Es galt ja weder, Verletzte zu versorgen noch Tote zu bergen. Falls wirklich ein Kriesenstab gebildet werden muss, um ein paar Paletten Wasser in den Zug zu schaffen, sollten die Pläne vermutlich noch mal überdacht werden...
Dass der Zug erst mal erreicht werden muss, was sich im Einzelfall schwierig darstellen kann, und das Verladen der Wasserflaschen ohne Risiko für Leib und Leben zu erfolgen hat, ist klar. Desto länger das dauert, desto mehr ist das Bahn-Personal im Zug gefordert, erstens zu informieren und zweitens zu versorgen. Dann müssen die Bordmittel eben hierarchisch verteilt werden. Und zwar nicht nach Service-Klassen, sondern nach Bedarf. Viele haben auf Reisen ja Proviant dabei. Da mag die Aufforderung, sich zu melden, wer Wasser/Verpflegung benötigt, zwar den einen oder anderen zu einer Lüge verleiten. Aber die allermeisten Passagiere werden auf vernünftige Vorgaben auch vernünftig reagieren.
Um auf mein Beispiel von vor ein paar Tagen zurückzukommen:
Das war einer der heißesten Tage des Jahres. Nicht wenige werden also den Zug schon ordentlich dehydriert erreicht haben. Wenn der dann stundenlang steht, ohne die Chance, ihn zu verlassen, ohne Möglichkeit, an Bord etwas zu erwerben, wäre es definitiv ein netter Zug der Bahn, hier mal proaktiv tätig zu werden.
Mir geht´s einfach darum, dass der Bahnkunde nicht wie Frachtgut behandelt wird- verderblich zwar, aber ansonsten anspruchslos. Es geht um Menschen, für die eine lange Wartezeit nicht bloß eine Störung im Betriebsablauf darstellt, sondern evtl. vor größte Probleme stellt. Das gilt es zu verinnerlichen.