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Niger Airlines ist leider für den "normalen Zivilisten" die einzige Möglichkeit für den Luftweg Niamey-Agadez. Als Mitarbeiter einer NGO oder mit Beziehungen zur Eucap gäbe es noch andere Optionen. Zur Sicherheit fehlen mir natürlich tiefere Einblicke. Geflogen wird mit einer Fokker 50, 5U-NAA, und das ist auch das einzige Flugzeug. Zur Historie gibt es widerspüchliche Angaben, laut airfleets.net wurde die F50 von Tarco Air im Sudan gekauft. Bis zu Corona hatte jedoch Niger Airlines 2 F50 im wetlease von Palestinian Airlines mit arabischer crew, SU-YAH und SU-YAI, im Einsatz. Und nachdem Palestinian Airlines seinen Betrieb aufgab soll Niger Airlines eine der beiden F50 gekauft haben. Damit wäre die F50 älter als das Gerät von Tarco Air und der Datensatz auf airfleets.net nicht richtig.
Jedenfalls wirkte die F50 noch letztes Jahr innen ziemlich runtergekommen, teilweise waren die Sitze defekt und die Rückenlehnen hingen auf Liegeposition. In diesem Jahr wurden die Sitze wohl aufgehübscht bzw. repariert. Die crew kommt definitiv nicht aus Niger, spricht arabisch/englisch. Leider kommt es immer wieder zu Ausfällen weil irgendetwas kaputt ist und auf Ersatzteile gewartet wird. Die locals berichten über Vorfälle, dass mal bei der Landung ein Reifen geplatzt ist bzw. man 45min im holding war weil das Fahrwerk nicht ausfahren wollte. Im November 2022 wurde von der lokalen Behörde ANAC die Flugerlaubnis wegen Sicherheitsbedenken, den zahlreichen Defekten sowie negativen Berichten der Passagiere entzogen. War wohl nur vorübergehend, denn mindestens seit Frühjahr 2023 ist wieder Flugbetrieb. Tickets nicht online sondern nur über lokale Büros.
Touristen in unserem Sinne gibt es eigentlich in Agadez nicht, Reisende sind in der Regel Mitarbeiter von NGOs oder auch vereinzelt Amerikaner von der benachbarten air base 201. Trotzdem gibt es natürlich Unterkünfte und Hotels vor Ort. Da wir unser Haus dort haben fehlt mir etwas der Einblick was momentan empfehlenswert ist, da müsste man mal maps abklappern, Bilder und aktuelle Bewertungen ansehen. Die "Auberge de Azzel" soll ganz ok sein, es gab aber diesen Sommer Hinweise, dass die Besitzer (Franzosen) aufgeben. Am "Hotel Zagado" etwas außerhalb kam ich diesen Sommer öfters vorbei, könnte auch ein Tipp sein, es ist das Projekt einer Schweizerin. Ins "Hotel Tellit dépandance" konnte ich jetzt sogar einen Blick werfen, dort hatte die Filmcrew aus Österreich ihr Lager und die waren immer dort, wenn sie die letzten Jahre in Agadez drehten. Kleiner Innenhof, 5 klimatisierte Zimmer und Dachterrasse, machte einen guten Eindruck.
Offizielle Mietwagenfirmen gibt es in Agadez nicht. Es wird sich aber sicher jemand finden der einem sein Fahrzeug tageweise privat vermietet. Nur, was will man damit machen? Eigentlich kann man nur in der Stadt rumfahren. Sobald man raus will, ohne lokale Begleitung, wird man an einer barrage, die die Ausfahrten der Stadt umgeben, hängenbleiben.
Ins Air-Gebirge zu kommen (landschaftlich natürlich extrem sehenswert) ist als Individualreisender schon schwierig. Man könnte versuchen mit ein paar locals etwas zu organsisieren, mit entsprechenden Risikien. Offiziell gilt: als Gruppe außerhalb der Stadt nur mit bewaffneter Eskorte, d.h. mindestens 2 Pickups, einer davon mit großer Langwaffe. Das treibt die Kosten erheblich hoch und killt komplett den Reiz der Reise. Daher sind keine Tourgruppen unterwegs, obwohl es theoretisch möglich wäre.
Herzlichen Dank für Deine ausführliche Antwort!
Über Reisen ins Air-Gebirge mit militärischer Begleitung gab es vergangenes Jahr einen (leider nur holzschnittartigen) Reisebericht in der Rheinischen Post. Die Militär-Eskorte wird auch erwähnt und war für diese Reise wohl ganz erheblich. In Frankfurt am Main gibt es einen Reiseveranstalter, der Touren durch das Air-Gebirge im Angebot hat (Desert Reisen).






























































