Kann mir jemand was zu den drei genannten Alternativen sagen? Oder hat jemand noch nen weiteren Tipp, den ich im Moment noch gar nicht im Fokus habe?
Hi Frontloop,
Ich bin 2014 in Herbst den Annapurna Circuit gegangen und dieses Jahr im März zum Annapurna Base Camp und kann darüber sehr gerne Auskunft geben. Am Kilimanjaro und in Südamerika war ich noch nicht, allerdings hat mir ein Freund der schon am Kilimajaro und in Nepal (Everestgebiet) war gesagt ihm hätte es in NEpal wesentlich besser gefallen. Grund hierfür war wohl hauptsächlich die Tatsache, dass es sich beim Kilimanjaro um einen recht tristen Erdhügel handelt, während es in Nepal bis auf eine Höhe von 5000 Metern Dörfer gibt – bis ca. 3500 auch solche die ganzjährig bewohnt sind. Vom Komfort (Lodge vs. Zelt) ganz zu schweigen.
Zum Annapurna Circuit selbst: Falls Du irgendwo liest, dass der Annapurna Circuit es nicht mehr wert wäre gewandert zu werden, lass Dich nicht verunsichern. Diese Hinweise rühren daraus, dass der alte Wanderweg mittlerweile größtenteils zur Jeep Piste ausgebaut wurde (die aber durch Erdrutsche immer wieder blockiert wird). Das stimmt zwar, allerdings sind mittlerweile neue Wanderwege abseits von der „Straße“ angelegt und markiert worden (NATT-Trails). Wir sind auf der gesamten Runde vielleicht 5-10% der Zeit auf der Piste gewandert. Die anderen Wege waren allesamt abseits. Von zu viel „Zivilisation“ hat man nichts gemerkt. Das gilt auch für den Abschnitt durch das Kali Gandakhi Tal von Mukthinath nach Tatopani!
Du brauchst für den AC, wenn Du ihn ganz gehen möchtest – was ich sehr empfehlen würde – round about 20 Tage. Mit Ruhetagen vielleicht auch 21 oder 22, je nach Fitness. Das bezieht sich auf den Weg ab Besisahar bis zum Poon Hill mit Endpunkt in Birethanti. Wenn Du zusätzlich noch zum ABC möchtest, musst Du noch ca. 7 Tage dranhängen. Du kannst den AC dank der Jeep Piste auch drastisch zusammenstreichen (wenn Du dafür auf wunderschöne Wandertage verzichtest). Die ersten 3 Tage können durch einen Tag im Jeep ersetzt werden. Danach solltest Du vor allem auch im Hinblick auf die Akklimatisierung aber wandern. Nach dem Pass kannst Du notfalls sogar innerhalb eines Tages im Jeep zurück nach Pokhara. Somit kommst Du auf ca. 10 Tage. Annapurna Circuit würde ich das dann allerdings nicht mehr nennen. Eher Thorong-La-Speedüberschreitung.
Das schöne am AC (wobei ich es mit den anderen genannten Touren nicht vergleichen kann) ist vor allem, dass Du auf 800 Metern startest, zwischen Dschungel, Reisfeldern und Hinduistisch geprägten Dörfern und jeden Tag ändert sich die Landschaft, die Menschen und die Kultur. Zwei Tage später bist Du in Engen Schluchten mit Wasserfällen und dichten Gebirgswäldern und wieder zwei Tage später bist Du auf 3000 Metern in einem Breiten Tal mit einer Landschaft, die man bei uns in den Alpen vielleicht auf 1500 Metern finden würde. Aber mit Buddhistischen Gompas und der Nordseite der Annapurna Range als Hintergrund (Talboden 3000m; Annapurna II knapp 8000m; Anblick unbeschreiblich!). Wenn man sich dem Pass nähert begreift man so langsam, dass wirklich im Himalaya ist. Je nach Witterung Steinwüste oder Schnee soweit das Auge reicht. Auf der anderen Seite des Passes steht man dann auf einmal in der Wüste. Zwei Tage danach wieder im Wald. Generell sind die Landschaft und auch die Dörfer sehr unterschiedlich auf beiden Seiten des Passes. Ich würde daher von einem Abkürzen per Jeep sehr abraten, wenn Du die Zeit zum Wandern hast. Auch die Aussicht auf Daulaghiri ist sehr spektakulär aus dem Kali Gandakhi Tal. Während des ganzen Treks gibt’s es überall stündlich neues zu sehen.
Die Wege selbst sind sehr leicht zu begehen. Keinerlei technische Schwierigkeiten. Kein Seil. Nichts ausgesetztes. Wegfindung ist auch trivial. Ein Guide ist (zur Wegfindung) nicht nötig. Ich würde allerdings (vor allem wegen dem langen Abstieg vom Pass) mindestens einen, besser zwei Stöcke empfehlen. Wenn Du das Gepäck selbst trägst umso dringender!
In den Unterkünften (~3€ für Doppelzimmer) findest Du in der Regel ein Bett auf dem Du dann Deinen Schlafsack ausrollst und ein Gemeinschaftsbad. Oft recht sauber. Toilette ist ab und an eine westliche, manchmal aber Loch im Boden. Kommt auf die Lodge an. Das Essen (Hauptgericht ~3-8€) besteht meist aus Reis, Nudeln, Teig oder Kartoffeln, jeweils gekocht oder gebraten mit den Gemüsen die gerade verfügbar sind. Auf der Karte steht das ganze dann als Curries, fried Noodles oder sogar Pizza bis hin zu Burritos und Enchiladas in den besonders froßen Lodges. Am Ende sind‘s aber immer Kohlehydrate Deiner Wahl mit Gartengemüse der Saison und das schmeckt normal hervorragend. Bier und Süßigkeiten sind recht teuer für nepalisische Verhältnisse. Bier rund um 4€ und ein Snickers 1,50€. Generell wird alles teurer je höher Du kommst. Rechne mit 25€ bis 40€ pro Tag und Nase, je nachdem wie gut Du es Dir gehen lässt. Ein Guide kostet wohl ca. 30€ pro Tag und ein Träger 15-20€.
Beste Reisezeit sind Oktober & November (beste Bergsicht aber auch viele andere Trekker) und Februar – April (wolkiger, dafür etwas weniger Andrang und diverse Blüten; z.B. Rhododendron)
Für mehr Infos empfehle ich:
https://www.amazon.de/Trekking-Annapurna-Circuit-NATT-trails-which/dp/9937649412 und
https://www.amazon.de/Lonely-Planet-Nepal-Himalaya-Trekking/dp/174179272X
Kann den Annapurna Circuit uneingeschränkt empfehlen!