warum sind Flugtickets immer an den Namen gebunden?

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AroundTheWorld

Erfahrene Nachgeburt
08.09.2009
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Folgendes Szenario, was möglicherweise so, oder so ähnlich eintreten würde:

Wäre eine Namensänderung der Tickets möglich, müssten wir wohl auf günstige Angebote verzichten. Denn sobald ein günstiges Angebot erscheinen würde, würden unterbezahlte Studenten in Reisebüros / Ebay Firmen diese Tickets mit Hans Müller aufkaufen um diese teurer zu einem späteren Zeitpunkt zu verkaufen.
Die Marketingstrategie von günstigen Tickets würde somit im Sande Verlaufen, da nichts mehr an den Endkunden ankommt.

Das stimmt so nicht ganz, denn die Erstaufkäufer würden den Fluggesellschaften die Chancen und das Risiko abnehmen bezüglich der Schwankung von Angebot und Nachfrage - was aber auch heißt, dass die Erstaufkäufer selber diesem Risiko ausgesetzt wären. Wozu dies führen würde, wäre, dass bei überraschend stark nachgefragten Strecken die Preise sehr hoch gingen und bei überraschend schwach nachgefragten Strecken die Preise kurz vor Abflug fast ins Bodenlose sinken würden. Endkunden mit starken Nerven könnten also ungeahnte Schnäppchen machen, während das Kartell der Fluggesellschaften genau das verhindern will und im Moment auch verhindert und die Plätze im Flugzeug lieber leer lässt.

Die Fluglinien würden keine günstigen Tickets mehr anbieten und einen gewissen Durchschnittspreis einführen, der immer gilt - ob 9 Monate vor Abflug, 3 Monate vor Abflug oder 2 Stunden vor Abflug.

Erstens glaube ich nicht, dass es so wäre, denn die Fluglinien würden immer noch den Preis der Nachfrage und Konkurrenzsituation auf der jeweiligen Strecke anpassen - und außerdem: Wäre das aus Sicht des Durchschnitts-Endkunden wirklich eine Verschlechterung? Die derzeitige Intransparenz und das ganze Gefummle der Fluglinien mit den Ticketpreisen über die tausend verschiedenen Buchungsklassen führt zu vielen Marketinglügen und dazu, dass viele uninformierte Kunden viel mehr zahlen als sie müssen.

Fliegen wäre für viele Reisende nicht mehr erschwinglich, da es keine günstigen Kontingente mehr gibt, somit füllen sich die Flugzeuge der Airlines nicht mehr.

Das ist nun wirklich Unsinn - wie gesagt würden sich m.E. die Flugzeuge der Airlines besser füllen, wenn es wirklich ein dynamisches Pricing über einen freieren Markt gäbe.

Flugverkehr nimmt ab, Airlines schreiben Minus, Flugzeuge fallen vom Himmel, die Apokalypse beginnt.

I LOLed.
 
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Siwusa

Erfahrenes Mitglied
24.11.2010
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Mh, bei erstem Punkt, worauf ich alles weitere - mehr oder weniger ernsthaft - aufgebaut habe muss ich dir zustimmen. Falls die Airlines ihre Tickets verkaufen würden, gingen diese an die Zweitfirma und diese würde versuchen diese Gewinnbringend zu verkaufen.

Positiv für die Airlines wäre, dass die günstigen Tickets sofort ausverkauft sind - die Frage hierbei ist, ob diese günstigen Tickets nicht sowieso im Regelfall ausverkauft sind - und somit werden diese günstigen Tickets eben nicht an den Endverbraucher, sondern an einen Mittelsmann weitergegeben, der die Tickets wieder für knapp unter dem "regulären" Preis verkauft.

Beispiel:

Einkaufspreis "günstiges" Ticket: 99 €

Regulärer Verkaufspreis der Airline: 149 €

Neuer Verkaufspreis des Mittelmanns: 139 €

Nun verkauft der Mittelsmann natürlich relativ einfach seine Tickets weg - 40 Euro zusätzliche Einnahmen, ein relativ hohes Gewinnpotential.


Doch wie lange würde die Airline dieses Spiel mitmachen? Die Airline schleudert Millionen für eine Marketingkampane raus, 99 € Tickets ab 1. Juli. Der Endverbraucher will am 1. Juli im Reisebüro buchen und bekommt sagt: "Entschuldigung, leider sind alle Tickets ausverkauft, aber ich kann Ihnen da ein tolles Angebot für 139 € machen - immerhin sparen Sie 10 € gegenüber dem normalpreis von 149 €. Günstiger bekomme ich Sie nicht weg, tut mir leid!"

Der Endverbraucher wäre nun:

1. Unzufrieden mit der Misslungenen Marketingkampange der Fluggesellschaft, da er einen weitaus höheren Preis zahlen müsste

jedoch

2. Zufrieden mit seinem Reisebüro, weil dieses ihm nochmal 10 Euro sparen konnte "und sicher nix dran verdient haben kann" - so denkt der Kunde!



Zu deinem zweiten Punkt, mit dem neuen "Sparvorteil", dieses gilt für mich nicht. Jede Fluggesellschaft verkauft nur einen bestimmten %-Teil ihrer Tickets günstig - zumindest meistens. Sobald ein gewisses Kontingent weg ist ( Klasse ) gehts eben im Preis rauf - auch bei Specials ( nur solange der Vorrat reicht ).

Mal angenommen 30 % der Y-Tickets werden für 99 € verkauft. Die übrigen 70 % sollen für 149 € verkauft werden.

Szenario 1 - oft ausgebuchte Flugstrecke:

Die 30 % der Tickets werden vom "Ticket-Kartell" eingekauft und leicht für 139 € verkauft.
Die 70 % der Tickets werden für 149 € verkauft.

Szenario 2 - zu 50 % gefüllte Flüge:

Die 30 % der Tickets werden vom "Ticket Kartell" eingekauft. 50 % der Tickets können leicht für 139 € verkauft werden, die übrigen 50 % gehen für 119 € über den Ladentisch.
Die übrigen 70 % der Tickets bleiben größtenteils bei der Airline. Lediglich 20 % werden für 149 € verkauft.

Szenario 3 - leerer Flug:

Die 30 % werden zu 99 € Dumping oder Knapp drunter verkauft - Der Kunde macht ein Super Schnäppchen - Das Kartell wird möglicherweise beim nächsten mal ein Auge auf die Buchungslage werfen, und diesen Flug nicht mehr "aufkaufen"
Die 70 % der übrigens Tickets bleiben größtenteils unverkauft - Die Airline ist aber immerhin zufrieden, dass knapp über 30 % der Tickets weggingen.



Diese Szenarios stelle ich mir vor, keines der Szenarios ist wirklich toll für die Airline meiner Meinung nach.



Gerade das "gefummele" mit den Preisen ermöglicht es vielen Bürgerschichten gerade wegzufliegen. Könnte ich nur den Durchschnittspreis von 700 Euro in die USA buchen, würde ich da als Student nie hin - aber als Special für 300 Euro mit SA da bin ich dann mit an Bord.
Diese Kundschaft würde einfach komplett wegfallen.
Die "Zu-Viel-Zahler" hätten zwar gerne gespart, es hat eben nicht geklappt, aber sie können es verkraften. Gibts halt keinen neuen Fernseher, der Urlaub ist aber trozdem gebucht.


Is schon spät hier in Australien, kann sein das ich nen Denkfehler habe. :D
 
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Erfahrene Nachgeburt
08.09.2009
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Gerade das "gefummele" mit den Preisen ermöglicht es vielen Bürgerschichten gerade wegzufliegen. Könnte ich nur den Durchschnittspreis von 700 Euro in die USA buchen, würde ich da als Student nie hin - aber als Special für 300 Euro mit SA da bin ich dann mit an Bord.
Diese Kundschaft würde einfach komplett wegfallen.

Nein, das denke ich nicht. Vielmehr hättest Du gerade als Student die Möglichkeit, sensationelle Schnäppchen zu machen, denn Du bist flexibler als Otto Normalverbraucher und könntest einfach an den Flughafen gehen und last second Tickets erwerben. Kurz vor Abflug würde der Preis für manche Flüge geradezu ins Bodenlose sinken.

Ich finde das Ganze eine interessante Diskussion, gerade da ich mich in den letzten Jahren intensiv mit dem Thema "Weiterverkauf von Tickets" befasst habe ;).
 
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24.11.2010
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Nein, das denke ich nicht. Vielmehr hättest Du gerade als Student die Möglichkeit, sensationelle Schnäppchen zu machen, denn Du bist flexibler als Otto Normalverbraucher und könntest einfach an den Flughafen gehen und last second Tickets erwerben. Kurz vor Abflug würde der Preis für manche Flüge geradezu ins Bodenlose sinken.

Ich finde das Ganze eine interessante Diskussion, gerade da ich mich in den letzten Jahren intensiv mit dem Thema "Weiterverkauf von Tickets" befasst habe ;).


Da hast du natürlich recht. Die Frage wäre natürlich, inwieweit die Ticket-Kartelle da mitspielen würden. Denn, würde sich das "warten" herumsprechen, würde eben keiner mehr Tickets im voraus kaufen, und somit wäre das Geschäft hin.
In dieser Hinsicht, würde ich anehmen, dass die Kartelle genauso verfahren, wie die Fluglinien aktuell - es gibt keine super billigen Tickets 30 Minuten vor Abflug. Lieber fliegt das Flugzeug leer und der nicht mitgenommene Passagier kauft beim nächstes mal ein Ticket im voraus.
 

flysurfer

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Als Profibroker weiß ich natürlich im voraus, welche Flüge eher nachgefragt sind und welche eher nicht. Ich weiß auch, wann wo Messe ist usw. – und dann kaufe die Billigkontingente mit einem Robot-Programm in der Sekunde, in der sie ins System geladen wurden, alle auf. Und sobald neue nachgeladen werden, kaufe ich wieder. Und dann verkaufe ich sie nach und nach mit Aufschlag weiter, unterbieten kann mich keiner, schließlich habe ich immer nur die billigsten Tarife eingekauft.

Die Reisebüros und die Airlines würden unisono Amok laufen, weil ihre Kunden günstige Tarife für begehrte Flüge nur noch bei mir, dem smarten Graumarktbroker, kaufen könnten.

Aber solche wirtschaftlichen Erwägungen hat der OP ja eigentlich ausdrücklich ausgeschlossen (deshalb bin ich in meiner initialen Antwort auch nicht weiter darauf eingegangen), umso erstaunlicher, dass sie nun doch nahezu den gesamten Thread einnehmen.
 
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flysurfer

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06.03.2009
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Denn, würde sich das "warten" herumsprechen, würde eben keiner mehr Tickets im voraus kaufen, und somit wäre das Geschäft hin.

Das könnten die Kunden ja auch bei den ganz regulären Tarifen so machen, und die Airlines damit in die Knie zwingen. Einfach nur dann buchen, wenn es 88 EUR oder weniger kostet – sonst keinen Flugschein kaufen. Notfalls geht der Flieger halt leer raus.

Machen sie aber nicht. Im Gegenteil, sie kaufen in letzter Minute noch eine Y oder C-Klasse, sie sind halt oft "alternativlos"…

Als Broker hätte ich mehr als genug solcher "alternativlosen" Kunden, und die würden dann alle zu mir kommen. Ich mache 200-400% Gewinn, der Kunde fliegt aber immer noch billiger als direkt mit der Airline.

Mit einem ähnlichen Konzept arbeiten ja auch die Meilenbroker.
 

haakona

Erfahrenes Mitglied
23.12.2009
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Ja, weil das Highend-Preise sind. Bei Spartickets geht es, soweit ich weiß, auch nur
mit namentlicher Identitätsprüfung. Bin jetzt nicht der Bahnexperte, ist aber so, oder?

Auch Normalpreis oder Wochenendtickets dürfen lt. Beförderungsbedingungen nicht weiterverkauft werden.
 

west-crushing

Erfahrenes Mitglied
03.08.2010
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3.286
CGN
wizzard meinte:
Ja, weil das Highend-Preise sind. Bei Spartickets geht es, soweit ich weiß, auch nur
mit namentlicher Identitätsprüfung. Bin jetzt nicht der Bahnexperte, ist aber so, oder?

Wenn du es am Automaten kaufst (also kein Online-Ticket) brauchst du keine persönliche Identifizierung.

Auch Normalpreis oder Wochenendtickets dürfen lt. Beförderungsbedingungen nicht weiterverkauft werden.

Hindert ja aber tatsächlich niemanden, das zu tun; während es bei Flugtickets ja kontrolliert wird.
 
Z

Zurich Flyer

Guest
Was ich mich schon lange frage: gibt es einen einleuchtenden Grund, warum Flugtickets immer an den Namen des Reisenden gebunden sind, außer natürlich der Gewinnmaximierungsabsicht der Fluglinie?
Hintergrund der Frage ist, warum es nicht möglich ist, ein Flugticket statt es zu stornieren einfach weiterzuverkaufen.

Ich bin kein Jurist, aber beim Urheberrecht gibt es den Erschöpfungsgrundsatz, aufgrund dessen ich z.B. eine CD beliebig weiterverkaufen darf. Genauso ist es möglich, Bahntickets die am Schalter/Automat gekauft wurden weiterzuveräußern.

Rein technisch sollte es möglich sein, schließlich findet (zumindest bei LH domestic) keine Ausweiskontrolle statt.

Dass bei Flügen z.B. in USA vorher Passagierlisten übermittelt werden ist bekannt, aber bei domestic-Flügen kann es der Airline doch egal sein, wer tatsächlich fliegt.


Der Grund für diese Haltung der Airline ist natürlich im Mammon zu suchen! Es geht um Geschäftlimacherei und Profitmaximierung auf Kosten des armen Steuerzahlers!