Empfehlungen für Istanbul - Teil 1
Zugegeben: Diese Tipps sind recycled. Ich hab sie ursprünglich für Tripadvisor geschrieben. Doch der Einfachheit halber hier nochmals in leicht aktualisierter Form.
Wir waren im April 2009 für acht Tage in Istanbul. Den Flug haben wir als Meilenschnäppchen bei der Lufthansa gebucht, wobei wir sogar exakt die von uns gewünschten Termine bekamen. Auf dem Hinflug gab es für uns drei dank überbuchter ECO ein Upgrade in die Business, die wir dann ganz für uns alleine hatten. Der Service war so aufmerksam und freundlich wie ich in noch nie erlebt hatte: Als Aperitiv ein Campari Orange, das Essen recht gut, ein ordentlicher Rotwein, von dem uns die Purserin am Schluss sogar noch eine Flasche "zusteckte".
Übernachtet haben wir weder bei Kempinskis noch bei Hyatts sondern hatten über
Manzara Istanbul mitten in Beyoglu ein Appartment gefunden, dessen Lage nicht hätte besser sein können. Manzara Istanbul kann ich übrigens für Ferienwohnungen in Istanbul uneingeschränkt empfehlen: der Service war fantastisch, die Appartments liegen zumeist im Umkreis des Galataturms und haben oft eine grandiose Aussicht auf Sultanahmet. Eine ersten Eindruck geben die Bilder bei Flickr:
manzara.istanbul's Photostream
Fortbewegen/Unterwegs
Für den öffentlichen Nahverkehr gibt es in Istanbul die Akbils - kleine Transponderchips, auf die man sich ein Guthaben zur Bezahlung von Bus, U-Bahn und öffentlichen Fähren laden kann; die Akbils bekommt man direkt am Flughafen oder an den größeren Haltestellen in der Stadt. Für uns war die Kombination von Akbil und vielen Rundgängen zu Fuß ideal, wobei man nicht unterschätzen darf, dass Istanbul wirklich eine sehr hügelige Stadt ist.
Anschauen / Sehenswürdigkeiten
Dolmabahce und Archäologisches Museum haben wir nicht besucht, ansonsten fast alles von den bekannten TOP-Tips gesehen.
Zu den bekannten Sehenswürdigkeiten:
Süleymaniye-Moschee
Wird derzeit restauriert und ist wohl kaum vor Ende des Jahres wieder zugänglich. Im Moment kommt man nur in den Vorhof und einen kleinen Seitenbereich des Hauptraumes.
Topkapi
Viel Zeit einplanen - es lohnt sich!! Die vier Stunden, die unser Reiseführer vorschlug, haben uns nicht gereicht, konnten daher den Küchentrakt leider nicht mehr anschauen. Überraschend für mich in der Schatzkammer die vielen muslimischen Reliquien. Weder hatte ich damit gerechnet noch wusste ich um die hohe Bedeutung von Reliquien im Islam, die der in der katholischen Kirche kaum nachzustehen scheint. Für einen Moslem muss dieser Teil der Schatzkammer fast schon ein heiliger Ort sein.
Die Eintrittspreise summieren sich durchaus: 20 Lira Topkapi + 15 Lira Harem + evtl. nochmals 20 Lira für den Audioguide - beim derzeitigen Kurs also fast 25 €. Nicht dass ich in die allgemeine Schelte über hohe Eintrittspreise für nicht-türkische Besucher einstimmen wollte - wo wir uns es leisten können, dorthin zu reisen, sollten wir auch bereit sein, unseren Beitrag zum Erhalt zu leisten - doch es summiert sich eben.
Zum Audioguide: Wer Englisch versteht, kann gut darauf verzichten. Tafeln und Beschriftungen bieten ausreichend und oft mehr Info als der Audioguide.
Blaue Moschee und Moscheen überhaupt
Für uns war es die erste Begegnung mit der klassischen Moscheen-Architektur. Bald haben wir bemerkt, dass uns anfangs der Blick fehlte, das jeweils Besondere und Wichtige zu erkennen. Einige Moscheen nochmals zu besuchen, fanden wir daher wirklich interessant und hilfreich.
Museum für türkische und osmanische Kultur
Wirklich sehenswert, interessante Stücke aus der klassichen osmainschen Kultur, vor allem auch Teppiche, aber auch Kalligraphien und anderes, weniger Fayencen.
Chorakirche
Unbedingt, wenn man sich für byzantinische Mosaiken und Fresken interessiert. Wir fuhren mit dem Schiff von Eminönü nach Fener und gingen von dort etwa zwanzig Minuten zur Kirche - ein interessanter Spaziergang durch Istanbul weitab vom Tourismus. Die Kirche selbst und ihre unmittelbare Umgebung fast wie ein Fremdkörper in diesem Stadtviertel.
Portakal, Cai ev Balik Ekmek: die kleinen Genüsse unterwegs...
Cai
Als leidenschaftlicher Teetrinker fand ich es natürlich phantastisch, immer ein Glas Tee in unmittelbarer Reichweite zu wissen. Zuvor war ich ja wegen der Qualität skeptisch gewesen, doch schon das erste Glas hat mich begeistert und so gabs denn immer wieder zwischendurch ein Glas - ob am Straßenrand, auf einer Parkbank, im Teegarten oder auf dem Schiff, wobei der Preis übrigens recht unterschiedlich war und von 0,5 bis 2 Lira reichte.
Portakal
Ein ähnlicher Genuß und erstaunlicherweise kaum irgendwo erwähnt, ist der frischgepresste Orangensaft, der sehr oft angeboten wird. Auch da streuen die Preise erheblich und reichten von 1,5 Lira für ein größes Glas bis zum Doppelten dieses Preises.
Balik Ekmek
Und dann natürlich die Fischbrötchen - vor allem in der Nähe der Galatabrücke. Die für mich besten gabs in Karaköy auf dem kleinen Fischmarkt - ganze drei Lira, mit mehr Fisch und weniger Zwiebeln als die wir auf der anderen Seite bekommen haben - dort übrigens zum Preis von 4 Lira.
Frühstücken mit phantastischer Aussicht: Galata Konak Patisserie Cafe
Haci Ali Sokak 2/2 - Beyoglu
Den Tipp haben wir gleich bei der Ankunft von der Rezeption von Manzara Istanbul bekommen und so hatten wir am ersten Morgen einen traumhaften Start unseres Aufenthaltes: Ganz in der Nähe des Galata-Turms in der Haci Ali Sokak 2/2 ist das Galata Konak Patisserie Cafe. Im Erdgeschoß die ganzen Kuchen und das Gebäck der Konditorei doch das eigentlich interessante ist die Dachterrasse in der vierten Etage. Von dort gibt es einen phantastischen Blick den Bosporus hoch, rüber nach Eminönü und Sultnahmet und das Goldene Horn hoch, der dem Blick vom Galata Turm kaum nachsteht - für uns ideal
zur Einstimmung auf die Stadt.
Und auch das Frühstück stand dem nicht nach: eine typisch türkische Frühstücksplatte mit dreierlei Käse, Schinken und Wurst, Oliven, Tomaten und Gurken, Honig und verschiedenen Marmeladen und vor allem "unilimited Tea". Dazu nahmen wir noch ein Schinkenomelett jund Kaffee für die Nicht-Tee-Fraktion und zahlten für uns drei zusammen etwas mehr als 40 Lira.
Da wir in der Sofyali Sokak und damit fast direkt am Tünel Platz gewohnt haben, haben wir aber sonst meist in unserem Appartment gefrühstückt und dafür nur um die Ecke ein paar Heferinge (teils mit Schoko-Füllung, natürlich aber auch von den Sesamringen), Croissants und anderes Kleingebäck geholt, wobei wir die Sachen von der Konditorei Lebon auf der Istiklal sehr gut fanden.
Mantegna