Istanbul oder Mailand?

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dreschen

Gründungsmitglied und Senior Chefredakteur VFT
Teammitglied
07.03.2009
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Ruhrgebiet
Hackt doch nicht auf dreschen rum ;)

Was empfiehlst Du in Mailand außer Fußball, Einkaufen und Oper? :) Oder: Warum ist die Stadt schön?

Einkaufen und Oper kann ich nicht beurteilen, Fußball schon (y).

Fand allgemein die Stadt schön, angefangen vom Dom, über die Galleria Vittorio, über das Stadion, über die tollen italienischen Cafès... . Beide Städte haben was. Aber subjektiv fand ich Mailand schöner.
 

kingair9

Megaposter
18.03.2009
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772
Unter TABUM und in BNJ
Du kannst z.B. ein Auto mieten und einen wunderschönen Tag in der Brianza verbringen.
Da haben früher die reichen Mailänder ihre Landsitze gebaut.
Wunderschöne Gegend - unglaubliche Osterias :cry:

Ich kenne eine traumhafte Osteria in Nerviano, aber auch das ist doch kein Grund, Mailand Istanbul vorzuziehen. Ich sehe es wie dreschen und mumielein. Die Stadt ist gehyped, so richtig ist da nix.
 

FlyingFreak

Erfahrener Praktikant
05.04.2009
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Paris
@ flyingfreak: Super, danke! Wo hast Du nachgesehen? Hatte vorhin keine Zeit mehr :)

Erst Kayak, bin dann auf die AF-Seite gelenkt worden, wo ich die Flüge nochmal neu auswählen konnte. Hab einfach mal die genommen, die mir am besten passen würden, andere Zeiten zum gleichen Preis sind auch möglich.
 

buffy0407

Erfahrenes Mitglied
07.03.2009
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0
Bische ( Nähe SXB)
Ich kenne eine traumhafte Osteria in Nerviano, aber auch das ist doch kein Grund, Mailand Istanbul vorzuziehen. Ich sehe es wie dreschen und mumielein. Die Stadt ist gehyped, so richtig ist da nix.

Ein weitere Vorteil ( bis auf die subjektiven jedes einzelnen ) ist die Anreise.

Exploris kann aus dem schönen Bayern notfalls auch mit dem Auto schnell über die Alpen fahren....
 

NCC1701DATA

WM-Tippgott 2010
07.03.2009
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Duisburg
Bevor man für Istanbul die Werbetrommel rührt hätte selbst die FAZ mal was nettes über's Ruhrgebiet schreiben können. Na ja, gibt zwar Meilen, landet bei mir aber sowieso sofort im Altpapier...
:eek:
 

Mantegna

Erfahrenes Mitglied
21.05.2009
3.025
17
MUC
Bevor man für Istanbul die Werbetrommel rührt hätte selbst die FAZ mal was nettes über's Ruhrgebiet schreiben können. Na ja, gibt zwar Meilen, landet bei mir aber sowieso sofort im Altpapier...
:eek:

Längst geschehen: Eine schnelle Recherche zeigt in der FAZ online allein für 2009 vier Artikel und ein Special zu diesem Thema.

Mantegna
 

Mantegna

Erfahrenes Mitglied
21.05.2009
3.025
17
MUC
Empfehlungen für Istanbul - Teil 1

Zugegeben: Diese Tipps sind recycled. Ich hab sie ursprünglich für Tripadvisor geschrieben. Doch der Einfachheit halber hier nochmals in leicht aktualisierter Form.

Wir waren im April 2009 für acht Tage in Istanbul. Den Flug haben wir als Meilenschnäppchen bei der Lufthansa gebucht, wobei wir sogar exakt die von uns gewünschten Termine bekamen. Auf dem Hinflug gab es für uns drei dank überbuchter ECO ein Upgrade in die Business, die wir dann ganz für uns alleine hatten. Der Service war so aufmerksam und freundlich wie ich in noch nie erlebt hatte: Als Aperitiv ein Campari Orange, das Essen recht gut, ein ordentlicher Rotwein, von dem uns die Purserin am Schluss sogar noch eine Flasche "zusteckte".
Übernachtet haben wir weder bei Kempinskis noch bei Hyatts sondern hatten über Manzara Istanbul mitten in Beyoglu ein Appartment gefunden, dessen Lage nicht hätte besser sein können. Manzara Istanbul kann ich übrigens für Ferienwohnungen in Istanbul uneingeschränkt empfehlen: der Service war fantastisch, die Appartments liegen zumeist im Umkreis des Galataturms und haben oft eine grandiose Aussicht auf Sultanahmet. Eine ersten Eindruck geben die Bilder bei Flickr:
manzara.istanbul's Photostream


Fortbewegen/Unterwegs


Für den öffentlichen Nahverkehr gibt es in Istanbul die Akbils - kleine Transponderchips, auf die man sich ein Guthaben zur Bezahlung von Bus, U-Bahn und öffentlichen Fähren laden kann; die Akbils bekommt man direkt am Flughafen oder an den größeren Haltestellen in der Stadt. Für uns war die Kombination von Akbil und vielen Rundgängen zu Fuß ideal, wobei man nicht unterschätzen darf, dass Istanbul wirklich eine sehr hügelige Stadt ist.


Anschauen / Sehenswürdigkeiten

Dolmabahce und Archäologisches Museum haben wir nicht besucht, ansonsten fast alles von den bekannten TOP-Tips gesehen.

Zu den bekannten Sehenswürdigkeiten:

Süleymaniye-Moschee
Wird derzeit restauriert und ist wohl kaum vor Ende des Jahres wieder zugänglich. Im Moment kommt man nur in den Vorhof und einen kleinen Seitenbereich des Hauptraumes.

Topkapi
Viel Zeit einplanen - es lohnt sich!! Die vier Stunden, die unser Reiseführer vorschlug, haben uns nicht gereicht, konnten daher den Küchentrakt leider nicht mehr anschauen. Überraschend für mich in der Schatzkammer die vielen muslimischen Reliquien. Weder hatte ich damit gerechnet noch wusste ich um die hohe Bedeutung von Reliquien im Islam, die der in der katholischen Kirche kaum nachzustehen scheint. Für einen Moslem muss dieser Teil der Schatzkammer fast schon ein heiliger Ort sein.
Die Eintrittspreise summieren sich durchaus: 20 Lira Topkapi + 15 Lira Harem + evtl. nochmals 20 Lira für den Audioguide - beim derzeitigen Kurs also fast 25 €. Nicht dass ich in die allgemeine Schelte über hohe Eintrittspreise für nicht-türkische Besucher einstimmen wollte - wo wir uns es leisten können, dorthin zu reisen, sollten wir auch bereit sein, unseren Beitrag zum Erhalt zu leisten - doch es summiert sich eben.
Zum Audioguide: Wer Englisch versteht, kann gut darauf verzichten. Tafeln und Beschriftungen bieten ausreichend und oft mehr Info als der Audioguide.

Blaue Moschee und Moscheen überhaupt
Für uns war es die erste Begegnung mit der klassischen Moscheen-Architektur. Bald haben wir bemerkt, dass uns anfangs der Blick fehlte, das jeweils Besondere und Wichtige zu erkennen. Einige Moscheen nochmals zu besuchen, fanden wir daher wirklich interessant und hilfreich.

Museum für türkische und osmanische Kultur
Wirklich sehenswert, interessante Stücke aus der klassichen osmainschen Kultur, vor allem auch Teppiche, aber auch Kalligraphien und anderes, weniger Fayencen.

Chorakirche
Unbedingt, wenn man sich für byzantinische Mosaiken und Fresken interessiert. Wir fuhren mit dem Schiff von Eminönü nach Fener und gingen von dort etwa zwanzig Minuten zur Kirche - ein interessanter Spaziergang durch Istanbul weitab vom Tourismus. Die Kirche selbst und ihre unmittelbare Umgebung fast wie ein Fremdkörper in diesem Stadtviertel.


Portakal, Cai ev Balik Ekmek: die kleinen Genüsse unterwegs...

Cai
Als leidenschaftlicher Teetrinker fand ich es natürlich phantastisch, immer ein Glas Tee in unmittelbarer Reichweite zu wissen. Zuvor war ich ja wegen der Qualität skeptisch gewesen, doch schon das erste Glas hat mich begeistert und so gabs denn immer wieder zwischendurch ein Glas - ob am Straßenrand, auf einer Parkbank, im Teegarten oder auf dem Schiff, wobei der Preis übrigens recht unterschiedlich war und von 0,5 bis 2 Lira reichte.

Portakal
Ein ähnlicher Genuß und erstaunlicherweise kaum irgendwo erwähnt, ist der frischgepresste Orangensaft, der sehr oft angeboten wird. Auch da streuen die Preise erheblich und reichten von 1,5 Lira für ein größes Glas bis zum Doppelten dieses Preises.

Balik Ekmek
Und dann natürlich die Fischbrötchen - vor allem in der Nähe der Galatabrücke. Die für mich besten gabs in Karaköy auf dem kleinen Fischmarkt - ganze drei Lira, mit mehr Fisch und weniger Zwiebeln als die wir auf der anderen Seite bekommen haben - dort übrigens zum Preis von 4 Lira.

Frühstücken mit phantastischer Aussicht: Galata Konak Patisserie Cafe
Haci Ali Sokak 2/2 - Beyoglu
Den Tipp haben wir gleich bei der Ankunft von der Rezeption von Manzara Istanbul bekommen und so hatten wir am ersten Morgen einen traumhaften Start unseres Aufenthaltes: Ganz in der Nähe des Galata-Turms in der Haci Ali Sokak 2/2 ist das Galata Konak Patisserie Cafe. Im Erdgeschoß die ganzen Kuchen und das Gebäck der Konditorei doch das eigentlich interessante ist die Dachterrasse in der vierten Etage. Von dort gibt es einen phantastischen Blick den Bosporus hoch, rüber nach Eminönü und Sultnahmet und das Goldene Horn hoch, der dem Blick vom Galata Turm kaum nachsteht - für uns ideal
zur Einstimmung auf die Stadt.
Und auch das Frühstück stand dem nicht nach: eine typisch türkische Frühstücksplatte mit dreierlei Käse, Schinken und Wurst, Oliven, Tomaten und Gurken, Honig und verschiedenen Marmeladen und vor allem "unilimited Tea". Dazu nahmen wir noch ein Schinkenomelett jund Kaffee für die Nicht-Tee-Fraktion und zahlten für uns drei zusammen etwas mehr als 40 Lira.
Da wir in der Sofyali Sokak und damit fast direkt am Tünel Platz gewohnt haben, haben wir aber sonst meist in unserem Appartment gefrühstückt und dafür nur um die Ecke ein paar Heferinge (teils mit Schoko-Füllung, natürlich aber auch von den Sesamringen), Croissants und anderes Kleingebäck geholt, wobei wir die Sachen von der Konditorei Lebon auf der Istiklal sehr gut fanden.

Mantegna
 
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Mantegna

Erfahrenes Mitglied
21.05.2009
3.025
17
MUC
Empfehlungen für Istanbul - Teil 2

Jenseits der Top 10
Natürlich haben wir uns erst mal an die üblichen Top 10 gehalten, dabei aber auch das eine oder andere bewusst ausgelassen, doch vor allem gaben uns die acht Tage genug Zeit, um auch Dinge jenseits der üblichen Hitlisten zu unternehmen. Ohne Anspruch auf systematische Ordnung hier und in weiteren Beiträgen was wir besonders interessant fanden.

Kadiköy und Usküdar
Warum auch immer, aber für uns war von Anfang an klar, dass wir auch auf die asiatische Seite wollen und nachdem wir erkannt hatten, wie einfach sich dies realisieren liess, waren wir bereits am dritten Tag in Kadiköy und Üsküdar. Und beides möchten wir gerne uneingeschränkt weiterempfehlen.
Kadiköy hat fast direkt bei der Anlegestelle ein wunderschönes kleines Marktviertel: Gemüse, Fisch, alle Arten von Lebensmitteln und natürlich auch Gewürze - das Ganze völlig ohne die manchmal doch etwas nervige Aufdringlichkeit anderer Märkte in Istanbul.
Dort haben wir uns mit Meze (sorry: wie laute eigentlich die Mehrzahl von Meze?), Brot und Wasser eingedeckt und dann im Park an der Uferpromenade Picknick gemacht - mit Blick natürlich rüber auf die Süleymaniye, die Blaue Moschee und zum Topkapi.
Am späten Nachmittag dann mit dem Bus nach Üsküdar, wo wir im Kanaat Lokantesi einfach, aber authentisch zu Abend assen.
Davor allerdings allerdings waren wir noch in drei Moscheen ( Mirimah Sultan Camii, Yeni Valide Camii, Atik Valide), von denen uns vor allem die Atik Valide ausnehmend beeindruckte. Die Moschee und der gesamte Moscheen-Komplex (Külliye) wurde von Sinan erbaut und war für uns der harmonischste und wohlproportionierteste Moscheenbau unseres Istanbul-Aufenthaltes.
Falls die Zeit es zulässt, möchte ich daher einen Besuch von Kadiköy und Usküdar wirklich sehr empfehlen.

Rüstem Pasa Camii
Eminönü - nahe der Galatabrücke
Ob sie nun zu den Top 10 zählt oder wie ich eher vermute, von vielen nicht mehr darunter gerechnet wird, kann ich nicht sagen, doch auf jeden Fall möchte ich vor allem allen Fayencen-Interessierten den Besuch der Rüstem Pasa Moschee sehr empfehlen.
Zu sehen ist sie ja bereits deutlich am Rande des großen Platzesbei der Galatabrücke, etwas schwieriger allerdings ist es, den fast versteckten Eingang zu finden, der geradezu unscheinbar aus einer Basargasse nach oben in den Vorhof führt. Interessant ist in der Moschee vor allem die reiche Fayencen-Ausstattung aus der Blütezeit der Iznik-Manufakturen.
Auch hier der Tipp: Lieber erst andere Moscheen besuchen und erst mit kundigeren Augen in die Rüstem Pasa, da man dann die Qualität und die Feinheiten der dortigen Fayencen erst wirklich entdeckt.

Tulpen, Tulpen, Tulpen
Unübersehbar im April: Istanbul ist voll von Tulpen. In allen Parks und Grünanlagen, auf dem Grünstreifen der Ausfallstraße zum Flughafen sahen wir Tulpen. Oft kombiniert mit Primeln oder Stiefmütterchen - dicht an dicht gepflanzt und die Tulpen dazwischen. Manchmal einfarbig - dunkelblaue Stiefmütterchen mit weissen oder rose Tulpen dazwischen - manchmal aber auch bunt bis fast schon quietschbunt.
Solch üppige Tulpenpracht hatten wir noch nie gesehen - wir fandens einfach nur wunderschön. Es sollte nicht heissen "Tulpen aus Amsterdam" sondern "Tulpen in Istanbul"....

Bücherbasar direkt neben der Beyazit
Der große Basar ist ja fast schon ein Muss für alle Istanbul-Besucher, wobei wir selbst den Basar gar nicht so riesig spannend und eben eine heute fast nur noch auf Touristen ausgerichtete Attraktion fanden.
Interessant allerdings fand ich den Bücherbasar gleich bei der Beyazit-Moschee.
Natürlich waren es nicht die Shops mit den türkischen Schul- und Uni-Büchern, sondern ein Antiquariat, wo es kolorierte Illustrationen aus antiquarischen türkischen Büchern gab. Natürlich steckt dahinter die Unsitte auch deutscher Antiquare, Bücher zu fleddern und die Illustrationen einzeln zu verkaufen, weil sich damit viel mehr Geld machen lässt. Und ich kenn mich auch nicht gut genug aus, um sicher zu sein keinen Fälschungen aufzusitzen, doch hatte ich den Eindruck, dass es sich wirklich um Originale handelte.
Besonders auffallend und kurios waren Motiven aus Abhandlungen zur Zahnmedizin: Zähne mit Teufelchen und ähnlichem drin, Patienten, denen ein Helfer die Arme nach hinten fixiert, während der Arzt ihnen den Zahn ausreisst. Für medizinhistorisch Interessierte und Zahnärzte eine wahre Fundgrube.
Die angegebenen Preise lagen meist zwischen 10 und 30 €, die Endpreise nach Handeln kann ich leider nicht sagen.

Mantegna
 
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trichter

Erfahrenes Mitglied
09.03.2009
2.450
3
Toll wie du das beschreibst. Einzig mit dem großen Basar bin ich mit dir nicht ganz einig. Lederjacken/Mäntel in sehr guter Qualität kann man da auch heute noch zu sehr guten Preisen bekommen. Außerdem ist er sehenswert.
 

Mantegna

Erfahrenes Mitglied
21.05.2009
3.025
17
MUC
Toll wie du das beschreibst. Einzig mit dem großen Basar bin ich mit dir nicht ganz einig. Lederjacken/Mäntel in sehr guter Qualität kann man da auch heute noch zu sehr guten Preisen bekommen. Außerdem ist er sehenswert.

Mir war er im Vergleich zu den anderen Märkten und Basars einfach zu touristisch, doch ist dies meine ganz persönliche Meinung, die niemand davon abhalten sollte, den Großen Basar zu besuchen.

Mantegna
 
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