I don't feel like dancin' in Oslo.

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shauri

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11.05.2014
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Nachdem wir das Kunstwerk ausreichend gewürdigt haben, machen wir uns auf den Rückweg. Wir nehmen dieses Mal einen weniger steilen und weniger rutschigen Weg und versichern uns, dass wir gleich heute Abend die Spikes in den Kamerarucksack packen werden. Unsere Aufmerksamkeit wandert jetzt allerdings zunächst zu einer weiteren Lichtinstallation. Thema dieses Mal: Unterhosen.

Ich belasse es dieses Mal bei einem Foto. Das Kunstwerk ist übrigens von der selben Künstlerin, wie der Nordic Pixel Forest und heißt "Nordic Hiplights". Die Dame macht offensichtlich gerne Dinge mit Licht.
Apropos Licht, auf unserem Weg durch den inzwischen recht dunklen Wald erstrahlt irgendwann am Wegrand auch noch "Marylin Monroe" von Richard Hudson, der auf dem Foto der Website des Ekebergparken im Übrigen ein wenig aussieht wie Dr. House.

Als wir auf dieses letzte Kunstwerk auf unserem Rückweg zusteuern, frage ich mich kurz von weitem, ob es sich um eine Gottesanbeterin oder einen liegenden Mann mit riesiger Erektion handelt. Beim Näherkommen wird es dann doch sehr eindeutig. Es handelt sich um "Deep Cream Maradona" von Sarah Lucas. Verzaubert uns jetzt nicht ganz so, wie der Nordic Pixel Forest, erinnert aber an gewissen Stellen an die Würste aus Kabeljau-Rogen, die der Gatte vor einigen Tagen auf dem Teller hatte.

Das ist dann jetzt aber auch genug Kunst für heute.
Zurück an der Aussichtsplattform nutze ich noch die Gelegenheit für ein oder zwei Fotos über das inzwischen recht nächtliche Oslo.



Mein Stativ liegt im Übrigen genau dort, wo auch unsere Spikes liegen. Unsere zweite Runde heute war immerhin auch noch einmal fast 5,5 km lang und hatte erstaunliche 193 Höhenmeter Gesamtanstieg. Zurück nehmen wir jetzt aber die Straßenbahn.
Wir machen uns kurz frisch und begeben uns erneut zur Straßenbahn, um zum Restaurant "Miso Ramen", das zwischen Aker Brygge und Nationatheater liegt, zu fahren. Dort gibt es, wie der Name schon sagt, ein Süppchen zum Aufwärmen. Dazu ein kaltes Asahi und Kimchi.



Ich habe mich für einen Ramen mit Schweinenacken, Noriblättern, Zwiebeln, Bambus und Ei basierend auf einer Soja-Hühnerbrühe entschieden.

Der Gatte hat eine Sesambrühe mit scharfem Hühnerhackfleisch, Ei, Pak-Choi und Bambus, beide Suppen haben außerdem reichlich Nudel-Einlage.

Gut aufgewärmt und gesättigt stellen wir bei Ankunft an der Bahn-Haltestelle wieder einmal fest, dass die Bahn noch mindestens 12 Minuten mit Tendenz zur Verspätung braucht. Kurzerhand laufen wir zurück zum Hotel.
Die Uhr stoppt heute bei 18,5 km und wir haben uns damit noch ein Frydenlund Bayer verdient.
 
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shauri

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malschauen

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05.12.2016
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Pipilotti Rist ist eine schweizer Videokünstlerin. Daher wird bei ihren Kunstobjekten wohl Licht immer eine Rolle spielen.
 
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ingridadele

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14.03.2009
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Danke fürs Zeigen der zahlreichen Momentaufnahmen des Lichtkunstwerks. Ich kann deine/eure Faszination sehr nachvollziehen. Zumal ich auch zu den Menschen gehöre, die Kunst in 2 Kategorien unterscheiden: gefällt mir bzw. fasziniert mich oder uninteressant.
[weitere teilweise sehr ansprechende Lichtobjekte werden zur Zeit in der Kunsthalle Bielefeld gezeigt ( https://kunsthalle-bielefeld.de/programm/ausstellungen/alles-licht/ ) ]
 
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shauri

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11.05.2014
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Pipilotti Rist ist eine schweizer Videokünstlerin. Daher wird bei ihren Kunstobjekten wohl Licht immer eine Rolle spielen.
Da könnte ein Zusammenhang bestehen.

Zumal ich auch zu den Menschen gehöre, die Kunst in 2 Kategorien unterscheiden: gefällt mir bzw. fasziniert mich oder uninteressant.
Genau so ist es. Was hilft es, wenn das Kunstwerk noch so wichtig ist aber ich persönlich nichts damit anfangen kann.

weitere teilweise sehr ansprechende Lichtobjekte werden zur Zeit in der Kunsthalle Bielefeld gezeigt
Interessant, danke!
 

shauri

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11.05.2014
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I don't feel like dancin' am Rosenslottet und am Holmenkollen
Auch heute begeben wir uns wieder wie gewohnt kurz nach acht zum Frühstück und wundern uns über die ungewohnt vielen deutschen Gäste. Wir vermuten einen Zusammenhang mit der heute abgehenden Fähre nach Kiel. Wir lassen uns nicht weiter stören, und ich gönne mir heute mal etwas von dem ausgesprochen knusprigen Speck zu den Pfannkuchen.

Der Gatte lässt sich derweil ein Omelette nach Wunsch braten.

Für mich gibt es wieder mein geliebtes "Urlaubsbrot Deluxe".

Der hausinterne Müsli-Kontest nimmt langsam Fahrt auf, nachdem wir uns mit den kleinen Schüsseln arrangiert haben.

Ein bisschen Gebäck passt auch noch rein, es ist schließlich kalt draußen, und wir brauchen jede Kalorie, die wir kriegen können.

Heute fahren wir mit der U-Bahn-Linie 1 bis zur Endhaltestelle. Die Strecke führt am Homenkollen und dem zugehörigen Ski- und Rodelgebiet vorbei. Dementsprechend voll ist dank Winterferien die Bahn, in der heute ähnlich viele Skifahrer unterwegs sind, wie man es sonst in Seilbahnen in Skigebieten gewohnt ist. 3 Haltestellen vor Ende steigen dann noch etwa 20 Schlittenfahrer zu. Wintersport mit ÖPNV, wo gibt es das sonst, außer in Oslo.
Wir haben uns hingegen heute bei schönem Winterwetter tatsächlich noch einmal für Kunst entschieden: Wir besichtigen das "Rosenslottet", eine große Kunstinstallation von Vebjørn und Eimund Sand, die sich der Besetzung durch die Nazis und dem Widerstand Norwegens widmet. Ich fand das Kunstwerk primär als Fotomotiv schön, es ist aber auch wirklich ansprechend und informativ gestaltet. Einiges erinnert uns auch an einige Denkmäler, die wir während unserer Tour im Norden letzten Sommer gesehen haben.
Der Eintritt sowie die Bahnfahrt ist übrigens im Oslo Pass mit inbegriffen.
Wir finden das Gelände durchaus eindrucksvoll und interessant. Da fotografieren hier ausdrücklich erwünscht ist, werde ich versuchen, ein bisschen von der Atmosphäre und Kunst hier rüberzubringen. Mit dem weißen Schnee als Hintergrund kommen die Gemälde meiner Meinung nach auch besonders gut zur Geltung.
Das ganze Areal ist spiralförmig angelegt und beherbergt eine Mischung aus Bildern und Skulpturen mit ausgiebig erläuterten geschichtlichen Hintergründen. Während der Gatte die Tafeln studiert, widme ich mich den visuellen Eindrücken und der fotografischen Dokumentation.

Das Portal ist abends wohl auch beleuchtet.

Besonders haben es mir diese Skulpturen angetan, die auf den Fotos immer wieder auftauchen werden. Jede hat eine eigene Bedeutung, eine davon stellt zum Beispiel eine Fichte dar und eine ein kaputtes Segel. Die Texte zu allen Bildern und Installationen können in der virtuellen Ausstellung auf der Website auch noch einmal nachgelesen werden: https://roseslottet.no/digital-utstilling/

Die weiße Rose steht für eben diese gleichnamige Widerstandsgruppe.

Auf den meisten Gemälden sind Personen aus der Besatzungszeit und deren Bedeutung dargestellt.

Der Turm steht für hunderttausende sowjetische Gefangene, die unter anderem als billige Arbeitskräfte im Eisenbahnbau eingesetzt wurden.

Dieses Gemälde heißt "der Informant" und beschäftigt sich mit der Zwangsevakuierung der Bevölkerung der Finnmark und Nord-Troms. Die Farben wirken vor dem winterlichen Hintergrund besonders beeindruckend.

Die Landschaft hier oben ist wunderbar winterlich.











Das Zentrum der spiralförmigen Installation (die übrigens "The Spiral Road - the frozen River of Time" heißt) nennt sich "the Star of the Unborn" und steht insbesondere für Menschenrechte.



Auf dem Schild im Vordergrund kann man eine kleine Eule erkennen, sie ist das Kinder-Maskottchen des Museums und ein Astronom. Das Kunstwerk mit der Eule selbst auf dem Gelände habe ich leider nicht fotografiert, es war ziemlich verschneit

Die Kugel kann betreten werden.





Auch die Natur macht hier Kunst. Schnee auf Ast, der in der Sonne glitzert.

Nochmal die beeindruckenden fünf "Main Structures"



Diese Galerie widmet sich den Frauen im Widerstand. Die Dame links mit dem Rentier kommt aus Karasjok, das wir im Spätsommer ja auch besucht haben.



Mit einem letzten Blick auf die "Hauptstrukturen" verabschieden wir uns von dieser (gerade bei Schnee) wirklich beeindruckenden Ausstellung.
 
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shauri

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11.05.2014
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Wir haben uns entschieden, von hier aus zum Holmenkollen nebst gleichnamiger Schanze zu wandern. Es sind nur 3,5 km, die man entlang der Loipen angenehm und durch schöne Winterlandschaft wandern kann.



Wir laufen natürlich immer brav neben der gespurten Loipe.







Nach nicht allzu langer Zeit kommt auch die Sprungschanze in Sicht, die wir schon 2022 besucht haben.







Wir schauen noch bei den Trollen nebenan vorbei, bevor wir zur Schanze gehen.

In der Biathlon-Arena trainieren ein paar Nachwuchsschützen und wir schauen eine Weile undokumentiert zu. Ich unterhalte mich mit dem Trainer, die Schießentfernung beim Biathlon sind 50 m, man schießt liegend auf 4,5 cm und stehend auf etwa 11 cm Zielgröße. Die Jugend bis 17 Jahren schießt nur liegend und muss auch ihr Gewehr beim Laufen nicht mit tragen, dieses liegt am Abschussplatz in einer Halterung. Ab 17 Jahren wird dann stehend und liegend geschossen und das Gewehr wird beim Laufen - wie man es aus den Fernsehen kennt - auf dem Rücken getragen. Beim Zielen gibt es übrigens keine Vergrößerung am Gewehr, nur ein Visier. Sehr interessant, so viele Infos aus erster Hand zu bekommen, während wir den Jugendlichen beim Training zuschauen können.

Auch auf der Sprungschanze wird heute trainiert, und ich ärgere mich, dass ich mich dagegen entschieden habe, mein Teleobjektiv mit auf diese Reise zu nehmen. Der Gatte ist vermutlich dankbar, dass er sich nicht wieder - wie bei unserem Erstbesuch vor 20 Jahren - die Füße hier abfrieren muss, während ich (damals noch mit einer kleinen Digitalkamera erfolglos) versuche, Skispringer zu fototfrafieren. Es gibt also nur ein paar Weitwinkel-Schanzenfotos mit "Finde den Skispringer"-Symbolcharakter.





Wir umrunden die Schanze dennoch einmal und schauen den Springern ein bisschen zu. Es rauscht ganz schön laut, wenn sie vorbeifliegen.

Wir schauen noch kurz im Souvenirshop vorbei, ich nehme einen Schlüsselanhänger als Deko für meine Bogenutensilien mit, wie ich es seit einigen Jahren bei Reisen mache. An der Unterführung hängt Kunst.

Wir fragen uns, was hier vorgefallen sein muss, dass man dieses Schild an den Skisprung-Hang hängen musste. Uns würde es nicht im Traum einfallen, diesen gefühlt fast senkrechten Hang herunter zu rodeln.

Da es inzwischen ziemlich zugezogen hat und Oslo schon den ganzen Tag im Dunst liegt, sparen wir uns die Fahrt hoch auf die Schanze, hier standen wir 2022 bei besserer Sicht.

Wir machen uns so langsam auf den Rückweg zur Bahn, der immer wieder überraschend lang ist, und kommen noch an einem Homo-Wintersportiensis vorbei.

Zurück in der Stadt wird es Zeit für eine Fika im Espresso House mit Zimt- und Zuckerschnecke:

Nach einem Boxenstopp im Hotel mit Duschen und Fotos Bearbeiten gehen wir quasi nahtlos zum Abendessen im Steakhouse KöD über. Es gibt schwedisches Mariestad Pilsener vom Faß und Foccacia mit Senf-Mayonaise vorneweg.

Als "richtige" Vorspeise teilen wir uns die Wagyu Taccos mit Mango-Sauce und Chili. Sehr lecker, aber auch sehr fettig. Es wäre doch ganz praktisch gewesen, wenn wir neben dem Taccoständer noch ein kleines Tellerchen für jeden bekommen hätten. So muss der Kellner danach mal schnell den vollgetropften Tisch reinigen.

Als Hauptspeise teilen wir uns ein 500g Ribeye. Laut Karte kommt jedes Steak mit Karottenpüree. Beilagen müssen extra bestellt werden, man empfiehlt uns zwei pro Person. Aufgrund des kleinen Tisches und diverser Erfahrungen mit gigantischen Beilagenportionen in Steakhäusern weltweit halten wir uns hier zurück und entscheiden uns nur für drei: gegrillten Mais, Champignons und Silberzwiebeln in Knoblauch und Parmesan-Fritten. Da das in der Karte angekündigte Karottenpüree nur als Deko taugt, wäre auch eine vierte Beilage locker drin gewesen, aber wir werden auch so satt.

Das Ribeye ist wie gewünscht perfekt "Medium Rare" gebraten und wird mit Salz, Butter, Thymian und Rosmarin serviert. Ein absoluter Genuß. Auf eine Soße dazu haben wir verzichtet und auch keine benötigt.

Irgendwie gelüstet mir jetzt aber noch nach Nachtisch, der Gatte ist einer Creme Brullée nicht abgeneigt, und ich probiere den Apfelkuchen mit Vanilleeis und Salzkaramellsauce. Wir haben beides nicht bereut.

Auf den flüssigen Nachtisch in der Hotelbar verzichten wir heute allerdings, zumal die Uhr heute trotz Fußweg zum Abendessen nur 11 km anzeigt.
 

Travel_Lurch

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15.09.2009
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Freut mich, wenn die Fotos gefallen und halbwegs widerspiegeln, wie schön dieses Kunstwerk ist. Die wechselnden Farben und die leise Musik kann ich mit Bildern natürlich nicht widergeben. Die Installation scheint permanent zu sein: https://ekebergparken.com/nb/nordic-pixel-forest
Lichtinstallationen sind "meistens" sehr sehenswert.
Ich kann folgende empfehlen:
TeamLab (diverse Orte weltweit - nun auch in Hamburg).
Naples Botanical Garden by night (leider aktuell keine Veranstaltung). Im Herbst wieder? Sehr ähnlich zu dem in Oslo - aber ohne Musik).
Museum James Turrell in der Hess Collection in Colome (Provinz Salta, Argentinien). Auch hier ein leider: Stromausfall an den 2 Tagen, welche wir in der Ecke waren.
Grummel - wenigstens Fotos im Web konnte man sehen. Zum Trost gab es guten Malbec. Turrell hat aber seine Kunst ziemlich gut über die Welt verteilt - siehe: https://en.wikipedia.org/wiki/James_Turrell.
 

schlepper

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31.08.2016
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Das Rathaus ist von innen wirklich ein faszinierendes Gebäude. Man sollte sich von dem brachialen Äußeren nicht abschrecken lassen und sich das Ganze von innen ansehen. Ist übrigens auch kostenlos.
So viele Male schon an dem Gebäude vorbei gelaufen, und das erfahre ich erst jetzt - ist notiert für den nächsten Besuch.
 
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shauri

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11.05.2014
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So viele Male schon an dem Gebäude vorbei gelaufen, und das erfahre ich erst jetzt - ist notiert für den nächsten Besuch.
Mach dir nichts draus, ich habe es auch nur zufällig irgendwo gelesen.

Puh, ja also so faszinierend Lichtkunst auch sein mag, ich werde jetzt nicht auch noch sowas auf meine ohnehin schon endlose Reise-Wunschliste setzen ;) wenn ich in der Nähe bin, nehme ich aber gerne welche mit.
 
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shauri

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I don't feel like dancin' am Grefsenkollen
Heute soll das Wetter nochmal richtig gut werden, wir wollen das zum Wandern nutzen. Deshalb (und natürlich nur deshalb) wird jetzt erstmal wieder ausgiebig gefrühstückt. Heute lasse ich mir das Omelette braten, der Gatte macht sich derweil ein ausgesprochen freundlich aussehendes Urlaubsbrot.



Eine Runde Pancakes...

und der tägliche Müsli-Contest dürfen natürlich auch nicht fehlen.



Wir packen uns wieder warm (später wird sich herausstellen, dass etwas zu warm) ein und fahren mit der Straßenbahn nach Grefsen, um den gleichnamigen Kollen zu besteigen. Während Oslo unter einer Dunstglocke liegt, ist hier traumhaftes Winterwetter.

Am Beginn des offiziellen Wanderweges könnte man sich ein "Rodelwalross" mitnehmen. Im Nachhinein hätten wir das wirklich tun sollen.

Wir folgen dem Wandeweg nach oben, teilweise gemeinsam mit einer Loipe, ab und an queren wir auch Skipisten.

Die erste Piste sieht noch recht harmlos aus,

Weiter geht es durch traumhafe Winterlandschaft mit Schnee und Sonne.

Damit es etwas abenteuerlicher wird, queren wir zwischendurch auch schonmal einen Skilift.

Die nächste Piste flöst uns doch etwas respekt ein. Der Blick nach oben sieht noch machbar aus,

... nach unten wirkt es einfach nur lebensmüde. Die Piste wird auch die ganze Zeit nicht befahren, bis sich, kurz nachdem wir wieder dem Weg in den Wald folgen, zwei etwa zehnjährige, ohne mit der Wimper zu zucken, hinunterstürzen. Hut ab.

Wir klettern derweil nicht ganz so todesmutig durch den Wald nach oben. Unsere Spikes brauchen wir bisher nicht, der Schnee ist ziemlich griffig.

Es sind hier auch jede Menge Tierspuren, hier ein Eichhörnchen. Elchspuren sichten wir natürlich keine.

Es geht immer steiler und felsiger bergauf.

An einem Felsen entdecke ich prächtige Eisskulpturen.





Nach einem durchaus steilen und anstrengenden Anstieg stehen wir mal wieder auf einer Skipiste.

Die Aussicht ist zwar schick hier, allerdings sollte unser Weg laut Karte jetzt genau hier runter gehen. Halten wir für keine gute Idee und so navigieren wir uns auf einem anderen Weg parallel zu unserem Hinweg wieder nach unten. Eigentlich wollen wir nämlich zu dem gefrorenen See rechts unten im Bild neben den roten Häusern.
 

shauri

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11.05.2014
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Wir schaffen es auch eigentlich ganz gut zurück, an einer steilen, rutschigen Stelle entschließen wir uns aber, sicherheitshalber auf dem Hintern runterzurutschen. Wir tragen ja Skihosen. Hätten wir mal ein Walroß mitgenommen.
Am See angekommen bewundern wir erstmal die tollen Eiskristalle an den Ästen.



Danach konsultieren wir die Karte. Unser Weg sollte jetzt eigentlich um diesen und noch einen weiteren See herum und dann zum Grefsenkollen führen. Die gesamte Runde soll 7,5 km sein. Wir sind aber jetzt schon 4,5 km gelaufen, und die Runde um die Seen sieht nochmal genauso weit auf der Karte aus (wir sind zwar etwa 500 m weiter gelaufen, da wir von einer anderen Haltestelle als angegeben losgelaufen sind, aber das kommt trotzdem nicht mit 7,5 km hin). Die Alltrails Entfernungen stimmen ja bekanntermaßen auch nicht immer.
Da uns die Kletterei im Schnee schon ordentlich in den Knochen steckt, beschließen wir, nur noch den See direkt vor uns zu umrunden und dann direkt zum Grefsenkollen zu gehen. Schön ist es hier jedenfalls.

Dort oben links haben wir an der Skipisten gestanden, im Wald links davon sind wir umhergewandert.



Ich überlege kurz, mir ein paar Ski zu leihen und zumindest den Kinderhügel herunterzufahren, aber meine Beine sind schon zu schwer vom Klettern. Mit ein bisschen Übung hätte ich es die rechte Piste sicher auch wieder runtergeschafft, dort fahren auch die Anfänger Skikurse.

Für uns geht es stattdessen rechts von der Skipiste im Wald wieder steil nach oben bis zum Grefsenkollen. Hier befindet sich auch ein Restaurant mit Außensauna und für die ganz harten ein Eisbad. Wir sind sicher, dass dieses auch genutzt wird.

Die Aussicht hier ist wirklich schön, auch wenn Oslo immer noch im Dunst liegt.







Man kann hier bis zum Holmenkollen, an dem wir gestern waren, sehen.

Sogar die Schanze ist mit bloßem Auge zu erkennen. Ins Foto kann man ja auch reinzoomen.


Wir gönnen uns heute mal Mittagessen statt Fika nach den Strapazen bisher.

Wir bestellen Rinderbrühe, die eher eine sehr gute und deftige Gulaschsuppe ist und wollen noch die Wurst und Käseplatte teilen. Es gibt die große und die kleine Variante. Wir fragen nach, was wir uns darunter vorzustellen haben: Auf der kleinen sollen von jeder Käsesorte zwei Stücke sein. Ohne eine Chance zur Intervention meinerseits bestellt der Gatte die große Portion. Auf meine irritierte Nachfrage verkündet er, es sei ja sonst nur ein Stück Käse für jeden pro Sorte und das wäre ja schade, wenn der gut wäre. Nagut, jetzt sitzen wir also hier mit einer Familien-Schlachtplatte. Brot gibt es zur Suppe und zur Wurst- und Käseplatte auch noch reichlich.

Netterweise bekommen wir auf Nachfrage Verpackungen, in denen wir die Reste als Proviant für morgen mitnehmen können. SO gefräßig sind wir dann nämlich doch nicht. Zum Glück verdirbt bei dem Wetter ja auch nichts so schnell, und wir haben auch einen Kühlschrank im Zimmer.
Mehr als gut gesättigt geht es durchs Winter-Wonderland bei Traumwetter wieder zurück Richtung Straßenbahn.



Wir kommen an einem weiteren Aussichtspunkt vorbei, inzwischen ist es auch über der Stadt etwas aufgeklart.





Noch ein weiteres Stück durch den Winterwald und wir erreichen nach 7,3 km und 319 Höhenmetern wieder die Straßenbahnhaltestelle. Interessant, da die doppelt so weit auf der Karte aussehende Runde laut Alltrails auch nur 7,7 km gewesen wären.

Wir brauchen jetzt erstmal eine Dusche, die Anstiege waren doch sehr schweißtreibend.
Danach nutzen wir das schöne Wetter noch für ein bisschen bummeln. Am Abend gelüstet uns nach Fisch, und so landen wir im Restaurant "Fish Me" in Aker Brygge. Wir werden sehr freundlich empfangen und bestellen die in den Bewertungen hochgelobte Fischsuppe als Vorspseise. Wohlweißlich zum Teilen. Sie ist wirklich sehr lecker, aber auch sehr mächtig. Nach der Knoblauchbutter hat man noch dazu keine Freunde mehr, aber wir mögen ja Knoblauch und essen zum Glück beide davon.

Dazu ein Ringnes Pilsner vom Fass. Kann man trinken (wir durften auch das Frydenlund Juicy IPA probieren, ich würde es als biergewordene Fanta Mango bezeichnen). Wie gut, dass wir heute Nachmittag beim Bummeln davon eine Probierdose gekauft haben. Vermutlich wird sie für laue Sommerabende mit nach Hause kommen.

Als Hauptgericht wählt der Gatte Steinbutt und ich den Lachsburger. Beides ist sehr lecker.


Der Gatte braucht unbedingt noch ein paar Kalorien, um die Wanderung zu kompensieren und schlägt noch einen Blick in die Nachtischkarte vor. Bei Nachtisch höre ich mich ja selten Nein sagen.
Ich nehme das Schokoladen-Brownie, der Gatte den mit Cognac flambierten Apfelkuchen. Dazu gibt es Vanilleeis, das auf in der Karte nicht erwähntem, aber umso leckererem Crumble ruht.


Das hinreichend bekannte Feierabend-Bier in der Hotelbar bleibt undokumentiert.
Die Kilometer-Uhr steht bei knapp 15.
 

shauri

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I don't feel like dancin' auf den Inseln im Oslofjord
Es ist kalt, wir wollen auch heute draußen wandern, also ist ein susgiebiges Frühstück einfach wieder ein Muss. Die Highlights sind sehr vitaminreich:



... und noch ein bisschen "Brennmaterial" gegen die Kälte gleich.

Da gerade keine passende Bahn fährt, laufen wir mal wieder nach Aker Brygge zum Fähranleger. Dort nehmen wir die Fähre zu den Inseln im Oslo-Fjord. Mit einem schönen Blick auf die Festung verlassen wir leise und umweltfreundlich mit der Elektro-Fähre den Anleger von Aker Brygge.



Im Neubaugebiet von Aker Brygge hat man heute angebaut, eine nicht ganz so leise und weniger umweltfreundliche AIDA.

Die Sightseeing-Fähre hat ebenfalls gerade den Hafen verlassen.

Unser erster Halt ist die Hovedøya. Hier wollen wir eine kleine Rundwanderung mit Blick auf Oslo machen.

Wir bewundern nochmal den Anbau in Form der AIDA in Aker Brygge.

Auch die Fähre wird nochmal dokumentiert.

Wir laufen zunächst ein Stück am Wasser entlang und haben einen schönen Blick auf Festung und das Rathaus.

Weiter links wieder Aker Brygge und die AIDA.

Wir passieren den Yachthafen in Winterruhe.

Die flache Bucht dahinter ist sehr schön winterlich vereist.

Wir passieren das Kommandant Huset. Es gäbe hier noch einige historische Gebäude, aber wir haben uns zunächst für den Teil der Insel mit Aussicht auf Oslo entschieden.

Auf den Inseln ist natürlich weniger verschneit als oben auf den Bergen.

Dafür hat man hier Aussicht auf den Industriehafen.

Der Weg ist trotzdem schön, auch mit weniger Schnee.



Schöne Felsen haben sie hier auch.

Die Aussicht auf Oslo wird immer besser. Hier sehen wir den Hügel, auf dem sich der Ekebergparken befindet, in dem wir die Lichtkunst bewundert haben.

Oper, Munch Museum und die tägliche Fähre nach Kopenhagen.



Natürlich führen Felsen in Kombination mit Aussichtspunkten in Norwegen gewohnheitsmäßg zu halsbrecherischen Steilhängen. Ein letztes Foto vor der Kletterpartie.

Wenigstens werden wir mit guter Aussicht belohnt.

Sogar ein bisschen blauer Himmel ist zu sehen. Es wird der letzte für heute sein.

Wir kommen an einem Steinbruch vorbei. Vielleicht ist es auch eine kleine Kontinentalplattenverschiebung.

Eine Stunde und einige Kletterpartien später nehmen wir die Fähre nach Gressholmen. Auf der zwanzigminütigen Fahrt sieht man natürlich wieder die AIDA, die ist ja auch schwer zu übersehen.

WIr schippern an kleinen Inseln vorbei.


 

shauri

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Auf Gressholmen verlassen wir gemeinsam mit etwa fünf weiteren Personen die Fähre. Ein eisiger Wind pfeift uns um die Ohren, und die Mitreisenden stehen etwas ratlos vor dem geschlossenen Café, das hier im Sommer Gäste in großem Maßstab bewirtschaftet. Wir hatten gelesen, dass das Café geschlossen hat, und haben ja sowieso noch die Reste von unserem üppigen Mittagsmahl von gestern dabei. Wir wollen auch hier die Insel ein bisschen umwandern. Mein gestern neu gekauftes Merino-Shirt kommt bei den eisigen Wind gleich in den Härtetest und wird für gut befunden.



Uns gefällt es hier landschaftlich, die Felsen mit dem leichten Schnee zusammen mit dem düsteren Himmel bieten auch gute Fotomotive.



Auf der Nachbarinsel stehen ein paar hübsche bunte Häuser.

Gressholmen scheint weitgehend unbewohnt, dafür ist ein Teil der Insel ein Naturschutzgebiet.

Schöne Felsen haben sie auch hier auf der Insel, aber Kletterpartien bleiben uns hier ausnahsweise erspart.

Auch hier wieder ein schöner Blick auf bunte Häuser auf der Nachbarinsel.


Die Aussicht beeindruckt, die inzwischen sehr steife Brise allerdings auch.





Der Elch genießt die Aussicht und ist froh, dass er einen Schal trägt. Traudel ist natürlich bei ihrem geliebten Bären auf dem Zimmer geblieben.

Die norwegische Flagge zeugt von strammem Wind, der auch immer weiter zunimmt.

Wir entscheiden uns, den Hügel auf dem nächsten Teil unserer kleinen Wanderung nur auf einer Seite bzw. mittig zu umlaufen, auf der Windseite weht es inzwischen einfach nur noch gnadenlos und kalt.
Überall stoßen wir auf Schienen, einige Teile der Insel waren in früheren Jahren auch Schießplätze. Ein kleiner Teil der Insel ist deshalb wegen kontaminiertem Boden gesperrt, im Wald wird nur davor gewarnt, Kinder im Sand spielen zu lassen und Beeren und Pilze zu ernten. Keine der drei Optionen kommt für uns im Winter in Frage, wir konsumieren nur Landschaft und Aussicht.



Ein Graffiti kreuzt unseren Weg.



Der Rückweg wird dann nochmal etwas unwirtlich, unter den Schneeverwehungen verbergen sich vereiste Stellen und es weht einfach nur fies und kalt.


Gefühlt kurz vorm Whiteout.

Wir nähern uns wieder dem Fähranleger.

Bis dahin müssen aber noch ein paar Felsformationen bewundert und dokumentiert werden.



Die stündlich verkehrende Fähre lässt noch eine halbe Stunde auf sich warten, und so ziehen wir uns in einen windgeschützen Bereich hinter dem geschlossenen Café zurück und verzehren unser Proviant.
 

shauri

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Danach haben wir immer noch gut 15 Mintuen Zeit. Am Fähranleger pfeift es einfach nur übel, und die einzige Möglichkeit, windgeschützt und halbwegs warm zu warten, ist die geräumige Behindertentoilette. Ein Wartehaus oder andere Räumlichkeiten gibt es nicht, aber da wir augenscheinlich momentan sowieso die einzigen Menschen auf der Insel oder zumindest am Anleger sind, stören wir auch keinen.
Immerhin kommt die Fähre pünktlich, und wir können jetzt 30 Minuten im Warmen sitzen. Der Reiseelch genießt die Aussicht.

Inzwischen hat es kräftig zu schneien begonnen, aber wir bummeln noch eine Runde durch die Einkaufsstraßen. Die Läden sind ja beheizt.
Ich fotografiere mal wieder das Freia-Werbeschild, das fand ich vor 20 Jahren schon ein schönes Motiv. Was damals mit viel Mühe die kleine Difgitalkamera gemacht hat, macht das Handy heutzutags quasi mühelos aus dem Handgelenk in schön.



Kurz vorm Hotel gelüstet uns nach einem Heißgetränk und etwas süßem. Sparsam teilen wir uns ein Karamell-Cookie, wir hatten ja schon Mittagessen.

Wir wärmen uns ein wenig im Hotelzimmer auf und verpassen danach knapp die Straßenbahn in Richtung Abendessen. Naja, laufen wir halt dieses Mal zum Nationaltheater, weil wir die Bahn verpasst haben und nicht wie sonst, weil uns die Wartezeit zu lange ist. Es schneit ja auch inzwischen schön, also warum nicht noch einen kleinen Schneespaziergang anhängen.
Wir gehen heute wieder zu Miso Ramen. Eine heiße Suppe ist zum einen genau das richtige bei dem Wetter, zum anderen hat es uns dort sehr gut geschmeckt, und wir wollen jetzt auch noch andere Ramen-Varianten und die Gyoza probieren. Dazu ein winterliches Kirin vom Faß.

Der Gatte hat dieses Mal einen Ramen mit Rindfleisch, ich habe den scharfen Sesam-Ramen mit Huhn, den der Gatte letztes Mal hatte.

Die Gyoza sind groß, heiß und lecker mit einer säuerlich-scharfen Soße. Vor dem Foto ist die erste von den dreien bereits zu Testzwecken gegessen worden.

Nach dem Essen könnten wir sogar mal eine Straßenbahn relativ passend erreichen, aber es schneit so schön, und ich möchte lieber noch einen Winterpaziergang machen.
Wir variieren den Weg mal ein wenig und nehmen ein paar andere Straßen und stoßen dabei tatsächlich in einer Tierfgarageneinfahrt auf Wildlife:

Auch sonst bietet Oslo bei Nacht und Schneefall noch ein paar schöne Motive.



Auch die Freia-Werbung im Schneegestöber darf hier natürlich nicht fehlen.



Die Uhr zeigt aus unerfindlichen Gründen heute 30.000 Schritte und 21 km, nur wegen ein paar Schneespaziergängen. Darauf noch ein Bier in der Hotelbar.
 

shauri

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11.05.2014
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I don't feel like dancin' auf Bygdøy
Wir wollen heute nochmal ein bisschen laufen, also gibt es ausgiebig Frühstück. Natürlich.
Ich dokumentiere die Highlights:





Draußen ist es noch sehr grau, die Wetter-App sagt neblig, aber es soll am Nachmittag aufreißen. Auch die Wetterexpertin in mir sagt voraus, innerhalb der nächsten Stunden wird sich der Nebel lichten, also fahren wir schonmal mit der Bahn in Richtung Bygdøy. Auf dem Weg zum Bahnhof kämpfen wir uns dank gestrigem Schneefall und heutigen Temperaturen knapp über Null durch gefühlt knietiefen Schneematsch.
Auf Bygdøy wäre als Schlechtwetterprogramm noch ein Museumsbesuch auf die am frühen Nachmittag ablaufende Oslo-Card geplant gewesen. Da das Wetter aber Aussicht auf Besserung verspricht und es schön verschneit ist, entscheiden wir uns für eine Umrundung der Halbinsel zu Fuß.

Gleich zu Beginn sehen wir ein paar Rehe. Elche hätte ich hier jetzt auch keine erwartet, obwohl einen Tag nach unserem Besuch auch am Holmenkollen eine Mutter mit Jungen gesichtet wurde.

Noch ist es sehr grau, aber wir laufen jetzt sowieso erstmal ein Stück durch den Wald, da stört das nicht weiter.

Wie es sich in Norwegen gehört, gibt es auch hier ein paar kurze, kräftige Steigungen.

Als wir uns zum ersten Mal dem Meer nähern, ist die Aussicht noch eher mystisch, aber die Sonne kämpft sich so langsam durch den Nebel.

Dafür spiegelt es sich hier schön im ruhigen Wasser.

Wir gehen weiter und so langsam reißt der Himmel auf.

Der langsam aufklarende Himmel mit dem Dunst über dem Wasser ist ein ausreichend schönes Motiv, die Kamera nochmal auszupacken. Ich sollte sie so schnell auch nicht wieder weglegen.









Wir wandern weiter durch den verschneiten Wald.





Am Christian August Denkmal vorbei nähern wir uns wieder dem Meer.

Wenig überraschend, dass dieser wunderschöne Ort "Paradiesstrand" genannt wird.







Der Reiseelch genießt die Aussicht und lässt sich die Sonne auf die Nase brennen. Wir auch.





Wer hätte gedacht, dass es heute noch SO schönes Wetter wird. Und das auch noch satte zwei Stunden früher, als im Wetterbericht vorhergesagt. Uns ist ein bisschen warm in unseren Winterklamotten, aber wir beklagen uns nicht.
Da Samstag ist, genießen auch einige andere das schöne Wetter, allerdings scheinen hier fast nur Einheimische unterwegs zu sein, viele davon mit Hunden. Touristen sind hier so gut wie nicht unterwegs.





So langsam tauchen auch die Berge aus den Wolken auf.


Am Ufer finden sich ein paar schöne Motive aus schwarzen Felsen, Schnee und Eis.



Die Spiegelungen im ruhigen Wasser bei Gegenlicht sind mindestens genauso schön zu fotografieren.


 

shauri

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11.05.2014
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Wir kommen hier nur sehr langsam voran, es gibt so viel Schönes zu sehen und zu fotografieren. Auch die Sonne lässt sich hier am Strand einfach gut genießen. Vielleicht ist uns auch einfach zu warm, um schneller zu gehen.


Auch das Schilf mit der Sonne ist noch ein schönes Motiv.

Offenbar hat man auch in Norwegen inzwischen den Adirondack-Chair entdeckt, hier stehen diverse große herum.

Auch ein rotes Haus darf hier natürlich nicht fehlen.

Im Dunst macht sich die Fähre nach Kiel auf den Weg.


Immer wieder finden sich schöne winterliche Motive.

Der Weg führt uns wechselweise durch Wohngebiete, Park und am Meer entlang. Wir genießen unseren letzten Tag in Oslo und das schöne Wetter sehr.




So langsam nähern wir uns wieder dem Übergang zum Staadteil Skøyen, wo wir am Bahnhof logelaufen sind. Bis dahin genießen wir noch den Blick auf einen Yachthafen, Eisschollen und die Oscarhalle.



Wir passieren auch noch einen kleinen Tümpel, der den Weg halb überflutet hat. Warum, können wir nicht ergründen. Zum Glück ist alles halbwegs gefroren, und wir sinken nicht knietief im Schlamm ein.

Es geht noch ein Stück durch verschneiten Wald,

...dann wieder am gefrorenen Meer entlang.


Für ein kurzes Stück wird es auch nochmal ein bisschen abenteuerlich mit Felswand und Geländer zum Festhalten.

Noch ein paar Eisschollen,

Anstiege im Wald,

und eine Bucht mit Schilf später...


...erreichen wir nach fast 9,5 km wieder den Ortsteil Skøyen, wo es glücklicherweise eine Bäckerei für eine Fika gibt, denn ich bin mal wieder am Verhungern.

Es gibt einen Zimtknoten mit Puddingfüllung und einen Pistazienknoten.
 

shauri

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11.05.2014
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Wir fahren mit der Bahn zurück zum Hauptbahnhof und gönnen uns ein Stündchen Pause im Hotel, bevor wir uns mt einem Umweg auf zum Abendessen machen. Eine Sehenswürdigkeit wollen wir uns nämlich heute noch anschauen.

Er ist es nicht, aber er sitzt so nett vor der Universität herum.

Unser Ziel ist der Stadtteil Tullinløkka, wo in einer Passage auch nochmal schöne Lichter zu bewundern sind.







Hübsch anzusehen das Ganze, auch die Lichter, die in einer Ecke noch über der Straße hängen.

Wir spazieren ein bisschen umher und erfreuen uns an den Lichtern.


Letztendlich treibt uns aber der Hunger und unsere Tischreservierung zurück Richtung Aker Brygge. Wir kommen noch an einem Teil der Universität vorbei.


Wir wiederholen usn auch heute bei der Restaurant-Auswahl, denn auch im Fish Me hat es uns so gut geschmeckt und gefallen, dass wir uns noch ein bisschen weiter durch die Karte probieren wollen. Als Vorspeise gönnen wir uns kleine Waffeln mit Sourcream und Løyrum, einem Fischrogen, der nur in Norbotten "geerntet" wird und dessen Name daher EU-weit geschützt ist.

Als Hauptgericht nehme ich heute Halibutt, der Gatte die Seafood-Pasta. Beides ist hervorragend.

Beim Nachtisch tauschen wir im Vergleich zum letzten Besuch einfach die Rollen.

Das war jetzt ein hervorragender Abschluss für einen wunderschönen letzten Tag in Oslo.
Die Uhr zeigt auch mal wieder 20 km.
 

shauri

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11.05.2014
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I don't feel like dancin' bei der Rückreise und beim Fazit.
Wir genießen noch einmal das üppige Frühstück, ab morgen gibt es wieder die üblichen Brötchen mit Käse und selbstgemachter Marmelade. Wie ich neulich gelernt habe, ist man wohl alt, wenn man strickt und Marmelade kocht. Da Essen ja bekanntlich der Sex des Alters ist, wäre die Rechtfertigung dafür also auch mal korrekt hergeleitet.
Ich gönne mir nochmal mein "Urlaubsbrot de luxe", der Gatte lässt sich ein leckeres Omelette braten.


Die Pancakes und ein paar Vitamine dürfen auch nicht fehlen, wenn letztere schon jeden Tag schön aufgeschnitten seriert werden.

Auch zu einem Müsli-Contest lassen wir uns nochmal hinreißen.


Kuchen und Teilchen gibt es zu Hause auch eher selten, ich gönnne mir noch ein paar.

Danach packen wir unsere letzten Sachen zusammen und auch Traudel fällt die Trennung vom Bären erstaunlich leicht. Man war sich zwar sympathisch, aber der Altersunterschied war vielleicht doch ein wenig groß. Immerhin war es dieses Mal nicht so dramatisch wie bei den coolen Langhaar-Ziegen damals auf der Seiser Alm, da hat sie deutlich mehr getrauert.
Zum Glück hat es über Nacht nochmal gefroren, und so müssen wir die Koffer nicht durch knietiefen Matsch den kurzen Weg zum Bahnhof ziehen. Alternativ hätten wir uns im Notfall aber auch irgendwie durch die U-Bahn-Station schlagen können.
Am Flughafen geht es zügig in die sehr geräumige SAS-Lounge. Das Essens- und Platzangebot ist durchaus gut, die Getränkeauswahl ist eher so naja. Immerhin haben wir noch die Gelegenheit, "Villa Champagne Soda" zu probieren. Es handelt sich um eine süße Limonade, die Champagnergeschmack nachempfunden sein soll. Geschmacklich hat er einiges zu bieten, aber nichts mit Champagner gemeinsam, eher mit Red Bull oder Kinderhustensaft. Beides nicht meine favorisierten Geschmacksrichtungen. Der Gatte trinkt ihn pflichtbewußt und findet ihn laut eigener Aussage "gar nicht so schlimm". Ich esse ein paar Waffeln und Knäckebrot mit Käse, um den Geschmack loszuwerden und da ich ja inzwischen weiß, dass mir ein leerer Magen beim Fliegen so gar nicht bekommt.
Nachdem die Stimung in der Lounge gegen null tendiert, da Schweden im Langlauf-Massenstart auf der Langstrecke doch tatsächlich Norwegen besiegt hat (was natürlich in mehreren TV-Ecken verfolgt wurde), begeben wir uns zum Boarding. Heute haben wir einen A320 Neo mit der Kennung D-AINZ und dem blumigen Namen Neubrandenburg "gewonnen". Schade, wenn schon ein Neo, hätte ich doch gerne meiner Ligamannschaft zum Aufstieg noch den Neo mit unserem Vereins-Standort geboten. Es hat nicht sollen sein.



Beim Start versuche ich noch ein schnelles Handyfoto des SAS A319 in Retro Liverey, es gelingt eher leidlich.

Die Soundeffekte des Neos beim Start vermitteln ein ausgesprochen wertiges Gefühl... nicht. Die Inneneinrichtung kracht und knirscht, als würden sich diverse Plastikteile heftig verschieben. Nicht beunruhigend, aber irgendwie lästig.




Noch ein paar letzte Blicke auf die Winterlandschaft, bevor es durch die Wolken geht und wir Essen serviert bekommen. Wir haben beide den Thunfisch gewählt. Die Qualität ist durchaus in Ordnung, leider habe ich das gleiche Geschmacksproblem wie auf dem Hinflug, und mir ist das Ganze viel zu säuerlich angemacht. Soll vielleicht Leichitgkeit vermitteln, ich bin dafür im Flugzeug offenbar zu säureempfindlich. Der Gatte freut sich über eine zweite Portion von mir, und ich verhungere auch nicht wirklich, da ich ja in weiser Voraussicht in der Lounge noch ein bisschen was gegessen habe.

Mit einem schönen Blick auf die Innenstadt von Frankfurt landen wir überpünktlich auf der Startbahn Nordwest.

Da der Flieger danach nach Baku weitereist, bekommen wir zwar ein richtiges Gate am Terminal, allerdings im Non-Schengen-Bereich. Daher dürfen wir trotzdem mit dem Bus zu einem Schengen-Gate fahren. In den Genuss kamen wir schonmal in Frankfurt.
Das Gepäck kommt halbwegs zügig, aber ohne nachvollziehbares System. Zunächst kommt die am Automaten eingecheckte Schuhtasche, einige Zeit später der danach am Schalter eingecheckte Koffer des Gatten (er war mal wieder zu schwer für den Automaten, aber zumindest wollte man dieses Mal keine Gebühren, da wir nur mit Lufthansa direkt geflogen sind) und als letztes mein gleichzeitig mit der Schuhtasche am Automaten eingecheckter Koffer.
Auf dem Weg zum Auto bekomme ich Frittengeruch in die Nase, was zu unserer Abendessensauswahl nach Rückkehr führt: Wir gehen in die örtliche Braustube, es gibt Spareribs für den Gatten, Gyrosteller für mich. Dazu natürlich Fritten. Das Kölsch vom Fass schmeckt eigentlich sehr ähnlich wie das, was wir als Pilsner gestern noch in Norwegen konsumiert haben. Ob das für eines von beiden ein Qualitätsmerkmal ist, darüber kann man sicherlich streiten.


Seht Ihr wenigtens auch mal was anderes aus unserer dörflichen Kulinarik als die sonst übliche Heimkehrer-Pizza.

Unser Fazit ist jedenfalls, dass Oslo im Winter als Stadt defintiv eine längere Reise wert ist. Die Möglichkeiten, mit öffentlichem Nahverkehr nach draußen in die Natur und bei Bedarf auch zum Wintersport zu kommen, haben wir so noch in keiner Stadt erlebt.
Essen und Getränke haben das übliche nordische Preisniveau, das weiß man halt vorher. Geschmeckt hat das meiste trotzdem.
Mit dem Clarion - The Hub waren wir sehr zufrieden. Obwohl es sich um das größte Hotel Norwegens handelt, hatten wir ein sehr ruhiges Zimmer in einer etwas verschachtelten Ecke im Altbau, was den Vorteil hatte, dass man auch die Fenster mal zum Lüften öffnen konnte (wenn sie gechlossen waren, waren sie noch dazu sehr gut schallisoliert). Lediglich der so gut wie nicht vorhandene Stauraum in den Schränken sowie die sehr dunkle Beleuchtung im Zimmer waren ein Störfaktor. Das Frühstück war aufgrund von Größe und Auswahl hervorragend, auch die Qualität der angebotenen Speisen war gut. Der gigantische Frühstücksbereich ist in viele kleine Sitzbereiche abgetrennt, so konnte man sich immer in einen ruhigeren Bereich zurückziehen, wenn es sehr voll war. Schade war, dass der SPA-Bereich während unserers Aufenthalts geschlossen war, was vorab nicht kommuniziert wurde. Vermutlich wären wir aber aufgrund der Lage trotzdem bei unserer Hotelwahl geblieben.
Nahverkehr in Oslo ist absolut unkomplliziert, man kann sich mit der Ruter-App alle Strecken incl. Preisniveau und Abfahrtszeiten anzeigen lassen und dann wahlweise den Oslo-Pass nutzen, der alle gängigen Zonen incl. Holmenkollen und Flughafen abdeckt, oder in der App direkt ein Ticket kaufen. Der Oslo-Pass beinhaltet zusätzlich noch freien Eintritt in diverse Museen, was wir - wie üblich - kaum genutzt haben. Wir waren lieber draußen unterwegs. Gelaufen sind wir daher in der Woche von Sonntag bis Sonntag knapp 125 km. Den Füßen geht es erstaunlich gut damit.
Danke Euch fürs Mitreisen und wir freuen uns schon aufs nächste Mal!
 
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shauri

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Travel_Lurch

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15.09.2009
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Vielen Dank für diesen TR!
Ja, Oslo hat sich verändert - keine Frage. Die Architektur der letzten 2 Jahrzehnte bietet jedenfalls einiges fürs Auge. Weit entfernt von simplen Copy-Paste Bauten hierzulande.
Für einen erweiterten Stadtbummel braucht es also nur noch eines der Schnäppchen ab Oslo.