Gründe für den Personalmangel?

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DFW_SEN

Erfahrenes Mitglied
28.06.2009
10.734
8.070
IAH & HAM
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Wie passt das zusammen?
Eine Ferienwohnung in der Lueneburger Heide fuer 2 Wochen im Jahr fuer den Jahres-Urlaub zu mieten halte ich fuer keinen überzogenen Anspruch. Ich meinte nicht eine Wohnung zu kaufen..... Und dann wird natuerich gekocht, nicht jeden Tag Essen gegangen und Ausflüge mit dem Fahrrad oder zu Fuss gemacht, mal Schwimmen gegangen und als Highlight ein Tag im Heidepark Soltau fuer die Kinder.
 

LH88

Erfahrenes Mitglied
08.09.2014
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Nach der Definition der OECD gehoert man in Deutschland als Familie mit Kindern bei einem Jahreseinkommen zwischen 37,000 Euro und 98,000 Euro zur Mittelschicht. Dein Beispiel ist also jemand der im Durchschnitt (aber vermutlich deutlich ueber dem Median) der Mittelschicht liegt.


Ich bleibe dabei, dass eine überhöhte Anspruchshaltung ein grosser Teil des Problems ist. Durch die Werbewirtschaft, Social Media, das Internet ist die Erwartung was ein "Mittelschicht Lebensstil" ist stark gestiegen.

Mit 70,000 Euro Brutto kann man sehr wohl in einer 4 Zimmer Wohnung in einem Vorort von Berlin leben, ein Auto fuer die Familie besitzen, Mitglied in einem Sportverein sein, einmal im Monat Essen gehen und einmal im Jahr einen Urlaub machen (davon jedes zweite Jahr im Ausland).

Wenn der Anspruch allerdings ein 180m2 Eigenheim ist, 2 Autos su haben (davon ein SUV und eine Limousine), Mitglied im oertliche Nobel Gymnasium zu sein, 2-3 mal in der Woche Essen zu gehen, zweimal im Jahr Urlaub zu machen, davon mindestens eine Fernreise, dann reicht es nicht.

Das gleiche Gleiche glt fuer die Frage ob man immer das neuste Handy haben muss, Netflix, Disney Plus, Apple TV, Sky, HBO,... etc abonniert haben muss, ..... Es ist heute DEUTLICH leichter Geld auszugeben als vor 40 Jahren. Und schon immer gehörte zu einem Mittelklasse Lebensstil auch die Fähigkeit verzichten zu koennen, aber auch das ist heute DEUTLICH schwerer.




Es ist aber ein grosser Teil von "verdammt gut", kurz danach fängt Luxus an. Viele Menschen in den USA (und auch in Deutschland) wuenschen sich dass sie keinen Hunger, ein Dach ueber den Kopf und sonst keine grossen Probleme haetten. Aber natuerlich kann man sich mit dem von Dir ins Spiel gebrachten 70,000 sich etwas Luxus leisten.


Dass stimmt. Abe früher war das Familienauto auch eher ein Renault R4 und kein X5 (plus Zweitwagen).
Du machst "gutgehen" weitestgehend an materiellen Güter fest, kann man so machen und dann den X5 in Bezug zum R4 setzen. Aber daher rühren die Sorgen nicht..

5000€ Brutto = 60K und nicht 70K und da wird es auch in einem Vorort von Berlin schwierig, 100qm dürften mind. 1800€ warm kosten, bleiben dir ca. 2500€, wenn du 500€ im Monat für z.B. zurücklegt - klsr kommt man durch. Alle drei Jahre dann 15% Mieterhöhung (klar muss man nicht mitmachen, machen aber die meisten).

Die Schwierigkeiten fangen an wenn du den Job verlierst oder wechseln willst, wenn das Auto kaputt geht oder die Waschmaschine etc Gar nicht darüber nachdenken wenn mal auf die dumme Idee kommt umziehen zu wollen.

"Verdammt gut" heisst für mich keine materiellen Sorgen - und die hätte ich z.B. nicht wenn ich vom Bürgergeld leben müsste, wenn dein verfügbares Einkommen, und damit auch deine Möglichkeiten, jedoch jederzeit empfindlich reduziert werden kann ist das ein Problem und diese Aussicht macht dir Sorgen. Die aktuelle Politik der Angst (überall werden Probleme aufgebauscht, bzw. voller Sorge darüber geredet) und entsprechende Medienberichte sorgen dann für den Rest.

Der von mir sehr geschätzte Tim Mälzer sagte mal in einem Interview: "Luxus ist für mich das ich meine Rechnungen bezahlen kann". Dem kann ich nicht hinzufügen. Wenn unrealistische Wünsche hat tut das nichts zur Sache.

Könnte ich jetzt noch stundenlang drüber schreiben, weil ich eben nicht der Meinung bin das der X5 ein besseres Leben bedeutet als der R4. Ich habe meine "X5" abgeschafft und durch ein paar R4 ersetzt (war eine der ersten Massnahmen als Corona reinpackte). Sind jetzt gesamt wohl 800PS oder so weniger, merke ich aber nicht - außer das die Rechnung an der Tanke jetzt max bei 60€ liegt und nicht bei 180€.
 
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hamburgler

Erfahrenes Mitglied
18.10.2023
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"Verdammt gut" heisst für mich keine materiellen Sorgen - und die hätte ich z.B. nicht wenn ich vom Bürgergeld leben müsste,
Hast du das schonmal ausprobiert wie das so ist? Wenn nicht, warum nicht wenn es deiner Meinung nach "verdammt gut" wäre?

Der einzige für mich nachvollziehbare Grund wäre dass es dir momentan noch besser als "verdammt gut" geht - das klingt aber in deinem weiteren Beitrag nicht so ganz danach?
 
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DFW_SEN

Erfahrenes Mitglied
28.06.2009
10.734
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IAH & HAM
Du machst "gutgehen" weitestgehend an materiellen Güter fest, kann man so machen und dann den X5 in Bezug zum R4 setzen. Aber daher rühren die Sorgen nicht..

5000€ Brutto = 60K und nicht 70K

Du sprachst von 5000 bis 6000 Euro, aber meine Aussagen treffen meiner Meinung nach auch auf 5000 Euro zu, insbesondere wenn Du von Netto sprichst, ich sprach von Brutto.

und da wird es auch in einem Vorort von Berlin schwierig, 100qm dürften mind. 1800€ warm kosten, bleiben dir ca. 2500€, wenn du 500€ im Monat für z.B. zurücklegt - klsr kommt man durch. Alle drei Jahre dann 15% Mieterhöhung (klar muss man nicht mitmachen, machen aber die meisten).

Die erste Frage die ich habe ist ob es wirklich 100qm sein muessen, oder ob 75 nicht hinreichend sind. Mieterhöhungen werden hoffentlich im Schnitt durch Gehaltserhöhungen ausgeglichen und 2500 Euro verfügbares Einkommen sind sehr viel Geld fuer eine Familie. Kein Luxus, aber sehr viel Geld..

Die Schwierigkeiten fangen an wenn du den Job verlierst oder wechseln willst, wenn das Auto kaputt geht oder die Waschmaschine etc Gar nicht darüber nachdenken wenn mal auf die dumme Idee kommt umziehen zu wollen.
Die Waschmaschinen und Autoreperatur solltest Du von Deinen verfügbaren 2500 Euro zahlen koennen, man muss halt prioritisieren und zur Not umschichten. Ein Jobverlust ist natuerlich ein herber Schlag und kann Existenzängste hervorrufen. Glücklicherweise haben wir weiterhin eine Arbeitslosenquote von unter 6% und sind damit historisch auf einem sehr geringen Stand.

"Verdammt gut" heisst für mich keine materiellen Sorgen - und die hätte ich z.B. nicht wenn ich vom Bürgergeld leben müsste, wenn dein verfügbares Einkommen, und damit auch deine Möglichkeiten, jedoch jederzeit empfindlich reduziert werden kann ist das ein Problem und diese Aussicht macht dir Sorgen.

Nach dieser Logik macht man sich umso mehr Sorgen, je mehr Geld man hat. Auch wenn es irrational ist, kann ich die Logik sogar nachvollziehen. Insbesondere wenn einem diese Angst permanent eingeredet wird. Objektiv gesehen wuerde ich mir hingegen mehr Sorgen machen meine Familie mit Bürgergeld durchzubringen als mit einem Gehalt von 5000 Euro.

Die aktuelle Politik der Angst (überall werden Probleme aufgebauscht, bzw. voller Sorge darüber geredet) und entsprechende Medienberichte sorgen dann für den Rest.

100% Zustimmung


Der von mir sehr geschätzte Tim Mälzer sagte mal in einem Interview: "Luxus ist für mich das ich meine Rechnungen bezahlen kann". Dem kann ich nicht hinzufügen. Wenn unrealistische Wünsche hat tut das nichts zur Sache.
Ich stimme zu, dass das wahrer Luxus ist. Und um diesen Luxus Realität werden zu lassen, aus man seine Ansprueche seinen finanziellen Mitteln angleichen.

Offals sehe ich auf "meiner Griechischen Insel" fette 30 Meter Luxusyachten im Hafen und direkt daneben liegt eine noch fettere 50 Meter Yacht. Manchmal frage ich mich dann ob der Besitzer der "kleineren" 30 Millionen Yacht zufrieden ist oder die Missgunst ueberweigt dass neben ihm jemand mit einer noch groesseren Yacht liegt und "die Show spielt". Dann steige ich wieder in meinen 20 Jahre alten Suzuki Jeep und freue mich meines Lebens.

Könnte ich jetzt noch stundenlang drüber schreiben, weil ich eben nicht der Meinung bin das der X5 ein besseres Leben bedeutet als der R4.

100% Zustimmung

Ich habe meine "X5" abgeschafft und durch ein paar R4 ersetzt

Und ich habe meinen C43 AMG durch einen Fiat Panda ersetzt.

(war eine der ersten Massnahmen als Corona reinpackte). Sind jetzt gesamt wohl 800PS oder so weniger, merke ich aber nicht - außer das die Rechnung an der Tanke jetzt max bei 60€ liegt und nicht bei 180€.
Thumbs up!
 

Tiversin

Erfahrenes Mitglied
06.07.2016
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DUS
Könnte ich jetzt noch stundenlang drüber schreiben, weil ich eben nicht der Meinung bin das der X5 ein besseres Leben bedeutet als der R4. Ich habe meine "X5" abgeschafft und durch ein paar R4 ersetzt
Und ich habe meinen C43 AMG durch einen Fiat Panda ersetzt.

Und ich meinen XJ ( Baureihe 350 Sport) durch einen Ford Transit Custom. ( Geile Karre 800 km mit 50 Liter Diesel)

Meine Frau fährt ganz bescheiden einen Touareg 7p ( gebraucht erworben ) , davor war es ein RR Sport. Der stand neben einem Discovery. Abgemeldet weil gerade keinen Bock drauf und dann nach 18 Monaten verkauft gammelte da noch ein ein 535d Kombi ( BJ 2015 ) rum. Den Stelvio und das 124er Fiat Cabrio erwähne ich nur am Rande.

Was ich damit sagen will:

Wer den ganzen Scheiss schonmal gehabt hat, dem isses irgendwann egal welches KFZ bewegt und benutzt wird Dem ist auch fast alles andere egal, weil genügend Geld vorhanden ist um sich „Egal“ leisten zu könne.

Das gilt aber nur für einen Bruchteil der Bevölkerung… die Anderen träumen nunmal davon mal ne fette Karre zu fahren, und nicht in die Brieftasche sehen zu müssen um zu wissen ob sie noch Durst haben.

Ihr zwei beiden seid (zumindest bei @DFW_SEN weiß ich das ) in meiner Altersklasse, irgendwo zwischen 50 und 60. Schäfchen weitestgehend im trockenen… wir haben gut reden.

Schon bei sehr vielen Menschen Mitte 40 sieht das völlig anders aus.

Es ist eine absolute Illusion zu glauben , dass eine Familie mit zwei Kindern und einem Einkommen von 3.000 netto sorgenfrei über die Runden kommt. Sorgenfrei ab 4500 ( weil dann für die eigene Rente vorgesorgt werden kann), Spaß hat man Imho ab 6.000 … und da ist man in der mittleren Mittelschicht.

Nach dieser Logik macht man sich umso mehr Sorgen, je mehr Geld man hat.

Das ist sogar erwiesen …


Jep!

In den neuen Bundesländern gibt es 100qm für 600 Euro in den Städten,
bei jetzt (fast) gleichen Gehältern.
Die Zeiten wo in z.B. Leipzig eine erlesene DG Wohnung über zwei Etagen ( auch Maisonette ) genannt für (weit) unter 1.000 warm zu haben war, sind laaaaange vorbei.
 
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unseen_shores

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30.10.2015
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DFW_SEN

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28.06.2009
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IAH & HAM
Und ich meinen XJ ( Baureihe 350 Sport) durch einen Ford Transit Custom. ( Geile Karre 800 km mit 50 Liter Diesel)

Meine Frau fährt ganz bescheiden einen Touareg 7p ( gebraucht erworben ) , davor war es ein RR Sport. Der stand neben einem Discovery. Abgemeldet weil gerade keinen Bock drauf und dann nach 18 Monaten verkauft gammelte da noch ein ein 535d Kombi ( BJ 2015 ) rum. Den Stelvio und das 124er Fiat Cabrio erwähne ich nur am Rande.

Was ich damit sagen will:

Wer den ganzen Scheiss schonmal gehabt hat, dem isses irgendwann egal welches KFZ bewegt und benutzt wird Dem ist auch fast alles andere egal, weil genügend Geld vorhanden ist um sich „Egal“ leisten zu könne.

Da ist was dran. Aber die Kehrseite der Medaille ist nicht, dass man sich jeden Traum leisten koennen muss. Unzufriedenheit stammt oft daher dass man weniger hat als man will (oder glaubt zu verdienen). Das laesst sich aber nicht durch die Politik lösen, weil man immer mehr haben kann, als man hat, sondern nur durch einen selbst.


Das gilt aber nur für einen Bruchteil der Bevölkerung… die Anderen träumen nunmal davon mal ne fette Karre zu fahren, und nicht in die Brieftasche sehen zu müssen um zu wissen ob sie noch Durst haben.

Woher kommt der Glaube, dass man sich mit einem Mittelklasse Gehalt eine fette Karre leisten kann? Wo kommt der Anspruch her? Das war ja auch "frueher" nicht so. dass man als Abteilungsleiter einen Mercedes 450 SE gefahren ist.

Ihr zwei beiden seid (zumindest bei @DFW_SEN weiß ich das ) in meiner Altersklasse, irgendwo zwischen 50 und 60. Schäfchen weitestgehend im trockenen… wir haben gut reden.

Ja, ich bin 56 und habe meine Schäfchen im Trockenen. Aber ich habe mir all mein Geld verdient, mir ist nichts geschenkt worden, ich habe nichts geerbt. Während meines Studiums habe ich fuer 10 Mark die Stunde getobt, mein erstes Gehalt war dann etwas mehr, aber auch kein Vermögen. Trotzdem war ich immer zufrieden mit dem was ich hatte, wusste dass es mir gut geht. Es stimmt dass ich am Ende meiner Karriere sehr viel Geld verdient habe, aber das hat mich nicht zufriedener gemacht, als ich vorher schon war. Es gibt immer jemand der mehr hat, es gibt immer jemand der weniger hat, Zufriedenheit ist eine Einstellung.


Schon bei sehr vielen Menschen Mitte 40 sieht das völlig anders aus.

Vor 16 Jahren war ich 40. Warum sieht das heute anders aus als damals?

Es ist eine absolute Illusion zu glauben , dass eine Familie mit zwei Kindern und einem Einkommen von 3.000 netto sorgenfrei über die Runden kommt.

Natürlich nicht, aber Sorgen gehören nun mal zum Leben, wie auch Glueck. Und die Sorgen gehen nicht weg, egal was man verdient. Man sorgt sich um die Gesundheit von Leuten die man liebt, man sorgt sich um den Frieden, man sorgt sich um die Umwelt in der man lebt, oder man sorgt sich sein Geld zu verlieren (LH88s Punkt)....... Aber das hindert einen nicht daran trotzdem zufrieden zu sein. Ich habe mich in den lezten Tagen unglaublich ueber den Schnee gefreut, der erste richtige Schnee den ich seit 20 Jahren erlebt habe, das war kostenlos. Ich habe mich auch darueber gefreut am Samstag auf dem Markt einzukaufen. Wir haben tollen Rotbasch gekauft, den meine Frau und ich eben gegessen haben. Ein Genuss, mit Kartoffeln und einem knackigen Endiviensalat. Der Fisch hat 10 Euro fuer uns beide zusammen gekostet, das kann man sich auch leisten wenn man von 3000 Euro leben muss. Zufriedenheit ist eine Einstellung.


Sorgenfrei ab 4500 ( weil dann für die eigene Rente vorgesorgt werden kann),

Freunde von uns in Griechenland leben von 600 Euro Rente im Monat, sie sind nicht sorgenfrei, aber grosszügig und wissen dass es ihnen besser geht als vielen anderen Rentnern in Griechenland. Ein anderer Freund verdient deutlich mehr als 10,000 Euro im Monat und ist trotzdem nie wirklich zufrieden.....

Spaß hat man Imho ab 6.000 … und da ist man in der mittleren Mittelschicht.

Mit 6000 Euro bist Du DEUTLICH ueber dem Median.

Die Zeiten wo in z.B. Leipzig eine erlesene DG Wohnung über zwei Etagen ( auch Maisonette ) genannt für (weit) unter 1.000 warm zu haben war, sind laaaaange vorbei.

Man muss auch nicht in einer erlesenen DG Maisonette wohnen...... Das ist Luxus. Eine normale 3-4 Zimmer Wohnung in einem Vorort ist dann ja scheinbar deutlich günstiger.
 

Tiversin

Erfahrenes Mitglied
06.07.2016
1.722
3.785
DUS
In den neuen Bundesländern gibt es 100qm für 600 Euro in den Städten,
bei jetzt (fast) gleichen Gehältern.
Weisste … ich bin ja Wessi … ( mit Ossisippschaft … so von wegen anno78 habense uns im Ost(er)urlaub die Jeans vonner Leine geklaut) , aber 2023 von. „neuen“ Bundesländern ( rein faktisch selbstverständlich richtig) zu schreiben, finde ich eher naja.
 

LH88

Erfahrenes Mitglied
08.09.2014
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Hast du das schonmal ausprobiert wie das so ist? Wenn nicht, warum nicht wenn es deiner Meinung nach "verdammt gut" wäre?

Der einzige für mich nachvollziehbare Grund wäre dass es dir momentan noch besser als "verdammt gut" geht - das klingt aber in deinem weiteren Beitrag nicht so ganz danach?
Ich lebe seit mehr als 15 Jahren von einem Bruttoeinkommen <1000€, +1 verdient 100€ mehr. Das reicht für uns beide prima, günstige Miete und Geld für ein, zwei Urlaube ist auch drin. Letzten 14 Tage Estland <1200€ für beide inkl. allem.

Glücklicherweise kann ich aber darauf vertrauen das meine Firma hilft wenn es Probleme gibt und der größte Teil meiner Reisen eben beruflich veranlasst ist. Aber auch da, bevor ich 10 - 14 Tage nach Asien in C fliege und dann in vernünftigen/schicken Hotels wohne, bleibe ich eigentlich lieber zuhause. Been there, done that.

Bis Ende der 90er kannte ich Stromsperren genauso wie Kontopfändungen (prekäre Selbstständigkeit), ich glaube ich weiss gut wie man mit sehr wenig auskommt.

Mir geht es aktuell alles andere als gut, Corona hat die Reserven weitest gehend vernichtet, und seit Sept. schlägt die Krise voll zu, da verliert man im Monat mehr Geld als andere im Jahr bedienen - kein Spass.

Was mich tatsächlich davon abhalten würde Bürgergeld zu beantragen wäre die Bürokratie und die Abhängigkeit von diesen kleinen Leuchten im Amt - aber das ist eine andere Story
Beitrag automatisch zusammengeführt:

Was ich damit sagen will:

Wer den ganzen Scheiss schonmal gehabt hat, dem isses irgendwann egal welches KFZ bewegt und benutzt wird Dem ist auch fast alles andere egal, weil genügend Geld vorhanden ist um sich „Egal“ leisten zu könne.
Mir reicht es sogar wenn es mal ein Mietwagen war, ein neues Auto habe ich mir einmal in meinem Labengekauft
Ihr zwei beiden seid (zumindest bei @DFW_SEN weiß ich das ) in meiner Altersklasse, irgendwo zwischen 50 und 60. Schäfchen weitestgehend im trockenen… wir haben gut reden.
Alter passt, die Schäfchen sind leider weggerannt, macht mir aber keine so großen Sorgen, nervt nur ziemlich.
 
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LH88

Erfahrenes Mitglied
08.09.2014
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Du sprachst von 5000 bis 6000 Euro, aber meine Aussagen treffen meiner Meinung nach auch auf 5000 Euro zu, insbesondere wenn Du von Netto sprichst, ich sprach von Brutto.
Ich sprach konkret von 5000€ Brutto, und das muss man erstmal haben
Die erste Frage die ich habe ist ob es wirklich 100qm sein muessen, oder ob 75 nicht hinreichend sind. Mieterhöhungen werden hoffentlich im Schnitt durch Gehaltserhöhungen ausgeglichen und 2500 Euro verfügbares Einkommen sind sehr viel Geld fuer eine Familie. Kein Luxus, aber sehr viel Geld..
Du hast keine Kinder - richtig (Ich auch nicht) aber 75qm mit zwei Kindern - vergiss es spätestens wenn diese in die Schule müssen
Die Waschmaschinen und Autoreperatur solltest Du von Deinen verfügbaren 2500 Euro zahlen koennen, man muss halt prioritisieren und zur Not umschichten. Ein Jobverlust ist natuerlich ein herber Schlag und kann Existenzängste hervorrufen. Glücklicherweise haben wir weiterhin eine Arbeitslosenquote von unter 6% und sind damit historisch auf einem sehr geringen Stand.
Genau dieses umschichten, bereitet Sorgen.
 
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LH88

Erfahrenes Mitglied
08.09.2014
13.633
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In den neuen Bundesländern gibt es 100qm für 600 Euro in den Städten,
bei jetzt (fast) gleichen Gehältern.
Du hast die letzten 5 Jahre in einer Höhle geschlafen? Selbst auf dem Land bekommst du für 600€ die 100qm bestenfalls kalt. Mit Nebenkosten bist du da in der Region 1000€ - bei kleiner Auswahl und wenn du Pech hast Platte.

Ist dann halt noch die Frage wie man es mit dem Job macht, den viele Jobs die es in Berlin, Hamburg, Frankfurt oder München gibt, gibt es in Apolda, Görlitz, Halle oder Suhl nicht.

Prinzipiell ist es richtig das man in den in den östlichen Bundesländern mehr Lebensqualität für weniger Geld bekommt - dafür muss man aber auch auf einiges verzichten und sei es auf eine vernünftige Internetverbindung. Ich würde trotzdem sofort dorthin ziehen wenn ich nicht aus beruflichen Gründen in Berlin bleiben müsste.
 

ichbinswieder

Erfahrenes Mitglied
18.11.2010
2.208
276
Deutschland ist schon seit vielen Jahren ein Niedriglohnland, denn der "Arbeitende" will nicht extra zahlen / mehr zahlen.

Das Steak muss im Supermarkt 5 EUR/kg kosten, der Flug 99EUR nach Malle, Pflegekräfte würden beklatscht, bekommen jetzt mehr und plötzlich mault man rum, weil man für die Pflege nun mehr zahlen soll. Sobald es für einen selbst teurer wird, dann wird gemault. Die armen Handwerker / Fachkräfte, ja gib ihnen mehr Geld ... was, wieso kostet die Montage meines Waschbecken plötzlich 500 EUR und nicht 100 EUR wie früher?

Übrigens, die normale Serviceline, die ihr bei einer bekannten, deutschen Airline anruft, die haben Mindestlohn und Verdi hat dann mal nen Cent mit drauf gelegt, damit man sagen kann "wir geben über Mindestlohn und hat das mit der Geschäftsführung für euch erstritten." Medienwirksam streiken braucht man eh nicht, die Calls werden dann auf ausl. Standorte umgeleitet. Immer weniger wollen das machen, vor allem ist der deutsche Standort in Berlin. Die Preise / Wohnsituation da kennt man ja. Aus dem Grund werden die ausl Standorte immer weiter ausgebaut, da findet man noch "günstiges" Personal. Die Qualität der Serviceline kennt man ja.

Ebenso haben nicht gerade wenige Leute ziemlich hohe Abfindungen erhalten, in der Coronazeit. Wenn die nicht gerade das Geld zum Fenster rauswerfen, dann hält das einige Zeit und man kann sich in Ruhe nach einem besseren Job umschauen. Warum soll man jetzt wieder Koffer schleppen? Es gilt aber auch, um mal beim Airport zu bleiben, dass da einige Jobs sehr gut bezahlt werden und trotzdem fehlt Personal.
 
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odie

Erfahrenes Mitglied
30.05.2015
6.931
2.755
Z´Sdugärd
Du hast die letzten 5 Jahre in einer Höhle geschlafen? Selbst auf dem Land bekommst du für 600€ die 100qm bestenfalls kalt. Mit Nebenkosten bist du da in der Region 1000€ - bei kleiner Auswahl und wenn du Pech hast Platte.
So isses. Ausserhalb des Stuttgarter Speckgürtels zahl ich in der totalen Botanik für 100qm² knapp 700€, kalt versteht sich. 500 Einwohnerkaff mit Friedhof und Kirche, und 2 Bushaltestellen, wo 3 mal am Tag n Bus fährt. Mag sein das es im Osten durchaus in irgendwelchen Abbruchbuden was billigeres gibt, aber eben auch KALT!
 

tripleseven777

Erfahrenes Mitglied
27.06.2016
3.964
3.311
DTM
15 Milliarden EUR Subventionen.
So funktioniert Planwirtschaft (in Deutschland) - DDR 2.0
Wie viele Euro Subventionen sind dies pro Arbeitsplatz?
 

odie

Erfahrenes Mitglied
30.05.2015
6.931
2.755
Z´Sdugärd
Wie schon mal weiter vorne erwähnt...das ist auch durchaus ein hausgemachtes Problem.

Beispiel aus dem Prallen leben: der kleinere Stuttgarter Autobauer sucht einen technischen EInkäufer der dann hinterher die Schrauben für die Alufelgen einkaufen darf. Dazu wird ein Masterabschluss an einer Eliteuni, ein rechtswissenschaftliches Staatsexamen, eine 100% positive Bwertung bei Ebay als vorraussetzung das die Bewerbung überhaupt in die engere Auswahl kommt angenommen. Dazu sollte der Bewerber nicht älter als 25 sein, und 20 Jahre Berufserfahrung haben.

Zu überzogen das Beispiel? Gut, dann nehmen wir mal eine private Bahnline die den Grossraum Stuttgart bedient. Diese hat den Zuschlag bekommen, anstatt der DB. Nun haben die festgestellt, das sie weder Züge, noch Wägen, noch Lokführer haben um auch nur ansatzweise ihrer vertraglichen Leistungen nachzukommen. Man redet dann natürlich wieder vom Fachkräftemangel. Ach ja, das man in solchen Unternehmen auch zum grössten Teil auch nichtmal ANSATZWEISE den Marktüblichen Lohn zahlt...das nur am Rande erwähnt.

Ach ja, nicht zu vergessen das die Jobs auch sehr oft befristet sind....und/oder bei der erst besten wirtschaftlichen Misere die Verantwortlichen das Manager Magazin Handbuch aufschlagen, und da steht auf der ersten Seite: Läuft es kacke, erstmal Leute entlassen. EGAL was es kostet. Nur um dann 6 Monate später wieder den Fachkräftemangel Blues anzustimmen. Siehe ja bei den diversen Flughäfen.

Einen hab ich noch: Hat man dann wirklich mal sein Studium auf dem 2. Bildungsweg gemacht (natürlich vorher mit fundierter Ausbildung) und findet aufgrund der Wirtschaftslage nix (schonmal der erste Fehler) und möchte dann eben "eine Etage tiefer" wieder was finden in seinem erlernten Beruf wird man mit "Überqualifiziert" auch abgelehnt. Auf der anderen Seite ist der 55 Jährige Fallschirmspringer, Ultramarathonläufer zu alt und man hat Angst das er zu oft krank ist....verrückte Welt!

Will sagen: Oftmals sind eben die Firmen ja nicht unbedingt unschuldig an der aktuellen Situation.
 
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Hauptmann Fuchs

Erfahrenes Mitglied
06.04.2011
4.881
3.835
GRQ + LID
15 Milliarden EUR Subventionen.
So funktioniert Planwirtschaft (in Deutschland) - DDR 2.0
Wie viele Euro Subventionen sind dies pro Arbeitsplatz?
Ohne die bekommt @falke3 doch noch ein Basisauto ohne Schnicksnack.

Ausserdem werden die Gründungen vor allem von der EU gefördert im der European Chips Act. Jetzt noch ein Weg die Rüstungsindustrie zu europeanisieren und auf dieser Ebene autark zu werden und die Zukunft der EU ist gesichert, auch wenn die NATO implodiert und die US uns nicht länger wohlgesinnt ist.

1701783444536.png
 

Biohazard

Erfahrenes Mitglied
29.10.2016
6.320
5.252
LEJ
Laut dem kürzlich veröffentlichten Fachkräftereport der Deutschen Industrie- und Handelskammer kann bereits jeder zweite Betrieb offene Stellen zumindest teilweise nicht besetzen.
Vier von zehn Firmen rechnen demnach als Folge des Mangels damit, dass sie ihr Angebot einschränken sowie Aufträge ablehnen müssen und diese verlieren, weil dafür das nötige Personal fehlt.
 
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