Nepal : Tara Air DHC6 vom Radar verschwunden

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unseen_shores

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30.10.2015
9.202
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Trans Balkan Express

Das Telefon des Kapitäns wurde mittlerweile getrackt.


Die Route Pokhara-Jomsom gilt als äußerst riskant.

Tara Air ist eine Tochtergesellschaft von Yeti Air. Meine nepalesischen Freune meinten Tara sei auch deshalb gegründet worden, damit, falls es zu Zwischenfällen kommt, die Bilanz von Yeti sauber bleibt.

Am Freitag gab es eine nepalesische Initiative, dass der EU-Flug-Bann aufgehoben wird:


Dieser ist zwar für Tara-Air rein hypotetischer Natur. Aber vor der Pandemie war es allerdings so, dass europäische Reisebüros aus versicherungstechnischen Gründen auf Inlandsflüge mit den betroffenen Airlines vermieden haben. Ob die Straßen sicherer sind, sei mal dahin gestellt.
 
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Luftikus

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08.01.2010
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irdisch
Die ist angeblich bei Larjung,nahe Lete, abgestürzt und es gibt wohl leider auch zwei deutsche Staatsbürger an Bord. Hubschrauber konnten noch nicht an der Unglücksstelle landen. Die Polizei soll aber am Boden dort sein.
 

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01.06.2018
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10.862
Ich meinte ja nur so, Trecking und Tracking... Legasthenikerhumor.

Ansonsten muss man sich schon fragen, ob man solchen "Abenteuerurlaub" bei dem man sich selbst und andere in Lebensgefahr bringt nun wirklich machen muss.
Ohne Touristen auf dem Egotrip bräuchten Piloten solche waghalsigen Flüge gar nicht zu machen. Der Volksmund sagt nicht umsonst "Wer sich in Gefahr begibt..."
Schön und anspruchsvoll wandern kann man auch in Mitteleuropa, ohne andere zu gefährden.
 

unseen_shores

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30.10.2015
9.202
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Trans Balkan Express
Häme ist hier nicht angezeigt.

Die Fluglinie wird ja auch so betrieben, eben weil viele Gegenden in Nepal sonst nur sehr schwer zu erreichen sind, wobei es mittlerweile wohl eine Straße nach Jomsom gibt. Jomsom ist der "Einstiegsort" auf dem Weg nach Mustang, nicht nur für Touristen. Die Touristen bringen daher nicht andere in Gefahr, sondern buchen, das was ohnhehin angeboten wird, wobei an Bord wenige klassische Trekkingtouristen waren (nur zwei Deutsche, ansonsten 13 nepalesische Fluggäste, die meisten aus dem Süden Nepals, drei Crewmitglieder und vier Inder, ich verlinke die mittlerweile veröffentlichte Namensliste hier nicht). Das Problem ist, wenn der Flug einige Tage nicht geht, gibt es ggf. in Jomsom einen Rückstau. Die Wetterbedingungen sollten Ende Mai grundsätzlich gut sein, allerdings wird das Wetter auf dem indischen Subkontinent durch den Klimawandel unberechenbar.

Grundsätzlich ist es wie geschrieben: Fliegen ist in Nepal immernoch sicherer als die Straße zu benutzen.

Unabhängig davon lebt Nepal vom Tourismus und die Pandemie hat neben dem Problem, dass viele junge Leute zum Arbeiten in die Golfstaaten oder nach Malaysia getrieben werden, zu einer weiteren Verelendung geführt. Ohne Tourismus geht es in Nepal nicht.
 

frogger321

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09.06.2010
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Also Grund schlechtes Wetter und schlechte Sicht, ja?
Wenn man die letzten 2,3 Beiträge so liest zumindest..
 

unseen_shores

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30.10.2015
9.202
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Trans Balkan Express
Sieht so aus:


"Weather over Central Nepal was particularly bad on Sunday morning with pre-monsoon storms building up over the mountains."

Die Suche wurde ja mehrfach wegen schlechter Sicht unterbrochen.

Interessant auch:

"In fact 90% of accidents in Nepal since 1960 have been due to disoriented pilots hitting mountains hidden by cloud."
 

Volume

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01.06.2018
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Also Grund schlechtes Wetter und schlechte Sicht, ja?
Hauptgrund: Berge!
In den Alpen passieren auch mehr Unfälle als in der Norddeutschen Tiefebene.

Berge machen das dreidimensionale Fliegen ganz schnell zweidimensional. Dazu bedeutet Höhe natürlich Kondensationsniveau, also näher an den Wolken fliegen.
IFR durch die Berge ist dabei genauso kritisch wie VFR, VFR in IMC natürlich oberkritisch, VFR in IMC in den Bergen ist Wahnsinn.
Aber wo eine Nachfrage, da ist auch ein Angebot...

Es gibt gute Gründe, warum manche Regionen dieser Erde nicht dicht besiedelt sind.
Hochachtung vor all den Piloten bei der Bergwacht/Bergrettung oder die abgelegene Bergdörfer mit der Aussenwelt verbinden.

Häme ist hier nicht angezeigt.
Mehr Unverständnis als Häme.
Mit seinem eigenen Leben kann jeder machen was er will, aber andere unter Druck setzen ihres zu riskieren um etwas besonderes erleben zu können trifft bei mir nicht gerade auf überragende Sympathie, und im Falle eines Falles auch auf wenig Mitgefühl.
 

Luftikus

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08.01.2010
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irdisch
Wenn man mal etwas desperadomäßig rangeht, müsste man mit einem guten GPS doch in den Bergen bei jedem Wetter, abgesehen von Vereisung, fliegen können? Vielleicht machen die das sonst auch genau so und hatten irgendeine eine Störung?
 

unseen_shores

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30.10.2015
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Trans Balkan Express
Mit seinem eigenen Leben kann jeder machen was er will, aber andere unter Druck setzen ihres zu riskieren um etwas besonderes erleben zu können trifft bei mir nicht gerade auf überragende Sympathie, und im Falle eines Falles auch auf wenig Mitgefühl.

Nochmals, in Nepal ist man häufig auf Flugzeuge angewiesen, um an abgelegene Orte zu kommen.

Die Zahl der Straßenverkehrstoten (ohne Berührung mit Touristen) in Nepal ist erschreckend hoch. Allein am 13. Mai starben bei einem Verkehrsunfall nahe Kathmandu 14 Personen. Deshalb ist Fliegen eigentlich die empfehlenswertere Variante.

Der Kapitän des Flugzeugs galt als sehr besonnen. Die meisten Toten des Flugzeugabsturzes waren Nepalesen. Die Nachnamen deuten auf drei nepalesische Familen hin, eine indische Familie sowie einige Einzelreisenden (und zwei deutsche Touristen). Du weißt nicht, ob die Nepalesen auf Verwandtenbesuch waren, zur Arbeit mussten oder Pilgerer waren.

Wer einen Flug nach Jomsom bucht, setzt niemand unter Druck. Auch die westlichen Touristen nicht.
 

unseen_shores

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30.10.2015
9.202
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Trans Balkan Express
Wenn man mal etwas desperadomäßig rangeht, müsste man mit einem guten GPS doch in den Bergen bei jedem Wetter, abgesehen von Vereisung, fliegen können? Vielleicht machen die das sonst auch genau so und hatten irgendeine eine Störung?

Das klingt nicht so:


Der Pilot, beschrieben als zero risk taker, wollte wohl wegen der Wolkenbildung abdrehen und nach Pokhara zurück fliegen.
 

Luftikus

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08.01.2010
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irdisch
Wie kann man denn in so extremem Hochgebirge mit zugehörigem Wetter überhaupt im Linienverkehr fliegen? Es geht doch rein praktisch nur mit "Kompromissen", da es fast nie regelkonform passen dürfte?
 

unseen_shores

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30.10.2015
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Trans Balkan Express
Da bin ich überfragt. Ich kenne zwar Nepal ganz gut, bin aber nicht der Aviatik-Experte. Aber das ist wohl der Grund warum Tara-Airlines gegründet wurde, wegen der STOL-Flüge. Warum das nicht die Mutter Yeti Airlines selbst machen darf, veschließt sich mir auch. Die Erklärung meiner nepalesichen freund ist, wie geschrieben, um die Bilanz von Yeti sauber zu halten. Yeti Airlines selbst gilt ja für nepalesiche Verhältnisse als sicher.

Bezüglich Jomsom besteht noch die Besonderheit, dass der Flugahfen wegen der Windeverhältnisse nur in den frühen Morgenstunden angeflogen werden kann.
 

Petz

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08.11.2009
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Update von heute bei AVH:

The airline reported before departure of the aircraft weather conditions were checked and it was known, that Lete Pass was covered with clouds. Two aircraft were scheduled to fly. The flights, planned to depart at 06:15, therefore departed late at 09:55 after the weather had improved, the other aircraft flying 3 minutes ahead of the crashed one. This aircraft landed in Jomsom. The crashed one was about 5 minutes from landing at Jomsom.
 

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01.06.2018
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Wenn man mal etwas desperadomäßig rangeht, müsste man mit einem guten GPS doch in den Bergen bei jedem Wetter, abgesehen von Vereisung, fliegen können?
Wenn du zwischen Bergen fliegst, kannst du nur noch die Satelliten empfangen die sehr hoch über dem Horizont stehen, und die geben dir vergleicsweise ungenaue Positions- dafür relativ gute Höheninformation.
Weder GPS noch tradionelle Funknavigation funktioniert in Tälern gut. Deshalb wird da ja auch bevorzugt VFR geflogen. An vielen Tagen riskant, ziehen Wolken auf wird es sehr schnell sehr gefährlich.

Nochmals, in Nepal ist man häufig auf Flugzeuge angewiesen, um an abgelegene Orte zu kommen.

Die Zahl der Straßenverkehrstoten (ohne Berührung mit Touristen) in Nepal ist erschreckend hoch. Allein am 13. Mai starben bei einem Verkehrsunfall nahe Kathmandu 14 Personen. Deshalb ist Fliegen eigentlich die empfehlenswertere Variante.
Natürlich ist auch Autofahren im Hochgebirge inhärent gefährlich (Erdrutsche, Steinschlag, Lawinen...). Aber eben deshalb macht man da ja "Abenteuerurlaub".
Nix gegen Wissenschaftler, Ärzte etc. die da mit guter Absicht hinfahren, aber Erlebnistourismus muss nun wirklich nicht sein, solange man es nicht ganz allein ohne Gefährdung anderer macht. Aber selbst dann, muss u.U. die Bergrettung wegen einem ausrücken und sich in Gefahr bringen.
Kann ja jeder sehen wie er will, aber mein besonderes Mitgefühl haben diese Menschen nicht.
 

unseen_shores

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30.10.2015
9.202
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Trans Balkan Express
Natürlich ist auch Autofahren im Hochgebirge inhärent gefährlich (Erdrutsche, Steinschlag, Lawinen...). Aber eben deshalb macht man da ja "Abenteuerurlaub".
Nix gegen Wissenschaftler, Ärzte etc. die da mit guter Absicht hinfahren, aber Erlebnistourismus muss nun wirklich nicht sein, solange man es nicht ganz allein ohne Gefährdung anderer macht. Aber selbst dann, muss u.U. die Bergrettung wegen einem ausrücken und sich in Gefahr bringen.
Kann ja jeder sehen wie er will, aber mein besonderes Mitgefühl haben diese Menschen nicht.

Nochmals zum Mitschreiben. Es geht um Sachverhalte, bei denen kein Ausländer beteiligt ist und nicht nur um Autofahrten im Hochgebirge.


Das Terai liegt nun beispielsweise nicht im Hochgebirge, ebensowenig Kathmandu und Pokhara.
 
Zuletzt bearbeitet:

unseen_shores

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30.10.2015
9.202
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Trans Balkan Express
"Following the fatal crash of the Tara Air Twin-Otter aircraft enroute to Jomsom on May 29, the Ministry of Culture, Tourism, and Civil Aviation has failed to publish Preliminary Investigation Report within 30 days of the disaster."

 

unseen_shores

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30.10.2015
9.202
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Trans Balkan Express
Hier wird über die Folgen für die Tourismusindustrie spekuliert.


Die Absturzstelle ist jedoch scheinbar tatsächlich in der Nähe des alten Flughafens. Der Pilot kannte jedoch die Strecke und war der erste der (mit dem nunmehr abgestürzten Flugzeug) gelandet ist:

"Oddly, the aircraft that crashed on Sunday was the same one that flew the first commercial flight to the new airport. Even the pilot was the same. On day 1, he stated how the new airport was safe and how he was excited to fly there. Sadly, his excitement was shortlived as the crash is the worst domestic air disaster the country has ever seen."