Praktikatenausbeute in Deutschland?

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Anonym3762

Guest
Anderst sieht es meiner Meinung nach bei einem kaufmännischen Praktikum aus Die großen Unternehmen zahlen eigentlich alle so zwischen 500-800 Euro / Monat (UB etc ausgenommen). Da hier aber oft die Praktikantenordnung lockerer ist und man auch im Studium schon weiterfortgeschritten ist, bringt man dem Unternehmen natürlich bei so einem Praktikum schon eher einen Mehrwert. Allerdings sollte man auch hier den Stundenlohn besser nicht ausrechnen.
*g* bei den UB und WPs ist die Bezahlung dann zwar besser, aber wenn mans auf die Stunde rechnet, siehts aufgrund der hohen Stundenzahl auch wieder anders aus. Ich find es okay, wenn man dabei was mitnimmt, aber wenn man, wie bei meinem letzten Praktikum nur kopiert o.Ä. ,dann ist das schon ein verdammter Hungerlohn, weil das Unternehmen einem Ferienjobber, der das sonst vll machen würde, einiges mehr zahlen müsste als einem Praktikanten.
 

Flawless

Erfahrenes Mitglied
27.07.2009
952
81
Irgendwie klingt das Ganze hier immer so als würden 100% der Praktikanten alle nur auf Jobs in der freien Wirtschaft hin ausgebildet werden.

Gibt aber einen sehr großen Anteil der Menschen, die später wirkliche Probleme mit diesem ach so schönen Begriff "Generation Praktikum" haben, aber die findet man seltenst im Bereich Ingenieurswissenschaften ,Wirtschaftswissenschaften, Naturwissenschaften sondern viel mehr in Bereichen wie einigen Humanwissenschaften und einigen Geisteswissenschaften, dazu Musisch/Künstlerische Wissenschaften.

In meinem Bereich, den Bildungswissenschaften, Bereich Erwachsenenbildung schaut die Lage auch nicht rosig aus. Die meisten (vor allem großen) Träger haben alle kein Geld und sagen "Praktikum gerne, auch mit großer Verwantwortung, Bezahlung auf keinen Fall möglich".
Was kann man machen? Sich entweder versuchen weiter zu bilden, neue Felder aufzutun (eher schwer), oder sich zu spezialisieren (wie ich es gerade tue, was aber auch "böse" enden kann, da man am Ende ein sehr zugespitzes Profil besitzt).

So easy ist also alles nicht und es gibt mehr auf der Welt als das, was alle immer so nett, "die Wirtschaft" nennen.

bye
Flaw
 

Robstar

Erfahrenes Mitglied
09.04.2009
1.056
1
*g* bei den UB und WPs ist die Bezahlung dann zwar besser, aber wenn mans auf die Stunde rechnet, siehts aufgrund der hohen Stundenzahl auch wieder anders aus. Ich find es okay, wenn man dabei was mitnimmt, aber wenn man, wie bei meinem letzten Praktikum nur kopiert o.Ä. ,dann ist das schon ein verdammter Hungerlohn, weil das Unternehmen einem Ferienjobber, der das sonst vll machen würde, einiges mehr zahlen müsste als einem Praktikanten.

Sicherlich arbeitet man in der UB wesentlich mehr, aber ob man 3€ oder 4€ die Stunde verdient ist dann auch egal. Ich sehe das Gehalt eher als eine nette Geste. Das Ziel sollte sein, dass man seine Unkosten vor Ort zumindest decken kann. Das ist das große Problem, dass man das vorher leider nie genau weiß was man im Unternehmen im Endeffekt macht.
 
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Anonym3762

Guest
Sicherlich arbeitet man in der UB wesentlich mehr, aber ob man 3€ oder 4€ die Stunde verdient ist dann auch egal. Ich sehe das Gehalt eher als eine nette Geste. Das Ziel sollte sein, dass man seine Unkosten vor Ort zumindest decken kann. Das ist das große Problem, dass man das vorher leider nie genau weiß was man im Unternehmen im Endeffekt macht.

Ne, in weder in der Stellenanzeige noch im Zeugnis hinterher stand, dass man entweder hinterm Kopierer steht, Visitenkarten abtippt oder Ablage macht. Das stimmt mit den Unkosten, allein, was ich für mein erstes Praktikum vorher in Klamotten investiert hab...
 
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matchcut30

Guest
Das stimmt mit den Unkosten, allein, was ich für mein erstes Praktikum vorher in Klamotten investiert hab...

Haha, bei mir war das genau andersrum: Ich bin da im feinen Zwirn aufgetaucht und durfte dann den ganzen Tag schlammverschmierte Kabel aufrollen! (y)
 

wanderlust

Erfahrenes Mitglied
11.04.2009
1.163
10
grounded@CGN :-(
Im sozialen Bereich und im Gesundheitswesen ist die Bezahlung von Praktika unüblich. Medizinstudenten machen vor Studienbeginn ein "Pflegepraktikum", während der Semesterferien stehen mehrere mehrwöchige "Famulaturen" an und das letzte Jahr besteht aus drei aneinandergereiten Praktika, in der Regel auch mit 24/36-Stunden-Diensten - alles unbezahlt.

An dieser Stelle nehme ich mir die kleine Klugscheißerei heraus und mache auf den Unterschied zwischen Ausbeute und Ausbeutung aufmerksam.


 oi26s1
 oi26s1
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peter42

Moderator
Teammitglied
09.03.2009
13.380
1.244
Im sozialen Bereich und im Gesundheitswesen ist die Bezahlung von Praktika unüblich. Medizinstudenten machen vor Studienbeginn ein "Pflegepraktikum", während der Semesterferien stehen mehrere mehrwöchige "Famulaturen" an und das letzte Jahr besteht aus drei aneinandergereiten Praktika, in der Regel auch mit 24/36-Stunden-Diensten - alles unbezahlt.

An dieser Stelle nehme ich mir die kleine Klugscheißerei heraus und mache auf den Unterschied zwischen Ausbeute und Ausbeutung aufmerksam.


Helios bezahlt das PJ: Praktisches Jahr - HELIOS Kliniken GmbH - Jeder Moment ist Medizin
 

denkigroove

Erfahrenes Mitglied
01.02.2010
7.782
7.718
SNA
Bei uns im Unternehmen (Energiewirtschaft) wird auch jeder Praktikant je nach Bildungsstand bezahlt.
Zur "Qualität" der Praktikanten kann ich selber nix sagen, da ich einen themensensiblen Bereich verantworte und somit keine bekomme:mad:
 

Huey

Erfahrenes Mitglied
06.04.2009
4.484
0
Gegen ein Pratikum OHNE Vergütung habe ich im Grunde nichts einzuwenden!
Das Problem: Hier wird das Instrument des Praktikums missbraucht.
Ein Praktikant ist kein Mitarbeiter der ein Projekt in befristeter Zeit eigenverantwortlich bearbeitet. Ein Praktikant steht dumm in der Ecke, schaut sich um, erlernt Fahigkeiten, wendet diese Fähigkeiten im begrenzten Umfang an und zeigt so sein Können. Ein Praktikant muss NICHT produktiv sein!

Aber das Problem ist eh bald keines mehr. Denn im politischen Berlin geistert zunehmend das Gespenst des Mindestlohnes als Mittel zur Wiederwahl um. Ganz böse wird es beim Vergleichslohn. Selbst Angie fährt schon Geisterbahn.

Mein Tipp: Wer sein Geschäftsmodell auf Basis von kostengünstigen Praktikanten betreibt sollte sich schnell umorientieren und sein Vermögen umschichten. :cool:

Ich biete 7,50€, Ich 8,20, Ich 10,30 ... 12,15 .. .. .. (pro Stimme) :eek:
 

KaiserPinguin

Erfahrenes Mitglied
20.08.2010
1.442
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DUS
Ein Praktikant steht dumm in der Ecke, schaut sich um, erlernt Fahigkeiten, wendet diese Fähigkeiten im begrenzten Umfang an und zeigt so sein Können. Ein Praktikant muss NICHT produktiv sein!
Kommt auf die Branche und die T/C an. Konkret seh ich es anders für unsere T/C.
Wenn DAS die Bedingungen wären, würde ich keine Praktikanten einsetzen: Würden mich viel zu viel Zeit von meinen Projektleitern oder von mir kosten, wenn das so wäre. Was wäre dann mein upside potential? Mein downside potential ist mir klar - mein Zeiteinsatz (bzw. der meiner Mitarbeiter).
 

mumielein

Gründungsmitglied
06.03.2009
4.152
1
Dorf bei NUE
Wie oben schon erwähnt, gibt es Bereiche, in denen nichts für ein Praktikum bezahlt wird. So lange man als Praktikant dann auch guten Einblick und Ausbildung erhält, ist mir das allemal lieber als ein gut bezahltes Praktikum mit dem Inhalt Papierkorbleerer.
Es gibt aber leider Branchen, in denen ein unbezahltes Praktikum für nicht unter einem Jahr üblich ist, um danach überhaupt die Chance auf eine Ausbildungsstelle zu bekommen. Im Praktikantenjahr ist man dort kostenlose Arbeitskraft, ohne auch nur ansatzweise was zu lernen.
 

KaiserPinguin

Erfahrenes Mitglied
20.08.2010
1.442
0
DUS
Es gibt aber leider Branchen, in denen ein unbezahltes Praktikum für nicht unter einem Jahr üblich ist, um danach überhaupt die Chance auf eine Ausbildungsstelle zu bekommen. Im Praktikantenjahr ist man dort kostenlose Arbeitskraft, ohne auch nur ansatzweise was zu lernen.
Dass ich Ausbeutungspraktiken ablehne, ist unstreitig. Aber eine Nachfrage sei mir gestattet: Wie kann ich in einer Branche, in der ich eine Ausbildung machen möchte, ein Jahr tätig sein, ohne auch nur ansatzweise etwas zu lernen??? Mit etwas Auffassungsgabe nehme ich überall was mit - ich hab als Student fast alles für Geld gearbeitet und habe selbst in den sechs Wochen, in denen ich die Vorstandssekretärin einer Bank beim Kaffeekochen, vom-Band-schreiben und Terminkalender verwalten urlaubsvertreten habe, einiges mitgenommen!
 

mumielein

Gründungsmitglied
06.03.2009
4.152
1
Dorf bei NUE
Du kannst im Anschluß daran Pferde perfekt misten und putzen. Mit etwas Glück beim Schmied und beim Heu abladen helfen. Und fegen und kehren ein Diplom ablegen.

Ich spreche vom Beruf des Pferdewirts. Die ganzen reitdepperten Teenager nehmen das natürlich in Kauf.
 

SmilingBoy

Erfahrenes Mitglied
09.03.2009
831
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CGN
Bei uns gibt es glaube ich ca. 500-700 Euro pro Woche; die meisten Praktikanten sind 2-4 Monate da. Dazu muss man sagen, dass die meisten Praktikanten schon in ihrem PhD-Studium sind. Und mitarbeiten tun sie auch relativ normal. Wer gut ist, hat deutlich verbesserte Chancen, später (nach Abschluss des Studiums/PhD) eingestellt zu werden.
 

mumielein

Gründungsmitglied
06.03.2009
4.152
1
Dorf bei NUE
Die Frage ist jetzt, wass kann er dann nach der Lehre mehr??
Eine ganze Menge. :D

Je nach Schwerpunkt unterschiedlich stark, in jedem Fall mal Veterinärkunde, Fütterungslehre, Pferdebeurteilung, Betriebswirtschaft, Geduld eines Esels mit Kunden, reiten, fahren, züchten, longieren, voltigieren usw., usw.
 

economyflieger

Erfahrenes Mitglied
22.02.2010
4.977
1
Ostsee
Eine ganze Menge. :D

Je nach Schwerpunkt unterschiedlich stark, in jedem Fall mal Veterinärkunde, Fütterungslehre, Pferdebeurteilung, Betriebswirtschaft, Geduld eines Esels mit Kunden, reiten, fahren, züchten, longieren, voltigieren usw., usw.

und hat jetzt flysurfer noch sein Praktikumsjahr, oder ist er schon in der Lehre... =;=;