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Thema: CC-Rückbuchung/Lastschrift bei Insolvenz (Liquidation)

  1. #1261
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    Zitat Zitat von kingair9 Beitrag anzeigen
    Du übersiehst etwas - man muß die Vorgänge

    1) Anspruch des insolventen Vertragspartners auf Zahlung trotz Nichtleistung (geleistete Vorauszahlung muß zu Tabelle angemeldet werden) gemäß Insolvenzrecht

    und

    2) Vertragliche Vereinbarung zwischen dem KK-Unternehmen und dem Nutzer der Kreditkarte

    getrennt betrachten. Der Anspruch der Germania bzw. des Insolvenzverwalters der Germania an den Passagier besteht zu 100% weiter und ist auch berechtigt. Der IV ist sogar rechtlich verpflichtet, diese Außenstände zur Stärkung der Masse einzufordern und wird dies auch in der Regel irgendwann tun.

    Ob diese Forderung dann durch den Passagier noch einmal beglichen werden muss oder ob der Passagier Glück hat und der IV sich das Geld vom Acquirer bzw. dessen Versicherung holen kann, wird abzuwarten sein.
    Wie lange ist die Frist für die Gegenseite bzw. IV zu handeln?

  2. #1262
    Megaposter Avatar von kingair9
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    Zitat Zitat von AlexDo Beitrag anzeigen
    Wie lange ist die Frist für die Gegenseite bzw. IV zu handeln?
    Im B2B Bereich bis zum endgültigen Abschluß des Insolvenzverfahrens. Jahre.
    Ob es Verbraucherschutz-Fristen für B2C gibt, weiß ich nicht.

    Bei Teldafax kam die Mahnung des IV damals nach 1-2 Jahren, wenn ich mich richtig erinnere (ich hatte 250 EUR Guthaben auf dem einen Konto bei denen und mußte noch 105 EUR für das andere Konto nachzahlen. Aufrechnung nicht möglich da 2 Verträge).
    AlexDo sagt Danke für diesen Beitrag.

  3. #1263
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    Zitat Zitat von kingair9 Beitrag anzeigen
    Bei Teldafax kam die Mahnung des IV damals nach 1-2 Jahren, wenn ich mich richtig erinnere (ich hatte 250 EUR Guthaben auf dem einen Konto bei denen und mußte noch 105 EUR für das andere Konto nachzahlen. Aufrechnung nicht möglich da 2 Verträge).
    Nur 2 Verträge oder auch 2 Vertragspartner? Und wenn der eine dann den Anspruch an den anderen abtritt? Geht das?

  4. #1264
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    Zitat Zitat von kingair9 Beitrag anzeigen
    Du übersiehst etwas - man muß die Vorgänge

    1) Anspruch des insolventen Vertragspartners auf Zahlung trotz Nichtleistung (geleistete Vorauszahlung muß zu Tabelle angemeldet werden) gemäß Insolvenzrecht
    Nun ja, aber genau in diesem Aspekt liegt doch gerade der große Vorteil der Kreditkartenzahlung bzw. Möglichkeit eines Chargeback Verfahrens:

    Beim Chargeback handelt es sich ja NICHT um eine Stornierung des Kaufvertrages meiner Flugtickets im rechtlichen Sinne eines einseitigen Rücktritts, sondern vielmehr nur um eine Rückabwicklung des Erfüllungsvorgangs meiner Zahlungspflicht.

    Gelingt der Chargeback, so liegt also ein Zustand vor, in dem beide Vertragspartner ihre Pflichten noch nicht erfüllt haben (d.h. ich habe meine Zahlungspflicht noch nicht erfüllt, Germania hat seine Leistungserbringungspflicht noch nicht erfüllt). Einfach gesprochen: Es gibt keine Vorauszahlung.

    Gemäß § 103 der Insolvenzordnung InsO (online abzurufen unter https://www.gesetze-im-internet.de/inso/__103.html) heißt es:

    (1) Ist ein gegenseitiger Vertrag zur Zeit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens vom Schuldner und vom anderen Teil nicht oder nicht vollständig erfüllt, so kann der Insolvenzverwalter anstelle des Schuldners den Vertrag erfüllen und die Erfüllung vom anderen Teil verlangen.
    (2) Lehnt der Verwalter die Erfüllung ab, so kann der andere Teil eine Forderung wegen der Nichterfüllung nur als Insolvenzgläubiger geltend machen. Fordert der andere Teil den Verwalter zur Ausübung seines Wahlrechts auf, so hat der Verwalter unverzüglich zu erklären, ob er die Erfüllung verlangen will. Unterläßt er dies, so kann er auf der Erfüllung nicht bestehen.
    Aktuell ist das Insolvenzverfahren noch nicht eröffnet (Eröffnung wird aktuell mit April angegeben).
    D.h. für alle erfolgreichen Chargebacks vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens ist § 103 InsO erfüllt, so dass der Insolvenzverwalter zwei Möglichkeiten hat:

    Gemäß Abs. (1) kann der Insolvenzverwalter den Vertrag erfüllen kann (d.h. er organisiert mir meinen Flug) und daraufhin auch die Erfüllung meiner Zahlungspflicht verlangen

    oder

    Gemäß Abs. (2) die Erfüllung ablehnen (d.h. er organisiert mir KEINEN Flug) und ich kann widerum meine Forderung auf Erfüllung nur als Insolvenzgläubiger geltend machen (was ich nicht brauche, denn ich habe noch keine Vorauszahlung / Teilzahlung / .. geleistet, die ich zurückhaben möchte, und bin bereits glücklich)

    Ich sehe auf dieser recht eindeutigen Rechtsgrundlage keinerlei Risiken für mich, wenn ich meinen Chargeback vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens erfolgreich durchgeführt bekomme. Mahnungen kann der Insolvenzverwalter so viele schicken wie er will. Machen Sie in der Regel auch. Wenn man mal ein bisschen recherchiert, stellt man fest, dass Insolvenzverwalter oft in solchen Fällen großzügig Forderungsmahnungen herausschicken, die rechtlich unbegründet sind bzw. nicht standhalten würden. Ist aber auch klar, der Insolvenzverwalter hat schließlich die Aufgabe, möglichst ein Maximum an Geld reinzuholen. <-- Nachtrag zur Vermeidung von Missverständnissen: ...möglichst ein Maximum an Geld reinzuholen, auf Basis sämtlicher "aus seiner Sicht begründeter Forderungen".
    Geändert von MrBlub (08.03.2019 um 14:21 Uhr)
    KvR, Brainpool, AlexDo und 1 Andere sagen Danke für diesen Beitrag.

  5. #1265
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    Zitat Zitat von MrBlub Beitrag anzeigen
    Wenn man mal ein bisschen recherchiert, stellt man fest, dass Insolvenzverwalter oft in solchen Fällen großzügig Forderungsmahnungen herausschicken, die rechtlich unbegründet sind bzw. nicht standhalten würden. Ist aber auch klar, der Insolvenzverwalter hat schließlich die Aufgabe, möglichst ein Maximum an Geld reinzuholen.
    Das ist NICHT klar. Wenn ich unbegründet Rechnungen für nie erbrachte Leistungen verschicke, in der Hoffnung, das ein paar Dumme schon einzahlen werden, mache ich mich des Betrugs strafbar. Wenn ein IV unbegründete Rechnungen verschickt soll das ihre Aufgabe sein? Da kann meinem Rechtsempfinden nach was nicht stimmen.

  6. #1266
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    Zitat Zitat von nacho.gll Beitrag anzeigen
    Das ist NICHT klar. Wenn ich unbegründet Rechnungen für nie erbrachte Leistungen verschicke, in der Hoffnung, das ein paar Dumme schon einzahlen werden, mache ich mich des Betrugs strafbar. Wenn ein IV unbegründete Rechnungen verschickt soll das ihre Aufgabe sein? Da kann meinem Rechtsempfinden nach was nicht stimmen.
    Da haben sie mich missinterpretiert. In meinem Post war gemeint, dass der Insolvenzverwalter grundsätzlich mit der Aufgabe betraut wird, das Vermögen des Schuldners maximal möglich zu sichern. Dabei wird er "aus seiner Sicht begründete" Forderungen erheben (z.B. sieht er, eine Person X hat vor Insolvenzbekanntmachung einen Flug gebucht und für diesen Flug liegt keine Zahlung vor). Soweit so gut. Er wird also vermutlich aufgrund dessen eine Forderungsmahnung an Person X herausschicken und die Zahlung einfordern. Ob diese "aus seiner Sicht begründete Forderung" jedoch auch im Sinne des Gesetzes berechtigt ist, ist eine ganz andere Frage. Dies könnte nur ein Gericht klären. Bezahlt Person X aufgrund der erhaltenen Forderungsmahnung des Insolvenzverwalteres jedoch und geht selbst rechtlich nicht dagegen vor, so wird diese Zahlung in die Insolvenzmasse fließen und keiner wird sich jemals mehr damit beschäftigen, ob dies eigentlich berechtigt war. Wenn Sie recherchieren werden Sie feststellen, dass Kanzleien damit werben, dass ich als eine Person X erhaltene Forderung im Zweifel rechtlich prüfen lassen sollte, bevor ich einfach bezahle, da offenbar sehr viele solcher Forderungen unberechtigt sein könnten / rechtlich nicht standhalten würden und sich ein Gang vors Gericht lohnen könnte.

    Habe einen entsprechenden Nachtrag in den Post eingebaut, um weitere Missverständnisse zu vermeiden!
    Geändert von MrBlub (08.03.2019 um 14:24 Uhr)
    KvR und Roolf sagen Danke für diesen Beitrag.

  7. #1267
    Erfahrenes Mitglied Avatar von dorfjunge
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    Fluggesellschaft pleite: Wie bekommen ich mein Geld zurück? - SPIEGEL ONLINE

    Jetzt werden einige der Verweigerer immerhin öffentlich an den Pranger gestellt...
    KvR, WiCo und holgerton sagen Danke für diesen Beitrag.

  8. #1268
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    "Manch Reisender hat das Ticket bei einem Tickethändler gekauft, nicht bei der Fluglinie selbst. Die drohen dann nach dem Chargeback schon mal mit einem Inkassobüro. Bleiben Sie stur. Denn Ihre bezahlte Leistung wurde nicht erbracht. Das reicht für Kreditkartenkonzerne und Ihre Bank. Der Tickethändler hat mit dem Ticket sozusagen auch das Risiko des Chargeback bei der Fluglinie eingekauft, der könne sich dann an den Insolvenzverwalter halten, hieß es bei Visa."

    Wurde nicht im Zuge der Air Berlin Insolvenz nicht kommuniziert, dass ein Chargeback bei Buchung über ein Reisebüro nicht möglich ist, da die Dienstleistung die das Reisebüro erbringt, die Buchung und Ausstellung eines Tickets ist? Und das Ticket war ja zum Zeitpunkt der Bezahlung in Ordnung. Ich bin mir eigentlich sicher, dass ich das damals so gelesen habe. Ist die Lage doch anders, oder hat sie sich seit 2017 geändert? Mit der Bitte um Aufklärung.

  9. #1269
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    Zitat Zitat von MrBlub Beitrag anzeigen
    Ich sehe auf dieser recht eindeutigen Rechtsgrundlage keinerlei Risiken für mich, wenn ich meinen Chargeback vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens erfolgreich durchgeführt bekomme.
    Aha. Und was mit der Frage der Anfechtbarkeit der auf den Chargeback geleisteten Zahlung?
    kingair9 sagt Danke für diesen Beitrag.
    2015: LHR (LH) GDN (LH) ARN (KL) AES (KL) TRD (KL) OSL (KL) CGK (KL) KUL (KL) ARN (KL/LH) SVG (KL)
    2016: LHR (KL) TRD (KL) LHR (KL) TRF (KL) IST (KL) CPH (KL) GOT (KL) AMS (KL)
    2017: STR (AB/EW) ABZ (KL) LCY/LHR (KL) ATH (KL) SKG (A3/EL) AXD (OA) STR (4U) OSL (KL) LCY/LHR (KL) BLL (KL) BLL (KL/LH) AMS (KL)
    2018: CGK (KL) KUL (KL/MH) ARN (AF) AMS (KL) OSL (KL) TOS (SK) ARN (AF) AMS (KL) MAD (BA/LA)
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    ***
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  10. #1270
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    Zitat Zitat von nacho.gll Beitrag anzeigen
    "Manch Reisender hat das Ticket bei einem Tickethändler gekauft, nicht bei der Fluglinie selbst. Die drohen dann nach dem Chargeback schon mal mit einem Inkassobüro. Bleiben Sie stur. Denn Ihre bezahlte Leistung wurde nicht erbracht. Das reicht für Kreditkartenkonzerne und Ihre Bank. Der Tickethändler hat mit dem Ticket sozusagen auch das Risiko des Chargeback bei der Fluglinie eingekauft, der könne sich dann an den Insolvenzverwalter halten, hieß es bei Visa."

    Wurde nicht im Zuge der Air Berlin Insolvenz nicht kommuniziert, dass ein Chargeback bei Buchung über ein Reisebüro nicht möglich ist, da die Dienstleistung die das Reisebüro erbringt, die Buchung und Ausstellung eines Tickets ist? Und das Ticket war ja zum Zeitpunkt der Bezahlung in Ordnung. Ich bin mir eigentlich sicher, dass ich das damals so gelesen habe. Ist die Lage doch anders, oder hat sie sich seit 2017 geändert? Mit der Bitte um Aufklärung.
    Das Zitat steht in dem Spiegel-Artikel.
    Den würde ich nicht allzu ernst nehmen.
    Siehe beispielsweise andere Ungereimtheiten:

    Zahlen Sie Flugtickets ansonsten mit Kreditkarte, keinesfalls per Überweisung. Eine kostenlose Bezahlmöglichkeit mit einer gängigen Kreditkarte muss der Ticketverkäufer anbieten.

    Halte ich für unzutreffend. Ich wüsste nicht, wieso er Kreditkarten überhaupt anbieten müssen sollte.
    Nichts und niemand hindert m.E. rechtlich jemanden daran, Tickets nur per Vorkasse-Überweisung, Lastschrift oder Zahlung auf Rechnung per Überweisung anzubieten. Sind gängige in Deutschland verbreitete Zahlungsweisen.

    Zitat Zitat von nacho.gll Beitrag anzeigen
    Das ist NICHT klar. Wenn ich unbegründet Rechnungen für nie erbrachte Leistungen verschicke, in der Hoffnung, das ein paar Dumme schon einzahlen werden, mache ich mich des Betrugs strafbar. Wenn ein IV unbegründete Rechnungen verschickt soll das ihre Aufgabe sein? Da kann meinem Rechtsempfinden nach was nicht stimmen.
    Er verschickt ja nicht einfach neue Rechnungen, sondern mahnt nur Forderungen an, die (aus seiner Sicht zumindest) bereits begründet begründet wurden.

    Betrug setzt rechtswidrigen Vorsatz voraus.
    Geändert von Amic (09.03.2019 um 15:00 Uhr)

  11. #1271
    Txx
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    Zitat Zitat von Amic Beitrag anzeigen
    Das Zitat steht in dem Spiegel-Artikel.
    Den würde ich nicht allzu ernst nehmen.
    Siehe beispielsweise andere Ungereimtheiten:

    Zahlen Sie Flugtickets ansonsten mit Kreditkarte, keinesfalls per Überweisung. Eine kostenlose Bezahlmöglichkeit mit einer gängigen Kreditkarte muss der Ticketverkäufer anbieten.

    Halte ich für unzutreffend. Ich wüsste nicht, wieso er Kreditkarten überhaupt anbieten müssen sollte.
    Nichts und niemand hindert m.E. rechtlich jemanden daran, Tickets nur per Vorkasse-Überweisung, Lastschrift oder Zahlung auf Rechnung per Überweisung anzubieten. Sind gängige in Deutschland verbreitete Zahlungsweisen.
    Unscharf formuliert, aber imho ist damit gemeint, dass es kostenlos sein muss, WENN es angeboten wird. Ansonsten bieten ja alle Stellen die ich kenne CC an, also irgendwo passt das schon.

  12. #1272
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    Zitat Zitat von Txx Beitrag anzeigen
    Unscharf formuliert, aber imho ist damit gemeint, dass es kostenlos sein muss, WENN es angeboten wird.
    Das ist zwar seit dem Surcharging-Verbot für Karten mit reguliertem Interchange seit Anfang 2018 zwar tatsächlich so. Allerdings ist die Aussage dazu auch mit einem Link versehen...

    "Eine kostenlose Bezahlmöglichkeit mit einer gängigen Kreditkarte muss der Ticketverkäufer anbieten. Wenn er das nicht tut, sollten Sie ihn sowieso meiden"

    ...und wenn wir uns den anschauen, dann belegt er keine dieser beiden Verständnismöglichkeiten. Weder, dass man Kreditkarten akzeptieren müsse, noch davon, dass dies kostenlos sein müsse. Im Gegenteil, im verlinkten Artikel steht ja explizit, dass für Kreditkartenzahlungen (nach alter, für Verbraucher mittlerweile überholter Rechtslage) eben doch ein Entgelt berechnet werden dürfe:

    "Das Entgelt für die Zahlung per Kreditkarte darf für Verbraucher nicht höher sein als die Gebühren, die das Reiseportal dafür an das Kartenunternehmen zahlen muss."

    https://www.vzbv.de/pressemitteilung...enlos-anbieten


    Kurz gesagt:
    - Die Aussage ist, so wie sie da steht, unzutreffend (niemand wird von Rechts wegen zu Kreditkartenannahme gezwungen)
    - Und selbst wenn sie so gemeint wäre, wie du es verstehst, dann widerspräche ihm der verlinkte Artikel.
    - Ganz abgesehen davon, dass der verlinkte Artikel bzgl. der Entgelte von der aktuellen Rechtslage überholt ist.

    Darum sag ich ja:
    Der Spiegel-Artikel ist nur mit Vorsicht zu geniessen.
    Geändert von Amic (09.03.2019 um 16:21 Uhr)
    Txx sagt Danke für diesen Beitrag.

  13. #1273
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    Zitat Zitat von meilenfreund Beitrag anzeigen
    Aha. Und was mit der Frage der Anfechtbarkeit der auf den Chargeback geleisteten Zahlung?
    Wie schon geschrieben, ist der Chargeback eine Schutzleistung der Kreditkartenunternehmen gegenüber ihren Kunden (zu deren Umsetzung sich die kartenausgebenden Banken vertraglich verpflichtet haben) und grundsätzlich losgelöst vom Insolvenzrecht zu betrachten. In meinem letzten Post schrieb ich für die insolvenzrechtliche Betrachtung von "erfolgreichen Chargebacks vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens", d.h. meine Bank hat vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens den Chargeback ausgelöst und der Aquisiteur hat der Rückbuchung innerhalb der vorgegebenen Frist (wenige Wochen je nach KK-Unternehmen!) entweder gar nicht erst widersprochen oder hat widersprochen und konnte aber keinen Nachweis darüber vorlegen, dass mein Flug stattfindet und mein Name gemäß Ticket im Passagierverzeichnis von Germania gelistet ist. Der Chargeback ist in diesem Fall abgeschlossen und die Rückbuchung auf meinem Konto ist seitens des Kreditkartenunternehmens nicht mehr nur vorbehaltlich sondern endgültig. Der Prozess kennt auch keine Möglichkeit, einen erfolgreich abgeschlossenen Chargeback "wieder zu öffnen" oder gar rückgängig zu machen, die genauen Details des Chargeback Prozesses finden Sie in den jeweiligen Vorschriften der KK-Unternehmen - ist alles ins Detail geregelt.

    Für die rechtliche Situation zwischen dem Insolvenzverwalter und mir liegt also in diesem Fall der Zustand vor, der in meinem vorherigen Post beschrieben wurde, d.h. es gibt dann zum Zeitpunkt der Eröffnung des Insolvenzverfahrens defacto keine Vorauszahlung von mir, beide Vertragspartner haben ihre Pflichten nicht erfüllt, der Insolvenzverwalter kann aus den genannten Optionen wählen, wobei er sich wahrscheinlich für Abs. (2) entscheidet und das Thema ist erledigt.

    Natürlich kann der Insolvenzverwalter grundsätzlich auch gegen den Chargeback / die Schutzleistung des Kreditkartenunternehmens vorgehen, wenn er möchte. Dabei kann er z.B. auf Basis von § 131 InsO argumentieren, die Rückbuchung hätte zu einer inkongruenten Deckung geführt, so dass diese Rechtshandlung anfechtbar wäre. Wenn man dazu mal ein bisschen recherchiert, findet man jedoch ähnlich gelagerte Fälle mit Rechtssprechungen, die im Leitsatz feststellen, dass eine anfechtbare Rechtshandlung mangels Verkürzung der Insolvenzmasse NICHT vorliegt, sofern eine Bank einen Betrag gebucht hatte und diese Buchung jedoch entsprechend ihrer AGBs wieder rückgängig gemacht hat. Kurz gesagt: Es wird ebenfalls die Sichtweise vertreten, dass eine rückgebuchte Zahlung, sofern diese Rückbuchung eine auf Basis vertraglich geregelter Rückbuchungsprozesse der Bank bzw. des Kreditkartenunternehmens zulässige Ruckbuchung war, nicht anfechtbar ist. Vermutlich weil der Insolvenzmasse nichts entzogen wird und der Aquisiteur haftet.

    So wie Sie schreiben, klingt es aber so, als hätten Sie diesbezüglich andere Erfahrungen gemacht?
    Geändert von MrBlub (09.03.2019 um 22:01 Uhr)
    KvR und holgerton sagen Danke für diesen Beitrag.

  14. #1274
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    Standard CC-Rückbuchung/Lastschrift bei Insolvenz (Liquidation)

    Zitat Zitat von Amic Beitrag anzeigen
    Darum sag ich ja:
    Der Spiegel-Artikel ist nur mit Vorsicht zu geniessen.
    Das ist er übrigens immer, wenn als Autor „Tenhagen“ drübersteht. Der gab in der Vergangenheit schon so einige Halbwahrheiten zum besten. Bei seinem kürzlichen Apple Pay-Warnartikel konnte man auch nur den Kopf schütteln.

  15. #1275
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    Zitat Zitat von nacho.gll Beitrag anzeigen
    Wurde nicht im Zuge der Air Berlin Insolvenz nicht kommuniziert, dass ein Chargeback bei Buchung über ein Reisebüro nicht möglich ist, da die Dienstleistung die das Reisebüro erbringt, die Buchung und Ausstellung eines Tickets ist? Und das Ticket war ja zum Zeitpunkt der Bezahlung in Ordnung. Ich bin mir eigentlich sicher, dass ich das damals so gelesen habe. Ist die Lage doch anders, oder hat sie sich seit 2017 geändert? Mit der Bitte um Aufklärung.
    Nach all dem, was ich gelesen hab, würde ich vermuten, der entscheidende Aspekt für den Chargeback ist, dass das abbuchende Unternehmen gleichzeitig der Leistungserbringer (der nicht erbrachten Leistung) ist. Also Beispiel:

    1.) Ich kaufe die Flugtickets z.B. bei Germania oder einem Vermittler (der nur vermittelt und im Hintergrund aber auch direkt bei Germania bucht). Germania bucht direkt von meiner Kreditkarte ab. Germania erbringt Leistung nicht --> Ich kann Chargeback auslösen

    2.) Ich kaufe die Flugtickets z.B. bei einem Reisebüro. Reisebüro bucht von meiner Kreditkarte ab (und bezahlt im Rahmen einer anderen Transaktion die Germania). Germania erbringt Leistung nicht --> Ich kann keinen Chargeback auslösen
    nacho.gll sagt Danke für diesen Beitrag.

  16. #1276
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    Zitat Zitat von MrBlub Beitrag anzeigen
    2.) Ich kaufe die Flugtickets z.B. bei einem Reisebüro. Reisebüro bucht von meiner Kreditkarte ab (und bezahlt im Rahmen einer anderen Transaktion die Germania). Germania erbringt Leistung nicht --> Ich kann keinen Chargeback auslösen
    So hab ich es gemeint. Danke für die Info!

  17. #1277
    Erfahrenes Mitglied
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    Zitat Zitat von maex Beitrag anzeigen
    Das ist er übrigens immer, wenn als Autor „Tenhagen“ drübersteht. Der gab in der Vergangenheit schon so einige Halbwahrheiten zum besten. Bei seinem kürzlichen Apple Pay-Warnartikel konnte man auch nur den Kopf schütteln.
    Wenigstens weißt er bzw. der Spiegel mal auf die Chargeback-Möglichkeit hin und schreibt nicht wie alle anderen Nachrichtenportale dass das Geld weg ist. Und der Passus mit der Akzeptanzpflicht is auch in meinen Augen nur etwas unscharf formuliert, aber schon so gemeint, wenn KK akzeptiert werden, dann dürfen keine Aufschläge verlangt werden.
    Geändert von Martinv (09.03.2019 um 18:36 Uhr)
    dorfjunge und Txx sagen Danke für diesen Beitrag.

  18. #1278
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    Das Beste am dem Artikel ist, dass mal die Banken genannt werden, die Probleme machen. So ein Thema hat man normalerweise erst auf dem Schirm, wenn es zu spät ist.
    dorfjunge und herbert60 sagen Danke für diesen Beitrag.

  19. #1279
    Megaposter Avatar von kingair9
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    Zitat Zitat von MrBlub Beitrag anzeigen
    So wie Sie schreiben, klingt es aber so, als hätten Sie diesbezüglich andere Erfahrungen gemacht?
    Nein. Der Juser braucht keine Erdahrungen als Endkunde. Der hat die entsprechende universitären Scheine.
    meilenfreund sagt Danke für diesen Beitrag.

  20. #1280
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    Ich hatte für meine Germania-Belastungen online bei Barclaycard Anfang Februar um einen Chargeback gebeten und daraufhin auch am 8.2. den Brief mit den benötigten Unterlagen bekommen. Bis jetzt habe ich darauf noch nicht reagiert. Heute habe ich Post von Barclaycard bekommen, dass sie zur Beatbeitung nur noch die Buchungsbestätigung brauchen, den ganzen Rest nicht mehr. Das erweckt den Eindruck, dass sie dort ein einfaches und kundenfreundliches Verfahren etabliert haben. Am Montag schicke ich ihnen meine Buchungsbestätigung per Post. Mal sehen, was passiert.
    Geändert von Miwu (09.03.2019 um 20:33 Uhr)

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