Die eine Seite sieht Kapitalismus als Quell' allen Übels und will ihn bekämpfen, die andere Seite hat eben von diesem Kapitalismus so sehr profitiert, dass sie jetzt im Geld erstickt.
Warum wundert mich bei dieser Nachfrage nicht, dass Du Berlin als Deinen Ort angegeben hast...
Wozu die Polemik? Meine Nachfrage zielte darauf, dass man sich "Moral" auch leisten können muss. Wenn ich in einer strukturell rückständigen Region lebe, verbinde ich mit den Spielen vermutlich eine Verbesserung meiner Lebenssituation. Aber ist das dort wirklich der Fall? BRAUCHEN die Alpen-Bayern olympische Winterspiele?
Oder ist es nicht vielmehr so, dass man sich als Bürger dort fragt, ob ich mir das wirklich antun möchte - Baustellen, weiträumig gesperrte Berreiche, mindestens zweitweilig steigende Preise u.v.m.?
Ich bin da ziemlich neutral. Mir ist es völlig egal, ob die Winterspiele in Bayern stattfinden oder nicht. Aber wenn ich mir die Frage stelle, wie ich abgestimmt hätte, wenn ich dort leben würde, denke ich, dass ich mich gegen den olympischen Trubel entschieden hätte. Einfach weil ich relativ wenig zu gewinnen, aber einiges zu verlieren hätte.
Und dass ausgerechnet die Bayern nun mehrheitlich antikapitalistisch eingestellt wären, halte ich für ein Gerücht. Denke nicht, dass das Nein zu Olympia als Kapitalismus-Kritik zu verstehen ist. Eher schon als Kritik am olympischen Zirkus. Und die sollte doch wohl mindestens nachvollziehbar sein, oder?