme, links von rechts zu unterscheiden. Der Navi sagt, benutze die rechte Spur, aber ich fahre instinktiv in der linken, weil die “rechte” Spur für mein Gehirn offenbar die am Straßenrand ist. Das hat mich eher gefreut - es bedeutete, dass sich mein Gehirn drinnen aufs Linksfahren umschaltete. Und dass ich auf dieser Reise mehr autofahren konnte als ich eigentlich vorhatte.

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Ich habe mich eingecheckt, bekam gleich ein kleines Zimmer, habe das Auto in der “kostenlosen” Hotelgarage geparkt (jede Ausfahrt kostet 3€, unabhängig von der Parkdauer). Draußen war es +17C warm und sonnig. Ich bin eine Weile an der Felsküste in St. Julian’s spazieren gegangen, habe dann in einer Pizzeria Calzone mit Parmaschinken und Steinpilzen gegessen.

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Blick von der Dachterrasse des Hotels

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"Der Swimmingpool hat Zimmertemperatur", sagte man an der Rezeption. "Außentemperatur" - korrigierte man sich gleich nach meinem verwunderten Blick.

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Muss ein Polarhund sein, der Schutz vor Wärme braucht. Draußen war 17 Grad.

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Die Küste am Hotel

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Moderne Architektur. Ist ganz oben ein Balkon mit Glasboden, oder ein Swimmingpool?

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Die Straßen von St. Julian's

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Calzone mit Parmaschinken und Steinpilzen

Am Abend ging’s mit dem Auto zum Dingli Cliffs Viewpoint auf der Südseite der Insel. Ich wollte mir den Sonnenuntergang anschauen und natürlich das Autofahren üben. Es ging zuerst über verstopfte Straßen von St. Julian’s, dann über eher leere Landstraßen, und am Ende ging’s über eine enge recht holprige Piste, wo zwei Fahrzeuge nicht an jeder Stelle aneinander vorbeifahren können.

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An einer Stelle habe ich beim Linksabbiegen von einer Neben- in eine Hauptstrasse beinahe wieder in die falsche Richtung (nach links) geschaut, habe mich aber rechtzeitig an meinen schlimmer Fehler bei der 1. Reise erinnert und alles richtig gemacht. Sonst habe ich keine Fehler gemacht und fühlte mich in allen erlebten Fahrsituationen sehr wohl im Linksverkehr. Wahnsinn! :love:

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Das Dingli Cliffs Viewpoint bietet einen tollen Ausblick aufs Meer und die Felsenküste, der Sonnenuntergang wurde aber durch Wolken vermiest. Ich bin nun zurück ins Hotel gefahren, wieder ohne bedeutsame Zwischenfälle. Ich ließ den Abend mit italienischen Süßigkeiten und dem olympischen Curling-Finale der Männer ausklingen.

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Weil das Autofahren auf der linken Seite völlig überraschend kein Problem mehr war, habe ich mich entschieden, am Sonntag mit der Fähre auf die Nachbarinsel Gozo zu fahren und diese zu erkunden.
 

cockpitvisit

Erfahrenes Mitglied
04.12.2009
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FRA
Sonntag

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Der Tag begann mit dem inkludierten Hotelfrühstück (und dem frisch gepressten O-Saft aus dem Supermarkt). Das Frühstück sah gut aus, aber irgendwie hat alles außer Wassermelone komisch geschmeckt. Es war nicht lecker.

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Dann ging’s zum Fährhafen Cirkewwa im Westen Maltas, und mit der Fähre nach Gozo.

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Auf Gozo angekommen, habe ich als erstes in einem Cafe das olympische Curling-Finale der Frauen live gesehen (Schweden gewann, genau wie ich hoffte). Dann ging’s zu den Ta-Cenc-Kliffen, bin dort in der kargen, aber zugleich schon blühenden Landschaft gut eine Stunde lang spazieren gegangen.

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Das nächste Ziel war die Zitadelle von Victoria, die bereits von der Küste gut sichtbar war. Die ist sehr beeindruckend, allerdings wurde sie mit EU-Mitteln aus meiner Sicht viel zu gründlich herausgeputzt - wirkte schon ein wenig wie Disneyland und nicht wie etwas Historisches. Von der Zitadelle hat man einen tollen Ausblick auf Gozo in alle Richtungen. Drinnen gibt’s auch mehrere Museen, die ich nicht besucht habe.

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Weiter ging’s nach Norden zu den “Salinen” - winzigen, in den Felsen gehauenen Vertiefungen, völlig anders als etwa zu Salinen auf Ibiza, die mehrere Quadratkilometer groß sind. Das muss etwas aus dem Mittelalter sein.

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Etwas westlich von den Salinen ist Wied-el-Ghasri, eine lange und enge Bucht mit einem winzigen Strand. Sie wurde im Reiseführer als ein ruhiger Ort zum Schwimmen beschrieben, aber bei der Brandung würde ich persönlich nicht ins Wasser gehen, selbst wenn es warm genug wäre.

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Ich bin zum Blue Hole Viewpoint gefahren, um den Sonnenuntergang zu sehen. Gegessen habe ich danach vor Ort in einem kleinen Restaurant, eher es zurück zum Fährhafen, mit der Fähre auf die Hauptinsel und ins Hotel ging.

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Fischsuppe und hausgemachte Limonade

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Spaghetti mit Kaninchenragout. Irgendwie war ich nicht darauf vorbereitet, dass das Ragout etwas süß war.

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Zurück zur Hauptinsel

Der aufmerksame Leser merkt hier, dass ich nichts zum Autofahren geschrieben habe - weil das Autofahren im Linksverkehr mir nun völlig normal vorkam!

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Das Nachtleben :rolleyes:
 

cockpitvisit

Erfahrenes Mitglied
04.12.2009
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Montag

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Nach dem Frühstück und dem Checkout ging’s zu Buskett Woodlands. Es ist ein ehemaliges Jagdrevier für die Bewohner von einem benachbarten Schloss, heute ist es ein öffentlicher Park und eine der wenigen bewaldeten Flächen in Malta.

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Und schon war es Zeit zum Flughafen zu fahren, wo ich den Mietwagen mit denselben 52 Schäden zurückgegeben habe, mit denen ich ihn erhalten habe.

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Low carb in der Lounge

Fazit: Mein Kopf muss in den letzten 14 Monaten meine Erlebnisse aus der vorherigen Malta-Reise sehr gründlich aufgearbeitet haben, anders kann ich nicht erklären, warum mir das Linksfahren keine Probleme mehr bereitet.

Ich fühle mich nach wie vor unwohl in zweispurigen Kreiseln, aber das tue ich auch im Rechtsverkehr. Ein paar Mal habe ich beim Befolgen von Navi-Anweisungen links und rechts verwechselt und falsch gefahren, aber es gab keinen einzigen gefährlichen Fahrfehler. Sogar der Schulterblick beim Linksabbiegen wegen Radfahrern sitzt, das hat beim ersten Mal überhaupt nicht funktioniert. Ich habe allerdings weiterhin Zweifel, ob ich bei Gefahr wirklich nach links statt nach rechts ausweiche...

Ich glaube, ich mache noch ein weiteres Übungswochenende auf Malta und kann danach vielleicht die schottischen Highlands in Angriff nehmen. Plötzlich wartet die ganze linksfahrende Welt darauf, mit dem Mietwagen entdeckt zu werden! :love:
 

cktest

Reguläres Mitglied
14.11.2022
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In den schottischen Highlands hatte ich meinen bisher einzigen Blechschaden beim Linksfahren (mit einem Mietwagen; meine Erfahrungen damit sind >4 Jahre GB, hauptsächlich mit dem eigenen Auto, und 3 Wochen Australien). Ich finde, dass man gerade mit einem Mietwagen etwas Schwierigkeiten hat, die Breite des Fahrzeugs nach links korrekt einzuschätzen, und habe dadurch auf einer single-track road die ganze linke Seite des Fahrzeugs an einem Busch verkratzt. Da ich den Wagen nicht in Deutschland, sondern in Glasgow gemietet hatte, musste ich 500 GBP für die Reparatur zahlen (wenn man in GB mietet, gibt es keinen CDW).
Durch die lange Zeit in GB sehe ich inzwischen auch mehrspurige Kreisel ziemlich entspannt. Aber so ein paar Beinahe-Unfälle habe ich auch gebaut...