Tierische Begegnungen rundum den 20. Breitengrad

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UniformSierra1

Erfahrenes Mitglied
06.02.2022
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HAM
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Nachdem mein letzter Bericht schon ein paar Monate her ist, melde ich mich nun mit ein paar neuen Erlebnissen und Bildern zurück.

Für die letzten drei Wochen im November des abgelaufenen Jahres war wieder ein Ausflug im Familienclan anvisiert, also die Eltern, Schwester mit Schwager und meine Wenigkeit als verlorener Sohn. Diesmal war uns nach Afrika zumute. Südafrika war uns bereits in einigen Teilen bekannt, sodass wir uns auf Namibia, Botswana und Simbabwe fokussierten. Dies ist aber auch darauf zurückzuführen, dass in den letzten Jahren uns viele Leute von Namibia vorgeschwärmt haben, dass wir uns nun selbst davon überzeugen wollten. Zum anderen hatten wir in Südafrika quasi fast alles vor die Linse bekommen außer Löwen, die haben uns erfolgreich gemieden. Daher brannte uns das Thema auch noch etwas unter den Nägeln.

Üblicherweise machen wir so etwas vorzugsweise auf eigene Faust mit dem Mietwagen. Wir waren uns einig den Fish River Canyon auszulassen, da wir bereits genug Canyons auf der Welt gesehen hatten und die Fahrt dorthin unterwegs nicht viel zu bieten schien, was uns vom Hocker hauen würde. Gleiches galt für die Küste.
Somit lag der Fokus nun auf Etosha, dem Caprivi Streifen und dem Okavango Delta in Botswana. Da die Victoria Fälle nicht weit weg sind, würde sich eine kleine Tagestour rüber nach Simbabwe anbieten. Wenngleich wir da einen touristischen Hotspot befürchteten, und wir beispielsweise damals mit den Niagarafällen eher auf die Nase gefallen waren anstatt dass uns die Begeisterung packte, waren wir etwas skeptisch. Auslassen wollten wir es aber auch nicht, insofern wurden die Fälle doch mit reingenommen. Und zwei geländefähige Mietwagen sollten es schon sein bei all dem Gepäck.

Standesgemäß plädierte ich dafür alles möglichst kurz und zeiteffizient abzuhandeln und schlug maximal zwei Wochen für die Dauer des Trips vor, konnte mich aber gegen die vier Mitstreiter nicht durchsetzen, sodass es drei Wochen werden sollten. Da die Zeit für die Vorbereitung und Planung bei allen Beteiligten - wie so häufig im Leben - knapp war, ließen wir das Reisebüro unseres Vertrauens die Route ausarbeiten und die passenden Mietwagen bestellen. Zum anderen war die Personenanzahl von fünf eher nervenaufreibend online passende Unterkünfte zu finden bei einer angenommen Zimmerbelegung von 2-2-1.
Dank der komfortablen Fremdvergabe für das Routing blieb noch die Frage nach den Flügen, welche ich schnell geklärt hatte.
Windhoek sollte als Ausgangspunkt dienen, dort fliegt nicht viel hin und preislich siehts dementsprechend unattraktiv aus. Das beste Preis-Premium-Zeit-Ratio hatte Condor mit der Premium Eco für ca 1.800 Euro/ Person im Angebot. Somit ergab sich ein eher unspektakuläres Return-Routing HAM-FRA-JNB-WDH. Abgesehen davon, dass es für uns die Premiere im A330neo sein sollte sowie mit SA Airlink eine neue Airline hinzukommt, war die aviatische Attraktivität dieses Trips eher gering.

Zum nachvollziehen einmal das grobe Routing, etliche Abstecher sind dort nicht mit aufgeführt.
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(Quelle: GoogleMaps)

Wer nun die endlose Weiten nicht fürchtet, darf hier gerne virtuell peu a peu mit auf die Pirsch kommen.

Ich freue mich auf die Leserschaft! :D
 

UniformSierra1

Erfahrenes Mitglied
06.02.2022
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Am Freitag den 08. November fanden wir uns vormittags im Elternhaus ein und machten uns per Großraumtaxi auf den Weg zum Airport um um 1500 den LH Shuttle mit der D-AIRK nach FRA zu besteigen.
Ereignislos schneien wir auf der 07L ein. Die etwa 4 Stunden Umsteigezeit überbrücken wir mit einem Besuch der LuxxLounge welche echt peinlich und umbequem ist: Landside gelegen und dann so ein dunkes Loch noch dazu.
Schwamm drüber, die D-ANRT wartet gegen 2000 am Gate und damit beginnt unsere aller 330neo-Premiere. Boarding läuft alles pünktlich und ich nehme auf 13A Platz, der Rest der Truppe sitzt in den Reihen vor mir.

Zum Amenity Kit gibts noch eine praktische Tragetasche mit Kühlisolierung.
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Pre-Departure Drinks werden verteilt und die Menükarten.
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Ich optierte für die Trüffel-Carbonara was ich nicht bereute.
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On-time taxeln wir zur 18 und steigen in den dunklen Nachthimmel. Wie sich schon kurz nach dem Start herausstellt, sind etliche Leute an Bord, die wie wir eine Connection mit einer anderen Airline ex JNB haben. Auffallend häufig wird daher die Kabinencrew mit Fragen bombardiert, wie ob das Gepäck durchgecheckt sei und man nochmals durch die Passkontrolle müsse o.ä.. Da die Crewmitglieder in unserem Kabinenbereich heute jedoch auch zum ersten Mal auf dem Weg nach Johannesburg sind können sie diese Fragen zum Unmut mancher Passagiere nicht befriedigend beantworten. Lösung vom ganzen: in JNB steht im Terminal relativ klar dran, dass Domestic Transfer Pax ihr Koffer erneut aufgeben müssen und Intl Transfer mit einer reinen Pass-/ sicherheitskontrolle erledigt wird.

In dem Fragentrubel wird dann bald das Abendessen serviert.
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Von der aktuellen Air France Y+ hatte ich vorab einige Berichte gelesen, dass sie in Sachen Bequemlichkeit der Sitze kaum zu unterbieten sei. Je länger ich saß umso mehr kam mir der Gedanke, dass Condor hier gerade offensichtlich auf dem selben Level ist. Da ließ sich im Jahr zuvor bei der AUA die Y+ deutlich besser genießen mit einigen Stunden Schlaf. Das war hier hingegen nicht möglich. Sitzabstand hin oder her, der Sitz wurde auf Dauer echt unbequem wie selten. Somit sehnte ich dem Sunrise entgegen.
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Der Flug mit etwas mehr als 10 Stunden Dauer kam langsam dem Ende entgegen und dementsprechend gabs bald Frühstück.
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Der Großraum Jo´burg zeigt sich wolkenverhangen und grau. Die Waterkloof AFB zieht vorbei.
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Die 21L soll es für uns werden was ein langes taxeln zum Stand nach sich zieht, da wir die komplette Bahnlänge genutzt haben zum bremsen bzw. ausrollen. Temperature 14 Grad and rain showers in the area.
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Nach dem De-boarding um kurz nach 0800 lt. dann flux durch die Transferkontrolle und für ein Refreshment machen wir einen kurzen Abstecher in eine der Lounges, diesmal zum Glück alles airside. Viel Zeit bleibt nicht denn die ZS-AYD als verlässliches brasilianisches Gerät wartet auf dem Apron.

Wenn schon Remote Stand, dann darf auch so ein Bild nicht fehlen.
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Im Flieger geseated warten wir noch 45 Minuten auf weitere Transferpaxe. Als wir dann good to go sind begegnet uns vor dem Line Up noch eine selten gesichtete Airline, sodass selbst eine A319 gerade wieder interessant wird.:p
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Es ist viel los hier, hinter uns gibts Special Colors.
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Endlich heben wir.
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Hier in Jo´burg ist einiges gestored, wie zum Beispiel diese Vierstrahler und eine 320 der Air Zimbabwe.
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Wie jedesmal studiert man natürlich vorher die SIDs/STARs, Wetter und operative Besonderheiten der angeflogenen Airports und die Wahrscheinlichkeit welche am Ende genutzt wird um einen Sitzplatz mit lohnender Aussicht zu ergattern. Das Spiel ging mal wieder auf, denn zunächst kommt der Rand Airport ins Blickfeld. An dem kleinen Platz wurde auch einst eine 747 für den Rest ihrer Tage abgestellt.
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Dann folgt ein Turn über Downtown. Schlechter könnte der Abflug kaum sein, abgesehen vom Wetter.
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Die Aussicht ist passabel und es ist ziemlich unruhig auf dem Zwei-Stunden Leg.
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Es wird ein erstaunlich wohlschmeckender Mittags-Snack serviert.
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Regen kommt auf als wir Windhuk entgegen sinken. Es geht auf die 26 und der Hosea Kutako Intl war nebenbei bemerkt eines der Ausweichplätze für den Space Shuttle.
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Vor uns kam eine weitere Airlink aus Cape Town sowie die Discover aus FRA hält hier Mittagsschlaf.
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Und direkt nach uns die Ethiopian 787. Ich raunten dem Rest der Sippe zu sie sollen nicht so trödeln, damit wir gleich nicht alle anderen vor uns haben an der Passkontrolle. Der Airport hat ein Open-Apron Konzept sodass man sich auf dem Weg zum beschaulichen Terminal gleich bei den vorherrschenden 23 Grad etwas die Beine verteten konnte.
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Durch die Einreise gings recht schnell, auch unsere Koffer nahmen wir glücklich ohne lange Wartezeit wieder entgegen. Während ich mit dem Schwager noch abbog um zwei lokale Simkarten zu erstehen, gingen die anderen schon durch den Zoll zum Mietwagenschalter. Danach folgte ich durch den Zoll, mein Schwager hingegen musste seinen kompletten Koffer noch durchsuchen lassen. Danach wieder vereint schlug uns der Papierkram für die Autos um die Ohren. Da wir ja die Ländergrenzen Überschreiten wollten, war hier eine extra Genehmigung notwendig. Für einen Wagen lag sie bereit, für den anderen jedoch nicht. Es folgte ein Telefonat und ein Rückruf und dann war vorerst alles geklärt.
Danach mussten wir noch etwas Bargeld umtauschen, nur gab es am Schalter nicht genügend Namibia Dollar mehr, sodass man uns südafrikanischen Rand anbot, welcher angeblich 1:1 mit dem Namibia Dollar steht und akzeptiert wird. Wahllos nahmen wir das Bündel entgegen.

Mit dem Gepäck wieder an der frischen Luft sollten draußen nun zwei Toyota Fortuner bereit stehen. Der eine war soweit akzeptabel, der andere hingegen nicht. Im Innenraum war die Mittelkonsole komplett klebrig, uns wurde ein weiteres Modell angeboten. Auf den ersten Blick alles guddi. Wohlweißlich versuchten wir jedoch das Reserverad zu lösen, was jedoch weder von uns noch den Angestellten gelang, da es durch den Sand unterm Fahrzeugboden dermaßen festsaß, sodass wir befürchten mussten es im Ernstfall nicht gelöst zu bekommen. Die Laune, speziell bei den Damen der Gesellschaft, wurde nach der durchflogenen Nacht nicht besser und inzwischen waren wir fast drei Stunden seit der Landung hier zugange. Also Auto Nummer Drei bitte vorfahren! Hier passte es dann endlich alles, der Wagen war mit südafrikanischen Kennzeichen zugelassen, der andere mit namibischen was jedoch an den Grenzübergängen angeblich kein Problem sein sollte.

Endlich rauschten wir mit wehenden Fahnen vom Hof, fuhren zweimal orientierungslos im Kreis da GoogleMaps uns aufgrund einer Baustelle im Terminalbereich komplett in die Irre geführt hat, bis wir dann die Haupstraße nach Windhuk fanden. 40 Minuten später machten wir ein kurzen Stop am nächstbesten Sparmarkt und um die Ecke war dann auch schon das Elegant Guesthouse für die erste Nacht.
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Zum Dinnieren hatten wir im nahen Beerhouse einen Tisch reservieren lassen, den wir einzig mit einer Kreditkarte bewaffnet zu Fuß erreichten. Die Vorfreude auf das danach bereitstehende Bett war groß.

Am nächsten Morgen brechen wir nach dem Frühstück gegen 1000 auf zum Tagesziel dem Waterberg Plateau NP. Auf dem Weg dorthin gibts einen kurzen Stopover in Okahandja da die Herrschaften einen Blick auf einen angepriesen Holzschnitzermarkt werfen möchten. Mich schreckt sowas vermeintliches touristisches eher ab, sodass ich es vorziehe in der Nähe der Autos zu bleiben und die Szenerie und das Treiben zu beobachten.
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Die Zufahrt zum Parkeingang ist noch weitesgehend passabel im Vergleich zu dem was uns später noch erwarten würde.
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Auf einem Hügel, nicht dem Plateau selbst, sind wir in einzelnen Hütten untergebracht. Ich öffnete zwei Fenster um für etwas Durchzug zu sorgen und ließ nur die Fliegengitter unten, als ich kurz darauf im Augenwinkel eine schwarze Hand sah die ruckzuck das Gitter hochschob. Ich sah mich plötzlich einem stattlichen Pavian gegenüber der wie selbstverständlich zum Fenster reinkam und mich genauso entgeistert ansah wie ich ihn. Im Affekt schnauzte ich ihn energisch an, sodass er rückwärts wieder raussprang.
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Später gab es Radau auf der Terrasse und die Affen versenkten die schweren Stühle im Pool, Beweisbild fehlt allerdings.
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Viel kann man hier nicht machen, das Plateau darf man nicht ohne Guide betreten, die Landschaft eher eintönig auf Dauer und der Park hat nur einige Kilometer Durchgangsstraße. Dummerweise waren hier zwei Nächte geplant und wir hatten etwas mehr erwartet an Gelände was hätte erkundet werden können. Am späten Nachmittag machten wir eine kleine Wanderung welche nur durch Gestrüpp führte und kurz darauf entgeistert abgebrochen wurde, zumal sich in der Ferne Gewitter und Regen anbahnte.

Drüben die Kante vom Plateau.
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Zurück im Camp lässt sich die Wartezeit auf das Dinner mit dem Sunset und starkem Wind überbrücken.
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Unruhiges Wetter hat ja auch immer sein Gutes, dass es am Himmel nicht langweilig wird.
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Mit einigen Geckos und handtellergroßen Spinnen über dem Bett und im Badezimmer gehts zu Bett. Am nächsten Tag setzen wir uns ins Auto und fahren die einzige uns erlaubte Straße auf und ab. Einige Giraffen erweisen uns die Ehre.
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Diese werden aber schon bald aufgeschreckt und legen erstmal einen Sprint auf die andere Straßenseite ein, was aufgrund deren Größe etwas wie in Zeitlupe aussieht.
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Ein schöner Größenvergleich gelingt hier.
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Auf der anderen Seite lassen sie es wieder ruhiger angehen. Man beachte auch den ziemlich hohen Termitenhügel.
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Es folgt eine weitere Nacht ehe es weiter nördlich zum Etosha Park geht.
 

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06.02.2022
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Am morgen geht die Fahrt weiter gen Norden Richtung Etosha Nationalpark. Die fünf Stunden sind eher langweilig, die Landschaft gibt nichts her. Einzig bemerkenswert, dass einer der Reifen bereits etwas Luft verliert, aber nach jedem Nachpumpen konstant bei 1,2 bar der Druckverlust wieder beendet ist.

Die Emmanya Lodge liegt einige Kilometer vom Parkeingang entfernt und wurde als Luxuslodge deklariert, nun gut Luxus ist ja immer relativ.
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Wir inspizieren kurz die Zimmer. Auch hier sorgt wieder das Dach dafür, dass etliches Kleintier durchkriechen kann was dazu führt, dass man nur kurz den Koffer öffnet um einiges herauszunehmen und dann gleich wieder verschließt. Spätestens als wir keine Mückennetze über den Betten vorfanden nahmen wir das eher als Mangel statt Luxus wahr.
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Ansonsten ist es sauber und es wird sich für die kommenden zwei Nächte aushalten lassen.
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Im Park an sich gibt es nicht endlos viele Straßen, manche Ecken sind für private Pkw eh gesperrt. Wir beschließen noch vor Sonnenuntergang einen ersten Eindruck von der Etosha Pfanne und dem Wildlife zu bekommen. Am Eingang wird man eher herablassend behandelt und fast widerwillig werden die nötigen Formalitäten der Anmeldung erledigt. Es schien so, als hätte man den Tourismus nicht nötig. Die Sonne steht schon recht tief was die Lichtbedingungen ungemein verbessert.

Ein Schreikopfadler begrüßt uns.
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Die Landschaft naja, eher mittelprächtig.
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Zebras gibt es hier auch im Überfluss. Neuigkeit für uns: Ein ausgewachsener Zebrahengst kann einen Löwen mit einem Tritt töten. So wehrlos wie es bisher schien sind sie also doch nicht.
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Gelbschnabeltoko.
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Giraffen gibts gefühlt am zweithäufigsten nach den Zebras.
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In der Ferne braut sich was zusammen und wir müssen die Zeit im Auge behalten um rechtzeitig den Rückweg anzutreten.
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Bereits auf dem Heimweg zur Lodge besuhlt sich dieser Elefant.
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Bei Dunkelheit sind wir zurück und es geht auch gleich zu Tisch wo uns ein Viergänge-Menü erwartet.
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Während der Gaumen sich freut, briefen wir unser Routing für den kommenden Tag.
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Der besagte Tag startet zunächst wolkenverhangen und täglich grüßt das Murmeltier ähh Nashorn.
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Schon bald lichten sich die Wolken und das Thermometer steigt auf 35°C. Guten Morgen Giraffe!
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Leider etwas weit weg von der Piste haben es sich zwei Geparden im Schatten bequem gemacht.
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Einige Zeit später in der Mittagssonne entdecken wir dann das erste Rudel Löwen. Vom Licht her nicht perfekt, aber erstmal haben. Später wird verbessert, keine Sorge.
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Dieser scheint etwas Bewegungsdrang zu haben.
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Ganz in der Nähe harrt eine Antilope aus.
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Als wir uns an einem der offiziellen Rastplätze, die in keiner Weise gesichert sind, kurz die Beine vertreten, bekommen wir durstigen Besuch.
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Später auf dem Rückweg noch dieser graue Vertreter.
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Nach dem holprigen Schotterpisten kommen wir wieder in der Lodge an und sind halbwegs zufrieden mit der Ausbeute.

Tags darauf gehts zunächst zum Hoba Meteorit. Die Landschaft unterwegs dahin auch eher unbeeindruckend.
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Das Phänomen hier besteht daraus, wenn man selbst in der Mitte des Meteoriten steht und spricht hört man ein seltsames Echo, was die Umstehenden allerdings nicht hören.
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Danach waren es noch etwa 3 Stunden bis nach Rundu zur Kaisosi Lodge am Cubango River.
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Hier war nur eine Nacht geplant, drumherum gabs eh nicht viel, also nur Mittel zum Zweck der Durchreise. Ich nahm dann das Dachgeschoss des Hauses in Beschlag. Wie immer die üblichen Maßnahmen, alles durchsuchen ob nicht irgendwo unerwünschtes Getier reingekrochen ist und Löcher in den Mückennetzen abkleben.
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Direkt gegenüber ist Angola. Von der Grenze ist nichts zu spüren, keine Patroullien, Zäune oder sonstige Maßnahmen.
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To be continued...
 

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Am nächsten Tag liegen 2,5 ereignislose Stunden Fahrt ostwärts bis nach Divundu zur Nunda River Lodge vor uns. Wir beziehen drei nebeneinander liegende Hütten.
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Am frühen Nachmittag machen wir einen Ausflug zum Intercultural Village der indigenen Khwe. Wir lassen uns etwas herumführen und zum Überleben in der Steppe erzählen. Im Bild ein klassischer Unterschlupf.
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Zurück in der Lodge geht es für uns sogleich wieder aufs Wasser. Die Lodge bot uns eine dreistündige Bootsfahrt auf dem Cubango inklusive Sundowner für umgerechntet etwa 10 Euronen. Da sagten wir nicht nein. Auf dem Wasser war auch dann mehr los als erwartet.
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Etliche Einbäume wurden zur Flussüberquerung genutzt.
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Vereinzelt sind Nilkrokodile unterwegs, wie auch dieser zierliche Vertreter.
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Oder auch Bee-Eater Vögel an diesem Steilhang.
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Mancher hat frische Beute im Schnabel.
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Plötzlich taucht nicht weit entfernt ein Hippo auf. Das Wasser dürfte nicht allzu tief sein, da Hippos nicht schwimmen können und somit über den Grund laufen müssen.
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Jemand ist hier angelandet, aber weit und breit nicht zu sehen.
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Der Nachwuchs möchte auf die andere Seite, eruiert aber wohl noch, wie die Gruppe der Hippos bei Laune ist.
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Hier wird derweilen fröhlich geknutscht.
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Die wohl bekannteste Perspektive darf gewiss nicht fehlen.
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Trotz der Hippos und Krokos waschen die Locals alternativlos ihre Wäsche im Fluss.
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Wir machen uns auf zu den Popa Falls, ein Anordnung sehr flacher Wasserfälle, man könnte eher sagen Stufen. In der Ferne türmt sich was auf, bleibt aber wo es ist.
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Mitten in den Falls ist eine Sandbank wo wir mit einem gekühlten Getränk zum Landgang anlanden.
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Wir streunern etwas durch die Gegend und schauen uns die untergehende Sonne an.
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Zurück in der Lodge gehe ich vor dem Dinner kurz in die Hütte um einige Sachen wegzubringen. Kurz darauf trete ich wieder raus in die Dunkelheit, ziehe die Tür zu und vernehme ein leises rascheln. Nach zwei weiteren Schritten erstarre ich, da es mir geistesgegenwärtig durch den Kopf schießt, dass das Geräusch bestimmt nicht vom Hauskaninchen kam. Ich leuchte mit dem Handy meine Umgebung ab und sehe wie nahe der Tür eine dunkle Schlange entlang kriecht und hinter einem Felsen verschwindet. Das hätte auch mein letzter Schritt sein können, wenn wir uns ungünstig getroffen hätten. Ein Beweisbild kann ich leider nicht liefern. Wir alle fünf hatten schon von Anfang mit solchen Begegnungen gerechnet und da war nun dieser Moment und es sollte auch nicht der letzte seiner Art sein. Nach dem Abendessen haben wir dann mehr als gründlich alle unsere Hütten durchsucht um solche Biester ausfindig zu machen falls sich eines nach drinnen verirrt haben sollte.

Nach einer Nacht ohne Schlangen fuhren wir am nächsten Morgen einige Kilometer zu Bwabwata NP Mahango Core Area welcher nicht weit von der Grenze zu Botswana liegt. Es wird wieder Zeit für Wildlife und wir beginnen diesen Tag mit Reptilien.
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Ein Affe ist zum greifen nah für die Krokodile an der Böschung unterwegs.
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Im Schatten lässt man es sich mindestens genauso gut gehen.
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Auch Strauße sind mit von der Partie und stolzieren umher.
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Eine kurze Impression von der Umgebung.
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Warzenschweine gibts auch en masse.
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Eine Herde Büffel hat sich durch den Fluss gequält und wir empfangen sie am anderen Ufer.
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Gegen Abend sind wir zurück in der Lodge und während sich der Rest der Truppe eine Kühlung im Pool gönnt, genehmige ich mir mit dem Senior einen Amarula. Life is good!
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Tagsdarauf gehts weiter ostwärts im Caprivi-Streifen. Wir machen eine kurze Rast an einer Wasserstelle.
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Die beiden Vehikels zuverlässig wie es sein soll, abgesehen von dem einen schwächelnden Reifen.
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Nach drei Stunden schlagen wir im Kwando Camp auf welches aus Zelten am Wasser besteht. Schon bei Ankuft wird uns mitgeteilt, soabld wir nach dem Dinner das Hauptgebäude verlassen wollten um zurück zu den Zelten zu gelangen, sollen wir bescheid sagen, dass uns ein Wächter begleitet da die Hippos bei Dunkelheit an Land kommen zum Grasen.
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Direkt danach werfen wir einen Blick in den Mudum NP. Die tierische Ausbeute ist hier mehr als mau. Eine Schildkröte kreuzt unseren Weg und später einige Hyänen, aber nicht für die Kamera zu gebrauchen.
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Die Landschaft hier gibt ebenso wenig her. Tiere sind kaum auszumachen im Vorbeifahren.
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Auch der Tag darauf ist nicht von Erfolg gekröhnt, sodass wir uns auf die morgige Abreise freuen. Immerhin war das Essen vorzüglich. Wie erfordert, baten wir dann auch an diesem Abend um Geleitschutz zu den Zelten für die anstehende Nachtruhe. Bei all den Teilen die von den Bäumen herunterfallen ist es schwer zwischen Pflanzenteil und Kriechtieren im Licht der Taschenlampe zu unterscheiden. Nach dem Wächter mit Lampe voraus war ich Nummer vier im Glied als ich auf dem Parkplatz im Sand etwas dunkles, längliches liegen sah etwa einen Meter entfernt von mir. Ich gab Alarm als ich erkannte, dass es eine Schlange war. Unser Beschützer kam in wenigen Sätzen zurück, machte aber sogleich eine ausweichende Bewegung mit dem Hinweis "Black Mamba"! Damn it, die Viecher verfolgen uns ja scheinbar auf Schritt und Tritt. Zügig verschwand das Biest in der Dunkelheit unseren ängstlichen Blicken. Der Rest des Weges war aber vermeintlich schlangenfrei. Als ich kurz darauf im Bett lag und durch die hochgerollten Fensterlappen vom Bett aus ein letztes Mal in die Dunkelheit lugte, sah ich wieder vor meinem Zelt auf dem Gras etwas vedammt dickes liegen. Das lag doch eben noch nicht da, fragte ich mich. Sollte sich eine Python hier breit gemacht haben? Genauer nachsehen wollte ich aber auch nicht. Am nächsten Morgen war da jedenfalls nichts mehr. Man oh man, was ein Terror.

Fortsetzung folgt.
 

Alfalfa

Erfahrenes Mitglied
23.01.2022
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Erinnert mich an Australien, wo auch in fast jedem Camp 🐍 zu sehen waren. Spooky.
 
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Nun wie ging es weiter ? Wir fuhren am Folgetag nach drei Stunden bei Ngoma über die Grenze nach Botswana rein. Also Passkontrolle für die Ausreise aus Namibia, dann über die Flussbrücke nach Botswana. Dort mussten die Autoreifen und Schuhsohlen durchs Desinfektionsbecken, angeblich wegen Maul-und-Klauen-Seuche. Einen Stempel später konnten wir weiterfahren. Es ging gefühlt endlos geradeaus bis wir in Kasane und der River View Lodge eintrafen. Von hier aus sollte später auch unser Ausflug nach Zimbabwe zu den Victoria Fällen starten, weshalb wir hier drei Nächte blieben. Im Aufenthalt inkludiert waren jeweils morgens eine Pirschfahrt und nachmittags eine Bootstour auf dem Cuando River, welcher an dieser Stelle auch die natürliche Grenze zwischen Namibia und Botswana markiert.

Nun gut, wir waren gespannt was sich ergeben würde und ließen uns zur Bootsanlegestelle kutschieren. Der Weg dorthin, ihr seht es selbst, verdammt sandig.
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Kurz nach dem Ablegen statteten wir dieser Gruppe von Hippos einen Besuch ab.
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Hin und wieder ließen sich auch, wenngleich eher kleine Nilkrokodile blicken.
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Zu Lande und zu Wasser die Warane.
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Wenn auch im Gegenlicht, aber hier sieht man wie massig so ein Hippo ist, die angeblich für mehr tödliche Zwischenfälle mit Menschen sorgen als Krokodile.
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Diese Mutter brütet ihre Eier aus.
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Jedoch scheint Abkühlung nötig zu sein und sie lässt sich ins Wasser gleiten...
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...lässt ihr Nest von dort aus aber nicht aus den Augen.
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Zwar kein Reptil, dieser Adler legt potenziell aber auch Eier für den Nachwuchs.
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Die Tierdichte ist so hoch, dass es sich fast so anfühlt wie im Zoo.
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Rangkämpfe werden ausgetragen.
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Man hat zwar keinen Größenvergleich im Bild, aber wie schon gesagt, bislang eher kleine Krokos. Dieses ist etwa 2,5m lang
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Trotz der einsetzenden Dämmerung ist noch Abkühlung über das Maul notwendig.
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Das Licht wird langsam zu wenig und wir schippern zurück.
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Auf namibischer Seite treibt man seine Herde zusammen bevor die Sonne ganz verschwindet.
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Zurück in die Lodge. Wohin auch sonst ? Das Essen wie auch die Unterkunft an sich sind nicht erwähnenswert, wohl das bisher schlechteste was wir hatten auf dem Trip, was aber bedeutet, dass es trotzdem halbwegs okay war. Es geht zeitig zu Bett und dann früh wieder hoch, da die Pirschfahrt um 0530 startet. In einem offenen Minibus werden wir mit den ersten Strahlen des Tages in den Chobe Park chauffiert. Schauen wir mal, wo die Miezekätzchen sind!:D

Am Wasser war ein Rudel Löwen zum trinken. Um der einsetzen Hitze zu entfliehen soll es wieder zurück in den Schatten gehen, die Löwinnen haben aber alle Mühe den Nachwuchs beisammen zu halten.
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"Kommt Kinder, wir wollen noch weiter!"
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"Wir kommen ja schon, Mutti."
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"Immer dieser Stress."
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Miau!
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"Nie kann man euch aus den Augen lassen. Ja Mama, immer schimpfst du uns aus."
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Nachdem dieses Rudel dann im Gebüsch unseren Blicken entgleitet, finden wir kurz darauf ein weiteres Rudel, welches vorher erfolgreich auf der Jagd gewesen sein muss, denn um die Ecke befindet sich ein halb zerfleischter Büffel dessen Anblick ich euch erspare.
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Vom Frühstück hat man sogar noch Blutflecken im Fell.
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Kurz darauf entwischt meiner Linse nur knapp dieser Leopard.
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Es ist nun gegen 9 Uhr und so warm, dass sich nach Aussage des Fahrers die meisten Tiere in den Schatten verkriechen und es daher Zeit für die Rückkehr wäre.

Am Cuando zurück mit Blick auf Namibia.
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Vorher kreuzen jedoch noch ein paar Elefanten.
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Da uns die Bootstour am Vortag mit den Onboard-Drinks gut gefallen hat und wir eh nix anderes zu tun haben, beschließen wir beim lunchen in der Lodge an Nachmittag erneut in See zu stechen.

Back on the River! Kein Tier macht sich die Entscheidung leicht einen der unzähligen Flussarme zu durchkreuzen. Da die Krokodile womöglich lange vor der Ankunft dieser Wasserhirsche sich unter Wasser positioniert haben um eine sich ergebende Gelegenheit zu nutzen.
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Zur Regenzeit wären all diese Inseln gar nicht vorhanden, sondern komplett unter Wasser.
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Der Büffel weiß um das lauernde Krokodil, welches ihn im Auge hat. Laut Guide sind die Büffel aber nicht so beliebt bei Krokodilen, da deren Haut wohl zu zäh sei.
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Es tummeln sich einige Marabus in der Gegend.
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Wir haben im nasalen Sinne eine Fährte aufgenommen. Seid froh, dass Bilder keine Gerüche übertragen können. Im Wasser treibt ein Büffel und wir sind nicht die ersten an Ort und Stelle, jemand ist schon vor uns da, aber nicht alle nehmen am Festbankett teil, sondern beobachten lieber entspannt.
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Es scheint wirklich nicht einfach zu sein, für die Gäste einen Happen vom Tier zu lösen.
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Hier sind nun auch bedeutend größere Nilkrokodile am Start als bisher.
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Dieser hat einen Minihappen erwischt.
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Die anderen beißen sich fast im wahrsten Sinne des Wortes die Zähne aus.
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Nach dem eindrücklichen Festmahl senkt sich die Sonne und die Hippos erscheinen nur noch wie ein Schatten auf dem Wasser.
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Im Sunset landen wir wieder an.
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Morgen wollen wir dann nach Zimbabwe rüber.
 

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06.02.2022
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HAM
Der Ausflug zu den Wasserfällen wurde von der Lodge organisiert, sodass um 0730 ein Wagen für uns fünfe bereit stand. Wir fuhren einige Kilometer bis zur als improvisiert anmutenden Grenzstation. Pässe hier abgeben, zurücknehmen, wieder jemanden geben, warten - es wirkt alles eher willkürlich als durchdacht. Eine weitere Seite im Pass geht nun flöten durch das Visum, welches für die paar Stunden gebraucht wird.
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Von der Grenze sind es 70 Km bis zu den Fällen. Unterwegs läuft uns ein Leopard über die Straße und verschwindet schnell im Dickicht, sodass meine Kamera zu spät kommt. Am Eingang der Fälle werden wir abgesetzt und löhnen den Eintritt von 30 USD pro Nase. Es sind verschiedene Rundwege ausgewiesen, wir folgen zunächst planlos. Auf beiden Seiten befindet sich Zimbabwe an dieser Stelle, wo der Sambesi in die Tiefe stürzt.
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Da eher Trockenzeit herrscht, fließt nicht viel Wasser was uns jedoch Gischt erspart.
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Hier dürfte etwa die Grenze zwischen Zimbabwe und Zambia verlaufen, also in der Mitte vom Sambesi Fluss.
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Nun haben wir definitiv Zambia im Blick und es fließt noch weniger Wasser.
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Die Brücke führt nach Zambia herüber. In der Mitte ist eine Grenzstation und nur um auf die Brücke gehen zu dürfen Bedarf es einem separaten Passierschein. 216.jpg

All in all haben uns die Victoriafälle dann schon besser gefallen als die Niagarafälle. Als es High Noon schlägt, suchen wir den Fahrer am vereinbarten Punkt wieder auf und fahren zurück Richtung Grenze. Das Prozedere lassen wir sang- und klanglos über uns ergehen und kommen wieder in die Lodge. Zum Nachmittag fahren wir dann nochmals auf eigene Faust in den Chobe Park. Neues Getier entdecken wir nicht, aber die Stimmung zum Sunset ist nicht schlecht als die Elefanten im Trott zum Wasser marschieren.

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Die Geier haben sich in großer Zahl auf den Bäumen niedergelassen, vielleicht lag Aas in der Nähe.
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Zurück in der Lodge gabs noch einen kurzen Schreckmoment als eine Schlange zwischen den Holzbohlen am Pool plötzlich ihren Kopf hervorstreckte, aber zum Glück zeitnah das Weite suchte. Tagsdarauf soll es weiter südwärts gehen, quasi direkt an der Grenze entlang nach Nata.
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Der A33 folgend sieht man sich mit etlichen Fahrzeugwracks konfrontiert, teils ausgebrannt und einfach als Mahnmal liegen gelassen. Nach drei Stunden kommen wir in der Unterkunft an. Diesmal gibts eine Außendusche für mutige.
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Die Zelte sind auf Stelzen gebaut und wir belegen drei davon.
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Nachmittags peilen wir eine erste Lageerkundung im Nata Bird Sanctuary an, auf dem Weg dorthin geraten wir jedoch in so einen heftigen Regenschauer, dass die Temperatur innerhalb weniger Minuten von 38 °C auf 18 °C fällt und der Rest des Weges sich aufgrund der Straßenverhältnisse gerade erübrigt hat.
Am nächsten Morgen starten wir einen neuen Versuch und erfahren am Eingang, dass es seit vier Jahren nicht mehr nachhaltig geregnet hat und der See somit komplett trocken liegt, sodass auch keine Flamingos oder andere Vögel hier aufkreuzen. Jeder der seinen Trip nun darauf ausgelegt hat würde wohl einen Schreikampf bekommen, da in der Heimat mit den Vorabinfos davon nichts erwähnt worden ist. Ähnliches gilt für das Okavango Delta, aber dazu später mehr. Relativ entgeistert dümpeln wir bei grauen Himmel über die Piste und außer ein paar Gnus kommt nichts vor die Linse.
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Der Nachwuchs kratzt sich synchron im Takt.
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Ziemlich gelangweilt freuen wir uns auf die Weiterfahrt des Folgetages. In Nata selbst gehts geschäftig zu als wir uns einen Weg zur Tankstelle bahnen.
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Das Etappenziel ist das vier Stunden entfernte Maun mit der Tamakalane River Lodge am Rande des Okavango Deltas, bis dahin sind wir mit einer sehr löchrigen Straße konfrontiert, sodass der Seitenrand mit Schotter zeitweise besser zu befahren war als die Asphaltdecke, hier rechts im Bild.
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Nachmittags gabs dann Gewitter und nur noch etwa 20C°, per Auto wurde die unittelbare Gegend erkundet und ohne Highlights gings in die Lodge. Ulkigerweise wurden hier Bootsausflüge angeboten, nur wo war das Wasser ? Die Angestellten klärten uns auf, dass es hier seit zwei Jahren nicht mehr geregnet hatte und Angola einige Staudämme flussaufwärts errichtet hat, sodass hier kaum noch Wasser ankommt. Bedeutet aber auch, dass einem die Gesichtszüge entgleisen können, da man in der Heimat bzw in Reiseführern etc. ein anderes Lagebild präsentiert bekommen hat. Vor Ort blickt man eher auf grüne Wiese als auf Wasser wie hier beim Sundowner mit Okavango Gin.
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Die Lodge kann sich sehen lassen und es gibt nicht wirklich etwas zu bemängeln.
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Am nächsten Morgen ist das Wetter dann etwas besser und wir nehmen einige Strapazen in Kauf: Oneway sind es von der Lodge bis zum Parkeingang etwa 2 h Schotterpiste und dann kommt ja noch dazu, dass man im Delta selbst auch noch einige Kilometer macht ehe alles wieder zurück geht. An sich ungünstig, dass die Lodge so weit entfernt lag, wie die meisten anderen Lodges auch. Aber wenn man nicht alles selber plant, passiert halt so etwas. Auf dem Weg ins Delta sah es dann stellenweise so aus, dass man sich vorsichtig ans Wasser heran- bzw durchtasten musste. Manche Pfützen waren schon tiefer als erwartet.
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Nachdem wir dann endlich mal den Parkeingang passiert haben, begegnen uns dann zwei Löwenmännchen, dass sich das Geschüttel und Geschaukel im Auto also halbwegs gelohnt hat.:D
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Unsere Anwesenheit scheint nicht weiter zu beeindrucken.
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Ansonsten ist nicht viel los hier im Delta oder anders gesagt gab es keine Tiere die wir nicht anderswo schon zu Gesicht bekommen haben. Daher mal zwei Impressionen der Landschaft.
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Wie man sieht ist die Sichtweite eher beschränkt bis zum nächsten Gebüsch.
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Holpernd geht es vor einbrechender Dunkelheit zurück. Am nächsten Tag fahren wir etwas weiter südlich ins Delta, aber außer einem verendeten Hippo im Schlammloch bleibt die Ausbeute rar und so vergeht auch dieser Tag eher mittelprächtig befriedigend.

Tagsdarauf geht es weiter südwestlich nach Ghanzi. Auf dem Weg dorthin war uns aber die direkte Verbindungen über die A3 etwas zu eintönig, sodass wir uns mit einigen Umwegen versuchten in der Hoffnung noch etwas Wildlife zu erwischen, was jedoch meist eher ergebnislos im losen Sand endete. IMG_20241127_123630.jpg

Das Symponia Guesthouse erwartet uns mit grüner Anlage und vorzüglichen Steaks zum Dinner.
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Wohl eine der besten Lodges auf dem ganzen Trip was Sauberkeit und Kulinarik angeht. Leider ist drumherum nichts interessantes und sie dient uns nur als Stopover.
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To be continued...
 

YankeeZulu1

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09.07.2020
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mal zwischen durch DANKE für den tollen Bericht und super-Fotos. Die "Außendusche für Mutige" befindet sich doch in der Nata-Lodge, richtig? Ich hab das Dingens vor vielen Jahren bei der Ankunft spät abends entdeckt, gezweifelt, früh morgens ausprobiert, und tatsächlich - es war heißes Wasser da (Sonnen gewärmt!). Übrigens (ist ja Dein RB) auch das beste Abendessen der gesamten Tour - aus dem Eisentopf.
 
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UniformSierra1

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06.02.2022
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mal zwischen durch DANKE für den tollen Bericht und super-Fotos. Die "Außendusche für Mutige" befindet sich doch in der Nata-Lodge, richtig? Ich hab das Dingens vor vielen Jahren bei der Ankunft spät abends entdeckt, gezweifelt, früh morgens ausprobiert, und tatsächlich - es war heißes Wasser da (Sonnen gewärmt!). Übrigens (ist ja Dein RB) auch das beste Abendessen der gesamten Tour - aus dem Eisentopf.
Danke, gerne! Korrekt, die Außendusche ist in der Nata Lodge. Wenn man dort bei Dunkelheit im Licht der Funzel duscht, lockt das nach kurzer Zeit schon einiges Getier an.
Starke Tour und tolle Bilder - welches Kamera Equipment? Reise gerne weiter mit, da so eine Tour auch noch auf der BL steht
Dankeschön, ich verwende eine Canon 70D mit Canon EF 100-400mm f/4.5-5.6L IS und Canon EFS 15-85mm f 3.5-5.6 IS. Alle Bilder sind im RAW-Format aufgenommen.
 

UniformSierra1

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06.02.2022
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Für uns geht es weiter westwärts und bei Buitepos reisen wir wieder in Namibia ein. Für den Wagen mit südafrikanischen Kennzeichen muss in dem Fall eine extra Gebühr entrichtet werden, der mit namibischen kann so passieren. Es wird formell und ohne nennenswerte Ereignisse abgehandelt. Nebenbei bemerkt für die Roadfans unter uns, wir folgen zufällig auch dem Trans-Kalahari Highway.
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Von diesem biegen wir nach etwa vier Stunden reiner Fahrtzeit ab auf eine Schotterpiste für eine weitere knappe Stunde bis wir an der Okambra Elephant Lodge ankommen. Zwei Brüder aus Franken schmeißen hier den Laden. Für uns gibt es wieder drei Hütten.
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Kurzzeitig ist das ganze Personal nicht aufzufinden. Wie wir beim Abendessen erfahren, hatte ein anderer Gast aus Spanien eine 2,5m große Black Mamba bei sich vor der Hütte, die versuchte in diese reinzukommen, sodass ihm nur die Flucht aus dem Fenster blieb. Nach seinem Hilferuf kamen die Angestellten um die Mamba dann ins Jenseits zu befördern. Was für eine Gute-Nacht-Geschichte!
Aber auch wir sollten nicht verschont bleiben. Auf dem Weg durch die Dunkelheit zurück zu den Hütten kreuzte zunächst in einem Affenzahn ein Skorpion unseren Weg. Nicht weit davon entfernt, gabs dann einen gellenden Aufschrei von uns, als mein Vater bemerkte, dass er im losen Sand des Parkplatzes mitten auf eine schwarze Schlange getreten war, obwohl wir alle eine Lampe dabei hatten, war das Biest nicht auszumachen gewesen. Die Überraschung bei der Schlange war nicht geringer als die unsrige, sodass sie einige unkoordinierte Bewegung machte und das Weite suchte. Zum Glück hat sie nicht gebissen. Was das Thema angeht, sehnte man sich wirklich langsam nach den norddeutschen Gefilden.

Am nächsten Morgen starteten wir mit einer Wanderung durch die Umgebung. Die Landschaft laut der fränkischen Betreiber solle hier wunderschön sein. Nun ja, kommt ja immer drauf an, was man kennt und schon so gesehen hat.
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Am Nachmittag brechen wir zum letzten mal für eine Pirschfahrt auf. Auf dem weitläufigen Gelände ist stellenweise Futter ausgelegt worden, sodass sich Nashörner davon anlocken ließen. 243.jpg

Es wirkt etwas künstlich wie im Zoo und nicht wie in freier Wildbahn, was uns missfiel.
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Weiter geht es mit Wildwechsel.
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In der Abendsonne entdecken wir noch eine Herde Elefanten die langsam durchs Gelände zieht.
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Die Lichtbedingungen sind besser als die anderen Male, als man Elefanten vor der Linse hatte.
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Das Spielen mit dem Rüssel stärkt die Bindung untereinander.
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Auch der Nachwuchs ist mit von der Partie.
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Recht zufrieden geht es im großen Bogen zurück zur Lodge.
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Hier und da im Gestrüpp gibt es noch tierisches zu entdecken.
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Der letzte Abend verläuft ohne giftiges Getier. Am nächsten Morgen starten wir um 0900 Richtung Windhuk wo wir etwa eine Stunde später an die Tankstelle fahren und danach am Airport die Wagen wieder auf den Hof stellen. Es gibt nichts zu monieren seitens der Vermietung und wir sind soweit heil ohne Unfall oder Panne durchgekommen. Im Terminal werden wir die Koffer los, Bargeld müssen wir nicht mehr tauschen, da wir es restlos ausgegeben haben. Flux den Ausreisestempel kassiert und schon bald rollt die ZS-YZC auf den Hof um uns nach JNB zu bringen.

Nebenan ist diese Schönheit parkiert. IMG_20241130_131911.jpg

Wir stapfen zum Flieger und genießen noch einmal die letzten Sonnenstrahlen.
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Mit dem Familenoberhaupt nehme ich in Reihe 18 Platz, der Rest der Familie konnte eine Exit Row ergattern. Über Rwy 08 verlassen wir den Hosea Kutako Intl.
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Und es geht nach einer leichten Rechtskurve ziemlich geradeaus nach Jo´burg.
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Unterwegs wird wieder ein Lunch serviert, diesmal nehme ich das Roastbeef.
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Gelegentlich wandern die verträumten Augen über die weite Landschaft.
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Die Agglomeration Johannesburg taucht nach knapp zwei Stunden unter uns auf und bringt einige Turbulenzen mit sich.
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Wieder einmal wird es die 21L werden.
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Die knapp vier Stunden bis zum Weiterflug nach FRA verbringen wir in einer der gut gefüllten Lounges. Es ist bereits Dunkel als das Boarding der D-ANRG beginnt. Als erstes kommt dann ein Pre-Departure Drink...
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...und kurz darauf wird die Menükarte gereicht.
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Über die 21R gehts in den Nachthimmel und als die Lichter Johannesburgs kleiner werden, ist es wirklich stockdunkel außerhalb des Fliegers.
Beim Abendessen war mir seit langem nach Thai Curry.
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Wie schon auf dem Hinflug hatte ich so meine Probleme in den Schlaf zu finden. In der Nähe von Mailand gibts dann Frühstück was nicht wirklich der Rede wert ist.
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Nach etwas mehr als 10 Stunden schlagen wir dann gegen 0500 lt. in FRA mit einer RVR von 500m und -3 Grad auf. Zum Refreshen gehts mit Muddi kurz in die LH Lounge, die anderen drei wollen lieber durch die Geschäfte stöbern, sodass wir uns zum Boarding am Gate wieder treffen. Die Kapitänin an Bord der D-AISU meldet, dass noch enteist werden müsste, sodass wir mit +45 über die 18 das graue FRA verlassen und bei unerwartet sonnigen Himmel in HAM einschlagen.

Was für ein Resume lässt sich nun ziehen ?
Für die tierischen Begegnungen gewiss eine aufregende Ecke, landschaftlich gibt es aber nicht wirklich etwas reizvolles und das Auge fährt ja bekanntlich mit. Für einen landschaftlich wertvollen Roadtrip ist dies somit definitiv die falsche Ecke der Welt.
Von den Unterkünften und der Kulinarik her war es auch eher durchwachsen. Man könnte also sagen, dass sich insgesamt einzig die Gegend vom Etosha Park den Caprivi-Streifen entlang zu den Victoriafällen lohnt. Der Rest der Route ist eher zweckmäßig. Da die Tierwelt an sich in vielen Parks ähnlich ist, würde es so gesehen auch reichen, wenn man eine Park gezielt ansteuert, einige Tage dort verbringt, mit Glück alle Tiere zu Gesicht bekommt und es dabei mit einer Hit-and-go-Strategie belässt.

Wir haben es somit erledigt, überlebt und keinen großen Drang es zu wiederholen.

Ich bedanke mich fürs Lesen und bis bald!
 

YankeeZulu1

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09.07.2020
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ich sag auch mal ein gaaanz groooßes DANKE für den Report und die vielen super-Fotos (was mich an unsere früheren Touren in Namibia, Botswana, Zimbabwe, einen Abstecher nach Sambia und viel Südafrika erinnert). Da hast es am Ende auf den Punkt gebracht, wobei...das südliche Afrika kann man immer wieder an den verschiedensten Stellen "heimsuchen"; wo sonst kann man einen Elefanten (im Reservat) am Rüssel und am Ohr packen???
 
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schlepper

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31.08.2016
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FRA
Wirklich tolle Bilder, danke auch von mir für den Bericht.

Die Geier haben sich in großer Zahl auf den Bäumen niedergelassen, vielleicht lag Aas in der Nähe.
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Sicher Geier? Auf jeden Fall ein geniales Bild.
 
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UniformSierra1

Erfahrenes Mitglied
06.02.2022
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HAM
Danke dir!

Für Geier sind die Schnäbel im Nachhinein betrachtet tatsächlich recht lang, vielleicht sind es doch eher Marabu, bin aber auch kein wirklicher Vogelexperte.
 
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Fee44

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22.04.2022
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Geier haben kurze gebogene Schnäbel und viel kürzere Beine, also überhaupt keine Ähnlichkeit. Ich tippe bei dem Bild auch auf Marabus.
 
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globetrotter11

Erfahrenes Mitglied
07.10.2015
17.187
14.612
CPT / DTM
Da eher Trockenzeit herrscht, fließt nicht viel Wasser was uns jedoch Gischt erspart.

Zunächst einmal: Ganz herzlichen Dank für den Report und die professionellen Bilder!

Grossartig!!!!

Zu den VicFalls: Das Donnern der Fälle und die gewaltige Gischt, die den Besucher in wenigen Sekunden völlig durchnässt bis das warme Wasser aus den Schuhen quillt, dass macht eigentlich das Erlebnis dieser Fälle aus. Da spürt man die Macht und Urgewalt des Zambezi....

Also besser: Verpasst statt erspart.

Ansonsten freue ich mich schon auf den nächsten Bericht!
 
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