Qdenga - Impfstoff gegen Dengue

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Langstreckenpendler

Erfahrenes Mitglied
28.12.2021
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Der Reisemediziner lag mit seinem Rat für eine Impfung gegen Dengue-Fieber bei einem Trip nach Südamerika nicht daneben. Aktuell ist Hochsommer in Brasilien und in Rio ist es wohl besonders schlimm.
Bevor das so pauschal bewertet wird: Weiß denn jemand welcher Serotyp das ist?
Bei DENV3/4 gibt es da offenbar ein paar Probleme:
 

oliver2002

Indernett Flyertalker
09.03.2009
8.333
3.400
49
MUC
www.oliver2002.com
Pro Tipp von der Stlv. Leiterin am Münchner Tropeninstitut: bei der Abrechnung erwähnen das man sehr oft in Dengue Regionen schon unterwegs war und somit ein Verdacht auf eine bereits durchlebte erste Dengue-Infektion besteht ;)
Beitrag automatisch zusammengeführt:

Bevor das so pauschal bewertet wird: Weiß denn jemand welcher Serotyp das ist?
Bei DENV3/4 gibt es da offenbar ein paar Probleme:
Diese Stellungnahme vom 02.02.2023 is bereits überholt, da die Stiko ende 2023 eine umfassende Stellungnahme verfasst hat.
 
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hollaho

Erfahrenes Mitglied
22.10.2016
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Diese Stellungnahme vom 02.02.2023 is bereits überholt, da die Stiko ende 2023 eine umfassende Stellungnahme verfasst hat.
https://edoc.rki.de/bitstream/handle/176904/11401/EB-48-2023-Dengue.pdf?sequence=1

Sollte wohl diese von Ende 2023 sein. Weiterhin hält die Stiko also eine Empfehlung für Personengruppen ohne Vorinfektion zurück bzw. schätzt sie als nicht sinnvoll ein, weil die Datenlage nicht ausreicht um Fälle von Infektionsverstärkung durch die Impfung auszuschließen. Und die Wirksamkeit gegen die Serotypen 3/4 ist herabgesetzt und teilweise nicht nachweisbar.

Das kann man jetzt für sehr konservativ halten oder eben nicht, aber da eine solche Infektionsverstärkung bei Dengvaxia nachgewiesen wurde, ist es bei Qdenga dann auch nicht komplett von der Hand zu weisen, lieber konservativ bei der Empfehlung zu bleiben.
 

CarlD

Aktives Mitglied
03.04.2022
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https://edoc.rki.de/bitstream/handle/176904/11401/EB-48-2023-Dengue.pdf?sequence=1

Sollte wohl diese von Ende 2023 sein. Weiterhin hält die Stiko also eine Empfehlung für Personengruppen ohne Vorinfektion zurück bzw. schätzt sie als nicht sinnvoll ein, weil die Datenlage nicht ausreicht um Fälle von Infektionsverstärkung durch die Impfung auszuschließen. Und die Wirksamkeit gegen die Serotypen 3/4 ist herabgesetzt und teilweise nicht nachweisbar.

Das kann man jetzt für sehr konservativ halten oder eben nicht, aber da eine solche Infektionsverstärkung bei Dengvaxia nachgewiesen wurde, ist es bei Qdenga dann auch nicht komplett von der Hand zu weisen, lieber konservativ bei der Empfehlung zu bleiben.
Impfen ist ja, spätestens seit der COVID-Pandemie, ein mit häufig irrationalen Ängsten angereichertes und politisch instrumentalisiertes heißes Eisen mit Polarisierungspotential. Gerade Foristen eines Vielfliegertreffs sollte der Umgang mit einem minimalen Restrisiko (im Vergleich zum potenziellen Benefit) aber eigentlich vertraut sein.

Und dann kommt man, wenn man sich ein wenig in die Thematik einliest, zu dem Schluß, dass die Stiko hier schon sehr konservativ zu agieren scheint und sich auf die – reisemedizinisch wahrscheinlich nur bedingt sinnvolle – Jagd nach dem EInhorn bzw. Poppers schwarzen Schwan begeben hat.

Fakt ist/scheint (sofern die Zulassungsstudien nicht gefakt sind) ja nicht, dass das gefürchtete Immune Enhancement (also schwerer hämorrhagischer Verlauf bei Kombination von Wildinfektion + erster Impfdosis) wirklich beobachtet worden wäre (und bei den „Versuchskaninchen“ waren auch viele Probanden aus endemischen Gebieten dabei, die das unmittelbar beträfe), sondern dass der Stiko mehrere zehntausend Probanden und ein Beobachtungszeitraum von 5 Jahren immer noch nicht auszureichen scheinen, um das sicher auszuschließen: Weil es bei dem früheren Sanofi-Impfstoff vorkam? Kann man/ich nur vermuten.

Bedenken muss man ferner, dass die beiden genannten Subtypen 3 und 4 in der Praxis deutlich seltener auftreten und der fehlende Nachweis der Wirksamkeit des Vakzins sich hier vor allem aus der durch ihr geringes Vorkommen bei den Probanden fehlenden statistischen Signifikanz ableitet.

Ich habe mir – nach kurzer Überlegung – vor ein paar Tagen (und im Abstand von einem knappen halben Jahr) gerade die zweite Dosis verpassen lassen.
 
Zuletzt bearbeitet:

CompadreGüero

Erfahrenes Mitglied
28.02.2011
759
203
PBC
Ich wurde Anfang 2023 mit Qdenga geimpft, auf Anraten einer Tropenmedizinerin aufgrund eines beruflichen mehrjährigen Aufenthalts in Dengue-gefährdetem Gebiet.
Habe die Impfung sehr gut vertragen und keinerlei Nebenwirkungen verspürt.
 

globetrotter11

Erfahrenes Mitglied
07.10.2015
13.535
9.013
CPT / DTM
Am 17. Februar hat die Stadt Belo Horizonte, Hauptstadt des brasilianischen Bundesstaats Minas Gerais, wegen des Dengue-Fiebers den Gesundheitsnotstand ausgerufen. In diesem Jahr gab es dort bereits 3.718 bestätigte Fälle von Dengue-Fieber und fünf Todesfälle. Im Staat Minas Gerais wurden 192.258 wahrscheinliche Dengue-Fälle gezählt. Der Notstand erlaubt Sonderregelungen im Gesundheitswesen, etwa längere Arbeitszeiten, und gilt zunächst für sechs Monate

 

Wuzefelix

Aktives Mitglied
02.04.2010
109
743
Für eine anstehende Brasilien Reise hatte ich einen Arzttermin zur Gelbfieberimpfung vereinbart. Diesen Thread hatte ich zwischenzeitlich zwar gelesen, kam aber zu dem Schluss, dass wir nicht genug Zeit für beide Impfungen hätten und die Empfehlung für uns als (wahrscheinlich) Dengue-naive noch nicht so eindeutig sei.

Die Ärztin empfahl uns dann aber dringend eine Doppelimpfung (Qdenga und Gelbfieber parallel) zu machen. Sie hätte neulich eine schwerkranke Dengue Patientun gehabt und empfiehlt jetzt allen die Impfung. Die Krankenkassen würden das angeblich erstatten.

Bisher beschränken sich die Impfreaktionen auf etwas Muskelkater und ich war einen Tag etwas müde. Ich bin ganz froh, dass wir es gemacht haben. Die zweite Impfung holen wir in drei Monaten nach der Reise nach.

Während der Reise werden wir uns vor allem in Rio de Janeiro trotzdem mit DEET schützen. Vor allem auch, falls wir jetzt als nur einfach Geimpfte bei Erkrankung einen schwereren Verlauf hätten.