The missing pieces - Nova Scotia und New Brunswick 2026

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shauri

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11.05.2014
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Von St. Andrews nach Saint John
Auch heute verwöhnt uns unser Gastgeber wieder mit einem fantastischen Frühstück. Noch dazu unterhalten wir uns noch eine Weile über Gott und die Welt, bevor wir gemütlich zusammenpacken und aufbrechen.

Wir verabschieden uns und finden es wirklich schade, dass wir nur zwei Nächte hier verbracht haben.

Das Wetter ist heute nicht ganz so motivierend, aber mal schauen, was wir heute so machen. In St. George machen wir einen kurzen Toilettenstopp und schauen bei Tim Hortons nochmal nach einem Thermobecher mit "New Brunswick"-Design. Vor Ort ist zufällig eine offensichtlich überregional tätige Führungskraft, die "mal eben" für uns alle Filialen auf unserem Weg nach Saint John abtelefoniert. Leider ohne Erfolg, die New Brunswick Thermobecher sind ausverkauft.

Als ersten landschaftlich schönen Halt stoppen wir mehr zufällig an den Lepreau Falls, die wir mit Hilfe eines Straßenschildes entdeckt haben:

Könnte schlechter sein.

Danach fahren wir nach Chance Harbour und überlegen, im dortigen Belding's Reef Nature Preserve ein bisschen zu wandern. Irgendwie ist uns da aber nicht so richtig danach, gestern hatten wir eine vergleichbare Küstenwanderung bei bestem Wetter, da muss dasselbe in Grau irgendwie nicht sein.

Wir entschließen uns, durchzufahren bis kurz vor Saint John und dort im Irving Nature Park eine Kombination aus drei Trails (Squirrel, Seal und Heron) zu wandern.
Der Weg ist einfach, die Landschaft ist schön, nur dass man parallel zu den Wanderwegen auch auf einer Straße rund um den Park fahren kann, stört das Gefühl von Natur doch ein wenig.











Das Wetter ist inzwischen ganz okay, auch wenn es sich nicht so richtig zwischen Hochnebel und Sonne entscheiden kann.



Während ich so mit dem Weitwinkel vor mich hin landschaftsfotografiere, beobachtet der Gatte leicht verdutzt, wie ein Hörnchen zunächst ein Stück von einem Pilz abbeißt und dann die gesamte Kappe abbricht und wegträgt. Ich versuche ein Foto mit dem Weitwinkel, man kann ja zum Glück beim Bearbeiten reinzoomen.

Das Hörnchen sitzt eine ganze Weile mit dem Pilzkappe da und frisst, bis ich es geschafft habe, mein Tele auf die Kamera zu packen. Just in diesem Moment ist die Kappe handlich genug geknabbert, dass es damit wegrennen kann.

Ich beschließe, die nächsten sieben Kilometer mein Tele griffbereit mit mir herumzutragen, um weitere solche Momente erfolgreich zu vermeiden. Landschaft wird heute also dementsprechend nur noch mit dem Handy fotografiert.

Der Weg ist zur Abwechslung mal relativ flach (besser so, wenn man eine Kamera mit Teleobjektiv über der Schulter hängen hat), aber dennoch sehr abwechslungsreich.







Tatsächlich wird meine griffbereite Kammeraschlepperei relativ bald mit dem ultimativen Hörnchenfoto belohnt.



Da kann der unschuldig im Moos stehende Pilz wohl nicht mithalten.

Die Landschaft auch nicht so richtig, aber was soll's.



Immerhin lohnt es sich heute wirklich mal, das Tele dabei zu haben, auch wenn es nur kleines Wildlife gibt. Ein Dawny Woodpecker gibt sich ebenfalls noch die Ehre.



Zur Abwechslung gibt es dann wieder was Landschaft...

... und Impressionen vom Weg.





Die hellila Blumen wollte ich die ganze Zeit schonmal fotografieren, also warum nicht mit Schwebfliege drauf.
 

shauri

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11.05.2014
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Der Frachter verfolgt uns schon die ganze Zeit im Dunst.

In dieser schönen Bucht kommt man zur Abwechslung auch mal bis zum Wasser.

Der Weg führt jetzt direkt oberhalb der Strände durch den Wald und teils über Felsen.





Brandung hab ich diesen Urlaub auch noch nicht fotografiert.

Diese hübschen roten Pilze haben wir auch schon öfter in den letzten Tagen gesehen.


Zur Abwechslung laufen wir hier mal ein Stück durch Sand.



Am Strand sehen wir ein paar kleine Vögel. Nennen wir sie mal "irgendwelche Sandregenpfeifer".



Die Sandregenpfeifer sind extrem gut getarnt, im Sand sieht man sie kaum und kann sie nur schwer fotografieren. Wenn man sie zufällig auf einem Felsen entdeckt, geht es besser.



Die Landschaft ist hingegen groß und deutlich erkennbar.



Wir wandern jetzt quasi von Strand zu Strand.

Mir hüpft noch ein Spatz vors Teleobjektiv.



Der Pilz hüpft nicht, aber steht schön im Moos.

Am Baum hängt ein Vogelhäuschen.

Mal wieder ein Hörnchen erwischt.





Langsam werden die Beine irgendwie schwer...

... besodners beim Klettern. Dabei hat der Weg nur wenige Höhenmeter.
 

shauri

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Wir können es uns dennoch nicht verkneifen, auch noch den 300 m langen Steg in die Salzmarschen zu laufen.

Wir werden mit ein paar Reiher-Fotos belohnt.















Auch ein Kormoran startet heftigst.



Landschaft ist auch da, ja. (Wer möchte, kann das Lied, aus dem der Satz stammt, erraten).



Nach gut acht Kilometern kommen wir relativ müde vom vielen Guckne, Laufen und Fotografieren am Auto an. Während der letzten 15 Minuten Fahrt zum Hotel in der Nähe des Fährhafens von Saint John wird das Wetter immer düsterer.
Das Hotel ist kein Vergleich mit dem B&B die letzten Tage, aber die Nacht ist sowieso kurz, wir müssen vor sieben Uhr an der Fähre sein.



Wir essen heute mexikanisch. Inzwischen schüttet es übrigens draußen.
Als Vorspeise gibt es kleine Tortilas mit gebackenem Käse und gehackter Chorizo.

Danach eine Art dicker Pfannkuchen mit Rindfleisch. Salat und Käse für den Gatten und den "Mega Tacco" mit Rindfleisch für mich.


Beides war sehr lecker, für Nachtisch sind wir leider zu satt. Wir gehen zeitig ins Bett, wir müssen um 6 Uhr raus.
 

shauri

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11.05.2014
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Eine Seefahrt... von Saint John nach Digby und weiter.
Heute gibt es eine echte Rarität in diesem Blog: Einen Sonnenaufgang. Dieser ist allerdings nur der Tatsache geschuldet, dass wir um 8 Uhr die Fähre von Saint John nach Digby nehmen und spätestens um 7 Uhr zum Check-In bereit stehen mussten. Dann nehmen wir den Sonnenaufgang nebst Kreuzfahrtschiff mal dankend mit.



Da kommt auch schon das nächste Kreuzfahrtschiff.







Und dann sind Sonne und Kreizfahrtschiff gleichzeitig da. Da kann man was draus machen.





Jetzt ist aber erstmal Zeit fürs Frühstück. Hier gibt es endlich auch mal Spiegeleier. Mit Hotelfrühstück kann es hier auch allemal mithalten, nur der Kaffee ist vernachlässigbar was Farbe, Geschmack und Stärke angeht. Da war ich in den Hotels bisher angenehm überrascht.

Langsam kommt Nova Scotia in Sicht.

Nach knapp 2,5 Stunden erreichen wir Digby und fahren direkt weiter zu unserer ersten Wanderung. Digby und Digby Neck sowie den Kouchibouguac Nationalpark haben wir 2018 schon besucht. Heute wandern wir jetzt erst einmal zu den Clemensport Falls. Zu Beginn der Wanderung wird vor freilaufenden Hühnern gewarnt, wir werden allerdings von einem großen, sehr liebesbedürftigen, freilaufenden Hund begrüßt. Ich war zu sehr mit Streicheln beschäftigt, um ein Foto zu machen.

Der Weg ist kurz und unspektakulär, das Übliche halt, ein mehr oder minder steiler Waldweg mit reichlich Rumgewurzele. Der Wasserfall hingegen gefällt uns sehr gut, wir steigen zunächst ans obere Ende, wo sich ein schönes Farbenspiel mit bemoostem Fels, Wasser und rotem Laub zeigt.

Der kleine Wasserfall schlängelt sich schön durch den Felsen.

Da es hier mal wieder sehr schattig ist, kann auch ich Langzeit-Belichten ohne Filter (und natürlich ohne Stativ, das liegt im Auto wie immer).

Sieht irgendwie total unecht aus.

Dann folgen wir natürlich auch noch dem Weg ans untere Ende des Wasserfalls, der in einen sehr tiefen Pool fällt.



Nächster Stopp ist Annapolis Royal mit dem Fort St. Anne.







Das Wetter ist traumhaft. Das Fort ist halt ein Fort. Aber mit viel schöner Aussicht auf die Bucht. Macht ja auch Sinn. Auf dem Foto unten sieht man das Munitionslager.







Wir drehen noch eine kleine Runde durch das Örtchen, das auch nicht viel größer ist als das Fort selbst. Highlights: Die hübsche weiße Kirche...

... und das Sachsen Cafè&Restaurant. Es gibt Erbsensuppe, Kartoffelpfannkuchen und Kuchen, aber irgendwie sieht es ähnlich einladend aus, wie man sich Sachsen im Worst Case vorstellt.
 

shauri

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Jetzt wird es wieder Zeit zum Wandern. Nach knapp 30 Minuten Fahrt erreichen wir den Delaps Cove and Meiers Point Trail. Natürlich gibt es auch hier einen Wasserfall. Es geht erst einmal idyllisch durch den Wald.



Durch den Herbstwald kann man das Meer erahnen. Sagte ich schon, wie wunderbar das Wetter heute ist?

Nach kurzem Marsch erreichen wir die Küste.

Rechts im Bild steht ein Gedenkstein für die im Dezember 2020 gesunkene "Chief William Saulis". Das Schiff war wohl verstärkt und dadurch zu schwer, noch dazu hatte es zu viele Muscheln geladen und ist daher gekentert. Von den sechs Besatzungsmitgliedern wurde nur eine Leiche gefunden.

Da hier auch eine Bank steht, nutzen wir die Gelegenheit, unsere heute morgen auf der Fähre gekauften Muffins zu konsumieren. In der Sonne. Bei Traumwetter.

Gut gestärkt wandern wir jetzt wieder entlang der Küste über Felsen.











In einer Schlucht kommt der Wasserfall in Sicht.

Momentan hat er sehr wenig Wasser, zu anderen Jahreszeiten ist er deutlich breiter, dafür gibt es dann halt kein buntes Laub.





Man kann auch auf eine Aussichtsplattform über den Wasserfall gehen. Ist jetzt mit dem wenigen Wasser nicht rasend spektakulär, aber schön.







Wir gehen noch ein Stück weiter zum Aussichtspunkt über die Klippen. Dort gegenüber sind wir her gekommen.





Danach führt der Wag uns am Bach entlang leicht aufwärts. Rotes Laub im Bach ist ja auch mal ein schönes Motiv.











Am Ende der kleinen Wanderung geht es wieder durch den bunten Herbstwald und nach 2,5 km sind wir schon wieder zurück am Parkplatz.


 

shauri

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11.05.2014
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Als letztes halten wir noch am Black Rock Lighthouse. Zitat vom Gatten: "Auf Google sah er größer aus." Bei dem tollen Wetter gehen natürlich trotzdem ein paar Fotos von Leichtturm und Umgebung.









Wir sind inzwischen ziemlich müde, das frühe Aufstehen fordert seinen Tribut. Gegen 17 Uhr checken wir im Farmhouse Inn B&B ein, und werden auch hier sehr freundlich von unserem heutigen Gastgeber empfangen. Auch hier ist es sehr gemütlich, und irgendwie haben wir mal wieder ein riesiges Zimmer gebucht. Dabei wollen wir doch immer einfach nur ein breites Bett, damit wir uns beim Schlafen nicht in die Quere kommen. So viel Romantik.



Das Teekessel-Nachtlicht ist ja wohl total niedlich.

Zum Glück haben unsere beiden auf dieser Reise gebuchten B&B wieder einmal so unterschiedlichen Stil, dass sie absolut nicht miteinander konkurrieren können und müssen.
Das Sofa ist jedenfalls gemütlich und ich mache erstmal ein kurzes Nickerchen, bevor wir zum Abendessen aufbrechen.
Wir drehen noch eine kleine (größer ist der Ort auch nicht) durch Cannings. Die Highlights sind ein ehemaliger Leuchtturm, den man von Meer weggebracht hat, damit er nicht so schnell verwittert...

... und ein kleiner Park, wo sich früher eine Schiffswerft befand. Heute befindet sich an dieser Stelle schönes Abendlicht.

Wir essen heute in Dickie Baxters Taproom and Bistro, was erstmal relativ unspektakulär klingt.

Es ist an einem Freitag Abend extrem gut besucht und wunderschön eingerichtet, mit hoher Decke, auf deren Balken überall hängende Topfpflanzen stehen. Es erinnert ein bisschen an ein Gewächshaus. Leider habe ich kein Foto gemacht.

Die Speisekarte lässt auf überraschend gehobene Küche schließen, und endlich gibt es auch mal einige Weine aus der direkten Umgebung zu trinken. Wir beginnen mit einem weißen Blomingdon Estate Tidal Bay, der quasi um die Ecke angebaut wird.

Wir sind positiv überrascht, er ist recht trocken und erinnert an Sauvignon Blanc und grünen Veltliner und passt hervorragend zur reichhaltigen Chowder als Vorspeise.

Dem Gatten fällt auf dass er noch gar kein Steak diesen Urlaub hatte und bestellt ein Ribeye mit Pfefferkruste, dass ihm perfekt, wie gewünscht, medium rare gebraten serviert wird. Das haben wir in Kanada ja leider auch schon anders erlebt. Hier ist er sehr zufrieden.

Ich habe ein beachtliches Stück Atlantischen Heilbutt mit sehr knuspriger Maiskruste, Fenchelsalat, saisonalem Genüse und Kartoffeln.

Dazu hat der Gatte einen regionalen und absolut überraschend guten Rotwein und ich einen Rosé, der sehr fruchtig ist, aber sehr gut zu Fisch und Gemüse und auch zum Nachtisch passt. "Leider" wurde nämlich die ganze Zeit ein sündhaft lecker aussehender Käsekuchen an den umliegenden Tischen serviert, und so müssen wir auch da noch ein Stück teilen. Er sah nicht nur sündhaft lecker aus.

Dazu einen Espresso für mich, um den sehr dünnen Kaffee auf der Fähre heute morgen zu kompensieren. So schließt sich der Kreis und wir gehen schlafen.
 
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shauri

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11.05.2014
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... und wieder zurück nach Halifax.
Richtig gelesen, heute ist schon unser letzter Tag in Kanada. Unsere Reise dauerte hier dieses Mal nur zehn Tage. Aus Gründen, wir sparen Urlaub für Neuseeland kommenden Februar.
Beim Frühstück verwöhnt uns unser Gastgeber noch einmal so richtig, er hat früher als Bäcker gearbeitet, erzählt er. Es gibt einen Muffin aus Donut Teig und hausgemachten Joghurt mit ebenfalls hausgemachtem Granola mit Beeren, das ich leider vergessen habe zu fotografieren.

Als Hauptspeise gibt es dann eine Spinat-Feta Frittata mit selbstgebackenem Toast.

Alles sehr lecker. Ich hoffe, im Fairy B&B wird man genauso gut verköstigt.

Das Grundstück liegt sehr schön umrandet von buntem Wald, da kann man den benachbarten Baumarkt getrost ignorieren. Auch hier hat es uns sehr gut gefallen, auch wenn leider über uns eine Horde Elefanten genächtigt haben muss, was man durch die in Kanada übliche Holzbauweise auch deutlich mitbekommen hat.

Jetzt wird es wieder Zeit für etwas Bewegung, wir wollen den knapp 8 km langen Jodrey Trail Loop im Blomidon Provincial Park laufen. Zuvor müssen wir aber mal das hier wieder breite und rot gefärbte Watt bewundern, wir sind ja wieder in der Bay of Fundy, mit ordentlich Tidenhub.









Die Landschaft in Richtung Landesinnere ist hingegen erstaunlich unspektakulär.

Im Park erwartet uns ein entspannter Weg durch den Herbstwald mit gelegentlicher schöner Aussicht.













Auch schöne Klippen gibt es. Was uns schon während der ganzen Tour auffiel: Hier gibt es sehr viele verschiedene Gesteinsarten, von Sandstein bis Vulkangestein. Macht die Landschaft extrem abwechslungsreich.

Vom Parkplatz hat man zum Abschluss auch nochmal schöne Aussicht über die Bucht.





Auf dem Rückweg nach Halifax halten wir noch kurz an einem der bei Ebbe fast leeren braunen Flussbetten zu dokumentarischen Zwecken.



Irgendwo kommen wir noch an einem Eisstand vorbei, der endlich mal nicht "Closed for the Season" ist. Das Wetter macht ja schon länger Lust auf Eis. Der Gatte nimmt Blueberry Cheesecake und Schokolade, ich habe Butterscotch und "Monster Cookie", das zu meiner Überraschung blau ist. Meine Recherche ergibt: Es ist nicht etwa wegen großer Cookiestücke so benannt, sondern nach dem Cookie Monster aka Krümelmonster, das natürlich blau ist. Geschmeckt hat es aber glücklicherweise wie ganz normales Eis mit Oreo-Cookie-Stücken.

Wir wollten eigentlich noch kurz zu einem Wasserfall, aber das Navi zeigt von dort noch über eine Stunde Fahrt nach Halifax an und daher wird es etwas knapp und wir lassen es. Nach der Weiterfahrt springt das Navi auf 30 Minuten um und das hätte locker gereicht, aber was soll's.
Wir sind also überpünktlich am Flughafen und haben so noch Zeit, im Abflugbereich ein Abschiedsbier zu trinken und ein bisschen was aus dem Meer zu konsummieren. Icelandair hat ja für die niedrigste Saga-Class Buchungsklasse den Lounge Zugang an auswärtigen Flüghäfen gestrichen. Ist in Halifax herzlich egal, die einzige Lounge vor Ort ist wegen Renovierung geschlossen.

Wir teilen uns eine Crab and Lobster Roll sowie Schellfisch. Beides schmeckt nochmal sehr gut.

Im Flugzeug nehmen wir schockiert die Flugzeit von nur 3 h 50 min zur Kenntnis und begeben uns sofort zur Ruhe. Nach etwa zwei Stunden wache ich mal kurz auf, um Nordlichter zu fotografieren. Leider nur schlechte Handyqualität mit Spiegelungen am Fenster. Ich freue mich trotzdem und schlafe noch 30 Minuten bis zur Landung weiter.


 

shauri

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Von Halifax rund um die Welt und auch noch zu den Nordlichtern in nur 3 h 50 min
Die Kürze des Rückflugs ist mit einem Wort als "traumatisch" zu beschreiben. Um 4:45 landen wir trotz verspäteten Abflugs überpünktlich bei kuschligen 5 °C in Keflavík. Fotos gibt es keine, es ist schwierig genug, die Augen offen zu halten. Wir lassen uns Zeit auf dem Weg zum Gepäckband. Nachdem das bei der Einreise nicht gelingt, weil niemand vor uns ist, füllen wir erstmal erstmal unsere Wasserflasche und bummeln durch den im letzten Jahr schon wieder gewachsenen Duty Free. Die Autovermietung öffnet sowieso erst um 6 Uhr. Dafür fahren unsere Koffer, als wir am Gepäckband ankommen, schon sehr alleine im Kreis.
Die Anmietung bei Europcar läuft wie gewohnt unkompliziert, gebucht ist ein Suzuki Vitara, wir bekommen quasi dasselbe wie zu Hause, einen Mitsubishi Eclipse Cross in Schwarz und als Hybrid. Dafür, dass der Gute im Gegensatz zu meinem "erst" 82000 km auf der Uhr hat, sieht er außen schon ziemlich mitgenommen aus. Was soll's, wir sind hier auf Island und wollen keinen Schönheitswettbewerb gewinnen, besser wird er in den nächsten zwei Tagen vermutlich auch nicht werden.
Was macht man um kurz nach sechs, wenn es stockdunkel, eiskalt und man selbst todmüde ist, zwischen Keflavík und Reykjavik? Man fährt erstmal in den 24 Stunden geöffneten Hagkaup in Gardabær und geht wichtige Dinge shoppen: Islandwolle und Süßigkeiten.

Dennoch kommen wir schon gegen 8 Uhr im Hotel an. Unser Zimmer wäre erst ab 15 Uhr bereit, aber man bietet uns ein sofort zugängliches Zimmer für knapp 40€ Aufpreis an. Wir sind müde, und die Hemmschwelle ist niedrig, wir nehmen das Angebot und die Aussicht auf ein paar Stunden Schlaf bis mittags dankend an. Das Zimmer ist dasselbe wie immer, dieses Mal mit Blumenbildern über dem Bett.

Auch der Ausblick ist der gewohnte, dieses Mal wieder vorne raus.

Bevor wir uns schlafen legen, begeben wir uns allerdings zum Frühstück, was wir ebenfalls noch dazu gebucht haben, da wir es am Abreisetag ja sowieso nicht wahrnehmen könen.
Erstmal ein bisschen warmes Porridge mit Obst.

Dann ein gepflegtes Urlaubsbrot mit Lachs und Spiegelei. Vermisse ich in Kanada immer ein bisschen.

Danach noch eine Waffel mit was typisch isländischem: Skyr und ein Gläschen Lysi (Dorschlebertran) für Omega 3 und Vitamin D.

Gesättigt begeben wir uns Richtung Bett. Wohl dem, der auch nach drei Tassen Kaffee gepflegt ein paar Stunden schlafen kann. Auf den Bergen liegt Schnee, das Wetter sieht gar nicht so übel aus, also schauen wir mal, dass wir bis heute Nachmittag wieder fit sind.


*** vier Stunden später ***

Die Sonne scheint, und wir fahren in die Innenstadt ein bisschen bummeln. Zunächst muss ich natürlich die Blumenkübel mit Zierkohl gebührend bewundern.

Danach statten wir Ofelia im Icemart einen Besuch ab. Sie ist gerade sehr hart am Arbeiten, daher stören wir sie nicht.

Das Frühstück ist schon ziemlich lange her, bis zum Abendessen sind es noch zwei Stündchen, also muss eine Zimtschnecke bei Braud & Co her. Warm, fluffig und lecker.

Wir bewundern den Einstök-Wikinger an der Einstök Bar. Dieser ziert auch eines meiner T-Shirts und erfreute gestern eine der Stewardessen von Icelandair sehr.

Ich entdecke einen Laden der Handknitting Association of Iceland, wo ich noch ein Strickheft, das ich schon länger auf Englisch haben wollte, finde. Dann führt eins zum anderen, und ich muss mir direkt noch Wolle für eine Weste, die darin als Anleitung zu finden ist, zusammenstellen und kaufen. Ist ja viel besser, wenn man die Wolle mal anfassen und die Farben nebeneinander legen kann.
Glücklich verlässt die Frau mit ihrer Beute den Laden.

Jetzt wird aber wirklich noch ein bisschen gebummelt.





In einem Souvenierladen finden wir eine weitere prächtige Katze. Es gibt inzwischen sogar Katzentouren durch Reykjavík, es gibt mindestens drei Läden, in denen eine Katze mit arbeitet.

An einer Pizzabude freuen wir uns über eine Lebensweisheit für Pizzaliebhaber.

Wir schauen uns mal ein bisschen in den Neubaugebieten Richtung Hafen um.




 

shauri

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Irgendwann fällt uns auf, dass es schon stramm auf 18 Uhr zugeht, wir einen Tisch in der Fish Company haben und dafür noch das Auto umparken wollen, damit wir nicht nach dem Essen einmal quer durch die Innenstadt rollen müssen. Vor dem Restaurant tummeln sich ein paar Flamingos.

Da wir hier schon zwei mal sehr gut gegessen haben, entscheiden wir uns dieses Mal todesmutig für das "Around the World" Menü. Zum Auto rollen bekommt ab jetzt eine völlig neue Dimension.
Der Gatte hat ein Snorri IPA, ich einen alkoholfreien Cocktail mit Mango und Ingwer, der sehr gut zum späteren Essen passt. Wir beginnen wie immer hier mit Sauerteigbrot mit gebräunter Butter, das in hausgemachtes Granola "getunkt" wird. Absolut geniale Kombination, wie wir finden. Und auch nur ganz leicht sättigend vorab.

Als Gruß aus der Küche gibt es Thunfisch Tartar mit Yuzusauce und Parmesancrumble. Bisher gab es noch nichts vom Menü, das sind die Standard-Vorab-Gänge, die es für alle gibt.

Erster Gang des Menüs sind Garnelen in Paprika-Tomatensauce mit Mozarella.

Lachs mit Wasabi-Eis in Gurken-Muschel-Sud. Die Portion Lachs ist ungefähr so riesig wie sie aussieht, und uns überkommt eine leise Panik bezüglich der restlichen Gänge. Schmecken tut es jedoch zum Glück sehr gut.

Fischfrikadellen mit Jakobsmuscheln und Kapern. Es handelt sich übrigens um ein reines Fischmenü, das wussten wir aber vorher.

Jetzt kommt der eigentliche Hauptgang... hoffen wir. Wir sind uns sonst nicht sicher, ob wir den Abend überstehen. Es gibt Wolfsbarsch mit Jakobsmuscheln und drei Varianten vom Blumenkohl. Schmeckt leider auch so gut, dass wir es aufessen müssen. Wir flehen um Gnade und bekommen die freudige Nachricht, dass nur noch zwei weitere Gänge anstehen.

Beim vorletzten Gang handelt es sich glücklicherweise schon um das "Pre-Dessert", zwei mit Yuzu gefüllte Küchlein. Glücklicherweise habe ich einen zweiten Magen für Süßes, und so passen zwei Nachtische noch locker rein.

Das endgültige Dessert ist eine Creme Catalan mit Passionsfrucht und Karamell. Auch das ist noch sehr lecker, der Gatte isst sogar noch die "winzigen, hauchdünnen Minzplättchen", ohne zu platzen.

Wir rollen den kurzen Weg zum Auto und fahren zurück ins Hotel, auf ein Feierabend Bier in der Bar. Auf dem Parkplatz kann man einen Hauch Nordlicht erkennen.

Ich hole sicherheitshalber mal die Kamera aus dem Zimmer. Während wir so unser Bierchen schlürfen,

sagt der Gatte diesen wohlbekannten, alles entscheidenden Satz, der den Ausgang des Abends entscheidend verändern wird, da er erfahrungsgemäß als Garant für Nordlicht-Sichtungen gilt: "Wir sollten heute Abend nicht so spät ins Bett."

Auf dem "nicht so späten Weg ins Bett" machen wir einen kleinen Abstecher zum Hotelparkplatz, wo man wieder leichte Nordlichter sehen kann. Ich bleibe noch kurz für ein paar Fotos, der Gatte geht nach drinnen, nur im Hemd ist ihm zu frisch. Ich habe noch meinen Islandpullover dabei. Sobald der Gatte nach drinnen verschwindet, passiert, was passieren musste, wenn man "nicht so spät ins Bett" möchte, und ein gigantisches Spektakel in Grün bricht über mir los.

Ich zitiere den Gatten wieder nach draußen, und wir erfreuen uns gemeinsam mit einer euphorisch jubelnden Chinesin an dem Spektakel. Es sind tatsächlich die zweit- spektakulärsten Nordlichter, die wir bisher gesehen haben. Auch wenn der Hotelparkplatz jetzt nicht die traumhafteste Kulisse für Nordlichter ist, lasse ich dennoch die Bilder für sich sprechen.

















Nach etwa 20 Minuten ist das Spektakel dann auch wieder vorbei und wir können, nicht mehr ganz so früh, ins Bett.
 

shauri

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Ein traumhafter Tag in Island - Deildartunghuver
Nach einem ausgiebigen Verdauungsschlaf, bei dem wir Abendessen und die traumhaften Nordlichter vom Vorabend verarbeitet haben, erwachen wir gegen 8:30 erfrischt und bereit zum Frühstück.
Natürlich gönne ich mir ein Urlaubsbrot, dazu ein Paar Rösti und ein außen rotes und innen grünes Falafal, das sehr gut zum Ei schmeckt.

Ein Wäffelchen mit gesundem Obst und Lysi (im nahenden Winter ist Omega 3 und Vitamin D ja wichtig) kann auch nicht schaden, im Hintergund sieht man schon unseren Nachtisch aus Schokokeksen.

Skyr ist in Island natürlich auch obligatorisch, aufgrund eines Missverständnisses konnte ich leider kein wettbewerbsfähiges Foto des Skyrs des Gatten machen, so dass der Skyr-Contest (aka Müsli-Contest) leider entfällt.

Das Wetter ist heute so gut wie selten in Island, 5 Grad, sonnig und windstill. Das macht Lust, den Tag für eine Unternehmung zu nutzen. Wir hatten mal damit geliebäugelt, eine Wanderung am Skógafoss zu machen, aber 17 km mit 2 Stunden pro Strecke An- und Abfahrt sinnd uns heute doch ein bisschen zu anstrengend. Ich googele mal, was man noch so machen kann, wenn man die klassischen von Reykjavík erreichbaren Ziele schon kennt, und stoße auf den "Silver Circle", der unter anderem Europas größte Geothermalquelle "Deildartunghuver" (180 l/s, knapp 100 °C) und zwei Wasserfälle sowie die Ortschaft Reykholt umfasst. Die Ecke kennen wir wirklich noch nicht, und so machen wir uns auf und fahren eine gute Stunde zur Thermalquelle, die einige schöne Fotomotive bei bestem Wetter bietet.

Die Umgebung erstrahlt in Herbstfarben, die im Laufe des Tages noch mehr schöne Motive bieten. Die Sicht ist so gut wie selten, im Hintergrund sieht man den Gletscher Langjökull, der heute noch öfter als Fotomotiv auftauchen wird. Es handelt sich um den zweitgrößten Gletscher Islands. Hier könnte man auch geführte Touren in eine Eishöhle machen.



Die Heißwasserquelle versorgt die unterhalb in den Fjorden liegenden Städte Borgarnes und Arkranes. Hier sieht man das zugehörige Leitungssystem.

Bei der Quelle selbst lasse hier einfach mal die Bilder sprechen. Ich finde sie bietet einige schöne Motive. Wer meine Berichte schon länger verfolgt, weiß, ich mag es, wenn es blubbert. Hier war es ein bisschen schwierig, die Momente abzupassen, wo kein Dampf vor dem Blubbern ist.







Am Ende erwische ich sogar einen Regenbogen im Dampf.

Der ganze Hügel ist wieder mal sehr farbenfroh, hier herrschen vor allem Grün- und Rottöne vor. Der Dampf duftet natürlich wundervoll nach Schwefel.

Die nächste Fotoserie trägt dank des Gatten den Titel "zwei kleine Geysire in einer Loge". Man beachte auch die formschönen Ablaufrinnen unterhalb.




Nochmal ein bisschen Farbenspiel mit Blubberwasser:

Schön ist auch die Kombination mit dem gerade sehr streifig bewölkten Himmel, Sonne und Dampf.

Auch eine kleine Quelle mit eigenem winzigem Wasserfall gibt es hier.



Die Kombination aus Grün, Rot, Dampf, Sonne und blauem Himmel bieten tolle farbige Motive. Ich bin schon ziemlich lange hier zugange, obwohl der Bereich gar nicht so groß ist.



Und noch eine Stelle, wo es kräftig blubbert und man einen schönen, bunten Hintergrund hat. Noch dazu ein bisschen Regenbogen im Dampf.













Ich konnte mich mal wieder nicht entscheiden, es dampft und blubbert ja immer ein bisschen anders schön.
Auch die Entscheidung bei den Fotos von "Dampf mit grünem Hügel und Quelle vor blauem Himmel" fiel mir nicht leicht.







Wer sich jetzt möglicherweise ab und an über die etwas merkwürdig kleinen Bildausschnitte gewundert hat oder glaubt, das Ganze wäre ein riesiges Geothermalgebiet, hier noch ein Foto der "grausamen Realität", das ist das gesamte Gebiet, umrandet von einem hässlichen Metallgitter. Die kleinen Details von Farben und Quellen machen dennoch Spaß, sie zu beobachten und zu fotografieren.

Wir hatten noch kurz überlegt, dem wirklich schön gestalteten und modernen Thermalbad "Krauma", das sich hier direkt nebenan befindet, einen Besuch abzustatten, aber bei knapp 60 € ist unsere Schmerzgrenze, um ein bisschen "nett in warmem Wasser zu sitzen", ganz klar überschritten, und wir haben die Badesachen im Hotel gelassen.
 

shauri

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Aber immer noch eine echte Alternative zur Blauen Lagune. Ja, die Preise sind echt der Wahnsinn.
Es wäre definitiv günstiger, schöner und vermutlich auch weniger unappetitlich, als die Blaue Lagune gewesen. Was man so lies was so alles dort im Schlamm rumliegen soll und wie viele Leute da mal eben aus dem Flugzeug reinfallen und sich vermutlich nicht an die "Nackt komplett Duschen" Regeln halten, würde ich dort nichteinmal reingehen, wenn man mir Geld dafür zahlen würde. Dennoch finde ich knapp 60€ auch für ein fancy modernes Thermalbad in dem man sich vermutlich maximal 2 Stunden aufhalten wird, überteuert.
Wir haben mal nachgeschaut, was wir 2016 und 21 für die Jarðböðin am Myvatn und für die Vök Baths bei Egilsstaðir bezahlt haben, da waren wir bei unter 40 €, was wir damals schon teuer aber gerade so akzeptabel fanden. Auch die liegen beiden inzwischen bei um 60 € Eintritt.
 

shauri

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Ein traumhafter Tag in Island - Hraunfossar und Barnafoss
Nach unserem ausgiebigen Halt am Deidartunghuver haben wir zwei Wasserfälle, die wir noch nicht kennen, auf dem Plan.
Was auch sonst...
Was wir allerdings nicht erwartet haben, ist, dass wir es hier noch mit einem solchen Highlight zu tun haben. Insbesondere die herbstlichen Farben machen den Anblick doch sehr besonders.

Wir spazieren gemütlich entlang des Weges von Aussichtspunkt zu Aussichtspunkt und genießen den Anblick.
Der Wasserfall wird aus vielen kleine Quellen gespeist.



Die Farben sind heute wirklich wunderschön.

Hraunfossar bedeutet übrigens Lavawasserfälle. Treffend.


Ich muss natürlich jede Perspektive von jedem Aussichtspunkt hier fotografisch würdigen.






Wir sind übrigens fast alleine hier, auf dem Parkplatz standen ein paar Autos und ein Kleinbus, aber es verläuft sich hier. Ab und an begegnen wir ein paar anderen Paaren, die Insassen des Kleinbusses tummeln sich am Aussichtspunkt des Barnafoss, und wir bekommen wenig von ihnen mit, obwohl wir jetzt auch unseren Weg zum Barnafoss fortsetzen. Wir haben auch hier wieder einen schönen Blick auf den Langjökull.

Der Weg ist einfach und anspruchslos, ist aber auch mal ganz schön nach den Kraxeleien der letzten Wochen.

Nochmal kurz zurückschauen zu den Hraunfossar, bevor wir uns den Felsen und dem Barnafoss nähern.

Barnafoss bedeutet "Kinderwasserfall", laut einer Sage sollen hier zwei Kinder ertrunken sein, die hier auf einem Steinbogen über dem Fluss spielten, während die restlichen Bewohner des Hofes bei der Weihnachtsmesse waren.
Der Fluss hier ist im Übrigen die Hvitá.

Eine Birke steht formschön in der Gegend herum, finde ich.

Wir lassen die Brücke zum Aussichtspunkt, an dem sich die Kleinbus-Insassen tummeln, ersteinmal links liegen und laufen zum letzten Aussichtspunkt am Barnafoss.

Das Gewässer liegt hier etwas im Schatten, aber die eindrucksvollen Felsen sind trotzdem gut zu erkennen und zu fotografieren.

Die Farben im Vulkangestein sind wie immer bunt und vielfältig.

Immer wieder faszinierend, wie unterschiedlich ein Gewässer in wenigen Metern Abstand aussehen kann, je nachdem, ob es wild zwischen Felsen hindurchfließt oder, wie unterhalb an den Hraunfossar, breiter und ruhiger fließt.





Inzwischen hat die Kleingruppe auch den Aussichtspunkt verlassen und wir spazieren jetzt über die Brücke und genießen den Ausblick in die Richtung, aus der wir gerade kamen.





Auch vom Aussichtspunkt auf der gegenüberliegenden Seite kann man den Langjökull dank des klaren Wetters heute gut sehen.

Hier muss man tatsächlich wieder ein wenig über Lavagestein klettern. Einige Menschen, die weder alt, noch gebrechlich wirken, sind dennoch bereits von drei bis vier höheren Felsstufen, die man hier hoch und runter steigen muss, überfordert. Irgendwie erschreckend.

Die Lava hat hier teils schöne Gesteinsmuster beim Fließen und Erstarren gebildet.





In der unteren Mitte des Fotos, hinter dem runden Stein, liegt ein kleiner Teich, der so klar ist, dass man ihn fast nicht als solchen erkennen kann. Fanden wir faszinierend.

Auch der Blick über die weite Hochebene und zu den Hraunfossar ist von hier oben sehr schön.

Die Felswände links sind auch ganz schön beeindruckend.

Um uns herum sind außerdem überall Herbstfarben. Der goldene Oktober (sofern man ihn erwischt) hat schon was hier oben.

Da wir nach unserem kleinen Spaziergang mal wieder das zuvor konsumierte isländische Wasser loswerden müssen (irgendwie hat das bei uns beiden eine leicht entwässernde Wirkung, wir vermuten, weil es basisch und natriumarm ist), schauen wir mal im Café am Parkplatz vorbei. Der Kuchen dort gefällt uns ziemlich gut, und so legen wir spontan noch eine Fika ein. Das Café ist angenehm leer, aber zu unserer Überraschung steht jetzt ein großer Reisebus auf dem Parkplatz, dessen Insassen wir geschickt umlaufen haben müssen.

Der Kuchen, Kokos-Apfel und Schokolade-Beeren war sehr lecker. Auf dem Rückweg zum Auto stellen wir erstaunt fest, dass hier jetzt ein zweiter Reisebus steht. Offenbar hatten wir mal wieder ein extrem günstiges Timing und großes Glück, dass wir weitgehend alleine die Wasserfälle genießen konnte.

Als nächstes wollen wir noch eine kleine Schleife über Húsafell und dann zurück nach Reykholt drehen. Außerdem reift in uns aufgrund des schönen Wetters die Idee, noch eine dritte Strecke nach Þingvellier auszuprobieren. Wir haben ja letztes Jahr schon die 48 vom Hvalfjördur nach Þingvellier angeschaut, die 36 von Mosfellsbær sind wir schon diverse Male gefahren. Von hier haben wir jetzt zwei Optionen, die (angeblich ziemlich schlechte) 550 direkt vorbei am Langjökull durch das Kaldidalur oder die 52 kurz hinter Reykholt. Wofür wir uns entschieden haben und wie das Örtchen Reykholt so aussieht, erfahrt ihr dann im nächsten Teil.
 

shauri

Erfahrenes Mitglied
11.05.2014
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Ein traumhafter Tag in Island - Reykholt und Rückfahrt
Dann machen wir mal zügig weiter, damit der Cliffhanger nicht allzu lange hier im Bericht herumhängt. Erstmal fahren wir an Húsafell vorbei, dort starten viele Touren zum Langjökull, und es gibt ein paar Wanderungen zu heißen Quellen und weiteren Wasserfällen. Haben wir heute aber nicht mehr auf dem Plan, und daher ist Húsafell jetzt nicht so spannend für uns. Die Landschaft ist weiterhin schön mit Herbstfarben, Sonne und Gletschern im Hintergrund.



Zeit für die obligatorischen Mietwagenfotos. Der arme Eclipse ist schon echt mitgenommen, was allerdings nicht meine Schuld ist. Der schwarze Lack ist erfahrungsgemäß auch ziemlich empfindlich und nicht unbedingt optimal für isländische Verhältnisse. Aber er fährt und hat Allrad für angenehmes Fahren auf Schotter. Kommt man (insbesondere ich) ja gerade in Island nur schwer dran vorbei, auch wenn die Straße hier (noch) asphaltiert ist.



Kurz darauf beginnt die 550, der Kaldadalsvegur, der durch das Tal Kalðidalur führt. Da es sich nicht mehr um eine F-Straße handelt und keine Furten hat, dürften wir sie theoretisch auch mit dem Mietwagen fahren, allerdings soll sie spätestens ab dem Langjökull in ziemlich ungemütlichem Zustand sein.
Natürlich fahren wir zumindest ein Stück in die Straße (Schotterpiste) hinein, bis zum Parkplatz mit Informationsschild. Alleine die Landschaft ist lohnend.









Ich weiß gar nicht, ob ich jemals (wenn, ist es lange her) ein isländisches Ortsschild für kleine Orte, das gleichzeitig Ortsplan ist, fotografiert habe.

Die Sicht auf die Gletscher ist großartig.

Hier kann mal die Ausmaße des Langjökull erahnen. Er hat immerhin 953 m², nach dem Vatnajökull der zweitgrößte Gletscher Islands.



Ein paar Berge mit isländischen Herbstfarben gibt es auch noch im Angebot.

Die Info-Tafel am Parkplatz informiert darüber, dass man Hochlandstraßen (F-Straßen) nur mit 4x4 (wichtig ist hier die Unterscheidung, dass es wirklich 4x4 und nicht der gängige SUV Allrad (AWD) sein muss) und mit der Ente befahren werden darf.

Auch wenn 550 nicht mehr als F-Straße klassifiziert ist, sind die ersten Meter schon so ungemütlich holprig, dass wir uns die Fahrt hierüber verkneifen, obwohl es mich natürlich sehr in den Fingern juckt. Vielleicht hatten wir auch schon genügend unerwartet abenteuerliche Schotterstraßen in Kanada.

Wir entscheiden uns also, uns noch ganz wie (vor etwa einer Stunde spontan) geplant kurz Reykholt anzuschauen und dann die 52 Richtung Þingvellier zu fahren.
Bis dahin gibt es aber erstmal noch ein bisschen isländische Herbstlandschaft.



In Reykholt gibt es eine architektonisch interessante neue und eine hübsche kleine alte Kirche. Unterhalb der neuen Kirche befindet sich außerdem noch ein Museum, das wir aber nicht besucht haben.

Hier verbrachte auch Snorri Sturlordson (1179 - 1241) einen Großteil seines Lebens, einer der größten isländischen Dichter und Politiker.

Dieser hatte sich hier auch schon sein eigenes Bad gebaut, das man auf dem Gelände besichtigen kann.

Auch ein kleines Wäldchen findet sich hier. Laut Wikipedia bemüht man sich um Aufforstungen rund um den Ort seit 1948. Generell ist uns aufgefallen, dass es schon deutlich mehr Aufforstungen in Island gibt als 2016, und dass die Bäume an einigen Orten in den letzten 10 Jahren ordentlich gewachsen sind. Ja, wir haben dieses Jahr 10-jähriges seit unserem ersten Islandbesuch. Es ist auch wirklich der 10. Besuch hier, und das, obwohl uns Island beim ersten Besuch gar nicht so sehr gepackt hat. Es liegt halt einfach extrem verkehrsgünstig, und man kann verdammt gut in Reykjavík essen. Und bei gutem Wetter ist es ja schon sehr schön hier. Das fehlte bei unserem ersten Besuch leider weitgehend, außer im Süden.

Wir machen uns jetzt bei schönstem Nachmittagslicht auf den Rückweg via Þingvellier nach Reykjavík.



Nach kurzer Fahrt kommt dann doch auch auf dieser Strecke ein wenig Spaßfaktor für mich ins Spiel, auch wenn die Straße "nur" zweistellig ist, was jetzt nicht für totale Nebenstrecke spricht, geht es für 15 km ordentlich über Schotter.

Die Landschaft leistet ihren Beitrag zum Spaßfaktor und der Gatte schießt Fotos, wenn es nicht zu rumpelig ist.

Sogar ein kleiner Wasserfall liegt noch am Wegrand.



Zwischenzeitlich kommen uns einige (offensichtliche) Mietwagen mit sehr irritiert bis verstört wirkenden Insassen entgegen, die aussehen, als hätten sie nicht damit gerechnet, auf einer Schotterpiste zu landen. Wir wundern uns etwas, schließlich sind das hier in Island völlig normale Straßen und ist es darauf auch erlaubt, bis zu 80 km/h zu fahren (darauf wurden wir bei Mietwagenabholung auch nochmal ausdrücklich hingewiesen, man soll ja kein Verkehrshindernis sein). Außer dass es ab und an etwas holprig ist, ist die Straße nun auch wirklich nicht problematisch, und wir haben kein Problem mit dem Gedanken, so jetzt noch knapp 20 km nach Þingvellier zu fahren.

Kurz darauf wird uns der Grund für die Irritationen des Gegenverkehrs bewusst. Plötzlich mündet die Schotterpiste in einer funkelnagelneuen, bestens - inklusive Mittelstreifen - ausgebauten Asphaltstraße. Da kann man sich schonmal ein bisschen wundern, wenn man plötzlich auf einer Schotterpiste landet. Es ist hier aber durchaus üblich, Straßen je nach Bedarf und Straßenzustand nur teilweise auszubauen.
Landschaftlich belibt es weiter schön.



Was für ein hübscher Sattel, durch den wir hier gleich fahren werden.



Wir sind von der Landschaft sehr begeistert. Wir finden, es ist die schönste Strecke nach Þingvellier, die wir bisher gefahren sind.

Der langsam einsetzende Sonnenuntergang trägt das Übrige dazu bei.

Langsam kommt der Þingvallavatn in Sicht.

Es ist heute so windstill, dass sich die umliegenden Berge im See spiegeln, aber leider habe ich den Parkplatz mit entsprechendem Ausblick heute verpasst. Da wir nicht wie andere Menschen auf der Strecke, die das Auto mit Warnblinker am Straßenrand parken und durch das bekanntermaßen empfindliche Moos trampeln und so als Negativbeispiel für Touristen in Island fungieren wollen, gibt es kein Foto von der Spiegelung. Genauso wenig wie von dem wunderbaren Ausblick auf Reykjavik im Sonnenuntergang, wo man bei klarer Sicht heute sogar die Hallgrimskirkja von hier oben deutlich erkennen kann.

Pünktlich um 18 Uhr erreichen wir wir wieder unser Hotal in Reykjavík. Das reicht genau für eine schnelle Dusche, um dann erfrischt um 18:30 Uhr unseren Tisch zum Abendessen einzunehmen. Da wir morgen wieder den frühen Flug um 7:40 Uhr gebucht haben, haben wir uns heute für die nahegelegene Variante im Hotel entschieden. Bekanntermaßen schmeckt es ja auch hier sehr gut.
Traudel hat übrigens heute den ganzen Tag ganz stolz die neu erworbene Wolle im Hotelzimmer bewacht.


Als Vorspeise gibt es wie immer die Lobster Soup.

Dazu warmes Sauerteigbrot mit leckerer isländischer Butter.

Als Hauptspeise habe ich mich seit Tagen auf die Fish&Chips hier gefreut. Leider hat man nach 5 Jahren die Karte geändert und wir können weder Fis&Chips noch den sehr leckeren Burger, den wir hier schon öfter hatten, finden. Auf Nachfrage bekommen wir allerdings glücklicherweise das Bar-Menü gereicht, auf dem sich beides noch findet, und ich bekomme doch noch meine Fish&Chips als Hauptgericht. Klingt merkwürdig, aber abgesehen davon, dass die Fish&Chips sehr lecker sind, hat der Salat dazu so ziemlich das beste Dressing, dass ich im internationalen Vergleich so bisher hatte, und ich freue mich jedes Mal ebenfalls sehr darauf.

Der Gatte nimmt die pfannengebratene Version des Kabeljaus und ist ebenfalls sehr zufrieden.

Nach einem Feierabend-Boli in der Bar (glücklicherweise ohne Nordlichter, es hat inzwischen zugezogen), begeben wir uns aufs Zimmer, packen noch schnell unsere Sachen und sind halbwegs zeitig im Bett. Um 4 Uhr klingelt der Wecker und unser Urlaub endet dann leider endgültig.
Der kurze Stopp in Island hat sich aber auf jeden Fall wieder gelohnt und uns sehr gut gefallen.
 

ca18055

Reguläres Mitglied
05.08.2017
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Landschaft ist auch da, ja. (Wer möchte, kann das Lied, aus dem der Satz stammt, erraten).
Nina Hagen: Du hast den Farbfilm vergessen.
Auch wenn 550 nicht mehr als F-Straße klassifiziert ist, sind die ersten Meter schon so ungemütlich holprig, dass wir uns die Fahrt hierüber verkneifen, obwohl es mich natürlich sehr in den Fingern juckt. Vielleicht hatten wir auch schon genügend unerwartet abenteuerliche Schotterstraßen in Kanada.
Ende der 90er bin ich das mit einem Ford Fiesta gefahren. Hat der Kleine bei sinniger Fahrweise problemlos geschafft. Was der Kleine anders als seine Insassen nicht überlebt hat, war die 94 nach Bakkagerði. Aber das ist eine andere Geschichte...

Danke fürs Mitnehmen!
 

shauri

Erfahrenes Mitglied
11.05.2014
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zwischenreisenundwahnsinn.blogspot.com
Nina Hagen: Du hast den Farbfilm vergessen
Richtig 👍🏻

Ende der 90er bin ich das mit einem Ford Fiesta gefahren. Hat der Kleine bei sinniger Fahrweise problemlos geschafft.
Geschafft hätte der Eclipse das auch aber irgendwie war uns nicht nach Rumgerumpele und es wäre zeitlich dann eng geworden. Sie soll auch inzwischen übel tiefe Fahrrinnen haben. Sonst bin ich mir ja bekanntermaßen für keine Schotterpiste zu schade 🤪
Was der Kleine anders als seine Insassen nicht überlebt hat, war die 94 nach Bakkagerði. Aber das ist eine andere Geschichte...
Der arme. Hoffe ihr wurdet wenigstens mit Papageitauchern entschädigt.
Beneide dich um Island in den 90ern!

Danke fürs Mitlesen!