Große Asienrundreise - auf zum Perpetum Mobile #3?

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chrini1

Erfahrenes Mitglied
26.03.2013
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HAM
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03.12.25 Shangri-La

Etwas hangry machen wir uns im frühen Morgenlicht auf dem Weg in die Altstadt. Es ist wirklich bitterkalt und der kalte Wind zieht durch die Gassen. Dazu merkt man die Höhe von fast 3000 Metern auch, da viele Wege steil sind.

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Hier ist Nebensaison und das merkt man auch. Noch dazu haben die meisten Restaurants und Cafes noch geschlossen. Aber ein Foodcourt am Markt hat auf. Nicht jede Spezialität sagt uns da zu, aber wir finden was zum Essen.

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Aus einer Gasse erspähen wir dann schon den bekannten Tempel mit der weltgrößten Gebetsmühle auf dem Hügel oberhalb der Stadt.

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Unten an der Treppe hängen Poster, dass wir Tickets brauchen. Also mühen wir uns ab, diese über WeChat Mini App zu kaufen (sind kostenlos). Es gelingt uns nach mehreren Anläufen. Dann laufen wir die steile Treppe hinauf, in der dünnen und kalten Luft ist das sehr anstrengend. Oben angekommen ist dann der Himmel verraucht von den Zweigen die dort verbrannt werden. Unsere Tickets will keiner sehen....

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Die Gebetsmühle wiegt über 20 Tonnen und man braucht schon mindestens 15 Personen, diese zu bewegen.

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Der Tempel ist sehenswert, sieht aber dann doch irgendwann immer gleich aus.

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Wir verlassen den Ort und laufen die Treppen hinunter zum Hauptplatz, von wo aus wir das Ensemble noch einmal sehen können.

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In einer Seitenstraße finden wir eine Werkstatt, wo Seide gestickt wird. Die Fingerfertigkeit ist atemberaubend. Jeder Seidenfaden wird noch in zwei Unterfäden geteilt und dann gestickt. Viele Bilder von beiden Seiten. Wir sind fasziniert und kaufen uns eine Glückskatze.

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Bevor wir die Erkundung fortsetzen, können wir uns einen heißen Buttertee und wärmen am offenen Feuer etwas auf.

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Durch das große Nordtor verlassen wir die Altstadt und nehmen ein Didi zum weltbekannten Kloster Songtsenling.

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An den Ticketautomaten scheitern wir, da die RFID Chips der Pässe nicht gelesen werden können, aber schließlich finden wir versteckt noch einen Schalter.

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Von hier geht es mit dem Shuttlebus noch einmal nach oben bis auf den Vorplatz.

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Wir steigen die steile Treppe hinauf und genießen dabei der herrliche Wetter. Die Anlage selbst gliedert sich in viele Tempel, deren Namen ich nicht alle behalten habe.

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Bevor es dunkel wird, laufen wir hinab, nehmen den Bus zum Eingang und dann ein Didi in die Stadt. Wir sind ja sehr früh aufgestanden und daher etwas müde. Wir suchen uns ein Restaurant, das geheizt ist, wo nicht geraucht wird und wo die Tür nicht offen steht (hier total normal bei Minusgraden). Wir werden in einer kleinen Gasse fündig und bestellen mal wieder viel zu viel vom Yak-Fleisch.

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Anschließend geht es müde und satt zurück in die Unterkunft.
 

chrini1

Erfahrenes Mitglied
26.03.2013
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HAM
05.12.25 Shangri-La

Am heutigen Morgen waren die Vorhänge von Innen an den Fensterscheiben festgefroren, die armselige Fußbodenheizung kam dagegen nicht an - aber wir hatten ja ein beheiztes Bett. Wenn man bedenkt, dass die Unterkunft nur zwei Jahre alt ist, fragt man sich schon, warum eine solche Bauqualität. Aber das Duschwasser ist heiß und so starten wir mit einem Frühstück im Gastraum. Hier steht die Tür nach draußen offen und unsere Gastgeber sitzen eingemummelt am Holzofen. Muss man nicht verstehen.

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Das Frühstück wärmt dann immerhin etwas.

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Dazu gibt es hausgemachten Safran Tee. Da wir heute zu einer heißen Quelle wollen, aber nicht wissen, ob sie auf hat, rufen unsere Gastgeber dort netterweise an. Sie sind verwundert, dass wir davon wissen, da in der Regel keine westlichen Touristen sich dahin verirren. Also packen wir die Badesachen und nehmen ein Didi um damit in 30 Minuten in die Berge zu fahren.

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Die Quelle liegt an einer "Natural Bridge" tief unten im Tal, immerhin scheint hier auch die Sonne schon rein. Die Anlage sieht recht alt aus, die wenigen Menschen vor der Tür, die als Arbeiter an einer Unterkunft werkeln starren uns ungläubig an, als wir hineintreten und unsere 30 RMB Eintritt entrichten.

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Die Umkleiden sind kalt und nass, also beeilen wir uns, ins Wasser zu kommen. Es gibt ein großes Becken sowie ein Dampfbad für Damen und eines für Herren.

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Im Becken sind wir anfangs fast alleine. Lediglich eine chinesische Frau mit Mann und Kind sind dort. Sie spricht uns in perfektem Englisch an. Sie arbeitet für ein NGO für Frauenrecht in der Gegend, die Eltern stammen aus Tibet. Im Gegensatz zu ihrem Mann, der als Regierungsangestellter nicht ins Ausland reisen darf, war sie etliche Male in Europa und den USA. Wir unterhalten uns fast zwei Stunden im warmen Wasser. Irgendwann kommt eine Horde junger Männer und wir lernen, dass auch im Wasser gerne geraucht wird. Irgendwann ist die Ruhe wieder da.

Wir machen uns auf, gehen hinaus und auf den Parkplatz, wo wir uns wieder ein Didi bestellen. Selbst hier draußen klappt das in wenigen Minuten.

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Auf dem Weg zurück in die Stadt sehen wir Wasserwerfer auf den Straßen, um den Staub zu binden.

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Wir suchen uns wieder ein Restaurant in der Altstadt und werden auch hier nicht enttäuscht. Das Essen ist wieder hervorragend.

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Wir gehen noch etwas bummeln, so langsam geht die Sonne unter und es wird wieder kälter.

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Dennoch essen wir noch Yak-Ice Cream.

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Selbst hier in der Stadt laufen Chinesen mit "Sauerstoff-Flaschen" herum.

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Nach Einbruch der Dunkelheit laufen wir zum Marktplatz, wo jeden Abend Einheimische und Touristen zusammen zur Musik von "Three Step Dance" tanzen. Interessant zu sehen und zu erleben, mittanzen tun wir aber doch nicht.

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Der Tempel ist hell erleuchtet. Wir sind durchgefroren und hungrig, also suchen wir uns ein Restaurant mit geschlossener Tür und genießen eine Yak-Pizza, zuvor schlendern wir noch einmal über den Foodcourt.

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Anschließend packen wir unsere wenigen Sachen ein und gehen ins Bett.
 
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chrini1

Erfahrenes Mitglied
26.03.2013
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HAM
06.12.25 Shangri-La - Lijiang

Heute geht es mit einem privaten Fahrer von Shangri La über die Tiger Leaping George nach Lijiang. Hier fährt zwar auch ein Schnellzug, aber man kann unterwegs nicht anhalten. Also sagen wir Good-Bye zu unseren Gastgebern und starten in dem modernen Elektrofahrzeug Richtung Süden.

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Unterwegs gibt es viel Steppe, Einöde und langweilige Häuser.

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Aber auch ein paar Yaks grasen am Wegesrand.

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Das Wetter ist wieder genauso gut, wie die Fernsicht auf die Berge.

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Kurz vor der Tiger Leaping George spannen sich zwei monströse Brücken der Jinsha River Bridge über die Schlucht. Auf beiden verschwinden die Straßen und Gleise gleich wieder im Berg.

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Die Schlucht ist eine der tiefsten Asiens und nach Auslegung der Chinesen natürlich die tiefste der Welt. Aber davon habe ich schon mehrere gesehen. Leider ist im Winter nicht so viel Wasser im Tal, wie auf den Bildern aus den Sommern hier, wenn gigantische Wellen durch das Tal schwappen.

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Wir nutzen den Fußweg am Hang entlang und dann die Treppen hinab. Es ist deutlich leerer als erwartet, obwohl Wochenende ist.

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Dieser Findling wird im Sommer in der Regel überspült.

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Mit der Rolltreppe geht es wieder hinauf, die meisten Chinesen nutzen diese auch für den Weg hinab.

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Wir verlassen die Schlucht und fahren hinab ins Jangtze Tal, wo die ersten engen Biegungen des Jangtze liegen. Das Tal wird weiter und je tiefer wir kommen, desto grüner wird es.

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Wir verlassen die Hauptstraße und fahren wieder über den Bergrücken nach Lijiang. Die Straße ist eng und voller Serpentinen. In einer Kurve passiert es dann, der LKW vor uns kracht in den entgegenkommenden LKW. Und wir krachen hinten in den LKW, dieser rollt dann noch zurück und bohrt sich in unser Fahrzeug. Es knallt und splittert, aber dann ist alles ruhig. Wir sind alle unverletzt.

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Diesel läuft aus, mischt sich mit Bremsflüssigkeit. Überall liegen Teile und Glas herum. Erste Aktion aller drei Fahrer: Kennzeichen abhängen. Unfallstelle absichern? Fehlanzeige? Warnwesten, Leuchten, Warndreieck? Gibt es nicht. Die nächsten zwei Stunden stehe ich also 300m oberhalb der Unfallstelle und versuche, die Fahrer zu ermutigen, vom Gas zu gehen, da die Straße nun sehr eng ist. Ich sehe Mittelfinger, geballte Fäuste und ausgestreckte Handies. Dann endlich kommt die Polizei - zwei alte Beamte, die kaum laufen können - mit einem VW Golf.

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Aber auch hier: Absicherung? Nein. Erst einmal einen Tee mit den Fahrern trinken. Komische Welt. Irgendwann kommt dann der Vater des Fahrers und bringt uns nach Lijiang. Wir checken in ein wirklich süßes Hotel direkt in der Altstadt ein. Leider mussten wir das Gepäck 2km weit tragen, da die Altstadt autofrei ist.

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Der Rundgang durch den Ort ist sehr schön und wir können etwas abschalten nach dem Schreck.

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Eigentlich wollten wir aus dem StoneHot Pot essen, aber das auserwählte Restaurant verstehen wir nicht. Und die Preise auch nicht. Man versucht noch nicht einmal, uns zu helfen und so laufen wir etwas weiter, hier verkauft ein Herr traditionelles Brot mit Fleischfüllung. Das reicht fürs erste.

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